Samstag, 30. Juni 2012

Hippiegedanken

 Ich hab in den letzten Wochen schon festgestellt, dass meine Rechtschreibung immer katastrophaler wird, bzw. ich oft nicht mehr weiß wie man Wörter schreibt!
Ich, die Einser-Schülerin in Deutsch. Deprimierend.
Dass es mit der vielen Computerarbeit bzw. dem Korrigierprogramm zu tun haben könnte, kam mir schon in den Sinn.
Hier hatte jemand ähnliche Gedanken:
(ich hab mein Korrigierprogramm nun abgeschalten und schreib nun wie mir der Schnabel gewachsen ist). Denken wir doch mal wieder selbst!
http://nischenleben.wordpress.com/2012/05/20/freistildeutsch/

Achja die liebe (Sklaven-)Arbeit:
http://www.geistundgegenwart.de/2012/05/rollen-wie-der-stein-rollt-warum.html

Und dann war da noch der Beuys. Joseph Beuys:

Laß dich fallen,
lerne Schlangen beobachten,
pflanze unmögliche Gärten.

Lade jemanden Gefährlichen zum Tee ein,
mache kleine Zeichen, die *Ja* sagen und
verteile sie überall in deinem Haus.

Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.
Freue dich auf Träume.

Weine bei Kinofilmen,
schaukle so hoch du kannst mit deiner Schaukel bei Mondlicht.

Pflege verschiedene Stimmungen,
verweigere *verantwortlich zu sein*,
tue es aus Liebe.

Glaube an Zauberei,
lache eine Menge,
bade im Mondlicht.

Träume wilde phantasievolle Träume,
zeichne auf die Wände.
Lies jeden Tag.

Stell dir vor, du wärst verzaubert,
kichere mit Kindern,
höre alten Leuten zu.

Spiele mit allem,
unterhalte das Kind in dir,
du bist unschuldig,
baue eine Burg aus Decken,
werde naß,
umarme Bäume,
schreibe Liebesbriefe.

Freitag, 29. Juni 2012

Die andere Seite

Nur zu gern glaubt man nur sich selbst und seiner Wahrheit.
Das es auch anders sein könnte? Wie oft fragt man sich das?
Aus irgendwelchen Gründen tue ich das derzeit immer öfter. Ich schaue nicht nur mich und meinen hübschen Bauchnabel an, sondern auch die anderen. Sind die wirklich so wie ich meine?

Mein Vater hatte immer Probleme mit den Nachbarn.
Egal welche. Alle waren ihm zu laut. Er machte "laut" zurück.
Half natürlich überhaupt nicht, außer, dass sich die Fronten verhärteten und er immer wieder umzog. (jetzt nicht mehr, jetzt wohnt er im eigenen Haus).

Ich musste feststellen, dass ich das Verhalten nachahmte. 
Die blöden, bösen Nachbarn! Sind immer laut! Ich fühlte mich persönlich angegriffen! Die machen das mit Absicht! Mein Herz jagte, meine Nerven immer dünner...
Ich wollte schon "laut-zurück" machen, (was die wahrscheinlich überhaupt nicht gejuckt hätte!).
 Das ging bis zu den Gedanken an Sachbeschädigung (ganz dem Vater halt...)

Rüber gehen und ansprechen? Niemaaals! 
Auf meinem Schirm gab es keine Alternativen. (außer in die Walchei ziehen, wo ich all die blöden, lauten Menschen endlich los wäre!)
z.B. dass denen vielleicht gar nicht bewußt ist, wie laut sie sind.
Oder dass die einfach leben, wie man halt lebt...

Man kann schon sagen, dass ich einen ziemlichen Hass gegen "diese Leute" entwickelte.
Letztens ging ich rüber. Freundlich gesinnt. Problem ansprechen. 
Der Lärm blieb, aber meine inneren Aggressionen schaukelten sich nicht so hoch.
Jetzt waren die auf einmal weg. "Diese Leute". Und die Blumen im Flur trockneten so vor sich hin.
"Na", dachte ich, "kannste jetzt auch nicht so ignorieren!" und goß die Pflänzlein.

Heute kam ich mit "diesen Leuten" ins Gespräch. Sie freuten sich sehr, dass die Pflanzen noch grünten. Sie hätten sich nicht recht getraut, mich zu bitten (ähm ja, kommt ja auch nicht von ungefähr *räusper*).
Wir redeten weiter. Jetzt weiß ich warum die Lärm machen.(und das hat sogar Sinn, weil es eine wichtige Baumaßnahme ist) Ja sie wissen sehr wohl, dass das Haus sowas von hellhörig ist, ja es tue ihnen leid, sie sagte schon ihrem Mann, dass bald Nachbarn klingeln, sich beschweren, wenn wir so weiter machen (und prompt kam ich!).
Wir plauderten weiter. Über das Haus, das Wetter, die Pflanzen, unsere Wohnungen, ihren Urlaub...

Es tat gut. 
Es war ein näher kommen. Ein verstehen, eine Nachvollziehbarkeit, lachen, erkennen: es sind auch nur ganz normale Menschen, die weder böse noch ignorant sind, sondern auch ein möglichst angenehmes Leben haben möchten...mit ihren Mitmenschen.

Unglaublich. Ich schaffe es nach über 5 Jahren Wohnzeit hier, noch mit meinen Nachbarn sowas wie Nachbarschaft aufzubauen :-)
Und es fühlt sich gar nicht bedrohlich an!

Ich hätte das auch gern meinem Vater gegönnt.
Er hat zwar jetzt seine Ruhe, dafür aber auch die Einsamkeit.

Der Körper und die Gefühle

Bedürfnisse/Gefühle ausdrücken ist ja so ein Ding.
Ein schwieriges...
War gestern in der Therapie Thema, warum z.B. weinen in der Krankengymnastik nicht geht.
Und irgendwie ist mir da die Psychotherapeutin nun zu wissenschaftlich. 
Zu sehr abgegrenzt. Zu kühl. Zu kopflastig. Leider auch zu wenig verständnisvoll. Was mich wiederum triggert.
Ja ich könnt (müßte) ihr das sagen.
Sagen geht nicht.
Dann schreiben.
Schreiben geht auch nicht, weil mein innerer Familienclan schon wieder da hockt und mosert:" Jetzt ist aber auch mal gut!"
Muss doch in der Krankengymnastik schon mindestens 3 mal sagen, was geht und was nicht.
Und eigentlich wären da noch viel mehr, z.B. dass sie bei den Übungen langsamer machen soll, oder meine Sachen nicht anfassen (Handtuch, Shirt...wobei das heut glaub ich ein Mißverständnis war, sie dachte das Tuch sei aus der Praxis).
Und reden wär einerseits gut, weil es mich ein wenig ablenkt, während sie meine Muskeln lockert, andererseits ist da mein Kontroletti am Werk (was ich sage, was nicht) und ich verspanne wieder, dann komm ich mit meiner Atmung durcheinander....Chaos.
Also halt ich irgendwann meine Schnauze.
Die Physiotherapeutin ist aber so der Hammer...die merkt das! Die hat einen (!) Finger auf einem Knotenpunkt, steht hinter mir und merkt, dass mir heiß wird. ?!?!
Oder das es jetzt nicht mehr geht.
Frage: warum melde ich mich nicht? 
Äh..also..*hust*...wissen Sie, ich hab doch vorher schon gesagt, dass die Liege höher müßte, Trampolin springen nicht geht, weil der Raum offen ist, wir das Thema wechseln müssten...und JETZT REICHTS ABER!
deswegen sagte ich nix, ich hab innerlich nur Augen rollen, weil ich mich schon wieder so anstelle.
HimmelArschundZwirn!
Sie fragte noch kurz seit wann ich das hätte, ob es da ein schlimmes Ereignis gab...EINES??? Ich wär froh, wenn es nur eines wäre...
Ich klärte sie kurz auf, dass ich die Thematik kenne (darauf wollte sie hinaus) und in Trauma-Therapie bin.

Nochmal zurück zur Therapie.
Wir wollten schauen, warum überhaupt Tränchen drücken bei Berührungen.
Großes Rätselraten. Nix passte so recht.
Irgendwann heut nacht wurde es mir klar:
Wenn ich etwas mit meinem Körper mache (z.B. Gymnastik)konzentriere ich mich nach innen, brauche Anstrengung für Bewegungen/Ablauf/wie fühlt sich das an...
Sobald ein Mensch in der Nähe ist, richte ich meine Aufmerksamkeit nach außen, bin in Hab-acht-Stellung, mißtrauischer, angespannter (Kampf/Flucht!).
Beides geht nicht gleichzeitig: nach innen und nach außen gerichtet sein.
Das gibt eine Disharmonie, einen Druck (allen Anforderungen gerecht zu werden), das wiederum gibt Tränen-
Beziehungweise ist auch da ein Verbot,  in Anwesenheit eines anderen sich um sich selbst zu kümmern und nicht um den anderen.
Es war absolut falsch, wenn ich bei Familienfesten/Zusammenkünften immer stiller und zurück gezogener wurde (um mich innerlich wieder zu sortieren) ich wurd immer blöde angemacht! War ein willkommener Angriffspunkt, dass man jetzt über mich herziehen konnte.
Wenn ich die volle Aufmerksamkeit einer andere Person habe, z.B. während der Gymnastik, weil z.B. die Physiotherapeutin schaut ob ich alles richtig mache, geht auch nix. Nix! Bzw. ich kämpfe mit Tränen.

So und jetzt bräuchte ich ein Schneckenhaus im Schneckenhaus.
*verkrümel*
Eigentlich wollte ich den Tag wunderschön beginnen:
Wecker um 6h gestellt, wollte eine große Radlrunde drehn, in See hüpfen, lange schwimmen und irgendwann wieder heim.
Gemacht habe ich dies: 
Um 6 aufgestanden, obwohl ich saumüde war, weil erst gegen halb 1 eingeschalfen, trotzdem aufs Radl gequält (ich erinnere: jetzt reichts aber!!! --die eigenen Bedürfnissen wahrnehmen, hab ich doch gestern schon gemacht...) nach 100m gemerkt, dass im Westen dunkelgraue Gewitterwolken aufziehen.
Geflucht.
Vor Müdigkeit halb vom Radl gefallen.
Nicht in See gehüpft.
Heim gefahren.
Weiter geschlafen.
Hätt ich auch gleich haben können.

