Montag, 30. April 2012

ACDC oder ADAC

AC/DC mag ich ja überhaupt nicht und den ADAC hätt ich mir heut auch gern erspart. Andererseits: Was hätten wir ohne den gemacht?
Und das kam so:
Eigentlich wollte ich mit Angsthäsin No.2 zum wandern nach Österreich. 
Zum Wilden Kaiser.
Gelandet sind wir am Starnberger See.

10:00h ich hole das Auto aus der Garage. Großes Auto-kleine Garage..i love it. Egal, da hab ich schon ganz andere Kisten rausgebracht. Ich schlage das Lenkrad ganz nach rechts ein. Es macht einen üblen Knacks. Och denk ich mir, kommt bei der alten Karre schon mal vor, vor allem wenn die länger steht.
10:15h wir fahren noch zur Bank, zum Bäcker und zum Tanken. Mit uns tausende Münchner auch. Stop-and-go vom feinsten. Irgendwann fahre ich doch mehr als 20km/h und sage so in die Runde (2 Männer waren auch noch dabei): "also da vorne links das scheppert ganz ordentlich!"  Antwort im Chor:  "Das is normal, haben wir schon durchchecken lassen, keiner weiß was das ist, ist halt altes Auto."
Jaaa schon, aber irgendwie klingt das nicht so dolle.
Na gut.
10:45h wir fahren relativ zügig auf dem mittleren Ring (Stadtautobahn in München). Eigentlich kenn ich den in-und auswendig. Uneigentlich finde ich mich unerklärlicherweise in einer relativ kleinen Straße wieder. Tue aber so, als würde ich mich noch voll auskennen. Kurz darauf kommt tatsächlich ein Schild mit dem Hinweis zur Salzburger Autobahn (zu der wir wollten).
Sag ich doch. Paßt schon. Von der Rückbank kam es: "Und wo ist jetzt die große Baustelle...der Luise-Kieselbachplatz, da stehn wir doch ewig im Stau!"
Meine Damen und Herren, ich habe völlig unbeabsichtigt einen Schleichweg gefunden, der uns um die Baustelle führte und uns weitere 45min. Stop-and-go ersparte! (ich liebe mein Unterbewußtsein!!!!)
11h ich rase mit 80km/h (hahaaa) auf die Autobahn. Sonne knallt ins Auto, alle gut gelaunt, wir sehen quasi schon die Berge!

11:15h inzwischen kann und darf ich 140km/h fahren..ahh tut das gut :-)

11:25h ich fahre über eine winzige Bodenwelle (so eine Teernaht) und fühle wieder vorne links, dass da was nicht stimmt, da hats geruckelt. Um weiter geradeaus zu fahren muss ich nun das Lenkrad leicht rechts halten, so 10 Minuten nach, würd der Fahrlehrer sagen.

11:30h es riecht verbrannt. Ich tue so, als würde ich das nicht merken, schaue aber panisch auf die Instrumente. Alles ok. Wieder von der Rückbank: " Vielleicht ist das der Kühler!" 
Ich:" Ne der ist auf Normaltemperatur!" 
Antwort:" Die Anzeige ist hin!" 
Wunderbar! I love it!

Es riecht immer stärker. Ziemlich übel. Beifahrer kurbelt das Fenster runter und hält seinen Riecher raus. Ergebnis: Kommt nicht von draußen.
Ich glaube jemand hupt neben mir. Adrenalin steigt. (ich wollte doch meditativ in Ruhe und Stille wandern, um meine Nerven zu beruhigen *kreeeiiisch*!!!!!!

11:40h Vor mir erscheint ein Schild: Ausfahrt Hofoldinger Forst (der soll ja auch ganz schön sein) 800m. Ich entscheide: Da fahr ich raus! Immerhin hock ich am Steuer und habe sozusagen auch die Verantwortung, auch wenn es nicht meine Karre ist.
Rechts einfädeln, Gas weg, sanft ausrollen, um die Kurve, nächste Ortschaft: 3km. 
Super! 
Von der Rückbank: " Wieso fährste GANZ raus, wir wollen doch erstmal schauen was ist?" 
Ich:" Weil in nächster Ortschaft vielleicht Tankstelle ist?" (unter Hochspannung: Deutsch Note 6. Setzen.)

Irgendwie ist mir aber gar nicht mehr wohl (ich liebe mein Unterbewußtsein!!!!!) und biege noch VOR der Ortschaft in so einen Miniparkplatz. 
Als ich das Lenkrad wiederum einschlage, macht es einen enormen Knall, die Karre bricht vorne links total ein und wir schrabben mit dem Unterboden auf dem Teer (ich wollte noch ganz von der Straße runter).
Herzjagen pur. Ich springe aus dem Auto, ohne nicht vorher noch ein ziemlich lautes "verfluchte scheiße was war DAS denn?" loszuwerden und sehe mir eben diese Scheiße an: Der Wagen liegt richtig auf, Reifen platt.
4 Leute stehen etwas belämmert um die große Limousine, die nicht mehr fahren kann.
Angsthäsin total munter : "Wer kann Reifen wechseln?"
Ich ganz zaghaft und fast leise:" Angsthäsin....das sieht nach mehr aus, das ist nicht nur der Reifen!" (sag ich dir mal so als erprobte Autopannenhaberin :-))
Ein Hin und Her, bis klar war: 
ADAC muss her. wer hatte das Handy mit? 
Ich. 
Wer hatte die Nummer eingespeichert? 
Ich. (obwohl ich schon über 8 Jahre kein eigenes Auto mehr hab, aber ich sags ja: Mein liebes Unterbewußtsein... ließ mich vor 3 Monaten die Nr. wieder eintippen!)

2 Stunden später, kam auch schon der Abschleppdienst. Der klärte uns auf: Hinterm Reifen liegt die Feder, auf der oben und dahinter ist ein Metallteil. Das war total durchgerostet, kippte nach vorne, durchstach den Reifen, ließ auch die Feder nach unten krachen und somit den ganzen vorderen Teil ebenso.
Sag ich doch.
Ich wollte heute das Auto nicht mehr fahren und auch nicht die Rampe hoch zum Abschleppwagen. Das machte Angsthäsin No.2. 
ABER: Mit so einem Karacho und Schwung und schlechtem Augenmaß, dass sie oben  rechts fast wieder runter gefallen wär. Die Hälfte des Reifens war schon drüber.
 DAS wiederum war zuviel für meine Nerven und ich brach in Tränen aus. 
(Die Nerven vom Herrn Abschleppdienst machten das auch nicht mehr mit und  der Herr ließ sofort Madame Angsthäsin No.2 aussteigen und manövrierte die Karre richtig hin!)
Ach mei, was solls.
Vor allem, als mir in einer ruhigen Minute so richtig klar wurde, wie das Ganze hätte ausgehen  können: Das Ganze bei 140km/h!!!! 
Da wird mir sehr schlecht bei dem Gedanken!

Irgendwann waren wir dann wieder daheim. Und jetzt? Der Tag noch jung, die Nerven eh schon ruiniert, wo gehts hin?
Zum Starnberger See. Bis wir da draußen waren (nun mit der Bahn), war es...pffff keine Ahnung. Später Nachmittag.
See! Sonne! Wind! Biergarten! Augen schließen! Super!

Was für ein Blick: 
See mit Bergpanorama! Find ich ja fast besser als das Meer :-)
Liegend, der Blick nach oben, sah ich das:


Neben mir ein drolliger schwarzer Hund, der nicht fotografiert werden aber dauergestreichelt werden wollte. Das paßte, bin sozusagen eh auf Hunde-Entzug!
Als kleine Entschädigung oben drein, fand ich eine öffentliche Telefonzelle (alt und ausrangiert) die als öffentliche Büchertauschstätte umfunktioniert wurde und fand im schnellen Zugriff 2 Bücher, die sooo sehr zu mir passen....
Sagte ich schon, dass ich mein Unterbewußtsein...
achso ja?
Na gut.

Sonntag, 29. April 2012

Träume

Zwei sehr passende Träume hatte ich heute Nacht:

1. Ich war als Berufsanfängerin in meiner alten Arbeitsstelle (Horror!). Ich wurde gemobbt. Man sprach über mich und nicht mit mir, bauschte kleine Fehler meinerseits zu riesigen Katastrophen auf, verschwieg mir wichtige Infos...die ganze Palette eben.
Ich verabschiedete mich rechtzeitig (und nicht erst in der vollen Depri oder von Selbstzweifeln zerfressen!!) mit den Worten: " Ich gehe. Wegen dem Geld muss ich nicht arbeiten!" Ich war völlig ruhig, nicht mal böse oder zornig, einfach authentisch, aufrecht und mit Stärke.
Ein Mädl kam dann auf mich zu, sie zeigte mir, dass sie eher aus Gruppenzwang mitgemacht hatte, mich aber eigentlich mochte.
Trotzdem blieb ich felsenfest bei meiner Entscheidung.

2. Ich gehe in einen Laden, der eigentlich schon geschlossen hat. Ich werde trotzdem bedient und das auch sehr freundlich. Später gehe ich da immer wieder hin und immer wenn er schon zu hat. Nur einmal wurde ich etwas barsch gefragt, warum ich immer erst so spät komme. Bekomme trotzdem meine benötigten Sachen.
Dann gehe ich zu einer Versteigerung. Die allererste in meinem Leben. Mir wird der Ablauf in aller Ruhe erklärt. Ich zeige meinen Ausweis. Eine blöde Kuh neben mir fragt mich total gehässig, warum ich einen Rentnerausweis habe. Ich bleibe wieder innerlich gefasst bin allerdings weniger ruhig und fahre auch sie an, dass sie das überhaupt nix angehe. Da ist Ruhe.
Die Versteigerung verläuft nicht so streng, wie mir erzählt wurde, sondern ist sehr locker. Es wird gelacht und gegessen. Ich sitze inmitten einer Gruppe von sehr mütterlichen, älteren Frauen, die sich ganz herzig um mich sorgen.
Ich fühle mich wohl. Gehe aber trotzdem eher, weil es mir zu lange dauern würde.

Ich finde beide Träume sehr sehr schön. Mir sagen sie viel (z.B. das die Versteigerung nicht soooo streng ist. Bei mir war das oft bei dem Thema Arbeit so, dass ich da übermenschliches ja fast roboterhaftes Verhalten von mir verlangte!) 
auch denke ich schon den ganzen Tag gerne an dieses Gefühl des zu-mir-stehens. Voll mit gesundem Selbstwertgefühl und Selbstbewußtsein.

Samstag, 28. April 2012

Wenn Fans unter sich sind


Heute trafen sich die "Draußen-sein"-Fans hier:



(ich hätt sooo gern diesen Rettungsring mitgenommen, irgendwie hat es mir der angetan!)
Bei der Globeboot (Veranstalter war Globetrotter) ging es natürlich um Boote und Zelte. Aber da ich ein Wassertier bin und unbedingt endlich wieder paddeln wollte, interessierten mich nur die Boote.
Mit dem paddeln wurde ich letztes Jahr angefixt durch ein ganz normales Schlauchboot.
Aber hej, wir waren hier ja auf einer Minimesse des besten Outdoorgeschäfts!
Irgendwie wollte ich endlich mal in einem richtig Kajak fahren.
Und
irgendwie hatte ich  ziemlich Schiß. 

Also bummelten wir erstmal so rum. Saßen im Tipi und im 1-Mensch-Zelt inklusive Klaustrophobie. Die gabs gratis dazu :-)

Irgendwann entschieden wir uns dann für ein 2-er Kanu. Leider hab ich es nicht fotografiert. Den Berater erkannte ich nur zufällig, weil er mir was zeigte. Ich hatte eh schon tausend Fragezeichen im Gesicht und die wollte ich an ihm loswerden. Pustekuchen. Der verstand kein deutsch. Also mit Hand und Fuß, was die umstehenden sehr belustigte. Mich auch. Ich kann sehr gut über mich selbst lachen und ich stand wie der Ochs vorm Berg. Selbst bei der Schwimmweste hatte ich Probleme :-)
Boot zum Wasser schleppen, 3 Männer hielten das Boot, Lady Regenfrau friemelte sich rein. Fast hätte ich meine langen Haxen abschneiden müssen!
Und los gings. Ich saß natürlich hinten. Da kann man das Paddel auch mal ruhen lassen und die tolle Bergkulisse bestaunen :-)

Die Angst war weg. 
Die Nervosität auch. 
Die Hose schon naß. Egal, bei der Hitze. 
Ich bin ohne ins Wasser zu fallen ins Boot gekommen (Erfolg!!). 
Wie komm ich wieder raus ohne eine Taufe hinzulegen? Ich sah einige kentern...
Ging auch irgendwie. Ja ok, sexy sieht anders aus.
Und dann war ich gefragt! Die, die keine Schwimmweste ergattern konnten fragten: Und wie wars? Ist das schwer? Wie ist das Boot, das gefällt uns auch so gut. Das sieht so einfach aus! Woraufhin ich lachte und meinte, ja das sieht aber auch nur so aus! Jedenfalls: Volles Interview!

Jetzt wollte ich es wissen! Nochmal allen Mut zusammen gekratzt und gesagt: Ich will noch alleine fahren!
Ok, ein Einzelkanu gesucht und für mich wurde es ein kurzes, so in etwa:
http://www.freelife.at/uploads/pics/Kajak5.jpg
(nur das ich nicht blond bin und keinen Bikini an hatte, das Kajak und die Berge sind fast gleich)
Best friend fand auch eines und alles von vorne: Boot zum Wasser schleppen, Paddel aus Versehen einer Frau in den Rücken gerammt (oops is das Ding lang), einsteigen (ahhhhh es wackelt!) und..äh..loooos.

Irgendwie war das ne ziemliche Reizüberflutung: 
- ich musste ständig schauen, das ich kein anderes Boot ramme
- mich auf das Paddel konzentrieren, wie halte ich es usw.
- und dann noch das berühmte "bei mir bleiben": wie ist mein Körper (total verspannt) also atmen, locker lassen..aaahhh Wellengang! Weiter...ohh da ist die Boje weiter darf ich nicht raus...umschauen...ohgott stehn da am Ufer viele Leute, die schauen alle zu! Schreck! Streß!
Ende vom Lied: Ich war nur paar Minuten draußen, weil es sonst zuviel geworden wäre.

Ich weiß schon, dass ich am liebsten autodidaktisch lerne:
Man gebe mir einen ruhigen See, ohne Menschen, viel Zeit und Konzentration und dann geht das nach kurzer Zeit.
Und nicht wenn ein Lehrer von irgendwoher brüllt: Paddel höher! Rücken gerade! Oder 10 Leute zuschauen oder was weiß ich.

Auf alle Fälle habe ich mich auf heute schon sehr gefreut und es nicht bereut!!!
Irgendwann paddel ich wieder :-)







Freitag, 27. April 2012

So viel dazu


Re-ligio

heißt ja Rück-verbindung.

Von daher bin ich derzeit sehr religiös.  Weil ich ja fleißig übe, die Verbindung zu mir selbst aufrecht zu erhalten. Oder wieder aufzubauen.

Bei mir klappt das oft ganz gut, wenn ich mich erstmal sortiere, in dem ich alles aufschreibe was mir so im Kopf rumschwirrt oder auf der Seele liegt. 
Absolut urteils - und bewertungsfrei, alles darf sein, Schimpfwörter, Beleidigungen, Unkorrektheiten usw. Ich überlege da auch keine Lösungen. Die kommen da meist von selbst.
Also schrieb ich und schrieb ich gestern abend. Heulend, verzweifelnd, alte Themen kamen auch noch hoch und irgendwann wurde ich ruhiger.

Ich spürte den Wunsch zum Herrgott zu fahren. 
Ja manchmal hole ich mir heiligen Beistand :-)

Der Herrgott hängt am Kreuz oben auf nem Hügel. Mit freiem Blick zu den Alpen, die Sonne schien auf die Holzbänke, kein Mensch da. Würzige Luft waberte in meine Nase, ich ließ Radl, Sonnenbrille, Schuhe und Socken ins Gras fallen und wanderte wie eine Schwangere umher,  mit stützenden Händen im Lendenbereich (diese Haltung hilft mir oft).
Ich kam zu einem kleinen Felsen, an den ich mich lehnte. 
Ich stellte mir vor, wie ich all meine Last, meine Sorgen und Ängste auf diesen Stein lade. Und mir wurde leichter. So leicht, dass ich lächeln musste.
Mein Sorgenstein :-)

Ich ging auf die andere Seite des Hügels und dort war die Erde verbrannt, viel Asche lag herum und neues Holz lag in einer Ecke. Hier ist ein Feuerplatz! Mitten in der Walachei! 
Wahrscheinlich für die Sonnwendfeier am 21. Juni! 
Dieses Jahr will ich unbedingt mal wieder dahin, es ist schon Jahre her, dass ich vor einem richtigen großen Feuer stand!
Johannifeuer stand und steht auf meiner Wunschliste für dieses Jahr und jetzt weiß ich auch, wo ich mir das Feuer ansehen kann! Juhu!
Mein Feuerplatz.

Mir scheint, dass ich doppelt belohnt wurde, weil ich mich um mich kümmerte, in mich lauschte und mein Bedürfnis ernst nahm.

Heute morgen fühlte es sich an, als wäre all das gestern nicht gewesen. All der Ärger, Sorgen und ganz viel Traurigkeit ist wieder da.
Also schaue ich wieder, was ich für mich tun kann.
Ist ja derzeit mein Hauptjob, sozusagen, die Verbindung zu mir selbst stärken.
Dann mal los...

Donnerstag, 26. April 2012

Äußere Grenze

statt inneren Rückzug.
Ist eigentlich derzeit mein Motto. Uneigentlich auch.
Ja doch, ich HABE Geduld mit mir und meinen neuen Verhaltensweisen, die ich so einübe.
ABER: Kann das bitte sofort passieren?!?!

Ich weiß eigentlich auch, warum ich derzeit so mies drauf bin. 
(Ja immer noch.)
Uneigentlich weiß ich es natürlich auch:

Zu wenig Grenzen gesetzt. (ich tu mir da so schwer. Jetzt weiß ich wenigstens, warum mir der Hundesitterjob übern Weg lief. Wenn man da keine Grenze aufzeigt, dann gut Nacht.)
Zu wenig Klartext gesprochen.

