Donnerstag, 15. Dezember 2011

Trigger!

Wenn ich wütend bin, dann BIN ich Wut. Durch und durch. Von oben bis unten. Da bebt alles in mir. Da ist nix mehr mit distanziert, sondern ich bin komplett mit dieser Wut identifiziert.

Und ich bin immer noch der Meinung, oder besser: Mein Bedürfnis ist es dann, den anderen anzuschreien, ihn zu verletzen, laut werden. Sonst implodiere ich. Und es gärt und schwelt in mir und nach und nach werd ich auf alles aggressiv was sich mir in den Weg stellt.

Beide Wege sind jetzt nicht der Hit. Das weiß ich. Also frage ich mich, was ist denn das überhaupt für eine Wut und ein Ekel? Ich schaue mir diesen komischen Typ (der von Montag)an:

  • alter, gebrechlicher Mann über 70 Jahre

    Alter Ärger, der eigentlich meiner Mutter gilt, weil sie alte Menschen pflegte und dafür mehr Zeit und Fürsorge aufbrachte, als für ihre eigenen Kinder.

    Der Mann zeigt große Angst und Unsicherheit (hab ich selber zur Genüge, brauch ich nicht noch im Außen).

    Zu oft erlebt, wie alte Männer sich an junge Mädls vergreifen/sexistische Witze reißen oder „nur“ rumbaggern. Alles unter dem Mantel: Is doch nur nett gemeint. Variante 2: Dem armen alten Mann trifft natürlich keine Schuld, der „weiß doch nicht mehr was er tut.“

    Ungepflegte Erscheinung, er sitzt mir zu nah.

    Seine frauenverachtenden Ansichten (alle anwesenden Frauen lächeln milde, empören sich gespielt auf „lustige“ Art...während mir der Kiefer herunter klappt. Ich sage leider auch nix).

    Seine Erzählung, dass seine Tochter doch seine einzigste Bezugsperson ist (mich würgts).

    Seine unhöfliche Art, bei Fragen nicht darauf einzugehen, sondern von was ganz anderem erzählen.

    Sein schleimiges/unechtes Getue.

Seine Selbstbeweihräucherung, wie ihn alle Frauen in der Klinik ja sooo herzlich fanden (???)

Ok, das ist ne ganze Menge, darunter für mich mehrere, handfeste Trigger. Ich muss da wirklich sehr auf mich aufpassen.

Jetzt wird mir auch klar, was mir helfen wird: Dem traumatisierten Teil, der völlig panisch reagiert, aus Angst ihm könnte noch einmal eine Grenzverletzung passieren, Schutz und Sicherheit vermitteln. Durch Imaginationsübung vom sicheren Ort (oder Wohlfühlort).

Es half! Sehr gut sogar!

Hinzu kommt ja noch, dass ich schon mehr als lädiert in die Gruppe kam (aufgrund des anstrengenden Termines wegen Rentenantrag).

Kommentare:

  1. das hast du gut hin bekommen mit der Imaginationsübung, mit der Zeit geht es schon von ganz alleine über ... man merkt es rascher und es funktioniert prima..

    Lieben Gruss Elke

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  2. Danke liebe Elke, ja das Stoppschild muss mir immer noch der Körper zeigen, sonst check ich es nich :-/
    Dir auch weiterhin Kraft und Zuversicht auf Deinem Weg... :-)

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