Und jetzt?
Scheiß Sonne und Hitze aushalten.
Nudeln kochen.
Riesen Portion Schokoeis mit Erdbeeren und Sahne futtern.
Telefon stumm schalten.
Couch besuchen.

Donnerstag, 28. Juni 2012

Hündisch müsst man können...

Gestern war die Miss Hundedame das erste Mal in meinen heiligen Hallen.
Uhh war das aufregend. Für sie. Na gut, für mich schon auch.
Jetzt weiß ich wenigstens, wie eine hundesichere Wohnung aussieht.
Ohne Porzellanfiguren auf den Lautsprechern...
So ganz wußte sie nicht was das jetzt soll. Verständlich.
Aber der alter Pizzakarton, mann der roch ja unwiderstehlich.
Zum Glück zerpflückte sie den nicht :)
Länger wie 3 Minuten blieb sie auch nicht auf ihrem Kissen liegen.
Naja darf man auch nicht gleich erwarten.
Irgendwann stupste sie mich nur noch an und ließ mich gar nicht mehr in Ruhe. Also gingen wir wieder in ihr Zuhause.

Heute wollte ich nur eine kleine Runde drehen lassen, wegen der Hitze, dann ab in den Hundeweiher springen lassen und wieder nach Hause. Zu ihr.
Da waren wir auch. Und was macht Madame?
Rennt wieder zur Haustüre!
Normalerweise ist das so: Wir gehn in die Bude, sie bekommt ein Leckerchen, dann bin ich abgeschrieben, sie läuft zum Wasser, trinkt und trabt zu ihrem Platz. Läßt sich seufzend hinplumsen und wartet aufs Frauchen.
Ich geh zu mir nach Hause/einkaufen/Eis essen/schwimmen.
Heute also: Leckerchen abgestaubt *klaaar*! Zur Haustür getrabt und mich sehr erwartungsvoll angeschaut, als wären wir nicht schon draußen gewesen.
Oder war da zwischen ihren Ohren nicht doch ein Gedanke zu lesen "wir waren heut noch nicht bei dir bzw. beim lecker duftenden Pizzakarton!?!?"

Pfffffff keine Ahnung, kann ja kein hündisch.
Oder was stand da gestern aufm Zettel...nicht ableinen, die spinnt zur Zeit?
Scheint mir auch so.........

Mittwoch, 27. Juni 2012

Kurznotiz

- Tztztztzzz...da bin ich endlich entspannt, wenn der Hund ohne Leine ist, weil es einfach immer besser funktioniert...pappt ein Zettel an der Leine: Hund derzeit bitte nicht von der Leine lassen....
vielleicht ist die jetzt ja in den Wechseljahren (gibts das bei Hunden???) oder sie probt den Aufstand, auf alle Fälle scheint sie immer weniger Bock auf Kommandos zu haben. Glaub ich ihr, 12 Jahre "komm her, laß dass, aus, bei Fuß, nein" reicht aber auch :-)

- mich verfolgt ein bestimmter Vorname! Seit Jahren!
Was soll mir das sagen?????? 
Sehr kurios...

- dafür hat sich ein Mann gemeldet, nach ..äh...langer Zeit mal wieder...und mit dem (Achtung!) kann ich kuscheln und einfach so Arm in Arm liegen und auch mal knutschen...ohne dass es mich stresst.
Also hat es mich damals nicht und ich glaub heut ist das auch noch so...auf alle Fälle würd ich es gern...sehr gern...ausprobieren :-)
Was ich hoffentlich auch bald kann, außer er verschwindet wieder für Jahre im Untergrund.


Mütter und so...

Meine Mutter ist ein ganz anderes Kaliber, als mein Vater.
Schlimmer, viel schlimmer.
Sie, die ach so fürsorgliche, hilfsbereite, aufopferungsvolle Frau die sich im sozialen Beruf fast aufreibt, aber ihre eigenen Kinder völlig übersieht.

Es wird morgen in der Therapie noch mal kurz Thema sein (mehr werd ich noch nicht verkraften), aber ihr habe ich es zu verdanken, dass ich so eine Panik vor Berührungen, vor körperlicher Nähe habe.
Weil ihre Kontakte immer sexueller Natur waren.
Frauen als Täterinnen? Unvorstellbar! 
Nein, man möge dazu nur mal eine Suchmaschine fragen.

Dass ich meiner Mutter sonstwo vorbei gehe, hab ich oft genug erfahren (und immer noch nicht glauben wollen).
Letztes Beispiel:
Vor über einem Jahr bekam sie meinen alten Monitor (über meinen Vater), da drauf waren noch zwei Figuren geklebt. Ich schrieb eine kleine fantasierte Geschichte  und klebte das Brieflein dazu.
Was kam? Nix. Kein Danke. Kein "ach wie lieb". Totenstille.

Meine Mutter bekam all meine selbst gebastelten Sachen. Über Stunden, oft mit viel Tränen hergestellt.
Und ich von ihr? Hmmm, da war mal was...achja eine Strumpfhose...noch was? Ja Slipeinlagen, weil sie die nicht mehr brauchte...tja viel mehr war da nicht...

Dass die Stiefmutter die Böse ist und die Schwiegermutter, klar...aber die eigene Mutter...also meine Mutter...das will die kleine Regenfrau nicht glauben...auch verständlich.

Aber heute freu ich mich einfach auf das Bild, das ich gestalten möchte und natürlich auf die Fellnase! Das gefällt der kleinen Regenfrau gut, sehr gut :-)

Wer mich wirklich mag, mein wahrer Freund sein möchte und wirkliches Interesse an mir hat, mich auf seine Weise liebt und nicht verlieren mag, sucht Wege, für mich da zu sein, mich zu erreichen, auch um Konflikte zeitnah zu klären, um mir nicht unnötig lange weh zu tun und um mit mir in Kontakt zu sein und Zeit zu verbringen. -wer es nur vorgibt, sucht Gründe, um all das nicht tun und sein zu müssen.

Wahre Freunde würden Kontaktabbruch auch niemals billigend in Kauf nehmen, um sich weiter so rücksichtslos gebärden zu können, gegenüber den Menschen und neuen liebsten Freunden, weil sie sich in Frage stellen und weiterentwickeln wollen- und die dadurch entstandenen Konflikte nicht trennen, sondern verbinden würden.

Hier gefunden:


Dienstag, 26. Juni 2012

1.Termin Krankengymnastik

Mein Lieblingscomic:

     
von hier:
http://blog.geekgirls.de/mela/uploads/toon0721.jpg

Im Wartezimmer ging eine junge Frau, im T-Shirt der Praxis, an mir vorbei. Ich betete sehr, dass ich nicht zu der komme. 
So unerfahren, so unsicher, so der Typ "Mäuschen".
Ich brauch das nicht. Da gibt's genug andere Versuchsobjekte.

Ich hab eine gute Therapeutin erwischt:
Schon etwas älter, ein Teil ist mütterlich aber nicht zu sehr, der andere Teil etwas kerniger.
Sehr sympathisches Gesicht, lacht viel, weiß aber auch was Ernst ist.
Strahlt etwas beruhigendes aus.
Genau das, was ich will und brauche.

Sie durfte mich sogar anfassen.
Leichte Massage im Schulterbereich. 
Gemerkt: Leichtes anfassen und der Bereich Oberarme geht gar nicht.
Kräftiges kneten schon.

Irgendwann wurde es nebenan laut und unruhig.
Ich verspannte sehr.
Stoppte.
Sie fragte, ob wir das Zimmer wechseln sollten, wo es ruhiger wäre.
Ich, völlig überfordert.
Sie blieb ruhig und "bestimmte" einfach für mich, nahm es in die Hand, entschied.
Was mir sehr gut tat.
Wenn es nicht gepasst hätte, hätte ich das schon gesagt.
Also wechselten wir das Zimmer (nur 3 Hüpfer weiter).

Trotzdem.
Es ist anstrengend.
Aber es tut auch gut.
Ein Meer von Tränen sitzt in meinen Schultern.
Schultern hochgezogen, um sich klein zu machen, unsichtbar, als Schutz.
Die Angst sitzt im Nacken.
Zuviel auf meinen Schultern getragen.
Gebeugt gehen.
Der Rücken ist angreifbarer. Hinten hat man keine Augen.
Kein Rückgrat haben.
Loslassen. Sich hängen lassen. Lockerlassen.
...

Montag, 25. Juni 2012

Vater und so

Es ist ja nicht so, dass ich meinen Vater nicht vermisse. 
Das tue ich. 
Hin und wieder. 
Mein Vater war der liebevollste, humorvollste und feinfühligste Mensch in meiner Kindheit. 
Mein einzigster Halt. 
Wenn auch ein sehr brüchiger, weil auch er krank war und ich als Kind natürlich spürte, dass er nicht so stark und verlässlich ist, wie er vorgab und wie ich das gebraucht hätte. 

Ich glaube die Trennung meiner Eltern hat nicht nur mir sehr geschadet. Sondern auch ihm. Danach fühlte ich mich noch mehr für ihn verantwortlich. Zu sehr. Zu viel für ein Kind, für eine Jugendliche die eigentlich auf ihr eigenes Leben schauen sollte, ihre eigenen Werte entwickeln, ihre eigene Weltvorstellung und Sicht der Dinge.
Das war aber für meinen Vater bedrohlich. So wie es auch für meine Mutter und meine Schwester bedrohlich war, zu sehen, dass ich die Wahrheit sah und ansprach, meinen Kopf durchsetzte, meine Gefühle fühlte...usw.
Und so wurde mein Vater ein Mitläufer und verhielt sich mir gegenüber so, wie Mutter und Schwester es taten:
Immer wenn ich etwas anderes tat, dachte, fühlte, wollte wurde das kritisiert, lächerlich gemacht, ausgelacht, verhöhnt.
Eine eigenständige Persönlichkeit werden? Undenkbar!


