Mittwoch, 20. Juli 2011

Nein, doch nicht.

Meine Erinnerungskiste bleibt erst mal so wie sie ist: voll und dort wo sie derzeit steht: im Keller.

Das hat sich wohl mein Verstand ausgedacht, dass ich mal wieder entrümpeln soll. Meine Gefühle zeigten mir jedoch ganz klar: Diese Dinge darfst du nie nicht niemals wegwerfen!

Passend dazu hörte ich vor wenigen Tagen in der Bahn, ein Gespräch zwischen zwei Großmütter, die sich über ihre Enkel austauschten. Was sie schon können und was nicht, wie goldig sie doch sind und wie oft sie zu Besuch kommen.

Die Worte plätscherten so an mir vorbei und einmal blickte ich direkt zu ihnen, weil ich wissen wollte, wie die Damen so sind. Ich sah: Sehr ausgewählte, hübsche Kleidung, Gesichter frisch von der Kosmetikerin wieder hergestellt und die Frisur ordentlich hochgetürmt, das ganze verziert mit Unmengen von Schmuck (wahrscheinlich aus echtem Gold).

Bald schon kamen sie auf die selbst gemalten Bilder, die ihnen von den lieben Enkerl' n geschenkt wurden.

„Ja und dann kam die Lisa eines Tages zu mir und fragte mich ganz erstaunt, wo denn ihr Bild sei! Aber Oma du hast gesagt du hängst es an den Kühlschrank!“ erinnerte sich die Frau.

„Aber was soll ich machen? Ich hatte es weggeworfen, das sieht doch blöd aus, so ein Gekritzel an meinem KÜHLSCHRANK!“

Mein Puls raste.

Die andere pflichtet ihr fleißig bei, dass man das ja wirklich nicht machen könne.

Ich wusste nicht, ob ich kotzen oder der dummen Kuh ordentlich gegen das Schienbein treten sollte!

Ist das so schwer zu verstehen, dass das für Kinder wichtig ist? Dass es den Kindern weh tut, wenn man ihre Geschenke einfach so weg wirft? Wie würden sie sich fühlen, wenn man das mit ihren Sachen machen würde?

Kinderseelen sind sehr weich und solche Vorfälle können schon ordentliche Kratzer hinterlassen.

Und genau deswegen, werd ich gar nix von meinen Sachen wegwerfen! 9 Umzüge lang habe ich sie bis jetzt herum geschleppt, da kommt es auf die nächsten 4-5 mal auch nicht an !

Dann gab es noch ein: Nein, doch nicht:

Ein weiteres Jobangebot von einem Herrn. Von anfang an kam mir das komisch vor und sagte das auch einigen Freunden und meiner Therapeutin. Ich spürte es, drückte es wohl weg und ließ erstmal keine konsequente Handlung folgen.

Im letzten Moment dann doch noch: Brauchst du erst wieder die Watsch, dass du deinem Gefühl trauen kannst? Ja? Brauchst du erst wieder Beweise?

Also abgesagt (mit sehr wenige Schuldgefühl) und die Antwortmail von dem Herrn bestätigte ganz klar meine Vermutung: Er hätte sich gerne mehr gewünscht.

*würg*

Nochmal gut gegangen

aufatmen

langer Spaziergang

neue Bücher

holen

leckeres Mittagessen

Schlaf nachholen

Regen genießen

loslassen


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen