Sonntag, 31. Juli 2011

Es gab schon bessere...

Sonntagmorgende.

Erstmal von den Nachbarn geweckt worden, die anscheinend nachts aus ihrem Urlaub heim kamen und ab 7 Uhr herum werkelten. Leute, es war wirklich wunderschön ruhig ohne euch und laßt euch gesagt sein: wenn man so schnell nach dem Urlaub schon wieder hektisch das aufräumen und arbeiten anfängt, ist die Erholung schnell beim Teufel.

Na gut, dachte ich, stehste halt auch auf. Der Kaffeedurst war schon enorm groß und 12 Stunden im Bett liegen reicht ja auch (mein Körper findet das gar nicht und sagt: die letzte Woche war ein bisschen viel los!). Nur hatte ich leider vergessen, dass ich gestern abend ja Essigessenz in den Wasserkocher zum entkalken gab.
Nunja, zum Glück trink ich mein Morgengesöff mit Milch, so dass diese schön ausflockte und ich rechtzeitig erkannte, dass ich kurz davor war, Kaffee mit Essig zu genießen. Tztztztz...

Aber es gab auch was gutes: Der Blick in mein Mailpostfach! Da trat ich vor ein paar Tagen einem unangenehmen Burschen mal gehörig auf die Zehen (verbal natürlich und ja mit Absicht!) und es hat seine Wirkung getan. *freu*
Vielleicht versteht der nur diese Sprache, denn als ich mein Anliegen lieb und nett und höflich vorbrachte, tat sich nix.

So und heut abend gehts nochmal auf die Piste. Is zwar auch was schönes, aber ich merk, es war alles ein wenig zuviel des guten, die letzten Tage. Da freu ich mich auf die nächste Woche. Die wird dann hoffentlich wieder etwas ruhiger.

Samstag, 30. Juli 2011

Jetzt sei doch mal still!

Ich lasse kein gutes Haar an Eltern.
Weder an meinen eigenen, noch an anderen. Damit hab ich noch keinen Frieden gefunden (ach, wär ja auch zu langweilig, wenn alles gut wär).

Jedenfalls hatte ich gestern mal wieder eine Begegnung. Mit einer Mutter.*seufz*.
Kind (ca.2 Jahre alt) zappelt. Ihr Körper ist in ständiger Bewegung. Ist weder laut, noch stört es andere Menschen und frech ist sie auch nicht.
Dieser Meinung war die Mutter nicht. Die war genervt. (versteh ich auch).

Mutter:" Jetzt bleib doch mal sitzen! Schau, der Junge da drüben ist ganz brav!"
Ich höre: Der Junge ist still und ruhig und so wie du bist, bist du nicht in Ordnung.Du bist unartig!
Das ist mein Thema und mein wunder Punkt. Weiß ich ja alles.

Das zappelige Kind schaut mich an, fragt mich was und so kommen wir alle 3 ins Gespräch. Mutter sehr genervt: "Das Kind bleibt keine 5 Minuten still!"
Was sie mehrmals wiederholt. Was mich wiederum nervt.

Ich finde es schrecklich, dass 'still' gleich mit 'brav' gleich gesetzt wird.
Immerhin erkannte sie, dass es halt verschiedene Temperamente gibt und sie nicht gleich auf die Krankheitsschiene ging (vielleicht kommt das aber noch).

Auf dem Heimweg kam mir dann der Gedanke:
Wenn alle Menschen so zappelig wären, wie das Kind, hätten wir uns wahrscheinlich schon in die Luft gejagt.
Wenn alle Menschen so ruhig wären, wie der Junge nebendran, würden wir immer noch in Fellen gehüllt in Höhlen hausen.
Es hat schon seinen Sinn, warum es beides gibt.

Und ich wünsche der Mutter starke Nerven und dem Kind Menschen, die ihm zeigen, dass es schon in Ordnung ist, wie es ist.

