Freitag, 30. September 2011

Auszeit

Ich denke schon länger über eine PC-Auszeit nach.
Dachte aber, dass ich die Kiste ganz dringend brauchen würde.
Brauch ich aber nicht.

Mir geht's nicht gut und ich seh den Abgrund, hineinfallen möcht ich nicht.
Zuviel Zerstreuung half da noch nie.
Eher ein auf-mich-besinnen.
(neuerdings nennt man das Informationsdiät..tzzz)

Den Ausschlag gab ein Beitrag: http://www.52wege.de/h%C3%B6r-nicht-hin
Also faste ich das kommende, lange Wochenende vom PC.
Mal sehn.

Habt alle eine gute Zeit!

Donnerstag, 29. September 2011

Stumm

Ich dachte, dass es mir vielleicht hilft, etwas mit einem Kumpel zu unternehmen.
War wohl nix.

Was soll man auch sagen,
wenn man nix mehr zu sagen hat,
wenn einen nix mehr interessiert und stattdessen alles grau in grau langsam in sich zusammen fällt.

Mittwoch, 28. September 2011

Es arbeitet...

Es arbeitet in mir. Es ist kein wirkliches aufgewühlt sein, sondern eher ein diffuses sich verändern. Ein spüren und nachdenken, kein wirres grübeln. Sondern ganz klar bei einem Thema bleiben.

Da half ein ausgedehnter Morgenspaziergang heute. Nachdem ich die letzten 2 Tage nicht wirklich draußen war, tat das gleich doppelt gut.

Ein loslassen von Schuldgefühlen.

Ein spüren, dass ich auf längere Zeit nicht in der einen Familie weiter arbeiten möchte. Vorerst bleibe ich da, bis ich weiß, ob nun Rente ansteht oder nicht und was dann sinnvoll wäre. Und erst, wenn ich was neues habe, werde ich da kündigen. Irgendetwas stimmt da nicht in der Familie, fühle mich immer leicht bedroht. Ich will gar nicht genau wissen, was da schräg ist.
Auch die Klarheit dazu, tut gut.

Und natürlich das Thema Jugend. Das ist seit 4 Jahren mal mehr, mal weniger "dran". Derzeit wieder mehr. Das wird es auch bleiben, weil ich das auch in der Therapie bearbeiten will.
Viele Fragen werden beantwortet. Ein erkennen, was ich damals gebraucht hätte. Dazu half mir eine Doku bei Arte. Über 4 Stunden ging es um Jugendgeschichten. So konnte ich immer ein Stück sehen, dann Pause einlegen und es wirken lassen. Wie die Darsteller mit dem Gefühlschaos umgingen, mit den Eltern, mit Entscheidungen, mit Problemen.
Typisch Arte war die Sendung schön ruhig.

Außerdem fand ich ein Buch, das ebenfalls das Thema Jugend hat. Sohn und Vater nähern sich wieder, nachdem der eine von der Schule geworfen wurde und der andere aus seinem Job. Eine Reise in die Vergangenheit.

So wird es ein weiterer ruhiger Tag für mich. Denn auch mein Kiefer meldet sich immer wieder mal, wenn ich zuviel tue oder zuviel rede (sowie gestern am Tel.) es ist kein direkter Schmerz, aber doch ein Unwohlsein.

Dienstag, 27. September 2011

Ich mach heut blau!

Heut is alles erlaubt.
Heut gibt's kein muss. Oder sollte.

Die Nacht war..äh...komaähnlich. Wundert mich nicht, nach all der Betäubung (bei mir brauchts immer 2 Ampullen, bevor wirklich alles taub ist), dem Tavor und die normale Schlafmedizin.

Die Anspannung ist trotzdem noch leicht da. Hält das Provisorium? Tut's gleich weh? Und einfach die Erinnerungen von gestern (scheußlich, wenn einem nochmal der Geruch vom verschmorten Zahnfleisch in die Nase steigt!!).

Also: ablenken, vorsichtig essen (so mümmelnd wie ein Hase), ausruhen, dösen, leichte Kost lesen.

Ah apropo Buch:

Siebenmal fallen, achtmal wieder aufstehen

So der Titel.

Ja und noch ein Buch, das eine persönliche Geschichte über die erlebte Depression beinhaltet.

Es hat mich in der Bücherei so angelacht. Und das war gut. Philippe Labro beschreibt sehr offen und ehrlich wie es im Tal der Dunkelheit zugeht, wie beschissen er die Antidepressiva und die Überheblichkeit der Therapeutin findet. Manchmal muss man wirklich schmunzeln. Auch der Schreibstil ist locker, gut zu lesen, auch intensiv.

Überhaupt nicht erdrückend sondern eher ein Anstoß seine eigene Kraft zu finden.

Ich hab mich gegen Ende des Buches hingesetzt und mir mal die guten Seiten meiner Brüche und Abstürze heraus gesucht. Denn die gibt es. Auch wenn die Katastrophe erstmal alles lähmt. Es ist immer die Frage: Kämpfe ich – oder gebe ich auf. Der Drang liegen zu bleiben ist groß, da ist es weich und warm und man muss sich um nix mehr kümmern. Wieder aufstehen braucht Kraft und Mut, auch ein wenig Glück und die richtigen Leute.

Und der Wille. Der Wille es zu schaffen. Wer diesen Willen nicht hat, den soll man nicht verurteilen. Man kann nämlich den Willen nicht wollen. Entweder man hat ihn oder nicht.

Fröhlichen Dienstag Euch allen! :-)

Montag, 26. September 2011

Das Geschafft-Gefühl

3 Stunden beim Zahnarzt! DREI!

Ich las in letzter Zeit viele gruselige Beiträge im Bloggerland bezüglich Zahnarzt.
Das werde ich nicht wiederholen. Sondern nur das Gute berichten:

Zahndoc: "Welche Seite zuerst?"
Ich (ahnend dass es die schlimmere Seite wird):" Rechts!
Zahndoc:" Ok, im Grunde is es ja wurscht wo wir anfangen, aber so haben Sie noch etwas Möglichkeit die Sache mitzugestalten und fühlen sich nicht gar so hilflos ausgeliefert!"

Genau! Danke! Darum geht's ja!
Nachdem rechts alles erledigt war (ja es war schlimm), kam links dran. Aber schon bei der Spritze ging gar nix mehr.
Das komische knirschen (wo zum Geier spritzt der hin??), der Kreislauf sackte ab und überhaupt die ganze Anspannung entlud sich in einem finalen Heulanfall.

Bravo, Regenfrau. Gut gemacht. Mich dann gut selbstversorgt (hinsetzen, auf Toilette verschwinden, atmen und eine halbe Tavor) und dann ging es wesentlich leichter weiter.

Ich hab's geschafft!!! Geiles Gefühl.
Jetzt wart ich noch auf mein Kirschkernkissen (Nacken ist wie fest betoniert) und dann ab auf die Couch oder vielleicht gleich ins Bett.

Amen.

