Mittwoch, 30. November 2011

Hinaus

Heute war ich unterwegs, mit einer Frau aus der Gruppe.
Wir wollten schon lange was zusammen machen und heute klappte es.
Ich entdeckte eine tolle neue Gegend, die ich gerne mal mit dem Rad weiter erkunden möchte.

Davor waren mal wieder die üblichen Stimmen in mir: Hoffentlich ruft sie noch an und sagt ab.
Aber es war nur ein kleiner Widerstand, den ich früher einfach übergangen hätte.
Nun wendete ich mich bewußt dem zu. Es war klar, dass es nur die alte Angst vor Begegnungen war. Dass ich wieder übers Ohr gehauen, ausgenutzt, mißbraucht usw. werde.
Allein das wahr und ernst zu nehmen half schon sehr. Ich war mit mir verbunden und musste nicht meine Gefühle abspalten.
Die Frau musste noch kurz in die Schule und fragte mich, ob ich mitgehe.
Da ich guten Kontakt zu mir selbst hatte, konnte ich innerlich kurz prüfen, ob das gerade ok wäre.
Schule ist (wie wohl für die meisten) nicht gerade der Ort schöner Erinnerungen.
Ich ging mit. Es wurde kein Auslöser für unangenehme Gefühle. Ich war vollständig in der Erwachsenen. Ich blieb im heute und fiel nicht ins Kind, das Angst vor anderen hat oder mit schlimmen Erinnerungen überspult wurde.
Viele Lehrer und auch Kinder begegneten uns und ich dachte mir, dass die wohl meinen ich sei eine Mutter :-)
Es war sehr angenehm und eine tolle neue Erfahrung!

Ich könnte jetzt auch das Verhalten der Frau durch analysieren und ob sie mich mag und wie sie x und y vielleicht gemeint haben könnte.
Aber: Das ist mir heute zu blöd.
Es war schön! Und das Gefühl möchte ich gerne noch ein wenig spüren.

(noch was: warum gibt es eigentlich nur noch Jobs in denen Freude und Spaß am Umgang mit Menschen gefordert wird? Es könnte doch sein, nur mal so rein hypothetisch *g*, dass es Menschen gibt, die keinen Spaß daran haben!!!
Naja, ihr seht schon, das ist wieder der alte Teil, der meint sich nur durch Rückzug schützen zu können. Ganz schön hartnäckig....)

Dienstag, 29. November 2011

Die Sprache des Körpers

Ich beziehe nicht jede Krankheit oder Unannehmlichkeit des Körpers auf die Seele. Ich hab nicht immer die Schnauze voll, wie mir das der Schnupfen vielleicht sagen will. Ich will auch nicht jedem was husten, wenn es mal im Hals kratzt. Ich bin Raucherin, da kommt das schon mal vor.

Manche Dinge stimmen aber eben doch. Mein Rücken spricht da eine ganz klare Sprache. Ich hab im oberen Drittel einen ordentlichen Knick der Wirbelsäule. Das sieht man und dafür schäme ich mich auch ein wenig.
Wann dieser Knick entstand kann ich auch ganz klar benennen: Im September 1992. Es gibt Fotos die zeigen mich im Frühjahr/Sommer '92 und genau ein Jahr später. Die Krümmung ist gut sichtbar.

Damals passierte etwas das mich wahrlich zusammen stauchte, mein Wille wurde unterdrückt, ich musste mich klein machen, es gab keinen Rückhalt, keine Unterstützung, die mich wieder aufrichten konnte, ich musste alles alleine tragen und lud mir auch noch Dinge auf, für die ich gar nicht verantwortlich war.
Eine klare Sprache des Körpers.

Ich musste viele Orthopäden aufsuchen und mindestens genauso viele Krankengymnasten, die schmerzhafte Dinge mit mir anstellten und Mutter drohte mir, wenn ich die Übungen nicht fleißig zuhause machen würde, verpasst man mir ein Stahlkorsett.
Was der absolute Horror gewesen wäre, hatte ich doch erst vor kurzem eine monströse Zahnspange bekommen. Und mitten in der Pubertät, da braucht man solch entstellende Dinge doch nicht!
Aber Feingefühl war Mutter's Stärke ja noch nie.

All die Übungen brachten: nix!

Über 15 Jahre später habe ich die Kraft der Berührung erleben dürfen.
Ein Therapeut legte mir seine Hand erst auf die Lendenwirbel (dort hatte sich kompensierend natürlich ein ordentliches Hohlkreuz entwickelt) und später zwischen die Schulterblätter. In dieser Stunde sagte ich meiner (nicht anwesenden) Schwester, dass ich mein Leben habe, selber entscheiden kann und es mir egal ist, was sie davon hält. Erst noch zögerlich, in gebeugter Haltung, dann durch die Unterstützung des Therapeuten kraftvoll, aufgerichtet und mit ordentlicher Kraft dahinter.

Das tat gut! Ich konnte tagelang aufrecht gehen und mich mutig mit meiner vollen Größe von 1,83m zeigen :-)
Ich möchte weiter daran arbeiten.

Montag, 28. November 2011

Positive Aggression

Ich fühl mich heut sehr unbehaglich, um es mal nett auszudrücken.
Ich fühl mich heute so lebensuntauglich.
Mir fehlt die Kraft, Dinge in meinem Leben anzupacken, zu verändern.
Auf gut deutsch: Meinen Arsch hochkriegen.
Die positive Aggression, etwas anzupacken, anzugehen. Mit Schmackes.

Mein Nachbar erzählte mir einmal von sich selbst.
Als er in seinem Leben nicht mehr weiter kam. Er resignierte. Depressiv wurde.
Da sagte er sich: Mensch Hans, es wird keiner an deiner Tür klopfen und sagen was du zu tun hast!
Seitdem geht mir dieser Satz nicht mehr aus dem Kopf.
Und er hängt da schon einige Jahre lang.

Wenn ich mal Ziele für mich formulieren kann und das in kleine Teilziele abstecke, darf bloß nix dazwischen kommen. Bei der kleinsten Hürde komme ich wieder ins stocken, ins zweifeln.

Also werde ich heute nur bei diesem, jetzigen Tag bleiben und schauen was ich daraus machen kann. Auch wenn mich das immense Kraft kostet.
Ich werde zum Sport gehen und abends mit meiner besten Freundin telefonieren, wie ausgemacht.
Und hoffen, das mir das gut tut.

Sonntag, 27. November 2011

Soziale Phobie

Es ist 5 Uhr morgens und seit einer Stunde ist meine Nacht vorbei.
Grund: Ein Albtraum: Der erste Tag in der Umschulung, Menschenmassen, der Besuch der Mensa raubt mir schier den Atem, ich kann doch unter so vielen Menschen nix essen, bin extrem nervös, will nix falsch machen, weiß, dass ich hier nicht einfach weg kann und nicht mal auf dem Zimmer bin ich allein, denn es sind 2-Bett-Zimmer.
Das mag recht harmlos klingen. Nicht für mich.

Zeit meines Lebens ringe ich mit diesem Problem und es ist erstaunlich wie lange man Gedanken und Gefühle abspalten kann. Man nimmt sie zwar wahr, aber nicht zu einem selbst zugehörig. Bis der große Knall kommt.

Schon mit 5 Jahren, im Kindergarten, traute ich mich nicht bescheid zu sagen, wenn ich auf Toilette musste. Hatte natürlich zur Folge, dass ich jeden zweiten Tag mit ner anderen Hose heim ging. Und ausgelacht wurde. Die Scham wuchs.
Jahre des Spießrutenlaufens in der Schule, Angst vorm mich und meiner Leistung zeigen, Herzrasen, Schweißausbrüche, Ausreden, Ausreden, Ausreden folgten.

Es gab auch eine Zeit in der all dies komplett weg war, ich in WG's wohnte, in den angesagtesten Clubs abrockte und Männer heim schleppte, ständig in Restaurants aß, verschiedene Jobs machte, sogar auf Bühnen stand.

Dann kam die Zeit in der es mir langsam dämmerte. Ich war stationär in einer Klinik. 2-Bett-Zimmer, kleiner Speisesaal, ständig Menschen um mich herum und wieder einmal die tausend Fragen, Befürchtungen und Ängste in meinem Hirn.
Mit mir am selben Tag, kam auch ein junger Mann an, der sein Problem als soziale Phobie beschrieb. Ich wußte sofort was das war! Das hatte mein Vater doch auch! (das ich das ebenfalls habe, war mir immer noch nicht klar, sich das einzugestehn braucht wirklich viel Kraft, eine Kraft die die Mauern zum einstürzen bringt). Die wenigsten Mitpatienten konnten mit dem Begriff soziale Phobie was anfangen, ich erklärte. Nannte hunderte Beispiele aus meinem Leben (nicht die von meinem Vater!).

