Freitag, 30. März 2012

Etwas Süßes braucht der Mensch

So, meine Fastenzeiteinschränkung wurde gestern aufgehoben. Der Joghurt-Schokolade und den Schokoriegeln mit Kokos innen drin, konnt' ich nicht widerstehen.
Es geht mir gut damit, denn ich ess im Moment eh wirklich sehr wenig Süßes und wenn dann wirklich langsam und mit Genuß!
Ich glaub die Reduzierung fällt mir jetzt leichter, weil es derzeit genug anderes "Süßes" in meinem Leben gibt *ganzbreitgrins* :-)

Außerdem bin ich ab heute 2 Wochen rauchfrei! *hüpftanzkreischjubel*!!!!!
Und hatte prompt in der Nacht den Traum, dass ich loszog um Tabak zu kaufen. Wußte dann später, dass ich mir eine Kippe davon drehte und qualmte und dann überlegte: Tabak fertig rauchen oder wegschmeißen?
Es gab aber noch ne 3. Option und die nahm ich auch: Das Gebrösel einer Bekannten schenken.
Ich hatte bei Rauchstops noch nie solch einen Traum. Hörte aber oft von anderen, dass die den immer mal wieder haben.
Finde das ein gutes Zeichen, denn wenn ich selbst im Traum aufhöre zu rauchen, also dann ist die Sache ja wohl klar!
Aber irritiert war ich nach dem aufwachen schon!

So. Und jetzt ? Der Tag ist noch jung. Hmmmm, mal sehn.
Kommt gut ins Wochenend und natürlich in die Osterferien!

Donnerstag, 29. März 2012

Im Erdgeschoß...

...der Gefühle angekommen. Ich bin also wieder normal. Und das ist gut so. Ich hatte zwei Mal sehr Manie ähnliche Zustände, zwar ohne ein Geschäft aufzukaufen oder nackt auf dem Brückengeländer balancierend, aber doch ziemlich abgefahren. Das ist nicht ungefährlich und so bin ich schon froh, dass es dieses Mal nicht in diese Richtung ging.

Ich genieße die menschenfreie Woche ohne Termine. Sehr!. Hab nicht mal Therapie. Gestern bei der "Tafel" war es schon sehr stressig und ich wurd immer aggressiver.
Heute wär ich eigentlich mit der Wanderbekanntschaft verabredet gewesen. Hui, die ist ganz schön aktiv. Das find ich auch schön, aber zur Zeit ist es mir echt zuviel. Und nachdem ich 2 Lebenskarten mit dem "inneren Kind" zog, hab ich mit einem Haufen Schuldgefühle den Ausflug heute abgesagt.

So werde ich das machen, was ich gestern schon tat: Mir draußen in der Natur ein ruhiges Plätzchen suchen und lesen.
Dazu ging ich gestern barfuß! Superschön! Über einen fest gefahrenen Lehmweg mit altem Gras und Ästen, dann über den umgepflügten Acker (oben die harten kleinen Bröckchen, drunter schön weich, so dass man immer eingesunken ist) hin zu einem uralten Birnbaum mitten Im Feld: Kein Mensch, keine Zivilisationsgeräusche, nur ich und Fliegen und Hummeln, ein duftiger Geruch, ein weiter Horizont. Ein Genuß!

Heute aber werd ich radeln und für meine inneren Kinder erstmal am Pony-und Eselstall Halt machen, später in den wunderschönen, jedoch viel zu selten besuchten (warum eigentlich) Wald einbiegen und mich an irgendeinen hübschen Baum anlehnen und mich von der Sonne wärmen lassen.

Und weil es ja nun keine Morgenzigaretten mehr gibt, gibts jeden Morgen eine neues, anderes Lied, das ganz bewußt gehört wird.
Heute dies:



Äußerst talentierte junge Mädls, aus meiner alten Heimat.
Extrem gut hörbar :-)

Mittwoch, 28. März 2012

Sag mir,

welches Auto du fährst und ich sage dir wie der Rest der Welt auf dich reagiert

(aus eigener Erfahrung)

Eine Familienkutsche ist das sicherste überhaupt. Die meisten nehmen Rücksicht, lassen dich in jede Lücke rein, halten immer ein wenig mehr Abstand als sonst und selbst die Politesse drückt mal ein Auge zu, wenn du im Halteverbot stehst und gerade als sie den Kugelschreiber zücken will, du aus der Bank gestürmt kommst, völlig gelassen vor ihr stehen bleibst, traurig auf den Boden starrst und total ernüchternd mit hängenden Schultern feststellst: "Oh jetzt ist es wohl zu spät" ... Jedoch solltest du keine *Hier fährt Lara mit*-Aufkleber benutzen. Die meisten werden allein durch das lesen dessen, so aggressiv ("mir doch egal, wie dein Gör heißt...FAHR ZUA!"), dass es mit der beschaulichen Autowelt gleich wieder vorbei ist.

Wenn Du das Gegenteil all dessen erleben willst: Schaff dir ne Nobelkarosse an. Am besten die mit dem Stern vorne drauf. Glaub mir, Du wirst ständig angehupt, angeblendet,mit verächtlichen Blicken bedacht und geschnitten (inkl. Vogel/Mittelfinger/Arsch zeigen). Ok, der Po war vielleicht eingebildet. Es ist scheiß egal wer wirklich drin hockt (z.B. Miss Universum im knappstem Bikini) jeder, wirklich jeder glaubt, dass nur so ein bescheuerter, gebrechlichler, geldgeiler, seniler, alter Sack mit Hut hinterm Steuer sitzen kann. Denn sonst fährt keiner dieses Schiff an Auto! Außer die Minivarianten dieser Automarke, die werden natürlich nur von gelangweilten, sehr reichen, alten Tussen gefahren. Also auch nicht besser, ergo: die darf man auch anhupen, bedrängeln...usw.

Wer wirklich Abenteuer erleben will, lege sich eine alte, klapperige Rostlaube zu. Das macht Spaß von vorne bis hinten. Voraus gesetzt: Du hast Zeit und ein wenig Geld, um die Kiste am laufen zu halten (denk dran: irgendwas scheppert immer!). Das ein oder andere zu beachten, kann auch nicht schaden:

- Mache Dich drauf gefasst, an der Tanke mit wild-dreisten Flirtversuchen belästigt zu werden. Die tun nix, die wollen nur helfen.

- Hab immer eine kleine Flasche Vodka im Handschuhfach. Der Abschleppdienst freut sich nachts drüber, wenn er schon aus seinem Schlaf geholt wurde. Und lächeln, immer lächeln, jedoch vergrößer nie den Ausschnitt deines Shirts: Du weißt nicht was der Kerl grad geträumt hat!

- Wenn irgendwas klappert, schleift, blubbert und du eh schon einen Scheißtag hattest: Mach die Musik lauter, dann hörst du es nix mehr.

- Denk dir nix, wenn du von diesen fein polierten PKW's aus der Oberklasse unsanft angemacht wirst. Die Fahrer wollen nicht an ihre miserable Studienzeit erinnert werden, in der sie wegen akutem Geldmangel auch so eine Dreckschleuder fahren mussten, die nur mit Muttis Einmachgummiring zusammen hielt.

- Stehst Du drauf, das Dorfgespräch Nr.1 zu werden? Dann kennzeichne dein Karre! Das geht gut mit Farbsprays (Motto/Symbole frei auswählbar, manche erhöhen jedoch den Polizeikontakt, also wenn Du auch da drauf stehst: nur zu!) oder aber noch viel einfacher: Fahr an der nächsten Ampel Deinem Vordermann so richtig hinten drauf, so dass seinem Auto gar nix fehlt und Dein Kühlergrill halb eingedrückt wird. Fahre so die nächsten Monate herum und glaube mir, du wirst täglich solche Sätze hören, wie: "Ah warst gestern beim Bäcker? Hab Dein Auto gsehn." (Hammer Info!) Oder: "Bist krank? Dein Auto stand gestern vorm Dr. Ungemacht." (erkläre dann ganz ausführlich wie deine Nebenhöhlen aufgestochen wurden und dann der ganze Modder tsunami-artig die Praxis flutete). Wie gesagt, ist eher etwas für die extrovertierten Gesellen unter uns.


In diesem Sinne:
Immer schön die Stoßstange sauber halten und:

Allzeit gute Fahrt!

Kleiner Tip noch am Rande: Wenn Du Lust auf Streß mit nem Sternchenautofahrer hast: Werd Radfahrer, drängle Dich an einem stehenden Kraftwagen mit Stern vorbei, dessen Fahrer in der Nähe ist. Dieser wird fragen, ob es geht (dies tut er nicht weil er Anstand hätte, sondern schlicht Angst um sein heiliges Kalb auf 4 Rädern hat!). Antworte: "Jaja, es geht (und murmle leise aber noch gut hörbar: mit fünf Kratzern!") Fahre dann so schnell als möglich weg. Denn: Sternchenautofahrer verstehen keinen Spaß!

Dienstag, 27. März 2012

Glückssträhne

Es reißt nicht ab :-)
Es ist wundervoll!

Heute in der Warteschlange vor der Post (um etwas für eine liebe Bloggerin zu verschicken, die gerade etwas Zuspruch gebrauchen kann) so vor mich hin geträumt, dass ich mir danach ja ein Eis gönnen könnte.

Gesagt-getan.

Auf dem Weg zur einsamen Wiese mit Bank, an einigen Häusern vorbei gekommen und das 2.Mal innerhalb einer Woche eine *zu-verschenken-Ecke* gefunden (das war schon ein halber Flohmarkt!)
In aller Ruhe 5 Bücher ausgesucht (wär eine Spendenbüchse dagewesen, ich hätt gern was reingeworfen, vor lauter Dankbarkeit)

- Die Kunst, ohne Überfluß glücklich zu leben (von 1980! war erst erstaunt, dass es damals wohl schon solche Gedanken gab, bis mir einfiel, dass die meisten zu dieser Zeit schon im Überfluß gelebt haben, unsere Familie aber nicht. Ich kannte lange keine Limo, keine Semmeln und kein warmes Bad, geschweige denn Urlaube.)
- der Zementgarten von Ian McEwan (klingt leicht gruselig: Eltern sterben und 4 Kinder leben fortan alleine im großen Haus und schotten sich immer mehr gegen die Außenwelt ab)
- der Ruf des Universums-Neue Sensibilität für das Leben (ein angeblich spirituelles Überlebensprogramm...soso, mal sehen)
- ein katholisches Heft "Ich bin unterwegs" (sehr passend!) mit tollen großen Fotografien und kleinen Nachdenkgeschichten, die Psalme und Verse aus der Bibel überles ich. Das Heft ist von 1976 :-) Flowerpower läßt grüßen.
- l_y_r_i_c_s Lyrik in Verbindung mit anderen Künsten. Ein Bildband. (basierend auf der Fernsehreihe gleichen Titels, beim WDR 1984, ich hebe solche Bücher Gedichte/Geschichten/Lieder in Verbindung mit Bildern gerne auf und schaue hin und wieder rein, gerne vorm einschlafen wo ich mich eh kaum konzentrieren kann)

Tja und dann saß ich da auf meiner einsamen Parkband, die nackten Füße ins Gras grabend, den harzigen Duft der gefällten Bäume riechend, den zwitschernden Vögel lauschend, das Eis genießend ...
.... meine Schätze durch stöbernd! :-)

Glück kann einfach sein!

Literatur und Liebe

Das geschenkte Hausmagazin der Schwabinger Buchhandlung gefiel mir sehr!
Neue Anregungen, verschachtelte Gedankengänge, Lyrik, Prosa, Buchvorstellungen und den Hinweis auf das Lyrik-Kabinett.
Dort gleich in die Mailingliste der Veranstaltungen eingetragen. Und: Siehe da, eine persönlich erstellte Antwort von der Programmleiterin erhalten.
Das lobe ich sehr :-)

In diesem Magazin war auch ein winziger Artikel über William Boyd zu lesen.
Ich stutzte. Stand auf. Ging zu meinem Bücherkästchen und tatsächlich: Da lag das Buch von William Boyd, das ich mir letztens aus der *Verschenke-Kiste* mitnahm.
Solche "Zufälle" find ich ja immer spannend. Denn der Boyd ist derzeit nicht wirklich angesagt und das Buch, das ich mitnahm, ist auch schon ordentlich zerlesen.
Macht nix, als ich es mir ansah hinterließ es ein besonderes Gefühl, das ich nicht näher beschreiben kann. Eine Ahnung, dass mir dieses Buch was sagen will bzw. ich daraus etwas lernen kann. Dabei ist es ein Roman. Mal sehen, bis jetzt finde ich die Geschichte sehr gut und nun wird es auch spannend.

So und weil ich weiter ziemlich matschig bin, gibts nun was zu gucken:

Kinder über die Liebe:



Was weißt du denn schon...



Und noch ein richtiges Brett zum abtanzen!!!!!!!!!

Montag, 26. März 2012

Auszeit

So, die letzten Tage waren aufregend und schön. Ich war aktiv. Es passierte so viel neues in meinem Leben. Das muss ich erstmal verdauen. Ich brauche Zeit für mich. Ganz viel. Vor mich hin werkeln, in aller Ruhe, ohne Tagesplan, ohne Menschen. Selbst Telefonate könnten da schon zu viel werden.

Das hat gar nix mit phobisch oder depressiv sein, zu tun.

Ich werde schon rausgehen, weil es hier in der Wohnung einfach zu laut ist. Ein ruhiges Plätzchen am See wird sich schon finden, in der wärmenden Sonne.

Apropo laut: Die Bauarbeiter vorm Haus schreien sich unglaublich laut an. Klar, die Maschinen sind ziemlich laut. Wenn mir auch mal wieder nach toben und schreien ist, stell ich mich einfach dazu und brüll mir den ganzen Teer aus der Lunge! Und mach die mal alle ordentlich zur Sau! Würd wahrscheinlich gar nicht auffallen. :-) aber für mich wär's ein Spaß!!!

Genau dieses vor mich hin kruscheln, in mich gehen, Ereignisse nochmal wieder käuen (ich bin Stier, ich darf das!) alleine sein, das ist für mich so sehr lebensnotwendig! Und diese Zeit dauert meist so 2-3 Tage! Und die kann ich nicht verschieben, nach dem Motto: Ach, nächsten Monat hab ich Urlaub, da kann ich mich wieder sammeln.

Nein, wenn ich es in mir spüre, dass wieder Zeit für einen Rückzug ist, muss ich das so bald als möglich tun.

Jetzt geht das hervorragend. Aber was ist später, wenn ich wieder Arbeit habe? Ich glaub das ist nämlich der Punkt, an dem ich immer wieder zusammen geklappt bin: Wegen fehlender Regenerationsmöglichkeit. So steht das natürlich nirgends. Nein, ich entwickel dann Depressionen, in der ich dann auch nicht hinaus in die Welt oder zu Menschen will. Dieser aufgezwungene Rückzug ist mit so viel mehr Leiden verbunden, als der freiwillige. Außerdem dauert letzterer nicht so lange.

Sonntag, 25. März 2012

Ole Ole!

Ich war heute essen!

Ja gut und schön, wollt ihr meinen, man ißt doch jeden Tag.
Stimmt, ich auch. Aber nie mit anderen Leuten zusammen und schon gar nicht in einem Restaurant!
Warum? Ach, lange blöde Geschichte.

Jedenfalls tat ich das heute: In einer Gastwirtschaft mit 3 Menschen um mich herum! Wovon 2 auch noch quasi völlig fremd waren.

Bissl mulmig war mir schon und als ich das Ganze für mich abblasen wollte (mit irgendeiner herbei gezogenen Ausrede) verschwand ich aber erstmal auf dem WC und ich fand in mir ein kleines Helferlein, das meinte: "Hej das sind echt nette Menschen!"
Und so ging ich todesmutig wieder zurück, bestellte Wiener Schnitzel mit Pommes und Salat und ner Schorle und vertilgte alles. Restlos. Fast mit Spaß :-)
Huhhh, ist doch gleich ne ganz andere Lebensqualität.

Genau, ich war wieder mit Angsthäsin No.2 on tour. Heute etwas gemütlicher und flacher: Einmal rund um den Eibsee. Kann ich sehr empfehlen. Man schlendert durch einen Wald, der aussieht als würd gleich ein Hobbes, eine Fee und ein Zwerg hervor schauen.

Das Foto ist ein wenig zu hell geworden und was man nicht sieht: Der See ist immer noch zugefroren! Naja bei 1000m übern Meeresspiegel.
In der Pause hatten wir einwandfreien Blick auf die Zugspitze. Aber allein als ich sah, wie da die Gondeln hoch schaukelten, wurds mir schon übel.
Ach, muss ja nicht alles können.



Mehr Fotos wurden es nicht, weil Angsthäsin No.2 da so einen jungen Mann mitschleppte, der mir das halbe Ohr abkaute (eine Schande in dieser herrlichen, wilden, stillen, frischen Natur!!!!!!!) tzzzzztztz ich ahne mal: Das war ein ganz dreister Verkuppelungsversuch.

Wenn das so weitergeht, bin ich spätestens im Mai knallebraun (zumindest im Gesicht) und bestehe frühestens im August nur noch aus Muskeln und Sehnen :-)

Nein, ich will nicht meckern, es war ein echt schöner Tag und zur Krönung gab's ein riesen Lob mit Applaus.
Weil sich alle einig waren, dass ich sehr sicher und ruhig, aber dennoch flott Auto fahre und sich deswegen alle 3 Mitfahrer pudelwohl fühlten. Das freut mich natürlich auch.

Und da wurd mir klar: Mache das was Du gerne machst (liebst) und Du bist fast automatisch gut darin.

Samstag, 24. März 2012

Selbstzweifel

Tja, da schlich sich die Woche über so ein Bedenken ein:
Dass sich die Angsthäsin No.2 wahrscheinlich nie wieder melden wird.
Und wir nie mehr zusammen einen Ausflug machen werden.

Warum?
Weil ich zu gesprächig, zu mundfaul, zu schnell/langsam Auto gefahren, zu doof, zu jung, zu komisch, zu......bin.
"Selbstverständlich läge es an mir, wenn die sich nie mehr meldet!"
Therapeutin schüttelte nur sacht, leicht schmunzelnd, aber mit großen fragenden Augen, den Kopf.
"Das lag doch immer an mir, wenn irgendwas nicht klappte!
Ich war immer schuld!
Wieso sollte sich das ändern?"

So mein innerer Tenor.

Heute der Anruf. Ob wir morgen wieder in die Berge wollen?
*schnauf*
*unglaublich guck*
Die meint das ernst!

Vor lauter Erleichterung/Freude würd ich jetzt am liebsten....
nein, ich bleib schön brav bei meiner Frischluft!

Und koch mir dafür was leckeres.
Und freu mich einfach so, dass anscheinend diese Frau gern mit mir unterwegs ist.

Freitag, 23. März 2012

Glück ist...

- überraschenderweise zu 100,- € gekommen. Knutscher an den Wohltäter! Ich glaub ich bin noch nie vor Freude am Kontoauszugsdrucker in Tränen ausgebrochen!

- das erste Eis des Jahres genießen! Ok, es waren 3.
Ganz kleine! Echt!

- nach 6 Wochen endlich das vorbestellte Buch (Symbiose und Autonomie von Franz Ruppert) aus der Bücherei abholen können. Die Artikel im Netz fand ich ja schon genial. Ein kurzer Überflieger durchs Buch läßt mein Herz schneller schlagen! --->scheint sehr passend für mich zu sein

- ein witziges Büchlein aus dem *Verschenke*-Karton gefunden: 100 Mutproben zwischen Kantine und Konferenzraum. Sehr lustig! Und teils echt gemein (für die Kollegen!)

- von einer sehr freundlichen Verkäuferin das Hausmagazin geschenkt bekommen, mit äußerst interessanten Artikeln

- eine CD geschenkt bekommen, die ich mir schon lange kaufen wollte: ELVIS! Ja, mein Musikgeschmack ist sehr breit :-)

- lachen bis die Wangen weh tun

- das erste Mal im Jahr auf der Wiese liegen, in die Sonne blinzeln, den Vögel zuhören und einfach tief durchatmen
- mit bestem Freund sporteln und (danach) gegenseitig Redewendungen erraten (mit Pantomime)

- 1. Woche rauchfrei feiern! Jeah!

- einem Rudel Hunde beim spielen zusehen *hach*

Boah so VIEL Glück an einem Tag!
Ich glaub ich platze gleich :-)
Wahnsinn, als wär ich in einen Topf mit Endorphinen gefallen!
Und dann, wie aus dem Nichts, kommt mir in der S-Bahn, während ich in die tiefstehende Sonne glotze, der Gedanke:

Hätt ich alles nicht erlebt, wenn ich mir in den dunkelsten Stunden das Leben genommen hätte. Die Gedanken und die Impulse waren früher durchaus da.
Auch einige Versuche.

Neulich in der Bank

Ich hatte da mal ne Frage und steuerte zielbewußt den Schalter mit der lieben, freundlichen, erfahrenen Dame, die schon manch ein Anliegen von mir kompetent erledigte, an.

Diesmal erschien zwar wieder ein erkennendes Lächeln auf ihren Lippen, jedoch auch der Satz: „Gehen's doch bitte zu meinem Kollegen nebendran.“ Da stand er: Der diesjährige Lehrling der Bank, unsicher lächelnd und mit glühenden Wangen. Und hübsch. Sehr hübsch. Na bravo.

Ich also, ebenso unsicher lächelnd und mit glühenden Wangen (innerlich mantraartig murmelnd: du bist 10km Radl gefahren, da leuchten die Backen schon mal...um nicht noch röter zu werden) brachte also mein Anliegen vor. Immerhin ohne zu stottern oder mich anderweitig zu blamieren.

Mein Gegenüber hatte sich inzwischen etwas gefasst und tippte fachmännisch was in seinen Computer. Sah mich an, nickte und die Sache wär erledigt gewesen.

Wenn, wenn ich nicht noch eine Frage gehabt hätte. Und bei der Art der Zustellung konnte sich mein Hirn nicht entscheiden, ob es gefaxt oder geschickt werden sollte. Da warf mein Mund einfach beide Wörter zusammen und heraus kam....gef....!

Ruckartig drehte ich mich um, hin zum rettenden Ausgang. Doch dazwischen war noch eine sehr lange, sehr breit grinsende Menschenschlange, an der ich mich erstmal vorbei kämpfen musste. Rot glühend, versteht sich ja von selbst.

Ich finde, dass sich vor jedem Bankschalter eine Grube mit Treibsand befinden sollte, um darin möglichst schnell zu verschwinden.

Gründe gäb's ja genug.....

Donnerstag, 22. März 2012

... des Tages

Spruch des Tages.
Ach was: Des MONATS:

Dem Kind geht es gut,
wenn es ihm so gehen darf,
wie es ihm geht.

(Jesper Juul - Familientherapeut)
Allein dieser Satz könnte einige Psychopillen, Psychosprechstunden, Nerven, Ratgeber ect. sparen.

Video des Tages:



Nette Ideen, bezweifle aber, ob das alles wirklich so funzt.
Egal, bissl Fake darf sein.

Blog des Tages:
http://cambraskade.wordpress.com/

Gedanke des Tages:
Scheiße, ist der Wind kalt!

Tip des Tages:
Bei Schmacht nach einer Kippe:
Diese geht vorbei, egal ob du rauchst oder nicht.
Eigentlich logisch, es sich aber wirklich immer wieder klar zu machen, erleichtert die Entwöhnung sehr!

Mittwoch, 21. März 2012

HALT, nur diesen einen Tag!

Ich hab vor Jahren schon das HALT von den trockenen Alkoholikern kennen gelernt. Damals war ich in Gruppen für Angehörige von Alkoholikern.
Bei Suchtdruck sollte man dieses HALT erst mal durchgehen:

Bin ich (zu)
H - hungry
A - angry
L - lonely
T - tired ?
Also drauf achten, nie zu hungrig/durstig, ärgerlich, einsam, müde zu werden.
Ich ergänze für mich, drauf zu achten, dass ich nicht zu angespannt werde (Bauchatmung!) und das mir nicht zu kalt wird.

Ich hab gemerkt, dass wenn ich starkes Verlangen nach einer Kippe habe, meist eines dieser Zustände "schuld" dran ist.
Allein das zu erkennen hilft mir schon. Manchmal kann man die Situation/die Gefühle ect. eben nicht so schnell verändern, damit es einem wieder besser geht. Aber erkennen und annehmen entlasten schon etwas.

Das andere was ich mir von den AA'lern (Anonymen Alkoholiker) abgeguckt habe, ist das:
Nur für heute (bleibe ich clean!)

Denn wenn man für den Rest seines Lebens trocken/rauchfrei ect. bleiben will, kann diese lange Zeitspanne überfordern. Das NIE WIEDER ist zu viel.
Aber einen Tag nach dem anderen clean zu bleiben, ist eher händelbar.
Ich konzentriere mich nur auf heute:

Heute will ich alles tun um suchtfrei zu bleiben.

Dienstag, 20. März 2012

Voll logisch!

Das mit der Rente ist das eine.
Das andere, ist noch ein Schuldenbetrag bei einer anderen "Firma".
Die sind aber auch nicht viel schlauer:

Ich wurde gebeten die knapp 3000 Euronen zu überweisen.
Ich denen geschrieben, warum das nicht gehe. Mit Nachweisen/Kopien usw.
Mit dem Vorschlag ab September monatlich Raten zurück zu zahlen.

Antwort:
Geht in Ordnung. Bitte überweisen Sie im September den ganzen Betrag!

?!?!?
Wow, was für Schnellchecker!!!

Also nochmal hingeschrieben, diesmal sehr ausführlich, warum ich nur in Raten den Scheiß abzahlen kann.
Wochen vergingen...ich sah schon die Köpfe rauchen...so einen komplizierten Sachverhalten haben die bestimmt nicht alle Tage

...

HEUTE dann die Antwort:

̶a̶̶h̶̶h̶̶h̶̶ ̶̶a̶̶b̶̶e̶̶n̶̶ ̶̶n̶̶u̶̶ ̶̶g̶̶a̶̶b̶̶i̶̶e̶̶r̶̶t̶̶ ̶̶w̶̶a̶̶s̶̶ ̶̶d̶̶u̶̶ ̶̶u̶̶n̶̶s̶̶ ̶̶s̶̶a̶̶g̶̶e̶̶n̶̶ ̶̶w̶̶o̶̶l̶̶l̶̶t̶̶e̶̶s̶̶t̶̶,̶̶ ̶̶i̶̶s̶̶c̶̶h̶̶ ̶̶o̶̶k̶̶a̶̶y̶̶!̶
Monatliche Ratenzahlung am Sept. 2012 ist genehmigt.
Bravo! Applaus! Na, geht doch! (Zum Glück laufen da keine Zinsen drauf.)

Achja:
Das Marienkäferle hab ich letztens auf einer Bank gefunden! :-)

Zur Feier des Tages: Mein derzeitiges Gute-Laune-Lied:



Wie immer so laut, dass nicht nur die Boxen wummern, sondern die Fenster, Vorhänge, Schlüssel, Staubflusen, Türen, Kissen mit dazu!

Rauchfreie Grüße ^^

Montag, 19. März 2012

Keine Hilfe

Die Rente mag dazu da sein,
mir zu helfen,
in aller Ruhe die Traumatherapie zu machen,
bei mir selbst anzukommen,
ganz auf mich konzentrieren...
all das eben.

Doch wie sich herausstellt, ist die Rentenzahlung zu einem ausgewachsenen Trigger geworden: Existenzbedrohnung pur! Das hatte ich schon mal und es ging nicht gut aus.
All die Gefühle und Gedanken sind wieder da.
Der Grund:
Die Rente wird zum Ende des Monats ausgezahlt. Also rückwirkend.
Ich bekam Anfang März den kompletten Satz Sozialhilfe.
Am 1. April bekomme ich nur noch zum Teil Sozialhilfe, das ist das Geld was ich für Essen brauche und Telefon/Internet, Versicherung, Strom, Rechnungen/Schulden bezahlen.
Den anderen Teil (die Rente bekomme ich eben erst Ende April) und erst damit kann ich meine Miete bezahlen.

Ich bin also immer 1 Monat im Rückstand.
Überbrückendes Darlehen wird mir nicht gewährt.
Auch nicht die Übernahme der Zinsen und Mahnkosten, die mir durch die verspätete Mietzahlung entstehen (monatl. 10-15 Euro).
Meine Vermieter und die Hausgesellschaft sind alles andere als begeistert (logisch!) über diese Neuregelung.

Ich könnt grad.......*schnauf*

Super! Danke, Staat fürs mitdenken!

http://www.altersdiskriminierung.de/themen/artikel.php?id=1215

Sonntag, 18. März 2012

Überwältigend!

Was für ein Tag!

Der erste Ausflug mit Angsthäsin Nr.2
(http://regenfrau.blogspot.de/2012/01/wenn-2-angsthasen.html)
Alles super! Keine Angst! Genüßlich über die Autobahn gebrettert! 2 Stunden aufwärts berggewandert! Völlig entspannt alles abgelaufen! Keine geraucht! Obwohl ich jetzt am liebsten...so vor lauter Freude...und ach.

Aber mensch, das paßt doch jetzt gar nicht mehr in mein Leben der Qualm, wir werden nun sooft als möglich wandern (und ich hab heut schon gekeucht!).

Und als krönenden Abschluß im Regen heim gelaufen.
Langsam schleicht sich eine wohltuende Müdigkeit ein und nicht diese Schlappheit wie sonst.
Auch mein Blutzucker ist viel stabiler, als mit Rauch, brauch viel weniger Süßkram bzw. generell was zu essen.

Ich umärmel mal die Welt :-)
Laß Euch noch Beweisfotos da und
fall gleich in die Federn.
Und morgen schau ich mal in aller Ruhe durchs Bloggerland.


Hinter Garmisch-Partenkirchen.


Adieu!

Samstag, 17. März 2012

Smoke-a-holic

Na, heute schon einen Schluck Nagellackentferner getrunken?
Und ein wenig am Asbest geschnüffelt?
Oder mit dem Teer gespielt?
Aber doch sicher an den Mottenkugeln gelutscht?
Nein? Sicher?

Die ersten rauchfreien 24 Stunden liegen hinter mir.
Das ziehen und zerren in mir ist nicht gerade toll, naja in Wahrheit: richtig scheiße!

1 Zug und die Sache wäre wieder vorbei.
1 Zug und ich würde in dem Dreck wieder drin hängen mit Herzstechen, Kopfweh, Atemnot, Gestank usw.

Ich will nicht so enden:

Freitag, 16. März 2012

Andere Welt

Wenn ich demnächst nur noch lauter Mist schreibe...
Beleidigungen loslasse...
Oder sonstiges unflätiges Zeug...
Alles mögliche lösche oder neu designe...

Seht es mir bitte nach...ich bin mitten im Nikotionentzug!!!!!!!
AAAAAAHHHHHHHHHHHH!

HimmelArschundZwirn. Wat ein Streß.

Immerhin hab ich es schon geschafft, das Zeug, dass ich in den Keller bringen wollte, zur Apotheke zu schleppen (da wollte ich schon auch hin, aber ohne Krempel).
Konzentration gleich null.
Dafür ist jetzt meine Küche sauber (dort hab ich geraucht, wenns zu kalt, zu heiß, zu dunkel, zu nass, zu... auf dem Balkon war). Kurzer Brechreiz, als ich meine Gardine im Waschbecken wusch. Das gelbe Zeug muss man sich ansehen. *schüttel*.
Alles strahlt in hellstem weiß und das soll bitte bitte auch so bleiben!

Und dann! Dann kam auch noch ne SMS vom Mann-der-zwar-irgendwie-noch-in-meinem-herzen-wohnt-aber-dort-nicht-mehr-sein-sollte.
Gelöscht.
Durchgeatmet.

Donnerstag, 15. März 2012

Gut geht's!

Ja, davon abgesehen, dass ich seit einiger Zeit immer in der Nacht vor der Therapie quasi nicht schlafe. Und wenn ich mal in einen Dämmerzustand gleite (der weit entfernt von sowas wie Schlaf ist) sehe, höre, erlebe ich die schrecklichsten Dinge. Nein, keine Hallus, vielleicht eher doch Träume. Alpträume.
Diesmal war u.a. eine riesen Spinne dabei, die statt eines Fadens, ein dickes schwarzes Seil produzierte und direkt auf mich zusteuerte.
Wild fuchtelnd wachte ich wieder auf.
ROSTKOPP! Das geht auf Deine Kappe! Gell! :-)

Therapie war heut easy. Läuft zur Zeit quasi alles wie geschmiert. Die kleinen nervösen Zuckungen, Streßanfälle, Grübeleien können unter "so is das Leben nun mal" verbucht werden.
"Sehr schön, normalerweise sind solche Wege und Fortschritte eher in der Klinik anzutreffen. Sie schaffen das selbst. Sie nutzen ihren Freiraum durch die Rente hervorragend!"
Ha, da wurd ich gleich fast nen Kopf größer, was bei 183cm Körpergröße wirklich riesig wird :-)

Es stimmt: Eine gute ambulante Therapie plus äußere Sicherheit und Druckfreiheit durch Rente/kein Familienkontakt ist für mich der ideale Baukasten. Dass Klinik nix für mich ist (außer mein 1. Aufenthalt in der Tagklinik) hab ich ja ausreichend bewiesen :-/
Meine Therapeutin ist meist kühl-distanziert. Was ich gerade in der Therapie mag und brauche. Langsam wird aber auch sie wärmer und hat meinen Humor kapiert: Heute: Schwungvoll die Wartezimmertür aufgerissen und kein trockendes Fr. Regenfrau?! Sondern ein lächelndes:" Na kommen Sie, Sie haben doch schon alle Zeitschriften durch!" Weil sie am Monitor sah, dass ich eine Bahn zu früh kam (blöde Verbindung) und somit schon 20 min. im Wartezimmer saß.

Und heute, heute freue ich mich das erste Mal seit 6 Jahren auf die kommenden warmen Frühlingstage (bis 20 Grad!)!! JAAAAAA!
Vor 6 Jahren reckte ich genußvoll mein Gesicht in die ersten warmen Sonnenstrahlen.
In Frankreich. Am Frühstückstisch. Neben dem Pool. Unvergesslich.
Danach ging's bergab. Nein, es lag nicht an Frankreich und auch nicht an dem Mann mit dem ich dort verweilte.

Die Depression lüftet ihr Deckelchen und ich werd das Beste draus machen!
Highlight: Am Sonntag mit dem Auto in die Berge fahren!
Meine Nervosität beachte ich weniger, als früher.
Ich konzentrier mich lieber auf das Schöne:
Auto fahren! Sonne! Schöne Landschaft! Den ganzen Tag draußen! Bewegung!
Und: Einen neuen Menschen kennen lernen!

Hallo Leben! Schön, dass Du auch mal wieder da bist!

Mittwoch, 14. März 2012

Intuition

heißt: offen sein für die innere, subtile Wahrnehmung, sich vertrauend hinein gebend in die Welt, in das Leben.

Sich spüren. Bei sich sein. Entspannt und doch sehr aufmerksam/achtsam seiend.

Ist Freiheit, ist authentisch, im Einklang mit sich selbst. Ist selbstbestimmt. Ist wollen.

Ist leicht.

Ist Energie!

Ist Quelle der Kraft, Stärke und Sicherheit.

Ist Gestaltung einer Beziehung zu sich selbst. Ist Verbundenheit mit sich selbst.

Ist fließend. Mitfließend im Fluß des Lebens. Der „Flow“.

Ist Hingabe.

Ist innen.

Ist innerer Reichtum! Der nie endet.

Ist Absichtslosigkeit.

Ist Wahrheit.

Ist Einheit. Ist Ganzheit. Ist Harmonie. Ist Verbundenheit.

Ist Weisheit. Gefühltes Wissen.

Braucht keine Begründung.

Befreit von Depression und Angst. Generell von Krankheiten.

Ist die Grundlage für Kreativität.

Läßt eines aus dem anderen entstehen.

Ist weniger konform.

Ist weniger denken.

Ist loslassen.

Ist neues ausprobieren.

