Donnerstag, 31. Mai 2012

Chaotische Schnippsel

Jedem Impuls nachzugeben mag mal ganz nett sein oder kreativ, man fühlt sich lebendig, man brennt für etwas... tja man sollte nur aufpassen, dass man nicht ausbrennt.
Daher wirds für mich ab morgen und über das Wochenende wieder mehr Langsamkeit und Ruhe geben:
- Begrenzte Pc-Zeiten und vorher überlegen was ich machen will.
- Sport
- heute noch: Wohnung aufräumen, so viele Flächen wie möglich frei machen
- alles etwas langsamer machen, auch mal träumen, Löcher in die Luft starren usw.
- eins nach dem anderen abarbeiten (Termine ausmachen, Wäsche, lesen...) nicht alles durcheinander

Therapie: Wollte heute eigentlich was anderes besprechen. Aber ok, so verkehrt war das heutige Thema auch nicht: (mal wieder Bedürfnisse wahrnehmen, ernst nehmen und aussprechen).
Nächste Stunde ist ja schon kommenden Dienstag (wollte nicht schon wieder warten, nur weil Feiertag ist!) und das ist auch gut so, denn das andere Thema brennt auch unter den Nägeln.
Überhaupt diese ganzen Feiertage nerven mich im Moment.

Mittwoch, 30. Mai 2012

Links-Rechts

Ich verzettel mich zur Zeit wieder extrem.
Wenn mich was interessiert, muss ich es haben.
Weil ich mich für so vieles interessiere, herrscht hier mehr oder weniger ständig kreatives Chaos. Dabei brauche ich doch Leere und Weite.
Aber ich kann die Finger nicht ruhig halten.
Aus dem Gefühl des Mangels meine ich, nie genug zu bekommen.
Jetzt ist der Kleiderschrank voll, der Kühlschrank ebenso, klar die Tiefkühltruhe auch, alles mögliche wird aufgeschrieben, nachgeschaut...undsoweiter. Angst etwas zu verpassen...
Fokussierung? Erdung? Zentrierung? Fehlanzeige.
Aufmerksamkeitsstörungsphase? Bingo!
Mich selber bremsen,
Zeit einteilen,
Dinge beschränken,
to-do-Listen wegwerfen,
ENTSPANNEN und VERTRAUEN und LOSLASSEN...unperfekt sein!
Ich geh mal üben...

Das bräucht ich:
http://www.rooted-tuebingen.de/wurzeln-ein-lebensbuch.htm
schein ein interessanter Kongreß zu sein...

Aber davor noch das hier:
1 Kleid für 356 Tage http://www.daskleineblaue.de/
Soviel zum Thema Minimalismus...

Du willst keine Zeitung?
http://alle-gegen-bild.de/


Dienstag, 29. Mai 2012

So oder so

Man kann einen Ausflug planen und Fahrpläne, Stadtpläne, Infopläne, Öffnungszeiten, Eintrittskosten ... wasweißich studieren 

oder: Seine 7 Sachen packen, sich mit Kumpel/Freundin/Tante am Bahnhof treffen, auf den Fahrplan schauen, welcher Zug so als nächstes fährt und welches Ziel einen da anlacht, in diesen Zug steigen, da hin fahren und sich treiben lassen bzw. einfach seiner Nase folgen.

So heute getan und in Landshut gelandet. Dort durch die halbe Altstadt, hoch auf die Burg Trausnitz, da die Führung verpasst, dafür die Aussicht genossen und das ankommende Gewitter begrüßt, kurze Einkehr beim Italiener (jaaa ich übe mich im Lokale aufsuchen....!!!!) danach runter zur Isar, dort einen Waldlehrpfad gecheckt (ohhh wer kennt denn heimische Bäume, Vögel, Gräser?!?!) sehr ansprechend und witzig gestaltet das Ganze, aber gnadenlos (fast) nix gewußt---und ich bin auf dem Land aufgewachsen!!!
Rüber zum Trimm-Dich-Pfad durch einen wunderschönen Wald und hier ebenso abgeloost, außer beim balancieren (hiphiphurra!)...immer wieder viel gelacht, erzählt und geschwiegen...Süßigkeiten, Obst und Gemüse schwesterlich beschissen brüderlich geteilt...angeschnorrt worden, genervt worden, eine wunderschöne Kirche besichtigt....tief geatmet (natürlich puren Sauerstoff) und zu guter letzt noch mit einem Dackel gequatscht, der ausbüchsen wollte, es sich doch anders überlegte und einfach neben mir her lief.

Ein wirklich toller, erfüllter Tag! Hätten wir niemals so schön planen können :-)
Einzigstes Manko: Ich musste mich morgens 4x umziehen, weil irgendwie nix paßte (das hab ich vielleicht dreimal im Jahr solche Anwandlungen) und prompt waren es dann doch die falschen Schuhe. Tja...

Also so ein Burgfräulein, wär ich ja schon mal gern gewesen...andererseits, so im Mittelalter, ohne Strom und Deo, dafür mit übelsten Sitten und Gebräuchen...hmmmmmm


Sah ziemlich wüst aus, ich dachte wunder was ein Gewitter da kommt...Pustekuchen, nur etwas Donner und 10 Tropfen pro m²


Das war die große schöne Kirche:

Diese Minikapelle stammte wohl von einer "Märchentour" die zu irgendeinem Festival gehörte. Das jedenfalls war Frau Holle's Brotbackofen :) Einfach goldig!

Und bei Euch so? Is so ruhig...is schon Sommerloch in Bloghausen?!?!

Montag, 28. Mai 2012

500 Kilometer

stehen nun auf meinem Fahrradtacho!
Und wie jedes Jahr liegt mein Ziel bei 1000km. Bis jetzt hab ich das ja auch immer geschafft.
Aber auch die vielen Spaziergänge mit Hund oder Wanderfreundin taten ihr übriges: Meine 10 Kilo die ich mir in den letzten 2 Jahren zulegte, sind nicht weg, aber in Muskeln umgewandelt.
Und das fühlt sich sehr gut an. Ich mag meinen Körper wieder, fühle mich standfester  und gehe sogar relativ stressfrei mit leichten, luftigen Sommerklamotten auf die Straße!
Und wer auch gern Sport macht, aber das alleine langweilig findet, sollte sich vielleicht einen Personaltrainer anschaffen?!?! ;-)

http://www.sat1.de/tv/knallerfrauen/video/personal-trainer-clip

Sonntag, 27. Mai 2012

Blödeleien

Gestern so gedacht:
Also bis ich weiß, was ich mit meinem Leben anfangen soll, bin ich wahrscheinlich schon in Rente.
Bis mir einfiel, dass ich ja schon in Rente bin! Haha.
Überhaupt: ich denk mir da jetzt nix mehr und laber nix mehr von "mir eine Auszeit gönnen" sondern so, wie es ist: Arbeitsunfähig und basta. Gibt sehr interessante Gesichtsausdrücke ;-))

Im Tummelfeld des Rostkopp
http://rostkopp.blogspot.de/ 
konnte man letztens nachlesen, wie es so mit dem Online-dating laufen kann und mir fiel ein, dass man doch am besten die Kontaktanzeige grundehrlich schreiben sollte.
Was ich dann sogleich tat und hier nun das Ergebnis:

Die total ehrliche Kontaktanzeige
Das wahrscheinlich Wichtigste gleich vorneweg: ich habs mit Sex nicht so. Anfangs klar, Neuland erkunden ist immer aufregend, aber dann mag ich meistens nicht mehr. Ich sags nur, dann kann ich mir die Ausreden Kopfweh, Stress usw. sparen. Also wenn du impotent oder bisexuell bist: no problem!
Das heißt jetzt nicht dass im Bett totale Flaute herrscht! Nene, ich hab durchaus einiges zu bieten: Zähne knirschen, wilde Geschichten erzählen (frag mich was und ich werde dir sogar antworten, um es am nächsten Tag nicht mehr zu wissen), sabbern, stundenlang in derselben Schlafposition verharren (kannst ruhig kontrollieren, ob ich noch lebe, da wärst du nicht der erste).Und: eigene Decke! Kuscheln hin oder her. Meine Decke ist mir heilig! Dafür wärm ich mir meine Füße auch selbst.
Und sonst so:
Dunkelheit, Verspätungen und Überraschungen mag ich nicht, ich bin ein Kontrollfreak.
Am besten wir treffen uns immer bei dir, das erspart mir einerseits den Putzwahn, der mich hin und wieder nach Besuchen überfällt und ich kann einfach gehen, wenn ich allein sein will. Leute rausschmeißen lerne ich erst im nächsten Leben.
Überhaupt: allein sein! Ganz wichtig! Wenn ich das will, versuche ja nicht mich zu überreden, aufzumuntern oder sonstige Aktionen. Außer du stehst auf Prügel. Selbiges steht für: mich zuquatschen, wenn ich Angst habe! Ignorier mich einfach. Wie gesagt, außer...siehe oben.
Dafür werde ich dich nie fragen, was ich anziehen soll oder ob ich zugenommen habe. Das weiß ich schon selber, bin ja keine vier Jahre alt.
Ich werde auch nie stundenlang das Telefon besetzen oder dich gar zu irgendwelchen Shoppingtouren mit zerren. Ich hasse beides.
Pralinen, Blumen, Schmuck locken mir nur einen Gähnimpuls hervor. Dem ich gerne nachgebe. Ich steh auf mehr Einfallsreichtum! Viel mehr! Also streng dich an! Kleines Beispiel: Einmal bekam ich ein inszeniertes Candle-Light-Dinner (mit hübscher Deko plus Kellner) im Fastfoodrestaurant! Sowas mag ich. Etwas außerhalb der Reihe.
Sonst noch: Ich hab Höhenangst und eine Spinnenphobie. Und nein, ich will beide nicht mit der Konfrontationstherapie überwinden. Muß ja nicht alles mögen.
Außerdem bin ich eher der praktische Typ: Frühstücken im Bett und gemeinsam baden gehört nicht dazu! Romantik ist nicht meine Stärke.
Und wie sollst du sein?
Ob arm, reich, blond, braun, mit oder ohne Bart...das alles ist mir relativ wurscht. Sollte halt alles irgendwie zusammen passen. Du solltest dich aber gut kennen, vor allem deine Macken und Schrullen, selber denken können (das sei selbstverständlich? Na schau dich mal um...), zu dir stehn, lieber mehr Humor als Ernst und lieber zuwenig auf der Waage als zuviel haben.
Das wärs.