Samstag, 24. September 2011

Die schwarze Dame

Dass meine Nerven blank liegen, erkenne ich daran, dass ich bei den kleinsten Dingen in Tränen ausbreche. Und inzwischen ist es mir fast schon egal, ob mich jemand dabei sieht oder wo ich gerade bin.

Es ist derzeit nicht nur die nervenaufreibende Frage, wie es mit mir weiter geht und auch nicht nur die Großaktion beim Zahnarzt, die drei Termine benötigt. Sondern auch, dass September ist. Und ES sich nun zum 19.Mal jährt. Und der September, mit seinem warmen Licht, den ersten verwelkten Blättern, den empfindlich kalten Nächten, mich immer wieder dran erinnert.

Die Zeit heilt alle Wunden stimmt eben nicht immer.(oder es braucht noch viel mehr Zeit) 19 Jahre und das Grauen und der Schreck ist immer noch nicht vorbei.

Irgendwann geht einfach nichts mehr. Das will ich aber weder mir noch Freunden eingestehn. Deswegen hab ich mir vor vielen vielen Jahren diese Maske zurecht gelegt. Die gut gelaunte, freche, witzige, geistreiche Regenfrau. Die Maske liegt schon lange in der Ecke und seitdem will ich keine Freunde sehen. Ich ahne, dass sie damit nicht umgehen können, mit dem schweigen, dem weinen, der trauernden Haltung, der Ahnungslosigkeit. Und ich kann nicht damit umgehen, dass sie nicht damit umgehen können.

Ich will nicht hören: ach komm, das wird schon wieder.

Und ich kann auch nicht meinem Vater ein fröhliches happy Birthday trällern, er hat zwar Geburtstag. Aber ich bin nicht happy. Und er dann auch nicht .Und dann können wir beide damit nicht umgehen.

Wenn eine Glasscheibe einen kleinen Riß bekommt, ist sie nicht mehr stabil und die kleinste Erschütterung kann dazu führen, dass sie zerbirst. Vor 19 Jahren bekam meine Welt einen großen Riß, einen sehr großen und kurz darauf noch einen. Es ist viel kaputt gegangen und die Scherben liegen immer noch herum. In die ich manchmal trete.

Vielleicht ist das gerade Selbstmitleid.

Mitleid mit sich selbst oder an sich selbst leiden?

Und wenn schon. Darf auch mal sein.

Freitag, 23. September 2011

Die Realität

...hätte mich dann wohl mal wieder eingeholt.
Heute würde ich um die Rente regelrecht betteln. Wenn man mich fragen würde.

Vielleicht ist das wirklich nicht schlecht, dass ich die jugendlichen Anteile scharf im Blick habe und vielleicht käme dann gar kein großer Absturz.
Der Absturz kommt eher, wenn ich so weiter mache, wie die letzten 2 Wochen.
Bin ich fertig.
Ich bräucht mal selber langsam ne Haushaltshilfe!

Nach all den belastenden Tagen, wär mal wieder was lockeres, lustiges dran. Trommeln, mit Freunden Kuchen backen, wandern...alles geplant, aber ich glaub ich streiche das wieder. Zu viel.
Jeder Menschenkontakt ist einfach erstmal potentiell gefährlich und somit anstrengend. Auch wenn es sehr gute Freunde sind.

Stattdessen brauchts erstmal viel Schlaf und vielleicht in kleinen Etappen meine Wäsche-und Geschirrberge minimieren. (Bevor es ja am Montag munter weiter geht mit dem Streß.)
Und ganz gemütlich ein Date mit mir allein verbringen.
z.B. basteln, an einem Geschenk, das mir gestern einfiel. Somit werde ich mein 1.Weihnachtsgeschenk schon haben.
Jaja, da wär sie wieder, die Realität: Morgen in 3 Monaten is es ja wieder soweit.

In den Nächten merk ich das sehr wohl, deswegen kommt morgen auch wieder die dicke Daunendecke hervor.

Donnerstag, 22. September 2011

Erwachsen versus pubertär

Ach, bin ich froh, um den momentanen Frieden in mir.
Der darf auch ruhig die nächsten 2 j̶̶a̶̶h̶̶r̶̶e̶ Wochen anhalten.

Punkt 1: Meine finanzielle Lage ist, trotz der emotionalen Unsicherheit, sicher. Keine Panik. (Darauf kam ich gar nicht, das so zu sehn, aber dazu geht man ja auch in Therapie)

Punkt 2: Ich hab mal sehr gelacht, als jemand sagte: Mein inneres Kind brauch ich gar nicht finden, das ist immer da! Genau so ist es bei mir auch.
Das Problem: Die erwachsene Seite ist auch sehr präsent. Und entweder häng ich in der einen oder in der anderen. Komplett. Extrem.
Mit all den Auswirkungen. Logischerweise geht das nie lange gut. Deswegen gab es auch soviel Auf und Ab's.

Es gilt, weder eine Seite zu stärken noch zu schwächen, sondern dass beide Seiten miteinander kommunizieren (lernen).

Nach vielen Beispielen meinerseits, wie das früher aussah, wenn eine Seite überhand nahm, sah ich große Augen mir gegenüber und die Worte:" Jetzt versteh ich, warum Sie so große Panik vor der Entscheidung haben!!!"

Muss ich in Rente, bekommt die innere Jugendliche soviel Kraft, dass alle Dämme brechen. Und auf gut deutsch: Scheiße passiert. Was ich nicht will.

Weiter: "Es hilft aber auch nix, wenn sie jetzt 24 Stunden grübeln. 1 Stunde reicht auch."
Recht hat sie, die gute Frau. Ich find 1 Stunde aber schon arg wenig und einige mich mit mir auf 3 :-)

Ne im Ernst, ich bin ruhiger, gelassener, in mir klarer und seh die 2 Wochen Therapiepause nun lockerer entgegen.

Mittwoch, 21. September 2011

Daumen los lassen

Mittwoch morgen:
Die Nebelschwaden ziehen am Fenster vorbei, mir ist sauschlecht. Trotzdem würge ich das Frühstück hinunter, weil ich sonst spätestens in der Bahn umkippe.
Meine Hände zittern so sehr, dass ich die Kaffeetasse mit beiden Händen halten muss.
Die Frisur sitzt und gleich geht's zur ultimativen Entscheidung:
Wie geht's mit mir weiter?

Noch schnell eine rauchen, bis es los geht. Es geht aber nur das Telefon los:
"Hallo Frau Regenfrau, das Gutachten vom Amtsarzt ist noch nicht da, wir verschieben den Termin!"
FUCK!
Ich will wissen, was los ist. Ich will das morgen mit der Therapeutin besprechen, weil die dann für 2 Wochen im Urlaub ist. Ich will....
Die Schweine, die lassen mich doch mit Absicht so schmoren! Und ich frag noch, wie lang das dauert. Antwort: "Ach, das ist gleich bei denen."
Soso. Lügner! Idioten!