Der Durchbruch, an dem ich selbst endlich checkte, was da mit mir los ist, kam ausgerechnet auf einem Betriebsfest. Mit Theater und Buffet. Oh graus. Einige Kollegen bekamen es natürlich mit, dieser heftige Panikanfall war wirklich nicht zu übersehn. Ich schämte mich in Grund und Boden.
Seitdem sind all diese jahrelang verdrängten Gefühle und Gedanken fast immer präsent. Das ist anstrengend. Ich kann mich nicht mehr durchmogeln.
Man kann damit leben: gut versteckt, so wie ich jetzt. Aber es hat NULL Lebensqualität.

Ich weiß, so kann es nicht weiter gehen.
Die Abspaltung funktioniert auch nicht mehr.
Hauruck-und-durch-Methode ist schädlich.
Es geht nur der Weg, der kleinen Schritte. Und wer weiß, vielleicht lässt mich diese Unsicherheit und Angst vor Menschen ja nie los? Und selbst wenn, dann bin ich zu alt für die Umschulung.

Man könnte daran schon verzweifeln...

Ein Artikel, in dem ich mich 1zu1 wieder fand:

http://www.berliner-zeitung.de/magazin/soziale-phobie-die-angst-und-ich,10809156,11164054.html

Samstag, 26. November 2011

Allerlei

- ich will endlich Schnee. So richtig dicke Flocken sollen stundenlang vom Himmel schweben! Ok vielleicht nicht grad nächsten Freitag, wenn ich mit dem Radl in die Arbeit düse.

- ich brauch zur Zeit weniger Schlaf. Also, naja stimmt nicht ganz. Ich bin weiterhin tagsüber oft sehr sehr müde, habe aber gar keine Lust zu schlafen! Is ja mal was ganz neues bei mir. Sonst spring ich beim ersten gähnen in die Federn. Hmmmm, hat das was mit erwachsen werden zu tun? Ich glaub schon :-) Jedenfalls hab ich weiterhin Lust mehr aus meinem Leben zu machen. Ich nehm es als Ansporn und Angstvertreibung, das derzeit einige Leute aus meinem Freundeskreis dies machen und es ist einfach toll wie die das anpacken!!!

- Gestern sah ich mir ne Doku an, über den inneren Arzt.
http://videos.arte.tv/de/videos/die_heilkraft_des_inneren_arztes-4267406.html
Am besten hat mir die Übung mit den Buchstaben gefallen: Man nehme einen Buchstaben und suche damit Wörter, die mit diesem Buchstaben anfangen. Aber alle Wörter sollen etwas mit Wohlbefinden zu tun haben. So kleine Hirnakrobatiken helfen mir ja meist gut in Bus, Bahn, in der Kassenschlange usw...

So und wer noch was zu lachen braucht:



Schönen Samstag!!!

Freitag, 25. November 2011

Sozialamt Teil 57312

Achja, hab ja sonst nix zu tun, da kann mir das Sozialamt schon mal einen falschen Bescheid schicken, damit ich was zu tun habe.
Das Einkommen stimmt nicht.
Kurzes Telefonat ergab, dass das geändert wird. Fragt sich nur wann, bzw. wann dann die Nachzahlung kommt.
Himmelarschundzwirn ich will von dem Verein weg.

Demnächst tritt die Rentenversicherung noch an mich heran.
Wegen Untersuchung der Erwerbsfähigkeit. Denen reicht ja das Gutachten vom Arbeitsamt nicht.
Was für mich nun (hoffentlich) ein Vorteil ist.
Denn ich will ja weiterhin nicht in die Rente. Und da mir dies nun klar ist (anders als beim 1.Gutachten) kann ich das denen auch verklickern.
Hoffentlich. Und die glauben mir dann. Bitte.

Ich will zurück zur ARGE (für mich heißt das immer Arbeitsamt, weil die Burschen ja ständig ihre Bezeichnung ändern, aktuell heißt es ja Jobcenter).
Ich will einen Kurs, eine Umschulung..irgendwas was mich weiter bringt.
2 Jahre Erwerbsunfähigkeitsrente bringt mich nicht weiter.
Außerdem darf ich bei dem Jobcenter mehr Geld behalten, das ich selbst dazu verdiene. Und diesen Anreiz brauche ich, damit ich in diese Richtung weiter mache.
Sonst steht der jugendliche Teil in mir gleich wieder auf der Matte und gröhlt: Arbeit lohnt sich da ja nicht, bleibste lieber ganz daheim, Anarchie und Freiheit...
jaja und irgendwann gehts weiter mit Bauwagen oder gleich auswandern.
Hatte ich alles schon. Brauch ich nicht mehr.

Ich will raus aus dieser Schleife und was neues machen.

Donnerstag, 24. November 2011

Abwertung

Gestern im Gespräch mit einer Freundin wurde mir klar, dass der Kinoabend doch nicht so ganz golden war, wie ich erst dachte.
Blöderweise war das abends, so dass meine Nachtruhe eher mäßig war.

Mir fiel ein, als wir nach dem Film noch ein wenig durch die Stadt schlenderten, dass wir an einem Gasthaus vorbeikamen.
Darin wurde neben der Bar Fußball ausgestrahlt.
Mein Bekannter blieb stehen und meinte: "Oh heut is ja Fußball! Aber du kamst ja dazwischen, sonst schau ich immer vorher ins Programm!"

Ich schwieg, dachte mir, das meint der nicht ernst. So wie ich es immer tue, wenn mich ein Verhalten eines Mitmenschen verletzt und/oder irritiert.
Nach dem Motto: es kann nicht sein, was nicht sein darf.
Augen, Ohren, Mund zu. War was?
Das war eine Strategie, mit der ich früher gut (über)lebte, um all die Schmerzen, die mir durch Demütigungen, Beleidigungen, Verdrehungen zugefügt wurden.

Heute kommt mir eher in den Sinn, dass da irgendwas nicht stimmt. Das mir so eine Aussage weh tut, die verdeutlicht: Fußball ist mir wichtiger als du!
(vor allem, da wir seit Monaten versuchten wieder mal was gemeinsam zu unternehmen! Also nicht so, dass wir uns eh 5x die Woche sehen.)

Denjenigen auch drauf anzusprechen ist der nächste Schritt.
Noch muss ich auch hier eine alte Strategie anwenden, um mein Seelenheil zu erhalten. Die lautet: Abwertung und Kontaktabbruch.
Konkret heißt das: Etwas aus dem soviel Scheiße kommt, kann nur ein Arschloch sein. Soll er doch vor der Glotze vergammeln! Mit dem will ich nix mehr zu tun haben.
So.

Nächste Falle lauert aber auch schon: Ich hab nun unplanmäßig 4 Tage frei. Kein Termin, gar nix. Nach so einem Fall wie vorgestern, denk ich mir gleich, dass ja alle Menschen Idioten sind und ich allein viel besser dran bin (inzwischen weiß ich , dass es nicht stimmt und mir so eine Verallgemeinerung schadet).
Somit liegt es an mir, die 4 Tage abwechslungsreich zu gestalten.
Auch mit Menschen.
Aber heute noch nicht :-) Heute ist malen, lesen, Tee trinken, dösen, in den Nebel starren ...dran.
Jawoll!

Mittwoch, 23. November 2011

Gradaus daneben

Was für ein wunderschöner Abend gestern. Tat richtig gut! Keinerlei Anfälle die wie üblich in soziale Angst gingen. Herrlich! So macht Leben Spaß!
In einem klitzekleinen Kino im quirligen Glockenbachviertel, da wo die Münchner Schwulen und Transvestiten ihr Revier haben.

Im Saal, naja eher Wohnzimmer, hätten rund 25 Leute Platz, anwesend waren 10. Kuschelig :-)
Der Film startete sofort ohne Werbung (jaaa das gibt's noch!) und ich konnte ganz ungeniert die vorgestellten Menschen beobachten. Ihren Stimmen lauschen, ihre Gedanken aufsaugen, ihren Bewegungen folgen, ihre Mimik deuten.
8 Menschen die ein wenig anders sind und doch mitten unter uns leben.
Der übergewichtige Mann der als Kind ständig geschlagen wurde, dann aber seine Liebe zur Gitarre entdeckte und seitdem mit dieser seine Gedichte begleitet und einen herrlichen Humor entwickelte.
Die ausgewanderte Syrierin die nun Einbäume am Starnberger See vermietet, wer will denn noch die Plastiktretboote?
Der Wünschelrutengänger, die Clownin die in Kinderstationen arbeitet und viele mehr.

