Mittwoch, 7. März 2012

Die verborgene Sprache der Blumen

Das Buch begleitete mich die letzten 2 Tage. Es ist immer wieder toll, wenn ich zur richtigen Zeit, das richtige Buch finde.
Worum geht's?
Ein junges Mädchen ist eine richtige Kratzbürste. Kein Wunder wurde sie doch nur von einer Pflegefamilie zur nächsten und später von einem Heim ins nächste geschoben. Zuviel Kälte, zuviel Gewalt.
Ihre Gefühle kann sie nur anhand der Blumen ausdrücken und die wenigsten verstehen sie.
Bis immer mehr Menschen in ihr Leben kommen, die sie verstehen und ihr nahe sein wollen. Doch was macht man damit? Was man nicht kennt, macht Angst. Und was macht man mit einem kleinen Säugling der auch Nähe braucht und Fürsorge? Sie kommt an ihre Grenzen...

Bei den ersten Seiten war mir klar, dass das Buch einen hohen Triggerfaktor für mich hat. Da es aber recht sachlich und wenig emotional geschrieben wurde, ging das ganz gut.
Die Abweisungen, die Ungeborgenheit, ihr Außenseitertum, Angst vor Berührungen konnte ich gut nachfühlen, ohne dass es mich belastete.

Was dann aber wirklich heftig wurde, war als ihr Hände gereicht wurden und sie diese nicht greifen konnte. Das davon laufen, das den anderen verletzten müssen, das lieber im Park schlafen als Hilfe annehmen, die Enttäuschungen wenn man doch mal der Nähe traute, DAS schnürte mir fast die Luft ab.
Diese Zerrissenheit: Lieber von den Menschen fernbleiben und doch ein Bedürfnis nach eben diesen zu haben.
Mir gefiel der junge Mann der ihr Rückzugsräume bot, ohne sie dafür zu verurteilen oder zu beschimpfen.

Ich mag solche Figuren und Menschen, die deutlich zeigen wie wenig man von anderen Menschen hält. Ich find das ehrlicher. Ich war ja immer eine liebe, nette und mehr ängstliche. Weniger aggressiv, dafür mehr depressiv.

In der Klinik bewunderte ich einen Mann, der keinen bis auf 2m an sich heran ließ. Egal ob im Gespräch, beim Essen oder sonstwo. Er wahrte seinen persönlichen Sicherheitsbereich und somit auch seine eigenen Grenzen, ohne sich drum zu scheren was andere darüber denken oder wie man sich normalerweise verhält. Das finde ich schlicht und einfach gesund.

Das dahinter viel Leid steckt, ist mir schon klar.

Die junge Frau in dem Buch geht ihren Weg. Kämpft sich durch Dornen und karge Wüsten. Von mir aus hätte das Buch nie enden können!

Die Gemeine Distel - Misanthropie

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