Montag, 27. Februar 2012

Besser

Darüber bin ich gerade gestolpert:


Was Du auch tust
es ist falsch.
Wie Du dich auch entscheidest
es ist falsch entschieden.
Welchen Platz Du auch einnimmst
es ist der falsche Platz
denn Du bist falsch.
Du bist nicht in Ordnung.
Du bist fehl am Platz.
Du bist zuviel.
So vernahm es das kleine Kind
und wusste keine Ausweg
außer dem stillen Rückzug
in sich selbst hinein.

Lieber Nichtstun als etwas tun
denn etwas tun bedeutet
das Falsche tun,
aber Nichtstun ist auch falsch.
Nichts ist richtig.
Als Nichts bist Du richtig.
Solange Du etwas bist
bist Du verkehrt
bist Du nicht in Ordnung
bist Du fehl am Platz
bist Du zuviel.
So vernahm es das kleine Kind
und baute sich seine eigene Welt auf
wo es einen Platz hat
um der Wirklichkeit zu entfliehn
dem Dilemma
Da zu sein

Frieder Gutscher

Und genau das ist der Knackpunkt: Ich könnt ja was falsch machen.
Ich hab mir schon vor ein paar Wochen vorgenommen, genauer hinzuschauen und vor allem zu fühlen, was es mit dieser Sommer-Sonnen-"phobie" auf sich hat.
Nunja, danach hab ich mich erstmal 2 Stunden voll diesem grauen Sumpf hingegeben, bin in meine Phantasiewelt und ins Bett geflüchtet und... anscheinend hat es das gebraucht.
Danach gings mir besser und ich war sogar eine Runde ums Dorf radeln.So und jetzt ist keine Flucht und Zerstreuung mehr angesagt, sondern: essen und so.


Kommentare:

  1. "Ich könnt ja was falsch machen" - ja, da liegt der Knackpunkt. Auch bei mir. Aber sag mal Regenfrau - wer will uns denn "bestrafen", wenn wir was falsch machen? Sind nicht wir die Instanz, die entscheidet, ob wir es uns auch erlauben können und dürfen, auch mal was falsch zu machen? Ich mache jetzt mit Vorliebe alles falsch - das ärgert nämlich nur die, die mir genau diese Dinge gesagt haben, wie sie in dem Gedicht stehen. Und was für die falsch ist - ist plötzlich für mich richtig und gut :)

    Die "Sommer-Sonnen-Phobie" war auch immer mein größtes Problem, vorallem weil ich noch Angstzustände dazu bekam. Man, war das übel, ging mir selbst letztes Jahr noch so. Bei mir war der Frühling immer die schlimmste Zeit. Bis mir klar wurde, dass mich tatsächlich das Sonnenlicht im Frühjahr triggerte. Weil da ein paar Dinge mit verknüpft waren, die sich wie blei auf mich gelegt hatten. Seit dieser Erkenntnis ist es viel besser und ich hoffe ehrlich, dass ich dieses Jahr den Sommer geniessen kann. Eins kann ich Dir nur sagen - all die Momente, in denen es dann doch gut geht und man sich auch mal gut fühlt - sie werden sich vermehren und irgendwann wird sich eine Stabilität ergeben - bei mir jedenfalls ist es so und bei vielen anderen mit Traumata auch. Es dauert halt nur seine Zeit und bis dahin ist Geduld angesagt.

    Lg,
    Maja

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    1. Danke liebe Maja,
      hab schon begeistert gelesen, dass du einen angstfreien Urlaub hattest .-) Gratuliere!
      Das mit dem Licht kenn ich an manchen Septembertagen und es war auch hilfreich das zu erkennen, woran es lag und mir bewußt machen, dass nun ein anderes Jahr ist.
      Tja die inneren Instanzen mit ihren Verboten sind sehr mächtig (wenn auch nur scheinbar), doch je mehr ich sie erkenne, entlarve, ans Licht hole desto ohnmächtiger werden DIE (und nicht mehr ich).
      Das stimmt, was uns andere vergällen wollen, ist auch oft nur deren Neid. Da kann es auch Spaß machen: Und jetzt mach ich es erst recht! Mit Freude! :-)

      Das wird schon..ja mit Geduld *hmpf* :-)

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