 "Dieses Gefühl, nicht Herr bzw. Frau im eigenen Haus zu sein, mit sich Dinge geschehen zu lassen, Eigenverantwortung abzugeben, anderen absolute Macht über sich zu geben, ist typisch für Menschen, die als Kind kein eigenes Selbst aufbauen durften und schon früh massiv in ihrer Würde verletzt wurden. (Studien über Prostituierte - vgl. Zumbeck, 2001 - zeigen, dass diese sehr oft als Kind misshandelt und/oder sexuell missbraucht wurden. Ähnliche Ergebnisse würde man sicherlich auch bei PornodarstellerInnen vorfinden.)"
Hier gefunden:
http://www.kriegsursachen.blogspot.de/2011/04/vom-porno-star-uber-milgram-zu-hitler.html

Erst wenn ich fest im eigenen Sattel sitze, wirklich Frau im eigenen Haus wurde und mich für mich einsetzen kann, ohne innerlich vor Schuldgefühlen zu zerbrechen, 
wenn ich die Kraft habe, meine Grenzen klar zu zeigen und immer wieder zu verteidigen, wenn ich mir meiner selbst sicherer, innerlich stärker bin und mir selbst genug Wert zuspreche,
dann kann ich mit meinem Vater wieder Kontakt aufnehmen.
Daher hoffe ich, dass er noch lange lebt.

Sonntag, 24. Juni 2012

Gedanken einer Müßiggängerin

- ein Sonntag im Sommer: Auch ich geh gern an/in den See. Aber um 6 oder 7h in der Früh. Da hab ich nämlich meine Rüh. Und wenn alle bepackt mit Grill, Kind und Boot antanzen, mach ich mich wieder vom Acker. Wird ja dann schon arg heiß und so.
Einziger Unterschied zu früher: Ich verurteile mich nicht mehr wegen meiner sozialphobischen bzw. misanthropischen Anwandlungen! Es gibt halt Momente da bin ich gern allein. SO!

- wollte morgen eigentlich mal so einen richtigen Sporttag machen:
Früh radeln, zum See, da ne Runde oder zwei schwimmen, etwas sonnen, heimradeln, essen, Pause, weiter radeln zum Hallenbad, da richtig schwimmen, heimradeln. Wettervorhersage für morgen: Regen, 14 Grad.
Toll! Was mach ich jetzt morgen? Ideen, Vorschläge?

- was ich am Dienstag mach, weiß ich. Leider. 1.Termin Krankengymnastik. Scheeeeiiiße. Zur Erinnerung: Ich bin heulend, panisch, zitternd aus dem Pflegezimmer der Tagesklinik gerannt, weil die mir Blutdruck und Temperatur messen wollte. Das heißt: Klinisches/medizinisches Setting mit Körperkontakt! Geht halt irgendwie kaum. Ich hoffe, dass wir irgendwas in der Physiotherapie finden was ich machen kann und was mir hilft. Die Schulter bzw. Arm tun weiterhin sauweh.
Ich werd alt....

- 100 Tage rauchfrei. Hipphipphurraaaaaaa!!!!!
Da gönn ich mir heut mal den Lieferservice. Sowas gibts ja schon seit Jahren nicht mehr bei mir, weil einfach zu teuer. Aber heute wird gefeiert! Mit Knoblauchpizza, Mozzarellasticks mit Chilisauce und einen Salat (den hab ich noch da).
*Sabber*

Samstag, 23. Juni 2012

Die neue alte Welt

Also wenn ich mir so die ganzen Schuldendramen und Krisen in unserer Welt anschaue, kann es ja bis zum großen Knall nicht mehr lange dauern. 

Vielleicht ist an dem Datum 21.12.2012 ja doch was dran. Und vielleicht ist das auch nicht das schlechteste: 

Es gibt dann nur noch Obst und Gemüse der Jahreszeit entsprechend, nicht 20 verschiedene Brot-oder Duschgelsorten sondern nur 2 oder 3, ganz selten fährt mal ein Auto über die Straße, so dass man da drauf wieder spazieren gehen kann und seine Kinder gefahrlos loslaufen lässt, man trägt die Kleidung wieder wegen deren Funktion und nicht wie ein Pfau, außerdem wird sie solange genutzt bis sie fast auseinander fällt, (und man braucht nicht für jeden Tüt ein eigenes Teil),  der ganze technische Kram wird erst ausgewechselt, wenn es kaputt ist und nicht weil ein noch besseres (!!) Modell auf dem Markt ist, man bildet wieder eher Gemeinschaften, man trifft sich mit Nachbarn auf einen Ratsch, weil Fernseher und Pc nicht mehr funktionieren (oder man diese eben teilen muss) und keiner mehr einsam davor hocken muss, man tauscht Waren aus und hilft sich wieder mehr, es wird ruhiger und leiser um uns herum. Zum schlafen legt man sich, wenn es dunkel wird. Man muss pünktlich zu einem Treffen kommen, weil es keine Handy's mehr gibt, bzw. keine Funktürme. Wer barfuß geht, wird nicht mehr komisch beäugt, wir nutzen unsere Kraft und die Ressourcen der Erde wieder sinnvoll, man muss wieder mehr planen und vorsorgen und nicht noch um 20h noch schnell die Milch oder einen Grill oder ein Auto kaufen .....u.v.m

Ja, ich romantisiere gerne :-) 

Freitag, 22. Juni 2012

Morgens

um 4:45 Uhr:
Ich wanke nach nicht mal 3 Stunden Schlaf durch die Wohnung. 
Endlich etwas kühle Luft, endlich ein wenig Stille.
Ich sitze vor der geöffneten Balkontür im Schneidersitz,
umklammere die Tasse Kaffee mit beiden Händen und gucke einfach in den immer heller werdenden Himmel.
Lasse die Gedanken vorbei ziehen, überlege kurz was ich heute machen will und muss.

Gegenüber betritt ein Mann und eine Frau die Bühne das flache Hausdach.
Beide noch recht jung, etwa Mitte 20.
Beide sehr elegant angezogen. In schwarz.
Man sieht sofort, dass sie die Nacht durch gemacht haben.
Sie weint.
Er geht in Gedanken versunken umher. Entfernt sich. Geht ganz weg.
Kurz darauf sitzt sie auf dem Mauervorsprung und schaut Richtung Sonnenaufgang.
Er kommt zurück, mit einer Falsche.
Umarmt sie. Sie wischt sich die Tränen weg.
Beide gehen umher.
Sie reden.
Werden lauter.
Gestikulieren wild.
Gehen auseinander. Wieder zusammen.
Sitzen nebeneinander. Rauchen.
Schweigen.

Sind sie ein Paar?
Oder Geschwister?
Oder haben sie sich heute Nacht erst kennengelernt?
Ist jemand gestorben?
Waren sie auf einer Beerdigung?
Oder waren sie einfach schick essen und tanzen?
Und erfuhren dabei eine schlimme Nachricht?
Oder bauten einen Unfall?

Wer weiß das schon...
Das Leben geht weiter...immer weiter.

Donnerstag, 21. Juni 2012

Ich, dünnhäutig...

In der Therapie war natürlich das "feine-Liese-Syndrom" Thema.
Ich glaube, dass dies sowieso mein Knick-Knack-Punkt ist.
Wenn man ständig seine inneren Warnlampen, Grenzen, Unwohlgefühle ignoriert, wird man irgendwann so richtig angepampt. 
Vom Körper. Vom eigenen!
Nicht von den anderen Menschen. Die haben ja durchaus Vorteile, wenn man deren Wünsche erfüllt und nicht die eigenen.
"Kümmern Sie sich um sich selbst, es wird kein anderer tun!"
JA!

"Gruselgeschichte No.2"
Ich werd nicht nur von meinem eigenen Festnetzanschluß angerufen,
ich bekomm auch noch Post mit meiner Handschrift drauf und drin.
*hihihi*
Ich hab zu Anfang des Jahres einige Briefe an mich selbst geschrieben (keine Sorge mir gehts gut und bin nicht völlig plemplem!) die schickte ich einer Freundin und die schmeißt die nun nach Lust und Laune in den Briefkasten ;)

Nochmal Hund:
Neben den Frauchen gibt es noch 2 Hundesitter:
Miss S. und ich. Frauchen und Miss S. nehmen NIE eine Leine mit, lassen den Hund immer frei laufen.
Ich nicht. Aber als ich das hörte, sprang sofort meine alte Maschienerie an:
Ich mach wieder was falsch...ich müsste doch auch... ich wieder *nerv*..ect.
Also hab ich mir das mal genauer angesehn, wie ich das weiter handhaben will.

Und ich werde es so weiter machen wie bisher:
Am Wasser und auf der Wiese/hinter den Feldern kann er frei laufen.
Im Park, in Straßennähe oder wenn ich merke, der hört heut nicht so dolle: an die Leine.
Damit geht es mir gut, ich fühle mich sicher und das überträgt sich ja auch auf den Hund.

Fakt ist auch:
- Im Dorf ist Leinenpflicht (die anderen 2 Mädls sind da sehr locker, denen macht das nix aus, wenn die mal angeraunzt werden, die sind auch allgemein eher schusselig...).
- In der Zeit, wenn ich den Hund habe, habe ich auch die Verantwortung. Was ist wenn der ins Auto rennt, doch ein Kind umschmeißt, einer Katze nachjagt usw.
- es ist ein großer Hund und selbst ich als Hundefan stutze immer erst und fühle mich nicht sonderlich wohl, wenn so ein Großer ohne Leine daher kommt. Ist Streß, muss ja nicht sein.

