Montag, 31. Oktober 2011

Bunt gemixt

Letztens mit einer Freundin am Telefon:

Sie: „Duuhuuu, wir kennen uns jetzt 4 Jahre und weißt du was? Ich fand dich noch nie so richtig scheiße!“. Sehr schön. Da bin ich aber froh.

Hab ich schon mal gesagt, dass ich ein absoluter Morgenmensch bin? Und zum Glück hatte ich noch nie Partner, die das irgendwie blöd fanden, wenn ich um 5 Uhr in der früh mich aus dem Staub machte, um die tolle Luft, das Farbenspiel am Himmel, die Ruhe und die ganz besondere Energie zu genießen.

Einer hatte tatsächlich eine ähnliche Angewohnheit, was ich erst erfuhr, als er mir ins Ohr flüsterte: "Du ich bin im Park, mach Yoga, bin bald wieder da!", ich blinzelte auf die Uhr: 5:20, grinste sehr, drehte mich um und schlief weiter und als ich das nächste mal die Äuglein aufmachte, stand er grinsend mit einer vollen Kaffeetasse vor mir. (ähm man kann unschwer erkennen, dass ich mir mal wieder einen Mann an meiner Seite wünsche?!?!)

Egal, jedenfalls finde ich nun die Zeitumstellung echt schön! Morgens is es wieder früher hell und abends eher dunkel. Naja das mit der Dunkelheit, da spricht wohl der depressive Teil.

Klappe die dritte. Szene: Sozialamt. Bekam ein Schreiben, in dem aufgelistet war, was denn noch so benötigt wird, damit ich Kohle bekomme. Ist mir ja auch meist verständlich welche Unterlagen sie noch brauchen. ABER: Warum zum Teufel brauchen die Namen und Adresse meiner Eltern??? Ich will nicht das die da mit reingezogen werden! Und warum brauchen DIE eine Entbindung der Schweigepflicht bezgl. ärztlicher Unterlagen? Hab doch mein Gutachten wegen AU schon reingeschickt.

Wollte das alles und noch viel mehr klären. Aber die Herrschaften haben wohl Brückentag. Wegen Feiertag morgen. Hmpf. Dann muss ich mir halt ne andere Beschäftigung suchen. Wie gestern. Fand einen 08/15 Eignungstest und machte den. Von 144 Fragen 100 richtig beantwortet, ergäbe nach dem Schulnotensystem eine 2,5. Is ok, richtig zufrieden wäre ich aber mit einer glatten 2 gewesen. Egal. Machte trotzdem Spaß :-)


Und: Dieses Jahr lacht mich Weihnachten ja so gar nicht an. Kommt vielleicht das noch. Wenn nicht, is auch nich tragisch. Gibt eh nur paar Karten und nur für die engsten Freunde kleine Geschenke, die ich fast schon alle habe. Also: relax!

Happy Day!

Sonntag, 30. Oktober 2011

Auf zu neuen Ufern!

Die lange Weile,

vielleicht hat sich die Langeweile mehr in meinem Leben breit gemacht, als mir bewußt war. Also nicht nur im beruflichen Bereich.

Vielleicht brauche ich öfter was neues, als andere.

Ich glaube ich bin deswegen sooft umgezogen, weil mich bekanntes zu schnell langweilt. Immer derselbe Ausblick, immer dieselben Wege beim spazieren (irgendwann hat man alle Möglichkeiten durch), alles immer gleich.

Nun wohne ich 5 Jahre in ein und derselben Wohnung. Weil ich es mal ausprobieren wollte, wie das so ist. Weil mir sehr oft gesagt wurde, dass man das nicht macht, ständig umziehen. Da sei irgendein Defizit oder eine nicht abgeschlossene Suche nach Mamas Brust oder was weiß ich.

Jedenfalls irgendwie unnormal bis krank. Was aber, wenn ich das einfach brauche? Gern so unstet leben will?

Als ich jeden Tag in die Tagesklinik zur Therapie fuhr, langweilte mich die Anfahrt schon am 4. Tag. Immer dieselben Gesichter, dieselbe Strecke (obwohl ich die so abwechslungsreich wie möglich gestaltete, aber auch das hat eben Grenzen).

Ich kann nicht zweimal in denselben Ort fahren, um dort Urlaub zu machen.

Wenn ich vormittags im Radio 2x dieselbe Werbung höre und nachmittags wieder, könnte ich ausrasten, das tut schon fast körperlich weh. Deswegen kann ich mir auch nie (ok, gaaaaanz selten) Filme 2x ansehen. Oder Bücher 2x lesen.

Diese Wiederholungen sind unaushaltbar. Als ich freiwillig und ohne Lohn auf einem Bergbauernhof mit half war ich sehr euphorisch. Eine tolle Zeit! Das wollte ich gerne wieder haben und als ich auf den Hof fuhr, klappte alles wie ein Kartenhaus zusammen. Der Kick war nicht mehr da. Nach 4 Tagen war ich wieder weg.

Mein Vater wurde in dem Dorf geboren, in dem er heute noch lebt und auch sterben wird. Man braucht keine 10 Minuten um es einmal zu durchqueren. Ich weiß nicht wie der das aushält.

Oder Arbeitsplatz. Spätestens nach 2 Jahren muss ich wechseln. Sei es nur die Stelle, aber dieselbe Arbeit oder gleich alles neu.

Mich belebt das. Ich brauche neues! Und klar, als Kind und Jugendliche ist das sehr oft so: Neue Schulfächer, neue Schule, neue Freunde, das erste mal allein im Urlaub, der erste Freund, das erste Auto, das erste mal besoffen sein, der erste Sex, es gibt viel mehr Möglichkeiten!

Je älter, desto langweiliger? Vieles schon gehabt. Wieder Weihnachten, wieder Montag, wieder einkaufen, wieder Sommer.

Das kann doch nicht das Leben sein. Ist es wirklich SO banal?

Wie aus dieser Monotonie ausbrechen?

Klar was absolut neues, wäre es jetzt ein Kind zu bekommen. Oder heiraten. Oder ein Haus bauen. Oder mal mit einer Frau ins Bett zu gehen... Sonst noch irgendwelche Vorschläge?

Langsam erwacht wieder Leben in mir. Ja auch mit kleinen Löchern, wie gestern Vormittag. Hab das Depriloch aber ganz gut umschifft, weil ich mir dachte: Hm welchen Anteil willste nun füttern, den Depri oder den Anpacker? Und machte mich an die Bastelei. Das tat gut und später genoß ich sogar die Sonne auf meinem Balkon :-)

Aber im großen und ganzen hab ich richtig Lust auf was neues. Erstaunlicherweise ist in diesem Sinne meine Angst kleiner geworden.*freu*.

Ganz konkret heißt das nun: erstmal die ganzen Anträge mit Sozialamt und Co laufen lassen, aber so schnell als möglich da wieder raus. Und mir die Zeit nun geben, um heraus zu finden, was als nächstes ansteht.

Sonst müsste ich das jetzt im Hopplahopptempo machen und das ist nicht gut.

Und eins spüre ich auch noch: Der nächste Umzug kommt bald! Wahrscheinlich sogar in eine andere Gegend. Weil: 16 Jahre München und Umgebung hat sich nun ausgelutscht.

Die Welt ist groß! Ich komme!

(weil mich das so umtreibt und freut und ach...kann ich nicht mehr schlafen, trink nun Kaffee und freu mich einfach des Lebens :-)!

Samstag, 29. Oktober 2011

Depression ist unsexy!

So sehr man über skurrile Tics der anderen manchmal grinsen muss,
desto weniger kann man das bei Depressiven.
Dem tranigen Volk. Den Mundwinkelhängern. Den gebeugten Gestalten.
Ich kann nur abraten, jemals eine Selbsthilfegruppe für Depressive aufzusuchen. Egal warum man dies tun wolle.
Wenn man aus Neugierde oder zum Zweck einer Recherche hingeht, ist man danach genauso depressiv wie die anderen Besucher.
Wenn man selbst depressiv ist und sich dort Hilfe erhofft: Vergiss es! Geh lieber in eine Comedy-Show.

Wenn mir jemand begegnet, der genauso drauf ist wie ich heute (lustlos, antriebslos, niedergedrückt, kein Appetit, alles fad) suche ich das Weite.
Is ja nicht auszuhalten.
So eine negative Energie kann nicht gesund sein.

Das blöde: ich kann vor mir selbst nicht davon laufen.
Die Euphorie und Hoffnungen der letzten 2 Tage sind verschwunden, wie der Nebel vor meinem Fenster.

Ich dachte, ich hätte meine Stimmungsschwankungen mal verkauft....

Freitag, 28. Oktober 2011

Darf man...

über zwangsgestörte Menschen lachen?

Ich finde JA! Weil wir ja alle ein bisschen Bluna sind.
Wer hat nicht seine neurotischen Ecken und Kanten, seine kleinen Zwänge und festgefahrenen Rituale?
Ich z.B. schaue mindestens 5x nach, ob ich den Haustürschlüssel auch wirklich eingepackt habe. Das liegt aber nur daran, weil ich nirgendwo meinen Zweitschlüssel deponiert habe und somit den sauteuren Schlüsseldienst anrufen müsste. Im Falle des Falles.

