Sonntag, 6. November 2011

Mal wieder: Reizüberflutung

Oha, da hab ich mich gestern wohl etwas übernommen.
Eigentlich ist das Wochenende ja so eine Freilaufzeit:
Ich tue nur das, worauf ich gerade Lust habe.
Lust hatte ich gestern nicht, durch zig Geschäfte zu latschen und dann noch zur Post und bei Arbeit No.1 vorbei schauen (nebenbei natürlich noch gekocht, gegessen, geduscht, 2 Bewerbungen geschrieben, den Müll weg, Wäsche gewaschen und aufgehängt...) Aber ich wollte es hinter mir haben, denn der Gedanke, dass es liegen bleibt, hätte mich ebenso sehr aufgewühlt.

Das weniger erfreuliche Ergebnis hatte ich dann in der Nacht: Extrem unruhig, gespickt mit wahrhaft gruseligen Alpträumen.
Wodurch dann die Nacht bis 10 Uhr verlängert wurde.
Erst wenn nix mehr geht, erlaube ich mir Pausen oder eine langsamerer Gangart. Altes Lied. Altes Leid.

Und noch eine Erkenntnis traf mich: Hauptsächlich macht mir die visuelle Reizüberflutung zu schaffen: Viele Dinge auf einmal oder schnell wechselnde Bilder (wie z.B. auf einem Markt/Fest, im Zug und Auto oder TV-weswegen der ja seit 12 Jahren nicht mehr zu mir gehört).
Es macht mich auch hippelig und unruhig, wenn viel in meiner Wohnung herum liegt. Am liebsten wären mir gänzlich freie Flächen.
Aber die Dinge die offen rum liegen, müssen das fast auch, weil ich sie sonst vergesse (Rechnungen, geliehene Bücher...)

Da fiel mir eine geliebte Arbeitsstelle von früher ein: Als Kassiererin an der Tanke. Aber nicht an einer Tanke mit Zeitschriften, Snacks, Getränken, Zigaretten und Co (also wieder von unheimlich vielen, bunten Dingen umgeben) sondern nur:
Bildschirm, kleine Tastatur, Geldkassette und Kartenlesegerät.
An dieser Tanke konnte man nur das, wozu sie da war: Um Sprit zu kaufen! (und dies an 30 Zapfsäulen!)

Außerdem saß man hinter Panzerglas (wie in ner alten Bank) was den Kontakt und den Abstand zu den Kunden erheblich erleichterte.
DA konnte ich völlig ruhig und sehr konzentriert arbeiten - weil mich nix ablenkte.
Selbst zu Sturm - und Drangzeiten, wenn 10 oder 15 Kunden auf einmal bezahlen wollten, brachte mich das in keine Panik. Ich konnte an meiner Kasse bar kassieren und zeitgleich an einer anderen, die Kartenzahlungen entgegen nehmen.

So finde ich Stück für Stück heraus, was mir wirklich gut tut und welche Rahmenbedingungen ich brauche.

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