Montag, 23. Januar 2012

Die Realität

...klingt so unharmonisch, wie derzeit manchmal meine Gitarre.
Die Kindanteile in mir wollen weiter den tollen Papa sehen und verleugnen, dass er auch ganz anders drauf sein kann. Bzw. fühlen sie sich bedroht, verlassen....
Ich als Erwachsene sehe das, was er tut bzw. nicht. Da bleibt kein loben und kein staunen für diesen Mann. Nur Empörung.
Und diese zwei Anteile vermischen sich immer mal wieder.

Gestern las ich in meinen alten Notizen und las genau das was auch jetzt passiert:
Erst Wut (so ein Arsch! Die Erwachsene). Dann Zweifel (aber er hat doch auch...tue ich ihm Unrecht? Soll ich nicht doch ...? Hier starke Vermischung der inneren Anteile). Dann Trauer (er ist lieblos, er kümmert sich nur um sich selbst, nur früher hat er das schöner verpackt, ich steh wirklich allein da...Das Kind).
Das tat gut zu lesen, dass diese Phasen so sind. Also nix neues. UND: Es wird vorbei gehen.
Das machte mich ruhiger und ich konnte endlich wieder mehrere Stunden durchschlafen.
Früher hab ich ihn in kleinen Schritten von seinem Podest geholt (ich glaube wir stellten ihn beide höher, als es der Wahrheit entspricht). Jetzt ist es ein sehr großer Schritt und ich muss aufpassen, dass es mich nicht überrollt.

Da ist es, wieder einmal, sehr wichtig, nicht zu streng mit mir umzugehen.
Ich darf mich zeitweise dicht machen, ich schaue, dass ich das Minimum an Essen hinunter bekomme und das darf alles sein, da wird nicht auf Gesundheit geachtet, wenn kein Schlaf kommen mag, zumindest ausruhen (was aber noch schwieriger ist, mit Bewußtsein wach und ruhig zu sein, weil da alles mögliche hoch kommt.) Genug trinken, zumindest kurz an der Luft bewegen, schreiben, Imaginationen machen....

Vorhin noch mit bester Freundin telefoniert, wo sich endlich mal ein paar Tränen gelockert haben.
Später kommt best friend noch vorbei. So ganz wohl ist mir dabei nicht, (wenn es mir schlecht geht, fühlt sich "sichtbarer" Menschenkontakt noch bedrohlicher an,) ich möchte es aber trotzdem.
Vielleicht tut es ja auch ganz gut.

Kommentare:

  1. Ich finde es extremst schlimm, dass Deine Eltern Dir das Leben so sehr versaut haben, dass Du selbst wohl für immer neben dem Leben stehst - und nicht so leidenschaftlich, glücklich drin.

    Dafür sollte es echt Gefängnisstrafe geben.

    Trotzdem schlägst Du Dich sowas von tapfer!!!

    Deine Tini

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    1. Danke!

      So schnell geb ich die Hoffnung nicht auf :-)
      Und selbst, wenn ich noch länger in Rente bin, ein mehr an Lebensqualität werde ich bekommen! Da bin ich mir sicher und das hatte ich ja auch schon.
      Man wird halt genügsamer, was für mich ein guter Tag ist, kann für einen normal-gesunden ein Scheißtag sein.

      Und: wem das Wasser bis zum Hals steht, sollte nicht den Kopf hängen lassen.
      Trifft es grad gut.

      Liebe Grüße!

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