Im Buch tausend kleine Schritte geht es um eine junge Dame, die arbeitsunfähig geschrieben wurde, aufgrund ihrer Zahlenliebe. Naja eher dem Zwang alles zählen zu müssen, z.B. die Borsten ihrer Zahnbürste.
Aber nicht nur das. Ihre ganze Welt besteht aus Zahlen. Wie viele Mohnkörnchen ihren Kuchen verzieren, sagt ihr, in wie vielen Bissen sie eben diesen essen muss/darf/soll. Außerdem ist der ganze Tag auf die Minute genau strukturiert.
Bis, tja, bis sie einen Mann kennen lernt und er ihre Welt durcheinander bringt:

"Dort draußen wartet eine ganze Welt. Ein Schulkonzert sollte wirklich nicht das Beste sein, was du seit langem erlebt hast!"
" Die Sache ist kompliziert."
"Eigentlich nicht. Gefangene, die in einem normalen Gefängnis sitzen, haben mehr Freiheit als du. Du verdienst mehr vom Leben als das."

*seufz* Tja so ist das.

Die Gruppentherapie für Zwangsgestörte ließ mich oft schmunzeln.
Eine Parodie auf die Psychotherapie. Die Therapeutin wird so dermaßen klischeehaft dargestellt, dass es fast schon wieder weh tut.
Erinnerte mich an den Mailaustausch mit einer Freundin, in der wir uns ausmalten, wie ein Buch über soziale Phobie aussehen würde.
Wir nahmen uns selbst gehörig auf die Schippe und lachten uns schief.
Ebenso wie letztens in der Angstgruppe. Wir taten so, als ob wir gemeinsam einen Ausflug unternehmen wollten. Ging nicht. Weil der eine sich nicht traut Bahn zu fahren, der nächste kein Cafe betreten kann (ich!), der andere Angst vor Höhe hat und somit nicht auf den Berg kann...usw.
War auch sehr erheiternd und amüsant!

Zurück zum Buch:
Ich las es gestern komplett durch. Weil es Spaß machte (die Protagonistin ist wahrlich nicht auf den Mund gefallen) und für mich auch spannend war (wie gehts weiter?).
Zum Schluß hab ich aber auch ordentlich geheult, weil auch klar wurde, dass man sehr wohl unter seinen Zwängen bzw. Phobien leidet, auch wenn man das erst nicht erkennt und dann ungern sich eingesteht.

Es geht um die nicht normalen Menschen und der Frage, wie weit man sich selbst verbiegt oder verbiegen lässt, um nach Vorstellung der Gesellschaft wieder "normal" zu sein.

Oder anders: Was ist Wahnsinn, was Genialität?





Donnerstag, 27. Oktober 2011

Mir geht's ... gut!

Hurra hurra, die Regenfrau lebt wieder!

Auch wenn ich den hübschen Donnerstagmann heute wohl wieder verpasst habe *schnief*, aber ich MUSSTE einfach die nächste Bahn nehmen, sonst hätt ich mir in die Hosen gemacht. Und das ausnahmsweise mal nicht wegen Angst, sondern aus ganz normalen, körperlichen Vorgängen.

Tja, was will man da machen.
Genau, auf nächsten Donnerstag hoffen und vorher 2x das WC aufsuchen.

Aber ansonsten blühe ich auf. Mein Ehrgeiz ist erwacht, Sinn und Ziele plumpsen nur so heraus, wie der Regen aus schweren Wolken.

Die Klarheit in mir wächst und lautet:
Auf gar keinen Fall jetzt in die Erwerbsunfähigkeitsrente!
Da könnt ich ja gleich 100m vor der einfahrenden S-bahn die Gleise küssen.

Fakt ist (und da kam bis jetzt keiner drauf!) ich war nicht nur überfordert, nein sondern auch unterfordert! Nämlich im geistigen Bereich!
Mir fielen heut schier die Augen aus dem Kopp, als ich hörte, dass Unterforderung die selben Symptome habe, wie Überforderung!!!!

Nervlich werde ich wohl nie ein dickes Fell haben und zu viele Reize stressen mich auch weiterhin schnell.
Körperlich bin ich jetzt auch nicht der Hengst und schnell erschöpft. Sehr gut belastbar würd ich das nicht nennen.
Ich mag jetzt auch nicht sagen, dass ich die superschlaue bin oder gar hochbegabt. Aber ich brauche und will viel neues lernen!
(ich ging in Gedanken all meine Arbeitsstellen durch und es bestätigte sich immer wieder!!)

Ich liebte die Schule und immer wenn ich mich geistig anstrengen muss, geht es mir gut. (natürlich braucht man auch hier Pausen und mal Abwechslung z.B. sich körperlich betätigen).

Zusammenfassung: Mein Hirn ist nicht ausgelastet und erfindet sämtlichen Blödsinn, um arbeiten zu können. z.B. der Wahnsinnsgedanke, was andere über mich denken könnten! Was so weit führen kann, dass ich nur noch im dunkeln meinen Müll rausbringe.

Ganz schlicht: Mir ist langweilig! Und: Mir war früher schon sooft langweilig (ohne das ich das benennen konnte) und verweigerte deswegen die ganze Geschichte mit der Arbeit. Weil: is ja eh alles total öd und fad und macht mich stumpf!

Unglaublich. Ich fühle mich, als wär ein Wunder geschehen und ich in den Genuss einer Spontanheilung kam!

Ich wurde ja auch nie gefördert und zu helle im Kopp machte meinen Eltern schlicht Angst. Aber nicht nur da ist Intelligenz eher verpönt, sondern ja fast überall. Man sehe sich nur mal die 1-er Schüler an und werfe das Stichwort Streber und Mobbing dazu.

Irre. Einfach nur irre.
Warum ich das erst jetzt schnalle? Anscheinend brauchte es diesen Weg an dem am Ende in großen Lettern ARBEITSUNFÄHIG bzw. RENTE stand.
Hat halt erst jetzt den Schalter umgelegt. Kann ich auch nix für.

Also Plan B: Ich brauch Hilfe, Unterstützung, jetzt wo ich endlich weiß, was ich machen will und wo meine Stärken liegen.
Arbeitsamt also. Mit dem telefoniert.
Antwort: Dann bräuchten wir jetzt ein Gutachten vom ärztlichen Dienst, dass bestätigt, dass sie mehr als 3 Std. täglich arbeiten können.

Kopf ---> Tisch

Na, dann weiß ich ja was jetzt zu tun ist.......

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Möchtegern

Eine Castingshow als Buchform. Tja es lässt sich in den Medien eben alles verheizen. Es gibt nicht nur das Supermodel, das Supertalent, sondern auch den SchreibStar, zumindest in der Schweiz, zumindest in Buchform.

Die Charaktere sind sehr griffig beschrieben, so dass man sich den Haufen der Möchtegernautoren gut vorstellen kann und kaum durcheinander kommt.

Eine locker-leichte Story, nah am Leben sogar mit ein wenig Tiefgang.

Richtig stutzig, gleichzeitig erfreut war ich bei Seite 15: SelberSchreiben!

Quer durch das Buch gibt es immer wieder Aufgaben, um sich so leichter eine Geschichte zusammen zu würfeln. Manche ließ ich aus, andere erfand ich selbst zusätzlich. Ich liebe so kreative Aufgaben! Solange sie nicht in einer Wettbewerbssituation mit anderen (wie im Buch) oder unter Zeitdruck vorgegeben werden.

So allein im stillen Kämmerlein zücke ich gern Papier und Stift und los geht’s.

Sehr sympatisch war mir die Hauptdarstellerin. Die ist nämlich am liebsten allein! Jawoll!

Ich war einfach glücklich, wenn ich ganz allein war.

Es genügte jemanden im Haus zu wissen, es genügte, dass Simone auf der Chaiselongue lag, dass Frau C. Hinter geschlossenen Türen fuhrwerkte, es genügte, dass Nico hinter dem Herd stand. Um unweigerlich unter Druck zu geraten. Den Druck zu fühlen, oder ihn mir einzubilden: ich müsse mich jetzt zusammenreißen, ich müsse mich anstrengen, ich müsse mindestens so tun, als sei ich jemand anderes.

Meine Worte. Ich frage mich, wie ich es insgesamt 3 Jahre in einer Wohngemeinschaft ausgehalten habe.

Eine andere Protagonistin erzählt von ihrem Vater, dass sie ein Leben lang versuchte ihn zu retten und sich später nur damit beschäftige, wie sie ihn zerstören könnte. Sie erkennt, dass das nicht der Sinn ihres Lebens sein konnte und schloß mit ihm ab.

Und als sie das dachte, machte es klick, und sie wusste, dass das der Schlüssel war zu diesem seltsamen Unwohlsein, das sie mit sich herum trug, dass diffuse Gefühl, dass etwas nicht stimmte, ohne das sie genau sagen konnte, was.