Freitag, 29. Juli 2011

Liebe Nachbarn,

wenn der Postbote Ihnen einen Zettel hinterläßt mit der Nachricht, dass er Ihr Paket bei den Müller's abgegeben hat, brauchen Sie nicht bei mir klingeln und fragen, ob ich das Paket habe. Ich heiße nämlich nicht Müller und das wissen Sie auch!

Gott, wenn Blödheit weh tun würde, die Hersteller kämen mit der Produktion von Schmerzmitteln nicht mehr nach.

Und weil ich grad dabei bin: Letztens lauschte ich einem Interview mit einer Pornodarstellerin. Ja auch ich will mal wissen, wie so eine ist, die jedes Fitzelchen ihrer Haut dem Scheinwerferlicht preis gibt und Sachen macht, die andere sich gerade mal in der dunklen Besenkammer trauen.

Diese Frau wollte eigentlich Schauspielerin werden (also eine richtige) sie hatte aber Probleme sich die Texte zu merken. Da brüllte ich vor lachen schon los! ;-)

Dann versicherte sie der Moderatorin, dass Pornos durchaus abwechslungsreich sind: Mal schnappt sie sich einen Fliesenverleger und ein anderes mal den Dachdecker! Neee oda, dachte ich da nur entsetzt! Was ne Abwechslung aber auch!

Die Moderatorin war aber irgendwie auch nicht besser (ist Blödheit ansteckend??) sie kam auf die Sache mit den Frauenpornos. Tausend Fragezeichen in meinem Gesicht. Was soll das sein? Klar, ein Porno den sich auch Frauen gerne ansehen. Ja schon, nur was soll da anders sein? Hochphilosophische Diskussionen um die Quadratur des Kreises?

Zwischendurch war immer ihr (unsicheres?) dämliches kichern zu hören, was einem schier den letzten Nerv raubte. Die Frau ist 33 Jahre und keine 12 mehr!

Zum Schluß hab ich mir gedacht: Es stimmt also doch: Dumm fickt gut!

Und mal ehrlich: Da hab ich lieber mehr zwischen den Ohren, als zwischen den Beinen!

Also aufpassen, wenn es wieder mal heißt: Wenn der Postmann 2x klingelt!

Donnerstag, 28. Juli 2011

Körpereigene Drogen

Mein innerer Dealer ist wieder erwacht und versorgt mich kontinuierlich mit Endorphinen & Co. Das ist schön. Ich fühle mich leicht, locker, erfreu mich an den allerkleinsten Dingen, denk nicht an übervorgestern oder hintermorgen. Ich bin so entspannt, wie man nur entspannt sein kann. Radel durch den Wald und staune wie der herrlich duftet, koche mir ganz feine Menüs und tanze durch meine Wohnung.

Vielleicht liegts doch am Eisenpräparat oder an den Fischölkapseln oder am himmlischen neuen Bett...wer weiß.

Ich genieße einfach. Mich. Den Tag. Den Kaffee. Die Wolken. Den Wind.

Ich bin ich

Manchmal bin ich bockig und stur,

manchmal bin ich gereizt und genervt,

manchmal bin ich fies, manchmal fair,

manchmal staunend, manchmal enttäuscht,

manchmal melancholisch und in mich gekehrt,

manchmal bin ich weinend, manchmal lachend,

manchmal singend, tanzend und mich hingebend,

manchmal total verrückt und manchmal spießig normal.

manchmal überschäumend und jodelnd das Leben genießend.

Das alles und noch viel mehr bin ich—und das ist gut so

Es ist spannend sich selbst kennen zu lernen.


Mittwoch, 27. Juli 2011

Das wandern ist des Müller's Lust...

... und meine auch!
Das war nicht immer so. Früher war ich extrem gehfaul. Lag vielleicht auch daran, dass jeder Schulausflug hoch in die Berge führte. Jaja, dieser Tag heißt nicht umsonst in Bayern: Wandertag!

