Freitag, 26. August 2011

Nix zu lachen, dafür 2 Bücher

Buch 1:

Ein unglücklicher Junge. Ohne Freunde. Ohne lachen. Aufgewachsen ohne Vater. Und dann bricht er auch noch die Schule ab. Die bürgerliche Spießigkeit widert ihn an. Dafür liebt er seine Mutter-heiß und innig und die Oper von Wagner, die mag er auch sehr.

Pläne hat er für sein Leben. Große Pläne. Er will ein Künstler sein. Doch die Kunstakademie nimmt ihn nicht auf. Dann stirbt auch noch seine Mutter. Jung war sie noch! Er fühlt sich verkannt und sein Hass auf alle Menschen steigt, außer auf die Menschen, die ihm zuhören, wenn er stundenlang wild gestikulierend mit sich selbst diskutiert und Pläne schmiedet. Für eine neue, bessere Welt. Doch die Phantasie allein hilft nicht zum Geld verdienen und so landet er obdachlos auf einer Wiener Parkbank.

Adi wurde er gerufen.

Adolf Hitler

Also ich muss schon sagen, dicker hätte das Buch nicht sein dürfen (223 Seiten) diese ewige Selbstüberschätzung, das versinken im Größenwahn und sein Arschlochverhalten war manchmal sehr schwer zu ertragen. Andererseits ist es in einem lockeren Erzählstil geschrieben und nicht irgendwie psychologisch-analytisch. Verwundert liest man einige Aussagen von den Leuten die ihn näher kannten. z.B. Dr. Bloch der Hausarzt:

Ich habe in meiner beinahe vierzigjährigen ärztlichen Tätigkeit nie einen jungen Menschen so schmerzgebrochen und leiderfüllt gesehn.

Dass es in der Jugendabteilung in der Bücherei stand, hat mich etwas gewundert.

Interessant ist auch, dass die Idee vom blonden, reinrassigen, arbeitssamen, guten Menschen und den blöden Juden nicht wirklich von ihm kam, sondern vom Herrn Jörg Lanz von Liebenfels der die OSTARA-Zeitschriften heraus gab, in der er seine große Idee vorstellte und der Adi nahm das begeistert auf und verhalf diesen Gedanken Wirklichkeit zu werden.

Mich würde schon interessieren, wie er den Sprung vom Obdachlosen zum großen Diktator schaffte.

2. Buch:

Klosterjahre

Das Buch hab ich aus meinem Schrank mal wieder hervor geholt. Ich wußte damals, nach dem ersten lesen: Das möchte ich noch einmal lesen und hob es auf.

In dieser (wahren) Geschichte geht es um eine junge Frau, die ins Kloster geht. Um einen Sinn zu finden. Das es doch um mehr gehen müsse, als um Geld verdienen und Sachen anhäufen. Doch es gibt auch Probleme. Sie tut sich schwer mit dem Gehorsam und dem unterordnen. Sie eckt an. Sie ist eigenwillig und für manche zu unkonventionell.

Doch sie darf bleiben. Über 12 Jahre lang!

Es ist mit viel Witz und Charme geschrieben. Ich konnte mich gut in diese angehende Nonne einfühlen. Bin doch selbst auf dem Weg, um endlich irgendwo einmal anzukommen. Sträube mich bei jeglichen Autoritäten und aufgedrücktem Willen eines anderen.

Es zeigt viel Menschlichkeit. Nonnen sind halt auch nur Frauen.

Ein lesenswertes Buch, leicht zu lesen, zum schmunzeln und zum nachdenken.

„Das, woran Sie sich so stoßen, der Gehorsam, meint die Fähigkeit und Bereitschaft vom eigenen Willen abzusehen und die Weisungen anderer anzunehmen.“

Ab heute soll es lebenslang sein. Stabilitas, schönes Wort. Die Faszination des Bleibens für eine, deren Überlebensstrategie immer das Flüchten war.

(Und nun möchte ich das Buch weiter auf die Reise schicken. Wer es haben möchte, hinterlässt einfach einen Kommentar. Melden sich mehrere, lose ich aus.)


Nix zu lachen:

Die Woche war wirklich anstrengend und nicht wirklich lustig. 2 Arbeitstage, verkrampfte Therapie, die Hitze und dann noch das allmonatliche Frauenspiel. Deswegen soll es die kommenden Tage leichter werden, mit 2 Ausflügen. Doch sofort erscheint der sabotierende Part und meint, dass es doch daheim viel sicherer ist und das das kein Geld kostet und überhaupt, der will nicht. Gar nix.

Ziemlich nervig.....

Aber erstmal kommen Achim und Bert! :-) Die werden die Hitze vertreiben!!



Kommentare:

  1. Sehr interessant, dein Buchtipp. Stabilitas wird ab sofort in meinen Wortschatz aufgenommen...und mit Flüchten als Überlebensstrategie kenn ich mich momentan sehr gut aus... keiner kann mir wehtun, haha.
    Her mit dem Buch;-))

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  2. Das erste Buch hört sich tatsächlich nach einer Interessanten Lektüre an o.O

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