Ist individuell.

Ist Lustprinzip.

Ist ursprünglich.

Ist wichtig!

Ist klar und rein.

Ist Entfaltung.

Ist Phantasie.

Ist Vielfalt.

Ist Leben!

Intuition hat jeder.

Intuition läßt sich trainieren:

Beim spazieren gehen, beim Musik machen, beim malen, beim schreiben, beim kochen.

Welches Buch spricht dich an? Welche Farbe? Welcher Weg?

Lausche in dich. Dazu braucht es Ruhe, Stille und Entspannung!

Vertraue Dir!

Lasse mehr Technik weg. Du kannst es auch so!

Probier es aus!

Intuition ist Bauchgefühl. Gebe deinem Bauch Raum. Achte auf eine aufrechte Haltung im sitzen und stehen. Enge deinen Bauch nicht ein, durch zu enge Hosen! Atme in den Bauch!


Intuition ist wichtig: Was sagt Dir Dein Gefühl bei Wohnung, Job, Partner, Auto?

Die Intuition fordert dich auf hinzuhören!

Ich glaube, dass wir diese innere Stimme zu sehr vergraben haben und deswegen lieber mehr dem Navi und allerlei anderen Messgeräten, vertrauen, als uns selbst!

Eine wirklich schöne Reportage über Intuition sieht man hier:

(mehrere Teile)


Weg!

Jetzt ist die Frau Doktor (nach Dikatat verreist) weg. Futsch!
Das find ich schade. Sehr.

Liebe Frau Doktor, sollte es irgendwo wieder was von Dir zu lesen geben, gib doch bitte Bescheid. :-)
Liebe Grüße!

Dienstag, 13. März 2012

Die Prinzessin

Es war einmal bei der „Tafel“. Nein, das ist kein Märchen, sondern ist das wahre Leben.

Jedenfalls hatte ich letztens bei der Tafel eine sehr junge Frau vor mir, der nix passte. Die ständig herum kritisierte, Dinge wieder zurück gab, scharf forderte und überhaupt: man konnte ihr nix recht machen.

Anfangs war ich noch belustigt. Dann war ich erstaunt, wie geduldig die Ehrenamtlichen waren, die die Lebensmittel ausgeben, irgendwann nervte die Prinzessin einfach nur noch.

Inzwischen waren wir bei den Süßwaren angekommen. Ich wollte eigentlich nur 2 Nußhörnchen mitnehmen und nix anderes (gemäß meinem Vorhaben wegen Fastenzeit). Der Prinzessin wurde eine Packung Kekse angeboten. Sie nahm und besah diese sehr kritisch. Fand sie nicht korrekt, weil ein kleines Fitzelchen der Verpackung fehlte. Nun ging's los: Der Ehrenamtlichen platzte schon fast der Kragen und erklärte erst ruhig, dann immer lauter, dass dies eben gerade bei der Teilung der Packung passiert sei und die Kekse trotzdem noch hygienisch einwandfrei verpackt seien!

Nein, Prinzessin wollte nicht mehr. Gut, hätte man sagen können, dann nicht, andere freuen sich darüber. Doch die Ehrenamtliche wollte das Prinzip der Tafel nun klären. Ich konnt's nicht mehr hören, weder die Jammerei der Prinzessin, noch die Wut der Ehrenamtlichen.

Kurzerhand griff ich ein, streckte die Hand vor und meinte: „Geben Sie es mir!“ 4 verdutzte Augen glotzten mich an. „Ja, mensch, diese hick-hack nervt mich!“ Prinzessin machte sich davon. So dass der Ehrenamtlichen nix besseres einfiel, als MIR nun zu erklären, warum die Kekse noch in Ordnung seien.

Seufz. Was will man da machen. Irgendwann hatten wir auch dies geklärt. Ich packte mein Zeug und wollte so schnell als möglich heim. Meine Nerven vertrugen keine Menschen mehr! Schwungvoll schubste ich die Tür auf, um endlich ins Freie zu kommen. Vor Schreck wären mir fast die Tüten aus der Hand gekullert: Da stand Prinzessin, sah mich, eilte auf mich zu und fing an zu schimpfen über dies und das. Ich murmelte nur was von „muss weg“.

Tja das hat man davon, wenn man sich in einen Streit einmischt: Sinnlose Rechtfertigungsversuche, nutzlose Erklärungen, ruinierte Nerven – wegen nix

und eine Packung Kekse, die ich eigentlich gar nicht wollte.

Montag, 12. März 2012

Sport

Ich liebe Sport! Ja! Ich hab keinen festen Plan über Dauer, Intensität oder sonstiges, ich mache was und wieviel mir eben Spaß macht.
Ich bin da auch wenig verbissen oder extrem.

Als Jugendliche war das meine Flucht: Raus mit den Rollerblades oder rüber ins Schwimmbad. Kam daheim gar nicht gut an. Schade, aber so is das, wenn einer ausbüxt und nicht das tut, was alle tun: Rauchen, saufen, vor der Glotze hängen.
Naja irgendwann tat ich das auch.

Die Rollerblades hab ich inzwischen getauscht gegen das Radl. Wobei ich die Blade-Night in München schon leicht vermisse.
Heute machte ich meine ersten 100 km diesen Jahres voll. Wie jedes Jahr steht aber mein Ziel bei 1000 km. Bis jetzt hab ich es immer erreicht, meist war ich sogar drüber.

Das Schwimmbad war früher schon ein Hit bei mir. Logisch, wenn der Opa Bademeister ist und man zu jeder Tag-und Nachtzeit mal schwimmen konnte.
Sollte ich mal richtig Kohle haben, ist das eigene Schwimmbad mein größter Wunsch. Sonst brauch ich kein SchnickSchnack, keine teuren Autos, kein Marmorbad, kein Schmuck, keine Seide...
Ein kleines, einfaches Haus, ein Garten und das Schwimmbad, muss nicht arg breit und tief sein, aber lang. Bin ja selber lang und ich will nicht dauern mit umdrehen beschäftigt sein.
Aber täglich, alleine (nur das Glucksen der Wellen und ich) nackt (ein ganz anderes Gefühl als mit Schwimmzeug!) zu schwimmen, kommt meiner Vorstellung des Paradieses schon sehr nah :-)

Heute war ich beides: Radeln und schwimmen (leider hatten mehr Leute diese Idee - so war nix mit entspannt schwimmen, sondern immer auf irgendwelche Arme, Beine und Bäuche aufpassen *grrrr*)

Ich liebe das Gefühl danach: entspannt, besser geerdet, mich überhaupt besser spürend, ausgepowert, zufrieden bis glücklich!
Währenddessen fiel mir ein, dass ich auch als Jugendliche irgendwas mit Bewegung später beruflich machen wollte. Krankengymnastik, Aerobictrainerin, irgendwas.
Dann kam aber die Zeit in der ich all das uncool fand, zu rauchen anfing, mich tätowieren ließ undsoweiter.
Ich glaub aber, dass ich das lieber als Hobby belasse.

Jedenfalls *tiefeinschnauf* kann ich gar nicht verstehen, wie man Sport hassen kann.
Aber gut, muss ich auch nicht.
Andere verstehen vielleicht nicht, wie man rohen Fisch oder Fisch überhaupt, nicht mögen kann. Ich mag's nicht.

Sport ist also auch wieder ein Bereich den ich mir zurück erobere. Etwas was mir wichtig ist und ich vernachlässigt habe, weil es damals zu wenig Unterstützung gab.
Ich darf das, auch wenn meine Familie weiter Sportmuffel spielt.

Und das rauchen paßt auch nicht dazu. Das kommt auch noch dran: Wieder rauchfrei zu leben!!!

Sonntag, 11. März 2012

Dem Tod begegnen

Ich hab mit trauernden Menschen wenig Erfahrung. Eigentlich gar keine.
Ich steh ein wenig hilflos vor meiner Freundin, die vor kurzem ihre Tochter verlor.
Ich weiß nicht recht, was ich sagen soll.
Ich weiß nicht recht, wie ich mich verhalten soll.

Darf ich mich noch melden, wenn ich mal ein Problem habe?
Dürfen wir noch gemeinsam lachen?
Darf ich fragen, was der Obduktionsbericht ergab?
...
Mir ist diese Freundin sehr wichtig und ich spüre, dass sich zwischen uns ein Graben bildet. So ein Schicksalsschlag kann vieles verändern.
Ich tue das, was ich bei ihr oft tue: Ich spreche all meine Unsicherheit, meine Ängste offen an.
Etwas was ich mit ihr lernen durfte, denn das kannte ich nicht:
über solche Gefühle zu reden!

In unserer Familie wurde das nach Schema F abgehandelt. Man ließ den anderen eher in Ruhe, als zu fragen "was brauchst du? was wünscht du dir? wie geht es dir wirklich?"
Das vergrößert aber nur den Graben, die Distanz zum anderen.

Die Antwort meiner Freundin läßt mich schmunzeln, weil ich sie genau so kenne und genau das an ihr schätze: Sie sorgt selbst für sich.

