Donnerstag, 1. Dezember 2011

EMDR + Freibad

Heute also meine erste EMDR-Sitzung. Mit Bangen und Neugierde erwartet, nachdem ich mich mehrmals drumrum geschlichen habe. Tja, was der Bauer nicht kennt, frißt er eben auch nicht.
Wir nahmen das Thema "Frauenarzt-Besuch" der ja demnächst ansteht.
Frage: Was bräuchte ich dazu, um mich gut/sicher ect. dort zu fühlen?
Antwort: Die Kraft für Abgrenzung, wenn ich etwas nicht will oder nach meinem Tempo, bei mir bleiben und nicht den anderen gefallen wollen. Und natürlich Mut.
Dann stellte ich mir eine Situation vor, in der das schon mal tun und fühlen konnte, versetzte mich in dieses Gefühl (mit Bildern, Körperempfindungen) und los ging's.
Der erste Durchlauf war gut, der zweite endete in Tränen.
Wir sprachen kurz, konnten aber nicht recht fest machen, warum ich nun weine.
Nochmal eine andere Situation hervor geholt, in der ich mich gut abgrenzen konnte. Erste Durchlauf war wieder gut, der zweite endete wieder in Tränen.
Und jetzt wußte ich auch warum: Es kam die Stimme in mir hoch, dass es mir nicht gut gehen darf, dass ich nicht groß und stark undsoweiter sein darf.
Also nahmen wir uns vor, die nächsten male an diesem Verbot zu arbeiten. Denn es ist sehr machtvoll und schränkt mich sehr in meinen Lebensmöglichkeiten ein und auch in vielen Situationen.
Das wedeln mit der Hand, fand ich gar nicht so komisch wie ich erst dachte.
Und ich bin echt verblüfft, wie schnell nun ein Hauptthema auf den Tisch kam.
Dafür dass es eine "Trockenübung" war, um das ganze mal kennen zu lernen, wirklich effektiv!
Ich bin gespannt :-)

Danach ging es ins Freibad. Jaaaa Freibad. Ich dachte mir, ach is ja richtig warm (14 Grad) da kannste mal wieder schwimmen gehn.
Ok, es war kein normales Freibad, sondern ein beheiztes. Sehr schön in der Sonne und dem aufsteigenden Dampf seine Bahnen zu ziehn, um danach im richtig warmen Sprudelbecken alles zu entspannen.

Es war ein richtig guter erfolgreicher gelöster Tag!
Bis jetzt.
Ich bekam grad eine Nachricht, die ich im ersten Moment so richtig scheiße finde. Was ich im zweiten damit mache, mal sehn. Fuck!

Kommentare:

  1. Das hab ich auch genau, dass es mir nicht gut gehen DARF. Sobald ich Erfolg habe, mich wohl fühle, gemocht werde, mir Freiheiten nehme und meinen Lebensraum erobere, kommt irgendwas. Meine Therapeutin meinte auch, das ist Angst vor Erfolg. Es darf einem nicht besser gehen als den Eltern, unbewußt will man nicht zeigen, dass deren Leiden umsonst war und es leichter geht und glücklicher. Irgendsowas bescheuerter. Früher wurde man bestraft, man hatte in sich "ich will" und von außen kam "was fällt dir ein". Heute hab ich beides in MIR und ich sage "ich will" und versuchs und das "was fällt mir ein" hindert mich unbewußt durch Panikattacken und sonstiges.

    Bin gespannt auf weitere Schilderungen von dir über EMDR :).

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  2. Ja das mit den Panikattacken klingt nachvollziehbar, vor allem da die bei mir massiv auftraten, als ich einen super Job hatte und mein Vater ständig dran rumkritisierte. Ich wußte, er würde den Job nie machen können (wegen seiner Panik).
    Für mich würde ich es eher so formulieren: Angst vor den Konsequenzen, wenn ich Erfolg habe.
    Das Verbot werden wir jetzt mit inneren-Anteile-Arbeit machen, weil wir mit EMDR immer da landen würden, wie gestern. Bin da auch schon gespannt ;)

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