Alle Menschen strahlten eine große Zufriedenheit aus. Auch wenn die Nachbarn oder die Dorfgemeinschaft ihr Tun nicht immer billigte.
Sie ließen sich nicht verbiegen, sie gingen ihren Weg. Die Gelassenheit und die Freude an ihrem Sein waren ansteckend.
Ebenso der urige bayrische Humor mancher, war sehr erheiternd.
Das Ganze wurde untermalt durch herrliche Landschaften aus Oberbayern und einem kleinen Kasperltheaterstück.

Wer das Kino und den Film sehen will:

http://www.arena-kino.de/index.php/filminfos.html?view=filminfos&filmmovieid=11480

Dienstag, 22. November 2011

Irgendwann...

ist immer das erste Mal.
Für mich war heute das erste Mal, dass ich nicht mehr in meine schwarze Jeans kam (ähnliche Erlebnisse aus Kindertagen zählen nicht).
Da half kein ziehen, kein Bauch einziehen, kein quetschen...nix.
Knopf und Loch blieben 5cm voneinander entfernt. Die armen. Für immer getrennt :-)
Ich fand's lustig, weil ich endlich ein Normalgewicht habe und nicht mehr die mageren 55 Kilo was einen BMI von 17 entsprach.
Blöd is, dass ich mir jetzt eine neue schwarze Jeans suchen muss. Hmmm.
Braucht jemand eine sehr gut erhaltene schwarze Wrangler (Größen: Weite 31 und Länge 34?)

Es ist leichter, etwas völlig neu zu lernen, als alte Gewohnheiten zu korrigieren.

Oder: es ist einfacher, gleich das richtige 10-Finger-System zu lernen, als jahrelang mit 2-3 Finger vor sich hinzutippen (zwar auch flott und richtig, aber...) und dann umschulen auf das 10-Finger-System.

Oder ist da draußen jemand, der es geschafft hat?

So und heut abend geht's ins Kinoooooo *freu*. Der Film lautet Gradaus daneben und handelt von 9 Menschen aus dem bayrischen Oberland, die einen eher ungewöhnlichen Weg gehen, aber trotzdem mitten unter uns sind. Das ist was für meine innere Jugendliche, die ja mit 08/15 Jobs, spießigem Leben usw. überhaupt nix anfangen kann.


Wünsch Euch einen superstarken Tag :-)

Montag, 21. November 2011

Inneres Team

Heute Morgen versank ich in Gedanken, wie ich meine (leiblichen) jugendlichen Kinder in Sachen Geld heran führen würde. Wie der Rahmen eben aussehen würde und spielte so Dinge durch wie Geld leihen, wie kann man den Führerschein/Auto finanzieren usw.
Ich hatte so eine Anleitung nicht. Wenn mein Taschengeld alle war, "bediente" ich mich aus Stiefvaters und Mutters Geldbeutel. Die waren so in ihren Alkoholsumpf, dass das auch nicht auffiel.
Ergo: Ich spürte keine Konsequenzen.
Die kamen aber. Später. Weil ich immer munter so weiter machte und am Ende mit über 10.000 Euro Schulden da stand. Mein Lehrgeld.

Vor lauter mich da hinein denken, hätte ich fast vergessen, dass ich ja heute statt Freitag arbeite!
Es war aber spannend zu erkennen, warum es gerade um Jugendliche und Geld ging.
1. Ist ja das Thema innere Anteile hoch aktuell und
2. leider auch das Thema Geld. Denn zum einen komm ich derzeit nicht wirklich klar damit und ab 1.12 bekomme ich vom anderen Amt das Geld. Und ich habe Bedenken, ob das so reibungslos klappt. Angst und Unsicherheit spüre ich.

Dann fand ich gestern noch was aus meinen Notizen (weiß leider nicht mehr woher):

"Viele Überlebende sind und bleiben stabiler, wenn sie ihrem Peiniger nicht verzeihen. Wenn sich ein Therapeut selbst beherrscht und die Frage anfangs nicht thematisiert, dabei aber unbewusst auf eine bestimmte Lösung dieser Frage hinarbeitet, ist das ebenfalls schädlich. Deshalb: Kümmere dich nicht um den Täter. Fange an, dich selbst gut zu behandeln. Werde wie ein guter Vater und eine gute Mutter zu dir selber. Das hilft dir mehr als alles andere!
...
Hier wartet dann die Psyche auf eine so sichere und geschützte Lebenssituation, daß sie die Überlebensphysiologie und die Dissoziation abbauen und die dissoziierten Gefühle hochkommen und dann verarbeiten kann."

Das ist der Punkt! Seit ich keinen Kontakt zur Familie mehr habe, rumort es so richtig in mir. Gefühle (und natürlich Einstellungen, Ansichten ect.) die ich nicht haben durfte, kommen nun hervor.
Ich bin auch nicht mehr so extrem erschöpft!

Und wie die Therapeutin meinte, dass sich verschiedene Anteile nun näher kommen und mehr miteinander kommunizieren.
Passend dazu träumte ich nun zweimal von einer Hochzeit. 2 Teile verbünden sich also.
Dass der eine Traum eher nicht so erfreulich war, weil die Braut in die Luft katapultiert wurde und wie ein nasser Sack wieder herunter knallte...tja äh, das verdräng ich mal lieber wieder.

Sonntag, 20. November 2011

Augenblicke

Krank
Zwei Tage war ich im komaähnlichen Zustand, begleitet mit Fieber und Kopfschmerzen. Ich glaube, heute ist das schlimmste überstanden.

Grusel 1
Friedhöfe strahlen eine beruhigende Energie aus. Finde ich. Als ich an den Gräbern vorbei schlendere, kommt mir in den Sinn, dass ein kleiner zusammenklappbarer Friedhof in manchen Angstsituationen recht hilfreich wäre. Als ich stehen bleibe, die frische, klare Luft tief in mich sauge und nach oben blicke, erstarre ich: Hängen da tatsächlich fünf knallbunte, verschrumpelte Luftballons. Na sowas.

Grusel 2
Ich kurbel meinen Rolladen hoch und denke so: Hoffentlich reißt da nicht mal das Seil, so dass ich ihn nicht mehr hochziehen kann. Das würde Panik auslösen und das Gefühl des gefangen seins verstärken. Komisch was man sich manchmal so denkt. Später fahre ich mit der Bahn in die Stadt. Neben mir ist eine ältere Frau, sichtlich nervös, lächelt mich unsicher an und meint dann: "Hoffentlich erwische ich meinen Zug noch! Zur Zeit geht aber auch alles schief! Gestern erst, wissen Sie, da blockierte was am Fenster und ich bekam meinen Rolladen nicht mehr hoch! Den ganzen Tag war ich im Dunkeln!"
Mein Lächeln gefriert.

Seltsam
Ich gehe ein Stück an der Isar entlang, weil ich keine Lust auf die muffige, düstere U-Bahn habe. Auf einer Bank sitzt ein Mann, relativ gepflegt, aber sein Einkaufswagen mit zig Tüten und Schlafsack vollgestopft läßt mich eher an einen Obdachlosen denken. Als ich näher komme, tippt er fleißig auf einem Laptop herum, sieht mich, grüßt sehr freundlich, nimmt einen Schluck Wasser aus seiner Flasche und wendet seinen Blick wieder auf den Bildschirm.
Erstaunt gehe ich weiter. Hat er den gestohlen? Was tippt der da? Lebt er vielleicht freiwillig so? Oder macht er nur ein Experiment?
Gerne hätte ich mit ihm ein wenig geplaudert. Als ich diesen Wunsch verspüre bin ich aber schon 3 Ecken weiter und habe keine Lust noch einmal umzukehren.

Samstag, 19. November 2011

Seltsam

Ich weiß nicht, was mein Körper da macht.
Wofür das gut sein soll.
Ob die Seele den Körper vorgeschickt hat, damit ich auf sie höre?
Keine Ahnung.
Und da ich ein ungeduldiger Mensch bin, möchte ich bitte bitte heute nachmittag wieder springlebendig herum hüpfen können!