Da musste ich schon schwer aufatmen, denn auch das kam mir nur zu bekannt vor.

Natürlich geht’s auch um Liebe, um Kinder, um zerbrochene Träume, um Psychotherapien und Hoffnung.

Manchmal denke ich schon: dass kann jetzt kein Zufall sein, dass ich ausgerechnet jetzt das Buch erwische. In dem ich mich sooft wieder erkenne...

Und sonst so? Ich hab heut meine Arbeit gut geschafft, auch wenn ich danach (wie immer) völlig im Eimer bin. Und außerdem meine 1000km - Marke am Fahrradtacho geknackt. Jucheee!

Draußen is es grau in grau, verziert mit Nieselregen. Wurd aber auch Zeit. Ich mein wir haben Herbst und seit 3 Wochen scheint hier ununterbrochen die Sonne!!!

Jaja ich hör ja schon auf :-)

Dienstag, 25. Oktober 2011

Zock me, Amadeus

Es geht munter weiter, mit der inneren Zockerei. Sollte ich? Könnte ich? Will ich? Was? Wie? Doch nicht?
Neueste Selbsterkenntnis: Ich bin entscheidungsschwach. Ihh was für ein scheußliches Wort! Aber stark zweifelnd, verwirrt, unsicher klingt jetzt auch nicht besser.

Ich hab noch 36 Jahre bis zur normalen Altersrente. Ganz schön lang. 36 Jahre, so alt bin ich noch nicht mal!
Einerseits, käme es da auf 2 Jahre mehr oder weniger auch nicht an. In den 2 Jahren könnte ich mich weiter stabilisieren, die Therapie weiter machen, die mir mehr bringt, als die anderen, da ich a) eine sehr engagierte Frau erwischte und b) ich viel ehrlicher zu mir selbst sein kann und mir immer weniger was vor mache.

Andererseits könnte man nochmal richtig durchstarten, mit Ausbildung und so. Bei 36 Jahren würd sich das durchaus lohnen. Außerdem fehlen immer mehr Fachkräfte. Im Niedriglohnsektor war ich lange genug.

Und irgendwann kommt er:


Der erste Schritt
Es gibt da so einen Punkt. Nicht den point of no return, sondern eher ein Entscheidungspunkt. Nach dem Motto: und nun wird Tacheles geredet oder eben gemacht.
Kleines (unspektakuläres) Beispiel dazu: Ich bin am See und will auch in den hinein. Der erste Versuch scheitert: Zu kalt. Ich probiere es aber noch einmal. Bis zu den Knien gehts, bis zum Po auch, Bauch und Arme wurden schon mal „bewässert“ und dann kommt der Punkt: Tief einatmen, Augen zu und ab unter Wasser. Im ersten Moment: Scheiße is das kalt! Doch im zweiten Moment: ah wie erfrischend, wie schöööön!
Das fiel mir auch beim slacklinen auf: Ich ging lange an der Hand des Freundes. Als Stütze, als Hilfe. Aber irgendwann muss man die Hand loslassen, um alleine laufen zu können. Nur so ist Fortschritt, ein weiterkommen möglich. Ja vielleicht fällt man erstmal noch oft vom Seil. Das gehört dazu.
Ich merke, ich hab sehr viel Angst. In allem. Vor allem. Überall. Denn genauso verhalte ich mich auch bei wichtigen Dingen im Leben: Lieber in Sicherheit. Nicht zu kalt. Noch ein Netz spannen. An der Hand bleiben. Doch wieder in der Ecke sitzen bleiben, der Überwindung nicht trauend.
Man braucht Mut!

Ich find das sehr sehr schade. Obwohl..vielleicht hat es auch was gutes ein ausgeprägtes Stop-und-schau-Verhalten zu haben. Und nicht immer nur blind vorwärts zu stürmen und sich dann zu fragen: wie zum Geier konnte ich mich so dermaßen in die Scheiße reiten?
Achja, alles schon vorgekommen.
Und irgendwie fühle ich mich jetzt so, als ob ich von den letzten großen Schulsommerferien, direkt in Rente geschickt werde. Aber zum Teufel nochmal, da fehlt was! Die Mitte! Das ganz normale Leben, mit fluchen, mit Freude, mit Müdigkeit, mit Alltag....mit Arbeit (nicht das ich schon paar Jährchen gearbeitet hätte, aber das ist gerade weit im Hintergrund).
Das was ich nie wollte/konnte will ich jetzt. Das ganz normale Leben, scheiße nochmal. Ob ich es kann? Ich will raus aus dieser Scheißarmut, ich will mein selbstverdientes Geld, ich will richtig in Urlaub fahren.
Aber dann ist da wieder diese alles zermalmende Erschöpfung, diese ich kann und will nicht mehr. Nur meine Ruhe. Die Frage nach dem Sinn des ganzen...
Ich wünsche mir eine klare Linie, eine klare Ansage....von mir selbst...

Montag, 24. Oktober 2011

Sozialamt

Heute also mal wieder "der Marsch durch die Institutionen".
Hätte auch drauf verzichten können.

Der 1.Anruf bei der zu ständigen Dame ( die Deppen vom Jobcenter haben mich wahrhaftig am Freitag zur falschen Dame geschickt, das hab ich sogar schriftlich! HA!) nun also bei der richtigen Stelle, also der Anruf, verlief nicht sehr erfreulich:

Ich: "bla...bla...Antrag abgeben...bla..Termin?"
Zuständige Dame motzt mich barsch an: "Welchen Antrag?"

Hej Süße, den Heiratsantrag natürlich! Du Urschel, ich ruf Dich beim Sozialamt an und da kann man nur EINEN Antrag abgeben, nämlich den zur Gewährung der Sozialhilfe.
Sagte ich natürlich nicht so. Hätte ich aber gern. Weil ich die absolute Krise krieg wenn ich so angemotzt werde, obwohl ich gar nix gemacht habe.

Zum Glück musste ich aber erst zur Bank radeln. Da konnte ich meine Anspannung etwas loswerden. Die Panik blieb. Deswegen moserte ich fröhlich vor mich hin, dass ihr Mann wohl am Wochenende bei seiner Geliebten war und sie nun etwas..naja..also, sagen wir so: Wohl etwas unbefriedigt ist.

Live vor Ort, so ganz real, war sie dann doch ganz annehmbar. Hat die ein Glück. Ne natürlich hatte ich das Glück.
Spaß macht so eine Geldbettelei nicht. Aber hat ja auch keiner davon geredet.

Den Rest an Telefonaten hab ich auch erledigt. Und ich bin es nun ebenso. Erledigt. Und es ist noch nicht mal Mittag.

Egal, ich wende mich angenehmeren Dingen zu:
Kaffee oder Müsli?

Sonntag, 23. Oktober 2011

Schmerzen im Kopf

Hatte ich ja schon ewig nicht mehr: Kopfweh!
Irgendwann gestern Abend wurde mir das zu blöd, ich zog mich warm an und streifte durch die Gegen. Leere Straßen, frische Luft, Sterne, nichts was mich ablenken konnte...ich hätt ewig weiterlaufen können.

Die Gedanken rasen weiter, wie gehabt. Irgendwie fühlt sich das ganze wie ein Urteil an. Ein ausgesprochenes Gerichtsurteil. Und ich überlege gerade, ob ich in Revision gehen soll. Sozusagen.
Ich zog meine Lebenskarten raus und wollte mal wissen, welche Karte derzeit gut zu mir passt. Die kam auch recht schnell:

Ich will selbst Entscheidungen treffen,
sonst treffen Andere
Entscheidungen über mich

Tja, wenn das so einfach wär.
Ich lass die Stimme im Kopf einfach weiter laufen.
Will mich nicht ablenken und kann es auch gar nicht.

Samstag, 22. Oktober 2011

Karussell im Kopf

Ich bin unruhig, das Herz rast, mir ist so heiß, dass ich nur mit leichter Jacke zum Einkaufen stürme, ich könnt laufen, immer weiter laufen, um die Unruhe loszuwerden, ich kann mich nicht konzentrieren, ich muss heute was handwerkliches zu tun finden.

Gestern in der Früh war ich schon ziemlich auf Krawall gebürstet.
Der jugendliche Teil in mir kennt da nix.
Da kann ich alles und jeden anpöbeln. Habe vor nix Angst und auf gut deutsch: Scheiß mir nix.

Hatte das gestern aber ganz gut unter Kontrolle.

Der Teil kann auch mit dem kapitalistischen System nix anfangen und würd am liebsten irgendwo im Bauwagen hausen.
Der Teil findet geregelten Alltag, Arbeitgeber, Eigenheim, verantwortlich mit Finanzen umgehen, gesunde Lebensweise so richtig bescheuert.
Der Teil hört gerne, viel und laut Böhse Onkelz und Metallica.
Der Teil liebt verwaschene Jeans, Kapuzenpulli, Piercings, Tätowierungen, ausgeflippte Erscheinung wie gemusterte Zebrahose, grellpinke Felljacke und bunte oder abrasierte Haare.
Überhaupt alles was andere schocken könnte.
Der Teil blüht auf, wenn es um Rebellion und Selbstbestimmung geht.
Der Teil würd sich richtig freuen, wenn es ab in die Rente gehen würde.
Der Teil wurde aber schon etwas schwächer, springt aber sofort wieder an, wenn es nur nach Ungerechtigkeit, Willkür oder Unterdrückung geht.

