Donnerstag, 26. Januar 2012

Abschied der Illusionen

Immer wieder faszinierend, wie meine Therapeutin mit den richtigen Fragen kommt. (teilweise beherrsche ich das schon selbst, passte da immer gut auf, denn irgendwann is Therapie vorbei und dann muss ich wieder allein zurecht kommen).
Heutige Frage zum Thema Ex (der sich gemeldet hatte): WARUM es mich so zu ihm zieht? Was genau? Da hilft nur Ehrlichkeit, zumindest mir gegenüber.
Er gab mir immer einen Vorgeschmack, ein Krümelchen, von dem was ich haben wollte - bzw. was ich in einer Partnerschaft erwartete. Und diese Lockungen, irgendwann mal mehr vom Kuchen zu bekommen, funktionieren noch heute. *seufz*.
Ich sag nur: Auch hier wollt ich im Eisenwarenladen warme, frische, nährende Brötchen kaufen.
*doppelseufz*

Trotz allem Aufruhr derzeit, geht es mir doch besser, als früher. Ja es ist anstrengend, Schlaf und Essen ist mehr Glücksache, ich bin sehr erschöpft und dann noch die Wechselbäder der Gefühle, wo ich manchmal gar nicht weiß wohin damit.
Und so fragte ich mich am Dienstag, ob ich am nächsten Tag wirklich einen Fahrdienst übernehmen soll oder ob es mir zuviel wird.
Ich sah es als Möglichkeit, mal völlig von meinem Thema wegzukommen, Ablenkung im positiven Sinn, was schönes machen. Und es funktionierte. Ein schöner Abend war das.
Einfach goldig die alten Leute:
Dame: "Wo is denn das Kino überhaupt?"
Ich:" Äh, ich dachte SIE wüßten das?!?!"
Dame:" Nö!"
Wir machten uns trotzdem froh gelaunt auf den Weg und machten einen Plan. Auch das funktionierte und die alte Dame hatte im Kreis ihrer Freundinnen einen schönen Abend.
Als ich sie abholte, saßen alle glücklich vor ihrem Weingläschen und es wurde noch ordentlich erzählt und gelacht. Ich hatte es ja nicht eilig.
Beim Abschied:
Dame1: "Bis nächste Woche! Und bleiben Sie gesund!"
Dame2:" Ach iwo, ich bin 88! Irgendwann muss man doch mal abkratzen!"

Und als Gute-Nacht-Schreck hatte ich den falschen Tiefgaragenschlüssel. Da wir derzeit nachts ziemliche Minusgrade haben, war der Pflegedienst heute morgen sicherlich nicht erfreut, erstmal das Auto frei kratzen zu müssen.
ICH zieh mir den Schuh nicht mehr an. Ich konnte nix dafür. Ich gab mein bestes und versuchte noch Leute zu finden, die mir helfen könnten. Waren aber alle schon im Feierabend. Tja mei......

So und nachdem ich nun schon viel zu Fuß unterwegs war und nun völlig platt bin, gibts heute nur noch: Ruhe.
Morgen kommt mein Haushalt dran und sonst nix.

Schön, wenn ich wieder meine innere Freiheit spüre, ohne von Scham-Schuld- und/oder Angstgefühlen gezwungen werde, mich nicht mehr zu spüren und nur noch wie ein Roboter reagiere.
Auch wenn das ausmisten mancher Leute derzeit weh tut, es hilft mir auch, mich wieder auf meine innere Stimme zu konzentrieren, meine Bedürfnisse spüren und erfüllen und mich mit Leuten umgebe, die wirklich gutes für mich wollen, weil sie echte Freunde sind. Und nicht solche Schmarotzer die mich so hinbiegen, wie es für sie am nützlichsten ist!

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