Wie oft, saß ich früher in meiner Arbeit und wünschte mir nix sehnlicher als frei zu haben. Draußen herum zu laufen. Daheim im sicheren Nest zu hocken. Meine Zeit frei einzuteilen. Nicht immer sich um andere kümmern müssen...
Und jetzt wo die Rente ins Gespräch kam, bekam ich Panik:
Will ich nicht! Auch nicht befristet!
Das Problem: Ich geb sehr schnell nach. Gestern dann die absolute Resignation: Sollen die doch mit mir machen was se wollen. Von mir aus auch Rente, dann muss ich keinem Chef mehr in Arsch kriechen, nicht früh aufstehen, mich abschuften, und nur in den mickrigen 6 freien Urlaubswochen wirklich leben.

Das weitere Problem in Sachen Arbeit: Ich bin übergewissenhaft, was dazu führt, dass ich mich regelmäßig regelrecht aufarbeite und zusammen klappe. Ich kann nicht einfach nur einen Job machen. Ich muss ihn perfekt machen!
Fehler waren früher untragbar. Mich haben die Schuldgefühle fast umgebracht.
Und ich hasse Fremdbestimmung. Da bekomm ich so große Angst, dass ich meine Sachen packe und abhaue.

Abhauen. Genau, das wär's. Wenn ich Rente bekomm. Schnapp ich mir nen bunten VW-Bus und schau mir die Welt an und und bleibe nur da, wo ich will.
Mich wegträumen. Auch das ein Überlebensmechanismus.
Ist okay, solange ich das nicht in die Tat umsetze.(was ich früher gern tat und schon einmal alles hinter mir ließ)

Also verschlang ich gestern am Nachmittag 236 Seiten: Nächsten Sommer. Ein Buch das nach Aufbruch schmeckt. Nach Abenteuer. Ein sehnsuchtvolles und witziges Roadmovie. Und mit verdammt vielen Ähnlichkeiten aus meinem Leben: der Freund mit Spitznamen Dio, der Heizungskeller, der Typ der behinderte Kinder fährt und ihm der autistische Bub besonders am Herzen liegt, die CD von Cat Power, die sie hören (und ich die Frau erst vor kurzem hörte und für toll befand!)die Sehnsucht nach mehr, der Frage was das Leben eigentlich ist und wozu man selbst da ist.
Können es so viele Zeichen sein? Oder ist das nur Zufall?!

Nur, dass ich keinen Onkel habe, der mir ein Haus in Frankreich vererbt.

Und weil ich schon so im träumen bin und mir vorstelle, wie das dann wird (was will ich denn hier noch, eingepfercht in der Miniwohnung..usw) muss auch gleich der Film Into the wild mal wieder geguckt werden. Gänsehautkino.

Ich weiß nicht was ich mache....nächsten Sommer. Es wird sich zeigen.

Und ihr seht mich als Punkt
am Horizont verschwinden,
um ein Stück weiter hinten,
mich selbst zu finden.
Thomas D.

Dienstag, 20. September 2011

Ein Abend

Das blöde am sich-spüren ist ja, dass man sich eben spürt.

Mit all der Trauer, all der Sehnsucht, all dem Schmerz und den unerfüllbaren Wünschen...

Gestern abend:

War schön: da wir zu früh beim Mädelsabend waren und sind wir nebenan zum Bauernhof gegangen, um die Ponyherde zu streicheln. Dabei fielen mir die Probearbeitstage auf Gut Aiderbichl ein. Mit Tieren erlebt man immer was. Hatten viel Spaß :-)

Danach weniger schön: eine Frau muss mir immer an's Bein pinkeln. Weiß der Geier was ihr an mir nicht passt. Versuche es zu ignorieren und sie als alte, blöde Schachtel abzuhaken. Keine Lust auf Konfrontation.

Später, wieder im Auto, erzählt, dass ich gefragt wurde, ob ich vom Seniorenzentrum eine Frau 1x wöchentlich spazieren fahren möchte. Mein innerer Kampf: Eine Seite schreit: Die aaarme, aaalte Frau, hat bestimmt niemanden und muss immer in diesem Heim sitzen, nur ICH kann ihr helfen und sie retten. Die andere Seite hat daran überhaupt keinen Spaß und fragt sich: Muss ich immer die heilige Samariterin spielen und immer den anderen helfen? Nein, ich will das nicht und AUS.

Antwort meiner Fahrerin: Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben. Du entscheidest!

Wenn das so einfach wäre. Ich packe nun mein schlechtes Gewissen weg und starte in den kalten Tag (auf dem Hausberg meiner alten Heimat hat es geschneit!).

Montag, 19. September 2011

Das kleine ABC

A steht für Achtsamkeit Angefangen wieder die geführten Imaginationen von Reddemann zu machen

B steht für Bauchatmung Schon nach wenigen Minuten merke ich, wie entspannter ich werde und wie oberflächlich ich sonst schnaufe

C steht für Check-Liste. Frage mich wieder jeden Abend: Was habe ich heute gut gemacht? Oder: Was tat mir heute gut? Verändert den Blickwinkel und derzeit starre ich wieder viel zu sehr auf das, was kaum oder schlecht klappt. Was mich wiederum dann besonders nervt, wenn meine Therapeutin voller Enthusiasmus (naja nicht ganz so überschwänglich) meint, dass ich das alles doch wunderbar meistere.

Heute sehr erholt aufgewacht. Was wirklich extrem selten vor kommt. Es ist mir auch egal, zu welcher Uhrzeit ich dann schon wach bin. Hauptsache diese wunderbare Entspannung. Das ist so ein Segen für mich.

Eigentlich seltsam, denn gestern war ich zuviel am Pc, mit zuviel Kaffee. Meist gibt das eine schlechte Nacht. Tja, was solls, ich versteh mich selbst eh schon lange nicht mehr. Ich nehm es heute mit Humor.

Jetzt heißt es: Die Energie nicht wild verpulvern. Also werde ich mich ans meditative bügeln machen :-)

Und danach ein 2.Frühstück genießen und spüren, was ich heute noch machen will.

Kommt gut in die Woche!

Sonntag, 18. September 2011

Eine Leiche und die Hölle

Ach ne, hätt ich ja fast vergessen, dass in 20km Entfernung mal wieder das Oktoberfest statt findet.
Gut, dass es immer Leute gibt, die sich in's Koma saufen müssen.
Lag da gestern, keine 10 Meter vom Bahnhof entfernt, im grünen Beet, so ein Jüngling in Ledertracht und schlief seinen Rausch aus.
Da war die "Wies'n" noch keine 5 Stunden alt.
Jetzt weiß´ ich wieder, was mich die kommenden 14 Tage erwartet...*augenroll* viele Bierleichen!

Weiter ging's zur "Klangreise".
Ich schließe mich Sartre an: Die Hölle das sind die anderen.
Hab ich schon mal erwähnt, dass ich die Krise krieg, wenn 10 fremde Menschen um mich in einem winzigen Raum sind?
Ich glaub schon. Horror. Vom feinsten.
Und sonst wars auch nicht der Hit: Unorganisierte Organisatorin, die auch noch total hektisch war (DIE macht Klangmassage?Prostmahlzeit) und die Räume nicht sehr ansprechend.
Aber ich habs probiert. Es hätt mich geärgert, wenn ich nicht hin wäre. Hat ja außerdem nix gekostet.
Am schönsten fand ich das Monochord, klingt ähnlich wie Sitar.

