Donnerstag, 29. Dezember 2011

Eine Sylvestergeschichte

Es war einmal vor vielen, vielen Jahren als ich Sylvester noch mit meiner Familie verbrachte.
Alles in allem ging es da etwas entspannter zu.

Nur dass ich es nie leiden konnte (das ist bis heute so) wenn man mich aufweckt. Da half auch Mutters alkoholgeschwängerten Worte wie "Aber du hast doch gesagt ich soll dich wecken!" nicht. Erinnere mal ein 6-jähriges Kind daran, was es vor 10 Stunden gesagt hatte. Haha.

Mein Vater war als Mann natürlich ein eifriger Pyromantiker. Er bastelte seine eigenen Feuerwerkskörper. Zu einem Teil aus gekauftem Schwarzpulver und der Rest kam aus den Tiefen seiner Werkstatt. Leider hat er es gerne etwas übertrieben. Die Spannung davor war enorm. Wird es funktionieren? Wird es so toll aussehen wie mein Vater sich das gedacht hat? Meistens war dies nicht der Fall. Es verglühte, bevor auch nur ein Funken zu sehen war.
Große Enttäuschung.

Oder der Feuerball schoß übers Ziel hinaus und direkt in den Mirabellenbaum. Den gabs danach nicht mehr. Manchmal traf das gebastelte Unikum auch unsere Telefonleitung. Da kamen dann keine Neujahrswünsche von Opa, Oma, oder der Tante bei uns an.
Außerdem war es auch immer eine Sache mit viel Scham. Auf dem Land sieht man genau wer was abschießt. Und die Nachbarn hatten immer eine bessere Show als wir. Bei uns bruzzelte es nur.
Ich war als Kind schon ein Schisser und hatte viel Angst vor Fehlzündungen und der Knallerei. Das war alles so unkontrollierbar. Schrecklich.

Muttern war auch ruhiger, wenn auch manchmal etwas zu rührselig, was aber an den zahlreichen Sektverkostungen gelegen haben mag.

Am Neujahrsmorgen war es ein ungeschriebenes Gesetz der Nachbarskinder, dass man noch vor dem Frühstück raus geht und so viele Holzstäbe der Raketen aufsammelt, wie möglich. Auch hier waren wir nie Sieger. Egal, der Spaß war es wert.

Und jetzt? Die Angst, dass sich ein Böller in meinen Haaren verfängt, ist auch heute noch da. Ich halte großen Abstand zu den Knallern und würde nie selbst sowas kaufen oder entzünden (gibt ja genug andere die das tun).
Heute wollte ich Glückskekse und Wunderkerzen kaufen, die mag ich, die find ich schön. Und was sehe ich? Riesen Wunderkerzen! 1m lang!

Die musste mit und mein inneres Kind hüpft jetzt schon vor Freude! ;-)

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