Samstag, 26. Mai 2012

Der wunde Punkt

"You can't stop the waves,
but you can learn to surf."

Ich musste sehr schmunzeln, als ich diesen Satz las.
Wo doch meine Familie keine Probleme hatte!
Die segelten einfach gemütlich über die immer ruhige See. 
Nie gab es einen Sturm! Nein, wir lebten alle in einer heilen Welt.
(Meine Familie glaubt das immer noch.)
Klingt wie ein Märchen. 
Aber selbst in den Märchen gibt es Stürme, Bösewichte und Not!

Wie fatal. Und wie schade.
Vor allem für die Kinder ist der Schaden nicht unbeträchtlich. 
Die sehen doch, dass es da Stürme gibt und sagen das auch!
Aber ihnen wird vermittelt, dass sie das falsch sähen, dass ihre Wahrnehmung nicht stimmt.
Selbst wenn ihnen böses angetan wird, dürfen sie nicht 'aua' sagen. 
Richtig pervers wird es, wenn ihnen das nicht nur verboten wird, sondern es soll ihnen auch noch gefallen.
Ja ist das nicht einfach toll, wenn man ständig erniedrigt, gedemütigt und geschlagen wird?
Da gerät nicht nur das Boot, sondern die ganze Welt aus den Fugen.

Im Moment spüre ich wieder meine Schmerzen und ich traue mich nun wieder nach sehr sehr langer Zeit zu sagen: "Das tut mir weh! Das kränkt mich!"
Und leider passiert wieder genau dasselbe: Der andere will natürlich nicht fehlerhaft sein und schlägt zurück, wehrt seine Schuld/Schamgefühle in irgendeiner Form ab: Kontaktabbruch, verdrehen der Wahrheit, Ausreden, gegenseitige Anschuldigungen, bis hin zu Aggressionen.
Da wurden und werden wunde Punkte getroffen. Selbst wenn man nur von sich spricht.

Der Spieß dreht sich und ich habe wieder einmal das Gefühl, dass ich wieder der Depp sei, falsch sehe/fühle,  der andere hat alles richtig macht...nur ich wieder: zu empfindlich , ich müsse doch den anderen verstehen...ect.

Hinzu kommt die Angst vorm verlassen werden. Alles nicht so einfach. Oft brodeln die Emotionen hoch, der andere ist auch schon auf der Lauer...

Mich macht das traurig. Und im Moment hab ich für so eine "Beziehungsarbeit" auch keinen Nerv. Ich würde mir einfach wünschen, dass der andere mich auch mal versteht, auch mal seinen Fehler eingesteht...von Entschuldigung und Wiedergutmachung wage ich ja schon gar nicht mal zu träumen!
Wahrscheinlich wünsche ich mir das am allermeisten von den Eltern.

Ich lese gerade das Buch "Ohrfeige für die Seele von Bärbel Wardetzki".
Ja ich bin ein Selbsthilfebuchjunkie wenn sich ein neues Thema bei mir auf tut :)
Das Buch ist super! Weniger aufwühlend/anklagend wie die von Alice Miller, aber die gleiche Thematik: emotionale Mißhandlung/Vernachlässigung/Mobbing in der eigenen Familie...und zudem mit mehr Tips um aus diesem Täter-Opfer-Spiel auszusteigen und wie man mit Zurückweisungen besser umgehen kann.
Trotzdem kann ich meist nur ca. 1 Seite lesen, um dann wieder in Gedanken zu versinken.

Aber es wird Zeit mir diese Wunden anzusehen.
All die Schmerzen dazu, habe ich jahrelang u.a. mithilfe der Zigaretten verdrängt.
Das Faß, mit all den Kränkungen, ist definitiv voll!!!

Freitag, 25. Mai 2012

Is doch Ehrensache!

Früher hatte ich hier und da mal ein paar Ehrenämter, die machten mir keinen Spaß. 
Ich machte sie aber trotzdem, mit dem Slogan: Man tut das!
Tja, bin halt sehr anpassungsfähig. 
Und das schlechte Gewissen darf bei mir nicht einziehen.

Vor 2 Jahren fand ich nun ein Ehrenamt, dass ich echt gerne mache!
Ich chauffiere Senioren. Mal zum Kinoabend, mal zur Krankengymnastik. Wo es halt hin muss/soll/will.
Heute packten wir das halbe Altersheim das heißt jetzt Seniorenzentrum bitte ja (!) in verschieden große Fahrzeuge und fuhren raus aufs Land.
Also da wohnen wir zwar schon, aber so richtig richtig aufs Land, wo man eine halbe Stunde durch den Wald fährt..meine ich.

Ochja, ein wenig aufgeregt war ich schon, aber lange nicht so wie zu meiner Anfangszeit.
Und still war ich. War mir alles ein wenig zuviel: 14 fremde Leute, fremde Strecke und mein hoher Anspruch ordentlich Smalltalk zu betreiben...was mir ja so gar nicht liegt. Beziehungsweise erst nach einer gewissen Auftauzeit und die war bei mir halt erst bei der Heimfahrt. Tja. Wird schon keiner dran gestorben sein.

Und ein Cafe haben wir natürlich angesteuert (davor Kirchen - und Klosterführung --zum Glück nur eine ganz winzig kleine!)...ein C A F E!!!
Hallo, ich hab vor einem Jahr noch Schweißausbrüche bekommen, wenn ich das Wort nur gehört habe! Soziale Phobie läßt halt grüßen.

Ja die ersten 10 Minuten (vielleicht waren es auch nur 3) waren sehr sehr anstrengend und ich hatte keine Ahnung, wie ich Wasser und Kuchen jemals runter bringen sollte...
Aber es ging. Es ging! Es hat sogar geschmeckt!
Die Landschaft war bombastisch! Die Frau neben mir auch...bombastisch laut und als ihr Wurstsalat kam, dacht ich...och jetzt könnten wir vielleicht die Stille mal genießen...NEIN konnten wir nicht. Sie sagte aber ganz geschäftig-nervig:" Wahnsinn wie ruhig es hier ist!" (und ich dachte: woher weiß die das?)
Achja man kann nicht alles haben.

Was mich echt stört, ist meine extreme Unentspanntheit. Ich kontrolliere mich seit einigen Jahren immer mehr selbst, wenig bis gar kein Flow ist zu spüren, selbst beim Auto fahren denk ich zuviel, das ist doch eigentlich ein Automatismus (sagt doch das Wort schon) nein, ich schiele wie ein Anfänger auf den Knüppel in welchem Gang ich eigentlich fahre.
Nach über 12 Jahren der Führerscheinprüfung und ich weiß nicht wieviele tausend Kilometer (allein im letzten Job hatte ich meine 8000 km im Monat! Nein, keine Null zu viel).

Irgendwie kamen auch wieder alle heile und glücklich daheim an.
Ich schleuder meine Schuhe von den Füßen, kippe einen halbe Liter Wasser in meinen Schlund und huste...und huste...weil mir eingefallen ist, dass mein Handy noch im Auto liegt und der Autoschlüssel im Briefkasten des Seniorenbüros, in dem bis Dienstag früh natürlich keiner ist, weil...
laaaaaanges Wochenende.
ACH NÖ!
Nunja, kurz überlegt, einen langen Stock (ich glaub der gehört eigentlich zum WOK) geschnappt, rüber zum Briefkasten und geangelt :-)
Sah sehr nach Verbrechen aus...
dafür hab ich jetzt mein Handy wieder!

Und als krönenden Abschluß gibt es Crepes und Blätterteigtaschen und noch so allerhand vom Feinkosthändler! Wahnsinn oder? Der hat Gutscheine bei der Tafel abgegeben und ich hab mich gefreut wie ein Kind, weil ich solch leckere griechische/türkische (?) Spezialitäten total liebe...das aber irgendwie total vergessen habe...

Ich weiß nicht, was mit meinem Gehirn los ist!

Donnerstag, 24. Mai 2012

Wie Hecken duften

...auch dass wußte ich als Raucherin nicht mehr wirklich.
Wahrscheinlich ist das erste Nichtraucherjahr voll mit neuen Gerüchen und deswegen umso aufregender :)

Heute also nach Feiertag und Krisendienst endlich wieder Therapie. Soweit so gut. Ganz kann ich es immer noch nicht fassen, wie schnell (und vor allem rauchfrei!) ich mich wieder gefangen habe. Super!
Was mich im Moment bei der Therapeutin etwas stört ist, dass sie gar so flappsig wird. Ich mach das auch immer mal wieder, ich lache gern und kann mich selber ironisch sehen, aber es kommt zu oft: "jetzt mal blöd gesagt..." oder "mal ganz übertrieben...".
Also: Ansprechen. *ächz* das scheint zur Zeit meine Hauptlernaufgabe zu sein: Meine Grenzen und Gefühle mitteilen.
Ach, da würd ich so gern flüchten und alle Menschen meiden. Bringt nur keinen Spaß und keinen weiter.
Gestern war auch noch einiges, wo ich wieder gute Miene zum bösen Spiel machte...das muss echt anders werden...
Ich hoffe ja, dass es mit der Zeit leichter geht, sowohl das erkennen meiner Gefühle/Bedürfnisse als auch das mitteilen jener.

Danach gönnte ich mir einen langen Spaziergang an der Isar. Gut, war jetzt nicht so enorm in Wanderkleidung gepackt, wie manch entgegen kommender Genosse (da dacht ich ja teilweise schon, ob die den Jakobsweg gehn wollen??? *g*) ich war halt eher sommerlich-leicht elegant unterwegs, Hauptsache die Schuhe waren bequem.
Und dann gabs da kein Ufer..nur extrem steile Böschung ala Urwald und dann irgendwo die Isar. Also "wünschte" ich mir einen schönen Platz. Mach ich normalerweise nie. Vergaß es, marschierte weiter und dann kam er: Mein Platz, inkl. Fußstütze. So hab ich abwechselnd meine Füße ins eiskalte Wasser gehalten und in der Sonne getrocknet.
Aber so ganz wohl war mir da nicht, so dass ich bald weiter zog. Kann ja nicht alles haben :-)

So, jetzt ist erstmal lange Siesta. Der Streß hängt schon noch in den Knochen. Und eigentlich müßte ich noch dringend 2 Leute anrufen und in ein Geschäft den Gutschein einlösen, weil der bald verfällt...
und mooorgen geht's auf große Fahrt, aber dazu eben morgen mehr :-)

Mittwoch, 23. Mai 2012

Du hast für mich da zu sein!!!

Jetzt weiß ich ganz genau was mich an der Tafel so extrem triggert!
Diese eine Frau!
Die mich immer so vereinnahmt, als wären wir seit 50 Jahren verheiratet!
Die immer so negativ ist!
Die so extrem ständig meine Aufmerksamkeit einfordert!
Die mich nur als Mülleimer, Projektionsfläche oder Publikum benutzt!
Das bringt mich innerlich auf 250!!!
Das triggert mich so extrem!!!
Keine Frage, jeder macht das mal.
Aber wenn das jemand ständig und immer macht und ich keinerlei Eigenverantwortung bei dem anderen spüre
und wenn es überhaupt nie und nicht irgendwann auch mal um mich persönlich geht...
dann...
kann ich für gar nichts garantieren.
Wahnsinn was da für Gewaltphantasien auftauchen!!!
Für die Belange der anderen benutzt und mißbraucht, bin ich lange genug geworden.

Heute war also mal absolute Abgrenzung angesagt.
Ich ging alleine zur Tafel und blieb abseits.
Sehr viel später kommt diese Frau, blafft mich an mit "Du hast mich nicht abgeholt!"  und rauscht an mir vorbei!
Aha.
Soviel dazu.
Kurze Zeit drauf wurde gleich wieder versucht mich anzuketten: Ob ich an dem und dem Tag mal Zeit hätte, um ihr zu helfen!?!?
Ich verschwand und holte mir meine Sachen.
Kurze Verabschiedung und wech!

Tja, was soll ich sagen: Ich bin zwar immer noch auf 180, aber es geht mir schon sehr viel besser.
Da weiß ich ja, was ich in Zukunft tun muss ;-)
Und sie kann sich einen anderen Deppen suchen...

Dienstag, 22. Mai 2012

Allerlei

* Letztens hörte ich innerhalb kürzester Zeit von zwei verschiedenen Menschen, den gleichen Satz:
„Wenn du das schaffst, schaff ich es auch!“
Das könnte man jetzt auch falsch verstehen. Nach dem Motto: Wenn die (also ich) so etwas einfaches schafft, schaff ich das erst recht, weil ich besser bin.
Oder als Motivationshilfe: Wenn die das schafft, ist es also möglich. Also kann ich es auch schaffen

* Meine Handschrift wird auch immer krakeliger, schreib ja nur Einkaufszettel und kleine Notizen per Hand . Heute aber drei Rezepte schön abgeschrieben. Erkenntnis: Tut irgendwie gut, sich wieder auf eines zu konzentrieren.

* Meinen Minijob hätt ich mir heut auch irgendwie sparen können. Zum Glück kann ich da alleine werkeln und mich nervt keiner. Bin immer noch ziemlich angeschlagen, naja auch kein Wunder...

* Ob ich morgen zur Tafel geh, steh irgendwie noch in den Sternen. Immerhin weiß ich jetzt genau, warum ich immer genervter dort werde. Liegt nur an einer Frau. Nur! Das reicht ja wohl...

* 2 Baustellen in unmittelbarer Hausnähe reichen wohl noch nicht. Jetzt wird am Nachbarhaus auch noch die Fassade aufgehübscht. Wahnsinn. Naja lieber einmal richtig Krach und dafür bald wieder Ruhe, als alles nacheinander.

* Flecken auf weißem Shirt gehen wunderbar mit Schimmelentferner raus ;) Naja ist ja fast reines Chlor was da drin ist, das ätzt quasi alles weg.
Dafür kam aus Versehen das frisch eingefärbte schwarze Shirt in die 60 Grad Wäsche, hab jetzt schmuddelig graue Handtücher und Badvorleger.
Is mir jetzt aber auch wurscht.

Montag, 21. Mai 2012

Sitz Google! ...äh Such!

So, hier mal wieder ein paar Suchbegriffe, die auf meinen Blog führten:

mutter teresa depressionen (hatte sie? echt?)
bilder weihnachtsfrauen nackt (hmpf, jetzt kommt doch erstmal der SOMMER!)
manche männer sind es nicht wert (*heftig zustimm*)
2012 wir sterben (ja sicher..ein paar wirds schon treffen...fragt sich nur wer "wir" ist)
alter esel (soll es auch geben)
goldfischglas gespräche (oh...etwas einseitig oder?)
stell dir vor ich wäre normal, das wäre doch verrückt (*lach* meine Rede!)
kind zerrissen (aua!)
brustwarzenlänge+frau (1. is das ein Mißverständnis, ich meinte da was anderes und 2. die Damen machen so einen Firlefanz nicht, wie unter der Dusche stehn und schauen wer die längsten Brustwarzen hat *kopfschüttel*)
pinke weihnachtsfrau (wann wird's mal wieder richtig Sommer...*träller*)
lass mich wieder reden (darfste nicht? Dann geh doch zum Goldfisch, der freut sich)
sex knallt besser als manche männer (muss ich das jetzt verstehen?)
***
Und sonst so?
Ich fühl mich so, wie man sich eben nach einem Schleudergang  fühlt.
Etwas durch'n Wind (der ja hier nun weht....)
Heut ist Schlaftag, beim 1.Einkauf gemerkt, wie ich immer gereizter wurde und somit ist Einkauf Nr.2 erstmal gestrichen. Muss ja nicht sein.
Aber ich bin echt, echt echt, so richtig und sowas von und überhaupt FROH weiter zu den Frischluftatmern zu gehören!!!!!! das kann ich gar nicht sagen...
Ich geh mal wieder ins Bett....





Sonntag, 20. Mai 2012

Klartext

"Dann weht hier ein anderer Wind!" war eine oft ausgesprochene Drohung meiner Mutter. Eine sehr diffuse Drohung und ich glaube, das war Absicht. Sie wußte selbst nicht genau wie sie mit uns umgehen  oder wie dieser "Wind" aussehen sollte.
Sie war total überfordert.
Jedenfalls tat es seine Wirkung. Es wehte zwar nie ein anderer Wind, aber eine Zeitlang gehorchten wir wieder sehr :)

Ich hab mir das heute selbst gesagt: "Wird Zeit, dass hier ein anderer Wind weht!"
Und im Gegensatz zu meiner Mutter weiß ich genau was anders werden soll: Meine Abgrenzung.
Mehr Klartext reden, was in mir vorgeht und was das Verhalten des anderen in mir auslöst bzw. wie ich das finde. Meine Wünsche, Bedürfnisse und evtl. auch meine Konsequenzen ansprechen.
Das ist Horror für mich.
Wie der Gang zum Schafott.
Pure Vernichtungsangst.
Als Kind darf man seine Eltern/Lehrer ect. nicht kritisieren (zumindest nicht in einem extrem autoritären Umfeld).
Dieses Verbot habe ich immer noch in mir. Die Angst vor Strafe oder allein gelassen zu werden, ließ mich viel zu lange schweigen.
Und deswegen war mir grad kotzübel als ich  meine Meinung/Gefühle mitteilte.

Das Wissen wer in mir Angst hat, half. Denn so kann ich mich besser um mich kümmern: Welche "Strafe" könnte eintreten? Ist es so schlimm, diesen Menschen evtl. zu verlieren?
Wenn ich alle Möglichkeiten durchspiele (was passieren könnte) kommt zwar Traurigkeit und noch so einiges, aber so schlimm, dass ich dran sterben könnte, ist es nicht.
 Realitätsüberprüfung nennt man das ;)
Das erste Konzert, als ich meine Meinung geigte, ging gestern in die Hose. Lag aber nicht an mir, sondern an der Technik. Trotzdem ist eine Entschuldigung von mir fällig. Und hat mich nicht gehindert, es bei der nächsten Person wieder zu versuchen.
Früher war: Schweigen, Rückzug, alles in mich fressen. Oder: Tabula Rasa in Form eines Orkans, wo danach kein Stein mehr auf dem anderen steht.

Also manchmal habe ich schon das Gefühl, dass man immer mehr Leuten klar machen muss was unter Höflichkeit/Anstand/Wertschätzung zu verstehen ist.
Andererseits: wem ich das erst erklären muss...?!?!?!

Auf jeden Fall hab ich es satt die Aggressionen, die eigentlich zu jemand anderem sollen, gegen mich zu richten.
Warum schütze ich immer die anderen anstatt mich?

Draußen weht übrigens nix. Kein neuer, kein alter, kein anderer Wind. Draußen ist es sehr schwül. 

Der Tag war heftig, zwar etwas besser als gestern, aber ich bin froh, wenn ich ins Bett verschwinden kann.
Ich weiß nicht wie oft ich den Impuls, zur Tanke zu fahren um Bier und Kippen zu holen, unterdrückt habe. Das schlaucht.

Noch was schönes,
neulich beim Bäcker:  :-)









Samstag, 19. Mai 2012

Krisendienst 1+2

Krisendienst Nr.1 rief ich gestern an. Ich dachte ein Gespräch helfe mir. Hab ja schon ein paar Mal dort angerufen. Wir stellten aber fest, es geht derzeit etwas tiefer. Daher wollten sie mich gerne stationär aufnehmen. Was natürlich für mich gar nicht geht mit Klinik/Ärztetrauma - soz.Phobie und überhaupt.
Wir machten einen Gesprächstermin heute vor Ort aus. Das war schon mal gut.
Gut war weniger die Fahrt nach München. Irgendwie hatte ich vergessen mich um eine Fahrtmöglichkeit per Auto zu kümmern.
1,5 Std. ging das Gespräch beim Krisendienst Nr.2.
 Derzeit helfen keine Skills, kein Notfallkoffer, nix was man so gelernt hat...für Notsituationen...
Aber eins wurde mir wieder klar: Selbst wenn die Sachen auf den ersten Blick  nicht helfen: wenn es danach nicht noch schlimmer ist, haben sie etwas geholfen.
So war das auch mit dem Gespräch.
Die eine Anwesende war ein Mäuschen: unsicher, überlieb, viel zu nett, überhaupt nicht klar abgegrenzt. *Schublade auf* Die hat in 3-5 Jahren bei dem Job ausgedient, weil sie völlig fertig ist..*Schublade zu*.
Also wandte ich mich an die andere.
Ich hab nun das erste Mal eine selbstverfasste Vereinbarung unterschrieben :-) In der steht was ich die kommenden 3 Tage mache, bis meine Therapeutin wieder da ist.
UFF!

Und auf der Heimfahrt:
Hab ich irgendwie vergessen, dass ja heute das große Fußballspiel hier ist *soifz*, wenn ich eins hasse, dann gröhlende, biertrinkende Massen die sich in U-bahnen quetschen und ihre Schlachtrufe in unschuldige Ohren brüllen. Irgendwie erinnerten die mich an Steinzeitmenschen, die mit Trophäen erlegtem Vieh, in ihre Höhlen zurück kehren...
Zum Glück hatte ich ein Männerpulk um mich, die nur so taten, als wären sie rotzbesoffen und leicht aggressiv...
Schön, wenn man so eine ausgeprägte Wahrnehmung hat.
Angst hatte ich da jedenfalls keine...
Puh.

Die lieben Freunde

Letztens in der Selbsthilfegruppe:
Blitzlicht am Schluß. Das heißt, jeder sagt in 1-2 kurzen Sätzen wie es ihm nun nach der Gruppenstunde geht, was er mit nimmt, was ihm gefiel oder was nicht.
Da meinten doch glatt 2 gestandene Frauen, dass sie froh seien, diese Gruppen zu haben, denn nur hier könnten sie sagen wie es ihnen geht, hier können sie offen reden. "Da draußen" nicht, da wird man doch nicht verstanden, da bekommt man nur blöde Ratschläge...
Ich war sehr erstaunt. 
Beide Frauen sind fest in eine Dorfgemeinschaft integriert. Mit Aufgaben, Traditionen, Feste usw.
Beide Frauen haben das, was man eine Großfamilie nennt. 
Alle Verwandten im Umkreis von 10km.
Beide Frauen wurden in diesen Dörfern, in denen sie wohnen, auch geboren.
Und da haben sich keine Kontakte ergeben, denen man vertrauen kann?
Das glaub ich nicht...

Ich dachte ich sei fies dran, allein wohnend, Single, kinderlos, eher unsesshaft, keine Arbeit, kein Kontakt zur Familie...
aber Leute die ich nachts um 3 anrufen konnte, die hatte ich. (Hatte ich wohlgemerkt)
Auch welche, mit denen ich offen über meine seelischen Katastrophen reden konnte und zwar außerhalb der Selbsthilfegruppe.
Also, dachte ich, bin ich wohl doch nicht so fies dran.
Weit gefehlt, wie mir jetzt klar wird.
Von wegen Freundschaft....

Was ist eigentlich Freundschaft?

http://ladypillowsblog.wordpress.com/2012/05/19/freundschaft-oder-wie/

http://www.aspiana.de/neben/kontakt.htm

Ich fahr jetzt erstmal zum Krisendienst...

Freitag, 18. Mai 2012

krank-kränker-gekränkt

Alte Wunden sind wieder aufgeplatzt. 
Neue kamen hinzu.
Ich fühle mich im wahrsten Sinne des Wortes schlachtreif.
Ich habe keine Ahnung, wie ich weitere Verletzungen (die man ja nie ausschließen kann) überstehen soll.
Ich dachte, ich wäre derzeit sowas, was man stabil nennt.
Ich würde gerne weinen und kann es nicht.

Ich glaube das schlimmste sind nicht einmal die Verletzungen, die Kränkungen, das ignoriert-werden, das nicht gesehen werden.
Das schlimmste ist, dass ich eine riesen Panik habe, dass dem anderen zu zeigen, (damit würde ich mich ja wieder offen und somit verletztbar machen) zu sagen. Nein, sagen geht überhaupt nicht. 
Wenn dann nur schreiben. 
Mit ganz viel Übelkeit und Herzrasen und Watte im Kopf.
Diese Angst und enorme Scham mich so zu zeigen, was ich gerade fühle (all der Schmerz, die Wut) läßt mich destruktiv werden. Ich richte all die Wut, die Aggression gegen mich. Wenn ich schon dem anderen nix antun kann, dann wenigstens mir. Sei es, dass ich zuviel saufe und rauche, nicht genug oder falsch esse, in den Kaufrausch verfalle, zu schnell und zu riskant Auto fahre, oder mit dem Leben ganz abschließen will.

Gestern kam er, wie aus dem Nichts, der unwiderstehliche Drang vor ein Auto zu laufen, zu saufen, zu rauchen...

Keine Sorge, solange ich das noch so klar sehe, was da abgeht, mache ich nichts.(bzw. mache ich schon etwas, nämlich mir Hilfe holen)!
Vor allem ist mir so klar, wie noch nie zu vor, dass ich mich damit selbst weiter kränke und somit das weiter führe, was der andere angefangen hat.
Den Schaden den ich mir zufügte, fühlte sich an, als würde ich den anderen damit schaden! 
Es fühlte sich an, als würde ich dem anderen eins auswischen! Verrückt!

Heute kenne ich den Unterschied. Und mache es anders. Nämlich das was man tut, wenn jemand verletzt ist: Ihn gut behandeln, ihm helfen, ihm das geben was er braucht, ihm zuhören und trösten.

Was kommt eigentlich in der Verarbeitung nach Hackfleisch? Leberkäse? Fleischbrei? Ich frag nur, weil ich mich schon nicht mehr wie Hackfleisch fühle sondern wie....ja...wie?

Donnerstag, 17. Mai 2012

Vergrab dich nicht zu sehr...

... meinte letztens eine Bekannte.
Oh doch und wie ich das tue!
Und wie gut es mir damit geht!

Es gibt diese Zeiten, in denen ich weder Menschen noch das Alleinsein ertragen kann.
Das ist ein doofer Zustand. Man steckt in einer patt-patt-Situation: Egal was, es ist nicht richtig.
Dann gibt es die Zeit, in der ich gerne mit Menschen etwas erlebe. Gut, der ist recht selten, kommt aber vor.
Und dann gibt es die Zeit, in der ich mich absolut wohl fühle, wenn ich alleine bin. Über längere Zeit. Mit keinem reden muss, kein schlechtes Gewissen habe, wenn ich  eine Verabredung absage, weil ich mir selbst so nah bin und mir das nicht wieder durch andere kaputt machen  will. Der Zustand ist auch sehr selten, leider, denn in dem fühl ich mich am wohlsten:
Keine Verantwortung für andere. 
Erinnert mich an die Zeit, als ich in eine psychosomatische Klinik ging. Jeder wußte, dass ich erst mal nicht zu erreichen bin. Doch die Klinik war der blanke Horror (heute kann ich über dieses Friede-Freude-68er-Gedöns lachen) und ich reiste noch am selben Tag wieder ab.
Und dann das Paradies: Nur eine wußte, dass ich wieder zuhause bin (die Frau die meine Hausschlüssel hatte), ansonsten dachten alle, ich habe anderweitig zu tun.
Herrlich, kein Telefon, kein Gedanke:"Ach da müsste ich auch mal wieder melden!" kein Termin...nix. Völlig egozentrisch konnte ich tun und lassen was ich wollte. Und mich nur auf mich konzentrieren!
In solchen Momenten, wäre ich in den tiefsten Wäldern Schwedens sehr sehr glücklich ;)
Derzeit bin ich wieder auf diesem Alleinsein-trip. Das erkenne ich u.a. auch daran, dass ich "wenig emotional mitschwinge" wie es so schön im Klinikbericht hieß. Man könnte auch sagen, dass ich kalt sei und mir die Belange der anderen (meist der näher bekannten Menschen) ziemlich sonstwo vorbei geht. *schulterzuck* is halt so...
Es ist auch nix anderes als purer Selbstschutz.  
Weitere Verletzungen ertrage ich nicht mehr.
Ich habe das Gefühl, dass ich wieder "ganz" bin. Alle verstreuten Fragmente fügten sich wieder zusammen.
Unter psychischer Integrität versteht man:
*Geschütztes Rechtsgut,das das Empfindungsleben,die Vorstellungswelt,das Gefühlsleben,die Selbstachtung,die Willens-und Betätigungsfreiheit und das Recht auf Identität,Individualität und freie Entfaltung der Persönlichkeit umfasst.*
Das alles fiel für lange Zeit unter "Fremdwörter" die ich weder kenne , noch verstehe. Langsam komme ich dahin. Und aus Angst, dass mir das wieder jemand zerstört, bleibe ich lieber allein. Ich glaube für meine Eltern wäre diese obige Erklärung so ungeheuerlich und schwer zu verstehen, wie für die damaligen Menschen der Beweis, dass die Erde rund ist!

Zitat Arno Gruen
Selbsthass entsteht durch autoritäre Erziehung, durch Erziehung zum Gehorsam. Das eigene Sein des Kindes wird nicht akzeptiert. Stattdessen muss es den Erwartungen der Eltern entsprechen. Die eigenen Bedürfnisse des Kindes haben keinen Platz. Was ein Kind in sich spürt, muss verborgen werden, weil es die Beziehung zu den Eltern gefährdet. Das kann ein Kind sich nicht leisten, denn es ist auf die Versorgung durch die Eltern angewiesen. Um diese Versorgung zu sichern, muss ein Kind das Eigene, das von den Eltern zurückgewiesen wird, beiseite schieben. Das Eigene wird als etwas Fremdes abgespalten, das Kind entfremdet sich von seiner eigenen Sichtweise und seinem eigenen Erleben. Um überleben zu können, arrangiert sich das Kind mit den Eltern - es fängt an, die Eltern, so missbrauchend und lieblos sie auch sein mögen, zu idealisieren. Das Kind kann die Eltern nur dann als liebevoll erleben, wenn es ihre Grausamkeit als Reaktion auf sein eigenes Wesen interpretiert - die Eltern sind grundsätzlich gut; wenn sie einmal schlecht sind, dann ist das Kind selbst daran schuld. Damit übernimmt das Kind die lieblose Haltung der Eltern sich selbst gegen über. Alles, was ihm eigen ist - seine Gefühle, seine Bedürftigkeit, seine Art der Wahrnehmung wird zu einer existenziellen Bedrohung und deshalb gehasst.

Die Identität, die ein so erzogenes Kind entwickelt, orientiert sich nicht an eigenen inneren Prozessen, sondern am Willen einer Autorität. Zugleich aber lauert im Hintergrund die Wahrnehmung über die Eltern, wie sie wirklich sind. Das macht dem Kind Angst, es muss sich vor dieser Wahrheit schützen, indem es auf dem idealisierten Bild, der Pose der Eltern beharrt. Deshalb hasst es alles, was es an das abgespaltene Eigene erinnert.
Ich kann alle Bücher von Arno Gruen wärmstens empfehlen!
Ich stecke zwar derzeit nicht im Selbsthass, aber doch in einem ziemlichen Ärger auf andere und dieses Zitat war meine frühere Wahrheit.
Mir scheint, dass ich entweder  nur bei meinen Belangen,  Gefühlen, Wahrnehmung oder bei denen meines Gegenübers sein kann.
Eine gesunde Mischung von beiden ist mir derzeit, wenn überhaupt,  selten möglich.
Heute orientiere ich mich an meinen eigenen inneren Prozessen...
http://menschwerdung.wordpress.com/2012/04/07/depression-und-uberforderung/

http://www.alice-miller.com/leserpost_de.php?lang=de&nid=2752&grp=0809

Mittwoch, 16. Mai 2012

Wie es ist...