Natürlich darf ich anrufen, wenn ich was zu besprechen habe, wenn es bei ihr nicht geht (aus welchen Gründen auch immer) sagt sie es mir.(Also eigentlich wie immer :-))
Natürlich darf ich fragen. Ob es eine Antwort gibt, muss sie dann selbst sehen.
Ja, sie will auch wieder lachen! Sie findet es schrecklich, dass ihr alle mit einer Trauermiene entgegen treten und alle sagen, wie schlimm doch so ein Verlust sei! Als ob sie das nicht selber wisse.

Sie will normal behandelt werden. Natürlich mit den allgemeinen Regeln des Anstandes und der Höflichkeit.
Letztens wurde sie laut. So richtig. Weil die Apothekerin sie fragte, ob das tatsächlich ihre Tochter war!
?!?!
MENSCH! Unfassbar.

Der Graben zwischen uns wird wieder dünner. Das vertraute Gefühl der Freundschaft stellt sich wieder ein.
Zum Schluß sage ich ihr:" Weißt Du, ich hab keine Ahnung wie es ist eine Tochter zu verlieren. Ich weiß noch nicht einmal wie es ist, überhaupt eine Tochter zu haben! Vielleicht verstehe ich manches nicht was du sagst und trotzdem leihe ich dir gern mein Ohr, wenn du darüber reden willst, denn die Themen Abschied, Verlustschmerz und Trauer sind mir durchaus vertraut."

Danach sitzen wir, jeder vor seinem eigenen Pc, zwischen uns 800km und schauen gemeinsam das Video an...




Gemeinsam lachen und weinen können, ist Freundschaft.

Samstag, 10. März 2012

Jetzt fängt's wieder an

Gestern abend ging ich noch mal los. Spazieren. Hinter dem Sportplatz den Feldweg entlang, einen kleinen Berg hinauf und einer knallorangen Sonne beim untergehen zusehen. Wow! Die Vögel zwitscherten ihr Abendlied, ein würziger Duft stieg von der feuchten Erde hoch, kein Auto, kein Mensch weit und breit. Sah nach Frieden aus. Den ich nicht hatte. In mir.

Ich hab schon ängstlich auf das Gefühl gelauert, dass mich vor allem abends, wenn die Tage wieder länger werden, beschleicht. In der Früh hatte ich das noch nie und auch Winterabende machen mir nix aus. Jetzt war es also da. Ziemlich früh im Jahr.

Ich wuchs auf dem Land auf. So richtig in der Pampa, nicht wie jetzt im Außenbezirk einer Großstadt. Das Dorf war sehr kinderreich und so fand sich immer jemand zum Ball spielen, Hütten und Staudämme bauen, Kühe eintreiben, Holz aufschichten, Hasen einfangen, den Berg runterkullern, Johannisbeeren klauen und noch vieles mehr. Die Hälfte des Jahres waren wir draußen.

Und von einem Tag auf den anderen war all das weg. Umzug in die Stadt, Vater und Schwester weg. Natur weg. Freunde weg. Kindheit weg.

Das Gefühl jetzt, ist eine Mischung aus Einsamkeit (fehlende Dorfgemeinschaft) und der dumpfe Schmerz über den Verlust durch den Umzug. Problem erkannt – Problem gelöst. Dachte ich vor Jahren und glaubte daran: Wenn ich nur wieder auf einem Bauernhof wohne, mit lieben Menschen und so weiter, dann wird das wieder. Also zog ich los, mein Glück zu finden. Doch was ich fand, war nur ein warmer Abklatsch von damals oder eine Katastrophe! Und der Schmerz blieb.

Letztes Jahr war ich noch zu sehr mit dem Schmerz identifiziert. Saß heulend in der Prärie und flehte nur, dass doch bitte bitte jemand die Zeit zurück drehen soll! Ich wollte sofort wieder Kind sein und verbotenerweise im Heustadel hüpfen!

Darum geht’s. Den Schmerz wahrnehmen, anschauen, da lassen, atmen. Also stapfte ich gestern mit lehmverkrusteten Schuhen weiter durch die Felder, schnaufte wie eine Schwangere und die Tränen tropften nur so runter. Muss nicht gerade der beste Anblick gewesen sein, denn mir kam ein Schäferhund ohne Leine und ohne Besitzer entgegen, sah mich, duckte sich weg, sah nochmal zu mir und rannte im Schweinsgalopp wieder zurück. Besser ist das, dachte ich und schnaufte weiter.

Dieser Schmerz wird sich wahrscheinlich noch öfter zeigen. Logisch, hab ihn ja viel zu lange nicht beachtet. 20 Jahre lang. Also wird er jedesmal angesehen, wenn es nach Heu duftet, Kuhglocken bimmeln, Kinder auf der Straße spielen oder ich mich an langen Sommertagen einsam fühle. Aber gegen die Einsamkeit kann man was machen, was ich ja schon tue.

Sommer du kannst kommen, ich bin bereit.

Freitag, 9. März 2012

Ja, wo is sie denn?

Wer?
Meine Wut!
Ach die, die verrauchste doch immer.
Im wahrsten Sinne des Wortes *paffpaff*.

Ich bin sozusagen aggressionsgehemmt. Hübsches Wort.
Aber ziemlich ungesund.

Gestern schneite ich noch bei einer Bekannten vorbei und die lud mich kurzerhand zum Video gucken ein.
Die Wutprobe. Der Titel klang schon mal gut.

Um was geht's? Dave ist ein lieber, netter, braver Typ der fast alles mit sich machen läßt. Er wird nie laut, sagt zu oft Entschuldigung und ist der Fußabtreter für seinen Chef.
Andere finden ihn jedoch zu gewalttätig und so wird er zu einem Anti-aggressions-training geschickt.

Ich musste wegen dem hohen Wiedererkennungswert sehr oft lachen und irgendwann schreit man innerlich wirklich diesem Weichspülermann zu, dass er dem Arsch doch endlich mal eine reinhauen soll.
Es ist nicht auszuhalten was der alles mit sich machen läßt.


Nunja, viel besser bin ich auch nicht, dachte ich erschreckenderweise.
Wie lernt man seinem Ärger Luft zu machen? In dem man den anderen zur Weißglut treibt. Das macht Jack Nicholson hervorragend. Der Typ kann einfach nur die schrägen, durchgeknallten Figuren spielen!
Als Dave es endlich schafft, seinem Peiniger aus der Kindheit mal ordentlich die Fresse zu polieren, fühlt man sich selbst fast befreit und euphorisch!
Dass der Film manchmal ins kindische und überspitzte abrutscht darf man übersehen. Amerikanisch halt.





Sehenswert!

Natürlich ist das kein Aufruf zur Gewalt. Es geht aber, wie sooft um die gesunde Mitte.

Ich kenn einige Damen aus meinem Umfeld, die immer so wahnsinnig nett sind, mit kindlicher Stimme, ganz weich und nachgiebig im Verhalten.
Meine Zimmergenossin aus der Klinik spiegelte mich hervorragend: Sie übernahm alle Aufgaben, die zu vergeben waren (ich sagte ihr mal, dass sie hier sei um Therapie zu machen und nicht um die Hauswirtschaftsabteilung zu entlasten), beschwerte sich nie, wenn meine Wäsche ewig auf dem Balkon hing oder ich am Sonntag um 6h aus dem Bett rumpelte.
Dafür hatte sie ein ordentliches Essproblem. Süchtig nach Fett und Zucker. Sie fraß wörtlich ihren Ärger in sich hinein.
Da dämmerte es schon in mir, dass das auch ein Punkt bei mir ist. Meine Unfähigkeit Ärger zu zeigen.

Ich denke auch daran, als ich meiner Mutter mal alles um die Ohren pfeffert was mir nicht an ihr gefiel und wie scheiße sie mit mir umgeht. Zum Glück am Telefon, denn da hätte ich mir durchaus zugetraut ihr real was an den Kopf zu werfen.
Boah tat das gut! Ohne Tutituti-Geschwafel hab ich geschrien, sie beleidigt, getobt und sie nicht zu Wort kommen lassen. (Da vermisste ich das gute alte Telefon, bei dem man mit Schmackes den Hörer knallend auflegen konnte. Heute macht's ja nur noch *klick*).
Danach hätt ich Berge versetzten können.

Sie hat's gut verkraftet. Nix nachgetragen, nicht zurück geschimpft, null.
Irgendwie fand ich das auch schade. Is so im Sand verlaufen. In unserer Familie wird keiner laut. Nie. Aber man spürt die unterschwellige Aggression, die sich auch in fiesen Machtspielchen, verletztenden Sprüchen und Unterdrückung zeigt. Das find ich giftiger als mal so ein ordentlicher Brüller.
Wir haben keine Streitkultur.

Wie komm ich wieder mit meiner Wut in Kontakt...
Hätt ich letztens doch den Boxsack mitgenommen, der da zum verschenken war.
Hab sogar Platz, um den aufzuhängen :-)

Wochenende!

