Sonntag, 1. Januar 2012

Good morning 2012!!!

18h: Ich fahre zu best friend. Kurz vor dem Ausstieg seh ich ein winziges Baby, erst wenige Tage alt. Alle Mitfahrer lächeln selig.

18:30h: Ich treffe best friend und wir gehen ins Kino. Wir sind zu spät und müssen im Dunkeln unsere Plätze suchen. Wir treten auf Füße und Handtaschen. Ich beschließe: Normalerweise nerven mich immer die anderen. Heute nerve ich mal. Also benehme ich mich, als wäre ich schon gut angetrunken. Das macht Spaß und keiner sagt was. Nur die Frau neben mir, würd am liebsten auf den Schoß ihres Freundes nebendran hüpfen. Sorry Lady!
1x Bier, 1x Wasser, 1x Eis, 1x Erdnüsse und ich bin 9,40 Euro los. Ich würd keinem empfehlen nach München zu ziehen
Die Erdnüsse sind luftdicht verschweißt und ich komm mir wie der Säbelzahntiger aus Ice Age vor, der versucht an die Nuß zu kommen.

19:30h: Der Film "Gott des Gemetzels" ist eher lau.
20:00h: Wieder zuhause bei best friend, vertreiben wir die restliche Zeit mit Fußball spielen (kann ich echt schlecht), die Länge der verschiedenen Gegenstände schätzen (kann ich sehr gut!), Lieder zu erraten (super!) und gemeinsam Keyboard spielen (lustig!).
24h: Wir mitten auf einer Verkehrsinsel (toller Platz). Leider schüttet es aus Eimern. Der Sekt schmeckt bald wäßrig, Knaller und Wunderkerzen lassen sich nicht anzünden (der Wind!). Fluche und lache abwechselnd. 3 Feuerzeuge geben den Geist auf. Ich weigere mich das als schlechtes Omen zu sehen und winke statt dessen den vorbeifahrenden Auto-,Bus-und Tramfahrern. Die freun sich.
0:30h: Wir entzünden das Zeug auf den trockenen, windstillen Balkon. Is auch viel gemütlicher. Wir schreiben mit den funkelnden Wunderkerzen Wörter in die Luft und der andere muss sie erraten (klappt hervorragend!).
Dann erzählen wir uns gegenseitig die lustigsten und schönsten letzten Sylvesterabende.

1 Uhr: ich mach mich auf den Nachhauseweg. Der sollte lang werden.
Best friend begleitet mich zum Bahnhof. Dort wird klassische Musik gespielt und wir tanzen Walzer. 2 Mädls nebendran finden das toll und machen mit. Ich liebe spontane, lustige Sachen.
Die erste U-bahn fährt ein, schwankt wie Sau und ist rappelvoll. Olala.
Ich warte auf die nächste und tanze dafür noch ein wenig.

Irgendwann komm ich am Umsteigebahnhof an und warte mit den Millionen anderer Feiernden auf die S-Bahn. Es ist irre laut und dreckig, Besoffene schießen weiter Böller, obwohl wir uns immer noch im Untergrund befinden. Es qualmt. Sieht aus wie im Bürgerkrieg. Ziemlicher Streß für mich, so stocknüchtern.
1:30h: Ich sehe wie 2 Damen (locker über 70) 2 jungen Mädls helfen, die bestimmt nicht nur betrunken sind. Sie sehen schrecklich aus. Erst kommt die Polizei. Dann der Notarzt. Dabei gelernt: Gucke Polizisten nie lange in die Augen. Ups!
Schräge, bunte, elegante, verletzte, lachende, schwankende Leute sind um mich herum. Eine Fundgrube für jeden Soziologiestudenten :-) Ich beobachte amüsiert mit der Wand im Rücken.

1:50h: Eine Durchsage. Wegen des Lärm versteh ich nur noch: "...Strecke gesperrt..." Keinen juckt das. Hört man die Durchsage werktags um 17 Uhr, würden wieder bürgerkriegsähnliche Zustände geschehen!
Aber nicht heute.
Heute ist es allen egal.
Mir nicht. Mein Adrenalinspiegel schießt in ungeahnte Höhen.
Wie heim kommen? Raus aufs Land? Herzrasen, Schweißausbrüche. Der Blick auf den Fahrplan zeigt: Ein Stück mit der U-bahn fahren! Ich mach mich auf den Weg und gehe an kotzende, pinkelnden Gestalten vorbei (wie sehen DIE eigentlich werktags um 17 Uhr aus? Bestimmt nicht so).
U-Bahn hat schon Feierabend. In mir steigt die Panik.
Wieder zurück zum Bahnsteig. Die Menge der Leute hat sich verdoppelt.
Ich dachte das wär unmöglich. Ich überlege. Fieberhaft. Was tun? Ok, wenn wirklich nix mehr geht: In 3 Stunden geht der normale Fahrplan wieder. Hier ist es warm (heiß!) und trocken (mir klebt die Zunge sonstwo). Zur Not heißt es eben: warten. Ich werde ruhiger.
2:30h kommt meine S-Bahn. Hurra! Ich spiel wieder Arschloch und drängle mich auch hinein. Was andere können, kann ich auch. So!
Überströmt voller Glück (ich komm heim!!!) lasse ich mich auf einen der letzten Sitze fallen. Neben einem jungen Mann. Der auch ziemlich zugedröhnt ist, aber lieb. Wir plaudern ein wenig. Er ist so jung, dass ich beschließe ihn zu duzen (völlig neue Überlegungen, wann kann ich duzen? Wann muss ich eher siezen? Kann Alter so schlecht schätzen).
Er siezt mich.
Scheiße, ich werd alt. Ich versichere ihn, wenn er wieder einpennt, an seinem Ziel zu wecken. Glücklich strahlt mich der Kleine an. Wow, meine erste gute Tat in diesem Jahr! Ich bin immer noch im Achtung!-Modus und hellwach.
Ich schlaf garantiert nicht ein.
Als er aussteigt, wünscht er mir ganz förmlich und höflich ein gutes neues.
Ich verstehe ihn nicht.

Er: "Sorry bin heiser."
Ich: "Und ich hör schlecht."
Wir lachen, er steigt aus.
3:40h ich falle glücklich, überdreht und sehr müde ins Bett.
8:00h ich bin schon wieder hellwach.

Prost!

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