Fall 1: Logisch, gestern der blöde Zahnarzt.
Fall 2: Eine Woche davor, auch beim Arzt, aber der Hausarzt. Ich wollte nur ne Info und saß 10 min. später im Labor, mit ner Spritze im Arm. Wie gesagt, mich stressen solche Termine extrem und deswegen brauche ich immer eine Vorbereitung und gute innerliche Begleitung (danke Therapie gelernt). Das erschreckende: Ich spürte, dass das jetzt gar nicht gut ist (ok, das spüren ist schon mal super, ging früher ja auch nicht!), funktionierte aber wie ferngesteuert. Sogar weitere Fragen stellen und rumblödeln mit der Arzthelferin ging.
Fall 3: Eine vermeintlich gute Freundin, die eigentlich gar keine Freundin ist. Das sehe ich immer deutlicher und spüre es. Und um mir treu zu bleiben, müßte ich das mal ansprechen. Ich finde unsere "Freundschaft" sehr sehr einseitig. Ich gebe - sie nimmt. Egal ob Besuche, mal ne SMS, ne Trostschokolade  oder Anrufe. Ein allgemeines  Interesse an meiner Person fehlt.
Noch schlimmer: das ist das Muster meiner Familie. Die mach(t)en das genauso. Ich hatte zu tun, zu springen, zu geben. Ungefragt und gerne natürlich.
Fall 4: Eine Person zwischen Bekanntschaft und Freundschaft hat mich jetzt schon ein paar mal mit dem lapidaren Satz:" Das wird schon wieder!" abgekanzelt. Wir können uns durchaus mal bei Problemen helfen, natürlich reden wir auch über anderes und ich versuche ihr zu sagen, wie ich das sehe, wie ich mich fühlen würde, wenn gewünscht einen Tip oder Hinweis. Also: Ich mache mir Gedanken, sie sagt: "Wird schon wieder!"

Danke Kameraden. 
Da soll man nicht von Mitmenschen die Schnauze voll haben und sich immer mehr zurück ziehen?
*könnt schon wieder explodieren*
Man ist das anstrengend
und kompliziert.

Alles scheiße.
So.

Mittwoch, 25. April 2012

Notfall

Da geht man gut gelaunt mit noch besser gelauntem Hund spazieren, lutscht an seinem Bonbon und lutscht und lutscht...und das Mistding will und will sich nicht auflösen...bis es mir dämmert:
Das ist kein Bonbon...das ist meine KRONE!!!!!!
Also eine der vieren, die ich vor 7 Monaten nigelnagelneu bekam.

Ist der Tag schon scheiße oder ist er scheiße?????
Da nutzt mir das traumhafte Frühlingswetter auch nix.

Zahnarzt hat natürlich Mittwoch nachmittag nicht auf.
Ja auf dem Land sieht es zu dieser Uhrzeit mau aus mit Besorgungen erledigen: Über 50% der Geschäfte/Ärzte hat ZU!
Ich fand aber doch eine offene Praxis.

Ärzte sind ja schon extreme Trigger für mich.
Zahnärzte erst recht.
Von FREMDEN Zahnärzten will ich mal gar nicht reden
und von spontanen Notfallterminen bei fremden Zahnärzten auch nicht!
(Gott bin ich froh, dass ich mir letztens eine neue Packung *schieß-mich-weg-Tabletten* geholt hab)

Boah, eigentlich müßte ich ne Krone kriegen.
Eine für's Haupt.
Als Belohnung!

Und eins weiß ich auch: Ich bleib meinem alten Zahnarzt treu! Definitiv!
(Hoffentlich geht der NIE in Rente).
Warum?

1. Ich suchte mir ne Frau raus. Herein kam ein Mann, ohne Vorstellung wer er ist (Praktikant? Hausmeister?) ich weiß bis jetzt nicht wie der hieß.
2. Arzthelferin No.1 saß geschlagene 20 Minuten neben mir. Schweigend. Hatten die Angst, dass ich paar Bohrer klau? Dann noch in dem Miniraum und ich schon mit Panik hoch 100! Vor allem wenn eine fremde Person schweigend und vollkommen bewegungslos 3 mm neben mir sitzt, da krieg ich meine Zuckungen!
3. Arzthelferin No.2 quetschte sich auch noch mit rein.
Ich hätt echt rotzfrech (geh da ja eh nie mehr hin) fragen sollen:
"Ej Mädls, habt ihr nicht noch ein wenig an der Abrechnung zu schrauben?"
4.  Null Erklärung was er da nun macht. Er hat nämlich mehr gemacht, als mir die Krone wieder anzupappen.
Gut, hätt ich auch sagen sollen, weil mir das sehr wichtig ist.
5. ABSOLUTES NO-GO: Nach der Behandlung schnappt sich Arzthelferin No.1  meine Schachtel (für Kronentransport), meine Quittung und stopft beides in MEINE Handtasche, die sie natürlich auch schon in den Pfoten hatte und reicht diese mir.
*völligausflipp*
Ich bin da immer gleich so perplex, dass ich nix sagen kann, außer und das nur innerlich: "Du bescheuerte Ziege nimm deine widerlichen Kackbratzen da weg!"
Oder mein innerer Familienchor, der mich bei allem und jeden beschwichtigt auch wenn es definitiv meine Grenze übersteigt: "Ach das hat die nur nett gemeint! "
*endgültigexplodier*

Wie gesagt, die sehn mich NIE NIE NIE wieder.
Morgen mach ich mir aber wirklich einen schönen Tag *soifz*.
Schmerzfrei bitte.

PS: Wir haben zwei neue Mieter im Haus.
Der eine bohrt, hämmert, säbelt, hackt von 10-17h
Und der andere von 18-22 h
Aber das ist ja jetzt auch schon wurscht.

Und bei Euch so?

Leicht explosiv

Bin ich zur Zeit.
Ich finde mal wieder 98% der Menschen die ich so live und ganz real kenne, total bescheuert, widerlich, egozentrisch, kindisch...
Also nehm ich meine misanthropische Phase einfach mal an. 
Wird schon wieder vergehen. 
Und ich geh daweil den Menschen lieber aus den Weg.
Denn in solchen Zeiten kann ich sehr schnell, sehr beleidigend und ausfallend werden. Was ich sonst immer viel zu brav bin, bin ich nun das Gegenteil.

Und dann noch Tafel. 50 Leute in den Miniräumen. Dummes Geschwafel. Gedrängel. Mein Blut kochte schon, als  sich hinter mir ein Mann anstellt.
Er: "Und, wie gehts so?"
Ich:" Danke beschissen, ich lauf hier gleich Amok, also sag lieber nix falsches!"
Er, hebt abwehrend die Hände, grinst aber übers ganze Gesicht und läßt den dümmsten Spruch aller Zeiten los:
"Sag, sind wir nicht auf dieselbe Schule gegangen?"

Da bin ich explodiert.
Vor lachen!
Weil der Typ mich überhaupt nicht ernst nahm und das in dem Moment genau das Richtige war!

Wir haben dann die ganze Zeit rumgeblödelt. Ich überließ ihm die letzten Kartoffeln, dafür gab er mir Bananen.

Das war richtig super!
Und jetzt geh ich Hund bespaßen :-)

Dienstag, 24. April 2012

Gestern in der Selbsthilfegruppe

Lachen, reden, zuhören, anschauen, aufseufzen.
Erzählen, atmen, denken, zureden, wegschauen.
Kopf schütteln, Kopf nicken, aufschauen, anlehnen.

Erschrocken und erstaunt
bin ich,
weil der Herr gegenüber, fragt mich:
"Wie geht das, sich spüren und fühlen
was man will und was nich?"
Darauf weiß ich keinen Satz
und frag stattdessen:
"Sag, hatte das in deinen 70 Jahren
keinen Platz?"
Er verneint.
Ich verstumme.

Frau um die 50, Nichtraucherin.
Frau um die 50, Raucherin.
Deutlich sichtbarer Unterschied.
Selber keine Lust auf Kippe.
Gott sei Dank! 

Ärger gefühlt, Langeweile gespürt,
Interesse geweckt, Hilfe gegeben,
Hoffnung gesät, Dankbarkeit geerntet,
zugestimmt und Stop gesagt.
Freude verteilt.

Die Luft war kalt,
mein Rad noch da,
das Licht kaputt.
Ich grübelte zu viel,
ich fuhr zu schnell.
Ich nahm mir keine Zeit für den Mond.

Schade.


Montag, 23. April 2012

Fühlt sich an, wie...

- der Anfang einer Depression. Lustlos, ins Bett sehnend, wenig Konzentration, traurig...
werde heut abend mal wieder die Mädlsgruppe besuchen, vielleicht hilfts.

- ein Eisblock: Mir ist seit Tagen sehr kalt. So eine ganz eigene Kälte. Sehr komisch. Aber spätestens ab Donnerstag soll es endlich wärmer werden und da genehmige ich mir erst einmal ein Sonnenbad.

- ein Trigger. Fühlt sich nicht nur so an, sondern IST einer. Gestern nach langer Zeit mal wieder Tatort geguckt. Die Themen Frauendiskriminierung und häusliche Gewalt erwischte mich auf dem falschen Fuß.

Hinein

in die neue Woche! :-)

Umarmung statt Geld 

und

We will never bomb your country

Sonntag, 22. April 2012

Frei sein

Seit über einen Monat bin ich nun rauchfrei.

Ich genieße es, ich bin froh,dass ich diesen Schritt gegangen bin! Sobald irgendwie der Gedanke auftaucht: Ah jetzt eine rauchen, (oft ist eher nur die Gewohnheit, als eine wirkliche Lust danach) stelle ich mir vor, wo ich in kürzester Zeit wieder wäre. Dann rufe ich mir wieder ins Bewußtsein, was sich nun alles verbessert hat und um wieviel mehr ich mein Leben und alles andere genieße.

Ich komm schon aus einer echt schrägen Familie, die es total normal findet, sich auf der Couch totzusaufen und totzuqualmen und über die Leute abzulästern die einen gesunden Lebensstil bevorzugen. Mein Großonkel liebte Variante 1 und starb qualvoll mit nicht mal 50 Jährchen. Meine Oma bevorzugt Variante 2 und ist inzwischen 90 Jahre jung: Lebt noch absolut selbstständig, macht 3x die Woche ihre Gymnastik, und 2x im Jahr ihre Entgiftungskur. Außerdem genießt sie immer noch ihre kleinen Reisen nach Italien. Dolce Vita Miss!

Ich glaube, wenn man anfängt sich wirklich tief im Herzen selbst zu lieben, kommt bald der Punkt an dem man sich nicht mehr ständig vergiften und seine wahren Bedürfnisse unterdrücken will und das alles für sehr viel Geld.

Man hört fast von alleine auf sich selbst zu zerstören, in jeglicher Hinsicht.

Übern Berg bin ich noch nicht und ich weiß auch nicht, ob man das bei einer Sucht überhaupt je sein wird. Zuweit in die Zukunft schauen, macht mich schwindelig, deswegen konzentriere ich mich nur immer auf einen Tag:

Heute bleibe ich rauchfrei.

Samstag, 21. April 2012

Die Erwartungen der anderen

Heute seit langem mal wieder einen selten dämlichen Satz gehört:
"Ja aber ....das erwartet ja die Gesellschaft von einem!"
Mit "das" war das Klischee eines normalen Lebens gemeint: All-inclusive-Urlaub, Auto, Job, alle paar Monate ein neues Handy, unauffällige Kleidung, Heirat, Kinder, Haus...usw.

AHA! Soso. Wer ist denn "die Gesellschaft"?
Du...du...du auch und du. Also einzelne Menschen. Mal ehrlich, wie oft hört man den Satz: "Du ich erwarte jetzt schon mal von dir, dass du ein neues Auto kaufst/mehr arbeitest (ok, das darf der Chef sagen)/einen Kurztrip nach Rom buchst, weil man da mal sein musste!?!"

Noch vor einem Jahr, hab ich mich sehr geschämt, dass ich so ein "normales" Leben nicht hinbekomme.
Heute bin ich froh darum, sehr froh!
Weil ich es gar nicht will!
Weil es nicht meinen Vorstellungen eines gelungenen Lebens entspricht!
Ich mag nun finanziell sehr viel schlechter dastehen, aber meine Seele ist soviel gesünder und reicher geworden, seit ich aufhöre den (vermeintlichen) Erwartungen/Ansprüchen der anderen zu entsprechen.

Mir ist ein kunterbunter Mensch, der seine Cowboystiefel das ganze Jahr trägt, weil er sie so mag, 100.Mal lieber, als so ein farbloser, austauschbarer Einheitsmensch.

Dies über alles: Sei Dir selber treu!
(William Shakespeare)

Freitag, 20. April 2012

Innerer Monitor

Erst war es ja der Leuchtturm, als Symbol meine innere Orientierung wieder zu finden. Der brachte auch erstmal Hell in das Dunkel. Doch nun wird es ein wenig differenzierter und dazu ist der innere Monitor sehr gut geeignet.

Auf den schau ich immer mal wieder im Lauf des Tages: Welche Gefühle sind da? Auf welcher Skala (also wie intensiv), welches Bedürfnis/Meinung habe ich zu dem Geschehen im Moment? Ohne Schuldgefühle, ohne gleich irgendwas verändern zu müssen. Einfach bewertungsfrei drauf schauen.

Wie bei einer Fernsehzeitschrift: Was ist überhaupt da? Dann kann ich immer noch in Ruhe entscheiden was ich sehe, bzw. was ich nun mache oder eben nicht (keine Ahnung warum mir gerade das Beispiel einfiel, wo ich doch gar keinen TV habe).

Dadurch lerne ich mich viel besser selbst kennen! Meine innere Landschaft, die mir so lange fremd war.

Das gibt mir Freiheit im entscheiden! Das gibt mir wieder mehr Handlungsspielraum! Das gibt mir wieder ein Gespür für mich selbst, meiner Identität, meiner Vorlieben und Abneigungen, meiner Bedürfnisse, Ziele, Wünsche....Der Kontakt zu mir selbst ist wieder spürbar und das heißt: immer weniger depressiv sein!

Sozusagen meine Befindlichkeit auf dem Schirm haben:

Nicht auf dem Regenschirm, obwohl man den heute schon wieder mitnehmen sollte und auch nicht auf dem Rettungsschirm (dazu unten mehr), sondern den inneren Bildschirm immer ein wenig im Blick behalten.


Mein persönlicher Rettungsschirm: Der Sozialdienst rief zurück, wegen der Mietsache bei Rentenbeginn. Dieses Darlehen wurde tatsächlich aus dem Katalog gestrichen. Irgendwie kann ich dies erst jetzt nach 2x Bestätigung glauben. Unfassbar. Es gibt doch so viele EU-Rentner, die am Anfang des Monats ihre Miete bezahlen müssen.
Ein klitzekleines Schlupfloch gab es aber doch:
Ich bekomme einen einmaligen Zuschuss zur Miete, den Rest zum vollen Betrag muss ich mir dann zusammen sparen, bis ich eine volle Miete zusammen habe, dann ist das Thema endlich vorbei. Auch wenn das wahrscheinlich erst im November sein wird.
Egal, ich weiß ja nicht wie es nach Dezember weiter geht, ob weiter volle Rente, Teilrente, voll erwerbsfähig...
Von daher baue ich mal lieber vor.

Diese Lösung nun paßt mir sogar recht gut. (Blöd ist es natürlich trotzdem, ich wollte endlich mal Geld für etwas schönes beiseite legen, aber dieser Luxus ist derzeit einfach nicht drin, ich muss schon froh sein, das es so klappt und ich keine neuen Schulden machen muss!)
Es hat sich gelohnt solange dran zu bleiben und wirklich alle Stellen/Möglichkeiten abzuklappern.
Denn:
Am Ende wird alles gut. Wenns also nicht gut ist, ist's noch nicht das Ende ;)


Donnerstag, 19. April 2012

1x1 der Hundebesitzer

Mit Hund/Hundebesitzer verhält es sich oft wie mit Kind/Eltern:
Schlimm sind nicht die Hunde/Kinder sondern deren Erzieher.
Die meisten Papa/Mama/Frauchen/Herrchen meine, sie haben die Weisheit mit Löffeln gefressen und verteilen ungefragt Lösungsvorschläge für die Probleme der anderen.
Man selbst hat natürlich keine Probleme, sonst steht man da wie der Depp vom Dienst. Das war man lange genug in der Hundeschule, als alle schon *sitz!* konnte, nur die eigene Töle streifte mal wieder seelenruhig am Zaun entlang.

Vielleicht fällt es mir nur deswegen auf, weil ich schon sehr oft von draußen drauf sah und nie selbst Mama/Frauchen war. Sondern immer nur Leihmama/Leihfrauchen.
1. Bricht man sich echt nen Zacken aus der Krone, wenn man andere Gassigeher trifft und die grüßt? Is doch wie bei den Motorradfahrern oder?
2. Gassigeher beobachten doch ihre Hunde, das er nix frißt, schauen ihm beim spielen/laufen/schnüffen/Pipi machen zu...da kann man doch auch kurz das entgegen kommende Gespann Hund/Gassigeher kurz beobachten. Und wenn man sieht, der übt gerade *bei Fuß*-gehen, obwohl ein anderer Hund entgegen kommt (tolle Ablenkung!), sollte doch der entgegen kommende Hund auch an der kurzen Leine bleiben, damit man die nicht stört.
3. Ebenso wenn ein Hund sich wie blöd an der Leine aufführt, nur weil da ein anderer Hund ist. Ist ja nicht mein Problem,(wenn es nicht "mein" Hund ist), aber auch da ist doch nichts dabei, wenn ich kurz frage: Sollen wir ausweichen oder weitergehen, (z.B. weil Frauchen da was üben möchte, mit ihrer kreischenden Fellnase). Wer will schon eine Beißerei?
4. Hund/Besitzer ähneln sich mit der Zeit NICHT zwingend. Ich sah schon sehr voluminöse Menschen, mit Spargeltarzanhund. Den hätten sie schon seit 10 Jahren hört man dann. Und staunt.

