Freitag, 18. Mai 2012

krank-kränker-gekränkt

Alte Wunden sind wieder aufgeplatzt. 
Neue kamen hinzu.
Ich fühle mich im wahrsten Sinne des Wortes schlachtreif.
Ich habe keine Ahnung, wie ich weitere Verletzungen (die man ja nie ausschließen kann) überstehen soll.
Ich dachte, ich wäre derzeit sowas, was man stabil nennt.
Ich würde gerne weinen und kann es nicht.

Ich glaube das schlimmste sind nicht einmal die Verletzungen, die Kränkungen, das ignoriert-werden, das nicht gesehen werden.
Das schlimmste ist, dass ich eine riesen Panik habe, dass dem anderen zu zeigen, (damit würde ich mich ja wieder offen und somit verletztbar machen) zu sagen. Nein, sagen geht überhaupt nicht. 
Wenn dann nur schreiben. 
Mit ganz viel Übelkeit und Herzrasen und Watte im Kopf.
Diese Angst und enorme Scham mich so zu zeigen, was ich gerade fühle (all der Schmerz, die Wut) läßt mich destruktiv werden. Ich richte all die Wut, die Aggression gegen mich. Wenn ich schon dem anderen nix antun kann, dann wenigstens mir. Sei es, dass ich zuviel saufe und rauche, nicht genug oder falsch esse, in den Kaufrausch verfalle, zu schnell und zu riskant Auto fahre, oder mit dem Leben ganz abschließen will.

Gestern kam er, wie aus dem Nichts, der unwiderstehliche Drang vor ein Auto zu laufen, zu saufen, zu rauchen...

Keine Sorge, solange ich das noch so klar sehe, was da abgeht, mache ich nichts.(bzw. mache ich schon etwas, nämlich mir Hilfe holen)!
Vor allem ist mir so klar, wie noch nie zu vor, dass ich mich damit selbst weiter kränke und somit das weiter führe, was der andere angefangen hat.
Den Schaden den ich mir zufügte, fühlte sich an, als würde ich den anderen damit schaden! 
Es fühlte sich an, als würde ich dem anderen eins auswischen! Verrückt!

Heute kenne ich den Unterschied. Und mache es anders. Nämlich das was man tut, wenn jemand verletzt ist: Ihn gut behandeln, ihm helfen, ihm das geben was er braucht, ihm zuhören und trösten.

Was kommt eigentlich in der Verarbeitung nach Hackfleisch? Leberkäse? Fleischbrei? Ich frag nur, weil ich mich schon nicht mehr wie Hackfleisch fühle sondern wie....ja...wie?

Kommentare:

  1. Liebe Regenfrau, ich wünsche Dir, dass es Dir bald wieder gut geht und dass Du diese neuerliche Verletzung überwindest. Du bist wertvoll und Du bist wundervoll - und wer das nicht sieht, hat Dich nicht verdient! Ein Tipp von mir - ich habe auf meinem Weg gelernt, dass es wichtig ist, dem anderen zu zeigen, dass er mich verletzt hat. Nein, Du wirst deswegen nicht angreifbarer - verletzlich bist Du auch jetzt und die Lösung ist nicht, die eigene Verletzlichkeit abzutöten sondern die eigenen Grenzen klarer abzustecken. Drück Dich aus, sag der Person, was sie in Dir ausgelöst hat - wenn du diesem Menschen wichtig bist, wird er versuchen zu verstehen und Deine Grenzen besser erkennen und respektieren können. Aber die Grenzen legst Du fest - und wer Dir weh tut, hat es auch verdient, dass er sich notfalls auch verbal eine einfängt. Du darfst das! Fühl Dich umarmt, wenn Du möchtest. Lg, Maja

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  2. danke Eurydike!

    Danke auch Dir Maja für Deinen lieben Kommentar. Ja es ist erschreckend wie wenig ich mich wehre oder sag was los ist. Ordentlich abtrainiert.
    Morgen erstmal Termin beim krisendienst.
    Liebe Grüße

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