Ist ja leider nicht so, dass ich derzeit ständig Blümchen ausatme und mir Sonne aus dem Hintern scheint.
Nein, nein, es gibt da auch die ganz tiefen dunklen Täler, die ich  sehe und durch die ich gehe.
Viel Schmerz und Traurigkeit ist da, seit ich der Vernebelungsmaschine (Familie) adieu gesagt habe und mich selbst auch nicht mehr verneble (rauchen). Man sieht soviel besser.
Aggressiv bin ich auch oft, sehr oft. Bei dem kleinsten Rempler könnte ich austicken, aber so richtig. Was mich erschreckt.

Zum einen kommt das daher, dass ich von 2 Freunden sehr enttäuscht bin. Ich fühle mich verletzt. Mit der einen habe ich es geklärt, aber der Stachel sitzt nun mal. Die andere weiß gar nicht, wie es mir in Bezug zu ihr derzeit geht und ich scheue mich das anzusprechen.
Zum anderen arbeitet das ganze Vater/Muttertagsgedöns in mir. Ich habe es zwar für mich geregelt, dass ich da ohne schlechten Gewissens nichts mache, aber das warum ich es (nicht) mache, all die Gründe und wieder: all die vielen Verletzungen kommen wieder (oder überhaupt erst!) ins Bewußtsein.

Und dann ist da noch etwas..wie jedes Jahr im Mai, sind da nicht nur all die anderen Feierlichkeiten, sondern auch meine eigene.
Heute hab ich mein 32.Lebensjahr voll gebracht, es geht auf in das 33. !
Das erste Mal Geburtstag ohne Familie. Klang erstmal furchtbar.
Dann die Hoffnung: vielleicht melden sie sich ja doch. Gestern der Realität mal in die Augen geguckt: ne die werden sie nicht.
Im Grunde ist das auch nicht schlimm. Schlimmer waren die Geburtstage "mit". Mit den Lieblosigkeiten, Heucheleien und Beschämungen.

Ich mache heute nix besonderes, weil mir nicht danach ist. Und zwanghaft Blumen, Kuchen, Feiern..ist mir zu blöd. Ich gönne mir die Blumen, Kuchen und Feiern lieber dann, wenn ich es auch will. So wie der Ausflug gestern.

Was ich heute tun werde ist atmen..ganz bewußt und ganz tief atmen...

Denn ich könnt heute 100 Kippen hintereinander rauchen...was ich nicht tun werde. Denn am 16. März also  vor genau 2 Monaten ließ ich den Scheiß (das Datum kann ich mir daher super merken *g*)

http://zenmonkey.de/atme/

Dienstag, 15. Mai 2012

Seensucht nach Seeluft

Hatte ich schon vor Tagen: Den Gedanken und starken Wunsch alleine an den Starnberger See zu fahren.
Und da ich heute eh noch in der Stadt was erledigen musste/sollte wollte, kam mir das grad gelegen.

Also los!
Die Eisheiligen sagten auch brav Hallo so am frühen Morgen und ich nahm die Handschuhe mit, denn manchmal spar ich mir die Hälfte der Fahrkarte, in dem ich mit dem Rad 3 Dörfer weiter fahre. 
So ist mein Sportpensum des Tages auch erreicht.

In der Bahn: Herrlich dieses Gefühl, dass ich jetzt nix muss, aber alles kann! Neben mir Krawattenträger die schon mal mit dem Büro telefonieren, hinter mir paar Schulmädls, die den gestrigen Besuch eines Freundes einer Mama von einer der Mädls (watn doitsch) durch die Mangel drehn. O-Ton der einen:" Also mir tun hübsche alleinerziehende Männer voll leid!" (hätt fast laut losgelacht MIR AUCH!! ;)). Antwortsatz ihrer Nachbarin:" Und Geld hat der!!!" Inklusive einiger Beispiele warum sie so eine Vermutung hegt. (hätt fast los gebrüllt: gib die Nummer von dem Typ her!Aber flott!!). Naja muss ja nicht übertreiben :-)

Irgendwann das erledigt was ich erledigen wollte und dabei Küßchen abgesahnt.
Gnaaaaaaaa....AUS! STOP!
Ich mag das doch nicht....man ej....
Ich mag die Frau sehr. Das hat überhaupt nix mit ihr zu tun. Ich weiß auch, dass sie das eher aus schlechtem Gewissen gemacht hat, bzw. als Tröstungsaktion wo es nix zu trösten gibt...aber ich kann das nicht ab, jemanden den ich erst vier oder fünf mal sah, so nah an mich ran zu lassen.
Sowas kann bei mir schon mal Jahre dauern, dass mir körperliche Nähe mit jemand anderem Spaß macht und nicht noch mehr Streß macht. Nunja.

Schnell wieder in die Bahn und weiter. Weit war es zum Glück nicht mehr.
Und da lag er vor mir: Der See!
Durch kleine Wellen sanft gekräuselt, die Sonne glitzerte dadrauf, einige Segler waren unterwegs und...Stille!
Geil! 
Ich fand nach einem sehr schönen Fußmarsch einen einsamen Steg...leise gluckerte das Wasser, der Duft von frisch gemähtem Rasen umwehte meine kleine Stupsnase, in der Ferne die schneeweißen Gipfel der Alpen...Frieden!

Fast. 
Denn kurz bevor mein Hintern die Holzbretter des Steges berührten, stapfte hinter mir ein Typ gradewegs auf mich zu.
HimmelArschundZwirn! Geht denn keiner mehr um diese Zeit arbeiten?
Ich ließ mich nieder, atmete das fünfte mal tief durch und vergaß doch tatsächlich, dass da keine 3m neben mir, jemand war. 
Bis hinter mit ein sehr bekanntes, sehr unangenehmes Geräusch war: 
Der Rasenmäher.
Ich fasse es nicht.
Diese scheiß Überbevölkerung!
Ich linste zu dem Typ: Saß der da in völliger Versunkenheit meditierend!
(deswegen vergaß ich den gleich, er rauchte nicht, telefonierte nicht, zappelte nicht rum...so mag ich Menschen).
Braver Mann.
Guter Mann.
Ich hab gar nix gesagt.

Trotz allem hab ich es zwei Stunden sehr genossen. Diese Luft! Alles an Anspannung fiel von mir! Was eine Wohltat! Ich liebe so kleine Unternehmungen alleine. Wenn ich mir Herzenswünsche erfülle. Und das ich das heute tun konnte, empfinde ich als Luxus. So einen Luxus mag ich :-)

Später am Kiosk tat ich auch so, als wär ich Touristin und kaufte eine Postkarte. Die bekommt ein lieber Freund. Vielleicht meldet sich doch ein klitzekleines schlechtes Gewissen, dass ich mir das alleine gönnte?

Ach was.

Soviel Bewegung
Soviel frische Luft
Soviel Seelenruhe

Da schick ich Euch
tiefentspannte Grüße

Montag, 14. Mai 2012

Horrorskop

Auf geht's in eine neue Woche!
Was die wohl so bringen mag?
Ich hab mal höchstpersönlich in die Sterne gekuckt, ja ok der Mond hat mir ein wenig geholfen :-)

Widder:
Na der Saturn macht Ihnen aber schöne Augen! Entspannen Sie sich und flirten einfach mit!

Stier:
Sie sind der König des Tages! Seien Sie mal nicht so geizig und geben eine Runde aus!
Zwilling:
Immer schön nach rechts und links gucken beim überqueren der Straße. Es gibt genug Leute die Ihnen ans Bein pissen wollen. Also: Vorsicht!
Krebs:
Jetzt zwicken Sie doch mal ordentlich zurück, anstatt sich ständig in ihrer Höhle zu verkriechen. Mann oh mann!
Löwe:
Sie verweilen schon zu lange im 12. Haus. Kriegen Sie endlich Ihren Arsch mal wieder hoch!
Jungfrau:
Sie werden heute morgen aufwachen, aufstehen und abends wieder ins Bett gehen. Wie..langweilig? Seien Sie froh, dass Sie das können!
Waage:
Hübsches Kostüm. Und wen wollen Sie damit beeindrucken?
Skorpion: 
Ach, machen Sie doch was Sie wollen...
Schütze:
Also Ihre neue Frisur...Unschlagbar. Heute jedoch sollten Sie sich mal neue Schuhe gönnen!
Steinbock:
Immer mit der Ruhe. Es ist halb so schlimm. Ehrlich! Aber warum müssen Sie auch immer alles so heiß essen, wie es gekocht wird?
Wassermann:
Ohje, da haben Sie aber einiges wieder gut zu machen...Mit dem Bock den Sie abgeschossen haben...vielleicht sollten Sie zum Jäger umschulen?
Fische:
Sehr gut machen Sie das! Immer weiter so!

Sonntag, 13. Mai 2012

Innen

Ich bin weiter viel im meinem Inneren. Und das ist gut so.
Ich habe das Gefühl, die Verbindung zu mir selbst, ist sehr stark. 
Das ist auch gut. Sehr gut. Weil ich die viel zu selten habe.
Ich verurteile mich nicht mehr, für das was ich fühle.
Wie man etwas tut oder nicht, was man zu wollen hat oder nicht,
entscheide ich, für mein Leben, ganz alleine.
 
Egal ob es um die Gestaltung des Schlafzimmers geht  (ich muss mich drin wohlfühlen und nicht der Mann der  vielleicht irgendwann einmal mit mir das Bett teilt) oder um die Auswahl meiner Kleidung (wenn mir eben mal nach burschikos-jugendlich ist, dann ist mir halt danach)....