Gestern ging es aber gemütliche 12 km durchs sanft hügelige Allgäu. Da freute ich mich sogar an der Sonne.
Eine sehr gute Freundin ging mit, die dort Urlaub macht. Wir lernten uns in einer psychosomatischen Klinik kennen, nein eigentlich schon am Umsteigebahnhof bei der Anreise.

So stapften wir auch gestern an dem Klinikgebäude vorbei und Erinnerungen kamen hoch: Weißt Du noch vor 4 Jahren?
Logisch. So eine Zeit ist furchtbar, wunderschön, und auf alle Fälle sehr intensiv.
Da standen wir und plauderte. Ich hatte sehr gute Laune. Ich freute mich auf den Ausflug, auf das Treffen, keine Angst quälte mich (na gut, ein wenig in der Bahn und später im Cafe).
Bis ich erstarrte: Da schlenderte doch glatt meine damalige Therapeutin auf mich zu. Ich war wie hypnotisiert. Damit hatte ich ja gar nicht gerechnet.

Sie freute sich und wir sprachen 10 Minuten miteinander. Meine Freundin ging schon vor, wollte uns alleine lassen. Als ich dort ankam, flossen schon die Tränen. Keine Ahnung warum. Ich ließ es einfach, setzte mich auch an den Bach, lehnte meinen Rücken ans Geländer und schniefte.
Tja irgendwas hat mich sehr aufgewühlt und berührt.

Bald ging es weiter und lebten absolut im Hier und Jetzt. Wir hatten keine Ahnung wo wir hin wollten, machten Pause wenn es uns gefiel. Lachten, weinten nochmal, umarmten uns, fragten nach, erzählten, und der Kontakt zu uns selbst ging uns nie flöten. Schön! Wir waren so sehr mit der Natur eins, dass ich gar nicht fotografieren wollte, deswegen gibts keine Fotos.

Nach 13 Stunden war ich wieder zuhause. Ziemlich erschöpft, aber auch sehr zufrieden. Einfach laufen, laufen, laufen tut Körper und Seele enorm gut.
Die Nacht war dann sehr kurz, weil es heute morgen gleich zur Arbeit ging.
Jetzt hab ich 3 Stunden gewerkelt und brauch dringend Pause, um alle Eindrücke zu verarbeiten.

Aber es ist einfach schön, auch so eine gewisse Gelassenheit zu leben.
Deswegen ist mein derzeitiges Lieblingslied, das hier:



Der Lacher des Tages war: Ein Blick in das Schaufenster einer Nobelboutique (neben dem Bahnhof. Auf dem Land geht das noch). Steht da ein Schild: Winterware neu eingetroffen!
Vielleicht weil es die letzten Tage doch etwas herbstlich draußen war?