Wie gesagt, jeder meint, es besser zu wissen.
Ich nehme mich da nicht aus. :-)

Aber davor gabs heute noch einen klitzkleinen Schreck.
Kein freudig wedelnder Hund an der Tür! Hmmm. Ich rief den Namen, durchstreifte die Wohnung und...
fand sie leblos.... im Schlafzimmer.
Natürlich lebte sie noch, sie hatte mich tatsächlich nicht gehört und schlief!!!
Aber da ich Katastrophen gewöhnt bin, dachte ich gleich das Allerschlimmste: "Ja is klar, ich hab den Hund grad mal den 2.Tag da stirbt der einfach weg."
Miss Fellnase erschrak mindestens genauso, obwohl ich gaaaaaanz vorsichtig war beim wecken und reagierte erstmal mit Dünnpfiff.

Achja Hunde sind was schönes :-)

Mittwoch, 18. April 2012

Hund

So, heute also der erste Spaziergang mit dem Hund. Ohne Frauchen, dafür mit mir :-)
Nachdem ich ja schon letztens meinen Perfektionismus herunter schrauben konnte, war ich aufgeregt, aber nicht nervös. Für mich besteht da ein Unterschied:
Nervös = angespannt, sorgenvoll, schwer, panisch, ängstlich
Aufgeregt = heitere Vorfreude, im Kopf wissend, dass das schon wird und wenn nicht ist es auch nicht schlimm.
Miss Fellnase war in ihren vorherigen Leben wohl ein Pferd, zumindest trabt sie so :) Na sieht wenigstens elegant aus!
Außerdem ist sie ein Traumhund! Latscht ziemlich verträumt in der Gegend rum. Hinzu kommt, dass sie mich natürlich erstmal testet, wenn ich ein Kommando sage, könnt ich schwören, dass sie vor sich hinmurmelt: "Is was?"
Aber sie stellt sich nicht völlig quer, ein ganz leichtes ziehen an der Leine und sie weiß bescheid. Sie guckt auch immer wo ich hingehe, ist also sehr auf den Menschen fixiert.
Das macht Spaß und finde ich richtig gut, denn einen Hund mit 60cm Schulterhöhe sollte man schon händeln können. Bei den Nachbarshunden hab ich ja eher immer das Gefühl DIE gehen mit mir Gassi.
Zum Schluß ging sie sehr folgsam neben mir, was ich auch wollte, da uns immer wieder Radfahrer überholten. Also denke ich, dass sie in paar Tagen wirklich gut folgt. Zur Not gibts immer noch Leckerli :-)
Alles soweit super! Ich freu mich schon auf morgen.

Und sonst?
Endlich beim Sozialdienst gewesen. Hat die letzten Wochen nie funktioniert und die Außensprechstunde ist nur 1x in der Woche. Habe das Thema Miete angesprochen, dass ich die wegen Rentenzahlung erst am Ende des Monats zahlen kann, das aber meine Vermieter nicht begeistert.
Das Problem ist bekannt, eben weil es kein Darlehen dafür mehr gibt. Das ist echt das allerletzte.
Ich schieb halb Panik, eben weil ich schon mal ne Wohnung verlor. Hmpf.
Sie bespricht das im Team und meldet sich morgen.

Tafel hab ich heut ruhiger angehen lassen und eben wirklich nur das mitgenommen, was ich brauche.
Und ich brauche nicht jede Woche Joghurt. Als Beispiel.
Vorteil: Ich muss auch weniger heim schleppen.

Und, wenn weniger daheim ist, ess ich auch nicht soviel. Sonst kuller ich echt bald durch die Welt, weil ich ja nix wegwerfen kann und es so leckere Dinge sind...

Dann kam noch ne Anfrage wegen einem Fahrdienst. Da muss ich ein Stop reinhauen. Hab mir jetzt viel neues ins Leben geholt und das ist gut und wichtig. Muss sich auch erstmal alles setzen und einspielen. Aber ich muss auch beachten, dass ich mit meiner Energie gut haushalte.

Dienstag, 17. April 2012

Wünsche erfüllen

Irgendwann sind die Eltern nicht mehr für einen zuständig.
Irgendwann muss man selbst schauen, wo man bleibt.
Irgendwann ist man für sein eigenes Leben verantwortlich.
Das klingt jetzt ganz normal, logisch und vernünftig.
Aber lange war das für mich keineswegs so.
ich hing jahrelang in kindlich-abhängigen Zuständen.
In denen mich meine Eltern übrigens ganz gern sahen, denn so war ich berechenbarer, weniger gefährlich und dafür leichter manipulierbar, um für ihre Bedürfnisse zur Verfügung zu stehen.
Aber damit ist es ja nun vorbei. Juhu!

Und so machte ich mich an 2 Wünsche, die mir wichtig waren und noch sind:
1. Wieder Kontakt zu meiner Cousine aufnehmen. Das ist gar nicht so einfach, weil ich keinerlei Kontaktdaten habe. Mein Vater sabotierte ein Zusammenkommen immer (wer weiß welche Leichen da noch im Keller sind, die ich nicht bemerken darf). Erschwerend kommt hinzu, dass diese Cousine immer in verschiedenen Ländern unterwegs ist. Mit Hilfe einer Freundin hab ich sie nun gefunden! Juhu!

2. Ich wollte schon lange mal wieder auf eine bestimmte Veranstaltung. Nur mag keiner meiner Freunde/Bekannte da mitgehen. Also hab ich nun kurzerhand eine Anzeige aufgegeben, ob jemand mitgehen mag. Tut es! Juhu!
Und der nächste Termin ist just an meinem Geburtstag! Da mache ich mir also selbst ein schönes Geschenk! Doppel-Juhu!

Montag, 16. April 2012

Mach es nicht zu kompliziert!

Gerade bei einem Spaziergang durchs Dorf eine Bekannte getroffen.
Wir plaudern ein wenig über dies und das.
Sie:" weißte ich LIEBE das Regenwetter!"
Ich: "?!?!"
Sie:" Jaa, da kann man alles etwas ruhiger angehen. Bei schönem Wetter, da musste gleich den Garten machen und die Sonne genießen und...ach das ist gleich so ein Druck..so ein müssen!"
Ich: Denkend: Moment das ist eigentlich mein Spruch...(gewesen)...
Ich: Sagend:" Das meinst du jetzt ironisch!"
Sie:" NEIN! Ehrlich! Wenn das so regnet, ist es doch gleich viel gemütlicher, da kann man eher mal sagen: Och morgen ist auch noch ein Tag!"
Ich: Fühlend: Ich fühl mich irgendwie verschaukelt...

Das macht aber nix. Ich freu mich einfach, dass es dieses Jahr anders ist und ich mich auf Sonne, Wärme und Sommer freue! Jawoll!
Vielleicht brütet ja die Bekannte eine Depression aus...

Den Druck aus unausgesprochenen Erwartungen und selbstauferlegten Zwängen habe ich dagegen bei einem anderen Thema gestern gespürt:
Hundebetreuung. Irgendwie war da gleich gefühlter Streß und 1000 Gedanken.
Scheiß Perfektionismus!
Aber diesmal habe ich es rechtzeitig erkannt.
Konnte es mir ansehen, bearbeiten und dann auch loslassen.
Jetzt ist da nur noch reine Neugier und Freude!
So, wie es sein soll! :-)

Tztz, ich bin echt ein Meister in:
wie mache ich mir selbst das Leben möglichst schwer!

Sonntag, 15. April 2012

Eure Kinder sind nicht eure Kinder, (Teil2)

eure Kinder sind die Sehnsucht des Lebens nach sich selbst!
(Khalil Gibran 1883-1931)

(zu dem Buch: Symbiose und Autonomie von Franz Ruppert)

Endlich habe ich das Buch durch und kann es morgen wieder abgeben.
Trotz Belastung, Widerwillen und wieder vermehrter Müdigkeit und Suchtdruck habe ich auch viel gelernt:
Zum Beispiel, dass es überhaupt nix nützt sich gedanklich weiter mit der Familie zu beschäftigen. Das führt nur zu noch weiteren Verstrickungen!
Ich kann meine Familie nicht retten.
Vor allem dann nicht, wenn diese Mitglieder nicht bereit sind, ihre eigene Traumata anzuschauen und zu bearbeiten.
Sondern weiter mit ihren Überlebensstrategien handeln (vermeiden, verdrängen, schön reden, süchtig sein...)
Man muss die Illusion aufgeben, jemals von dieser Familie irgendwie anerkannt, geliebt oder gesehen zu werden. Egal, wie sehr man sich anpasst und verbiegt.

Das einzige was hilft, ist: Um sich selbst kümmern! Seine eigenen gesunden Anteile stärken, auf sich schauen, auf sich hören und allergrößten Abstand zu weiter traumatisierenden Menschen halten. Ja auch wenn (und gerade dann!) wenn es die eigene Familie ist.

