Freitag, 13. Januar 2012

Therapie

Ja Thema war natürlich der nochmalige Kurzkontakt zu Vatern. Auch wenn ich mich erst selbst beschimpft habe, wie blöd ich doch sei. War es wohl nochmal nötig. Um haargenau mitzubekommen wie sehr er für mich Gift ist: Pure Erschöpfung, Gedanken kreisten nur um ihn, Alpträume...

Wir tiftelten es ein wenig auseinander, was das Kind in mir anspricht, sich wünscht, braucht, das aber auch die Bedrohung spürt und wie das die Erwachsene sieht, mit eingreifen, schützen usw.

Wir nahmen ein paar Aussagen meines Vaters und schauten „was das mit mir macht“ <--- ich hasse den Ausdruck, aber gut....

Therapeutin wiederholt ihr Gesagtes (würd jetzt zu weit führen). Sie:“ Und das sag ich der Erwachsenen!“ Die war nur leider grad nicht da, ich heulte und war im Kind. Schniefte nur ein: „Geht grad nicht!“ Was sie natürlich schon sah und mitfühlend/sanft drauf reagierte.

Jedenfalls war das alles höchst interessant und sehr sehr klar und begreifbar für mich.

z.B. dass sich das Kind ja immer noch nach den Spielen, Abenteuern usw. mit Papa sehnt. Der ist aber heute dafür gar nicht mehr zu gebrauchen! Und es wäre auch nicht die Erfüllung fürs Kind. Diese Sehnsucht lässt mich immer noch zu Papa laufen. Papa hat sich aber sehr geändert (ich ja auch, ich bin inzwischen groß geworden!)und ich krieg jedesmal eins auf die Mütze. Metaphermäßig gemeint.

Ich kann aber schauen, wie ich diese Bedürfnisse anderweitig befriedigen kann. Und das geht ja schon! Das mache ich ja auch! Deswegen geht’s mir auch immer besser! Weil ich nicht mehr in den Eisenwarenladen (Papa) lauf und dort Semmeln (Liebe, Spaß, Spiel...) kaufen will.

Das ist ein alter Film. Der langsam aber sicher zum Ende kommt. Mit Happy End? Hmm Auslegungssache bzw. je nach dem von welcher Seite man drauf schaut.

Irgendwie habe ich das die letzten Wochen schon so gespürt/geahnt. Denn warum fiel es mir so leicht den Kontakt abzubrechen?

Ich befreie mich aus der Abhängigkeit, Stück für Stück. Jedes Kind ist von seinen Eltern abhängig – logisch. Die Ablösung zwischen mir und ihm fand nie statt. Wenn ich mich weiter entfernte, war das Lasso meines Vaters sofort da und ich ließ mich einfangen (aus der Überzeugung, dass ich ohne ihn ja nicht leben könne -aus der Sicht des Kindes).

Jetzt hab ich andere stabile Beziehungen um mich und kann mich be-frei-en aus der kranken Verstrickung. Da kann mein Vater toben, wüten und beleidigt sein so viel er will. Das juckt mich heute kaum mehr.

Ich sehe die Realität wie er wirklich ist und das ist teilweise nicht schön. Es macht mich traurig und entsetzt. Das verkrafte ich schon.

Mein Leben leben, das wird immer deutlicher und es macht einen hammergeilen Spaß!

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