So. Ich besuch mal wieder meinen Dauerplatz im Bett :-/

Donnerstag, 17. November 2011

Weniger bis ganz gut

Weniger gut:
- Der Donnerstagsmann am Bahnhof is verschwunden. So ein Mist. 3 Wochen nicht mehr dagewesen. Schade.
- Seit 2 Tagen immer wieder Schübe von Kopfweh und Fieber. Sehr unangenehm. Es hilft eigentlich nur Ruhe und Wärme. Reicht ja auch. Wenn man sich vorstellt was für ein Wunderwerk der Körper ist. Der macht das schon! Von ganz alleine!

Ganz gut:
Therapie. Heute festgestellt, dass die inneren Anteile mehr zusammen harmonieren. Der verletzte , kindliche Teil kennt bei Gefahr und Unsicherheit nur Rückzug. Der erwachsene Teil kennt durchaus mehr Strategien, um mit Menschen gut klar zu kommen. Und da dieser Teil immer stärker wird, wird auch der Wunsch nach mehr Kontakt deutlich.

Ebenso beim Thema Langeweile. Der kindliche Teil kennt durch den Rückzug fast nur Beschäftigungen die man alleine machen kann. Der Teil fühlt sich auch sehr schnell überfordert. Logisch, weil es um Dinge geht, die (sagen wir mal) ein 6-jähriges noch nicht wissen kann, nicht wissen muss/soll, der ist das alles viel zu viel. Die will einfach im Sandkasten hocken bleiben und mit Wasser matschen!
Die Erwachsene will aber mehr lernen/wissen/können. Die will schauen wieviel Kraft (nicht unbedingt körperliche) sie denn hat. Die will einen anspruchsvollen Beruf haben, die weiß dass sie nicht "mit der Brennsuppn dahergschwommen is". Die ihre Talente nicht einfach verschleudern will....

Noch kommen sich beide Teile, bei beiden Themen ins Gehege. Das macht nichts. Das braucht seine Zeit.
Schön ist, dass es sich langsam auflöst. Das ich es klarer und bewußter sehe was da ist und ich es verstehe.
Und für beide Teile gut sorge. Das ich beiden, soweit es mir möglich ist, gerecht werde.

Mittwoch, 16. November 2011

Der kleine Unterschied

Ich hab seit 20 Jahren eine Brieffreundin. Wir gingen ein Jahr in dieselbe Klasse und als sich danach unsere Wege trennten, schrieben wir uns weiter.
Und bis jetzt war es wirklich so, dass wir uns abwechselnd schrieben.
Mal schneller, mal langsamer.
Nun bekam ich von ihr einen zweiten Brief.

Weil sie sich Sorgen um mich macht!
*Tränchenverdrück* :-)

Was mach ich, wenn sich der andere nicht mehr meldet? Schweigen. Zurück ziehen. Denken, dass der andere nix mehr von mir will, weil ich zu blöd, zu komisch (beliebig erweiterbar) bin.

Ich käm gar nich auf die Idee, dass ne Mail einfach mal untergeht (letztens erst passiert, zum Glück fragte der andere nach!) oder dass es demjenigen grad einfach schlecht geht und nicht alle voll jammern will und deswegen schweigt oderoderoder.

Schon interessant: Kaum öffne ich wieder die Türe, mit der ich viele Menschen früher ausgeschlossen habe, stehn sie auch wieder da!
Wie schön!

Dienstag, 15. November 2011

Einsam ist man sehr alleine

Wenn mich nicht die soziale Phobie daran hindert am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, dann sind es die fehlenden Mittel.

Es würde mir wirklich gut tun, mehr unter die Menschen zu kommen.
Doch wenn man sich dreimal überlegen muss, ob man sich diese Woche noch eine Fahrt mit der Bahn leisten kann, hat man schon gar keine Freude mehr daran.
Ein kleiner, kurzer (ich bin ja wahrlich sehr genügsam!) Tapetenwechsel würde mir auch mal nicht schaden.
Aber oh weh, wo kämen wir denn hin, wenn die "Hartzler" nun auch noch fröhlich in Urlaub fahren würden? Die sollen gefälligst rund um die Uhr schauen, dass sie aus ihrer Misere heraus kommen (das klingt immer so nach: selber schuld!)

Naja und die Fröhlichkeit ist schon weggefahren und kommt nicht mehr wieder.
So gestern festgestellt.
Zum Glück hab ich zumindest eine Möglichkeit mich kostenfrei unter Menschen zu bewegen: Unsere Selbsthilfegruppe darf in einem noblen Meetingszimmer des 4-Sterne-Hotels residieren, selbstverfreilich mit freien Getränken. Die Anfahrt übernimmt immer eine Freundin, bei der ich mitfahren darf. (die immer fuchsteufelswild reagiert, wenn ich ihr mal einen kleinen Benzinausgleich mitbringe und faucht: ich fahr doch sowieso, ob nun allein oder mit drei Leuten!)

Doch ich saß da: Eher schweigend. Was soll ich nur sagen? Als ob ich langsam das reden verlernen würde. Schrecklich!
Und wenn ich was sagte, kam das so trocken raus, dass alle um mich herum in gröhlendes Lachen verfielen und ich mich wiederum fragte: Was ist daran so lustig? Und konnte so gar nicht mitlachen.
Man sagt ja, dass man für die Komik auch die Tragik braucht. Muss das sein?

Heute morgen, ich rauchte meine erste Zigarette wie immer auf dem Balkon, dröhnte der Laubbläser der hiesigen Gemeinde durch die Straßen. Ein trauriges Bild, wenn die bunten, schönen Blätter so weggefegt werden und nichts als grau-brauner Matsch übrig bleibt, kam mir in den Sinn:
Die Wiesen vom Laub befreit
versinke ich
in der Einsamkeit.

Aus der Wanduhr tropft die Zeit.
Stehst am Fenster. Starrst auf Steine.
Träumst von Liebe. Glaubst an keine.
Kennst das Leben. Weißt Bescheid.
Einsam bist du sehr alleine -
und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.

Wünsche gehen auf die Freite.
Glück ist ein verhexter Ort.
Kommt dir nahe. Weicht zur Seite.
Sucht vor Suchenden das Weite.
Ist nie hier. Ist immer dort.
Stehst am Fenster. Starrst auf Steine.
Sehnsucht krallt sich in dein Kleid.
Einsam bist du sehr alleine -
und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.
Schenkst dich hin. Mit Haut und Haaren.

Magst nicht bleiben, wer du bist.
Liebe treibt die Welt zu Paaren.
Wirst getrieben. Musst erfahren,
dass es nicht die Liebe ist ...
Bist sogar im Kuss alleine.
Aus der Wanduhr tropft die Zeit.
Gehst ans Fenster. Starrst auf Steine.
Brauchtest Liebe. Findest keine.
Träumst vom Glück. Und lebst im Leid.
Einsam bist du sehr alleine -
und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.
Erich Kästner 1947

http://www.gegen-hartz.de/
Eine übersichtliche Seite mit aktuellen Infos über Harzt4 (auf der rechten Seite kann man den Newsletter bestellen, 1x die Woche erfährt man so alle Veränderungen, Erneuerungen, Gerichtsurteile ect.!)




Montag, 14. November 2011

Zuhause in der Zwickmühle

Zwickmühlen...es scheint kein Entrinnen zu geben, Hilflosigkeit macht sich breit.

Meist sieht man nur 2 Möglichkeiten, doch beide sind (aus den unterschiedlichsten Gründen) inakzeptabel.

Es geht auch um Verlust: wenn ich Weg A gehen will, muss ich vielleicht etwas zurück lassen, was mir wichtig ist. Außerdem sage ich NEIN zu Weg B und vielleicht ist das ja der richtige Weg?

Man dreht sich im Kreis. Immer wieder.

Erst will man es nicht wahrhaben, man verleugnet, dann kämpft man (wird aktiv, will verbissen durchhalten), wenn man merkt, dass auch das nix bringt resigniert man (hier ist die Suizidgefahr sehr hoch!), dann verzweifelt man. Bis man wieder verleugnet, weil die Situation und alles was dazu gehört unaushaltbar ist...alles geht wieder von vorne los.

Ich bewege mich schon sehr lange in diesem Kreis, was auch meine enormen Stimmungsschwankungen erklärt. Da kann man jahrelang Therapie machen und nix ändert sich, wenn man das nicht erkennt.

Als berühmtes Beispiel gilt folgendes:

Die Eltern wollen sich trennen und fragen ihr gemeinsames Kind: Bei wem möchtest du lieber sein? (noch dramatischer wird es, wenn gefragt wird, wen es lieber hat!). Eine Überforderungssituation.

Mir wurde klar, dass ich derzeitig in 2 Mühlen festhänge, die arg zwicken:

  1. Mein Leben stagniert. Es langweilt mich. Nichts passiert. Öde, Leere, Langeweile. Will ich es verändern, packt mich die nackte Panik.

  2. Einsamkeit. Ich sehne mich nach mehr Kontakt, nach Austausch, nach Gemeinsamkeit und habe ebenso die pure Panik, sobald sich ein Mensch nähert.

Ich weiß noch keinen Ausweg, hege aber noch die Hoffnung, dass es einen gibt.

Sonntag, 13. November 2011

Dunkle Gefühle

Ich lese/höre ab sofort keine Lebensgeschichten mehr.
Ich hab die Schnauze voll.
Sooft liest/hört man: "Nach der Scheidung / nach meinem Burn-out / seit ich XY mache ... hat sich mein Leben grundlegend geändert, nun tue ich das was mir Spaß macht/lebe ich viel bewußter..blaablaaa.
Warum funktioniert das bei mir nicht?
Warum muss ich mir jeden Krümel hart erarbeiten?
Lügen die anderen? Erzählen die das so, weil es sich toll/pathetisch was auch immer, anhört? Es gut ankommt?
Mach ich was falsch?

Heut bin ich wahrlich mies drauf. Sarkastisch, aggressiv, lustlos...
Weil ich sonst in Selbstmitleid versinke. Weil ich gestern mal wieder innerlich abgestürzt bin. Weil mir langsam die Geduld ausgeht. Weil ich die Schnauze voll habe.
Die Frage und Umsetzung des *was brauche ich jetzt-was tut mir gut* klappte zwar einigermaßen und es ist nichts schlimmeres passiert, aber besser geht's mir deswegen auch nicht.

Irgendwann ist einfach der Punkt erreicht, an dem Selbstbeelterung nicht mehr funktioniert. An dem man nicht sich selbst das geben kann, was man bräuchte. An dem man die wahren Eltern am liebsten mit dem Kopf voran in den größten Schlamm stecken möchte und noch viel mehr (hier darf jeder frei phantasieren).

An dem man erkennt, dass man schon immer allein und sich selbst überlassen war. Dass keiner da war. Dass es nie Geborgenheit, Schutz und Vertrauen gab.
Und das diese Einsamkeit einen auseinander brechen lässt....

So starre ich in meine sprudelnde, blubbernde Apfelschorle und sehe gnadenlos die Sonne herein scheinen, an diesem freien Tag, alles scheint so lebendig und mir ins Ohr brüllend: Genieß das Leben! Das Wetter ist schön! Alles ist gut!

Arschlecken....

Samstag, 12. November 2011

Jenseits der Norm

Hochbegabt und hochsensibel. Ein Buch von A. Brackmann

Also das ich hoch sensibel bin, weiß ich nun zur Genüge. (auch wenn ich es manchmal vergesse und mich wundere warum ich jetzt so nervös und gereizt bin und die Reizüberflutung mal wieder nicht erkenne/wahr haben will.) aber hoch begabt? Ne glaub ich nicht. Für mich heißt Hochbegabung, dass diese Leute z.B. sehr leicht und schnell Klavier lernen oder Mathe schnell kapieren ein ein 5-jähriger Knips Schach spielt.

Also so richtig schlau eben. Das, so sagt man, sind 2-3% der Bevölkerung. 15-20% sind hoch sensibel.

Soweit so gut. Nun wirft die Autorin alles mal in einen Topf: Hochsensible sind auch gleich hochbegabt. Und das finde ich stimmt eben nicht. Es kann sein, dass alle hochbegabte auch hochsensibel sind, aber nicht zwingend andersrum.

Das war dann für mich verwirrend, denn die gute Frau nannte die Eigenschaften der hochsensiblen als die Eigenschaften der hochbegabten. Den Unterschied ließ sie wohl unter den Tisch fallen. Oder ich war zu blöd das richtig zu verstehen.

Was mir gefiel, war ihr Versuch Autismus unter den Aspekt der Hochbegabung zu sehen. Ich finde ja das Thema Autismus sehr interessant, weil ich mich da oft wieder erkenne und in meiner früheren Arbeit einen autistischen Jungen hatte. (im übrigen gibt es auch einen Test, in dem man heraus finden kann, wie hoch der Autismusquotient bei einem liegt)

Desweiteren sah sie die Borderline-Symptomatik ebenso unter dem Licht der Hochbegabung. Dies klang auch verständlich und nachvollziehbar. z.B. das die beschriebenen Symptome von andauernder Leere und Langeweile auch Unterforderung sein könne. Außerdem dass frühe und lang andauernde Traumatisierungen dazu beitragen können, dass man schneller reifer wird. z.B. Mimik gut lesen, um die drohende Gefahr durch Mechanismen (z.B. nicht weinen, reden, flüchten...) abzuwenden.

Außerdem wird aufgezeigt, dass Hochsensibilität eben auch eine Traumafolgestörung sein kann! Viel öfter wird erklärt , dass es vererbbar und angeboren sei und deswegen ganz normal. Die Folgen des Traumas können auch vererbt werden, die Traumatisierung kann auch schon im Mutterleib und/oder bei der Geburt geschehen (gerade bei der Geburt!).

Nun kann man sich natürlich streiten, was zuerst da war: Trauma oder Hochsensibilität? Huhn oder Ei?

Jedenfalls las ich bezüglich Hochsensibilität im Zusammenhang mit Trauma ein wenig im Internet und kam auf eine Seite, wie denn mit so hochsensiblen Kindern umgegangen werden sollte.

Da spielte sich in meinem Hirn folgendes ab: Wie ich eine Tochter hätte, die so ist, wie ich war. Und wie ich mit der umgehen würde. Ein Schwall von Mitgefühl kam in mir hoch und so war es kein großer Schritt, eine Verbindung zu dem inneren Kind-Anteil herzustellen, den ich ja wirklich (also mich) so behandeln kann, ohne dass es eine reale Tochter geben muss.

Das war einfach wunderbar, ein sehr warmes Gefühl!

Was ich absolut nicht ausstehen kann, sind Schubladen. Also Kategorien wie hochbegabte sein könnten. Obwohl sie natürlich dazu schrieb, dass sich die Typen auch untereinander mischen können und man nie ganz rein ein einzigster Typ ist. Mich nerven solche Einordnungen, das ist so amerikanisch. Vor allem weil sie noch dazu schreibt, dass hochbegabte oft Nonkonformisten/Individualisten seien. Und genau sie versucht sie in eine Form zu pressen.

Sie schreibt auch, dass mit steigender Introvertiertheit der Intelligenzquotient steigt. Das klingt für mich ebenso nach Schublade. Ich kenne mehrere Leute die sehr intelligent sind, aber von Introvertiertheit keine Spur zu sehen ist.

Was mir gefiel: Sie beschreibt ihre Haltung gegenüber ihren Patienten (sie ist Psychotherapeutin). Dass es weniger um die Methode gehe. Dass sie ihre Patienten ernst nimmt, selbst authentisch ist und mit dem Menschen gemeinsam neue Lösungen erarbeitet und das auf gleicher Augenhöhe. Sie schafft eine Atmosphäre der Gleichheit, keiner ist besser als der andere. Vielleicht nur anders.

„Dass ein Mensch unter einer seelischen Erkrankung leidet, bedeutet nicht zwangsläufig, dass er weniger bei Verstand wäre als der Therapeut.“

Achja, die Sylvia Plath taucht auch in diesem Buch auf. Erstaunlich wie oft und unterschiedlich ihr Buch Unter der Glasglocke interpretiert wird. (ich selbst habe es noch nicht gelesen). Ich fand Zitate aus dem Buch wieder in anderen Büchern zum Thema Depression, Dissoziation und nun eben Hochbegabung. Was haben alle drei gemeinsam? Man fühlt sich fremd, nicht heimisch in dieser Welt und anders als die anderen.

Interessant ist das Buch allemal, besonders wenn man sich ein wenig Psychologie beschäftigen will. Gut verständlich ist es außerdem.

