Sonntag, 26. Februar 2012

Sonntagsmotto

Gestern hörte ich den Erzählungen meiner Freundin am Telefon zu.
Sie kennt die Themen: Selbstsabotage, Selbstabwertungen, Selbstbeschneidungen.
Und sie sagte zu ihrem neuen Vorhaben: "Das erlaube ich mir jetzt einfach."
Ich spitzte noch mehr meine Ohren, ich war hellwach, ich machte große Augen.
Mir selbst etwas erlauben!

Nach dem Telefonat, sagte ich mir selbst immer wieder

ich erlaube mir ...

noch ohne konkrete Vorstellungen, was ich mir denn erlaube.
Das ist auch erstmal noch gar nicht wichtig.
Mit dem Satz daran schlief ich ein und 8 Std. durch.

Heute Morgen fühlte ich mich sehr entspannt, locker und frei.
Welch wundersames Geschenk, mir selbst die Erlaubnis zu geben!

Ich werde darauf noch länger meine Aufmerksamkeit richten :-)

Kommentare:

  1. Genau dieser Satz war es, der mich mal sehr "befreit" hat.

    Ich war in einem Fastenurlaub, wo man i.d.R. in einer festen Gruppe unterwegs ist. Das Ziel dieser Reise war Fasten (na klar), aber auch Abstand zu finden von zuhause, von der Krebserkrankung meiner Mutter usw.

    Bei mir am Tisch saßen u.a. eine ältere, an Krebs erkrankte, Frau aus Deutschland und eine jüngere Frau aus der Schweiz.

    Die ältere Frau hatte mich sofort zu ihrer Gesprächspartnerin in Sachen Krebs erklärt, ohne etwas von meinem Hintergrund zu wissen, und erzählte bei jeder Tischzeit davon.

    Die junge Schweizerin klinkte sich in diesen Momenten immer sofort aus dem Gespräch aus und wandte sich anderen Gesprächspartnern zu, so dass ich mich noch ausgelieferter fühlte.

    Ich mochte die ältere Frau jedoch nicht mit ihrem Sorgen und Nöten allein lassen und fühlte mich irgendwie gleichermaßen verpflichtet wie vergewaltigt.

    Irgendwann sprach ich die junge Schweizerin an, wie sie das machen würde, dass sie das nicht an sich heranlasse. Sie sagte zu mir, auf gewisse Art sehr weise:

    "Ich erlaube mir das einfach. Diese Freiheit nehme ich mir."

    Es war so einfach und klar und hat mir irgendwie den Weg gewiesen, mich dem nicht mehr länger auszuliefern.

    Manchmal ist man so beschränkt in seinem Denken. Man sollte sich viel mehr erlauben! :-)

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    1. Ja sollte man :-) Darf man :-)
      Und? Hat es geklappt?

      Mich gruselt inzwischen nur noch vor solchen Vereinnahmungen und kann da inzwischen herrlich gelangweilt schauen (wenn ich grad nicht anders "Stop" sagen kann).
      In der Klinik allerdings (immer wechselnde Tischnachbarn) sagte ich des öfteren: Du kannst gerne hier Platz nehmen, aber hier wird heute kein Therapie/Problemgespräch geführt. Ich konnts nicht mehr hören und schon gar nicht beim Essen.
      Es kam hervorragend an und die Pause wurde sehr dankbar angenommen.:-)

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    2. Ja, hat es. Ich habe mir die Freiheit dann auch genommen. ;-)

      Nachdem ich mich sozusagen gedanklich frei gemacht hatte, konnte ich der älteren Frau sagen, dass ich dorthin in den Urlaub gekommen war, um Abstand von solchen Themen zu bekommen und sie es mir nicht übel nehmen möge, dass ich darüber nichts mehr hören wolle.

      Alles bestens! Als gute Erfahrung verbucht.

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    3. Super! Gratuliere! :-)
      War ja auch verständlich erklärt.

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