Montag, 20. Februar 2012

Und immer schön den Takt halten

Er musste kommen. Der Tag, an dem ich mit meiner Gitarre schier verrückt werde. Künstlerkrise. Wobei ich mich als Pseudokünstler verstehe: Viel machen und von nix ne Ahnung. Mal ein wenig zeichnen, ein wenig fotografieren und nun auch noch musizieren. Auch wenn das Ergebnis oft mau ist, meine Seele nährt es. Und das ist das wichtigste. Das Ego ist schon satt genug.

Also gut. Da saß ich also: Mühsam den Griff haltend, in einen anderen Griff wechselnd und wieder zurück. Nur der kleine Finger wollte nicht bleiben, wo er bleiben sollte. Mit der rechten Hand nachgeholfen. Das geht natürlich gar nicht. Man kann nicht mitten im Lied da mal unterbrechen und dem kleinen Ausreißer Hilfestellung geben.

Egal.

Weiter im Lied. Ich schau mir auf youtube Videos an. Wie machen das andere? Denn die Akkorde zu greifen ist das eine, das andere das Schlagmuster. Egal welches Lied ich auch höre, überall höre ich genau raus was die spielen.

Nur bei mir nicht. Den Songtext lass ich erstmal weg. Kleine Schritte soll man ja gehen, sonst stolpert man. Achja. Aber die Videoeinsteller lassen den Liedtext nicht weg! Grausam. Was man sich da anhören muss! Mir biegt's die Zehennägel auf. Ich mein, ich kann auch nicht singen, zumindest nicht solo und ich weiß das und muss meine schiefe Töne nicht auch noch meiner Umwelt antun.

Ich finde einen kleinen Gitarrenkurs. Der mir ansprechend erscheint. Ich schaue mir einige Dinge von dem Typ an. Alles gut und schön und recht. Die ersten Takte erklärt er langsam und ruhig und verfällt dann immer schneller in seinen normalen Spielrythmus, der aber ganz anders als sein Anfang ist und den ich – bitteschön- auch gern mitspielen möchte.

No Chance.

Ich klimper ein wenig allein vor mich hin, soll ja die Seele nähren und so, ich schrieb das schon. Ich kann es aber nicht lassen und stöber noch ein wenig weiter und dann sehe und höre ich etwas, was mich platzen und das Instrument für 3 Tage ignorieren läßt.

Da sagt doch glatt so ein selbsternannter Gitarrenlehrer, dass man immer in einer schön entspannten Haltung bleiben soll und...achja...die Atmung natürlich nicht vergessen sollte!!!!!!

Aha.

WIE SOLL DAS GEHEN?????

Ich packe meinen Kram zusammen und rüttle ein wenig an meinen selbstgebauten Regenmachern. Klingt auch schön und ist nicht gar so kompliziert.

Und wenn mein best friend das nächste mal so locker vom Hocker seine Geige auspackt oder sich ans Klavier setzt und die melodiösesten Melodien des Universums hervor zaubert,

dann...

dann kann ich echt für nix mehr garantieren!

Kommentare:

  1. Antworten
    1. nicht unterkriegen lassen - ich hab mit meinen Schülern immer mit Lady in Black angefangen - das ist nämlich nur ein Griff und sonst leere Seiten gg - dafür zupfen.

      Und ein Gitarrelehrer, der das Tempo nicht den Schülern anpasst - hat seinen Job verfehlt - geht gar nicht.

      Schade dass du so weit weg wohnst :(

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  2. @ Paderkröti Ja, ist recht *g*, Du weißt ja selbst: Manchmal nicht so einfach... ;-)

    @Ilana, ja das is wohl schade, dass ich soweit weg wohne, bei Dir könnte ich mir das sehr gut vorstellen, weil da meine "Versagensangst" und der Druck weniger wären, so mal gesagt-rein aus dem Bauchgefühl :-)

    Ne es ist ja kein echter Lehrer, live vor Ort. Da ich ja dachte, das ich das spielen schon mal recht gut konnte, reicht ne Auffrischung via online. Also da is kein direkter Kontakt.
    Ich mach einfach weiter *klimperklimper* :-)

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