Freitag, 11. November 2011

Autonomie stärken

Ich bin froh, heute nicht arbeiten zu müssen. Bin doch noch mehr geschlaucht, als ich mir eingestehen will.
Deswegen werde ich heute nicht mehr: Boden saugen, wischen, Bett beziehn, Müll weg....ich würd so gern. Also der Antreiber. Mein Körper sagt aber ganz klar STOP!

Außerdem hab ich das Gefühl, einen riesigen Gedankenknäuel im Kopf zu haben. Die Therapie hallte gestern lange und intensiv nach. Wobei mir auffiel, dass ich bei einem Punkt nicht die Schuld auf mich nahm (ganz automatisch wie immer) sondern die Therapeutin fragte: "Warum immer bei den allerschwersten Themen???"
Das verstand sie, konnte eingestehn, dass sie das schlicht vergessen hatte und schob nicht mir den schwarzen Peter zu. Sehr authentisch. Sehr menschlich.

Später sah ich meine Notizen aus einem Buch an und googelte dazu etwas. Über Umwege kam ich zum Autonomietraining (http://www.gesunde-entwicklung.de/aufsaetze/articles/erfahrungen-mit-dem-autonomietraining-nach-grossarth-maticek.html )
Interessiert las ich hier und dort mal quer. Die Richtung stimmt, es geht darum die Selbstheilungskräfte des Menschen wieder zu stärken, er soll sich selbst mehr fragen: Was brauche ich um mein Wohlbefinden zu stärken?
Der Arzt/Therapeut ect... soll ihn dabei eher unterstützen, als seine Meinung dem Patienten über zu stülpen.
Dies kann man in Seminaren oder ganzen Ausbildungen erlernen (naja ich finde das eher Geldmacherei, denn man braucht eigentlich nur seinen gesunden Verstand einschalten, aber gut, so wird das Thema vielleicht weiter verbreitet und bekannter gemacht.)

Nur, was passiert wenn ein mündiger (also jemand der auch seinen Mund gebraucht ?!) Mensch zum Gott in weiß sich gegen eine Fremdbestimmung wehrt? Er wird als eigensinnig, stur, widerborstig betitelt oder noch schlimmeres.
Denn wenn der kranke Mensch sagt, dass ihm Spaziergänge am besten gegen sein Rückenleiden helfen?
Da verdient der Arzt nix.

Wie gut sich das anfühlt, wenn man frei selbst bestimmen und über die Therapiemaßnahmen mitreden darf, hab ich selbst in der Tagesklinik gelernt.
Da wurde dies sogar richtig eingefordert, selbst nachzuspüren was einem gut tut und was nicht.
Viel heilsamer (und billiger) als beide stationären Aufenthalte zusammen!

Donnerstag, 10. November 2011

Ekel

Das Gefühl Ekel gab es bis vor kurzem in meinem (eh schon kleinen) Gefühlsrepertoire nicht.
Zu oft hörte ich wie jemand- zu anderen Mädchen-sagte: Sei nicht so mädchenhaft! Da ist doch überhaupt nix dabei! Wenn diese mit piepsiger, kreischender Stimme sich vor etwas ekeltem.
Ich lernte: Ekel zeigen ist nicht gut. Da wird man angreifbar. Denn böse Jungs wiederholen das immer und immer wieder, mit sarkastischer Freude und erschrecken und ekeln die zartfühlenden weiblichen Wesen.
Also, stand ich mit stolz geschwellter Brust da und verkündete mit fester Stimme: Macht mir üüüüberhaupt nix aus.
Was nicht stimmte. Ich habs nur sehr gut verdrängt.

Langsam verändert sich das. Ich ekel mich immer mehr. Vor allem vor ungepflegten Männern. Und leider Gottes sind die gar nicht selten.
Ich will auch keine intimen Details meiner Freunde hören. Geht doch zum Dr. Sommer-Team der Bravo, die helfen euch, ich nicht!

Ja, ich "stelle" mich immer mehr an. Ich werd für andere unbequem. Ich rümpfe die Nase, ich verziehe den Mund, ich schrubbe Türklinken, mein Bad und was mein Besucher sonst noch anfasste. Das mag zwanghaft sein oder was auch immer, ist mir aber egal, weil ich mich in meiner Wohnung bittesehr wohl fühlen möchte. Und dafür ist fast alles erlaubt!

Heute würde ich im spanischen Tierheim keine halb aufgetauten Hühner mit einer stumpfen Gartenschere, bei 40 Grad, zerteilen. Das stinkt bestialisch!
Während mein damaliger Freund grün im Gesicht wurde und erst mal eine rauchen ging, schnippelte ich fröhlich herum, während sämtliche Innereien heraus quollen und an tiefer Atmung nicht zu denken war und rief tapfer: Macht mir gar nix aus!!!
Etwas kleinlaut wurde ich beim folgenden Mittagessen und die folgenden 3 Tage: Den Gestank hatte ich so lange in der Nase!

Dann bin ich halt mädchenhaft,
das darf ich auch sein,
immerhin bin ich ein Mädchen!

Mittwoch, 9. November 2011

Wundermittel Schlaf

Immer wieder erstaunlich: Wieviel Schlaf ich brauche, damit es mir (wieder) gut geht. Bin wieder einigermaßen auf dem Damm. Werds aber heut langsam angehen lassen. Und mir Mühe geben, die gute Laune nicht verderben zu lassen:
  1. Das Sozialamt fordert munter noch mehr Unterschriften, zur Freigabe von X und Y und das brauchen sie noch und jenes. Fehlt eigentlich nur noch ein Nacktbild von mir und meinen Hausschlüssel. Dann hätten sie alles.
  2. Bewerbung No.1: Man hätte mich mit Kusshand genommen. Wenn ich ein eigenes Auto hätte. Hab isch aba ned.
  3. Bewerbung No.2: Ich erfahre, dass die Bürohilfe für eine Fahrschule gesucht wird. Mir stellen sich die Haare auf. Jugendliche? Never, geht gar nicht. Schade.

  4. Ich stehe am Kassenautomaten des Hallenbades, werfe brav mein Geld ein und? Nix. Kein Chip. Ich klingle bei „Hilfe“ und die Bademeisterin eilt herbei. Ich erkläre ihr meine Lage. Sie lässt mich so durch und drückt mir einen Chip in die Hand (damit ich auch wieder raus komme). Blöd. Könnt ja jeder daher kommen und behaupte der Chip kam nicht. Sagte sie nicht, dachte ich aber.

5. Mein Handyanbieter teilt mir mit, dass er mir 1,-€ abbucht, da mein Guthaben seit 3 Monaten unter 6,-€ sei. Pfff, Sparsamkeit wird wohl nicht belohnt. Ah ne, wir sind ja hier nicht bei der Schbarkasse.

Selbstwert

Wir führen wirklich unser eigenes Leben.

Das bedrückende Gefühl, jeder außer uns habe ein Leben – ein bedeutungsvolles Leben, ein wertvolles Leben, ein besseres Leben -, ist eine Altlast aus der Vergangenheit. Diese Einstellung ist überdies selbstzerstörerisch und bedarf der Korrektur. Unser Leben ist sinnvoll. Geben sie sich dem Leben hin, und sie werden seinen Sinn erkennen.

Heute werde ich mein eigenes Leben leben und es als mein eigenes schätzen.

Aus: Kraft zum Loslassen.

Dienstag, 8. November 2011

Missbrauch

Noch viel zu wenig ist über seelischen/emotionalen/narzißtischen Missbrauch bekannt. Vielleicht wird das noch.
Einen Schritt dahin macht derzeit eine Frau, die einen Film über ihre Kindheit gedreht hat. Es geht darum, wie die Mutter sie für ihre eigenen Zwecke missbraucht hat. Das Kind musste sexy gekleidet, stark geschminkt oder gar nackt vor der Fotokamera der Mutter posieren, damit diese ihre Kunstkarriere voran treiben kann.
Da kommt mir das kotzen. Der Trailer reichte schon aus. Das Interview mit der Tochter fand ich ansprechend. Eine mutige Frau!

Definition Missbrauch von Alice Miller:

"Missbrauch heißt für mich, dass man einen anderen Menschen für alles benutzt, was man von ihm will, so wie man ihn gerade gebrauchen kann.
Man fordert einfach vom Anderen, ohne nach seinem Einverständnis zu fragen, ohne Respekt für seinen Willen, seine Bedürfnisse und Interessen.
Mit Kindern kann man dies sehr leicht machen, denn sie lieben ihre Eltern, sie vertrauen ihnen und sie können nicht realisieren, dass sie missbraucht werden, ihre Liebe ausgebeutet wird.
Gerade, wenn sie von Anfang an gezwungen wurden, ihre Gefühle zu ignorieren, haben Kinder ihre Sensibilität für "Warnsignale" meist verloren."