Der (vermutlich) erwachsene Teil,
- würd am liebsten noch eine Ausbildung zur medizinischen Dokumentationsassistentin machen, weil ich Daten, Fakten, Schreibkram, am Computer arbeiten, liebe und mir der medizinische Bereich seit Kindheit positiv vertraut ist,
- will einen normalen (sprich bürgerlichen, geregelten) Alltag
- zieht sich gerne chic bis elegant an, ist höflich, ruhig und gelassen
- ernährt sich gesund, will nicht rauchen und nur zum Genuß mal ein Glas Wein trinken, sportelt gerne
- hätte nichts gegen eine noble Wohnungseinrichtung und überhaupt etwas mehr Luxus
- wehrt sich mit Händen und Füßen voller Angst gegen die Rente

Und seit heute Nacht, frisch erwacht:
die übernommenen Stimmen aus meinem früheren Umfeld, hauptsächlich der Familie:

- du bist doch nur eine Blenderin, eine Lügnerin, faul und bequem, gehst immer den einfachsten Weg, alles erfunden mit dem Trauma, willst ja nur Aufmerksamkeit, willst dich wichtig machen, eine Schauspielerin, die Ärzte und Therapeuten dort hin bringt, wo du sie haben willst, die immer übertreibt und die Prinzessin auf der Erbse spielt, viel zu empfindlich, die will, dass man sie versorgt, ohne dass sie sich anstrengt, die sich einfach nicht einordnen oder unterordnen will, der es immer nach ihrer Nase gehn muss, die sich immer so anstellt, die akzeptieren muss, dass das Leben nicht immer nur leicht und schön ist, du musst auch mal was aushalten können...usw.

Und ich steh da, mit tausend Fragezeichen: Und nu?

Ein Kindergeburtstag ist ein Scheißdreck dagegen....

Freitag, 21. Oktober 2011

Von Wut zu...?

1. die Nacht war beschissen. Irgendwann riet ich, wie spät es nun ist, bevor ich auf die Uhr sah. Und lag immer richtig: 2 Std. später als das letzte Mal.

2. Unterleibskrämpfe und Tränensäcke aufgeklaubt und zum Bahnhof marschiert. 15 Minuten gefahren und dann 60 Minuten (1 Std.!!!) auf die nächste gewartet, die fuhr wiederum nur paar Haltestellen, dort wieder 30 Minuten auf die nächste gewartet.
Wahrscheinlich hat jemand paar S-Bahnen geklaut.
Normalerweise fahren die ja alle 20 Minuten.

3. Musste mich schon sehr beherrschen

4. Irgendwann im Amt angerufen, dass ich den Termin nicht pünktlich einhalten kann, wegen: siehe oben. Antwort: Sie können auch wieder nach Hause fahren, ich kann ihnen das auch per Post schicken!

5. Meine Beherrschung fliegt davon.
Was zum Teufel soll das, ich warte 4 Wochen auf den Fuckbescheid...umsonst? Weil man das auch per Post regeln könne?

6.Ich erfahre nach 2,5 stündiger Reise durch das Voralpenländle, dass ich als arbeitsunfähig eingestuft wurde, dies länger für 6 Monate aber nicht auf Dauer.

7. Mir ist jetzt alles wurscht.

8. Wir klären noch die nächsten organisatorischen Dinge. Ich erfahre, dass ich nun zum Sozialamt muss, um dort mein Geld zu bekommen.

9. Ich vergieße nun doch Tränen und kann nicht mehr.

10. Stelle auf Automatikmodus um, damit ich den Besuch im Sozialamt heil überstehe. Will ja nur den Antrag holen.

11. Werde dort sehr freundlich und hilfsbereit bedient. Obwohl ich das schon zur Genüge bin: Bedient.

12. Schleife mich wiederum zum Bahnhof und diesmal dauert die Reise "nur" 1,5 Stunden.

13. Weiß gar nicht wie ich das alles einordnen oder finden soll.

Spüre eine Ruhe. Oder ist das Resignation?

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Therapie

Eigentlich wollte ich heute was ganz anderes ansprechen. Wurd aber nix draus und das ist auch nicht weiter schlimm, da ich auf mein Unterbewußtsein vertraue und mir denke, dass dann wohl das andere wichtiger war.

Obwohl das nicht einfach war. Aber Therapie heißt ja auch nicht Sonntagsspaziergang. Heftig, so die Wahrheit von jemand anderem zu hören.
Mein Perfektionismus. Mein Gedanke, immer und überall 150% Leistung bringen zu müssen. Dadurch immer chronisch überfordert.

Mittendrin versuchte ich das ins lächerliche zu ziehen und meinte:"ich weiß gar nicht was sie haben, immerhin benutze ich nun den Aufzug in meinem Wohnhaus, den ich 5 Jahre lang verschmäht habe. Obwohl ich nur im 2.Stock wohne, aber ich schaff es eben nicht mehr. Und überhaupt, wenn ich auf die Bahn warte, setz ich mich nun öfter ins Wartehäuschen, obwohl ich kein gebrochenes Bein habe!"
Wir lächelten uns zu und wussten beide: Kleine Schritte, aber genau da geht' s lang.
Es mir auch mal einfach machen. Hilfe benutzen. Etwas nicht machen. Oder nur halb. Oder nicht so perfekt.

Wo das her kommt, wollte sie wissen. Hmmm im ersten Moment fiel mir nix ein. Und damit werde ich mich heute nachmittag beschäftigen. Muss ja meine Hausaufgaben machen. Das gehört sich so. Und bitte nicht nur larifari, sondern richtig gut!!!
Ach.

Na gut, immerhin sagte ich nun meine Arbeit für heute ab.
Ich geh mal das schlechte Gewissen weg räumen...

Da ist ein Mann!

So wirklich richtig mit einem Mann zusammen war ich das letzte Mal vor über 6 Jahren. Ohje. Dazwischen gab es einen intensiven Flirt und eine Bettbekanntschaft, mehr nicht. Und langsam hätte ich das gern wieder: eine richtige Beziehung. Auch wenn ich gleichzeitig so eine scheiß Angst davor habe.

Schon lange schaue ich mir auch „andere“ Männer an. Nicht die, die früher in mein Beuteschema fielen. Die denen Arschloch schon mehr oder weniger auf der Stirn geschrieben steht, die Bad Boys, die wilden, die tätowierten, die süchtigen. Nein, für die hab ich nur noch ein müdes Lächeln übrig.

Jeden Donnerstag begegnet mir nun ein Mann, den ich gern anschaue. Wenn ich umsteige und noch einige Minuten auf die Anschlußbahn warten muss, steht er da: So groß wie ich, schlank, schwarze Haare, Brille und keine 08/15 Klamotten, aber auch nicht total ausgeflippt. Seriös sozusagen, ohne langweilig zu wirken. Allerdings würde er eher in einen schnittigen BMW passen, als in eine S-Bahn.

Wir schauen uns immer lange an (also für mich, die Augenkontakt schwer halten kann, fühlt es sich ewig an). Einmal sah er mich, ich ihn und er ging ein paar Schritte zur Seite und wenn mich mein Gefühl nicht täuscht, vermute ich, dass er testen wollte, ob ich wirklich ihn meinte. Ich meinte ihn und demnach sah ich ihm auch einfach hinterher.

Ein ander mal fühlte ich, dass er mich wohl gleich ansprechen würde, doch da kam ein (vermutlich) ehemaliger Arbeitskollege zu ihm.

Ich hab bis jetzt nur 2x völlig fremde Männer angesprochen, bzw. einen nahm ich einfach an der Hand und schleifte ihn aus der Disco ins Freie, dort, wo man sich normal unterhalten konnte. Blinddates hatte ich massenhaft, was ich heute auch nicht mehr kann (und möchte).

Interesse besteht, sonst würde er ja nicht so lange zu mir rüber schauen. Er könnte mir höchstens sagen, dass er verheiratet/verlobt/vergeben ist. Das wär schade, aber auch nicht schlimm oder peinlich.

Ich glaube, dass es heute für Männer auch nicht mehr so einfach ist, eine fremde Frau anzusprechen. Und ab 30 muss man ja eher mit Ehemann, Kinder usw. rechnen, als mit jungen 19. Müßte ich ihm also ein eindeutiges Signal geben. Dafür bleiben mir nur wenige Minuten, denn leider warten wir nicht auf dieselbe Bahn.

Und ich Depp stürze heute in die Bahn, weil die gerade da stand (obwohl ich noch massenweise Zeit für nächste hatte) und würdige ihn keines Blickes. Mädl, so wird das nix...

