Freitag, 8. Juni 2012

Die Öko's und die Raucher


Letztens gerochen, dass ein 30-jähriger Mann heimlich geraucht hatte. Seine Mutter durfte das nicht wissen und vor mir rauchte er wohl nicht, weil er sich vielleicht dachte, dass es mich als frische Nichtraucherin stören würde oder ich wieder schwach werden würde.
Jedenfalls sah ich da wieder, was Sucht mit einem macht.
Das Datum an dem ich anfing, ein unabhängiges Leben zu führen, ist sogar recht passend: es ist der Geburtstag eines Mannes, dem ich nie wieder begegnen möchte. Dieser Psychopath hat mir wahrlich das Leben zur Hölle gemacht. Er konnte es nicht ausstehen, wenn andere Menschen andere Dinge taten als er oder diese besser konnten. Auch jegliche Form von Eigenständigkeit wurde unterdrückt. Natürlich hätte er nie zugegeben, dass er neidisch ist oder Angst hat oder einfach mit Minderwertigkeitsgefühlen vollgestopft ist. Nein, er war der coole Mann, der alles konnte und alles schaffte und alles machte. Aber nur mit 2 Schachteln Kippen am Tag.
Ich lache ihm ins Gesicht. Denn im Grunde ist er ein schlabberiges, armes Würstchen.
Jedenfalls kann ich mir das Datum recht gut merken.
Von der Anzahl der Tage, habe ich heute 3 Monate rauchfrei voll!!! Ich hüpfe vor Freude! Es geht mir blendend! Mir fehlt gar nix!
Auch toll am nicht-mehr-rauchen-müssen: Man kann nun wirklich alles machen. Und nie mehr denken: ach das ist jetzt blöd, ich bin Raucherin. Zum Beispiel einen Job, in dem nur Nichtraucher genommen werden oder irgendwo hinfahren (allein schon die langen Zugfahrten, werden nicht mehr vom Suchtdruck bestimmt!), sagen wir in die Wüste Gobi ohne Panik schieben zu müssen, wo der neue Stoff herkommt (getrocknete Kamelscheiße soll nicht sooo gut schmecken) oder aber: Ein Wochenende auf einem total öko-bio-drogenfreien-linken Selbstversorgerhof! Oder gar in einem Ökodorf! 
Und wer meint, da seien  Kreistänze an der Tagesordnung bei denen Menschen in langen, weiten Kleidern oder Wollpullis teilnehmen und die sich nur vegetarisch ernähren, und deren Weltanschauungen immer etwas weltfremd klingen...
hat recht! :-)



Ich mag die Atmosphäre in solchen Projekten, schaue gerne von Außen drauf, selber darin leben möchte ich nicht mehr. Auch manche Menschen aus der Ökoszene strahlen für mich etwas sehr schönes/angenehmes/gesundes aus. Ich lebe zum Teil auch "öko", aber nur soweit wie ich mich wohlfühle. Und ein richtiges Badezimmer gehört dazu!
Ich besuchte auch mal eines dieser Häuser (war erstaunt, dass dies auch im Video vorkam -- also nicht ich, aber das Projekt).
Ich glaub ich ging da sehr naiv und optimistisch hin. Denn was gesagt wird oder was man erreichen will und das was man dann letztendlich tut, sind halt zwei paar Stiefel. Beziehungweise leben dort auch nur ganz normale Menschen, die sich als Führer  oder Ausbeuter aufspielen, ein Drogenproblem haben oder einfach ins Ausland geflüchtet sind, da sie in Deutschland hinter Gittern müssten, im Exil aber auch keinen offiziellen Job annehmen dürfen und somit eben Selbstversorger spielen... Nach zwei Tagen sah ich genug "Kreativität, Öko, naturnahes, einfaches leben, Gemeinschaft..." packte meinen Rucksack und wanderte weiter...ins nächste Hotel :-)

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