Samstag, 3. Dezember 2011

Alltagsmomente

- ich konnte die Nacht gut durch schlafen, muss aber noch paar Stunden nach holen. Habe mich innerlich wieder etwas beruhigt. Und anstatt die Ruhe zu genießen und mich einfach mal lassen, verspann ich mich schon wieder vorm PC. HMPF!

- beim einkaufen rast die Kassiererin an mir vorbei, huscht um eine Ecke und verheddert sich mit einem dort liegenden winzigen Karton, sozusagen ein Kartönchen. Sie schnaubt äußerst erbost: "Also welcher Depp lässt das denn da liegen? Der gehört von morgens bis abends durchgeprügelt!"
Puh, ich staune mit Entsetzen über so eine gewalttätige Sprache. Hoffentlich hat die keine Kinder!

- ein Freund fragt mich, ob mir viele Männer in die Augen sehn. Mein Gesicht wirft Fragezeichen. Keine Ahnung (denn ehrlich, ich bin zur Zeit diejenige die schlecht Blickkontakt aushalten kann!) da musste die Männer fragen.
Ich will schon das Thema wechseln, als der Freund weiter druckst und meint: "Naja du schaust oft so kühl, Dein Gesichtsausdruck ist manchmal so starr, aber wenn Du was lustig findest, geht mit einem Mal Dein halbes Gesicht hoch!"
Ich bin wiederum erstaunt und auch traurig. Zum einen hörte ich das in der Tagesklinik auch öfter vom Personal. Mangelnde Schwingunsgfähigkeit nannten die das. Also mit dem anderen oder der Situation angepasst, affektiv leicht "mitschwingen" durch Gestik, Mimik, Körperhaltung.
Es macht mich traurig, dass ich so wenig lebendig wirke (und ja auch tatsächlich irgendwie wenig bin).
Zum anderen bin ich dem Freund dankbar, weil es eine neutrale Rückmeldung war. Wie er mich wahr nimmt. Ohne Bewertung, ohne Beurteilung, in einem sachlichen Ton.

- habe festgestellt, dass mir schreiben derzeit sehr gut tut. Als Ausdrucksmöglichkeit. Eine Geschichte schreiben, in der ich meine Themen mit einbringe, ohne groß auf Grammatik, Abwechslung usw. zu achten. Sondern die Ideen einfach fließen lassen. Sozusagen mit dem Bauch denken, so zu schreiben, wie es mir gerade gefällt. Es liest ja keiner, außer mir. Also all die Zwänge und Bewertungen weglassen.
Früher war dies das malen. Einfach so wie es einem gerade in den Sinn kam und ohne Beurteilung wie: Bäume sind nicht rosa und Elefanten nicht grün.
Da spürte ich schon so etwas wie Freiheit!
Probiert es aus :-)

Und Achtung! Wenn 'Hot Chili' drauf steht, ist auch 'Hot Chili' drin!!
Das könnt ihr auch ausprobieren oder einfach glauben! :-))

Kommentare:

  1. Dazu ein Zitat von Christa Wolf aus dem Jahr 2010:
    "(Ich mache keine Therapie,) … weil ich das Schreiben habe. Das ist in einer Krisensituation ein guter Begleiter."
    Viele Grüße!

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