Von was aber rede ich die ganze Zeit?
Von dem hier:

Bindungstrauma: wenn ein Mensch keine Chance hat, einen sicheren und Halt gebenden Kontakt zu den anderen Menschen zu bekommen, mit denen er emotional verbunden ist;

Auf der Grundlage eines Symbiosetraumas können sich Kinder mit ihren Eltern symbiotisch derart verstricken, dass sie mit deren abgespaltenen Täter-oder Opferanteilen seelisch verschmelzen. Was macht dann ein Kind, das in Kontakt mit diesem Inneren Chaos seiner Eltern kommt? Um in einem solchen System leben zu können, um dazuzugehören und als Kind geliebt zu werden, muss es sich notgedrungen spalten, seinen eigenen Gefühlen misstrauen, um den Schein der von den Eltern erzeugten Normalität glauben zu können.


Bindungssystemtrauma: das besagt, dass in einem Bindungssystem die traumabedingte seelische Verwirrung, Verrohung und Aufspaltung so weit fortgeschritten ist, dass vor körperlicher und psychischer Gewalt, Inzest und sogar Tötungen von Angehörigen dieses Bindungssystems nicht zurückgeschreckt wird.

Es führt jeder Versuch, eine emotionale Verbindung zu einer Person innerhalb der Familie herzustellen, in deren inneres Chaos hinein. Hier hilft nur der konsequente Verzicht auf alle Versuche, Halt in einer solchen Familie zu finden.



  • „was für ein Unsinn ist es, in der Hölle meiner Familie die ich von Geburt an tagtäglich erlebt hatte, nach meiner eigenen Lebendigkeit zu suchen!“(Bericht einer Patientin)

    (solchen Patienten, die sich schon ihr ganzes Leben lang um den symbiotischen (emotional Halt gebenden) Kontakt mit ihren Eltern vergeblich abmühen, zu sagen, sie sollten die schwer traumatisierte Mutter oder den gewalttätigen Vater ehren und achten, weil sie bzw. er ihnen das Leben geschenkt habe, unter stützt den zum Teil bereits wahnhaft gewordenen symbiotischen Überlebensanteil und verstärkt zudem die Selbstqual dieser Menschen, welche die Schuld für das nicht Zustandekommen der symbiotischen (konstruktiven!) Verbindung ausschließlich bei sich selbst und ihrem eigenen Verhalten suchen.)

  • Um gesund zu werden, muss der Betroffene sich von seinen schwer traumatisierten Eltern innerlich wie äußerlich vollständig lösen und jegliche Illusionen aufgeben, einen symbiotisch befriedigenden Kontakt mit ihnen herstellen zu können. (Es ist wichtig zu verstehen:dass man in einem verwirrten Beziehungssystem nur unter der Bedingung dazugehören kann, dass man selbst verwirrt ist. Kinder sind bereit, in den Wahnsinn zu gehen und zu versuchen, ihre Normalität vor den anderen zu verstecken, um zu ihrer verwirrten Familie dazugehören zu können. Eine 180-Grad-Kehrtwendung (von außen nach innen) ist notwendig, damit man gesund werden kann. Der bisherige Weg war, sich seelisch bis zum Äußersten daran abzuarbeiten, emotional nicht verfügbare, weil schwer traumatisierte Eltern doch noch zu erreichen..)


Was also tun?
Wie schon gesagt, sich um sich selbst kümmern:

- Gute TraumaTherapie suchen, die die Eigenständigkeit fördert! In der gerade der Therapeut klar abgegrenzt ist, sonst befindet man sich gleich in einer erneuten Verstrickung!
- innerlich abgrenzen, überhaupt verstehen, dass man verstrickt ist!
- mehr auf eigene Gefühle, Gedanken, Bedürfnisse, Impulse, Wünsche achten!
- Grübeln und Nachdenken führt NICHT aus symbiotischen Verstrickungen heraus.
- Äußere Grenzen aufzeigen, statt innerem Rückzug!


Gesunde seelische Anteile zur Auflösung eines Symbiosetraumas:

  • Erlaubnis, dass sich diese gesunden Anteile entfalten/bemerkbar machen dürfen!

  • den eigenen Willen stärken

  • Bedürfnisse nach Eigenständigkeit, Wahrheit und Klarheit haben

  • Fähigkeit, Realität und Illusionen zu unterscheiden, ausbauen

  • Fähigkeit erlangen, eigene Gefühle von übernommenen zu unterscheiden

  • Bedürfnis bekommen, sich aus symbiotisch verstrickten Beziehungen zu lösen

  • Wunsch nach gesunden Beziehungen verspüren

  • bereit sein, eigene Traumata anzuerkennen (und zu bearbeiten!)

  • Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung zu erlangen

  • Bereit sein, Eigenverantwortung zu übernehmen

  • niemanden mehr retten wollen, Selbstliebe

  • Hoffnung auf gute eigene Lösungen von Problemen bewahren

Dies alles braucht natürlich viel Zeit, eine schnelle und einfache Lösung gibt es nicht.
Es lohnt sich dran zu bleiben! Für ein freies, selbst gestaltetes, lebendiges Leben!

Wer in seiner Seele klar ist, kann Klartext reden!

Samstag, 14. April 2012

Neue Abenteuer

Es gibt einen Teil in mir, der liebt Abenteuer, verrückte Dinge zu tun, Neues auszuprobieren.

Dieser Teil stand als Bodypaintingmodel vor 10.000 Zuschauer auf der Bühne, fuhr bei einer Stuntshow in einem Auto auf 2 Rädern mit, lässt sich zu Vorführzwecken eine total schräge Frisur mit ausgeflippten Haaren machen (und verliert dabei 20cm Haarlänge und wird am nächsten Tag von der Ausbilderin nicht wieder erkannt), begleitet einen wildfremden Mann auf Geschäftsreise nach Dänemark und Turin...

Dieser Teil hätte nun so richtig Lust bei der Rallye München - Afrika mitzumachen:
http://rallye-münchen-afrika.de/index.html
Der Zeitraum ist über Weihnachten und Sylvester. Wie geil wär das denn?
Da hätte ich keine Angst.
Ich würde mich sofort als Beifahrer melden.
Wenn.... ja wenn das liebe Geld bzw. das fehlende, nicht wäre. 690,- für den Veranstalter, dann das was man unterwegs braucht und noch der Rückflug. Da die meisten Autos dort verkauft werden.

Ich erinnere nur ungern an meinen anderen Teil, der es manchmal nicht mal in der Bahn aushält, geschweige denn mit anderen Menschen zu essen und sich allgemein nicht viel zutraut.
(zum Glück schläft der grad).

Tja und so bleibt mir nur ein kleines Abenteuer. Hier um die Ecke.
Ich habe demnächst einen Pflegehund.
Paarmal in der Woche.
Eine ganz hübsche, elegante Hundedame der Rasse Pointer - also schon was größeres. Pflegeleicht und öfter mal zu Scherzen aufgelegt.

Ich freu mich und bin schon recht gespannt!

Freitag, 13. April 2012

Freitag, der 13.

Und passend dazu, hab ich eine grottenschlechte Laune.
Und keine Ahnung warum und wieso oder woher.
Klasse.
Obwohl ich mich freuen müßte: Heute vor 4 Wochen, hab ich den letzten Dreckstängel ausgedrückt und zwar um 6:15 Uhr.
Mir ist aber nicht nach Freude.
Draußen hängen tiefe Regenwolken und das soll sich bis Montag auch nicht ändern.
Ja, es ist immer noch so, dass ich dieses Jahr die Sonne mehr mag als den Regen.*erstaunlich*
Für heute hatte ich einen Waldausflug mit dem Rad geplant. Aber so macht das keinen Spaß.
Radeln war ich trotzdem, meine übliche Morgensportrunde.
Also lasse ich mich halt knatschig sein und werde mich mit Kakao oder Kaffee ins Bett verziehen.

Zuvor aber noch das:
gestern einen Podcast von und über Raphael Fellmer gehört. Dieser junge Mann lebt sein 2 Jahren ohne Geld: http://de.forwardtherevolution.net/p/living-in-harmony.html
Ich kam ein wenig ins nachdenken und musste mir eingestehen: Die Habgier hatte mich erwischt. Ich hab die letzten Male bei der Tafel definitiv zu viel mitgenommen (auch an Kleidung) das ich eigentlich nicht brauche. Man denkt wirklich sehr schnell: Ach kostet ja nix.
Die Wertschätzung für die Lebensmittel ging verloren. Ich werfe sehr wenig weg, aber wenn ich mehr habe, als ich verbrauche, wird das Zeug schlecht und ich muss es wegwerfen. Was ich furchtbar finde und mich sehr schäme!
Ich spüre den Ballast und vielleicht drückt mich das heute so nach unten, wer weiß.
Ich habe auch gleich ausgemistet und mir vorgenommen, dass ich das nächste mal wirklich wieder nur Obst und Gemüse mitnehme.

Letztens fand ich in einem Blog über Minimalisten (weiß leider nicht mehr welcher), folgende Fragen/Überlegungen die man sich stellen kann, um heraus zu finden was man im Leben haben/tun möchte oder nicht:

Habe ich, will ich
Habe ich, will ich aber nicht
Habe ich nicht, will ich
Habe ich nicht, will ich nicht

In diesem Sinne: Kommt gut ins Wochenende! :-)

Donnerstag, 12. April 2012

Sowas wie Urlaub

So jetzt ist erstmal Therapiepause von 2 Wochen.
Ganz ehrlich: Ich bin froh drum. Wir hatten nun durchgehend seit November jede Woche einen Termin (ok bis auf einmal). Irgendwie ist grad die Luft raus und die Lust weg. Ich glaub, das ist auch normal.