Montag, 25. Juli 2011

Allerlei

Ich sitze bei meiner Hausärztin und wir besprechen meine derzeitigen Probleme. Soweit so gut. Das Problem: Sie ist in Sachen psychischen Krankheiten nicht wirklich fit. 
Deswegen trenne ich das bei ihr. Ich weiß Körper und Seele gehören zusammen und ehrlich, ich wünsche mir eine Hausärztin, die da auch ein wenig Ahnung hat. Aber für die Suche fehlt mir derzeit die Kraft.
Als wir die körperlichen Dinge durch sind, frägt sie mich, wie es sonst so läuft. Ich weiß, sie meint wie es mir seelisch geht. Eigentlich hätte ich ihr da sagen müssen, dass ich darüber jetzt nicht reden will. 
Dass ich das wegen ihr nicht tue, traue ich mich nicht. Aber ich rede. Sie hört zu, nimmt Anteil und frägt dann, ob ich denn jemand hätte, der mich auch mal in den Arm nimmt.
???? Mich. In den Arm nehmen? Schier unmöglich! Und schon gar nicht als Trost! Was ich gerade noch so aushalten kann, ist ein kurzer Drücker zur Umarmung bei Freunden. Mich anlehnen oder gar fallen lassen. Ne! Das ist eine Aufgabe fürs nächste Leben.
Auch das alles sage ich ihr nicht, sondern nicke nur. Ich will das Thema abhacken und gehen. Was ich dann auch tue.
Ganz anders meine Therapeutin. Ich sprach etwas an, was mich sehr verunsichert hat: Vor ihrer Tür gibt es einen Zwischenraum und dann noch eine Tür zum Flur. 
Ideal, dachte ich, da hört man sicher nichts durch. Doch nach einer Stunde gehen wir raus und ich sehe mit Schrecken, dass da ein Mensch ist und in dem Schrank etwas sucht. Ich dachte, dass da keiner herein kommt. 
Ich sage ihr dies beim nächsten mal also. Sie bietet mir an mit hinaus zu gehen, sie will mir etwas zeigen. Nämlich was dieser Mensch (ein Kollege) da gemacht hat. Sie zieht den Vorhang zurück und macht den Schrank auf. Der Zwischenraum ist für alle Kollegen zugänglich, um Wäsche zu holen! 
Aber, sagt sie: Das passiert meist vor der eigentlichen Praxiszeit oder eben danach. Das wirklich einer mal dazwischen herein kommt, passiert äußerst selten und war ein blöder Vorfall, den gerade ich erwischt habe. 
Nun, da muss ich ihr glauben und vertrauen, dass da wirklich keiner lauscht. Was mir gefiel, dass sie das wirklich ernst nahm und transparent machte. Weil sie weiß, dass traumatisierte noch mehr als sonst einen sicheren Rahmen brauchen.
Und sonst so?
- so früh hab ich noch nie einen Kalender fürs kommende Jahr gekauft. Aber er ist ideal: Für jeden Tag eine Seite, also genug Platz um nun zu meinen Terminen auch das Gefühlsprotokoll zu schreiben, das sonst extra herum fliegt. Der Preis ließ sich außerdem sehen: 3,95€, perfekt!
- ich freu mich wahnsinnig auf einen kleinen Ausflug ins Allgäu morgen! Keine Anspannung, keine Angst. Nur Freude! Und Freude über die Freude. Ach, wenn es einem so lang, so scheiße geht, wird man echt bescheidener.
- seit 2 Monaten benutze ich nun auch Naturkosmetik für die Haare. Das Duschgel und 2 Cremes hab ich schon umgestellt. Nur die Haare, die machten mir echt Kummer: Extrem filzig nach dem waschen und immer knisternd (im nassen Zustand) egal wie lange ich ausgewaschen habe. Doch manchmal hilft mir meine Sturheit und ich sagte mir, ich mach die Flasche noch leer und wenn es dann immer noch so schlimm ist, kommt wieder die Chemie her. Egal!
Doch oh wunder: Heute: kein filzen, kein knistern. Angenehm weiche, trotzdem feste Haare, die sich sofort und ohne ziepen durch kämmen ließen. Anscheinend brauchte es soooo lange, bis die Chemie, Silikone usw. draußen waren. Freut mich sehr :-)

Sonntag, 24. Juli 2011

Wochenende

- von einer Freundin gehört, dass sie ein ganz arges wehes Knie hat. Seitdem ebenfalls Schmerzen im Kniegelenk. Sowas doofes.

- beim stillen Morgenspaziergang um 6Uhr allerhand an Tieren gesehn: 6 ausgewachsene Rehe und 2 Kitzlein, 3 hoppelnde Hasen vor mir, ein Fuchs der übers Feld lief, dann im Maisacker verschwand, in dem von der anderen Seite  ein Reh ebenso im Mais verschwand. Ups.

- Geträumt, dass ich meinen Vater besuche. Es kommt zu Spannungen. Ich gehe einfach. Top! Also wenn das im Schlaf schon funktioniert...