So, ich habe fertig und ich bin fertig.
Die Woche war einiges los, was auch gut war, denn ich glaube die Struktur und die Termine fehlten mir die letzten 2 Wochen.
Aber ich merke nun auch meine Grenze, zudem die Nächte nicht wirklich erholsam waren.
Trotzdem startete ich meinen Frühjahrsputz. Der erste Teil ist fertig und mal sehen, ob ich es aushalten kann, erst am Montag und Dienstag weiter zu machen.
Morgen ist entspanntes radeln und schwimmen angesagt und Sonntag ein Hundespaziergang. Juhuuu!
Denn in Gedanken hab ich das Hundemädl schon adoptiert :-)

Donnerstag, 8. März 2012

Strenge Seite

war heute mal wieder Thema in der Therapie. Das ist einfach mein größter Stolperstein.
Wenn wir kein konkretes Beispiel haben, wird's konfus und unverständlich (für beide-Thera und mich). Aber ich hab da genügend zur Auswahl:
Heute also: Malkurs. Oder allgemein Kunstseminar.

Ich hab immer das Gefühl ich müßte da auch mal hin. Das Gefühl ist aber sehr neblig, schlecht zu greifen. Wir haben dass dann auseinander gedröselt. Ich will gerne allein basteln, malen, filzen, musizieren. In einer Gruppe fühl ich mich unwohl, ich steh da ziemlich unter Druck, kann nicht so agieren wie ich will - z.B. aufhören, was kochen, essen, weiter machen. In einem Kurs gibt es Zeitvorgaben, der Raum wird in 2 Std. für was anderes gebraucht.
Kreativität und Druck paßt so gut zusammen wie ein eckiger Deckel auf rundem Topf. Also: Kunst fabrizieren geht für mich nur alleine.

Soweit, so gut.

Therapeutin: "Na, dann ist doch alles gut. Sie haben für sich raus gefunden, dass sie lieber alleine arbeiten und sich auch gerne autodidaktisch weiterbilden. Das ist doch Ihr gutes Recht, wieso quälen Sie sich dann zu einem Kurs?"
Genau das ist der Punkt. Weil in mir irgendwas mosert von: Das darf nicht sein, das geht so nicht, man muss auch mal in einen Kurs! Ich kann nicht sagen:
Nö, das ist nix für mich und fertig!
Da läuft schon die Spirale der Selbstabwertung.
Ich hatte nie irgendwas zu wollen. So schaut's aus.
Ich durfte nie spielerisch was ausprobieren und es dann vielleicht wieder lassen oder eben nicht.
Ich durfte nicht anders sein, als die strengen Vorgaben anderer.
Paß dich an, damit wir keine Probleme mit dir haben!
Mir wurden "Freundschaften" gekündigt, wenn ich von etwas nicht so begeistert war, wie sie:" Danke für deinen Tip, ich hab's ausprobiert, für mich ist das nix." Da gab's Beschimpfungen oder pures ignorieren.
Was macht man da? Sich anpassen bis zur Selbstaufgabe und irgendwann ignoriert man selbst seine Wünsche, Bedürfnisse, Gefühle, Impulse usw.
Doch irgendwann bricht all das durch.
Heftig, ganz heftig.
Man tut Sachen im Affekt. Nicht schön.


Ich kenn mich selbst so wenig, dass ich es kaum glauben kann.
Vom sich-fremd-sein, zum in-sich-wohnen.
Wird wohl ne Lebensaufgabe. Mein Vollzeitjob.
Das geht sehr mühsam voran. Ich bin ja schon froh, dass ich nun meinen Schlafrhythmus gefunden habe (und annehmen kann!) oder dass mein Ehrenamt der Überprüfung - will ich das wirklich? - stand gehalten hat.
Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

Auf der Heimfahrt dachte ich nach, wie diese strenge Seite in mir heißen könnte.
Richter? Wärter? Stiefmutter? Verurteiler? Kritiker?
Paßt alles nicht. Es bleibt einfach bei der strengen Seite.

Abschlußsatz meiner Therapeutin: "Schauen Sie sich das diese Woche noch genauer an."
HAHA. Als ob mal ne Woche reichen würde, bzw. geht mir das ja eh schon immer wieder durchs Hirn. Und das seit 3 Jahren, als sie mich das erste Mal in der Klinik sah. Das weiß sie auch.

Meins finden.
Oder Nemo finden.

Mittwoch, 7. März 2012

Die verborgene Sprache der Blumen

Das Buch begleitete mich die letzten 2 Tage. Es ist immer wieder toll, wenn ich zur richtigen Zeit, das richtige Buch finde.
Worum geht's?
Ein junges Mädchen ist eine richtige Kratzbürste. Kein Wunder wurde sie doch nur von einer Pflegefamilie zur nächsten und später von einem Heim ins nächste geschoben. Zuviel Kälte, zuviel Gewalt.
Ihre Gefühle kann sie nur anhand der Blumen ausdrücken und die wenigsten verstehen sie.
Bis immer mehr Menschen in ihr Leben kommen, die sie verstehen und ihr nahe sein wollen. Doch was macht man damit? Was man nicht kennt, macht Angst. Und was macht man mit einem kleinen Säugling der auch Nähe braucht und Fürsorge? Sie kommt an ihre Grenzen...

Bei den ersten Seiten war mir klar, dass das Buch einen hohen Triggerfaktor für mich hat. Da es aber recht sachlich und wenig emotional geschrieben wurde, ging das ganz gut.
Die Abweisungen, die Ungeborgenheit, ihr Außenseitertum, Angst vor Berührungen konnte ich gut nachfühlen, ohne dass es mich belastete.

Was dann aber wirklich heftig wurde, war als ihr Hände gereicht wurden und sie diese nicht greifen konnte. Das davon laufen, das den anderen verletzten müssen, das lieber im Park schlafen als Hilfe annehmen, die Enttäuschungen wenn man doch mal der Nähe traute, DAS schnürte mir fast die Luft ab.
Diese Zerrissenheit: Lieber von den Menschen fernbleiben und doch ein Bedürfnis nach eben diesen zu haben.
Mir gefiel der junge Mann der ihr Rückzugsräume bot, ohne sie dafür zu verurteilen oder zu beschimpfen.

Ich mag solche Figuren und Menschen, die deutlich zeigen wie wenig man von anderen Menschen hält. Ich find das ehrlicher. Ich war ja immer eine liebe, nette und mehr ängstliche. Weniger aggressiv, dafür mehr depressiv.

In der Klinik bewunderte ich einen Mann, der keinen bis auf 2m an sich heran ließ. Egal ob im Gespräch, beim Essen oder sonstwo. Er wahrte seinen persönlichen Sicherheitsbereich und somit auch seine eigenen Grenzen, ohne sich drum zu scheren was andere darüber denken oder wie man sich normalerweise verhält. Das finde ich schlicht und einfach gesund.

Das dahinter viel Leid steckt, ist mir schon klar.

Die junge Frau in dem Buch geht ihren Weg. Kämpft sich durch Dornen und karge Wüsten. Von mir aus hätte das Buch nie enden können!

Die Gemeine Distel - Misanthropie

Dienstag, 6. März 2012

Dies und Das

- Früher waren mir weder meine Gedanken noch meine Gefühle bewußt. Körper war hier, Seele im Irgendwo. Jetzt sind mir meine Gedanken überbewußt und ich verlier mich zu oft in Grübeleien und meine Gefühle sind für mich immer noch (meist)Niemandsland...

- Gestern tiefrot angelaufen. Meine Handschrift wurde hoch begeistert gelobt. ?!?! Is mir ja noch nie passiert...

- Unser derzeitiger Hermesbote gleicht wahrlich einer Götterfigur. Was für ein hübsches Schätzchen...HACH!

- Meine direkten Nachbarn haben endlich ihren Jahresurlaub angetreten: Ab in die asiatische Heimat für 4-6 Wochen (war es zumindest in den letzten Jahren). Das heißt: Ruhe! Ruhe! Ruhe! Naja, wenn man von der Baustelle vor dem Haus und seit gestern einer weiteren Baustelle HINTERM Haus mal absieht. Mist!

- Letztens im Bad: Ich kämme meine Haarpracht. Ich überlege wie ich jemanden, der mich noch nie sah meine Haarlänge beschreiben würde (fragt mich nicht woher solche Gedanken kommen..tztztz). Halblang und lang sind zwei sehr schwammige Begriffe. Ich dreh mich nach links und nach rechts...dann fiel es mir ein: Brustwarzenlänge! *Prust* :-)

- Ich hab ziemlich wenig Ahnung, ab wann Kinder was können. Bei uns zuhause war das nämlich mehr als schräg. Wurde mir erst in den letzten Jahren so klar, als ich immer so entsetzte Reaktionen bekam, wenn ich erzählte wann ich was tat. Also: Mit 13 war Schule schwänzen, zuhause (mit Eltern) besaufen oder bis morgens um 4h unterwegs sein, kein Thema. Wohl aber, als ich mit 14 einen Nasenstecker wollte!!!!!!!

Deswegen eine Frage an Euch:
Kann man zwei Kinder mit 8 und 11 Jahren alleine ins Hallenbad lassen? Beide können natürlich schwimmen, aber das 8-jährige Kindlein ist im tiefen Gewässer noch etwas unsicher.

