Freitag, 29. Juni 2012

Der Körper und die Gefühle

Bedürfnisse/Gefühle ausdrücken ist ja so ein Ding.
Ein schwieriges...
War gestern in der Therapie Thema, warum z.B. weinen in der Krankengymnastik nicht geht.
Und irgendwie ist mir da die Psychotherapeutin nun zu wissenschaftlich. 
Zu sehr abgegrenzt. Zu kühl. Zu kopflastig. Leider auch zu wenig verständnisvoll. Was mich wiederum triggert.
Ja ich könnt (müßte) ihr das sagen.
Sagen geht nicht.
Dann schreiben.
Schreiben geht auch nicht, weil mein innerer Familienclan schon wieder da hockt und mosert:" Jetzt ist aber auch mal gut!"
Muss doch in der Krankengymnastik schon mindestens 3 mal sagen, was geht und was nicht.
Und eigentlich wären da noch viel mehr, z.B. dass sie bei den Übungen langsamer machen soll, oder meine Sachen nicht anfassen (Handtuch, Shirt...wobei das heut glaub ich ein Mißverständnis war, sie dachte das Tuch sei aus der Praxis).
Und reden wär einerseits gut, weil es mich ein wenig ablenkt, während sie meine Muskeln lockert, andererseits ist da mein Kontroletti am Werk (was ich sage, was nicht) und ich verspanne wieder, dann komm ich mit meiner Atmung durcheinander....Chaos.
Also halt ich irgendwann meine Schnauze.
Die Physiotherapeutin ist aber so der Hammer...die merkt das! Die hat einen (!) Finger auf einem Knotenpunkt, steht hinter mir und merkt, dass mir heiß wird. ?!?!
Oder das es jetzt nicht mehr geht.
Frage: warum melde ich mich nicht? 
Äh..also..*hust*...wissen Sie, ich hab doch vorher schon gesagt, dass die Liege höher müßte, Trampolin springen nicht geht, weil der Raum offen ist, wir das Thema wechseln müssten...und JETZT REICHTS ABER!
deswegen sagte ich nix, ich hab innerlich nur Augen rollen, weil ich mich schon wieder so anstelle.
HimmelArschundZwirn!
Sie fragte noch kurz seit wann ich das hätte, ob es da ein schlimmes Ereignis gab...EINES??? Ich wär froh, wenn es nur eines wäre...
Ich klärte sie kurz auf, dass ich die Thematik kenne (darauf wollte sie hinaus) und in Trauma-Therapie bin.

Nochmal zurück zur Therapie.
Wir wollten schauen, warum überhaupt Tränchen drücken bei Berührungen.
Großes Rätselraten. Nix passte so recht.
Irgendwann heut nacht wurde es mir klar:
Wenn ich etwas mit meinem Körper mache (z.B. Gymnastik)konzentriere ich mich nach innen, brauche Anstrengung für Bewegungen/Ablauf/wie fühlt sich das an...
Sobald ein Mensch in der Nähe ist, richte ich meine Aufmerksamkeit nach außen, bin in Hab-acht-Stellung, mißtrauischer, angespannter (Kampf/Flucht!).
Beides geht nicht gleichzeitig: nach innen und nach außen gerichtet sein.
Das gibt eine Disharmonie, einen Druck (allen Anforderungen gerecht zu werden), das wiederum gibt Tränen-
Beziehungweise ist auch da ein Verbot,  in Anwesenheit eines anderen sich um sich selbst zu kümmern und nicht um den anderen.
Es war absolut falsch, wenn ich bei Familienfesten/Zusammenkünften immer stiller und zurück gezogener wurde (um mich innerlich wieder zu sortieren) ich wurd immer blöde angemacht! War ein willkommener Angriffspunkt, dass man jetzt über mich herziehen konnte.
Wenn ich die volle Aufmerksamkeit einer andere Person habe, z.B. während der Gymnastik, weil z.B. die Physiotherapeutin schaut ob ich alles richtig mache, geht auch nix. Nix! Bzw. ich kämpfe mit Tränen.

So und jetzt bräuchte ich ein Schneckenhaus im Schneckenhaus.
*verkrümel*
Eigentlich wollte ich den Tag wunderschön beginnen:
Wecker um 6h gestellt, wollte eine große Radlrunde drehn, in See hüpfen, lange schwimmen und irgendwann wieder heim.
Gemacht habe ich dies: 
Um 6 aufgestanden, obwohl ich saumüde war, weil erst gegen halb 1 eingeschalfen, trotzdem aufs Radl gequält (ich erinnere: jetzt reichts aber!!! --die eigenen Bedürfnissen wahrnehmen, hab ich doch gestern schon gemacht...) nach 100m gemerkt, dass im Westen dunkelgraue Gewitterwolken aufziehen.
Geflucht.
Vor Müdigkeit halb vom Radl gefallen.
Nicht in See gehüpft.
Heim gefahren.
Weiter geschlafen.
Hätt ich auch gleich haben können.

Und jetzt?
Scheiß Sonne und Hitze aushalten.
Nudeln kochen.
Riesen Portion Schokoeis mit Erdbeeren und Sahne futtern.
Telefon stumm schalten.
Couch besuchen.

Kommentare:

  1. Was mir grad so in Sinn kommt: auch Therapeuten möchten alles richtig machen und sind froh, wenn man ihnen dabei Hilfestellung gibt! Echt wahr! Je mehr du also sagst, was du willst und was nicht, desto mehr hilfst du nicht nur dir sondern auch dem Therapeuten:-)

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    1. Schon klar.
      Nur da helfen alle logischen Argumente nicht.
      Verbot ist Verbot...

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