Donnerstag, 3. November 2011

Keine Veränderung und irgendwie doch...

Gestern rief ich meine Mutter an, um ihr zu sagen, dass da wohl bald Post vom Amt bei ihr eintrudelt.
Ich hätte das nicht müssen, aber mir ist wohler dabei.
Wir haben keinen Kontakt mehr, das letzte mal als wir uns sahen war vor über 3 Jahren.
Der Anruf fiel mir deswegen leicht, weil es um eine Sache ging und nicht um Gefühle.
Wir redeten dann noch ein wenig drum rum und merkte:
Sie hat sich nicht verbessert, eher wurde es noch schlimmer.
Sie sprach Wörter falsch aus (ich weiß ja nicht wie hoch der Alkoholpegel schon wieder war) und sie kann nur über andere lästern. (das tue ich jetzt auch, aber ich bleibe konsequent, der da heißt: Kein Kontakt!)
Mehr Gesprächsinhalt fällt ihr nicht ein.
Völlig entrüstet und extrem abwertend erzählte sie mir von einem Menschen, wie doof der sich anstellt, sich nichts merken kann und den man eigentlich überhaupt nicht alleine lassen kann!
Ich warf ein, dass er das vielleicht nicht mehr so könne, wie er wolle, weil er mal einen Schlaganfall hatte ?!?!
Antwort: Ja natürlich liegt das daran!
Ich: ??????? Dann hab ich doch mehr Verständnis für solch einen Menschen. Oder?
Dann: dass sich ein Mann in sie verliebt hätte (das sagte sie genauso genervt) sie wolle ja nix von dem.
Ach, ganz neue Töne. Meine Mutter hat noch NIE jemanden von der Bettkante geschubst. Selbst wenn sie belogen, betrogen ja gar geschlagen wurde.(Dass sie meistens verheiratet ist, hindert sie natürlich auch nicht daran).
Sobald der Typ wieder schwanzwedelnd vor ihr stand, empfing sie ihn, als wär nix gewesen, mit offenen b̶̶e̶̶i̶̶n̶̶e̶̶n̶ Armen.
Allein das Telefonat reicht mir schon wieder für die nächsten 3 Jahre!
Meinem Vater schrieb ich ne Mail. Keine Antwort. Er spielt weiter beleidigte Leberwurst. Und ehrlich, ich würd jetzt gern schreiben, dass mir das am Popo vorbei geht. Tut es aber nicht. Hmpf.

Meine Laune ist dafür weiter im Keller. Trotzdem half mir die Therapie heute ganz gut, weil mir etwas klar wurde. Ein neuer Trigger.
Nämlich wenn mich jemand zu etwas auffordert, von dem ich weiß, dass derjenige das gut kann und ich gar nicht oder nur schlecht.
Das Gefühl, das der mich jetzt auflaufen lässt, seine Witze dann auf meine Kosten macht, ich mich blamiere, das ganze unendlich peinlich endet oder ich angemotzt werde, warum ich mich so blöd anstelle, das kann doch schon jedes Kind...usw.
Das müssen wir vertiefen. Unbedingt. Das ist nämlich der Grund, warum ich mir gar nix mehr zutraue oder einfach mal was neues ausprobiere. Sondern völlig gehemmt durch die Welt stapfe und das ist ein trauriges Bild. Ehrlich.

Ich habe den Anspruch entwickelt, etwas sofort und supergut können zu müssen, sonst wirds eng. So gefühlsmäßig.
In der letzten Situation als dies der Fall war, traute ich mich *juhu*, wußte nicht weiter *zitter* fragte *rotanlauf* und ??????? Bekam eine einfache verständliche Antwort! PUNKT!

Es sind nicht alle so bescheuert wie meine kaputte Familie.

Und wenn ich mir das so genauer anschaue, wie man meiner Mutter es noch nie recht machen konnte und man immer zu falsch, zu verkehrt, zu leise, zu bunt angezogen usw. war, wunder ich mich gar nicht mehr....

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