So und jetzt: Couch!
Dieses Saunaklima schlaucht mich.
Und in der Sauna steht ja auch kein Radl :)

Und wo ist eigentlich der Schmedderling hingeflogen???
Huhuuuu, meld Dich doch mal, bitte! :)

Mittwoch, 20. Juni 2012

Sonnenscheintage

Es gibt diese Tage, da fühlt man sich von der Welt verlassen....
Und dann gibt es da noch diese Tage, in denen alles rosa erscheint.
So ein Tag ist heute.
Ich bin ganz gerührt, dass ich mehrere Anrufe bekam von den Leuten aus der Montagsruppe. 
Haben gefragt, ob es mir schon wieder besser geht.
Haben gesagt, dass sie lieber gestorben wären, als jemand zu bitten sie heimzufahren.
Haben sich gefreut, dass ich nicht gestorben bin, sondern für mich gesorgt habe. :)
Und dann die liebe Frau bei der Tafel. Mit der hab ich immer so einen Spaß!
Und dann eine ganz liebe Post von einer Freundin!
Und dann noch einen spontanen "Ratsch" mit einer Bekannten auf dem Parkplatz.
Und dann noch Hund.
Die war heut ulkig. Die hat heut feine Liese gespielt. Zierte sich ins Wasser zu gehn. Aber wehe wir gehen nicht ans Wasser! Dann schießt die mit beleidigten Blicken um sich.
Aber wenn sie mal drin ist, bekommste die auch kaum wieder raus.
Gelernt: nassen Hund kraulen, gibt viele klebrige Hundehaare an der Hand. Schmeißt die immer noch ihr Winterfell runter? Wahnsinn.

*hachmach*

Heute bin ich glücklich.
Was hat Euch heut glücklich gemacht?

Dienstag, 19. Juni 2012

Feine-Liese-Syndrom

 Das "feine-Liese-Syndrom" erfand mein innerer Kritiker.
Er findet es völlig daneben, übertrieben, krankhaft und überhaupt unmöglich, wenn ich für mich sorge. 
z.B. 
- wenn ich bei einer Wanderung den Mitwanderer um eine Pause bitte.
- wenn ich statt wie geplant eine große Runde zu radeln, nach 2km wieder umdrehe, weil mir nicht wohl ist.
- wenn ich mir eine Decke hole, weil mir kalt ist.
- wenn ich sage, dass mir etwas nicht paßt.
- dass ich bei dem schönen Wetter vorm PC hocke, weil ich von einer schlaflosen Nacht total übermüdet bin oder einfach nicht raus mag
- wenn ich mich hinsetze  während ich auf die Bahn warte...

Dieser Mailausschnitt einer Bekannten ließ mich schon oft weinen, ich lese die gesamte Mail sehr oft, weil es mich immer wieder berührt, weil es genau das gleiche Dilemma wie bei mir ist, weil die Wahrheit zwar weh tut, aber auch heilsam ist...

Ich habe wie gesagt nur eines NIE gemacht: auf meine wahren und wirklichen Bedürfnisse
geachtet. Meine Gefühle respektiert.
  "Bedürfnisse beachten", Gefühle respektieren war für Zimperliesen und Heulsusen und
komplizierte Pedanten, denen es wichtig war, ob ein Fenster eventuell angeschrägt ist und denen ihr
empfindlicher Nacken Zug bekommt. Da verdrehte mein innerer Geschwisterchor nur genervt die
Augen.

Und als gar nix mehr ging, der Körper völlig kollabierte und das Nervensystem auf Dauerbeschuß
war dachte ich immer noch: du bist ja völlig verkorkst, jetzt geht ja rein gar nichts mehr (empör)!
Und immer noch das Verurteilungs-Waffenarsenal gegen mich selbst im Anschlag.

O.k. also habt ihrs alle verstanden: Ich bin taff, ich bin keine feine Liese, keine Langweilerin und
ich bin vor allem im Bett eines jeden Mannes der heißeste Traum. Egal wie sehr mich Ekel
überkommt oder Abwehr: ich geh da durch und bin dann "vollwertig"!

Gestern hatte ich wieder einen feine-Liese-Syndrom-Anfall.
Ich ignorierte den inneren Kritiker und ließ mich von einer Bekannten heimfahren, weil mich 
a) die Montagsgruppe total nervte,
b) der uns zugewiesene Raum unmöglich war, ständig latschten wildfremde Leute durch (super für den Selbsthilfegruppe!)
und c) mich endgültig mein Blutdruck verließ und mein Kreislauf mal wieder im Keller hockte.
Ich hielt nicht durch.
Ich richtete nicht das gesamte Waffenarsenal gegen mich.
Ich überlegte mir keine Durchhaltestrategien.
Sondern bat eine Frau mit mir kurz rauszugehen.
Draußen fragte ich sie, ob sie mich heim fahren könne.
Konnte sie.
Tat sie auch.
Und ich war einfach nur froh!

Montag, 18. Juni 2012

3 an einem Tag!

Ach scheiß auf die Auszeit.
So wie es aussieht funktioniert zumindest das Netz wieder.
Das Telefon schweigt sich daweil aus. Macht Sommerpause.

Dafür las ich etwas, was ich Euch gerne zeigen möchte.
Ein Ausschnitt aus der Tagesmeditation vom 27.Juni aus dem Buch: 
 Kraft zum Loslassen

"Nach und nach üben wir ein neues Musikstück ein, Note für Note. Wir arbeiten an unserer Selbstliebe. Wir arbeiten an unserer Überzeugung das Beste verdient zu haben. Wir arbeiten an unseren Finanzen, an unserer Entspannung, manchmal an unserem Aussehen oder an unserer Wohnung.
Wir arbeiten an unseren Gefühlen, an Überzeugungen, an Verhaltensweisen. Wir trennen uns von Altem, nehmen Neues an. Wir arbeiten, arbeiten und arbeiten. Wir üben. Wir beißen uns durch. Wir schwanken von einem Extrem ins andere und dann arbeiten wir uns noch einmal durch den ganzen Kreislauf. Wir machen kleine Fortschritte, gehen einen Schritt zurück und dann wieder einen nach vorn."
Das lern ich jetzt auswendig und sag die Sätzlein immer auf, wenn mich jemand mit Glubschaugen fragt:" Uuuuuund was machst du so (den ganzen Tag?)"
Etwas mehr auswendig lernen muss ich die Antwort für den Satz: " Boah du als Renterin hast es gut!" Wie die lautet erspar ich Euch und mir...
Nein Moment...je nach dem wer vor mir steht kann ich auch die Antwort abkürzen und sagen:" Gut? Nein! Saugut!" Muss ja auch ein paar Klischees bedienen, oda? ;-)

Außerdem weiß ich jetzt endlich was ich in den zukünftigen Bewerbungsschreiben (so es sie denn geben sollte) schreibe...was ich denn  so dieses Jahr gemacht habe. Das wird witzig... ^^

Die Geister die ich rief?!

Gruselig:

Du wohnst alleine.
Sprich, wenn du unterwegs bist, ist keiner in deiner Wohnung.
Du liegst am See.
Dein Handy klindelt.
Auf dem Display steht deine eigene Festnetznummer!

Ich hab die Rufumleitung nicht eingerichtet.
Ich sag ja...Technik.

Grüße aus dem Off.

Auszeit

Meine Technik spielt verrückt.
Das heißt: erstmal Internet-Auszeit.
Vielleicht auch nicht schlecht...
Mal sehn :-)

Gute Zeit Euch allen!
Ich komme wieder,
keine Frage :-)

Sonntag, 17. Juni 2012

Eine Wanderung, ein Feuer und...

Das tolle an der Selbstakzeptanz bzw. später Selbstliebe ist ja, dass man sich die Erlaubnis gibt, sich selbst seine Wünsche zu erfüllen!
Und auf meiner Liste für dieses Jahr stand: Sonnwendfeuer auf einem Berg miterleben! An der Isar kann das ja schließlich jeder...
http://de.wikipedia.org/wiki/Johannistag

Diese Feuer hab ich mir schon öfter angeschaut, aber es ist schon lange her.
Also Berg ausgesucht, bestfriend gefragt und los gings. Und den Deppen der bei der Routenbeschreibung was von 1,5 Std. schrieb den will ich am liebsten mit einem 30kg Rucksack da hochjagen!!!
Wir waren 3 Stunden unterwegs. Gut mit Umweg. Ohne wären es 2,5h gewesen. Und mit Berg meine ich Berg:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kampenwand
Bei der letzten halben Stunde ist mir der Buchtitel "Ich hab die Unschuld kotzen sehn" eingefallen. Ich bin zwar nicht die Unschuld, aber kotzen hätt ich können. Vor Anstrengung. 3 Std. pur steil bergauf.
Gut wir hätten auch mit der Gondel hochfahren können, aber das kann ja schließlich auch jeder...(ich sag jetzt nicht, dass mir allein beim Anblick noch schlechter wurde).

Aber man wird auch belohnt. Mit den hauseigenen Endorphinen *geschafft*
und mit solchen Ausblicken:

Die Pfütze da unten, ist das bayrische Meer, der Chiemsee:
 Jaaaaaa ganz oben waren wir! Das Gipfelkreuz!


 Is klar...


Trockengesteck:

Und dasselbe angezündet. Wobei es da schon sehr dunkel eigentlich war. Kamera hat allein aufgehellt ...

Dann gemütlich Picknick gemacht, die ätzende Blas-Schunkelmusik ignoriert, irgendwann den Scheiß doch mitgesungen (glernt is hoid glernt), später Sterne betrachtet und dann doch langsam aber sicher...den Abstieg in Angriff genommen.

Schon mal nachts gewandert? Ulkig. Spannend. Toll. Ganz eigen...
Den Weg den wir kamen wollt ich auf gar keinen Fall wieder zurück. Den 30cm breiten von Felsen durchzogenen Trampelpfad...never!
Fremder Weg in der Dunkelheit? Klaaaaar. Wir hatten schon Leuchten dabei, aber es fehlt doch viel an Sicht.
Jeder latschte dem anderen nach in der Hoffnung, dass die auch alle wieder zum Parkplatz wollen *hihihi*, irgendwann endete der Weg und irgendwann waren keine weiteren Mitwanderer mehr zu sehen. Stille...Obwohl da gut 300 Leutz oben waren. Und irgendwie ging es doch immer weiter.

