Samstag, 27. August 2011

Starke Frauen

Das Buch "Mit mir nicht!" mal wieder hervor gekramt.
In dem Buch geht es um Selbstverteidigung, naja eher um Selbstbehauptung.
Und es zeigt sehr deutlich was alles Gewalt ist (ja auch die ganzen Erniedrigungen, Demütigungen, sexistische Witzchen, die doch gar nicht so schlimm sind, weil ja nicht wirklich etwas passiert ist - wie es sooft heißt).
Das alles ist aber oft der Anfang vom Ganzen.
Viele Täter testen, wie weit sie gehen können.

Wenn mich damals die bösen Nachbarjungs malträtiert hatten, ermunterte mich mein Vater oft, mich zu wehren. Ruhig auch körperlich.
Sagte ich aber zu ihm nein oder das will ich nicht oder zeigte meine Wut und meinen Ärger, wurde das abgebügelt mit den Standartsätzen: hab dich nicht so..ect.
Wie also bitte konnte ich lernen, mich zu verteidigen?

Kurz darauf prügelte ich mich. Mit meiner Schwester. Auf dem Schulhof. Das war Thema für die ganze Woche. ICH durfte mir einiges anhören. Was ich mir dabei denn gedacht hätte.
Im nachhinein werde ich das Gefühl nicht los, dass es meine Eltern eher um das Ansehen unserer heilen Familie als um sonstwas ging!
Trotzdem war ich wahnsinnig stolz auf den Kratzer mitten im Gesicht! Ein sichtbarer Erfolg sozusagen :-)

In der Familie in der ich nun arbeite, gibt es ein kleines Mädchen. Ganz süß und ganz schüchtern (würd mal sagen: gute Sozialisierung - entspricht dem braven, netten, lieben Prinzesschen quasi perfekt...leider).
Ich lasse sie. In ihrem Tempo. Nötige ihr keinen Händedruck oder sonstiges auf. Anders ihre Eltern: "Nu sag doch mal hallo!"
Als beide Eltern außer Sichtweite sind, kommt das Mädl auf mich zu und spricht mich an. Aha?! Ich unterhalte mich ein wenig mit ihr. Doch schon kommen die Eltern daher und mischen sich ein. *seufz*.
Mädl verstummt und geht aus dem Raum.
Das war nicht nur einmal so. Sondern nun 3x.

Selbstverteidigung beginnt nicht mit wildem boxen.
Sondern mit einer guten Portion Selbstwertgefühl (inkl. Selbstbestimmung und Selbstvertrauen bezüglich der eigenen Gefühle)!

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