Also träume ich noch ein wenig (das kann ich wahrlich gut!) wie es wäre, mit ihm....

und freue mich weiter auf den Donnerstag.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Du gefällst mir heute gar nicht

Das war der Satz den ich immer von meiner Mutter hörte, wenn ich etwas blass um die Nase war oder lustlos im Essen herum stocherte.

Das blöde ist, dass Kinder alles sehr wörtlich nehmen und nicht als Metapher oder Umschreibung. Genauso wie sie mit Ironie wenig anfangen können.

Und so hörte ich (sehr oft), dass ich meiner Mutter nicht gefalle. Was ich natürlich ändern musste. Es ist doch sehr bedrohlich, wenn das Kind spürt, dass es der Mutter nicht gefällt! Und so tat ich alles mögliche, nur damit ich ihr wieder gefalle.

Manchmal wenn ich dann ihr zuliebe etwas tat, was ich eigentlich nicht wollte oder lachte, obwohl mir zum heulen war, kam tatsächlich der Satz: Jetzt gefällste mir schon besser.

Und ich lernte, dass ich anderen gefalle, wenn ich nur lieb und lustig genug bin. Und dass es den anderen gar nicht gefällt, wenn ich lustlos, traurig, kränklich bin. Und lernte mich zu verstellen...

Fiel mir heute so ein, dass ich diesen Satz wieder hören würde, würde mich meine Mutter derzeit sehen. Tut sie aber zum Glück nicht.

Nach fast 12 Stunden Bettruhe, ging es dann in der früh gleich hinaus. In den Park. Ganz dunkel war es noch, was ich normalerweise gar nicht mag, da die Anspannung gleich wieder steigt. Aber ich musste an die Luft. Damit ich wenigstens mir selber wieder gefalle. Haha.

Doch mulmig wurde mir schon, als da mitten im Weg ein schwarzes Knäuel lag, mit schimmernden Äuglein in der Mitte. Definitiv zu groß für eine Katze. Ging langsam und vorsichtig in großem Abstand drum herum. Hatte keine Lust von einem tollwütigen Tier angegriffen zu werden.

Und wehe, es traut sich die Sonne heut noch raus. Dann vermöbel ich sie aber! Ordentlich!

So, bin wieder im Bett!

Dienstag, 18. Oktober 2011

Beschissen

So eine PMS-Zeit kann echt übel werden....manno.
Ich bete nur, dass ich heute schnell einschlafe. Mich kotzt mein Leben derzeit echt an, so richtig.
Kann man nicht irgendwo Praktikum machen, in dem man nur mal zuschauen kann, wie Leben so funktioniert?

Auf der anderen Seite habe ich mal wieder das Gefühl, dass da draußen irgendwas ist, dass sich um mich kümmert.
Sagte ich vor 3 Stunden am Telefon noch zu ner Freundin, dass ich absolut keine Ahnung habe, wie ich morgen arbeiten gehen soll, da ich einfach nur kaputt und so dermaßen erschöpft bin, dass ich gar keinen Vergleich mehr finde, um das zu beschreiben,
da klingelt nun wiederum das Tel. das morgen der Arbeitstag gestrichen wird.
Wegen Handwerkern.
Danke. DANKE!

Ich werde es mir somit einfach gut gehen lassen. Wenn ich was finde, was mir gut tut.

Das zerbrechliche Leben

Das Buch das ich mir am letzten Supersamstag gönnte. Ich las es sehr aufmerksam, weil der Titel so gut zu mir paßt und weil dieser ganze Tag irgendwie besonders war, da dachte ich, dass ich dem Buch nicht zufällig übern Weg lief.

Anfangs störten mich oft die Rückblenden in die Vergangenheit, mitten an spannenden Stellen. Nervig. Und es war leider sehr oberflächlich, es reißt viele Möglichkeiten an, wie oder mit wem es weiter gehen könnte, vertieft das aber nicht. Das finde ich schade. Man hätte mehr draus machen können. Berührend ist es dennoch irgendwie. Wie der alte Mann eine riesen Orgel selber baut, für seine Frau. Doch die kam vor langer Zeit bei einem Schiffsunglück ums Leben. Aber weiß man es? Vielleicht kommt sie ja wieder...und dann soll sie ihre eigene Orgel haben.

Eine kleine Stelle aus dem Buch, die mir gefiel:

Ach ja, so wenig zu sagen, so wenig zu tun, und die Angst so groß, an gewissen Tagen, sich verlassen zu finden...im Stich gelassen...noch Stunden vor sich, bis es klingelt zum Schlaf, und nichts mehr zu sagen, nichts mehr zu tun, dass die Tage vorbei gehen, gewisse Tage, ganz vorbei, es klingelt, und wenig oder nichts gesagt, wenig oder nichts getan.

Das gute an dem Buch war, dass hinten weitere Vorschläge standen und dort suchte ich mir ein neues Büchlein aus, das zum Glück die Bücherei hatte.

Und sonst so? Gestern war ein Scheißtag. Fühlte mich sehr gereizt und jammerig. Hatte auch keine große Lust auf die Gruppe. Kann meine schlechte Laune immer schlecht zurück halten und dann bekommt sie schon mal jemand ab, der gar nix dafür kann.
Ja, nicht gerade die feine Art, kann das noch nicht anders steuern, als dass ich mich komplett zurück ziehe. Und das werde ich auch heute noch tun. Mein Rad putzen und pflegen und Kekse backen, ganz gemütlich vor mich hin werkeln und in mir selbst versinken.



Sonntag, 16. Oktober 2011

Hör auf Dein Herz!

Das ist so ein Satz den vornehmlich selbsternannte Esoterikgurus nuscheln und den ich nie verstand. Was plappert denn da dauernd in mir? Ist es das Herz? Oder der Verstand? Oder ein Kritiker? Oder übernommene Elternvorstellungen?

Herz, das klingt kitschig, süßlich, träumend, blutig. Wofür steht Herz? Für das Leben, klar. Aber auch für die Gefühle. Hör auf Deine Gefühle! Und schon wird ein Schuh draus.

Und sonst so? Der gestrige Tag klingt wohlig nach. Ich hab zwar komischerweise beschissen bis gar nicht geschlafen, aber das macht nix. Schöne Erinnerungen sind was schönes .-)

Zum Beispiel fiel mir noch ein, als ich aus dem Buchladen kam, dass ich Rufe, Schreie, Trommeln und Lautsprecherdurchsagen hörte. Aber nicht voller Gewalt, sondern voller Energie! Ich hatte Gänsehaut am ganzen Körper und das nicht aus Kälte. Es fühlte sich kraftvoll an und stark, gar nicht bedrohlich und da wußte ich auch wieder was da los war:

http://www.echte-demokratie-jetzt.de/15-o/

Ich wär gern näher dran gegangen, schob dieses Bedürfnis aber leider weg.

Jaja hör auf Deine Gefühle!

Und dann tauchten da noch zwei Träume auf.

In einem warf ich meine Mutter hinaus. Das war nicht leicht, aber ich schaffte es! Ich wollte nicht, dass sie neben mir liegt. (den anderen meine Grenzen aufzeigen und durchsetzen).

Und der andere: Ich sollte in der Schule ein Referat halten. Horror! Fast so schlimm wie in einem Restaurant zu essen. Als Sozialphobikerin wär ich da nicht nur etwas aufgeregt, sondern kurz vorm Herzstillstand! Also überlegte ich, wie es gehen könnte. Doch dann wurde mir klar: Das wäre so ein Kraftaufwand, so eine Überwindung, das es sich gar nicht lohnte. Nur für eine Note. Also, dachte ich mir: Machst es nicht. Ohne es zu probieren. Kassierste gleich den Sechser.

Ich glaube das hat auch was mit Grenzen zu tun. Nämlich mir selbst gegenüber eine Grenze zu wahren. Und eine realistische Kosten/Nutzenrechnung aufzustellen. Fakt ist (auch wenn es nur ein Traum war) so ein Referat zu halten, würde mich maßlos überfordern und mir und meinen Nerven mehr schaden.

Und noch zur Erinnerung an gestern:


Samstag, 15. Oktober 2011

Roseninsel

Mein Top-Rezept für einen Entspannungstag:

- wandern (leichte Bewegung und viel frische Luft ist einfach unbezahlbar)
- ein Tag am/auf dem See
- Hund knuddeln
- das alles mit dem weltbesten Kumpel und viel dabei lachen

Halleluja, geht's mir gut!!!!!!
Und weil es hier so wenig Fotos gibt, heute gibt's welche:

Verstand Kumpel nicht, warum ich diese Auslage fotografierte. Männer!!!

Da saßen wir und saßen und mampften, erzählten, schwiegen, schnauften selig..

