Samstag, 14. Januar 2012

Wandlung

Die letzten Jahre, die ich viel mit Psychiatern und Therapien verbrachte und teilweise nicht mehr weiter wußte, dachte und sagte ich sooft: Ich will mein altes Leben wieder haben!

Als Antwort kam oft: „Aber genau das hat dich doch krank gemacht.“ Ja und Nein. In manchem habe ich es sicher übertrieben, das ist nun anders, da habe ich dazu gelernt. Ich schaue genauer hin bei meinen Finanzen und bei meinen Beziehungen. Ich überlegte nochmal: Was will ich von damals wieder haben?

Mein altes Ich! Die lebenshungrige, humorvolle, herzliche, abenteuerlustige Regenfrau! Die nicht vor den ganz normalen Alltagsdingen Angst hat und sich 1000 Gedanken macht, was passieren könnte. Die gern neues ausprobiert, kreative Ideen hat und diese umsetzt, auf ihre Intuition hört und das Leben sehr genießt. Eine, die Liebe geben und empfangen kann! Eine, die dem Leben einfach selbst einen Sinn gibt, anstatt krampfhaft danach zu suchen!

Dann kam eine Zeit der Orientierungslosigkeit und ich folgte den falschen Leuten, ignorierte meine inneren Warnlampen, verleugnete mich selbst.

Ich habe viele Teile von mir abgeschnitten, weil ich den anderen mehr geglaubt habe, als mir. Den anderen die meinten, diese Teile werden nicht gern gesehen, sind unpassend, zu wild, zu wasauchimmer.

Diese Teile hole ich nun wieder in mein Boot. Und ein ganz wichtiger und großer Teil ist eben meine gut ausgeprägte Intuition!

Jetzt nach viel Ruhe, mit Überprüfungen „stimmt das für mich?“ neuen Menschen die meinen Rücken stärken und hinter mir stehen, Entrümpelungen in fast allen Lebensbereichen kommt wieder ein frischer Wind in mein Leben.

Ich spüre ganz zart das alles wieder in mir! Ich will hinaus in die Welt, mein Leben wieder aktiv und selbstbestimmt gestalten.

Das Ende der Selbstunterdrückung ist sichtbar! Ich spüre meine Identität wieder! Ein Stück „meiner Normalität“ macht sich wieder bemerkbar!

Es war eine harte Lehre, wie wichtig es ist auf sich selbst zu hören. Aufmerksam wahrnehmen was da so in einem ist. In mir regierten fast nur noch Angst, Depression, blinder Gehorsam (der mir schon sehr früh eingebläut wurde) und da bleibt nicht viel an Freude. Das ist ein sehr enger, kleiner Aktionsradius. Das ist dahin vegetieren und kein Leben!



Und nachdem es leider nicht das erste Mal ist, dass ich auf die falschen Leute setzte, gefiel mir dieser Absatz besonders gut:

„Ein uneinsichtiger Narzisst im Reinformat ist unfähig zu lieben.
Sein emotionaler Apparat ist ruiniert worden in all den Jahren der Deprivation und des Missbrauchs, dem er ausgesetzt war.

Unvergleichlich begabt ist er hingegen darin, menschliche Gefühle zu simulieren. Er ist überzeugend und extrem erfolgreich darin, wenn es darum geht, einen Menschen, an dem er interessiert ist, um den Finger zu wickeln. Er kann die tiefsten Gefühle täuschend echt vorspielen, wenn er es wählt.“

Aus Fehlern lernt man, ich hoffe, dass ich das endlich getan habe!

Kommentare:

  1. Ich finde, Du liest Dich sehr "aufgeräumt" in letzter Zeit. Wünsche Dir sehr, dass das so bleibt.

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    1. Danke Dir liebe(r) Rostkopp :-)
      Ich glaub ich hab den Schlüssel dazu gefunden und möchte denen Hoffnung machen, die noch im Loch sitzen.
      Beste Grüße!

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  2. Hallo Regenfrau, ich habe bei rostkopp deinen blog entdeckt und er spricht mich an. Du schreibst sehr schön. Ich komme gerne wieder. Alles Gute von morgenrot

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    1. Hallo Morgenrot, herzlich willkommen hier! Hab bei Dir auch mal einen kurzen Blick drauf geworfen und werd da sicher noch mehr lesen! :-)
      Liebe Grüße

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