Dienstag, 15. Mai 2012

Seensucht nach Seeluft

Hatte ich schon vor Tagen: Den Gedanken und starken Wunsch alleine an den Starnberger See zu fahren.
Und da ich heute eh noch in der Stadt was erledigen musste/sollte wollte, kam mir das grad gelegen.

Also los!
Die Eisheiligen sagten auch brav Hallo so am frühen Morgen und ich nahm die Handschuhe mit, denn manchmal spar ich mir die Hälfte der Fahrkarte, in dem ich mit dem Rad 3 Dörfer weiter fahre. 
So ist mein Sportpensum des Tages auch erreicht.

In der Bahn: Herrlich dieses Gefühl, dass ich jetzt nix muss, aber alles kann! Neben mir Krawattenträger die schon mal mit dem Büro telefonieren, hinter mir paar Schulmädls, die den gestrigen Besuch eines Freundes einer Mama von einer der Mädls (watn doitsch) durch die Mangel drehn. O-Ton der einen:" Also mir tun hübsche alleinerziehende Männer voll leid!" (hätt fast laut losgelacht MIR AUCH!! ;)). Antwortsatz ihrer Nachbarin:" Und Geld hat der!!!" Inklusive einiger Beispiele warum sie so eine Vermutung hegt. (hätt fast los gebrüllt: gib die Nummer von dem Typ her!Aber flott!!). Naja muss ja nicht übertreiben :-)

Irgendwann das erledigt was ich erledigen wollte und dabei Küßchen abgesahnt.
Gnaaaaaaaa....AUS! STOP!
Ich mag das doch nicht....man ej....
Ich mag die Frau sehr. Das hat überhaupt nix mit ihr zu tun. Ich weiß auch, dass sie das eher aus schlechtem Gewissen gemacht hat, bzw. als Tröstungsaktion wo es nix zu trösten gibt...aber ich kann das nicht ab, jemanden den ich erst vier oder fünf mal sah, so nah an mich ran zu lassen.
Sowas kann bei mir schon mal Jahre dauern, dass mir körperliche Nähe mit jemand anderem Spaß macht und nicht noch mehr Streß macht. Nunja.

Schnell wieder in die Bahn und weiter. Weit war es zum Glück nicht mehr.
Und da lag er vor mir: Der See!
Durch kleine Wellen sanft gekräuselt, die Sonne glitzerte dadrauf, einige Segler waren unterwegs und...Stille!
Geil! 
Ich fand nach einem sehr schönen Fußmarsch einen einsamen Steg...leise gluckerte das Wasser, der Duft von frisch gemähtem Rasen umwehte meine kleine Stupsnase, in der Ferne die schneeweißen Gipfel der Alpen...Frieden!

Fast. 
Denn kurz bevor mein Hintern die Holzbretter des Steges berührten, stapfte hinter mir ein Typ gradewegs auf mich zu.
HimmelArschundZwirn! Geht denn keiner mehr um diese Zeit arbeiten?
Ich ließ mich nieder, atmete das fünfte mal tief durch und vergaß doch tatsächlich, dass da keine 3m neben mir, jemand war. 
Bis hinter mit ein sehr bekanntes, sehr unangenehmes Geräusch war: 
Der Rasenmäher.
Ich fasse es nicht.
Diese scheiß Überbevölkerung!
Ich linste zu dem Typ: Saß der da in völliger Versunkenheit meditierend!
(deswegen vergaß ich den gleich, er rauchte nicht, telefonierte nicht, zappelte nicht rum...so mag ich Menschen).
Braver Mann.
Guter Mann.
Ich hab gar nix gesagt.

Trotz allem hab ich es zwei Stunden sehr genossen. Diese Luft! Alles an Anspannung fiel von mir! Was eine Wohltat! Ich liebe so kleine Unternehmungen alleine. Wenn ich mir Herzenswünsche erfülle. Und das ich das heute tun konnte, empfinde ich als Luxus. So einen Luxus mag ich :-)

Später am Kiosk tat ich auch so, als wär ich Touristin und kaufte eine Postkarte. Die bekommt ein lieber Freund. Vielleicht meldet sich doch ein klitzekleines schlechtes Gewissen, dass ich mir das alleine gönnte?

Ach was.

Soviel Bewegung
Soviel frische Luft
Soviel Seelenruhe

Da schick ich Euch
tiefentspannte Grüße

Kommentare:

  1. Klingt super. Ich genieße so Auszeiten gern alleine.

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  2. <3 Wirklich schön!

    Solche Momente liebe ich, aber gönne sie mir viel zu selten. Das sollten sich ALLE Menschen viel häufiger gönnen!

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  3. Stimmt sollte man öfter machen.
    Und deswegen ist der nächste Alleinflug schon geplant *freu* :-)

    Liebe Grüße

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