Man verliert die Orientierung, das Zeitgefühl und irgendwie alles. Man geht und geht...in der Hoffnung....jaaaa wir kamen am Parkplatz an, zwar erstmal 2km daneben, aber was solls.
Achso ja und mittendrin fing es auch noch zu schütten an. Irre. Da war doch keine Wolke am Himmel! Aber es tat gut, immerhin hatten wir beim Aufstieg an die 28 Grad :-)

Es ist jetzt 2:45 Uhr. Lohnt sich ja gar nicht schlafen zu gehn...wird ja bald wieder hell...könnt ja gleich an See...vorher noch nen Kaffee...gähn...ne ich glaub ich schau doch mal beim Bett vorbei...aber nur kurz...

Freitag, 15. Juni 2012

Ausnahmen gibt es natürlich

Ich kann nämlich sehr wohl blöd sein!
z.B. Heute! Da latsch ich zu meiner Hausärztin die ich gar nicht mag und mir schon seit Monaten eine neue suchen wollte, bzw. kann ich auch zu ihrer Kollegin in derselben Praxis!
Es war...wie immer.
Die Frau hat von psychischen Problemen so viel Ahnung wie der Elefant vom Porzellan! Da fallen so Aussagen wie: "Ja aber nicht alle Männer sind schlimm! "(nein, aber mir geht es bei einer ÄrztIN eben besser, warum soll ich mich da zu nem Typ quälen?)
Und dann ihr Ton als würd sie mit einer 3-jährigen reden, "och gottchen" als ich verkündete, dass Frauenarzt schlimmer als Zahnarzt ist.

Soviel dazu.
Zum eigentlichen Thema
a) Zyklusstörung: alle Möglichkeiten aufgezählt, da passte nix, außer: psychischer Streß! Na sowas. Muss mal googln was das sein soll. *haha*.
Is ja zur Zeit auch nicht einfach. Es schlummern so viele Themen im Hintergrund...

b) fast gefühlloser, kalter Arm: Diganose: extrem verspannt. Och, auch vöööllig neu *flööt*, verspannt! das bin ich seit 32 Jahren! Himmelarschundzwirn.
"Wollen Sie Krankengymnastik?" Allein das Wort löst Panik aus, irgendwie dachte ich aber: Könnt ja doch mal helfen...

Ich schwamm eh schon in einem Tränenmeer, das Gespräch war blöd, die Wartezeit davor war auch ewig, die Nacht zu kurz und dann die Vorstellung da hin zu müssen. Zum Glück konnte ich den inneren Aufruhr stoppen, in dem ich mir den Druck rausnahm: Selbst wenn ich ein Rezept mitnehme, heißt das nicht, dass ich da hin muss.
Es ist extrem, wie schnell ich mir diesen Druck mache. Nehme ich immer öfter wahr.

So und jetzt versuch ich das ganze ein wenig ironisch zu sehen, weil ich so aggressiv bin, dass der Suchtdruck steigt.
Und mich ablenken und von mir aus vollfuttern, (ich hab seit dem Rauchstopp KEIN Gramm zugenommen) und andere Leute anmachen, wenn die mir blöd kommen und...*lufthol* den ganzen Scheiß vergessen und mir einen schönen Nachmittag machen und einmal die Aggression nicht gegen mich richten!

Donnerstag, 14. Juni 2012

Ich bin doch nicht blöd!

So. Meine Torschlußpanik hat sich etwas gelegt. Manchmal überfällt sie mich eben, diese Angst, dass mir mein Leben davon läuft und ich es nicht richtig genutzt habe. Das ist eine schlimme Angst. Und diese Zeiten echt grausam.

Hilfreich waren: Heutiger Therapietermin, obwohl es da um Beziehungen ging. Aber ich kam mir selbst etwas auf die Spur, warum so viele Kontakte einschlafen. Ich habe das Gefühl, dass es mehr Beziehungsabbrüche sind, als normalerweise ist. Jedenfalls werde ich da etwas verändern und sehen, wie das beim Gegenüber ankommt.

Außerdem toll: Mein Rad ist wieder fahrbar! Jucheee! Letztes Jahr ließ ich den Schlauch am Hinterreifen beim Fahrradhändler wechseln. Kosten: 18,- Kurz darauf hatte ich wieder einen Platten und gedacht: Dem hab ich so gut zugesehen, das kann ich jetzt auch allein. Uuuuund: Super geklappt! Was war ich stolz. Vor allem da es mit der Gangschaltung nicht so einfach war.
Nun also im Vorderreifen einen Platten. Ich in Baumarkt marschiert, Schlauch geholt und ab in die private Fahrradkellerei :) Falsches Ventil. Nunja. Also zurück. Umgetauscht. Warum hat man als Frau alleine im Baumarkt immer so ein doofes Gefühl, noch dazu wenn man einen Infomann was fragen muss/will/möchte!?!
Wieder daheim: Festgestellt: Das Ding ist viiiiiiiieeeeeeeeel zu lang.
Wieder zurück: Alle Maße kontrolliert, alles stimmt, ich verzweifelt: Der paßt trotzdem nicht!
Konnt mir auch keiner mehr helfen.
Heute war ich dann in einem anderen Baumarkt. Neuen Schlauch geholt. Kosten: 3,99.
Und siehe da: Schwupp war in 10 Minuten drauf, sitzt, paßt und wackelt hoffentlich nicht!
Jetzt kann ich wieder abhauen, wenn es daheim zu laut wird. Und es ist laut, die haben grad ein ganz doofes Gerät am laufen :-/

Und dann war da noch ein Mann...der sich für so unglaublich unwiderstehlich hielt, dass er weder das eine  noch das andere Nein von mir hörte (nicht hören wollte), mich subtil unter Druck setzte und überhaupt nur rumschleimte und einfach nur sich sah, dass mir ganz anders wurde.
Meine Augenbrauen wanderten immer höher, meine Finger wurden immer stiller, so einem Deppen schreib ich doch nicht zurück und mein grinsen immer breiter: 
Denn ich kann meiner Wahrnehmung sehr wohl trauen, bin ja nicht blöd :)

Nachtrag: Auch hilfreich: Ich hab den Hund nun wieder öfters. Urlaub is vorbei. Juhu. Und heute merkte ich richtig, dass wir uns nun gut verstehen, ist ja auch immer so eine Sache bis man sich kennt. Und ich schwöre, der hat mich heut veräppelt, aber sowas von! Und ich ihn (danach). Da ist der rumgehüpft wie ein Welpe, glaubt mir keiner, dass die Nase 12 Jahre alt ist. Was ein Spaß! Herrlich :)

Mittwoch, 13. Juni 2012

Wie eine Nadel im Heuhaufen





Nein ich meine eigentlich, wie der Esel VORM Heuhaufen. Und zwar vor zweien. Und sich nicht entscheiden kann, von welchem er fressen soll. Und dann verhungert. So fühle ich mich derzeit. Es passiert nix Neues. Ich habe angst vor Neuem. Aber das ist doch das Leben. Das Leben besteht doch aus Erlebnissen, aus Fehlern, aus Tälern, aus Umwegen. Auch. Ja auch. Neben all dem anderen, wie lachen und Freude und Spaß.
Mein Leben steht. Schon eine ganze Weile. Stillstand heißt Tod. Heißt es irgendwo. Es rührt sich nichts mehr. Ein alter Chatfreund schrieb mir nach über 2 Jahren mal wieder. Er schrieb was in seinem Leben so passiert ist. Da ist viel passiert. Und ich, was kann ich von den letzten 2 Jahren sagen? Da einzigste was sich verändert hat, sind paar Klamotten und noch so einige Kleinigkeiten. Aber nix ordentliches.
Ich habe Angst vor Verbindlichkeiten. Das habe ich sogar schriftlich. In einem der Klinikberichte steht das. Toll, darauf kann ich mir jetzt was einbilden, aber nix kaufen. Überhaupt, vielleicht sollte ich den ganzen Psychoscheiß mal wieder lassen und einfach ins Leben springen! Ich hab Lust auszubüxen. Mal wieder was verbotenes tun. Etwas was die Leute nicht von mir erwarten würden.
Gestern war es mal wieder soweit: ich war noch eine Sekunde davon entfernt, loszugehen um Kippen und Alk zu kaufen. Um mich zu betäuben. Weil ich mich mal wieder nicht ausgehalten habe. Ich sah auf die Uhr. Und in dem Moment wechselte die Zahl von 19:59 auf 20:00. Die Geschäfte haben zu. Zur Tanke! Ach, da ist es zu Fuß schon sehr weit hin und mein Rad hat ja immer noch einen Platten. Also nicht rauchen und saufen. Soll wohl so sein.
Es heißt auch: Sich nicht zu entscheiden, sei auch eine Entscheidung. Und es heißt auch, dass eine falsche Entscheidung besser sei, als gar keine. Immerhin könne man noch draus lernen.
Liebes Leben, warum habe ich so viel Angst vor Dir? Ich bin zu sehr im Kopf und zu wenig im Herzen. Ich glaube das ist es.
Und ich will nicht fühlen, denn wenn ich fühle was ich will, muss ich dem folgen und für mich einsetzen und was tun, vor allem Entscheidungen treffen...
Also bleibe ich im Kopf...aber der Kopf ist rund und so dreht sich alles und wiederholt sich ständig...ohne dass sich etwas verändert....

Dienstag, 12. Juni 2012

Immer dasselbe

Vor über 4 Jahren hatte ich Lust auf eine Affäre. 
Da aber bei mir schon etwas mehr Vertrautheit zu dem Menschen da sein muss, mit dem ich ins Bett gehe, schrieb ich in meine Kontaktanzeige eben genau dies: Suche Mann für Spaß. 
Genauen Wortlaut weiß ich nicht mehr.

Uhhh ich fand mich mutig, nein nicht nuttig, MUTig. Aber, dachte ich mir, das ist ja jetzt erstmal so schriftlich, muss ja auf keinen antworten, ich entscheide: wann was wo...und mache nur das womit ich mich wohlfühle (ja das mag selbstverständlich sein, ich muss mir das immer wieder bewußt machen).

Die erste Antwort kam. Und, was soll ich sagen...es war ein Volltreffer. Also auf den ersten Blick: Etwas jünger als ich, sehr hübsch, also sexy und absolut nicht eingebildet, eher im Gegenteil: etwas schüchtern, leicht links orientiert, kannte und liebte meine ausgefallenen Musikcd's, brachte immer gute Weine mit, man konnte sehr viel lachen mit ihm...ich fühlte mich sehr wohl in seiner Gegenwart, egal was wir unternahmen, es war ein Highlight. Ich konnte mein Glück kaum fassen: 
Ordentlich Spaß ohne Beziehungsknatsch...

Bis sich recht schnell doch etwas zeigte, was ich absolut nicht leiden kann: Unzuverlässigkeit. Da krieg ich Pest, Cholera und Herpes auf einmal. Also ließen wir das nach und nach wieder sein. Für beide war das okay. 
Dann ließ ich auch die Sache mit den Männern und den Kontaktanzeigen erstmal ruhen. Bis vor kurzem.

Nun durchstöberte ich mal wieder flüchtig („nur aus Spaß“) diverse Rubriken: vom erotischen Schäferstündchen bis hin zu Unternehmungen (kein Sex). Dort las ich etwas, was mir gefiel und tat etwas was ich eigentlich nicht vor hatte: Antworten.
3 Stunden später hatte ich eine Mail. Eine sehr schöne Mail. Scheint so, als hätte ich wieder einen Volltreffer gelandet...ich war hoch erfreut, tippste zurück...und kam ins grübeln.

Seine Antwort am nächsten Tag bestätigte meine Vermutung: 
Es ist der Typ von damals!

Unglaublich! Die Welt ist ein Dorf!
Maaaaaaaaaaaaaaaaaaann!!!!!! Es gibt 7 Milliarden Menschen!!!!!

(wohlgemerkt wir fanden uns auf 2 verschiedenen Plattformen!)

Montag, 11. Juni 2012

Notbremse

Manchmal, wenn es zu viel wird, dann schickt mir mein Körper eine Notbremse.
Das heißt, ich bin in einem Dauerschlaf und werde über längere Zeit nicht richtig wach. Als ob ich ein starkes Beruhigungsmittel genommen hätte.
Ich wache dann so alle 2-4 Std. kurz auf, trinke was, besuche das WC, esse evtl. eine Kleinigkeit und penn weiter.
Das fühlt sich immer sehr komisch an, aber irgendeinen Sinn wird es schon haben.

Das erste Mal hatte ich das, als mein damaliger Freund mir seinen Seitensprung beichtete. Dann gabs erstmal eine halbe Flasche Whisky und dann 2 Tage Koma. Blöderweise war ich so fertig, dass ich nicht mal heim fahren konnte und 2 Tage bei dem Typ auf dem Sofa schlief.

Das nächste Mal war auch ein Freund der Auslöser, beziehungsweise unser Gespräch über Sexualität, beziehungsweise das Gespräch über die nicht vorhandene Sexualität. Ich bin völlig hysterisch zusammen gebrochen, um dann wieder 2 Tage, ebenfalls bei ihm, mich von dem Schock zu erholen und das fast nur schlafend.

Und jetzt. Es wird alles zu viel. Mir wird es zu viel. Ich kann mich kaum erholen oder entspannen. Und das i-tüpfelchen war gestern auch der Film, um den es ja um einen verlorenen Vater geht.
Also knockte mich mein Körper aus. Ich schlief seit 22Uhr gestern abend bis jetzt fast durch. Auch ansonsten schickt mir mein Körper alle möglichen Symptome, vom leicht gefühllosen, kälteren rechten Arm, über Zwischenblutungen, Appetitlosigkeit...
Vor lauter Erschöpfung kann ich nicht mal richtig reden.
Ich hoffe, es wird bald besser.

Sonntag, 10. Juni 2012

Sonntägliche Gedanken

- Endlich Sonntag! Endlich Ruhe! Hörst Du mein Herz, kein Lärm mehr, kein Streß mehr, du darfst jetzt wieder im normalen Takt schlagen! (jede Woche 5,5 Tage Baulärm extrem, da denkt man: Cool ab Samstag Mittag ham die Feierabend..NIX da! Da legt der Nachbar erst so richtig los! Gegen 18h hab ich dann doch mal drüben geklingelt, war ja nicht mehr auszuhalten! Antwort: "Entschuldigung, habe glei End ...Schluus!" Aha. "Glei" also gleich hieß dann doch nochmal 4 Stunden ordentlich handwerkern! *kreisch*)

- zum Glück regnets!
- zum Glück regnets, weil mein Radl eh nicht fahrbereit ist, Hat nen Platten.
- Scheiße, jetzt darf ich morgen auch noch Schlauch kaufen und Reifen neu montieren. Hab ja eh schon Zeitnot kein Bock zu gar nix!
- Diese Ruhe! Kein Herzrasen nach dem Mittagsschlaf.
- Müßte eigentlich zum Doc. Was anschauen lassen. Mag aber nicht. Weil es noch mehr Streß bedeutet. Überleg ich mir morgen nochmal.
- "Extrem laut und unglaublich nah" kenn ich, mag ich auch nicht, so heißt noch ein Film. Ein toller Film. Ein schöner, ein wunderbarer, ein wahnsinner, ein genialer Film!
- Es gibst sie noch, solche berührenden Filme.
- diese langen, hellen Tage rauben mir den letzten Nerv.
- dieser Fußballscheiß auch. Wie immer halt.
- Taschentücher mit aromathera sind zum davon laufen. Solche Jobs in denen man sowas erfindet, braucht doch keine Sau!
- was ess ich jetzt?
- ich könnt mal wieder paar Stunden in der Sonne gut vertragen. Soll aber bis Donnerstag regnen.
Vor allem könnt ich mal wieder paar RUHIGE Stunden am See vertragen. Aber soll ja regnen.
- ich brauch einen Hocker oder ein kleines Kästchen.
- wer spült ab?
- Pickel am Mund tun höllisch weh...wenn man sie nicht in Ruhe lässt.
- ganz schön kalt.

...
Liste unvollständig...

Samstag, 9. Juni 2012

Neue Bilder

Ich hab es schon einmal hier geschrieben: seit die große Nebelmaschine (Familie) und die andere, nicht unbedingt kleinere, Vernebelung mich nicht mehr betäuben,
kommt alles mögliche an die Oberfläche.
Manchmal ist es von der Intensität fast zu viel,
manchmal ist die Anzahl der Themen zu hoch.

Aktuell ist es so, dass ein neuer Punkt in meiner Familie aufgetaucht ist.
Ich wunderte mich immer warum ein Angehöriger immer so heftig bei einem bestimmten Thema reagierte.
Letztens fiel es mir ein, 
wie aus dem Nichts kam das Wissen:
Diesem Mensch ist genau dieses Thema selbst passiert.
Vielleicht kam ich nicht eher drauf, weil es nicht zum üblichen Schema passt.
Ich bin erschüttert. Alles ergibt nun ein Bild. Es fühlt sich wahr und stimmig an. Es "paßt" einfach. Ich muss denjenigen gar nicht danach fragen.
Schlimm ist es. Sehr schlimm.
Ich bin am sortieren, was dieses Wissen nun bedeutet...
Ich bin am weinen und weiß nicht ob das mein Schmerz ist oder der übernommene vom anderen, weil derjenige ihn nicht fühlen kann/will...

Und am überlegen, ob ich nicht doch einfach nur spinne...

Freitag, 8. Juni 2012

Die Öko's und die Raucher


Letztens gerochen, dass ein 30-jähriger Mann heimlich geraucht hatte. Seine Mutter durfte das nicht wissen und vor mir rauchte er wohl nicht, weil er sich vielleicht dachte, dass es mich als frische Nichtraucherin stören würde oder ich wieder schwach werden würde.
Jedenfalls sah ich da wieder, was Sucht mit einem macht.
Das Datum an dem ich anfing, ein unabhängiges Leben zu führen, ist sogar recht passend: es ist der Geburtstag eines Mannes, dem ich nie wieder begegnen möchte. Dieser Psychopath hat mir wahrlich das Leben zur Hölle gemacht. Er konnte es nicht ausstehen, wenn andere Menschen andere Dinge taten als er oder diese besser konnten. Auch jegliche Form von Eigenständigkeit wurde unterdrückt. Natürlich hätte er nie zugegeben, dass er neidisch ist oder Angst hat oder einfach mit Minderwertigkeitsgefühlen vollgestopft ist. Nein, er war der coole Mann, der alles konnte und alles schaffte und alles machte. Aber nur mit 2 Schachteln Kippen am Tag.
Ich lache ihm ins Gesicht. Denn im Grunde ist er ein schlabberiges, armes Würstchen.
Jedenfalls kann ich mir das Datum recht gut merken.
Von der Anzahl der Tage, habe ich heute 3 Monate rauchfrei voll!!! Ich hüpfe vor Freude! Es geht mir blendend! Mir fehlt gar nix!
Auch toll am nicht-mehr-rauchen-müssen: Man kann nun wirklich alles machen. Und nie mehr denken: ach das ist jetzt blöd, ich bin Raucherin. Zum Beispiel einen Job, in dem nur Nichtraucher genommen werden oder irgendwo hinfahren (allein schon die langen Zugfahrten, werden nicht mehr vom Suchtdruck bestimmt!), sagen wir in die Wüste Gobi ohne Panik schieben zu müssen, wo der neue Stoff herkommt (getrocknete Kamelscheiße soll nicht sooo gut schmecken) oder aber: Ein Wochenende auf einem total öko-bio-drogenfreien-linken Selbstversorgerhof! Oder gar in einem Ökodorf! 
Und wer meint, da seien  Kreistänze an der Tagesordnung bei denen Menschen in langen, weiten Kleidern oder Wollpullis teilnehmen und die sich nur vegetarisch ernähren, und deren Weltanschauungen immer etwas weltfremd klingen...
hat recht! :-)



