Freitag, 25. Mai 2012

Is doch Ehrensache!

Früher hatte ich hier und da mal ein paar Ehrenämter, die machten mir keinen Spaß. 
Ich machte sie aber trotzdem, mit dem Slogan: Man tut das!
Tja, bin halt sehr anpassungsfähig. 
Und das schlechte Gewissen darf bei mir nicht einziehen.

Vor 2 Jahren fand ich nun ein Ehrenamt, dass ich echt gerne mache!
Ich chauffiere Senioren. Mal zum Kinoabend, mal zur Krankengymnastik. Wo es halt hin muss/soll/will.
Heute packten wir das halbe Altersheim das heißt jetzt Seniorenzentrum bitte ja (!) in verschieden große Fahrzeuge und fuhren raus aufs Land.
Also da wohnen wir zwar schon, aber so richtig richtig aufs Land, wo man eine halbe Stunde durch den Wald fährt..meine ich.

Ochja, ein wenig aufgeregt war ich schon, aber lange nicht so wie zu meiner Anfangszeit.
Und still war ich. War mir alles ein wenig zuviel: 14 fremde Leute, fremde Strecke und mein hoher Anspruch ordentlich Smalltalk zu betreiben...was mir ja so gar nicht liegt. Beziehungsweise erst nach einer gewissen Auftauzeit und die war bei mir halt erst bei der Heimfahrt. Tja. Wird schon keiner dran gestorben sein.

Und ein Cafe haben wir natürlich angesteuert (davor Kirchen - und Klosterführung --zum Glück nur eine ganz winzig kleine!)...ein C A F E!!!
Hallo, ich hab vor einem Jahr noch Schweißausbrüche bekommen, wenn ich das Wort nur gehört habe! Soziale Phobie läßt halt grüßen.

Ja die ersten 10 Minuten (vielleicht waren es auch nur 3) waren sehr sehr anstrengend und ich hatte keine Ahnung, wie ich Wasser und Kuchen jemals runter bringen sollte...
Aber es ging. Es ging! Es hat sogar geschmeckt!
Die Landschaft war bombastisch! Die Frau neben mir auch...bombastisch laut und als ihr Wurstsalat kam, dacht ich...och jetzt könnten wir vielleicht die Stille mal genießen...NEIN konnten wir nicht. Sie sagte aber ganz geschäftig-nervig:" Wahnsinn wie ruhig es hier ist!" (und ich dachte: woher weiß die das?)
Achja man kann nicht alles haben.

Was mich echt stört, ist meine extreme Unentspanntheit. Ich kontrolliere mich seit einigen Jahren immer mehr selbst, wenig bis gar kein Flow ist zu spüren, selbst beim Auto fahren denk ich zuviel, das ist doch eigentlich ein Automatismus (sagt doch das Wort schon) nein, ich schiele wie ein Anfänger auf den Knüppel in welchem Gang ich eigentlich fahre.
Nach über 12 Jahren der Führerscheinprüfung und ich weiß nicht wieviele tausend Kilometer (allein im letzten Job hatte ich meine 8000 km im Monat! Nein, keine Null zu viel).

Irgendwie kamen auch wieder alle heile und glücklich daheim an.
Ich schleuder meine Schuhe von den Füßen, kippe einen halbe Liter Wasser in meinen Schlund und huste...und huste...weil mir eingefallen ist, dass mein Handy noch im Auto liegt und der Autoschlüssel im Briefkasten des Seniorenbüros, in dem bis Dienstag früh natürlich keiner ist, weil...
laaaaaanges Wochenende.
ACH NÖ!
Nunja, kurz überlegt, einen langen Stock (ich glaub der gehört eigentlich zum WOK) geschnappt, rüber zum Briefkasten und geangelt :-)
Sah sehr nach Verbrechen aus...
dafür hab ich jetzt mein Handy wieder!

Und als krönenden Abschluß gibt es Crepes und Blätterteigtaschen und noch so allerhand vom Feinkosthändler! Wahnsinn oder? Der hat Gutscheine bei der Tafel abgegeben und ich hab mich gefreut wie ein Kind, weil ich solch leckere griechische/türkische (?) Spezialitäten total liebe...das aber irgendwie total vergessen habe...

Ich weiß nicht, was mit meinem Gehirn los ist!

Kommentare:

  1. Dein Gehirn entspannt sich. Das ist alles.

    Das perfekte Ehrenamt muss für mich auch noch gefunden werden. Aber nicht jetzt - später. Wenn ich sie wieder alle beisamen habe ;-)

    Du wirst ein paar Menschen eine große Freude gemacht haben und außerdem schaffst Du ganz schön viel, finde ich. Ich hoffe, sie wissen das zu schätzen.

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    1. Also ich glaub eher das Gegenteil, dass zu wenig Vertrauen da ist fürs los lassen und ich da zu verspannt bin und somit auch mein Hirn.
      Ich finde man braucht nicht unbedingt ein Ehrenamt...das jetzt hat ja eher mich gefunden, wie es so schön heißt.
      So viel war das nicht, in den 2 Jahren war ich an die 12x im Einsatz, also sehr moderat. JA sie haben sich gefreut :) Und etwas Eigennutz is ja auch dahinter, ich fahre gern und komm so auch wieder etwas hinaus.
      Wenn Du "viel" allgemein derzeit meinst: ja ich mag schon gern gefordert werden, ich mag auch viel machen, wenn der Druck nicht da ist oder irgendeine Autorität...so lang ich das frei entscheiden kann, lauf ich zur Höchstform-naja fast- auf. Und die Abwechslung macht es aus. Also forder ich mich selbst gern...hm, das überleg ich mir noch genauer mit Abendtee auf dem Balkon :)
      Liebe Grüße

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