Heute morgen bei einer kleinen Radrunde wurde ich traurig, weil mir einfiel, dass ich wirklich so etwas wie Privatsphäre sehr sehr lange nicht  kannte.
Eigenes Zimmer gab es erst mit 12J. und selbst das war nicht "sicher".
Meiner Mutter bediente sich immer wie selbstverständlich an meinen Sachen.
Selbst unser Spielzimmer das außerhalb der Wohnung war, musste wir mit einem Holzstock unter der Türklinke sichern.
Und genauso ging es immer weiter, vor allem mit einem Partner mit dem ich zusammen wohnte.
Aber selbst als ich endlich eine eigene Wohnung hatte, ließ ich da Menschen rein, die ich da eigentlich nicht haben wollte. (das alles hatte ich nur nicht gespürt, so sehr war ich von mir und meinen Gefühlen entfernt).

Jetzt ist es immer ein kleines Freudenfest, wenn ich spüre was ich will oder nicht und mir das erlaube und mich keine kritisierenden Stimmen malträtieren. In solchen Zeiten gibt es die Wörter "man-müßte-sollte" nicht!
Eine ehemalige Kollegin sagte oft zu den Kindern "Ich will... gibt es nicht. ".
Da wird mir heute noch schlecht...

Gestern spürte ich aber: Das Schmuckkästchen von meinen Eltern will ich nicht mehr. Also sah ich mich um, was mir gefallen würde und kam auf ein kleines Holzschränkchen, das ich in dunkelrot/schwarz/weiß mit goldenen Perlen und aufgeklebten goldenen Sternchen verzierte.(Fotos wurden leider nix).
Das gefällt mir nun richtig, es hat etwas von Prinzessin und orientalischem Flair.

Weil es so gut paßt,
hier noch ein Video, dass den Weg von der Fremdbestimmung zur Selbstbestimmung auf musikalische Art zeigt :-)







Freitag, 11. Mai 2012

Wunder Nr. 4

Wunder Nr.4 lautet:
"Mein Körper gehört mir!"

Wahnsinn oder? 
Ich weiß nicht wie ich das die letzten 32 Jahre meines Lebens nicht wissen konnte. (tja, ich weiß es schon, aber es ist so unglaublich).
Das ist fast so, als würde ich erst jetzt feststellen: 
Wow, das Gras ist ja grün!
Mir wurde immer eingeredet es sei mal lila, mal grau, mal durchsichtig.

Ich komm mir jetzt auch nicht blöd vor, diese..meine neue Wahrheit zu verkünden.
Denn ich glaube, dass es ganz vielen Menschen, vor allem Frauen und Kindern eben auch nicht bewußt ist. 
Wüßten das mehr, hätten mehr Menschen ein anderes Körperbewußtsein und mehr Selbstvertrauen zu sagen: Nein! Finger weg!

Ich darf entscheiden, wer mich wo und wann anfassen darf. Oder eben nicht!
Mir wurde etwas anderes vermittelt.

Dass es sexuelle Gewalt an Kindern gibt, ist ja schon bekannt.
Dass es auch Eltern sind, die mißbrauchen, ist auch bekannt, wenn auch noch zu sehr an der heiligen Elternliebe festgehalten und der Rest verdrängt wird (Eltern lieben ihre Kinder doch! Die tun sowas nicht!).
Wenn schon Eltern, dann ja eher der Vater. In der Fachliteratur heißt es: Über 90% der Sexualstraftäter sind männlich.

Dass die Mutter doch auch... ist noch nicht weit gesickert. Siehe Mythos Mutterliebe. Aber wenn schon die Mutter, dann verbreitet sie doch eher emotionale und körperliche Gewalt! (zaghaftes "oder"?).
Was? Mütter mißbrauchen auch sexuell? Unvorstellbar....(empörte Gesellschaftsmeinung).
Wenn schon, dann vergreifen sich Mütter doch an ihren Söhnen. So von wegen gegengeschlechtlich...

Mütter vergreifen sich sexuell an ihren Töchtern ?????
("völlig unmöglich, das gibts nicht, das schlägt ja dem Faß den Boden aus!!"" - empörte Gesellschaftsmeinung!!!).

JA gibt es.
JA es schlägt dem Faß den Boden aus.
DOCH es ist möglich. (und passiert wahrscheinlich öfter als man glaubt/glauben will).
Deswegen werden sich auch die Prozentzahlen irgendwann einmal verschieben!

Sexuelle Gewalt durch Frauen kommt erst langsam in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Ich fand noch recht wenig im Netz, habe aber auch nicht sonderlich lange recherchiert. Weibliche Gewalt ist anders, subtiler, weicher, versteckter und dennoch: genauso schädlich. Vor allem weil es weniger offensichtlich ist.
(wenn man bedenkt wieviele Frauen in der Kranken-und Kinderpflege tätig sind und dass diese ein gutes Bild abgeben: fürsorglich, pflegend, aufopferungsvoll, gütig...da kommt doch keiner drauf, dass die auch mal...so wenn keiner hinschaut...)

Und am Sonntag ist Muttertag.
Zum Glück habe ich das schon vor Jahren  für mich abgehakt. Schlechtes Gewissen ist nicht mehr vorhanden.
Trotzdem verspüre ich eine große Übelkeit... die tolle, liebe Mama
die sich ihren Spaß bei ihren Kindern holt, wird geehrt und gepriesen...

(PS: Und ich habe es geschafft die Mail an meine Therapeutin zu schicken. Es geht mir gut damit. DAVOR war ich im Wald, gönnte mir das Gute zuerst. War sehr passend: Jetzt bin ich ko und brauch mein Bett.
Und allein die Bewusstmachung warum ich derzeit wieder so unruhig agiere, half. Lieber mach ich meine 1000 Projekte, auch wenn das süchtigen Charakter hat. Es ist lange nicht so schädlich, wie rauchen oder saufen.)

Denn heute habe ich meine 8. cleane Woche voll. 
Das will ich mir doch nicht versauen!


Donnerstag, 10. Mai 2012

Therapieschnippsel

Ich erlebe derzeit täglich drei Wunder:
1. ich rauche nicht mehr.
2. ich bekomme Rente.
3. es darf mir wirklich gut gehen und ich darf es mir leicht machen.
 Ja, tatsächlich fühlt sich all das für mich unreal an. Mal stärker, mal schwächer.

Ich weiß jetzt womit ich meiner Therapeutin eine Freude machen kann *jippieh*!

Wenn mir nicht nach Menschen ist, ist mir nicht nach Menschen und ich sollte das ernst nehmen, denn das hat meist einen guten Grund! Gestern bei der Tafel schier ausgeflippt.

Ich glaube meine derzeitige Überaktivität und wieder mal der Rückzug heißen: Da rumort was in mir und ich will es nicht fühlen. Jau, da wären einige Trigger, die ich so lapidar mehr oder weniger weg schob. Werde mich heute nachmittag mal hinsetzen und schauen, was da so ist.

Das Thema das mir seit dem Muttertraum schwer zu schaffen macht, konnte ich heute nicht ansprechen. Ich brachte es nicht über meine Lippen und das war gut so. Ich habe diese Grenze respektiert und gesagt, dass es nicht geht. Den inneren Familienchor ala :" Jetzt sag halt, irgendwann muss es eh raus, stell dich nicht so an..." hab ich ignoriert. Sonst hab ich immer mein Gefühl ignoriert, meine inneren Stopzeichen. Fortschritt!
Angebot von der Therapeutin: es per Mail schreiben, damit sie schon mal weiß worum es geht. Wir sehen uns ja erst in 14 Tagen wieder.
Erleichterung! Mit schreiben hab ich fast keine Probleme. Dieses Thema kann ich nur mit ihr anschauen und wenn es da auch nicht ginge, wär das sehr sehr blöd.
Früher konnte sie mir die Option nicht anbieten, weil es technisch noch nicht eingerichtet war. (und ich dachte schon, sie will mir das nicht anbieten).
Werde das also morgen schreiben. Vielleicht wird es dann mal ein wirklich ruhiges (vor allem innerlich!!) Wochenende. Ich will mal wieder raus in die pure Stille fahren und das auch genießen können.
Und nicht wie jetzt; hibbelig von einem Projekt zum nächsten hüpfen und trotz Müdigkeit und Hunger nicht aufhören können. 
Ist Qual. 
Ist wie Sucht.

Und nachdem ich das aufgeschrieben habe, bewußt etwas schönes anderes tun. (damit die Gehirnareale die für die angenehmen Gefühle zuständig sind aktiviert werden und ich nicht in Verzweiflung/Depression hängen bleibe)

Habe mir vorgenommen, noch einmal so einen Minikuchen zu backen! *freu*

Mittwoch, 9. Mai 2012

Träume - Eltern

Ich bin weiterhin begeistert, wie ich in meinen Träumen agiere.

Heute Nacht habe ich meine Mutter rausgeschmissen, bzw. ich habe sie aus meinem Bereich getragen (!) weil sie nicht gehen wollte.
Was davor passierte hat mich fast getriggert und kommt morgen in die Therapie. Wollte ich eigentlich nicht, weil die Woche drauf Feiertag und somit keine Therapie ist. 
Ich werde es am Anfang nur kurz anreißen und dann ein weniger belastendes Thema nehmen, um nicht dem neu geöffneten Thema offen hinaus gehen zu müssen.
Es war auch gut, dass ich davon aufwachte, denn so konnte ich es mir notieren. Es ist wichtig, weil das der Grund sein könnte, warum ich seit Jahren Sex und ähnlichen Körperlichkeiten aus dem Weg gehe und auch davor war mir nie wohl dabei, machte aber mit, um normal zu sein. Nicht gut, aber immerhin sorge ich da jetzt  gut für mich.

Letztens träumte ich auch von meinem Vater. da wurde klar, wie gerne er mich als klein und abhängig haben würde, eben ein kleines Kind, weil er vor allem anderen Angst hat und überfordert ist.

Beide kamen ständig mit ihren Anliegen zu mir: Meiner Mutter hab ich bei Bewerbungen geholfen, gezeigt wie man Fahrpläne liest und ihr Mut zugesprochen, dass es wirklich toll ist, auch mal alleine zu wohnen!
Wenn ich traurig war, kam sie auch noch mit ihrer Bedürftigkeit zu mir.

Bei Vatern ist es ähnlich und trotzdem anders. Ebenso bei meiner Schwester. Das will ich jetzt aber nicht ausführen.

Klar wurde mir noch einmal: Ich war ständig in diesem "Double-bind" gefangen: Kümmerte ich mich um mich, zuppelten die Eltern wieder an mir: ich solle doch mal und könne doch nicht...sie hätten ja auch für mich...usw.und mein enormes schlechtes Gewissen: Ich kann doch meine Eltern nicht im Stich lassen!
Kümmerte ich mich um meine Eltern, ging ich drauf.
Um mich und Eltern gleichzeitig kümmern ging auch nicht.
Völlige Hilflosigkeit, Handlungsunfähigkeit und Angst (um die pure Existenz, man fühlt ja das die Eltern nicht fähig sind Verantwortung zu übernehmen!!!).

