Sonntag, 6. Mai 2012

Sonntagsgeschäft


 Endlich mal wieder meine Morgenrunde geschafft. Sonntag morgen 6:30: Die Welt spielt Heidiland = alles in Ordnung. KEIN Lärm, ich sehe richtig, wie sich meine Nerven entspannen. Ich schlender Richtung Wald und Wiese. (schlendern sollte wieder viel mehr Beachtung finden! Ich führe somit Schlenderstunden ein *g*) Erblicke 3 Nistkästen nebeneinander und aus allen piepst es jungvöglerisch (klingt das jetzt pornographisch?), bleibe stehen, gucke hoch, sehe aber nur die herausgestreckten Mittelfinger Schnäbel. Mutter Amsel paßt das gar nicht und schnauzt mich schräg von der Seite an. Is ja gut, nur kein Streß am Sonntag...und ich schlender weiter...
Die nächste Wegstrecke geh ich barfuß. Hab ich mir vorgenommen: Sooft es geht, barfuß laufen. Ich find braungebrannte Füße, ohne überschüssige Hornhaut, dafür mit lederner Sohle und durchtrainierten Muskeln suuuper hübsch! Will ich haben. Werd ich haben.
Hier und da hüpft ein Reh durchs Feld, ein abgerissener Ast hängt noch im Baum und aus seiner Wunde tropft das Harz. Ich glaub Bäume haben auch Körperempfindungen, mensch das muss doch sauweh tun...der arme...ich tätschel ihn, murmel ein „wird schon wieder“ (vielleicht sollte ich doch mal wieder mit einem Menschen reden? Ne, paßt mir grad nicht.) und schlender weiter.
Erklimme einen tollen Hochsitz und bleibe auf den Stufen sitzen. Die haben den genau richtigen Abstand für mich zwischen den abgestützten Füßen, dem Hintern und den Ellbogen. Könnt ewig so sitzen. Bis mir der Gedanke kommt, dass da vielleicht DOCH ein Jäger oben im Häusle hockt und mich verscheuchen will: Gleich hält er mir die Schrotflinte an den Hinterkopf und....
Ich gehe weiter, inzwischen wieder mit Schuhen, da kann ich schneller laufen. Trotzdem genieße ich die Luft! Die würzige Luft! Ich dachte echt, die gabs nur in meiner Kindheit, aber jetzt wo ich nicht mehr rauchen muss, darf ich erfahren: Die gibt’s immer noch und die gab es immer (und wird es hoffentlich immer geben!)
Zuhause angekommen gab’s sowas komisches wie: Debreziner mit Fenchel/Karottengemüse auf Kartoffelbeet verpanscht mit Frischkäse und Ketchup. Macht zumindest satt. Es ist Vollmond und das merke ich: Hibbelig bis zum Anschlag. Kaum den letzten Bissen herunter geschlungen geht’s weiter mit Notizen aufschreiben, Blogeinträge vorbereiten, Projektbuch anlegen:


Damit ich sein kann, wie ich bin – Hilde Domin
und so weiter. Das Buch dient dazu, all meine Ideen bezüglich Lebensgestaltung, Jobvorstellungen, Freizeitideen..kurz: alles was mir einfällt was man so machen kann, wird hier hinein geschrieben. Ob schrullig, unrealistisch, altbacken, egal! Man denke an Leonardo da Vinci, der hatte auch solch Notizbücher und wie vielseitig der Mann war!!! Was dann wirklich umgesetzt wird, steht auf einem anderen Blatt. Aber die Sicherheit, dass ich nix mehr vergesse (diesbezüglich) läßt mich ruhiger werden.
Danach stelle ich entsetzt fest, dass ich etwas tue, was meine Mutter immer gern tat: Bügeln mit Musikberieslung aus den 70ern. Schlager goes on! Und ich kann noch alle Texte und Melodien. Nur, dass meine Mutter nebenher noch mindestens eine Flasche Sekt killte. Das ließ ich aus. Spaß hats trotzdem gemacht.
Zwischendurch noch Haare waschen, Füße schrubben, Wanderrouten ausfindig machen, lesen, abspülen, Tiramisu und Kirschkuchen vernichten, dem Regen zuschauen, atmen...und das allerwichtigste: Der Stille lauschen!

(sorry, mein Programm mag keine Absätze mehr!)

Kommentare:

  1. Dein Projektbuch find ich klasse. Wie lange führst du das schon??? Ich weiss, dass ich da nicht konsequent genug bin.. da schreibe ich lieber in meinen Blog ... aber handschriftlich wird das ein Wust.
    Liebe Grüße an dich

    AntwortenLöschen
  2. Hört sich nur gut an! :-) Wie schön!

    AntwortenLöschen
  3. Ich freue mich total, Dich so zu lesen. Wenn ich meine ersten Besuche hier bei Dir denke und daran, welche Stimmungen Du zu der Zeit vermittelt hast, ist das jetzt total schön!

    AntwortenLöschen
  4. @ Eurydike
    Führe ich ganz neu :-) Hab die Idee aus dem Buch:" Du musst dich nicht entscheiden-Barbara Sher. Und ich glaube mir gehts da ähnlich wie Dir: ich werde das am PC machen, weil mir dann doch noch was einfällt und da ist aber kein Platz mehr usw. Dann hab ich halt ein schönes Notizbuch jetzt :-)

    @ Lebenskünstler fühlt sich auch gut an, meistens zumindest :)

    @ Rostkopp ohja...Zeit wurde es auch. Es gibt also Hoffnung, es kann wieder anders werden, egal wie grau oder schwarz es um einen steht.
    Beste Grüße

    AntwortenLöschen