Starnberger See

Der eigentliche Rosengarten war natürlich schon total verblüht, aber ich fand noch diese wilde Rose :-)


Mit dieser Fähre kann man von Feldafing übersetzen.(ich empfehle noch dazu: In Possenhofen am See bis Feldafing spazieren, superschön!) Erst wieder ab 1.Mai 2012. Unbedingt Lilli streichen, den Boardhund! (man weiß immer ob die Fähre grad da ist oder nicht, man hört es vom Hund *kläffkläff*)


Wir lachten. Wir blieben stehen. Ein Fehler. Wurden sofort von älterem Herrn angeschnauzt und weiter gewunken. Wir waren halt nur einfache Wanderer und keine High-Society. Winkten fröhlich zurück, zogen die Köpfe ein und marschierten den Weg weiter, jaaa quer über den Golfplatz!

Der Oberhit war aber noch davor: Ich stöberte in einer Buchhandlung und fand das Buch: Das zerbrechliche Leben (wo ich doch gestern dachte, dass mein Leben an einem Punkt schon zerbrochen ist), spielt in Schweden (mein Lieblingsland!) und natürlich von einem Eigenbrötler (!!!). Musste mit. Auch wenn das meine Kasse derzeit nicht zu läßt. Aber hmpf, war runtergesetzt :-)

Um später von weltbestem Kumpel noch eine Postkarte geschenkt zu bekommen: Mit einem Leuchtturm.(!!!)

An einem Tag - alles was ich liebe!
Gut auszuhalten!

Freitag, 14. Oktober 2011

Andere Menschen

Prinzipiell interessieren mich ja andere Menschen schon.

So von der Ferne. Da ist es ganz spannend in fremden Familien zu arbeiten: Wie leben die? Was denken die? Was fühlen die? Was sind deren Träume? Ziele? Wünsche?

Hier eine OP, da Ärger in der Arbeit und dort viel Freude, Bücher die gelesen werden, Medikamente die genommen werden, DVD's und CD's ein Sammelsurium eines Lebens.

Doch ich frage mich auch: Sind die noch glücklich zusammen? Wünschen die sich noch ein Kind? Ist sie einsam unter der Woche, wegen der Fernbeziehung? Trinkt er wirklich soviel Alkohol? Wie haben sie sich kennen gelernt? Wie würde ich das Haus einrichten, wenn es mir gehören würde? Sitzen die am Wochenende in trauter Verliebtheit auf dem Sofa? Oder im Garten? Laden sie viele Freunde ein? Oder streiten sie viel?

Und eigentlich wär jetzt mal mein Haushalt an der Reihe. Derzeit herrscht hier wirklich viel Chaos. Muss aber warten. Ich bin fix und foxi, noch schnell was essen und dann mit Kaffee und einer Leckerei auf die Couch

Jucheeeee!

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Ich gestehe...

...ich war nicht schwimmen.
Warum?
Hmmm, lass ma raten, zur Auswahl stehen:
- Nochmal raus? ( das ist derzeit in der Tat schon viel, was ich so unterwegs bin und mich ja auch stresst.)
- irgendein Knilch in mir, der nicht will, dass es mir gut geht z.B. tief entspannt nach 1 Std. schwimmen
- oder schlicht: Faulheit.
Oder aber, da sich derzeit eh viel in mir ändert: Schwimmen hat ausgedient.
Was ich eher weniger glaube, sondern ein Mischmasch aus obigem.
Schade finde ich es trotzdem.

Als klitzekleiner Ausgleich werde ich am Samstag zumindest AUF dem Wasser sein. Die letzte Schifffahrt in diesem Jahr will gefeiert werden :-)

Dafür war die Nacht heute sehr gut und Therapie (endlich nach 3 Wochen wieder) ebenso.

Und überhaupt: Ich starte den 164. Versuch bei den Nachbarn, die endlich daheim sein sollen (was machen 80 jährige denn ständig unterwegs??) um mir mein Paket zu geben!!! HimmelArschundZwirn.

So.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Die Wechseljahre eines Atomkraftwerks

So fühl ich mich nämlich gerade.
Schwitzig, hitzig, voll unter Dampf, unruhig, ohne Ventil.
Na gut ein kleines. Ein kleines Ventil.
Inzwischen weiß ich ja was ich tun muss, wenn mein Körper von Streßhormonen überflutet wird:
Langsamer, aber gleichmäßiger Ausgleichssport. Also Radl.
Eine ebene Strecke, ohne große Steigung. Der Sturm imitierte die Steigung. Küstenbewohner würden mich nun auslaschen. Sturm? Das ist ein angenehmes, laues Lüftchen!

Nicht für mich.
Achso und viel trinken und nach Sport und Dusche kommt die Ruhe dran.
Und zwar wirklich Ruhe.
War die letzten 2 Tage doch ein bissl viel für meine Nerven.
Morgen nach der Therapie mag ich noch schwimmen gehn. Tut mir auch gut.

So, ich tacker mich mal auf der Couch fest.

Dienstag, 11. Oktober 2011

Uaaahhh und ein Buch

Man, man, man, das ist echt hammerhart so erwachsen zu sein, für sich einstehen, seine Pläne durchziehen-neu ordnen, um Hilfe bitten, sich um sein Zeug zu kümmern.

Heute Vormittag all das gemacht. Alles erledigt. Alles in reinen Bahnen.
Mit all der Existenzangst, fast schon Panik und Scham. Ach viel alte Scham mit dabei.

Früher hab ich mich um gar nix gekümmert. Ich dachte wirklich, wenn ich nicht hinschaue ist es nicht da oder verschwindet einfach so. So *plopp* und wech.
Jetzt sehe ich, dass es wirklich besser ist, sich drum zu kümmern, wenn der Schaden noch klein ist.
Zwar auch mit Angst, viel Herzklopfen und nasse Hände, dafür mit weniger Druck und ruhigem Gewissen.

Trotzdem heißt es nochmal die nächsten 12 Monate harten Sparkurs zu fahren.
Schade, ich dachte, da ich ja nun etwas dazu verdiene nun mal ein paar Tage auf die Huskyfarm oder zu einer Freundin in die Pfalz fahren könnte.
Ach...

Mein Ergebnis des Gutachtens erfahre ich nun endlich am 21.Okt. Find das ganz schön unverschämt, mich so lange warten zu lassen und werde das auch sagen.
Gestern in der Gruppe ließ eine ganz klar durchblicken, dass sie der Meinung ist, dass die Leute die angeblich erwerbsunfähig sind, ja nur arbeitsscheu seien. Faste machte es wieder *plopp* - diesmal wegen der reißenden Hutschnur.
Ich konnt das aber bei ihr lassen, weil ich gar nicht scharf auf die Rente bin und diese wirklich erst beantragen werde, wenn das Arbeitsamt sagt, dass ich von denen keine Unterstützung mehr bekomme. Freiwillig nicht. (was sie nicht überzeugte, mir dann aber auch lauwarm sonstwo vorbei ging)

Und ich kenne 3 Leute real, die auch diese Rente wegen Erwerbsunfähigkeit bekommen und es denen deswegen überhaupt nicht besser geht. Die tagtäglich mit dem ganz normalen Alltag schon zu kämpfen haben. Glücklich und zufrieden ist was anderes.
Natürlich wird es auch bei diesem Thema schwarze Schafe geben. Wie überall.

So, jetzt aber zum Buch:

Rastlos

Ein Titel der mir natürlich sofort ins Auge sprang und mein Herz hüpfen ließ. Der Untertitel: "Erinnerungen eines Nomaden" ließ dann auch meinen Geldbeutel hüpfen.

Ich war vier Jahre alt, die Uhr hatte viermal geschlagen und „Becher“ bedeutete Becher. Ich war also ich, ich war da und es war genau dieser Augenblick, kein anderer. Welch befriedigende neue Erfahrung, all dies mit Gewißheit sagen zu können

Ein Junge, der bis zu seinem 5.Lebensjahr mit keinem Kind gespielt hat und sich somit eine imaginäre Welt schuf mit fiktiven Figuren, Fahrplänen und Reiseberichten (gut Kinder machen das ja mal ganz gern).

Mit 16 sah er das erste mal einen anderen nackten Menschen (und es waren nicht seine Eltern).

- Ich erkannte, dass ich nicht der war, für den ich mich hielt, oder besser gesagt, dass es ein zweites Ich in meinem Inneren gab das urplötzlich das Kommando an sich gerissen hatte.

- Obwohl ich darin geübt war, so zu tun als existiere ich nicht...

- Ich dagegen war so daran gewohnt, meine Intentionen vor jedermann zu verbergen, dass sie mir gelegentlich selbst nicht klar waren.

- Tante Adeleide zu besuchen hieß, als fertiges menschliches Wesen akzeptiert zu werden, statt sich wie ein gefangenes Tier mit unvorhersehbaren Reaktionen behandeln lassen zu müssen.

Bis auf wenige Stellen fand ich das Buch leider langweilig. Er beschreibt monoton mit wem und wo er sich traf und was sie taten. Gut, Erinnerungen eben. Hätte man aber bestimmt etwas lebendiger gestalten können...


Manchmal frage ich mich schon: warum sind immer die verkrachten Existenzen so sehr auf der Suche? Andererseits, das Nomadentum war ja sehr sehr lange unsere natürliche Lebensweise, bis wir seßhaft wurden und Fernseher und Fitneßstudio erfinden mußten, um einen Ausgleich zu schaffen.