Ich mag die Atmosphäre in solchen Projekten, schaue gerne von Außen drauf, selber darin leben möchte ich nicht mehr. Auch manche Menschen aus der Ökoszene strahlen für mich etwas sehr schönes/angenehmes/gesundes aus. Ich lebe zum Teil auch "öko", aber nur soweit wie ich mich wohlfühle. Und ein richtiges Badezimmer gehört dazu!
Ich besuchte auch mal eines dieser Häuser (war erstaunt, dass dies auch im Video vorkam -- also nicht ich, aber das Projekt).
Ich glaub ich ging da sehr naiv und optimistisch hin. Denn was gesagt wird oder was man erreichen will und das was man dann letztendlich tut, sind halt zwei paar Stiefel. Beziehungweise leben dort auch nur ganz normale Menschen, die sich als Führer  oder Ausbeuter aufspielen, ein Drogenproblem haben oder einfach ins Ausland geflüchtet sind, da sie in Deutschland hinter Gittern müssten, im Exil aber auch keinen offiziellen Job annehmen dürfen und somit eben Selbstversorger spielen... Nach zwei Tagen sah ich genug "Kreativität, Öko, naturnahes, einfaches leben, Gemeinschaft..." packte meinen Rucksack und wanderte weiter...ins nächste Hotel :-)

Donnerstag, 7. Juni 2012

Hoch hinaus

Sich auf gleicher Augenhöhe zu begegnen ist immer wieder eine schöne Erfahrung.
Oft ist es die gleiche inhaltliche Ebene
(für mich zu) selten die gleiche körperliche Ebene.

Nach langer Zeit mal wieder einem Menschen begegnet der genauso groß war wie ich. Wie angenehm! Man muss nur ganz gerade schauen!
Und dann war es auch noch eine Frau! 
Was ja noch seltener ist. 
Weil es eben wenige Frauen über 1,80m gibt.

Eine schöne Begegnung, darüber waren wir uns beide absolut einig :-)
Könnte öfter sein...

Mittwoch, 6. Juni 2012

Quality time!

Ich bin ja kein Freund der Verenglischung, aber der Begriff "Quality tine" trifft es eben sehr gut.
Ich nehme mir diese besondere Zeit. Für mich. Um ganz bewußt Zeit mit mir zu verbringen!
Ich habe derzeit das Gefühl, als ob ich "nach Hause" komme. In mir ankomme, aber auch meine Wohnung mir mehr eine Heimat wird, ein wirklicher Wohlfühlort (ja auch trotz Baustellenlärm!).

Ich "muss" derzeit ja so gut wie nichts.
Klar Miete zahlen, atmen, aufs WC..das alles muss ich schon.
Aber sehr wenig, also nur die Grundbedürfnisse.
Ich habe viel Freiheit. Sehr viel. Und ich brauche das!

Zur Zeit bin ich so gut mit meinen Gefühlen und Bedürfnissen in Kontakt, dass es eine wahre Schau ist! Ich fühle mich glücklich!
Doch etwas irritierte mich: es kam ganz oft 'NEIN!'.
Nein, ich will den Mann nicht sehen.
Nein, ich will morgen keinen Ausflug machen.
Nein, ich werde nicht noch mehr in die Selbsthilfegruppe investieren, wahrscheinlich werde ich mich von dort ganz verabschieden.
Nein, ich will auch nicht zum Klassentreffen.
...
Hmmmm...is das nicht ein wenig viel 'Nein'?
Schließe ich mich gerade selber aus, vom sozialen Leben?
Wo führt das hin, wenn ich weiter immer 'Nein'! sage?

Ich weiß es nicht.
Ich spüre nur, WIE sehr ich mich jahrelang ständig selbst übergangen hab:
"Ach da kannste doch hin, das wird sicher nett, das erwarten die anderen, das musste machen, is doch nix dabei, stell dich nicht so an, bist du wieder empfindlich..."
Ich flippe aus, wenn jemand massiv meine Grenzen überlatscht.
Und habe gar nicht gemerkt, dass ich mir selbst das immer wieder antat.
Das tut mir jetzt sehr leid und auch sehr weh.

Damit ist jetzt erstmal Schluß.
Ich höre auf dieses 'Nein'! Es ist eine wichtige Meldung! (und dieses Palaver im Kopf vom inneren Kritiker oder Antreiber, der mir ein schlechtes Gewissen machen will und ich sollte/müsste doch und die Gesellschaft und das kann man doch nicht machen denn --Achtung nun kommt mein Lieblingssatz: was wäre denn, wenn das auf einmal alle tun würden!!! Das geht doch nicht!!!---kann ich gut ignorieren) ICH höre nur auf mein Wohlgefühl entscheide mich für mich!
Ich bin mir das wert!
Ich will nicht wieder warten bis mich mein Körper radikal stoppt, weil ich davor seine Stopsignale nicht ernst nahm.

Es fühlt sich so an,
als ob ich endlich ICH sein darf.
Und ich würde soooooooooooooo gerne mal erfahren wie denn das wäre, wenn alle auf einmal xy tun würden :-)

Dienstag, 5. Juni 2012

Herzensarbeit

 Die letzten Tage haben sich wieder einige Themen angesammelt.
So saß ich heute morgen nach dem Frühstück am Tisch und spürte, dass ich da einiges erstmal sortieren muss möchte, bevor ich zum Sport gehe.

So bewußt habe ich das schon länger nicht mehr gemacht.
Themen waren ein Mann, ein Klassentreffen und die Montagsgruppe.
Ich habe erst geschaut was an Gefühlen da ist. Ohne Verurteilung!
Da gab es Mißtrauen, kein Bedürfnis alte Schulkameraden zu sehen und schon gar nicht den Ort, es gab Wünsche und Ängste. Und natürlich ein schlechtes Gewissen (das ist ja eh mein 2.Vorname).
All das schrieb ich auf. Und dann meine inneren Stimmen dazu, welche Bedenken die hatten oder Vorwürfe, Kritik war dabei und auch Vorstellungen wie dann die Konsequenz aussehen würde. 
Welche Möglichkeiten es gibt (wieder erstmal sammeln) und dann schauen mit welcher Konsequenz ich mich am wohlsten fühle.

Somit hat das Gedankenkarussell weniger Raum, das ständige grübeln bringt nix. Stattdessen hab ich jetzt wieder Klarheit und Raum und Energie für andere, neue Dinge...das Leben schreitet ja unermüdlich weiter...immer weiter :-)
Ich fühle mich wohl mit all den Entscheidungen. 
Es tut gut, sehr gut, so intensiv mit mir selbst in Kontakt zu sein :-)
Ich spüre meine Ecken und Kanten, mein Ich und meine Grenzen.
Fühle mich authentisch und in mir geerdet.

Die Herzensarbeit habe ich hier auch schon einmal beschrieben:


Und sonst so?
Ich bin etwas verwirrt, denn diese Woche ist alles ein wenig verschoben:
Ich war gestern arbeiten, obwohl ich das sonst immer dienstags mache
und heute nachmittag ist noch Therapie, die sonst donnerstags in der Früh ist. Dafür ist ja donnerstags mal wieder Feiertag...achja irgendwann komm ich hoffentlich wieder in meinen normalen Rhythmus.
Dafür hab ich morgen nach über 3 Wochen endlich mal wieder den Hund! *freu*

Montag, 4. Juni 2012

Psychiatrie

Ich besuchte gestern eine Bekannte zuhause, die derzeit unter der Woche auf einer psychiatrischen Station lebt.

Wir finden immer irgendwas zum Quatschen und auch zum Lachen und wenn es paßt kommen auch mal die düsteren Gedanken auf den Tisch.

In den letzten beiden Jahren entglitt ihr Leben..Stück für Stück.
Erst die Ehe und eine ihrer Töchter, dann ihr selbst aufgebautes Geschäft, dann wurde sie aus dem nachfolgenden Job gemobbt, irgendwann kamen Herzinfarkt und Schlaganfall und danach auch diese Heulkrämpfe.
Wundern tut mich das nicht.
Aber sie. Weil sie eine sehr energievolle, extrovertierte, lebenslustige Frau ist.
Eigentlich. Im Moment eher nicht.

Jetzt ist sie also auf dieser Station. Es tut ihr gut dort zu sein.
Immer in Gesellschaft, etwas Bewegung, etwas Beschäftigung und Tabletten. Viele Tabletten. Wegen diesen Heulkrämpfen. Und weil diese nicht aufhören gibt es nun neue Medikamente. Mit allen grauslichen Nebenwirkungen.
Und ich finde es grauslich, dass sie ihren Körper oder ihrer Seele nicht zuhören will. Dass diese Tränen zu Recht fließen und beachtet werden wollen!
Sie will davon nix hören. Gut, jedem das Seine. Aber es ist schade.

Als sie mir so von ihrem neuen Alltag dort berichtet, denke ich mir wieder einmal: Ich bin so froh, dass ich damals auf die psychosomatische Station konnte.
Denn 1.:
Wenn meine Zimmernachbarin seid 2 Monaten meine, sie sei Sissi...
ehrlich, ich würd meine Koffer packen, egal wie es mir gehen würde.

Ich wüßte nicht wie ich damit umgehen sollte.

Und 2.: Zu Tabletten hatte ich schon immer eine Abneigung und das scheint in der Psychiatrie anscheinend immer noch gang und gäbe zu sein, diese massenhaft zu verteilen.