Danach hat ich noch eine Verabredung.
Mit dem Sonnenuntergang.
Er wartete auch wirklich ganz brav, bis ich auf der Holzbank oben am Hügel saß.
Sah rechts seine Flammen in orange-rot und links von mir die aufziehenden Regenwolken (die das Konzert vor meiner Haustür zum Glück frühzeitig beendeten).
Da saß ich, schaute abwechselnd in die glühende Sonne und schwarzen Wolken, paffte eine Zigarette, versuchte heraus zu finden, was hinter mir so raschelte und sammelte mich wieder zusammen.

Samstag, 17. September 2011

Was den Schlaf raubt



Seit einigen Tagen habe ich bei meiner Mittagsruhe Probleme.
Gerade am einschlafen, gerät mein Körper in helle Aufregung, der Puls rast, ich schwitze, ich zittere - manchmal so sehr, dass wirklich das Bett wackelt (oder fühlt sich das nur so an?) irgendwann gesellen sich Kopfschmerzen dazu und Hunger, weil der Körper soviel Energie verbraucht...obwohl ich doch einfach nur einschlafen will.

Nun, dachte ich, solange das nur mittags ist (wo ich nicht wirklich schlafen möchte, sondern nur ruhen) ist das akzeptabel. Sehr unangenehm, aber nu...
Jetzt hab ich das Dilemma auch abends. Da steigt die Panik gleich nochmal, weil ich mich noch zu gut an die Zeit vor 2 Jahren erinnere: So fing mein Zusammenbruch an. Mit diesem nicht mehr schlafen können. Teils über 24 Stunden wach. Grausam.

Weiter dachte ich: Na musste mal zum Doc, das abklären lassen.
Zum Glück dachte ich weiter: Was tut der? Mir wahrscheinlich ein Medikament verschreiben. Damit ist das Symptom gekillt, aber nicht die Ursache.
(Meine Notfall-Schlaftabletten habe ich da, benutze sie auch wenn gar nix mehr geht, oder seit Tagen der Schlaf sehr schlecht ist).

Also gut, sagte ich zu mir. Du musst ja jetzt nicht schlafen. Vielleicht kann ich heraus finden, warum mein Körper so eine Panik verbreitet. Ich starrte ins Dunkel der Nacht und los gings:

Einschlafen hat was mit loslassen zu tun. Loslassen hat was mit Vertrauen und Zuversicht und Hoffnung zu tun. All das ist bei mir (derzeit verstärkt) Mangelware.
Ich grüble ständig. Ich bin massiv in Sorge. Ich bin extrem angespannt.
Wie soll ich da von einer Minute auf die andere entspannt sein, wenn es heißt: "Nu will ich mal schlafen?"

Also stand ich auf. Trank noch ein wenig Wasser, kippte das Fenster und verordnete mir selbst heitere Gelassenheit. Gab die Kontrolle ab, über Dinge die ich jetzt sowieso nicht ändern kann, lächelte, nahm einen tiefen Atemzug, stopfte mir Ohropax in die Lauscher und keine 10min. später schnarchte ich selig durch, bis um 6 in der Früh.
Um am Morgen eine SMS zu erhalten, von einem Freund, der sich Sorgen macht, weil ich mich vor lauter Trubel nicht bei ihm gemeldet habe: "Wo auch immer du grad steckst, halt durch! Lg" Sehr lieb find ich das :-)

Und später werde ich mir eine kleine Klangreise gönnen. Ich freu mich schon sehr :-)

Freitag, 16. September 2011

Wo-chen-en-de

Vorbei.
Es ist vorbei.
Ich habs geschafft.
Ich hab diese Woche irgendwie überstanden.
Wobei ich heute gegen 10 Uhr in der Arbeit am liebsten kerzengerade umgefallen wäre und den ganzen Kram hinschmeissen wollte.
Ich mantratierte vor mich hin: Bald ist es vorbei, es war nur diese Woche soviel, das war nur eine absolute Ausnahme, bald ist es vorbei...

Dass der Stresspegel viel zu hoch ist, sehe ich wieder an meinem schlechten Essverhalten: Mittag fällt aus. Aber gut, ich bin seit einem Jahr aus meinem extremen Untergewicht wieder raus, da fällt die eine Mahlzeit nicht auf.

Die kommenden zwei Tage werden schlafend verbracht.
So.

Donnerstag, 15. September 2011

Zeit für mich

Wie jetzt, ohne Kinder, ohne Vollzeitstelle, ohne pflegende Angehörige brauch ich Zeit für mich?
Kein Scherz.
Es soll in dieser Zeit (fest eingeplant im Kalender!) darum gehen, mir Zeit zu nehmen, heraus zu finden, was ich jetzt brauche und (wenn möglich) das umsetzen.
Das muss nämlich geübt werden. Ganz dolle. Wie damals die Englischvokabeln oder das 1x1.
Denn das was ich muss und soll, mach ich ja immer. Oder verfalle in blinden Aktivismus und erfinde Sachen die ich müssen sollte.

Und meine derzeitigen wilden Träume soll ich aufschreiben, um zu gucken, ob da was dabei ist, was ich verdränge.

Und üben in der (Montags)Gruppe mein Maul aufzumachen. Also wenn die Damen und Herren wieder meinen, wir haben hier nen Kaffeeklatsch. Nur so kleine Hinweise, mal unterbrechen..usw.

Gleich 3 Hausaufgaben auf einmal! Na schön, ich mag ja klare Ansagen.

Jetzt würd ich schon wissen, was ich gerne tun würde: Raus gehn und radeln. Denn vor dem Balkon is ein Höllenlärm und außerdem haben wir angenehme Temperaturen und ausnahmsweise bin ich mal nicht k.o.
Wenn,
ja wenn da nicht sofort was anspringen würde und los schreit: Bleib bloß in der Wohnung!!!!!


Warum?
Das erfahre ich (hoffentlich) beim nächsten Mal, wenn es wieder heißt:
Ich fahr zur Psychotherapeutin.
So.

Mittwoch, 14. September 2011

Hälfte geschafft

Sooo, auch der Mittwochtermin (diesmal arbeiten) ging gut von statten. Bis auf einen Notruf an die Chefin. Zum Glück war ich nicht schuld. Sondern nur ein Gerät das nicht mehr wollte und dann den Keller unter Wasser setzte.
Hmmm, öfter mal was neues :-)

Meine Laune steigt langsam wieder. Gott sei Dank!
Morgen Therapie, wird auch dringend benötigt.

Und meine Regenkleidung fürs Radl wurde heute eingeweiht.
Paßt! Fast trocken angekommen. Jetzt kann ich immer fahren, außer es liegt viel Schnee oder Eis. Freut mich sehr :-)

Jetzt aber erstmal Pause...große Pause...so ungefähr bis morgen um 5:30h der Wecker losgeht (aber wahrscheinlich bin ich wieder eher wach - zur Zeit begrüße ich den Tag gegen 4:30h, dann is vorbei mit Schlaf).