Deswegen fühle ich mich derzeit so befreit! 
Die gefühlten Kleinkindern an meiner Seite sind weg. (reale Kinder werden irgendwann groß, selbstständig usw. bei den Eltern wird es eher immer schlimmer, da der geistige, körperliche Verfall dazu kommt.)
Nichts zieht mich herunter. 
Ich darf mich aufrichten (im wahrsten Sinne des Wortes, ich habe nicht umsonst einen Rundrücken).
Ich darf mir nur noch Gedanken um mich machen.
Das schlechte Gewissen hab ich irgendwo abgeladen und da liegt es immer noch und bleibt auch dort.

Kurz: Ich stehe nicht mehr zur Verfügung!

Dienstag, 8. Mai 2012

... des Tages

Trauer des Tages:
Schade, der hübsche Hermes-boy hat einen nigelnagelneuen funkelnden Ehering am Finger. Egal. Gucken darf man ja. Flirten auch :-)

Ohrwurm des Tages:


Gedanke des Tages:
Sollte ich vielleicht doch mal jemanden anrufen, um nach Tagen wieder ein Gespräch mit einem Menschen zu führen, das nicht nur aus "Hallo-blabla-ja-danke-auf Wiedersehen besteht? (wobei das ja kein Gespräch ist...)
Antwort: NEIN! Ich liebe es weiterhin mich tief in Themen zu graben die mich gerade interessieren. Mein Kopf leistet mir sehr gute Gesellschaft. Ich vermisse nix.

Morgen bei der Tafel muss ich lang genug wieder "sozial" sein und am Donnerstag ist Therapie. Das reicht dann wieder. Zur Not quatsch ich den Hund voll :-)

Montag, 7. Mai 2012

Wenn der Hund ohne Leine ist...

..dann kann er hierhin und dorthin, schnüffeln, buddeln, laufen, jagen...er ist frei.
Anders der Hofhund an der kurzen Leine. Er sieht immer denselben Ort.
Ich fühle mich derzeit, als wär ich das erste Mal ohne Leine unterwegs. Ich sprühe vor Ideen, ich schreibe, bastel, lese...eigentlich müsste mein Hirn langsam qualmen. Aber nein, es läuft gut so auf Hochtouren, endlich mal laufen lassen, ohne übernommene unsinnige Verbote, ohne inneren Kritiker oder inneren Familienchor. Einfach mal schauen was da so ist zwischen meinen Ohren.
Es ist herrlich, ich genieße es, ich habe das Gefühl, als wären 10 Hundewelpen in mir ausgebrochen und erkunden das Leben!
Anstrengend ist es auch, ich komme schwer zur Ruhe. Denn sobald ich liege oder döse fallen mir erst recht neue Ideen ein.
Es ist auch eine Anspannung da, durch die Verzettelung. Die tut mir nicht gut. Früher hab ich genau da sehr viel geraucht. Und dann steht da neben mir eine junge, gut gestylte Frau mit Bier und Kippen und sofort denke ich: Das ich das jetzt auch brauche. Diese Frau verkörpert das, was uns auch die Werbung vorgaukelt: Dass das alles cool ist und zu einem hippen Leben dazu gehört. Ich stelle mir die Frau in 20 Jahren vor, beiße die Zähne zusammen, dreh mich um und gehe schnell nach Hause.
Um also meinen Geist und meinen Körper wieder etwas zur Ruhe zu bringen, zog ich ein gutes altes Buch raus:

Denken mit Henry David Thoreau: Von Natur und Zivilisation, Einsamkeit und Freundschaft, Wissenschaft und Politik

 Der Mann der in den Wald zog um das Leben kennen zu lernen. Das wahre Leben!
Einige Zitate:
"Überflüssiger Reichtum kann nur Überflüssiges kaufen."

"In der Gesellschaft vieler Menschen oder mitten im sogenannten Erfolg finde ich mein Leben unbedeutend und meine Stimmung sinkt schnell."

"Wir verzetteln unser Leben in Kleinigkeiten. Einfachheit! Einfachheit! Führe Buch auf deinem Daumennagel. Es wird zu schnell gelebt, man hält es für wichtig, dass die Nation Handel treibt, Eis exportiert, über den Telegraphen (!) spricht und dreißig Meilen in der Stunde zurücklegt." 

"Warum leben wir denn in solcher Hast und Verschwendung?(Thoreau lebte von 1817 bis 1867 - Was würde er zu dem heutigen Treiben sagen?)"

"Wie hohl und wirkungslos unsere gewöhnliche Konversation doch ist! Oberfläche trifft auf Oberfläche. Wenn unser Leben nicht mehr nach innen gewandt und privat ist, entartet die Konversation zu reinem Klatsch. Wir stoßen selten auf einen Menschen, der uns Nachrichten überbringen kann, die er nicht in der Zeitung gelesen oder von einem Nachbarn erfahren hat, und meistens ist der einzige Unterschied zwischen uns und unserem Mitmenschen der, dass er die Zeitung gelesen hat oder zum Tee eingeladen wurde und wir nicht. In dem Maße, in dem unser inneres Leben versiegt, gehen wir regelmäßiger und verzweifelter zum Postamt. Du kannst dich darauf verlassen, dass der arme Kerl, der, stolz auf seine ausgedehnte Korrespondenz, mit der größten Anzahl von Briefen herauskommt, von sich selber lange nichts mehr gehört hat."

Ich atme auf, entspanne meinen Körper, räume meine Wohnung auf, weil mich jetzt die vielen Gegenstände und das Chaos um mich herum nerven...

und ja, manchmal würd ich auch gerne in einer kargen Hütte leben....

Sonntag, 6. Mai 2012

Sonntagsgeschäft


 Endlich mal wieder meine Morgenrunde geschafft. Sonntag morgen 6:30: Die Welt spielt Heidiland = alles in Ordnung. KEIN Lärm, ich sehe richtig, wie sich meine Nerven entspannen. Ich schlender Richtung Wald und Wiese. (schlendern sollte wieder viel mehr Beachtung finden! Ich führe somit Schlenderstunden ein *g*) Erblicke 3 Nistkästen nebeneinander und aus allen piepst es jungvöglerisch (klingt das jetzt pornographisch?), bleibe stehen, gucke hoch, sehe aber nur die herausgestreckten Mittelfinger Schnäbel. Mutter Amsel paßt das gar nicht und schnauzt mich schräg von der Seite an. Is ja gut, nur kein Streß am Sonntag...und ich schlender weiter...
Die nächste Wegstrecke geh ich barfuß. Hab ich mir vorgenommen: Sooft es geht, barfuß laufen. Ich find braungebrannte Füße, ohne überschüssige Hornhaut, dafür mit lederner Sohle und durchtrainierten Muskeln suuuper hübsch! Will ich haben. Werd ich haben.
Hier und da hüpft ein Reh durchs Feld, ein abgerissener Ast hängt noch im Baum und aus seiner Wunde tropft das Harz. Ich glaub Bäume haben auch Körperempfindungen, mensch das muss doch sauweh tun...der arme...ich tätschel ihn, murmel ein „wird schon wieder“ (vielleicht sollte ich doch mal wieder mit einem Menschen reden? Ne, paßt mir grad nicht.) und schlender weiter.
Erklimme einen tollen Hochsitz und bleibe auf den Stufen sitzen. Die haben den genau richtigen Abstand für mich zwischen den abgestützten Füßen, dem Hintern und den Ellbogen. Könnt ewig so sitzen. Bis mir der Gedanke kommt, dass da vielleicht DOCH ein Jäger oben im Häusle hockt und mich verscheuchen will: Gleich hält er mir die Schrotflinte an den Hinterkopf und....
Ich gehe weiter, inzwischen wieder mit Schuhen, da kann ich schneller laufen. Trotzdem genieße ich die Luft! Die würzige Luft! Ich dachte echt, die gabs nur in meiner Kindheit, aber jetzt wo ich nicht mehr rauchen muss, darf ich erfahren: Die gibt’s immer noch und die gab es immer (und wird es hoffentlich immer geben!)
Zuhause angekommen gab’s sowas komisches wie: Debreziner mit Fenchel/Karottengemüse auf Kartoffelbeet verpanscht mit Frischkäse und Ketchup. Macht zumindest satt. Es ist Vollmond und das merke ich: Hibbelig bis zum Anschlag. Kaum den letzten Bissen herunter geschlungen geht’s weiter mit Notizen aufschreiben, Blogeinträge vorbereiten, Projektbuch anlegen:


Damit ich sein kann, wie ich bin – Hilde Domin
und so weiter. Das Buch dient dazu, all meine Ideen bezüglich Lebensgestaltung, Jobvorstellungen, Freizeitideen..kurz: alles was mir einfällt was man so machen kann, wird hier hinein geschrieben. Ob schrullig, unrealistisch, altbacken, egal! Man denke an Leonardo da Vinci, der hatte auch solch Notizbücher und wie vielseitig der Mann war!!! Was dann wirklich umgesetzt wird, steht auf einem anderen Blatt. Aber die Sicherheit, dass ich nix mehr vergesse (diesbezüglich) läßt mich ruhiger werden.
Danach stelle ich entsetzt fest, dass ich etwas tue, was meine Mutter immer gern tat: Bügeln mit Musikberieslung aus den 70ern. Schlager goes on! Und ich kann noch alle Texte und Melodien. Nur, dass meine Mutter nebenher noch mindestens eine Flasche Sekt killte. Das ließ ich aus. Spaß hats trotzdem gemacht.
Zwischendurch noch Haare waschen, Füße schrubben, Wanderrouten ausfindig machen, lesen, abspülen, Tiramisu und Kirschkuchen vernichten, dem Regen zuschauen, atmen...und das allerwichtigste: Der Stille lauschen!

(sorry, mein Programm mag keine Absätze mehr!)