Jedenfalls hatten wir heute das Thema Gelassenheit bzw. dass 80% Einsatz reichen (manchmal sogar nur 50 oder 30%!!!!!).
Derzeit kann ich das ganz gut. Ich erlaube mir, etwas verplanter als sonst durch die Welt zu stolpern. Über mich zu lachen und einfach mal den inneren strammen Max loszulassen.

Es geht da wirklich um Kleinigkeiten, wie auch mal müde zu einer Verabredung zu kommen, keine perfekt abgestimmten Klamotten zu tragen, die Haare auch mal etwas unordentlicher zusammenbinden als sonst, etwas nicht zu verstehen, 2 Wochen nicht zu bügeln...
Jaaaaaaaaa so eine 1000 prozentige bin ich. War ich?

Vor Jahren kaufte ich meine 1.Couch und durfte somit wieder lernen, wie man gammelt, herum fläzt und so. Das stelle man sich mal vor!
Als wir heute meine letzte Arbeitsstelle durch gingen und wie ich mich da selbst immer antrieb und durch peitschte und nie irgendwas ablehnte mit den Worten: "Du heut nicht, mir gehts nicht so gut!"
kamen mir dann doch vor Betroffenheit die Tränen.
Die Worte meiner Therapeutin:" Allein wenn ich mir das schon vorstelle bin ich ganz kaputt. Das ist unmenschlich, das schafft kein Mensch-jeden Tag!" ließen mich noch tiefer fühlen:
JETZT sehe und fühle ich vor allem, was ich mir da angetan habe.
JETZT ist mir klar, warum ich von dort (dem Job) gehen musste.
JETZT ist mir auch klar, warum meine Kollegen das leichter schafften. Ich sehe was die taten bzw. eben nicht.
JETZT ist mir klar, dass ich immer wieder bezüglich Arbeit so eine trotzige, rebellische Verweigerungshaltung einnahm und am liebsten irgendwo im Wald in einem Häuschen wohnen wollte oder wo meine Todessehnsüchte herkamen:
Es ist eine gesunde Haltung meiner Seele, die mich davon abhält so lange weiter zu ackern, bis ich total zusammen klappe und auf der Intensivstation wieder aufwache.
Soweit entfernt davon, war ich da nicht.
Ich verurteile meine Hippiephantasien nicht mehr. Ich verstehe mich.
Ich sage: Alles hat seine Gründe und seinen Sinn, auch wenn man diese erst auf den zweiten Blick erkennt.

Wenn ich jetzt nochmal ein wenig in die Zukunft blinzle und mir vorstelle etwas zu finden was mir wieder soviel Spaß macht, aber mit weniger Perfektionismus, dann spüre ich ein hüpfen in der Magengegend. Ein freudiges hüpfen!
Das Thema, dass Arbeit auch Spaß machen darf ist auch noch unbearbeitet und kommt noch dazu. Ein ander Mal.

Stattdessen noch ein Zitat, das ich heute (passenderweise) in der Zeitung fand:

Ich lernte die Patienten zu respektieren.
Mein Vater erklärte mir, dass manchmal auch zuviel Verantwortung oder Druck einen Menschen verrückt machen kann, und dass viele psychisch Kranke vorher ganz normale Leute gewesen sind.

(Jussi Adler-Olsen)

Auf mich trifft das auf jeden Fall zu. Der Druck der in der Kindheit schon losging. Und ich glaube, dass dies nicht nur manchmal in der Gesellschaft zutrifft - sondern sehr oft!!!!!!
In diesem Sinne: Legt eine gesunde Wurschtigkeit und Verpeiltheit an den Tag, das ist gesünder und Kräfte schonender, als dieser elendige Perfektionismus und das alles-mitmachen-müssen oder super Ehepartner-Eltern-Arbeitnehmer sein müssen. Auf lange Sicht geht das nicht gut.
Und wie sagte meine Therapeutin auch: "Davon können Sie ja ein Lied singen!"
EIN Lied?
Ich würd mal sagen: Eine ganze Oper!

Mittwoch, 11. April 2012

Wie reizend!

Die Tafel war heute sowas wie die Hölle auf Erden. Liegt bestimmt am Wetter.
Und daran, dass Ferien sind und gefühlte 100 Kinder ebenso anwesend waren.
Ja ich verstehe die alleinerziehenden Mütter, die in Not kommen, wenn auch der Kiga geschlossen hat.
Ja ich habe ein Herz für Kinder.
Nein, es macht mir überhaupt nix aus, wenn sie mit ihren Schokoladenfingern an meiner frisch gewaschenen, hellen Hose herum patschen.
Mir macht auch der Lärm überhaupt nix aus...
ich finde Kinder reizend...ABER heute bin ich gereizt, weil meine Nerven dünn, dünner, am dünnsten sind!
Warum weiß ich auch nicht. Klingt komisch, ist aber so!
So!
Fand dafür am Basar zwei reizende Hemden bzw. Bluse und Tunika. Hielt die so hoch und begutachtete diese, meint Polenfrau neben mir:" Is zu groß, gib mir!"
Ich grinsend zu ihr: "Nix zu groß! Paßt genau! Seh ich! Nehm ich!"
Wahnsinn, da musste aufpassen, dass Dir nicht die Jacke vom Körper gerissen wird.
Aber das war noch nicht alles. Den Rest erspar ich Euch und mir.

Weiter ging's im Galopp, weil ich zur Sprechstunde des Sozialdienstes wollte.
Die genau dann ist, wenn auch die Tafel ist. Super Timing!
Die Nachfrage (nach stundenlanger Sucherei) ergab eine ganz reizende Antwort:" Is nich, in den Ferien!"
Supähr!

Macht auch nix, haha hallo ich bin die Regenfrau ich hab heut eh so eine saugute Laune *ironie-off*, dass ich mich richtig auf den Zahnarztbesuch heute nachmittag freue, weil ein Zahn oder dessen Wurzel oder Nerven irgendwie gereizt ist und das WEH tut!

Wahrlich, was ein reizender Tag!
Bin ich froh, wenn der vorbei ist!
Und ich weiß auch: eine Zigarette würde nullkommanull an meiner Laune oder gar an der Situation ändern!
Und deswegen hab ich überhaupt keinen Bock auf das Dreckzeug.
Das war nicht ironisch gemeint. Sondern ernst! Aber sowas von!

Nachtrag: Ist das schön, wenn der Schmerz nach läßt. Und zum Glück war es nix schlimmes. Nur ein kleines Stück der Krone war wohl irgendwie zu hoch und da ich derzeit nachts wieder verstärkt kiefertechnisch arbeite (sprich pressen und knirschen) war das entzündet und verkrampft und so.

Dienstag, 10. April 2012

Rente und Zukunft

Ab diesem Monat bin ich also ganz offiziell erwerbsunfähig, somit Rentnerin und bekomme Ende des Monats meine 1.Rentenzahlung überwiesen.
Es fühlt sich immer noch ziemlich verrückt an. Ich finde: es IST verrückt. Weil ich innerlich ver-rückt bin und erst langsam aber sicher wieder meine innere stabile Mitte finde.
Gestern hab ich mit gaaaaaanz viel Nervosität und Übelkeit meinen Rentner-Ausweis vorgezeigt, um eine Ermäßigung zu erhalten. Heute ging dies schon ruhiger von statten.
Immerhin ein Vorteil der Sache: ich kann mehr unternehmen für weniger Geld und das ist meiner Gesundheit derzeit nur förderlich.

Heute morgen hab ich weiter an der Zusammenfassung von Symbiose + Autonomie geschrieben. Ich möchte noch vor dem Wochenende damit fertig werden und wenn möglich auch das Buch wieder abgeben.
Die geistige Arbeit tat mir gut. Der Inhalt wie schon gesagt, weniger.

Nachmittags war körperliche Arbeit dran: Radfahren (10km) und schwimmen (1 Std.) in einem -wie erhofft- fast leeren Hallenbad! Ich liebe das, wenn ich die volle Armlänge für mich nutzen kann und in meinem Rhythmus schwimmen und atmen kann, ohne mich immer wieder zu verspannen aus Angst ich könnte jemanden treten.

Alles in allem: ein sehr guter Tag!
Diese Abwechslung brauche ich so sehr (ja wahrscheinlich nicht nur ich, sondern jeder Mensch!). Diese Balance von Körper und Geist.
Mir kam in den Sinn, dass ich im Herbst vielleicht einen Verlängerungsantrag für die Rente stellen könnte: Schön wäre es, wenn ich für 3-6 Std. arbeitsfähig geschrieben werde, um mir dann eine Teilzeitstelle zu suchen. Dann könnte ich auch finanziell, durch die Teilrente, überleben. Und noch genug Zeit und Energie übrig haben, für die Dinge die mir wichtig sind.