Dienstag, 13. September 2011

Rente ?!

So 2.Termin is auch geschafft. Das 3.Gutachten (bezgl. meiner Arbeitsfähigkeit) hab ich hinter mir.
Auf den ersten Blick war die Ärztin eine drollige, nette Frau. Aber auch nur auf den ersten.
Ich wurde das Gefühl nicht los, dass sie mich nicht ernst nahm. Vielleicht gehört das aber zum Testverfahren dazu.
Und ich konnte ihr nicht so wirklich mein Leid schildern. Dafür las sie hoffentlich die 3 Klinikberichte gut durch.
Wie soll man aber auch in 20 Minuten einem wildfremden Menschen sagen was so tagtäglich in einem passiert, wenn man selber nicht mal die richtigen Worte dafür findet??? Es heißt ja komplexe PTBS, eben weil es so vielschichtig ist.

Der Hammer aber ist: Ich weiß jetzt gar nix. Sie schreibt den Bericht und schickt ihn weiter und der Gutachter beim Arbeitsamt entscheidet dann!!! Ohne das der mich kennt!
Und das Ergebnis erfahr ich dann nächste Woche von meinem Sachbearbeiter. Höchstpersönlich. Von DEM!!! Ich konnt ja jetzt nur mit Mühe mich irgendwie beherrschen, um nicht vollends in Panik zu geraten und fluchtartig den Raum zu verlassen.

Das letzte Mal erfuhr ich das Ergebnis gleich. Und über die Entscheidung wurde ich auch mit einbezogen.

Jetzt hab ich das Gefühl, ich werde nicht verstanden und über meinen Kopf wird entschieden. Was mich wütend macht und alte Ohnmachtsgefühle hochspült.

Nur nicht austicken.....

War auch schon mal besser...

der Montagabend-Mädelsabend. Gut, ist ja nicht so ein Abend im ursprünglichen Sinne, sondern eine Selbsthilfegruppe.
Und über ein Jahr habe ich mich da sehr wohl gefühlt.
Jetzt nicht mehr so.

Es wird zuviel über nebensächliches geredet. Nachbars Lumpi bellt immer so, die Kinder heiraten, wie der Salat im Garten überlebt...usw. *gääähn*.

Es fehlt die frühere Struktur. Immer mehr kommen später oder gehen eher. Reden durcheinander...
Und gestern dann das absolute no-go: Spazierte da ein wildfremder Mann in das Zimmer, wurschtelte was am Schrank und ging wieder.
Das ist für mich kein sicherer Rahmen.
Ich hab mich mal per Telefon erkundigt, wie es dem ein oder anderen geht:
Alle sind derselben Meinung. AHA. Dann werden wir das mal als Thema machen.
Und wehe, es hält sich wieder keiner an die Regeln...dann *schnauf* war's das für mich...leider.

Montag, 12. September 2011

1. Termin

Also diese Woche wird es viele Zwischendurch-Allerwelts-Post's geben.
Sonst platze ich!!!!!

1. Termin is durch. 1 Stunde Zahnreinigung. *uff* zum Glück ist die Zahnärztin die das macht (die kommt immer extra dafür) sehr lustig und locker.

Als der Schleifer dran kommen sollte, wollte sie allen ernstes ein Tuch über meine Augen legen. "Ne!!" sagte ich. Dann seh ich ja nix mehr, das steigert meine Panik und das Gefühl der Hilflosigkeit ja nur noch mehr!
Also ging Augen-zu-machen auch nicht.

"Wollen Se ne Brille?" Logisch, so ein cooles Teil wie sie auch aufhaben?
Zahnarzthelferin schmunzelt:"Mensch, das is DIE Idee, wir bestellen noch so eine und dann bekommen die Patienten die auch immer auf!"

Wir nickten uns sehr selbstzufrieden zu. Die 3 Damen mit den Brillen und los gings.
Wär ja alles super gelaufen....bis die Ärztin stutzte: "Na sowas, die is ja auch schon morsch, die is LOCKER!!!"
Rede war von einer Füllung. Is klar.

So eine scheiß Botschaft brauch ich echt nicht. Wird in 2 Wochen mitgemacht. Zusätzlich zu den 4 Teilkronen. danach gibt's nen Whisky. Oder so. Sollte ich das wirklich überleben.

Liebe Welt, kannst du mal bitte ganz schnell untergehn?

*heul* ich mag nicht mehr.......

Ich bin nicht da

Also ich wäre am liebsten nicht da.
Denn vor mir liegt eine Woche, vor der ich richtig Schiß habe.
Und ich kann das nicht locker sehn, dass ich das schon schaffe, oder eins nach dem anderen machen kann.
Nene, stattdessen: Herzrasen, extrem gereizt und unruhig und leichter Schlaf.
Mir fehlt da eine gewisse Aggressivität. Eine aktive und mutige Herangehensweise.
Stattdessen: klein machen, depressiv werden, Rückzug antreten.

Heute fängt in Bayern das neue Schuljahr an. Und ich kann mir gut vorstellen, dass manche Kinder auch davor einen Horror haben.
Wir schaffen das schon! *schiefgrins*

Sonntag, 11. September 2011

Disso...was?

Aber bevor ich meinem 2. Ich begegne, möchte ich bitte erst einmal ein vollständiges ICH!

In der Tagklinik wurde ich von einer Therapeutin gefragt, ob ich öfters dissoziiere.

Immer wenn ich davon hörte, wurde ich unsicher. Ich wußte es nicht. Was ist das? Ich informierte mich. Doch fand ich kaum etwas. Und das was ich fand waren verschwommene Beschreibungen von Betroffenen.

Dissozziation ist auch ein verschwommener Zustand, deswegen läßt er sich so schwer beschreiben.

Der Therapeutin damals antwortete ich:“ Also entweder habe ich das gar nicht, oder ständig.“

Ihre (inkompetente) Antwort war:“ Ah, dann haben Sie es nicht!“.

Damit wollte ich mich nicht zufrieden geben und suchte weiter. Dass ich oft von meinen Gefühlen abgeschnitten war, wußte ich. Aber war es das ?

Und wurde fündig. In dem Buch: "Das Gefühl, ein No-body zu sein"

Es hat schon mal ein sehr handliches Format, nämlich etwas größer als normale Bücher. Es ist wissenschaftlich und somit für mich nachvollziehbarer/verständlicher (auch wenn ich nicht alle Begriffe kenne, aber die kann ich ja nachschlagen) und viel ausführlicher, als so manche Beschreibung in einem Forum.

Während der ersten Kapitel dachte ich: Hmm könnte man auch mit einer Depression vergleichen/verwechseln. Und tatsächlich, es gibt ein Kapitel darüber. Leider wurde ich daraus nicht sehr schlau.