- mit einer anderen Freundin am Telefon abgehangen und uns fröhlich ausgelassen über allerlei gestörtes Gesindel, dass uns so begegnet. Urgs.

- Geschirr stehen gelassen. Ich entlasse meine Zwänge wieder in die Freiheit und werde lockerer. Gut!

- Videos vom "Hundeflüsterer" geguckt und festgestellt: Kinder-und Hundeerziehung liegen gar nicht so weit auseinander. Bei beiden ist Bestimmtheit und Konsequenz wichtig. Und: Disziplin und Grenzen setzen sind keine Bestrafungen. Interessant!

- Mir ist soooo kalt, dass ich mich jetzt mit Wärmeflasche ins Bett verkrieche. Im Juli. Nunja.


Kommt gut in die neue Woche :-)







Samstag, 23. Juli 2011

Alte Liebe

Scheiße, man sollte nicht halb verschlafen alte Fotos durch schauen...

Purzeln da einfach rotzfrech hübsche Bilder vom Ex raus.

Jetzt hock ich da mit diesem uralten, verschimmelten Liebeskummer von damals.
Das allerschlimmste: Es geht mir immer so, wenn ich die sehe und schaffe es nicht, sie in den Papiercontainer zu befördern....

Die Bücherdiebin


Gleich vorweg: Dieses Buch ist nichts für sensible Seelen. Außer man ist drauf erpicht, sich die Augen auszuheulen.

 Vielleicht hab ich aber auch nur so heftig darauf reagiert, weil es mich viel zu sehr an meine eigene Geschichte erinnerte.
In diesem Buch geht es mehr, als um ein kleines Mädchen, das Bücher klaut. Is klar, sonst hätte es nicht über 500 Seiten.

Es wird auch klar, dass das Leben wunderschön und gleichzeitig pott häßlich ist, dass es voller Liebe und gleichzeitig voller Brutalität ist. Das alles oft ganz anders ist, als es scheint.
Zu anfangs konnte ich immer nur wenige Seiten lesen, weil es mich zu sehr aufwühlte. Ich konnte es aber auch nicht weglegen, weil ich immer wieder die Hoffnung in mir trage, dass es doch noch gut wird.
Man möchte in das Buch kriechen und dem Mädchen helfen, den Jungen kennenlernen, dem Vater einfach um den Hals fallen und die Mutter auch mal ordentlich durchwatschen!
Man muss aufseufzen, wenn man Beschreibungen ließt wie: 
...sein Gesicht stolperte über sich selbst... 
...Seine Selbstachtung schlotterte ihn um die Füße... 
...Ein kurzes Grinsen flog in Papa's Löffel...
"Oh, wie die Wolken stolperten und sich dümmlich am Himmel zusammenrotteten. Große, fette Wolken. Dunkel und plump. Sie stießen gegeneinander. Entschuldigten sich. Rückten ab und suchten sich einen anderen Platz."

Erinnert an den Film: Das Leben ist schön

Freitag, 22. Juli 2011

Zum Glück...

...muss man bei Google nicht pro Suchanzeige einen Obolus bezahlen.
Hej liebe Google-Betreiber kommt jetzt ja nicht auf blöde Gedanken!!!!!!

Müßte man das, müsste ich mir überlegen, ob ich weiter mein Wissen erweitern will oder Essen kaufen. Aber wie sooft im Leben: das eine kann nicht ohne das andere.

Wobei...ich könnte gut ohne Zahnarzt. Neee stimmt auch nicht, denn gäbe es die nicht, könnte ich mich wahrscheinlich nur noch von Kartoffelbrei ernähren. Und wenn ich nicht genug Energie im Körper habe, nutzt mir all das gegoogelte Wissen ja auch nix.
Alles ein Kreislauf.

Ich sitze hier, entspannt und relativ zufrieden, erfreuend an einem weiteren Regentag. Dabei müsste ich eigentlich am Rad drehen. So wie früher.
Früher brachte mich alles, selbst die kleinste Kleinigkeit in innere Not. In Panik. In dustere Ecken bringend und den Tod herbei sehnend, weil ich mit all den Problemen, die das fucking Leben so bietet, nicht klar kam.
Ich flippte damals genauso aus, als mich Muttern beim rauchen erwischte, wie als ich eine horrende Werkstattrechnung präsentiert bekam.

Alles war zuviel. Ich wollte Alice im Wunderland sein oder zumindest Petrus auf einer Wolke sitzend Gesellschaft leisten.

Heute also kam wieder eine Horrormeldung. Der Zahnarzt meinte, dass 4 Teilkronen fällig werden. Rechts ist es dringender als links, aber wenn wir schon mal dabei sind, dann gleich alles auf einmal.
Schluck.
Scheiße.
Fuck!
Doch mein Puls blieb ruhig.
Ich hab schon soviel Mist wieder in Blumen verwandelt, da werd ich das jetzt ja wohl auch noch schaffen.

Und dank Google konnte ich erfahren: Wenn alles gut läuft, gibt es die Härtefallregelung der Krankenkassen. Was meine doch beträchtliche Zuzahlung minimieren würde.

Das mach ich aber erst Montag.
Jetzt lass ich mir mein Wochenende nicht versauen!
Ich erfreu mich an meinen Erfolgen. An Dinge, die ich ungern tat und doch geschafft habe. Immer wieder fallen mir Sätze von der gestrigen Therapie ein. Ein kühles Bier wartet heut Abend auf mich, ein knuspriges Cordon blue auch.
Eine Lesung von H.Hesse werde ich mir anhören (die ist auf Kassette!! Ja die gibts noch*g*) Einen Spaziergang.
Vielleicht eine Freundin treffen, vielleicht nur mit ihre telefonieren.

Alles ist gut. Ausatmen. Lächeln.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Therapie

Der beste Kaffee ist immer der nach der Therapie. (oder morgen nach dem Zahnarzt).
Das Gefühl: geschafft! Erholung! Frei! Innerliches nachbearbeiten geht nun mal am besten mit Kaffee und einer Zigarette.

Wenn man in einem verrückten Elternhaus aufgewachsen ist, in dem einem beigebracht wird, dass man falsch denkt, fühlt und handelt und man eigentlich eingestampft und neu geformt gehört,
wundert es nicht, dass ich mit Rhabarberblätterohren meiner Therapeutin zuhöre.

Die mich spiegelt, mir mit ihren Worten (sehr bildreich was mir gut gefällt und manchmal übertrieben, damit ich es auch verstehe, was auch gut ist) sagt, wie sie das ganze sieht und mich wieder gerade rückt (oder mir zumindest hilft das selbst zu tun).

Im großen und ganzen geht es immer wieder um Selbstakzeptanz, für mich einstehen und mir das Beste und Schönste zukommen lassen, was es gibt. Scham-Schuldgefühle usw.

Genug Beispiele der letzten Woche hatten wir ja.
z.B. Job: Ich mich schon wieder geißelnd, weil ich wieder mal mit so Kleckerjobs anfange, wovon ich weder ganz leben kann, noch Rente einzahle (das ist Papas Punkt, aber ich übernehm ja gern alles) noch, dass der Job gesellschaftlich angesehen ist. Es soll doch bitte sofort der passende Beruf mit allem drum und dran morgen vor der Tür stehen und meiner Erschöpfung kündige ich fristlos.

Sieht Thera natürlich ganz anders: Sie sieht das als gute selbstgemachte Eingliederung: 6-8 Std. die Woche. "was meinen Sie warum es das gibt, für Menschen die lange krank waren? Keiner kann von 0 auf 100 durch starten?!"
(da kennt sie mich aber schlecht, was ich alles von mir verlange!!!!!!!!!)
Außerdem: "Sie haben das Recht für sich die besten Jobs auszusuchen, wenn Sie 3 Zusagen haben und einer gefällt Ihnen sehr gut, nehmen Sie den! Warum quälen! " (frei wiedergegeben von mir).

