Mittwoch, 22. Februar 2012

Neues Verbot

Dem Verbot *dir darf es nicht gut gehen* bin ich ja seit meiner 1.EMDR-Sitzung auf der Spur.
Ich erkenne immer öfter, wo ich mich selbst sabotiere durch die alten Stimmen. Etwas dagegen zu setzen ist ein anderes Lied. Und schwerer.

Heute geht es mir extrem schlecht und ich war kurz davor den Vormittagstermin nicht wahrzunehmen. War aber trotzdem dort, nur verkürzt.
Strahlend blauer Himmel, die Sonne scheint, der Kaffee wurde ohne Jacke auf dem Balkon getrunken.
Und ich möcht mich am liebsten in die tiefsten Höhlen dieser Erde verkriechen.
Also lag ich eingemümmelt auf der Couch und ließ die Gedanken kommen und gehen.
Und dann kam eine Vermutung: Mir darf es schon gut gehen, ABER nur im Rahmen der Familie!
Ich sehe mit erschreckender Klarheit, dass unsere Familie eine Festung war. Besucher gab es schon, aber andere Bezugspersonen die keine Mitglieder waren, waren verpönt, gefährlich, wurden davon gejagt!
Vor allem eigene Probleme und Sorgen durften nicht nach außen dringen. Das hat man intern zu regeln. Aber bloß nicht zuviel!
Oberflächliche Kontakte ja. Mehr nicht.

Ich weiß noch wie ärgerlich meine Familie reagierte, als ich das erste Mal stationär in eine Klinik ging! Drama! Ich wagte es auszubrechen! Natürlich wurde ich via Telefon ordentlich in Schach gehalten.
Und trotzdem fand ich dort Leute, mit denen ich heute noch Kontakt habe.
Sehr guten sogar.
Jetzt weiß ich, warum sich Vater/Mutter/Schwester nie Namen meiner Freunde merken konnten oder wo die wohnten oder woher ich die kannte. Oder es wurde versucht auch mit denen befreundet zu sein - mit allen Mitteln!
Eisiges schweigen war auch angesagt, wenn ich diese Freunde auch noch besuchte, Spaß hatte, fern der Heimat war UND mich sogar erdreistete mit denen und nicht mit der heiligen Familie Weihnachten/Geburtstag/Sylvester ect. zu feiern.
Selbstverständlich wurde da später die ambulante Therapeutin als komische Tante und blöde Kuh betitelt!
Natürlich durften auch nie die Nachbarskinder bei uns übernachten.
Sich finanziell, emotional, handwerklich..ect. auf die eigenen Füße zu stellen: schier eine Straftat!
Ebenso etwas zu tun, was noch nie jemand in der Familie tat (z.B. meditieren, vegetarisch und ohne Fernseher leben, die Wohnung sauber halten, jonglieren lernen...)
undsoweiter undsofort.

Ahhhhhhhhh!
*plingpling* hier scheppern nur so die Groschen! Meine Depression hat sich quasi fast schon aufgelöst, weil ich strahle und sage (wieder einmal):
Mit mir nicht! Kocht ihr nur weiter euer Süppchen. Ich geh lieber Schnitzel essen und zwar mit Nichtfamilienmitglieder!
Ich trete aus eurem Verein aus (äußerlich schon passiert, innerlich in Arbeit).
Jepp, ich bin gerne das schwarze Schaf.
Ihr musstet mich gar nicht ausstoßen. Ich ging schon vorher.

Weil ich euer mieses Spiel durchschaut habe und nicht mehr mitspielen will!
...
und atme tief ein
...
und lange aus.

Wie befreiend!

(dass dies gerade jetzt so massiv auftritt ist auch klar: Ich hab in letzter Zeit neue Kontakte geknüpft und meinen Radius in einigen Bereichen erweitert. Ebenso schmiede ich ja weitere Pläne, die in die gleiche Richtung gehen!)

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