Es sind gedankliche Spinnereien, die ich mir auch gestatte, aber nicht so ernst nehme. Ich darf experimentieren, mir neue Wege schaffen und schauen was gut für mich ist.
Im großen und ganzen kann ich derzeit gut im Heute bleiben und das ist wichtig, um weiter rauchfrei zu bleiben! :-)

Montag, 9. April 2012

Gesunde Ostern

war das für mich. In allerlei Hinsicht: Rauchfrei und streßfrei, alkoholfrei und mit viel frischer Luft.
Ich hatte einen ganz wunderbaren Tag mit einer Freundin, die demnächst für längere Zeit im Ausland ist. Entweder bilde ich mir das ein oder es ist wirklich so: Irgendwie habe ich heute die Zeit mehr mit ihr genossen, oder sagen wir so: intensiver. Bald geht ihr Flieger....ach....

Ich genoß sogar einen Kaffee! In einem Cafe! Woohoooo *trommelwirbel*.
Gut, der Anfang war weiter etwas chaotisch (in meinem Inneren) aber dann vergaß ich meine Phobie fast und verhielt mich so, wie man das tut, mit einer guten Freundin im Cafe: Lästernd und lachend!
Anstrengend war es trotzdem, das lag aber eher am Lärm und an der Hitze, da leide ich weiterhin schnell unter Reizüberflutung, vor allem wenn ich mich auch noch auf ein Gespräch konzentrieren muss.
Egal. Schön wars!

Und wie es so ist, wenn es mal schön wird, wird es auch irgendwann hässlich. Dieses irgendwann kam bald. Quasi nicht mal 20 Minuten später. In der S-Bahn.
Eine Frau neben mir: Lautstärke 12 (von 10) und Themen mit erhöhter Triggergefahr. Nervenreizung pur.
Da half nur eins: M-U-S-I-K mit Lautstärke 10 von 12 :-)



tief in den Sitz kuscheln, Augen zu und dem Wunsch dieser Frau ein T-Shirt zu schenken, auf dem steht:
Ich war als Kind schon scheiße!!!

Sonntag, 8. April 2012

Eure Kinder sind nicht eure Kinder,

eure Kinder sind die Sehnsucht des Lebens nach sich selbst!
(Khalil Gibran 1883-1931)

Als ich die Bücher von Alice Miller in die Hände bekam, war da in mir ein großes Erkennen, eine Erleichterung, endlich Worte für mein Leiden gefunden zu haben.
Mit dem Buch *Die Masken der Niedertracht* erging es mir ähnlich und ich fand Antworten darauf, warum ich meine Mutter und meine Schwester meide. Sie sind -hübsch verpackt- einfach seelisch grausam, zu ihren Kindern und Freunden, Partnern und Geschwistern.

Die letzte Frage, die mir offen blieb, war das Thema mit meinem Vater. Warum meide ich auch ihn? Warum geht es mir nach jedem Besuch so schlecht? Warum werde ich immer depressiver? Warum kann ich seine Geschenke nicht ertragen? Bilde ich mir da was ein? Übertreibe ich? Meine ich da etwas zu sehen, wo vielleicht gar nix ist?

Und wieder einmal habe ich erfahren, dass ich mich sehr wohl auf meine Wahrnehmung verlassen kann. Die Antworten auf all die Fragen fand ich in dem Buch: *Symbiose und Autonomie von Franz Ruppert*.
Es gibt eine destruktive Symbiose deren Merkmale unter anderem sind:
  • ist eine illusionäre Liebe, sie macht krank, klammert den anderen an sich, setzt unter Druck, erpresst, rivalisiert und stellt Erwartungen die (vom Gegenüber)nur gegen die eigenen Bedürfnisse und Interessen erfüllt werden können. Erzieht den anderen so wie man ihn braucht und gerne hätte.

  • Bestimmte Themen dürfen nicht angesprochen werden, um nicht noch mehr Wut und Angst zu erzeugen

  • entstehen, wenn sich traumatisierte Menschen begegnen und sich mit ihren Überlebensanteilen abhängig machen.

  • Schaffen Denk-und Redetabus, verhindern so, dass vorhandene Traumata angesprochen werden

Und es gibt konstruktive Symbiosen (einige Beispiele):

gutes Miteinander mit deutlichen Abgrenzungen, niemand übernimmt mehr Verantwortung für den anderen als nötig, Selbstverantwortlichkeit bzw. deren Förderung hat höchste Priorität, jeder kann (und darf!) seinen eigenen Gefühlen trauen, seine eigenen Gedanken zum Ausdruck bringen und tun was er für richtig hält. Es darf Streit und Meinungsverschiedenheiten geben, aber kein Diktat und keine Unterwerfung.


Ich bin gerade dabei eine Zusammenfassung des Buches für mich zu schreiben. Weil es wichtig ist, weil ich die Wörter brauche, die Erklärungen, weil ich sonst weiter denke, dass ich übertreibe und alles mies machen muss.
Es ist anstrengend und manchmal packt mich der Rauchdruck ganz enorm. Ich sage mir, dass es nur für diese Zeit so ist, solange ich mich mit dem Buch weiter beschäftige und dann ist wieder Ruhe.

Dieses Buch erklärt Traumatisierungen sehr verständlich. Was da passiert in der Seele. Dass sie sich aufspaltet in verschiedene Anteile: In die traumatisierten (die reagieren, wenn sie getriggert werden), in die überlebenden (die lenken ab, kompensieren z.B. mit einer Sucht!, erzeugen Illusionen und kontrollieren alles) und natürlich bleiben auch gesunde Anteile da, die Gefühle ausdrücken können, emotionale Bindungen eingehen und die Realität offen wahrnehmen können.

Und das erfahre ich gerade hautnah: Sobald ich mich aus der Verstrickung zu meinem Vater löse: Äußerlich und innerlich! Geht es mir gut: Habe ich keine Ängste, muss nicht rauchen, bin lebensfreudig und abenteuerlustig! Also im gesunden Anteil !
Denn das steht auch deutlich im Buch: Solange der traumatisierte Mensch nicht an seinen Traumatisierungen arbeiten kann oder will, hat es keinen Sinn ihn retten zu wollen.
Ich weiß, dass meine Eltern ebenfalls schwer traumatisiert sind und beide hängen in den Überlebensanteilen mit Kontrolle, Unterdrückung und Sucht fest.
Um mich zu retten, bleibt nur der Abstand. Ganz großer Abstand! Mich aus den Verstrickungen lösen, in dem ich mich um mich selbst und meinem Trauma kümmere!

Bericht einer Frau über die ständigen Konflikte mit ihrer Familie:

„Ich weiß, dass ich alles probiert habe und mir nur noch die Wahl bleibt, zu gehen und mich abzugrenzen. Doch dann werden die anderen vorübergehend normaler und hilfsbedürftiger oder nett interessiert, wogegen ja nichts einzuwenden wäre, würde ich nicht nach erfolgter Zufriedenstellung ihrer Bedürfnisse, wieder massiv entwertet und nimmersatt angefressen werden.“

Ich merke, dass ich mich jetzt das erste Mal so richtig auf mein Leben, meine Bedürfnisse und meine Wünsche konzentrieren kann und darf!
Ich fühle mich leichter und lebendiger!


Seit 7 Monaten habe ich meinen Vater weder gesehen, noch gehört oder gelesen. Er schweigt. Er hat nicht einmal nachgefragt was eigentlich los ist.
Da hat wohl jemand Angst. Die soll er ruhig haben.
Ich hatte lange genug Angst. Auch wegen ihm.





Samstag, 7. April 2012

Vermisst

Manchmal gibt es diese Momente, in denen man jemanden oder etwas vermisst. Einen guten Freund von früher, einen bestimmten Liebhaber, eine Zeit die so golden war und nicht mehr ist, oder ganz profan: irgendwelche Gegenstände.

Ich habe gerade eine kindliche Sehnsucht nach jemanden und versuche mich da nicht zu sehr reinfallen zu lassen. Weil es mir damit nicht gut gehen würde und ich eventuell etwas tun würde, was ich spätestens morgen wieder bereue.

Aber wie oft denkt man daran, dass man selbst vermisst wird? Der/Die sich vielleicht wieder eine Beziehung mit dir wünscht, oder zumindest wieder Kontakt haben möchte. Wie oft sagt man das so offen und ehrlich jemanden? Es ist doch eher so, dass man ganz ungezwungen sich mal wieder meldet und nicht gleich mit der Tür ins Haus fällt.

Meine Tür ist heute ins Haus gefallen. Nachdem ich die Mail las. In der stand: Dass mich dieser jemand so sehr und ganz arg vermisst.

Staunen in meinen Augen. Ich hatte diesen Jemand so gut wie vergessen! Wie oft dachte er schon an mich, bevor er mir diese Mail schickte? War er betrunken? Hat er grad eine Krise? Fehlende Familie kann ja an Feiertagen schon belastend werden...

Ich weiß es nicht und werde es auch nie wissen. Natürlich fühle ich mich geschmeichelt, wenn ich so etwas lese, aber ich horche auch in mich hinein und schaue, ob es für mich stimmt wieder den Kontakt aufzunehmen und die Antwort lautet definitiv: nein.

Und das aufkommenden Kopfkino dazu kann ich inzwischen auch schon besser aushalten.