Mittwoch, 19. Oktober 2011

Du gefällst mir heute gar nicht

Das war der Satz den ich immer von meiner Mutter hörte, wenn ich etwas blass um die Nase war oder lustlos im Essen herum stocherte.

Das blöde ist, dass Kinder alles sehr wörtlich nehmen und nicht als Metapher oder Umschreibung. Genauso wie sie mit Ironie wenig anfangen können.

Und so hörte ich (sehr oft), dass ich meiner Mutter nicht gefalle. Was ich natürlich ändern musste. Es ist doch sehr bedrohlich, wenn das Kind spürt, dass es der Mutter nicht gefällt! Und so tat ich alles mögliche, nur damit ich ihr wieder gefalle.

Manchmal wenn ich dann ihr zuliebe etwas tat, was ich eigentlich nicht wollte oder lachte, obwohl mir zum heulen war, kam tatsächlich der Satz: Jetzt gefällste mir schon besser.

Und ich lernte, dass ich anderen gefalle, wenn ich nur lieb und lustig genug bin. Und dass es den anderen gar nicht gefällt, wenn ich lustlos, traurig, kränklich bin. Und lernte mich zu verstellen...

Fiel mir heute so ein, dass ich diesen Satz wieder hören würde, würde mich meine Mutter derzeit sehen. Tut sie aber zum Glück nicht.

Nach fast 12 Stunden Bettruhe, ging es dann in der früh gleich hinaus. In den Park. Ganz dunkel war es noch, was ich normalerweise gar nicht mag, da die Anspannung gleich wieder steigt. Aber ich musste an die Luft. Damit ich wenigstens mir selber wieder gefalle. Haha.

Doch mulmig wurde mir schon, als da mitten im Weg ein schwarzes Knäuel lag, mit schimmernden Äuglein in der Mitte. Definitiv zu groß für eine Katze. Ging langsam und vorsichtig in großem Abstand drum herum. Hatte keine Lust von einem tollwütigen Tier angegriffen zu werden.

Und wehe, es traut sich die Sonne heut noch raus. Dann vermöbel ich sie aber! Ordentlich!

So, bin wieder im Bett!

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