Was mich gestört hat, war die für mich eher chaotische Reihenfolge. Logisch ist was anderes. Aber man kann ja vor und zurück springen. Einmal wurde es mir zu fachlich und kompliziert, da blätterte ich einfach vor zu dem Thema Therapie und sprang später wieder zurück.

Gefallen hat mir auch die Einbeziehung von emotionaler/psychischer Vernachlässigung und Mißbrauch. Denn das wird in psychologischen Fachbüchern kaum genannt. Da hört man eher von körperlicher und sexueller Gewalt. Auch die Beispiele der Kinder von Alkoholikern fand ich interessant (wenn auch für mich nicht viel neues dabei war, weil ich das Thema schon vor Jahren intensiv durch geackert habe).

Meine Vermutung bestätigte sich: Ich hänge sehr oft/fast ständig ( niedrig)in der Depersonalisierung drin. Das wohl schon sehr lange, denn es ist schon Normalität geworden. Ich merke es eher, wenn ich mal wirklich DA bin und meinen Körper spüre! Das ist dann wie Weihnachten und Ostern zusammen, ein schönes Gefühl. Deswegen konnte ich die Frage nicht beantworten. Wenn es sich steigert, merke ich das sehr wohl. Letztens bei einem Vorstellungsgespräch, aus dem ich wie hypnotisiert mit einem Robotergefühl heraus kam. Später löste sich der Trigger in Panik und heftigem weinen auf.

Es wird so vieles für mich erklärbar und verständlicher!

Zum Beispiel in Bezug auf den Körper: Ich liebe enge, breite Armbänder, sowie Fingerringe. Damit spüre ich, wo meine Haut endet, bzw. habe ein besseres Gefühl in der Hand. Oder Frotteesocken – herrlich! Meine Handtücher sind immer kratzig, ich verwende so gut wie kaum Weichspüler, weil ich den festeren Stoff auf meiner Haut brauche, um mich wirklich zu fühlen.

Weniger mag ich Sommerkleidung. Ich fühle mich eh schon so durchlässig, unsicher in meinen Körpergrenzen, ungeschützt, so dass ich durch eine zweite Haut mich geschützter fühle!

Und warum mir lange PC-Arbeit und Auto fahren gar nicht gut tut, obwohl ich beides sehr gern mache, und genau aus dem selben Grund vor vielen Jahren meinen TV abgeschafft habe.

Jetzt weiß ich auch, warum ich das Buch: Verlassenheit und Selbstentfremdung schon sooft las. Mir selbst fremd sein! Genau das ist es, worunter ich immer wieder leide.

Auch der Buchtitel: Phillip sucht sein Ich finde ich sehr passend (hab das Buch aber nicht gelesen).

Samstag, 10. September 2011

Das zweite Ich

Einem Freund von diesem Film erzählt:

Stell Dir vor, da draußen gibt es eine zweite Erde, auf der Dein zweites Ich lebt.

Antwort von Ihm: „Was würdest Du Dir selbst sagen, wenn Du Dein Ich als 15jährige triffst?“

Meine Antwort kommt prompt: "Zieh bloß nicht zu dem Typen!" (ich tat es leider, mit schwerwiegenden Folgen)

Er:“ Und der 20-jährigen?“

Meine Antwort:“ Mach weiter! Genieß das Leben! Du machst das schon richtig! Diskutier bis nachts um eins, feier wilde Partys, hab die Bude voll Menschen, lache, flirte, tanze weiter so!“

Diese kurzen Sätze taten mir unwahrscheinlich gut. (ich kenne ja das mit den Anteilen arbeiten, aber es war eine andere Situation als in der Therapie. Ich besprach es mit einem Freund, der dies verstand, einfach so, ohne große psychologischen Fachwörter usw.) Es entstand eine Nähe, die mir keine Angst machte.

Und zuhause sinnierte ich weiter: Was würde ich heute der 4-jährigen sagen, die sich so unwohl im Kindergarten fühlte? Oder der 12-jährigen, die sehr verunsichert war durch Umzug, Schulwechsel, Scheidung der Eltern.

Ich kann ihnen das auch heute sagen. Ich brauch dazu keine zweite Erde. Denn all diese verschiedenen Alter, leben ja weiter in mir. Das bin ja weiterhin ich. Und ich widme mich gerne diesen jüngeren Anteilen. Mir macht das unglaublich viel Spaß und es ist außerdem sehr wirkungsvoll im verändern der Gefühle, der Wahrnehmung.

Ich kann mir heute all das geben, was ich damals in großer Not vermisste. Was mir meine Eltern, Lehrer, Freunde nicht geben mochten oder konnten!

Ich habe das Werkzeug in der Hand.

Ja, man kann seine Vergangenheit eben doch ändern. Im Geist. In der Phantasie. Und das ist eine ganz große Macht. In uns. Probiere es aus :-)

Und sonst so?

Draußen strahlend blauer Himmel bei 22 Grad. Mir ist gar nicht danach (is ja nix neues). Ich will überhaupt nicht raus, mit niemand reden, mich nur verkriechen.

Das werde ich auch. Ich bin sehr sehr müde...


Freitag, 9. September 2011

Herbststimmung

In meiner Straße verfärbt sich im Herbst immer derselbe Baum als erster. Wahrscheinlich ist er der Chef und sagt den anderen Jungs und Mädls, dass sie nun auch starten dürfen.

Das stimmt natürlich nicht. Ich weiß ja, dass das der Lieblingsbaum der Zwerge ist, die in der Nacht die Blätter bunt anmalen. :-)

Heute nun meine neuen Wanderschuhe getestet. 1,5 Std. ging es ruhig und gemütlich durch Wiesen und Wälder. Fand viele kleine neue Pfade, so dass man dem Bauer seine Ernte nicht zertrampelt.

Tat gut, die Langsamkeit, schauen, spüren, eine kleine Maus huschte in ihr Loch, ein Greifvogel drehte seine Runde, ich knipste an dem Springkraut am Wegesrand und dachte mir so: "Eigentlich müßte ich 2x im Jahr irgendwo in der Pampa richtig wandern gehn". Nicht unbedingt in die Berge. Und öfters zwischendrin am Wochenende.

Ich bin danach herrlich entspannt, ruhig und gelassen.

Da ich aber auch weiß, wie langsam bei mir Veränderungen passieren, vertraue ich darauf, dass ich das mal machen werde. Das Wetter hält mich inzwischen kaum mehr ab, hinaus zu gehen. Meine Kleidung wurde dementsprechend angepaßt. Wind, Kälte und Regen können mir nix mehr anhaben.


"Wenn die Welpen nicht ein bisschen Liebe bekommen,
wissen sie nicht, dass sie leben!"

(gestern in einem Film gehört, und ich glaube, das zählt nicht nur für Hundewelpen. Hat mich jedenfalls sehr berührt)

Donnerstag, 8. September 2011

Wenn der Job an der Tür klopft

Na sowas. Bekam ich heute ein Jobangebot. Einfach so!
Ich hab abgelehnt. Es wären mehr Stunden als jetzt gewesen und außerdem mit Tätigkeiten in einem Umfeld, die mich triggern. Und das jeden Tag?
Nein, danke.