Mich beschäftigt das Thema derzeit wieder mehr, weil ich gestern durch etwas getriggert wurde. Das Wort "benutzt" schwirrte mir die ganze Nacht im Hirn herum.
Oft zweifel ich, ob es richtig war, den Kontakt zu meinen Eltern abzubrechen.
Heute weiß ich, es war lebensnotwendig, mich aus diesem Bann zu befreien und ihnen für ihre Spielchen und Bedürfnisse nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

Montag, 7. November 2011

Dies und Das

- Heute ist mehr laufen angesagt. Oder, falls du eingesperrt bist, lauf regelmäßig deinen Käfig auf und ab, rüttle an den Gitterstäben und schlage in die Luft.

Las ich am Wochenende. Dies ist die Zukunftsaussicht für diese Woche. Ich mag ja keine Horoskope oder Weissagungen, aber etwas unnützes braucht ja der Mensch.

Deswegen habe ich es gleich umgesetzt und war in aller Frühe spazieren. Der Nebel ist ein wunderbarer Weichzeichner! Der Körper ist wieder gut durchgelüftet, ich starte gut gelaunt in den Tag!

- Die Nacht wieder mit Alpträumen verbracht. Notiere mir nun immer Stichworte dazu, vielleicht wollen die gruseligen Geschichten mir ja was mitteilen. Ja weiß man's???

- Außerdem weiß ich nun was ich Weihnachten dieses Jahr machen werde! Ich freu mich schon so sehr, dass ich es kaum aushalte, bis es soweit ist!!! Ich werde mir die anspruchsvolle Lektüre von Gunter Dueck gönnen.

- Wer noch auf der Suche nach einem Film für die kommenden, langen Abende ist, kann ich Mary & Max nur empfehlen!

Es geht um eine wundervolle Brieffreundschaft zwischen der kleinen Mary und dem älteren Max. Mit beiden konnte ich mich gut identifizieren und mitfühlen. Den Spott der Klassenkameraden ertragen, die Verwirrtheit in Bezug auf Menschen, die eigenwilligen Verschrobenheiten, Panikanfälle, Sehnsucht und Angst vor näheren Beziehungen.

Vor allem da Max unter dem Asperger-Syndrom leidet. Er fühlt sich gar nicht behindert oder krank, eher empfindet er dies bei den anderen Menschen.

Das ganze untermalt mit gut ausgewählter Musik! Die Animation durch Knete ist ein Genuß fürs Auge! Ein Erlebnis.

„Herzlich, traurig, witzig – Adam Elliot spielt in seiner Stop-Motion-Tragikomödie »Mary & Max« meisterhaft auf der Klaviatur der Empfindungen und entführt in eine Welt der augenzwinkernden Einfälle, schwarzhumorigen Kommentare und kauzig-liebenswerten Figuren. Ein liebevolles Kinokleinod über emotionale Isolation und wahre Freundschaft.“

Ulf Lepelmeier auf Filmstarts.de

Ich dachte mir: Nicht heulen. Nicht heulen. Aber es ging nicht :-)

Sonntag, 6. November 2011

Mal wieder: Reizüberflutung

Oha, da hab ich mich gestern wohl etwas übernommen.
Eigentlich ist das Wochenende ja so eine Freilaufzeit:
Ich tue nur das, worauf ich gerade Lust habe.
Lust hatte ich gestern nicht, durch zig Geschäfte zu latschen und dann noch zur Post und bei Arbeit No.1 vorbei schauen (nebenbei natürlich noch gekocht, gegessen, geduscht, 2 Bewerbungen geschrieben, den Müll weg, Wäsche gewaschen und aufgehängt...) Aber ich wollte es hinter mir haben, denn der Gedanke, dass es liegen bleibt, hätte mich ebenso sehr aufgewühlt.

Das weniger erfreuliche Ergebnis hatte ich dann in der Nacht: Extrem unruhig, gespickt mit wahrhaft gruseligen Alpträumen.
Wodurch dann die Nacht bis 10 Uhr verlängert wurde.
Erst wenn nix mehr geht, erlaube ich mir Pausen oder eine langsamerer Gangart. Altes Lied. Altes Leid.

Und noch eine Erkenntnis traf mich: Hauptsächlich macht mir die visuelle Reizüberflutung zu schaffen: Viele Dinge auf einmal oder schnell wechselnde Bilder (wie z.B. auf einem Markt/Fest, im Zug und Auto oder TV-weswegen der ja seit 12 Jahren nicht mehr zu mir gehört).
Es macht mich auch hippelig und unruhig, wenn viel in meiner Wohnung herum liegt. Am liebsten wären mir gänzlich freie Flächen.
Aber die Dinge die offen rum liegen, müssen das fast auch, weil ich sie sonst vergesse (Rechnungen, geliehene Bücher...)

Da fiel mir eine geliebte Arbeitsstelle von früher ein: Als Kassiererin an der Tanke. Aber nicht an einer Tanke mit Zeitschriften, Snacks, Getränken, Zigaretten und Co (also wieder von unheimlich vielen, bunten Dingen umgeben) sondern nur:
Bildschirm, kleine Tastatur, Geldkassette und Kartenlesegerät.
An dieser Tanke konnte man nur das, wozu sie da war: Um Sprit zu kaufen! (und dies an 30 Zapfsäulen!)

Außerdem saß man hinter Panzerglas (wie in ner alten Bank) was den Kontakt und den Abstand zu den Kunden erheblich erleichterte.
DA konnte ich völlig ruhig und sehr konzentriert arbeiten - weil mich nix ablenkte.
Selbst zu Sturm - und Drangzeiten, wenn 10 oder 15 Kunden auf einmal bezahlen wollten, brachte mich das in keine Panik. Ich konnte an meiner Kasse bar kassieren und zeitgleich an einer anderen, die Kartenzahlungen entgegen nehmen.

So finde ich Stück für Stück heraus, was mir wirklich gut tut und welche Rahmenbedingungen ich brauche.

Samstag, 5. November 2011

Sitz Google!...Äh SUCH!

Mal wieder ein kleiner Auszug aus der Statistik, mit welchen Suchbegriffen mein Blog gefunden wurde:

ich ziehe weg nicht um (aha. Worin liegt der Unterschied?)

bayrisch das war a mords gaudi (hihihihi, und nu willste wissen warum der Bayer neben dir morden will, was?)

einem macho hörig erniedrigt (oohweh, Lauf! Gaaanz schnell!)

burn out fernsehen zu viele bildwechsel (manmanman, davon bekommt man keinen burn-out (höchstens ne Reizüberflutung), mach die Kiste aus und geh in den Garten!!)

"hartz 4" suizid-gedanken (ne lass mal, damit hätte dein SB nur das erreicht, was er wollte: seine Statistik aufgehübscht)

was machen sie denn da (das geht sie gaaar nix an!)



Freitag, 4. November 2011

Weitere Veränderungen

Chef No.2 erteilte mir heute die Botschaft, dass er mich ab sofort nur noch 2x im Monat braucht.
Seltsam, mich hat das weder geärgert noch in Panik versetzt (ähnlich wie bei der hohen Zahnarztrechnung, bewahre ich wohl immer öfter einen kühlen Kopf - schön!)
Nun, blöd ist es einerseits, weil mein Finanzplan so eng gestrickt ist, dass sich wirklich nix verändern darf. Also klar, mehr Geld geht immer, aber weniger auf gar keinen Fall. Dafür habe ich ebenso heute erfahren, dass ich von der Krankenkasse noch Geld zurück bekomme. Also ist das Minus zumindest für nächsten Monat schon mal ausgeglichen. (manchmal schon etwas unheimlich wie oft es einfach passt)

Gut ist, dass ich spüre das wohl wirklich was anderes dran ist.
Und da ich das aus lauter Angst selten von mir aus tue, brauch ich öfter mal nen Schubs von jemanden. Dieser jemand nun ist wohl eher unsichtbar.
Egal, es erfüllt seinen Zweck.

Ebenso haben wir vergangenen Montag beschlossen, die Gruppe nur noch 2x im Monat statt finden zu lassen. Also auch hier eine Botschaft: Du brauchst das nicht mehr.
Ist in Ordnung, auch damit kann ich gut leben.

