Samstag, 4. Februar 2012

Ausmisten

Letztens ging ich schon meinen alten Briefekarton durch. Wollte etwas bestimmtest finden. Dabei fielen mir Briefe in die Hände, einer ziemlich dubiosen Frau, bei der schon damals meine inneren Warnlampen angingen (ich diese aber ignorierte) und wir dann über 3 Jahre Kontakt hatten. Der mir gar nicht gut tat. Klar wurde mir das erst, als sie mich ausschimpfte, weil ich "ihre" Klinik (die sie mir empfahl) nicht so tolle fand und keine 8 Std. da drin blieb (diesmal nahm ich meine Warnlampen ernst!).
Da war mir klar, dass ich etwas wiederhole, was ich leider nur zu gut kenne.
Eine Beziehung in der es keine abgegrenzten Ich-Du Persönlichkeiten geben darf, sondern nur ein verklebtes, verstricktes WIR!

Und vor solch Übergriffigkeiten habe ich angst. Dass mir das wieder passiert. Dass ich mein Ich mit allem drum und dran wieder verleugnen muss und nur noch fremdbestimmt reagiere.
Deswegen ergreife ich sooft die Flucht bei Menschen. Sicher ist sicher.
Jedenfalls habe ich mit purer Freude ihre süßlichen Briefe weggeworfen!

Und heute machte ich mich an einen Ordner, in dem so uralte Sachen drin sind wie: Fahrschulunterlagen, 1.Mietvertrag, sogar ärztliche Berichte über die Schwangerschaft (mit mir) von meiner Mutter ..usw.
Also das kann doch echt alles mal in den Keller.

Das sind wichtige kleine Schritte. In mir tut sich soviel. Mein Eigenes finden. Mich finden. Mein Leben sortieren. Sanieren passt fast besser.
Und jetzt stolper ich auch noch über einen Bericht, der genau mein Ding mit dieser dubiosen Frau und auch (und vor allem!!!) mit Eltern und Schwester beschreibt. Natürlich auch einige Partnerschaften:

Symbiosetrauma von Birgit Assel (1.Treffer bei Google)

2 Abschnitte kopier ich hier mal rein:

"In einer destruktiven Symbiose gibt es Täter und Opfer, die in einem Abhängigkeitsverhältnis miteinander leben. Angst und Macht bestimmen die Beziehungen zueinander. Autonomie und Selbstbestimmung werden als Bedrohung empfunden. In einer destruktiven Symbiose gibt es Verlierer und Gewinner, es gibt kein Gefühl für Recht und Unrecht, Verleugnung und Lüge werden als Wahrheit „verkauft“, Ausbeutung für Liebe. Liebe wird verdreht und wird zur emotionalen Erpressung benutzt: „Entweder du bist so, wie ich dich haben will, oder ich liebe dich nicht mehr!“



Wie sehen nun demgegenüber konstruktiv symbiotische Beziehungen aus? In einer konstruktiven Symbiose besteht nicht die Gefahr, die Zughörigkeit zu verlieren, wir können unsere eigenen Gefühle leben und ausdrücken, wir können uns streiten und Konflikte austragen, wir sind authentisch, müssen keine Maske tragen, sondern werden angenommen, wie wir sind, mit all unseren Stärken und auch Schwächen. In einer konstruktiven Symbiose sind Fehler keine Katastrophe, sondern es wird offen und ehrlich damit umgegangen. Zwischenmenschliche Konflikte wirken nicht zerstörerisch, sondern sind entwicklungsfördernd. Wir kennen unsere Bedürfnisse, können sie leben, mit Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer. Es gibt kein „Besser-sein“ oder „Schlechter-sein“, sondern ein gleichwertiges „Anders-sein“. In einer konstruktiven Symbiose gilt das Prinzip einer Win-Win Situation."

(das Symbiosetrauma von Birgit Assel)


Heftig, aber immer wieder wohltuend, wenn ich die richtigen Wörter, Beschreibungen und Namen für meine Situation finde.

Da wird mir einiges klarer....

Kommentare:

  1. hm, aber es gibt leider wenige Menschen die ein Miteinander und nicht ein "alles für sich" leben.
    Es ist eben nicht einfach einer Freundin alles gönnen zu können, einer Freundin beizustehen und Kritik einer Freundin zu verdauen, aber wenn man Menschen kennt die das auch Leben, sind es wahre Freundschaften die es mit einem Gut meinen , weil sie einen mögen und nicht weil sie erziehen oder fremdbestimmen wollen.
    Du hast denke ich Dein Leben besser im Griff als Du denkst, denn Deine Reflektionen werden immer klarer ...Wünsche Dir weiterhin einen Weg der Dir Gutes bringt und nicht zu viele Wurzeln auf dem Weg ...
    Schönen Wochenstart :-)
    liebe Grüsse aus einem der Frostiländer ;-)

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    1. Vielen lieben Dank Dir!
      Ich hab auch kein Problem damit, wenn sich Unstimmigkeiten auftun und ich denke in dieser Freundschaft war das sich-helfen-füreinander dasein recht ausgewogen. Ihr passte es nicht, dass ich sofort wieder heimfuhr, da sagte ich noch gar keine Kritik über das Haus..

      Ja erziehen, genau das richtige Wort.
      Und ich guck mir die Wurzeln gerade aus nächste Nähe an..leider.
      Die besten Grüße auch zu Dir aus dem klirrenden Bayernland in die Schwizz :-)

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