Aber anscheinend is, das wie mit den Männern. Kaum hat man einen (und geht frisch verliebt strahlend durch die Welt) scharen sie sich um einen.
Logisch, die Ausstrahlung macht's.


Sodann genieße ich meinen freien Tag, bei frischer, kühler Luft, auf der Couch, bewaffnet mit einem super Buch (das nach Weichspüler riecht - ganz lecker! da bekommt der Satz: Die Nase in's Buch stecken eine wahrhaftige Bedeutung.)
Und weil das Buch so toll ist, lag neben mir Stift und Papier, um mir die wichtigsten Sachen aufzuschreiben.
Das lass ich inzwischen, denn es ist so viel! Also behalt ich das Buch und tue etwas, was ich gaaaaanz selten mache:
Ich streiche, die für mich wichtigen, interessanten Stellen mit Bleistift an!
Ist ja ein Fachbuch, da darf man das.
(um welches Buch es sich handelt, erzähl ich, wenn ich fertig bin).

Später mach ich mir dann einen italienischen Abend!
Mit (selbstgemachter) Pizza, (gekauften-und sehr leckerem) Tiramisu und natürlich Vino.

Und außerdem: Wer dieses Jahr nicht verreisen konnte, hab ich was hübsches:
http://www.mdr.de/mediathek/fernsehen/a-z/ostwrts100-default_letter-O_page-0_zc-7fd2ed29_zs-dea15b49.html
Diese Reportage ist gar keine trockene Theorie und schon gar nicht langweilig.
Ich find die Frau, die Land und Leute bereist sehr sympathisch, authentisch und humorvoll. Ihre Ironie hat mir oft einen herzhaften Lacher entlockt.
Wärmstens zu empfehlen :-)

Mittwoch, 7. September 2011

Ja, ich bin flexibel

Wohl oder übel. Was anderes bleibt mir ja nix übrig.

Eigentlich wäre diese Woche 1x arbeiten und der Amtsarzt dran gewesen.
Nach und nach klingelte jedoch das Telefon und beide sagten ab. Hmpf. Wär ja nicht schlimm, das alles auf nächste Woche zu verschieben.
Doch die ist eh schon randvoll.

Also nächste Woche: Zahnarzt, Amtsarzt, 2x arbeiten und eigentlich Therapie. Jetzt schau ich dass ich wenigstens diese noch nach morgen verlegen kann.
Psychiater wurde von mir gestrichen, denn den Mädlsabend mag ich nicht versäumen, der tut mir besser, als der Onkel Doc.

Nun denn, Planänderung. Also schau ich, dass wenigstens mein Haushalt in Ordnung ist und ich mir gutes koche. Denn nächste Woche ist Sparprogramm angesagt und auch mal schnelles/ungesundes Essen.
Gute Übung, nicht immer 100% bringen zu müssen. es darf auch mal was liegen bleiben und 2 Tage mal kein Salat, ist auch nicht schlimm.

Trotzdem stresst mich das. Gestern abend war mein Körper auf Hochtouren, während ich einschlafen wollte. Klares Zeichen.

Einen Tag nach dem anderen. Ich muss nicht alles auf einmal machen.

PS: Morgen keine Therapie. Also auch nächste Woche!
Gut, dann versuche ich mal die kommenden 4 freien Tage für mich zu nutzen.

Dienstag, 6. September 2011

Kann man als Putzfrau glücklich sein?

Seit über einem Monat arbeite ich nun in zwei privaten Haushalten. Unterstütze die Familien im Haushalt. Alles was so anfällt: Bügeln, saugen, auch mal die Kinder abholen, putzen, im Urlaub nach der Post, Blumen ect. schauen und was sonst noch anfällt.

Ich hab angefangen, den Text zu der Frage zu schreiben und schrieb und schrieb. So viele Stimmen in mir, so viele verschiedene Meinungen.
Einerseits schäme ich mich, wegen dieser Arbeit, würde gern was angesehenes machen,
andererseits liebe ich praktische Arbeit und wenn ich ein Ergebnis sehe. Aus Chaos Ordnung machen, liegt mir ebenso sehr. Und ich kann meistens alleine vor mich hinwerkeln, was den Streßpegel niedrig hält.

Und da ich immer mehr in die Realität zurück finde, ist es ein guter Baustein.
Die Bausteine zurück ins Leben. Wie große Steine in einem Fluß. Man kann von Stein zu Stein hüpfen.

Lange lebte ich in der Illusion/Verdrängung/Dissoziation. Das war not-wendig. Jetzt ist aber die Zeit da, mich zu fragen: Was ist wirklich möglich? Was kann ich? Was will ich?
Ohne mich zu überfordern oder in der Panik handlungsunfähig zu stecken.

Erst mal wieder ein Fundament aufbauen. Beständigkeit aushalten.
Die vier Säulen sind bei mir:

- Therapie/Selbsthilfegruppe
- Ausflüge mit Freunden/Bekannten (um neue Erfahrungen zu machen, in Kontakt zu bleiben und Freude wieder zu spüren) Hier aber genau zu schauen: was, wie lange, mit wem.
- Meine kleine Arbeit. Für Erfolgserlebnisse, Vertrauen in mich zu gewinnen, Anerkennung zu erfahren, nicht stagnieren, etwas mehr Geld zur Verfügung haben.
- Sport (derzeit viel Rad fahren, bald wieder mehr schwimmen).

So wächst die Stabilität in mir. Die gefühlte Sicherheit wird wieder größer.
Nur so lässt sich später, auch wieder was Neues ausprobieren, vielleicht eine andere Arbeit.

Es ist eben mein Weg und der fühlt sich derzeit als richtig und gehbar an.
Somit wird der Job als Haushaltshilfe zu mehr, als nur zu einem Job.

Die Leute freuen sich, wenn sie wieder ein aufgeräumtes Haus haben, und das wiederum bestärkt mich, ohne mich selbst aufgeben zu müssen oder im Helfersyndrom stecken zu bleiben.

Heute ist die Freude dran. Ich fahre gleich ins Kino. Ja, so früh :-) Denn die Freundin arbeitet nachmittags und ich mag abends nicht so gern noch unterwegs sein.
Also warum nicht vormittags? :-)

Stück für Stück...

Montag, 5. September 2011

Seelencollage

Gestern wußte ich nicht so recht wohin mit mir.
Lesen? Rausgehen? Schlafen? Nix hat gepasst.
Aber wenn ich da dran bleibe und nicht einfach irgendwas tue, kristallisiert sich doch etwas heraus.

Ich holte meine Karten. Eine Freundin brachte mal Engelkarten mit, auf denen standen zu bestimmten Themen kurze Affirmationen. Ich schrieb mir aber nur (auf selbst gebastelte Karten) die Themen ab.
z.B. Entwicklung, Licht, Gelassenheit,Vergeben, Seligkeit, Erfolg.
Manchmal ziehe ich blind und überlege mir, ob es für heute paßt.
Oder ich schreibe dazu selbst eine kleine Geschichte, oder Affirmationen.