Montag, 10. Oktober 2011

Ich, anders

Ich tanz immer aus der Reihe.
Gar nicht mal mit Absicht. Ist einfach so. Immer ne Extrawurst.
Vor allem beim Zahnarzt ist das nervig. Der haut mir die größte Ampulle Betäubung rein und ich merk immer noch was. Bekomm ich nur die kleinste, weil nur eine Minifüllung rausgebohrt werden soll, hock ich stundenlang mit gefühlter Hamsterbacke da.

So nun ist erstmal alles fertig. Ich auch.
Hätt mir die Dusche heut morgen sparen können. Angstschweiß war in Massen zu Besuch.
Ich ertrage einfach nicht das Fitzelchen an Schmerzen. Geht nicht.
Tätowieren und piercen ist kein Problem, aber wehe es wird medizinisch. *grusel*.

Eigentlich könnt ich mich jetzt erleichtert freuen und mich weiter erholen und schlafen und lesen, weil es draußen so schön regnet.
Kann ich aber nicht wirklich, denn ich bekam die Rechnung für die Show beim Doc gleich mit. Und die ist höher, als ich dachte. Das ist scheiße.
Mal sehn was ich da mache.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Sei bloß nicht tapfer!

Ich hab dieses Trara um die Tapferkeit schon immer gehasst.

Da hat man sich mit Müh und Not die Tränchen verkniffen, nur um so ein blödes Plastikspielzeug oder ein Eis zu bekommen. Befriedigt hat mich das nicht. Irgendwie spürte ich schon als kleiner Mensch, dass der Preis zu hoch ist. Nur damit die anderen stolz verkünden können: Sie hat gar nicht geweint! Ohne Mucks saß sie da! Mich schüttelts da heute noch, wenn ich so etwas höre. Merken die gar nicht was sie da anstellen?

Und später, wenn der Mensch größer geworden ist und eiskalt lügt, betrügt, ja gar vergewaltigt und mordet schreien sie alle, weil er so völlig regungslos dasitzt und keine Reue zeigt. Es schreien genau die Leute, die ihm genau das beibrachten: Keine Gefühle zu zeigen, beziehungsweise sie erst gar nicht zu haben!

Ich hab heraus gefunden, dass wenn mir was weh tut und ich AU schreie, es mir schneller besser geht. Das Gefühl hat sich ausgedrückt. Natürlich kann man dies auch in anderen Situationen, z.B. bei Ekel, Empörung, Wut...

Ich will gar keine aalglatte Fassade mit mir herum tragen, die ausdrücken soll, dass mich das alles gar nichts kümmert. Denn: Es kümmert mich, es bekümmert mich!

Spontaner Gefühlsausdruck hat auch was mit Lebendigkeit zu tun. Logischerweise die unter/niedergedrückten Gefühle mit der Depression.

Morgen geht’s noch einmal zum Zahnarzt.

Ich werde nicht tapfer sein.

Gibt ja auch kein Spielzeug mehr.

Samstag, 8. Oktober 2011

Veränderung

Als ich schon einmal den letzten Faden zu meiner Familie zerschnitt, ging es mir so gut, dass ich sogar das rauchen lassen konnte.

Auch jetzt merke ich die Auswirkungen sehr schnell. Zum Beispiel, dass ich mehr zu mir steh:

Letztens in Arbeitsstelle No.1:

Frau der Familie steht mit Freundin in der Küche und plaudert. Frau weiß, dass ich auch in die Küche muss, um weiter arbeiten zu können. Ich stehe im Türrahmen und schaue zu was die zwei so kochen. Freundin geht an mir vorbei und ruft der Frau zu: "du ich glaub die will was fragen!" Gemeint war ich. Ich grinste, holte mein tiefstes bayrisch raus und verklickerte ihr, dass ich nur warte, bis sie die Küche räumen! Entsetztes Gesicht und ein gestottertes achso, war die Antwort.

Merke: Nicht jede Haushaltshilfe ist Ausländerin, die kein deutsch versteht.

Kurz darauf in der Bücherei. Meine ausgewählten Bücher werden gescannt. Mit den Worten: "Viel Spaß dabei und genießen sie noch das schöne Wetter!" Werde ich verabschiedet.

Ich: Ah neee, ich warte schon heiß und sehnsüchtig auf den Regen!

Büchereifrau: Ja der soll ja bald kommen.

Ich: Zeit wird’s, is ja nicht auszuhalten fast 3 Wochen Sonnenschein bei über 20 Grad.

BF: (schaut sehr irritiert) aber es wär jetzt kein Problem für Sie, wenn das noch 3 Wochen so wäre?

Ich: OH DOCH! UND WIE! DA WÜRD ICH AUSWANDERN!

BF: (verliert fast die Fassung) ach ich hab mir letztens gewünscht, dass das Wetter noch bis Weihnachten hält.

Ich: (mit gequältem Gesichtsausdruck) bloß nicht...

So ging das noch eine Weile hin und her und ich war kurz davor noch zu sagen: Schauen Sie mich an, ich hab nur schwarze Klamotten an, ich gab gerade ein Buch über Depressionen zurück, weil ich die nämlich hab. Und wenn man depressiv ist, will man von dem scheiß Sonnenschein einfach nix wissen!

Habs mir aber doch verkniffen. Wir einigten uns dann lachend, dass das Wochenende ruhig regnerisch sein darf, es aber am Montag zumindest wieder trocken sein soll.

Ich fühl mich gut!

Freitag, 7. Oktober 2011

Du sollst nicht merken

Vielleicht hat A. Miller in dem gleichnamigen Buch das Thema so beschrieben, dass man es auch versteht. Das oft die Wahrheit verschleiert wird, weil man sie nicht erkennen darf.
Das predigt die Kirche ja auch schon einige Jahre. Die Geschichte mit Adam und Eva, die durften ja auch nicht vom Baum der Erkenntnis futtern. Sonst gehts schnurstracks in die Hölle. Oder so.

Vielleicht meinte ich immer meine Eltern, wenn ich mich stellvertretend gegen andere Autoritäten auflehnte. Gegen den Chef, gegen die Polizei, gegen alles mögliche.

Vielleicht wollte ich schon sehr lange von meinen Vater weg. Und zog stattdessen immer wieder um. Blieb aber innerlich mit Vatern verstrickt.
Macht genausoviel Sinn, wie bei einem gebrochenen Bein Eukalyptusbonbons zu lutschen.

Vielleicht wollen die Anhänger des bedingungslosen Grundeinkommens eigentlich (endlich mal) bedingungslose Liebe ?
Vielleicht wollen sie einfach versorgt werden und nicht immer dieser Leistungsdruck, an dem man mehr oder weniger zugrunde geht.

All das hat natürlich auch was mit mir zu tun. Denn meine Frage ist ja immer wieder: was ist erwachsen-sein? Und wie erwachsen bin ich?
Heute hat es mir riesen Spaß gemacht selbst für mein Leben verantwortlich zu sein.

Zu spüren, dass mit der Arbeit mehr Würze ins Leben kommt, ich das Wochenende wieder ganz anders wahr nehme und bewußter genieße.

Das ich selber für mein Geld zuständig bin, was auch heißt, anstehende Anrufe bei Ämtern zu erledigen und jetzt die Anträge auszufüllen, damit ich zuviel gezahltes wieder bekomme.

Meine Zeit und Kraft in die Menschen investiere, die das zu schätzen wissen.
(die Reaktion eines Freundes freut mich immer noch und da macht es doch gleich viel mehr Spaß das weiter zu machen).

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Auf und nieder

Nach nicht einmal 4 Stunden Schlaf, bin ich entsetzt hochgefahren:
Oh Gott, was hab ich getan!?!
Ich dachte, das wär nur ein böser Traum gewesen. War es aber nicht.
Kurz darauf bin ich gutgelaunt und vollkommen entspannt unterwegs gewesen.
Ich! Entspannt! Draußen! Jaaaa, beim Doc und einkaufen und spazieren. Und wohl hab ich mich gefühlt, sooo wohl und wollt gar nicht mehr heim.

Dann kam wieder die Niedergeschlagenheit, dass mir was fehlen würde.
Und so ging's munter weiter. Rauf und runter. Ich schau da einfach hin und lasse alles zu was da so hoch kommt.
Denn jetzt kann ich mich endlich auf meine Gefühle konzentrieren und nicht noch auf die meines Vaters und was der wieder fordert und erwartet.

Es wird klarer in mir. Langsam.
Leicht ist es trotzdem nicht. Aber leichter fühl ich mich. Der Druck ist weg. Die Belastung. Die Verantwortung. Freiheit.
Den Schritt hab ich 4 Jahre lang hin und her gewälzt (schon wieder die 4!!!) als mir das erste Mal klar wurde, dass da in der Beziehung irgendwas nicht stimmt. Damals sagte ich meinem Vater, dass ich die nächsten 10 Tage nicht erreichbar bin (war Vorschrift in der Klinik in der ich gerade ankam) und er? Er tobte, er laberte mir die Mailbox zu, er war verzweifelt.
Weil ich nicht mehr für ihn zur Verfügung stand. Boah!

Der Tag geht dem Ende zu und ich schau auf einen lachsfarbenen Strauß Rosen. Den gönnte ich mir heute.
Und warte sehnsüchtig auf die nassen, kalten Herbsttage!

Abschied

Ich hab es getan.

Ich sah meine alten Unterlagen zum Thema narzisstischer Mißbrauch durch, die ich einmal sammelte, als meine Mutter Thema war. Wenn ich aber statt Mutter den Vater einsetze, paßt es genauso. Ich hab es nur lange nicht sehen können, weil mein Vater seine Beweggründe hübscher verpackt hat und ich dachte, dass das Liebe sei.
War es aber nicht, sondern Ausbeutung.
Und damit ist jetzt Schluß!

Passend dazu die heutige Tageskarte:
Heute nehme ich wahr, wenn ich mit bestimmten Menschen anders bin.

Ein Plädoyer für emotional missbrauchte:
Da der Link nicht funktioniert: Einfach bei Google Du trägst das Heilmittel in Deinem eigenen Herzen.Eingeben, der erste Treffer ist es. Den Titel find ich etwas irreführend und "eso", is es aber nicht.

Und natürlich ein Mut-mach-Song:

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Na sowas...

Hab ich also vorgestern beschlossen, meinen Vater ein zweites Mal aus meinem Leben zu werfen, da träumte ich:
Dass ich auf einer Hochzeit bin und mitten in diesem Menschenauflauf natürlich essen sollte (mein persönlicher Horror mit anderen oder in der Öffentlichkeit zu essen). Ich hatte Angst, bekam aber ganz liebe kleine Mut-mach-Zettel (u.a. von dem Pfarrer!!) und irgendwann merkte ich, dass ich ganz entspannt aß!

Außerdem fiel ich gestern, nachdem ich das Geschenkpaket bei der Post abgab, wie ein nasser Mehlsack um und schlief tief und fest 2 Stunden lang.
Normalerweise ist meine Mittagsruhe derzeit gestört, von extremen Herzrasen sogar mit Schmerzen. Sehr unangenehm.
Nix davon war nun zu spüren.

Das Problem: Der Herr weiß noch nix. Und das zeigte sich heute Nacht: Nach jedem Traum war ich hellwach.
Dementsprechend k.o bin ich nun.
Werde aber trotzdem arbeiten gehn, weil es a) in meiner Lieblingsfamilie ist und ich b) gerade ein wenig Luft von meinem Kopfkino gebrauchen kann.

Dienstag, 4. Oktober 2011

Was ich will...

Ich möchte mehr Menschen in meinem Leben haben, die offen und ehrlich mitsamt ihren Gefühlen kommunizieren können.

Vielleicht gleicht das einem Lottogewinn.
Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.
Die Hoffnung, dass mein Vater dies jemals tut, hab ich gestern mitsamt den anderen Illusionen hinaus gefegt.
Nicht alles. Das geht glaub ich nicht. Das ist zu heftig. Denn zu erkennen, dass wirklich gar keiner aus meiner nahen Familie für mich da sein konnte/kann, macht Angst. Und traurig.
Aber die Wahrheit kommt immer näher.
Der Abstand zu meinem Vater immer größer.
Also hab ich kurzen Prozeß gemacht und nun sein Geschenk per Post geschickt.
Naja so kurz war der Prozeß nicht. Egal. Es ist weg.
Ich fühl mich um 10 Kilo leichter (nein, so schwer wog das Paket nicht).

Also wünschte ich mir heute morgen, dass es mehr echte Kommunikation gibt.
Und wurde erhört:
Gerade als ich das Paket aufgeben wollte, treff ich eine junge Frau.(sehr passend!)
Eine Bekannte. Wir reden kurz. Beide sind wir in Eile. Versprechen uns aber, bald zu telefonieren.
Ich weiß, mit ihr kann ich offen und ehrlich reden und werde nicht erzogen, beurteilt oder gemaßregelt. Sie läßt mir meine Verantwortung und ich ihre.

Es bestätigt sich immer wieder: Wenn ich eine Türe schließe, öffnen sich neue.
Ich brauch nur etwas Mut. Ein klitzekleines bisschen :-)

Montag, 3. Oktober 2011

Die Zahl 4 und sonst so

Seit Tagen begegnet mir die Zahl 4 ständig.
Unübersehbar.
Ich nahm es hin ohne groß nachzudenken. Bis gestern. Als ich mit einer Freundin telefonierte (2 Stunden pure, offene, ehrliche, authentische Kommunikation, das tat gut!) und wir auf das 4.Gebot kamen: Du sollst Vater und Mutter ehren.

Mit dem ganzen Drum und Dran wurde mir klar, dass ich eigentlich eine liebe, brave Tochter sein müsse, die ihren Vater zum Geburtstag besucht.
Ich will aber nicht. Also drücken mich schwere Schuldgefühle darnieder.
Gefahr erkannt. Gefahr gebannt. Die Depression wird leichter. Ich brauchte heute wesentlich weniger Schlaf und fühlte trotzdem mehr Kraft in mir.

Ach und überhaupt. Die spinnen doch. Mein Vater beschwerte sich bei mir, dass seine Ex (meine Mom) ihm nicht gratulierte (sind seit 20 Jahren geschieden) und damals am Vatertag (!!!) hätte sie auch nicht angerufen.
Ich seufze nur und verdreh die Augen. Was jucken mich deren Spielchen? Das ist doch Kindergarten.
Abends dann ne Mail von ihm: Ah sie hätte doch noch gratuliert.
Schön, dann ist ja der Familienfrieden wieder hergestellt.

Es ist auch immer wieder erstaunlich, wie mein Vater reagiert, wenn ich fest und klar bei meinen Bedürfnissen bleibe und keinen Millimeter davon abrücke: Er glaubt mir nicht und versucht ständig mir seine Meinung aufzudrücken.
Und es ging nur darum, dass ich wirklich keine Limo, kein Tee und nur Wasser trinken wollte.

Manmanman....

Apropo Spinnen:
Saß ich gestern abend noch auf Balkonien, bewunderte den Mond, süffelte einen Gute-Nacht-Tee (der Glaube macht's :-)) sah zu den Lichtern im Parkhaus und stutzte:
Ein Punkt neben der Laterne. Der sich bewegte! Das kann nur eine Spinne sein! Aber moment, das Haus liegt gut 50m entfernt, das muss ein großes Vieh sein.
Mich gruselte. Sehr. Je länger ich rüber starrte und den wandernden Punkt beobachtete, sah ich auch das Spinnennetz. Angeleuchtet vom Licht und dahinter war ja schwarze Nacht.
Monsterspinnen? Hätt ich nicht sooooooooo große Angst und sooooo viel Ekel, wär ich rüber, um mir das Teil mal anzuschauen.

Aber eins weiß ich auch: Danach wär es a) mit der Nachtruhe vorbei gewesen und b) wäre ich nur noch im Ganzkörperanzug hinaus gegangen.
Hab ja schon genug Neurosen....

Sonntag, 2. Oktober 2011

Eine Erfahrung reicher

Ok, ich nahm mir nicht nur eine Auszeit vom Pc, sondern auch von Büchern. Eben alles womit ich mich gerne ablenke und zerstreue.

Freitagabend war sehr entspannt und angenehm. Ich schaffte ein inneres Gespräch schriftlich festzuhalten. Normalerweise ist da der Kopf mit den Bewertungen schneller da. Diesmal nicht. Mit links (der nicht-dominanten Hand) schrieb ich den kindl./jugend. Teil in mir, ganz spontan was mit als erstes dazu einfiel. Mit rechts schrieb ich Fragen und Antworten (die wurden schon etwas mehr überlegt, soll ja achtsam und hilfreich sein).
Sehr interessant was da so zu tage kam.
Ob ich das umsetzen kann, weiß ich noch nicht.

Ich fing auch an neue Deko für meine Wohnung zu basteln, das machte Spaß.
Aufgefallen ist mir auch, dass ich wieder viel klarer geträumt habe.

Bis Samstagmittag ging es auch noch gut, ich hatte Lust auf den Flohmarkt, schlief aber auch viel und war innerlich fast ständig mit mir in Kontakt.
Was dann gestern Abend kippte.
Weil es langsam tiefer ging und da ist viel Schmerz und Trauer. In solchen Mengen, dass ich definitiv allein damit nicht klar komme. Einfach zu gefährlich, denn ich spürte die kommenden Gedanken an Selbstschädigung.

Dazu kam noch die Info, dass ja am Montag wegen Feiertag die Gruppe ausfällt und Therapie ist ja auch nicht. Da werde ich mal schauen, wie ich das anders abfangen kann.

Also hat eine gewisse Ablenkung durchaus seinen berechtigten Sinn.
Aber kürzere Zeiten der Pause und in-mich-spüren werde ich mehr einlegen und versuchen den schriftlichen inneren Dialog zu halten.