Samstag, 5. Mai 2012

Feierlich zumute

Ja, mir ist heute irgendwie feierlich zumute :-)
Der Blog feiert am 17.Mai sein zweijähriges Bestehen. 
Man soll ja nicht vorfeiern...aber ich tue es heute, weil mir einfach danach ist!
Und möchte hiermit allen recht herzlich danken, die mitlesen und kommentieren. Macht richtig Spaß mit Euch! :-)

Blümchen stehen schon da:

 Und Kuchen gibts auch:



(ich habe diese Minibackform ((in die ich total verschossen bin)) mit einem Rühr-Kirschkuchen eingeweiht! Eigentlich war mir selber backen immer zu blöd, nur für mich allein, all der Aufwand, und oft genug konnte ich das, was mal ein Kuchen werden sollte, unter ständigem rühren in den Müllkübel befördern...aber bei DER Form konnt' ich nicht widerstehen und das Ergebnis schmeckt vorzüglich mit frischer Sahne *grins* einen Gugelhupfeinsatz gibts auch noch! Toll!).

Heute bin ich es mir wert, das ich mir selbst einen Kuchen backe. Allein der Duft der durch die Wohnung zieht ist unbezahlbar! :-)

Freitag, 4. Mai 2012

Schlechtes Gewissen

Es geht mir gut.
Es geht mir schon seit Wochen gut! (bis auf kleine Seelentiefs, die aber völlig im normalen Rahmen waren)
Es geht mir gut und ich kann es zu wenig genießen.
Eher das Gegenteil ist der Fall: Entweder schäme ich mich dessen oder ich habe ein schlechtes Gewissen, mit dem Satz: "Ich darf das nicht!"

Genährt werden diese zwei Gefühle dadurch, dass ich mir denke, dass andere denken: "Ahja sieh an, kaum ist die in Rente gehts der wunderbar. Also doch arbeitsfaul."
So... zeitgleich habe ich aber auch und endlich den schon dringend nötigen Kontaktabbruch zur gesamten Familie (außer 2 ferner Verwandten) geschafft.
Also, an was liegt es?
Genährt werden diese zwei Gefühle außerdem noch dadurch, dass ich fast täglich höre: " Boah bist du schon braun!" 
Jaaahaaaa, weil: 1. ich viel draußen bin, mit Rad und Hund, was ich wiederum brauche um mein Seelenheil zu schützen und 
2. brauch ich nur das Wort SONNE denken, bin ich schon braun.

Ja, ich freu mich fast täglich über meinen Freiraum! Um endlich herauszufinden, wer ich bin und was ich mag. Eigentlich macht man sowas in der Pubertät. Die gab's bei mir nicht. Also klar gab's die, aber ich musste mich eher um die anderen kümmern, als um mich. Beziehungsweise versuchen in einer desaströsen Familie nicht völlig unterzugehen.

Ja, ich habe das Glück, dass ich tun kann was ich will und dafür auch etwas Geld/Naturalien bekomme, wenn auch nicht viel, aber immerhin muss ich nicht drauf zahlen.

Ich muss nicht leiden, um eine Existenzberechtigung zu bekommen.
Ich muss auch nicht verschämt auf den Boden gucken, wenn mich meine Therapeutin lobt und sich mit mir freut. (ich kenne das einfach nicht und werde daher mißtrauisch).
Ich darf endlich wieder alles und vieles genießen! Sei es das Eis mit Kirschen, der Sonnenuntergang, die neue Bluse, die Minibackform die ich bekam, mein Rad, ein entspannter Morgen...weil ich all das so lange vor lauter Angst und Depression nicht konnte!

Ich glaube ich brauch noch ein wenig Zeit, um mich daran zu gewöhnen, dass ich für mich an erster Stelle stehen darf!
dass ich ganz oft Dinge tun darf, die mir Spaß machen!
dass ich täglich Freude empfinden darf!
dass ich all die Fülle leben darf!
dass ich mich gut um meinen Körper, meine Seele und meinen Geist kümmern darf, ja es fast tun muss!
dass ich authentisch meine Gefühle zeigen darf!
dass ich in Ordnung bin, so wie ich bin und mich nicht mehr verstecken muss!

Ich hoffe, dass ich folgendes nie vergessen werde:
Dass es mir schadet, wenn ich schlecht mit mir umgehe und nur den Leuten hilft, die mit sich selbst nicht zufrieden sind und es nicht aushalten, wenn es anderen besser geht! Das ist nicht mehr mein Problem!

Donnerstag, 3. Mai 2012

Alltagsblubber

- nach 2 Wochen Urlaub endlich mal wieder Therapie. Habe ein wenig gefremdelt. Nächste Woche noch, dann fällt es wieder einmal aus. Ich glaube, bis dahin bleib ich ein wenig oberflächlich.

- Hund kommt super zu mir, wenn ich ihn rufe. Allerdings nur, wenn er an der Leine ist (brauche nicht zu ziehen ect.) Wenn er ohne Leine ist, ist es Glückssache. Wenn er ohne Leine, dafür mit Ball ist ---> unmöglich!
Ich find das auch unmöglich und ziemlich unentspannt!!!
Ich verlange keine Kunststücke, aber herkommen muss er. Allein schon wegen seiner, meiner und der anderen Sicherheit.
Überhaupt diese scheiß Angst und Grübelei...hat sich echt in jeden Winkel meines Lebens gequetscht...früher war das nicht. Da ging ich mit dem Hund und fertig.

- gestern keine Mittagsruhe bekommen. Sehr ätzend. Die Nacht zu kurz, heute den ganzen Tag auf den Beinen, bin völlig hinüber. Keinerlei Reserven. Auch ätzend. Dafür morgen frei, also fast...kann den größten Teil des Tages so gestalten wie ich es brauche und DAS ist überlebenswichtig für mich. Kein Korsett bitte.

- Klischee erfüllt: Junger Mann mit weißem Unterhemd (damit man die frisch gestochenen Tatoos sieht!!!) Bierbauch, Goldkettchen und neu glänzenden Markenturnschuhen steht neben seiner Freundin (der man den jahrelangen Drogenkonsum ansieht und kaum gerade schauen kann, dafür einen winzigen Hund an der Leine hat) und pöbelt über das scheiß Arbeitsamt. Eine andere junge Familie (polnischer Herkunft) kommt ihnen entgegen. Deren Kind rennt auf den Hund zu und tritt in seine Richtung, ohne ihn zu treffen.
Mann mit weißem Unterhemd flippt völlig aus, brüllt the best of der ausländerfeindlichen Sprüche und setzte hinten dran: " Wenn das mein Kind wär, dem würd ich erstmal ne Tracht Prügel geben!"
Ich innerlich ergänzend: Damit es kapiert, dass man keine anderen Wesen schlägt? Super! Volle Logik! *Augen bis hinter die Ohrwaschel verdreh*

- wenn ich dem Hund schon nicht klar machen kann, was er tun soll, dann vielleicht meiner hängenden Wäsche??? Ob die allein in den Schrank geht? Mit Leckerchen? Den Ball hat ja der Hund.......

Mittwoch, 2. Mai 2012

1000 Träume



Welches Lebensmodell hätten Sie denn gern?
Tja das ist die Frage aller Fragen: Wie soll mein Leben aussehen? Wie will ich leben?

Die Antworten darauf fallen so unterschiedlich wie das Aprilwetter aus: Heute würde ich gern in einer minimalistischen Blockhütte am See leben, morgen mit viel Geld in einer Villa mit Köchin und Gärtner, übermorgen im Wohnwagen, der jede Woche woanders steht.
Das waren nur die Antworten auf die Wohnform! Es gibt ja noch mehr, was das Leben ausmacht: Beruf, Beziehungen, Hobby, Vorlieben, Abneigung beim Essen, der Kleidung und Musik u.v.m. aber das würde nun den Rahmen sprengen.
Ich interessiere mich für vieles. Ich lerne sehr gerne. Aber nicht lange. So wie ich mal in die neue Thematik hinein geschnüffelt habe, langweilt es mich auch schon wieder und was neues muss her! Nie könnte ich 2x im selben Ort Urlaub machen. 2 Jahre den selben Job? Es muss was neues her! Nur mit Müh und Not, halte ich es nun schon 5 Jahre in ein und derselben Bude aus, aber auch nur, weil sie wirklich etwas ganz besonderes ist (und oft juckt es mich in den Fingern!)
Um diesem inneren Chaos mal Herr zu werden, wird nun alles aufgeschrieben was mir so ansatzweise gefallen könnte. Da steht eine Umschulung und danach ganz bodenständig leben, so mit Hund und Halbtagsstelle (ich bin schon nur beim aufschreiben fast eingeschlafen vor Langeweile!). Es steht auch da: Im Sommer auf der Alp arbeiten und im Winter als Zimmermädl im Hotel. Personal wird im Skigebiet immer gebraucht.
Mit dem Zirkus leben war auch lange ein Wunsch.(habe es auch schon mal 2 Wochen angetestet *g*) Nur eines ist sicher: Eigene Kinder will ich nicht.
 Immer hieß es: Du musst dich entscheiden! Du kannst nicht jede Woche was anderes machen...oder sonstige negative Bremsen.

Heute kam nun das Buch:
Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast. Ich bin gerade mal bei Seite 10 und kriege schier keine Luft mehr. Vor Freude!
Denn: 1. heißt es dort: Es ist ok so. Es gibt diese beweglichen, kreativen Geister.
Und 2. werden kleine Übungen und Tips gezeigt, wie man mit den Selbstzweifeln ("jetzt hab ich das wieder nicht fertig gemacht, weil mich schon wieder was neues interessiert..") klar kommt und doch noch seinen Lebensplan findet.
Jetzt weiß ich warum ich 100 Unterordner auf meinem Pc hab. Jedes recherchierte Thema, alles was mich mal interessiert hat, ist gespeichert. Jetzt weiß ich, warum ich nie ohne Zettel und Stift außer Haus gehe (ich werde irre, wenn ich eine tolle Idee hab und die nicht aufschreiben kann!) oder warum sich die Schmierzettel mit Notizen, Stichwörtern ect. am Schreibt/Esstisch stapeln.
Den ersten Tip werde ich morgen umsetzen: Ein schönes Notizbuch kaufen, für all meine Ideen, Pläne und Gedankengänge.(in Kleinform mache ich das schon, da schreibe ich meine Vorhaben für das Jahr auf, wie: Lagerfeuer, schwarze Hose kaufen, CD von der Kirchherr, open-air-Kino...) Damit ist der Druck schon mal raus, es machen zu müssen.
Muss man nämlich nicht. Es reicht auch, einfach Spaß an sich und seiner blühenden Kreativität zu haben und sich so richtig in seine neuen Ideen hinein sinken zu lassen. Ich spüre gerade, dass ich aus diesen meinen ureigenen Projekten ganz viel Kraft ziehe. Auch wenn sie nur im Kopf bleiben.