Gestern wollte ich dazu etwas malen. Ich zog: Hilfe.
Sehr passend. Doch meine Zeichenkünste ließen nicht das zu, was ich mir vorstellte.
Also kramte ich eine alte Zeitschrift heraus. Ich hab nur welche aus dem Outdoor-und Skandinavienbereich.
Macht nix. Läßt sich überall etwas finden.
Jedes Wort oder Bild das sich stimmig anfühlte, kam auf das Bild.

Ein bisschen Farbe dazu und fertig war die Collage:

In das hellblau und pinke werde ich selbst noch was reinschreiben.

Es hat gut getan, raus aus den Grübeleien hinein in die Versunkenheit. Malen, schneiden, kleben, spüren was sich stimmig anfühlt, wo was hin kommt. Dazu eine ruhige, schöne Musik und ich war zufrieden.

Sonntag, 4. September 2011

Einmal oben, immer oben?

Oder einmal unten, immer unten?
Selten geht ein Kind aus einer einfachen Arbeiterfamilie auf's Gymnasium.
Oder ein Kind aus reichem Hause auf die Hauptschule.

Ist Bildung wirklich alles?
Schafft es der Tellerwäscher zum Millionär?

Ich fand diese Reportage "Das Märchen vom sozialen Aufstieg" (2 Teile) sehr interessant.


Ich glaube allerdings weniger, dass es am ungerechten Bildungsystem liegt, sondern an dem "Familienklima". Wer jeden Cent umdrehen muss und die Kinder aus lauter Überforderung eher nebenher laufen lässt, hat andere Sorgen, andere Werte, eine andere Weltsicht, als der gut situierte.

Wer als Vater/Mutter selbst studiert hat und (emotionalen) Zugang zu z.B. Kunst und Literatur hat, wird sein Kind eher in den Klavierunterricht schicken.

Natürlich gibt es überall die Gegenläufer. Die wollen das was die Eltern ihnen vorlebten auf gar keinen Fall wiederholen.

Wenn ich so auf meine Familie schaue, da gab es viel Krankheit, viel Armut, viel Sucht, viel Gewalt und das unausgesprochene Verbot: werd auf gar keinen Fall besser als wir!
Oft ging es wirklich um das nackte überleben und so kann mein Vater nicht schwimmen, meine Mutter nicht Auto fahren und meine Oma hatte mit Müh und Not gerade mal lesen und schreiben gelernt, mehr auch nicht.

Wie ist das bei Euch?
Aus den vorgegebenen Spuren ausgebrochen oder den Weg der Eltern (bewußt/unbewußt) gefolgt?

Samstag, 3. September 2011

Ein kleines Abenteuer

...war es tatsächlich. Ich hab mich nämlich verfahren :-) Aber das kann ja durchaus vorkommen, bei neuen Wegen. Alles in allem hab ich nun eine neue Lieblingsstrecke! Den heutigen Umweg nicht mitgerechnet sind es wohl so an die 30km. Schöne Natur, viel Wasser, wenig Autos und in einem schönen Kreis (ich hasse es, wenn ich dieselbe Strecke die ich kam, wieder zurück muss).

Dabei einen kleinen Weiher entdeckt, an dem ich Pause machte. Sämtliche Frösche flohen panisch ins Wasser. Das war ein Geplatsche auf einmal :-)

Später zwei Pferde samt Reiter beobachtet, die im wilden Galopp über die abgeernteten Felder brausten. Halleluja, was 'ne Energie!

Und auf dem Heimweg:
Wusstet Ihr, dass die Hochspannungsmasten gestrichen/lackiert werden? Da hingen 6 Anstreicher in luftiger Höhe und pinselten was das Zeug hielt.(ähnlich wie bei der Golden Gate Bridge, die ja auch ständig eingepinselt wird).

Allein vom zusehen hab ich ja schon Höhenangst!

So, jetzt ist aber wirklich Ruhe und Erholung angesagt...selbst mein innerer Kritiker hat nix mehr zu melden!

Nachtrag

zu gestern:
Weil dieser ängstliche Teil, der traumatisierte ist, wird der auch sehr sehr schnell getriggert. Durch den Trigger fühle ich mich hilf-und wehrlos und dadurch wiederum steigt die Angst.
Ein Teufelskreis.
Und deswegen ist in diesem Fall die Konfrontationstherapie absolut unangebracht! Kann sogar wieder traumatisierend sein!
Sehr schön beschrieben ist das in dieser pdf-Datei, zu finden unter:
Tominschek2003

Zum Glück fühlte ich, dass diese Form der Therapie mir gar nix bringt und hab das nie gemacht!

So heute aber gehts erstmal aufs Rad. Ganz gemütlich, ganz langsam will ich einen neuen Weg ausprobieren. Ich freu mich! Ein kleines Abenteuer :-)

Freitag, 2. September 2011

Ende der Woche

Moooment mal. Ich war Mittwoch durch und durch entspannt und davon ist heute nix mehr übrig? Gaaar nix mehr ?!?!
Ja, so isses aber.

Dafür ist jetzt auch die Woche rum. Und alles geschafft: Arbeit, Müll weg, Einkauf, schöne Dinge und Therapie.
Das war gestern wirklich interessant. Wir schauten uns den Teil an, der sich so sehr bedroht fühlt, dass ich manchmal ganz schwer nur, meine Wohnung verlassen kann.
Dieser Teil ist ganz fest der Meinung, dass ich mich nicht wehren kann/darf. Nicht mitbestimmen darf. Überhaupt keine Ansprüche stellen darf. Meine Meinung nicht sagen darf.
Sondern mich nur retten kann, in dem ich mich völlig unterwerfe und alles erdulde (und bete, dass ES bald vorbei ist). Im Klinikbericht hieß das: Abhängigkeits/Autonomiekonflikt.
Flüchten ging auch eine zeit lang. Aber blöderweise ist mir das ausgeredet geworden. Gerade in Momenten in denen Flucht aber sinnvoll war!

So klar in Worte gefasst war das noch nie! (ironie-on: macht ja nix, war ja erst zig mal in Therapie-ironie-off).
Und jetzt wiederum bekommen die Imaginationen (von Reddemann) viel mehr Sinn! Wenn ich die nicht einfach so mache, sondern für ganz bestimmte Situationen.
z.B. wenn ich Angst vor einem Arzt habe, der sehr autoritär erscheint. Dann kann ich vorher den Teil- der so furchtbar Angst hat und nix sagt, nix fragt usw.- an den sicheren Ort schicken.
Und ich weiß, dass das funktioniert! Ich hab's schon erlebt. :-)

Es tut gut, so ganz handfest Stück für Stück die Dinge in der Therapie anzugehen. Früher war da nie der Hauch einer Struktur drin, hat sich auch keiner drum geschert.

Und somit: Ab ins wohlverdiente Wochenende! Ich freu mich riesig! Noch dazu, da es gerade zu regnen anfing und ich weiß: Dann kann ich viel besser schlafen. Und das hab ich dringend nötig.