Montag, 5. März 2012

Wochenende

Samstag streikte mein Körper: Kreislaufschwäche, Halsweh, Kopfweh, Übelkeit und Bauchweh. Volles Programm. Und ich kann damit überhaupt nicht umgehen, wenn mein Körper nicht mehr funktioniert. Das ist das einzigste auf was ich mich fast immer verlassen kann und wenn das weg fällt, was ist dann noch da? Psychisches Unwohlsein kann ich zur Not noch wegdrücken, beim Körper nicht. Das ruft Hilflosigkeit hervor und die wiederum triggert mich so, dass ich kaum noch normal und sachlich denken kann. Ich bekomme dann sehr schnell Bedenken, ich weiß nicht was noch harmlos ist und was nicht. Deswegen würd ich wohl nie den Notarzt rufen, aus Angst, dass der sagt: „Ach das, da gehen sie morgen zum Doktore, das ist nicht schlimm.“ Wie peinlich wär das denn bitte?

Also es wühlt mich sehr auf, wenn mir mein Körper nicht in gewohnter Weise zur Verfügung steht. Immerhin konnte ich jetzt daran denken, was ich tun kann, damit es mir bald besser geht. Ein Fortschritt. Früher war ich da völlig handlungsunfähig! So gab's dann Wärmflasche, Schmerzmittel, viel Wasser trinken, Schonkost und körperliche Ruhe.

Gestern war dann Stille. Aber keine wohltuende sondern eher eine unangenehme, bedrohliche Leere. Und Angst.

Rente ist ein Achterbahnthema. Es geht rauf und runter mit den Gefühlen. Im Moment ist da eine Furcht. Ein ängstliches schauen: Schaffe ich es weiter meinen Haushalt zu machen, Sport zu treiben und einfach weiter zu gehen? Oder holt mich die Resignation doch noch ein: - wozu das alles, je länger ich daheim bleib desto schwierig fällt mir eine Wiedereingliederung, überhaupt das Grauen mich jemals wieder in eine Gruppe einzufügen, kein Ehrgeiz etwas neues zu lernen, kein Ziel was ich erreichen will...

Davor war das Thema Arbeit doch mehr präsent, ich informierte mich über andere Berufe, Umschulungen, Fördermaßnahmen und suchte mir kleine Jobs. Da ging schon viel Zeit drauf. Viel Streß durch die ARGE mit Terminen und weiteren Formularen ect. Viele Gedanken um dieses Thema.

Auch der Teil Familie ist weg. Kein Kontakt, kein Besuch in der alten „Heimat“. Auch das ist erstmal erleichternd und trotzdem fühlt sich auch diese Ruhe bedrohlich an.

Das alles ist jetzt weg. Ein großes Loch ist da. Dafür gärt irgendwas in mir, wo ich noch nicht recht weiß, was. Will ich das überhaupt wissen? Was kommt da hoch? Ich weiß nicht wie lange die Kraft hält, es wegzudrücken. Wobei ich ja gar nicht weiß, was ES ist. Es gibt nur ein diffuses Gefühl dazu, dass da etwas versucht hochzukommen.

Kann so eine äußere Ruhe alte Erinnerungen, Gefühle, verdrängte innere Anteile erst recht zum Vorschein bringen? Natürlich, sag ich jetzt mal. Keine Verdrängung mehr durch äußeren Streß.

Heute scheint es wieder etwas besser zu sein. Ich hab meinen Morgensport geschafft, bevor der große Regen kam und meine Küche wieder aufgeräumt. Überhaupt hat die Woche wieder mehr Struktur und Termine.

Trotzdem ist alles gerade wackelig und ich werde fragen, ob ich für kurze Zeit 2 mal die Woche zur Therapeutin kann. Das Angebot gab es schon mal, aber es muss eben auch in ihren Terminkalender passen.

Übrigens: In Simbabwe heißt Depression Kufungisisa, was soviel heißt wie: Sich zu viele Gedanken machen

Wie wahr, wie wahr....

Sonntag, 4. März 2012

Komm, laß uns tafeln gehn

Seit einigen Wochen geh ich nun auch zur Tafel.

http://www.tafel.de/

Zwei Jahre hab ich mich drum gedrückt. Irgendwie war da doch zu viel Scham.

Ich bräucht ja nur arbeiten gehen, dacht ich. Dass ich die 3 Jahre davor in bezahlter Beschäftigung ebenso ergänzendes Arbeitslosengeld2 beantragen musste, verdrängte ich mal dolle. Ebenso meinen katastrophalen, gesundheitlichen Zustand. Es ist noch nicht wirklich ins Bewußtsein gesickert, dass heute Arbeit nicht gleich heißen muss, dass man auch davon leben kann.

Naja, jedenfalls hatte ich es nun offiziell, dass ich gar nicht arbeiten gehen kann. Damit war die Hemmschwelle gesunken und der 1. Tag bei der Tafel kam. Ich war wahnsinnig nervös. Wer ist alles da? Wieviele? Wie läuft das ab? Ich hätte mich ruhig auf meine gute Beobachtungsgabe verlassen können. Ich erfasse sehr schnell was um mich herum so los ist und wie was funktioniert.

Ich tappte in kein Fettnäpfchen. Obwohl man das den Neuen natürlich zugesteht. Ich scannte natürlich die Leute und fand das höchst interessant, ich spürte wer Kinder hatte, ich sah alte Leute und welche mit billigen Haarfärbungen und mit Jogginghosen und auch welche die ihren sozialen Abstieg noch irgendwie zu verbergen suchten und mit Goldkettchen erschienen, sich aber aus Scham (?) hinter einer Zeitung versteckten.

Wie überall bilden sich auch hier Grüppchen. Leute die sich von woanders oder durch den wöchentlichen Treff bei der Tafel kennen, plaudern, rauchen zusammen, tauschen Neuigkeiten, Tips und Infos aus.

Anfangs wollte ich das Rudelverhalten nicht mit machen. Wie immer, ich halt. Aber so nach und nach ergab sich doch ein Gespräch, eine Raucherpause, ein gemeinsamer Heimweg. Das ist in Ordnung.

Da ich dieses Jahr wieder mehr in die Welt hinaus will, was ja auch meist mit weiteren Kosten verbunden ist, spare ich mir so jede Woche etwas Geld.

Und es ist eine gute Übung. Hier muss ich ganz klar sagen, was ich will oder nicht. Ich bin ja eh bescheiden, habe aber nun durchaus dort gelernt, dass ich nicht alles annehmen muss, nach dem Motto: Friß oder stirb. Hier wird Klarheit gefordert. Das tut mir gut und ich kann so weiter meiner inneren Stimme folgen.

Es gibt wirklich gute Sachen dort. Kein Müll. Und das Gesundheitsamt schaut auch regelmäßig vorbei. Ich las erstaunt, dass der Salat vom Nachbarhof kommt und die Eier tagfrisch vom nahen Biohof. Regional und bio. Das gefällt mir sehr.

Oft gibt es Gemüse, Tiefkühlwaren ect. die ich mir vorher nie kaufte (weiß gar nicht aus welchem Grund). Jetzt kann ich neues ausprobieren. Denn mit wenig Geld muss man kreativ werden. Das macht Spaß. Mir zumindest.

Auch darf ich hier lernen, mich zu wehren. Auch mal meine Ellenbogen einzusetzen. Es kann dort schon mal durchaus rabiat zugehen. Futterneid, Überlebenskampf, was auch immer. Selbst Höflichkeit ist manchmal Mangelware... man hat ja eh nix mehr zu verlieren ?!?! Ich will mich da nicht reinziehen lassen, das ist mir zu platt.

Im Vorraum gibt es immer Kleidung, Taschen, Spielzeug, Haushaltsgegenstände... die andere Mitbürger aussortiert haben und diese nun verschenken. Gut die Hälfte der Menschen stürzt sich da drauf, wie die Geier. Ich vermute mal eher, dass das daran liegt, weil es gratis ist und nicht unbedingt, weil die Leute das so dringend bräuchten. Auch hier schaue ich, ob mich der Sog mitzieht oder ob mir eher danach ist, mich in eine ruhigere Ecke zu verziehen.

Ziemlich erstaunt war ich, als ich mit bekam, wie manche doch enorm forderten. Von Bescheidenheit oder gar Dankbarkeit keine Spur. Da gab es von den ehrenamtlichen Mitarbeitern, die die Lebensmittel ausgeben, auch schon mal harte Worte. Zu Recht, wie ich finde. Ebenso bei der Verteilung von Bargeld, das auch mal bei besonderen Notfällen gegeben wird (dies wird in einem gesonderten Komitee abgestimmt) da wurde geschimpft, weil es nicht den vollen Betrag gab. Was teilweise echt an Frechheit grenzt. Auch dass man eben mal etwas länger warten muss, bis man dran kommt, können manche so gar nicht ertragen und werden laut. Wo ich mich frage, wieso so eine Hektik? Meckern, dass sie sich daheim langweilen und dann stressen, dass es so lang dauert. Haben doch eh nix besseres zu tun (was sie selbst sagen!).

Immer wieder gibt es zu dem normalen Angebot auch Extras (je nachdem was die Firmen/Mitmenschen eben spenden) und das ist jede Woche eine neue Überraschung und mich freut es immer wieder.

Vielleicht bin ich auch noch nicht abgestumpft genug. Aber das will ich ja auch nicht.

Im Angesicht wieviel noch essbare Lebensmittel hier auf dem Müll wandern, ist die Scham völlig unnötig. Vielmehr sollten sich die Leute/Geschäftsführer schämen, die diese Waren wegwerfen.