Mittwoch, 13. Juni 2012

Wie eine Nadel im Heuhaufen





Nein ich meine eigentlich, wie der Esel VORM Heuhaufen. Und zwar vor zweien. Und sich nicht entscheiden kann, von welchem er fressen soll. Und dann verhungert. So fühle ich mich derzeit. Es passiert nix Neues. Ich habe angst vor Neuem. Aber das ist doch das Leben. Das Leben besteht doch aus Erlebnissen, aus Fehlern, aus Tälern, aus Umwegen. Auch. Ja auch. Neben all dem anderen, wie lachen und Freude und Spaß.
Mein Leben steht. Schon eine ganze Weile. Stillstand heißt Tod. Heißt es irgendwo. Es rührt sich nichts mehr. Ein alter Chatfreund schrieb mir nach über 2 Jahren mal wieder. Er schrieb was in seinem Leben so passiert ist. Da ist viel passiert. Und ich, was kann ich von den letzten 2 Jahren sagen? Da einzigste was sich verändert hat, sind paar Klamotten und noch so einige Kleinigkeiten. Aber nix ordentliches.
Ich habe Angst vor Verbindlichkeiten. Das habe ich sogar schriftlich. In einem der Klinikberichte steht das. Toll, darauf kann ich mir jetzt was einbilden, aber nix kaufen. Überhaupt, vielleicht sollte ich den ganzen Psychoscheiß mal wieder lassen und einfach ins Leben springen! Ich hab Lust auszubüxen. Mal wieder was verbotenes tun. Etwas was die Leute nicht von mir erwarten würden.
Gestern war es mal wieder soweit: ich war noch eine Sekunde davon entfernt, loszugehen um Kippen und Alk zu kaufen. Um mich zu betäuben. Weil ich mich mal wieder nicht ausgehalten habe. Ich sah auf die Uhr. Und in dem Moment wechselte die Zahl von 19:59 auf 20:00. Die Geschäfte haben zu. Zur Tanke! Ach, da ist es zu Fuß schon sehr weit hin und mein Rad hat ja immer noch einen Platten. Also nicht rauchen und saufen. Soll wohl so sein.
Es heißt auch: Sich nicht zu entscheiden, sei auch eine Entscheidung. Und es heißt auch, dass eine falsche Entscheidung besser sei, als gar keine. Immerhin könne man noch draus lernen.
Liebes Leben, warum habe ich so viel Angst vor Dir? Ich bin zu sehr im Kopf und zu wenig im Herzen. Ich glaube das ist es.
Und ich will nicht fühlen, denn wenn ich fühle was ich will, muss ich dem folgen und für mich einsetzen und was tun, vor allem Entscheidungen treffen...
Also bleibe ich im Kopf...aber der Kopf ist rund und so dreht sich alles und wiederholt sich ständig...ohne dass sich etwas verändert....

Kommentare:

  1. Also, wenn man dein Blog liest, bekommt man schon den Eindruck, dass sehr viel passiert! Vielleicht nicht an äußeren Umständen, aber in deinem Inneren geschieht so manches und es fühlt sich für mich nach Fortschritt an. Doch wäre ich ehrlich gesagt schon ziemlich enttäuscht, wenn du jetzt wieder rauchen wurdest!!!
    Bei mir geschehen zur Zeit auch sehr viele Dinge im Inneren, aber da ich nicht anonym mein Blog führe, kann und will ich es nicht so offen darlegen :-) Doch ist für mich der innere Weg eigentlich der wertvollere, auch wenn ihn nicht alle Welt sehen kann und es auch nicht an einem Bankkonto messbar ist!

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    1. aber nein liebe Regenfrau - es hat sich gaaaaaaaaaaaaaar nichts verändert - Ironie off

      du achtest auf Grenzen, versuchst dich kennenzulernen, hast aufgehört zu Rauchen, erkennst destruktive Verhaltensweisen und arbeitest daran das zu ändern, merkst wenn dir jemand nicht gut tut und auch hier änderst du was, brichst ab achtest auf dich.

      Du bist - so scheint es zumindest - viel mehr du - nicht nur Rolle oder das was andere erwarten - sondern du.

      Bist ausgestiegen aus einer Tretmühle, die dir nciht gut tat - und auf dem Weg - dir selbst treu zu bleiben, dich kennenzulernen und auch ernst zu nehmen, dich zu respektieren und das auch von anderen zu verlangen (was wichtig ist!)

      Aber nein - es hat sich gar nichts verändert ;)

      Ich versteh das aber - mir geht es oft ähnlich wenn ich mit anderen spreche - und es fällt schwer die eigenen Dinge dann zu sehen, weil sie nicht so "greifbar" sind, nicht so vorzeigbar - denn für andere ist das ja oft normal, was wir uns erst hart erarbeiten müssen.

      Und um im Beitrag zu bleiben - vor zwei Jahren wärst du noch zur Tanke gelaufen und hättest Kippen und Alk gekauft - diesmal hast du standgehalten - und hey - das ist verdammt viel und war und ist - harte Arbeit!

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  2. Liebe Lebenskünstlerin
    was meinste wie enttäuscht ich von mir wäre!!!! Vor allem heute, wo es mir wieder einigermaßen gut geht und ich würd wieder paffen, ich würd...aaaaaahhhhhhhh . Aber so *grins* BLEIB ICH EINFACH WEITER FRISCHLUFTATMERIN :-) !!!

    Liebe Ilama,
    jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa ich darf doch auch mal jammern :-) wenn die Welt schon so fies ist und alles und überhaupt :-)))))
    Ich BIN vor 2 Jahren zur Tanke, damals war ich ja 6 Wochen rauchfrei.
    Heute in der Thera nochmal einiges klar geworden. Die schwierigen Tage waren wirklich für was gut. Sie haben mich auf etwas aufmerksam gemacht, was mir nicht klar war!
    Selten so lachend aus dem Therapieraum gegangen :-)
    Und jetzt heißt es: ab zum Hund und spielen und toben *juchuuuuu*
    (ja ich habe Stimmungsschwankungen und das ist gut so)
    Liebe Grüße!

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    1. :) - ich kann dich so gut verstehen und nachfühlen - und ich hoffe die Toberunde war klasse :)

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