Ich hab auch schon eine Idee, wie es eventuell weiter gehen könnte. Da ich ja eh keine Lust auf 2 Jahre Rente habe. Aber das muss noch reifen und ich muss mich noch besser darüber informieren.

Es hat sich seit dem Gutachten wirklich ein Knoten in mir gelöst.
Davor stresste mich jede Anforderung, jeder Termin und immer wollte ich möglichst viel frei haben, um diesen Streß zu entgehen.
Nun habe ich wieder Freude an Aufgaben, fahre weniger nervös in die Arbeit, weil es selbstverständlicher geworden ist.
Die Info, dass eben Unterforderung genauso schädlich ist, wie die Überforderung war ja der Hammer.
Ich dachte immer, dass wenn es weniger wird (an Terminen ect.) es mir dann besser gehe.
Dabei ist das Gegenteil der Fall.
Ich fühle mich derzeit weniger innerlich angespannt, sondern lockerer, ruhiger, zufriedener, ausgeglichener!
Bin wacher, fitter und brauche nicht mehr mittags zu schlafen.
Das fühlt sich sehr angenehm an :-)
Am besten geht es mir, mit genügend geistiger Arbeit und zwischendrin, als Abwechslung, leichter Sport.

Und ich freue mich schon sehr auf die kommenden Tage, der Plan was ich machen will (nicht muss!) steht.
Die Erholung und das einfach mal laufen lassen wird natürlich nicht vergessen!

So starte ich das Wochenende mit einem Film-Bier&Chips-Abend :-)

Euch allen ein schönes Wochenende!

Donnerstag, 3. November 2011

Keine Veränderung und irgendwie doch...

Gestern rief ich meine Mutter an, um ihr zu sagen, dass da wohl bald Post vom Amt bei ihr eintrudelt.
Ich hätte das nicht müssen, aber mir ist wohler dabei.
Wir haben keinen Kontakt mehr, das letzte mal als wir uns sahen war vor über 3 Jahren.
Der Anruf fiel mir deswegen leicht, weil es um eine Sache ging und nicht um Gefühle.
Wir redeten dann noch ein wenig drum rum und merkte:
Sie hat sich nicht verbessert, eher wurde es noch schlimmer.
Sie sprach Wörter falsch aus (ich weiß ja nicht wie hoch der Alkoholpegel schon wieder war) und sie kann nur über andere lästern. (das tue ich jetzt auch, aber ich bleibe konsequent, der da heißt: Kein Kontakt!)
Mehr Gesprächsinhalt fällt ihr nicht ein.
Völlig entrüstet und extrem abwertend erzählte sie mir von einem Menschen, wie doof der sich anstellt, sich nichts merken kann und den man eigentlich überhaupt nicht alleine lassen kann!
Ich warf ein, dass er das vielleicht nicht mehr so könne, wie er wolle, weil er mal einen Schlaganfall hatte ?!?!
Antwort: Ja natürlich liegt das daran!
Ich: ??????? Dann hab ich doch mehr Verständnis für solch einen Menschen. Oder?
Dann: dass sich ein Mann in sie verliebt hätte (das sagte sie genauso genervt) sie wolle ja nix von dem.
Ach, ganz neue Töne. Meine Mutter hat noch NIE jemanden von der Bettkante geschubst. Selbst wenn sie belogen, betrogen ja gar geschlagen wurde.(Dass sie meistens verheiratet ist, hindert sie natürlich auch nicht daran).
Sobald der Typ wieder schwanzwedelnd vor ihr stand, empfing sie ihn, als wär nix gewesen, mit offenen b̶̶e̶̶i̶̶n̶̶e̶̶n̶ Armen.
Allein das Telefonat reicht mir schon wieder für die nächsten 3 Jahre!
Meinem Vater schrieb ich ne Mail. Keine Antwort. Er spielt weiter beleidigte Leberwurst. Und ehrlich, ich würd jetzt gern schreiben, dass mir das am Popo vorbei geht. Tut es aber nicht. Hmpf.

Meine Laune ist dafür weiter im Keller. Trotzdem half mir die Therapie heute ganz gut, weil mir etwas klar wurde. Ein neuer Trigger.
Nämlich wenn mich jemand zu etwas auffordert, von dem ich weiß, dass derjenige das gut kann und ich gar nicht oder nur schlecht.
Das Gefühl, das der mich jetzt auflaufen lässt, seine Witze dann auf meine Kosten macht, ich mich blamiere, das ganze unendlich peinlich endet oder ich angemotzt werde, warum ich mich so blöd anstelle, das kann doch schon jedes Kind...usw.
Das müssen wir vertiefen. Unbedingt. Das ist nämlich der Grund, warum ich mir gar nix mehr zutraue oder einfach mal was neues ausprobiere. Sondern völlig gehemmt durch die Welt stapfe und das ist ein trauriges Bild. Ehrlich.

Ich habe den Anspruch entwickelt, etwas sofort und supergut können zu müssen, sonst wirds eng. So gefühlsmäßig.
In der letzten Situation als dies der Fall war, traute ich mich *juhu*, wußte nicht weiter *zitter* fragte *rotanlauf* und ??????? Bekam eine einfache verständliche Antwort! PUNKT!

Es sind nicht alle so bescheuert wie meine kaputte Familie.

Und wenn ich mir das so genauer anschaue, wie man meiner Mutter es noch nie recht machen konnte und man immer zu falsch, zu verkehrt, zu leise, zu bunt angezogen usw. war, wunder ich mich gar nicht mehr....

Mittwoch, 2. November 2011

Himmehoch jauchzend-zu Tode betrübt

So isses. Rauf und runter mit der Stimmung. Was meine Orientierungslosigkeit nur verstärkt. Wenn ich mich nicht mal mehr auf die Gefühle verlassen kann, weil die sich täglich massiv ändern.
Und natürlich nicht nur die Gefühle, sondern auch die Gedanken. Weil das eine das andere beeinflußt.
Alles völlig unberechenbar. Wie immer. Kenn ich nicht anders. Als Kind wußte ich nie woran ich bin, wie Muttern meine Leistung bewertet, ob sie überhaupt zuhause ist und wenn ja auch ansprechbar ?! Ob Vater mich abholt oder nicht, ob es Essen gibt oder nicht. Ob er mir bei den Hausaufgaben hilft oder mich nur anschnauzt und verschwindet...

Ich kann es nur annehmen. Ja heute ist es so, wie es ist. Auch wenn ich das scheiße finde. Und gut für mich sorgen.
Das heißt, dass ich nochmal kurz unterwegs bin, um einiges zu erledigen und mich dann wieder verkrieche. So wie gestern abend. Das tat gut. Ich brauchte viel Schlaf und Ruhe.

Beim Sozialamt hab ich schon angerufen (wieder eine andere Dame, klang ebenso extrem genervt und gelangweilt, wie die anderen).
Zitat:" Sozialhilfe ist das allerletzte!" Sie meinte natürlich, dass Sozialhilfe an letzter Stelle steht, um an Geld vom Staat zu kommen und nicht, dass es moralisch die unterste Schublade sei, so hörte ich es aber. Bevor es mir bewußt war.
Da meint man, mit Hartz4 ist man schon ordentlich abgestiegen, um dann feststellen zu dürfen, dass es noch tiefer geht.

Ich verzieh mich wieder.......

Dienstag, 1. November 2011

Komische Laune

Seltsamer Tag war das heute. Zum einen bringt mich der Feiertag unter der Woche diesmal völlig durcheinander, zum anderen hatte ich heut mal wieder vor allem möglichen Angst, Zweifel tauchen da schnell wieder auf. Selbstzweifel.

Zum anderen begegnen mir derzeit richtig ekelhafte Männer. Widerlich. Was meine Rückzugstendenzen mal wieder verstärkt (bloß nicht rausgehen, weil die ach so schreckliche Menschheit einfach unerträglich ist. Ja!)

Vielleicht war das gestern doch ein wenig zuviel Action. Naja.
Und dann, nichtsahnend bei einem kleinen Spaziergang das:
Auf dem Gehweg die mit Kreide aufgemalten Umrisse eines Menschen. Erst erstaunt: Oh guck mal! Dann mit Schrecken festgestellt, dass da mittendrin auch rote Farbe war. Blut?
Ein Halloweenscherz? Sah aber irgendwie schon älter aus.
Das ist ja echt mal gruselig!

Ich geh jetzt einfach ins Bett. Mit neuem, dicken Buch und Kakao.
Damit ich morgen wieder Kraft habe, mich der Welt zu stellen.