Ich fuhr einmal einen Bekannten zur psychiatrischen Krisenstation. Auf dem Weg dorthin fragte ich: "Hast du nicht Angst davor oder ein mulmiges Gefühl?"
Antwort: "Nein, für mich ist das wie nach Hause kommen..."

Ahja. 
Nunja. 
Jedem das Seine...

Sonntag, 3. Juni 2012

Ersatzteillager

Vor Jahren hatte ich einen Organspendeausweis auf den vermerkt war, dass man mich komplett ausschlachten dürfe, wenn ich klinisch tot sei.
Damals war mir egal, was nach meinem Tod passiert.
Krieg ich ja eh nicht mehr mit und tue vielleicht noch was gutes.
Damals wäre ich aber auch lieber tot als lebendig gewesen.

Dem ist nun (meist) nicht mehr so.
Ich will eine alte Schachtel werden, mich dann total daneben benehmen und dem jungen Pfleger hübsche Augen machen..in dem Alter darf man das ungestraft, weil jeder sagt: "Ach mei, die ist ja auch schon so alt!"
(aber wahrscheinlich gibt es in 60 Jahren gar keine Pfleger mehr, sondern...Roboter?)
Und nicht nur das. Ich möchte auch bitte gerne komplett begradigt werden. Also einmal mit allem bitte.
 Ich trau ja den Menschen nicht so recht übern Weg und was wenn ich doch noch nicht wirklich tot bin und die mir sozusagen bei lebendigem Leibe das Herz heraus nehmen! Überhaupt das Herz, das steht doch für soviel! 

Nein, ich finde irgendwann muss einfach Schluß sein. Wir leben immer länger, die noch so kleinen Frühchen kommen auch meistens durch, selbst Oma mit 80 kriegt noch ein neues Knie....und bald kann das keiner mehr bezahlen.
Tja, mag sich jetzt der ein oder andere denken...denkst du auch noch so, wenn du in so einer Lage bist!?!
Du wärst doch auch froh, wenn es eine neue Niere für dich gibt oder wenn dein Kind überlebt.
Wäre ich das? Ich weiß es nicht.
Und was wenn ein dir sehr nahestehender Mensch etwas braucht? Wenn nur du ihn retten könntest? Das überlege ich mir, wenn es soweit ist.

Im Moment bin ich nicht bereit Organe zu spenden. Vielleicht ändert sich das einmal. Der liebe Gott brachte mich voll ausgestattet auf die Welt und so möchte ich wieder von dieser gehen.
Außerdem sind Ärzte, Kliniken und Spritzen für mich extrem anstrengend. 
So anstrengend, dass ich nicht einmal Blut spenden kann.

Was mich reizen würde, wäre eine Leihmutterschaft. 
9 Monate ein Kind austragen, ist wahrscheinlich eine ziemlich intensive Erfahrung, aber danach nicht für dieses Leben verantwortlich sein müssen, sondern
dafür locker 10.000 € kassieren, wär für mich ideal!
Aber das ist ja in Deutschland nicht erlaubt.

Und Ihr?
Seid ihr spendenwillig?

Samstag, 2. Juni 2012

Emotionalen Löcher

Das Bedürfnis gesehen, geschätzt, geliebt und anerkannt werden hat wohl jeder. (Ja auch hier gibt es natürlich auch ganz wenige Ausnahmen)
Wenn das Bedürfnis nicht oder unzureichend gestillt wird, wird es immer größer und wird so zur Bedürftigkeit.

Bei mir ist das seit einiger Zeit Thema. Mich selbst schonungslos und urteilsfrei ansehen: Was ist mit meinem ungestillten Bedürfnis? Wie gehe ich damit um? Und wie die anderen?

Selten sagt jemand: "Ich fühle mich ausgeschlossen. Nicht genug beachtet!" Das ist peinlich oder kindisch oder...

Und wenn man einmal dafür seine Augen geöffnet hat, sieht man so viele emotional bedürftige...
Der Typ mit dem dicken Auto und der lauten Musik sagt doch nichts anderes als: "Seht her! Seht ihr mich? Hört ihr mich auch? Ich bin was tolles, weil ich mir SO ein Auto leisten kann..."
Der Jugendliche der sich freut, weil er seine 1000. Freundschaftsanfrage im Gesichtsbuch erhält...wo er doch sonst niemanden hat...
Die Frau die sich ständig Schönheitsoperationen unterzieht, damit vielleicht endlich mal einer zu ihr sagt: "Du bist schön, ich mag dich!"
(wie gesagt ich verurteile das nicht!)

Man kann sich jetzt unglücklich machen und seinen Selbstwert nur von Außen abhängig machen oder selbst die Verantwortung übernehmen. Aber wie geht das? Wie sieht das aus? Man braucht doch Zuspruch von außen...aber nicht nur...
Gibst du dir selbst auch Zuspruch? Und Zuneigung und Anerkennung?

Ich war so lange der Zweckerfüller für andere, dass ich mich selbst fast auslöschte. Heute lasse ich mich nicht mehr benutzen, aber so bald es danach aussieht, werd ich wütend und beleidigt. 
Deswegen geriet ich mit einer Freundin aneinander.
Das erstaunliche: Sie blieb nicht in ihrer unterversorgten Kindrolle (dann wäre es im unproduktiven Streit und gegenseitigen Anschuldigen geendet) sondern sah sich, überließ mir meinen Teil (also klar abgegrenzt) und so konnten wir uns aussprechen.
Es war wunderschön! So schön, dass ich geweint habe und das ist echt selten!
Ich freue mich sehr über dieses Geschenk. Dass jeder so sein durfte wie er ist und sie mir ihre Sichtweise darlegte ohne subtilen Hintergedanken/Manipulationen..ect.

Nicht als Person angesehen zu werden, sondern nur ein Mittel zum Zweck zu sein, ist meine größte Wunde.
Ich habe sie offen gelegt. 
Ich glaube und hoffe, dass der gröbste Schmerz vorüber ist (der Tag an dem ich zum Krisendienst fuhr). 
Ich schaue sie mir an. 
Es ist nicht schön. 
Aber hoffentlich heilsam.

Sucht

Ich komme aus einer sehr süchtigen Familie. 
Egal ob stoffliche oder nichtstoffliche Abhängigkeit, alles war vertreten.
Ich habe mich mit der Gefahr, selbst weiter süchtig zu werden, intensiv auseinander gesetzt und kam so von einigen Menschen (meist Männern) los und auch von den Kippen. (Ich freu mich schon wie Bolle, wenn ich die 100-Tage-Marke erreiche!!! :-)

Deswegen interessierte mich auch der Abschnitt Sucht aus dem Buch Symbiose und Autonomie von F. Ruppert sehr.
Das Buch stellte ich in diesen beiden Post schon vor:
Eure Kinder sind nicht Eure Kinder 



Sucht und Symbiose:
Sucht ist:
  • eine Überlebensstrategie um hochkommende Traumagefühle zu unterdrücken/übertönen
  • diese bevorzugte Strategie hat in manchen Familien Tradition über viele Generationen, dabei geht es nicht nur um Sucht, sondern allgemein um Traumaverdrängung durch Arbeits -Konsum-oder Spielsucht. Oft wird sich hier gegenseitig unterstützt und ermuntert die Verdrängungsmechansimen zu leben.
  • das Abspalten der eigenen Gefühle führt zu innerer Leere, die dann durch künstlich erzeugte Körpersensationen und durch Überaktivität gefüllt wird. Weil der innere Bezug fehlt gibt es keine natürliche Sättigung und kein inneres Empfinden dafür, wann es genug ist.
  • Ein Mechanismus: symbiotisch bedürftige Kindanteile verbinden sich mit einem Traumagefühl der Eltern, weil sie sich sonst allein und verlassen fühlen. Nur über diese Traumagefühle kommen sie mit einem anderen Menschen und damit mit sich und ihrem Körper in Kontakt. Diese spezielle Gefühlsqualität versuchen sie später mithilfe einer Droge immer wieder herzustellen, weil es zumindest eine Illusion eines zwischenmenschlichen Kontaktes verschafft. Man klammert sich mit aller Kraft an dieses Gefühl – das man sich selbst immer wieder künstlich erzeugt, dadurch bleibt aber die emotionale Entwicklung auf einer sehr frühen Stufe stehen! (viele Süchte erinnern nicht zufällig an kleinkindhaftes Verhalten in der Forderung, Bedürfnisse von außen und ohne Aufschub befriedigt zu bekommen). Da viele symbiotische Bedürfnisse nach Wärme, Geborgenheit und Umsorgtsein niemals befriedigt wurden, sind Alkohol, Cannabis und Heroin beliebte Drogen bei symbiotisch bedürftige Menschen.
Das Überlebens-Ich will die negativen Folgen einer Drogensucht nicht erkennen, im Gegenteil es wird als Heilmittel für die unerträglichen emotionalen Zustände benutzt, die jedoch immer mehr von der Droge selbst hervor gerufen werden.
Traumatisierte wiederholen mit ihrer Sucht die ursprünglichen Traumatisierungen: sie nehmen keine Rücksicht auf ihren Körper, verletzten/vergiften sich selbst, versuchen den Dauerstress unter dem sie stehen mit Hilfe der Drogen auszuhalten, gesunde Reflexe (wie den giftigen Rauch nicht zu inhalieren) haben keine Chance sich gegen das Überleben-Ich zu wehren.

Süchtige suchen und finden sich, weil sie dieses symbiotische Unterversorgtsein im anderen Süchtigen unbewusst sofort erkennen und ihm helfen und trösten wollen. So gehen schwerstabhängige Menschen symbiotisch verstrickte partnerschaftliche Beziehungen ein und bekommen gemeinsame Kinder, die in großer Gefahr sind, die nächste Generation süchtiger Menschen zu werden.

Um aus dem Suchtprozess auszusteigen, braucht es Persönlichkeitsanteile, die trotz jahrelangen Drogenkonsums und Traumatisierungen noch gesund geblieben sind!

Eine sehr interessante Seite von einem Betroffenen (Süchtigen):