Aber noch ein weiteres Steinchen kam dazu: mich spüren und diese Gefühle lassen. Nicht wegdrücken. Einfach wahrnehmen. Und wenn es angebracht ist (und manchmal gut überlegt) danach handeln.
Aber erstmal lieber: Stop! Was mir in dieser Woche mehrmals unterkam...

Somit wächst meine innere Kompetenz, mein Selbstgefühl, das spüren geht leichter, das mir-vertrauen ebenso. Alles gut! *schulterklopf*

Für all die, denen es ähnlich geht und für alle anderen natürlich :-)

TEXT DER VERFASSUNG VON UŽUPIS (U. Ist ein Stadtteil am Rand von Vilnus)

1. Jeder Mensch hat das Recht, am Fluss Vilnelė zu wohnen, und die Vilnelė hat das Recht, an jedem vorbei zu fließen.
2. Jeder Mensch hat das Recht auf heißes Wasser, Heizung im Winter und auf ein Ziegeldach.
3. Jeder Mensch hat das Recht zu sterben, ist jedoch hierzu nicht verpflichtet.
4. Jeder Mensch hat das Recht, sich zu irren.
5. Jeder Mensch hat das Recht, einzigartig zu sein.
6. Jeder Mensch hat das Recht zu lieben.
7. Jeder Mensch hat das Recht, nicht geliebt zu werden, jedoch nicht unbedingt.
8. Jeder Mensch hat das Recht, weder berühmt noch bekannt zu sein.
9. Jeder Mensch hat das Recht, faul oder untätig zu sein.
10. Jeder Mensch hat das Recht, eine Katze zu lieben und für sie zu sorgen.
11. Jeder Mensch hat das Recht, für seinen Hund zu sorgen bis einer von beiden stirbt.
12. Jeder Hund hat das Recht, Hund zu sein.
13. Keine Katze ist verpflichtet, ihren Hausherren zu lieben, aber in schweren Momenten muss sie ihm beistehen.
14. Jeder Mensch hat das Recht, manchmal nicht zu wissen, ob er Verpflichtungen hat.
15. Jeder Mensch hat das Recht zu zweifeln, ist jedoch hierzu nicht verpflichtet.
16. Jeder Mensch hat das Recht, glücklich zu sein.
17. Jeder Mensch hat das Recht, unglücklich zu sein.
18. Jeder Mensch hat das Recht zu schweigen.
19. Jeder Mensch hat das Recht zu glauben.
20. Kein Mensch hat das Recht, Gewalt auszuüben.
21. Jeder Mensch hat das Recht, seine Nichtigkeit und seine Größe zu begreifen.
22. Kein Mensch hat das Recht, nach der Ewigkeit zu trachten.
23. Jeder Mensch hat das Recht zu verstehen.
24. Jeder Mensch hat das Recht, nichts zu verstehen.
25. Jeder Mensch hat das Recht, verschiedenen Nationalitäten anzugehören.
26. Jeder Mensch hat das Recht, seinen Geburtstag zu feiern oder nicht zu feiern.
27. Jeder Mensch ist verpflichtet, sich an seinen Namen zu erinnern.
28. Jeder Mensch darf mit anderen teilen, was er hat.
29. Kein Mensch kann mit anderen teilen, was er nicht hat.
30. Jeder Mensch hat das Recht auf Geschwister und Eltern.
31. Jeder Mensch darf frei sein.
32. Jeder Mensch ist für seine Freiheit verantwortlich.
33. Jeder Mensch hat das Recht zu weinen.
34. Jeder Mensch hat das Recht, unverstanden zu bleiben.
35. Kein Mensch hat das Recht, einen Anderen schuldig zu machen.
36. Jeder Mensch hat das Recht auf Persönlichkeit.
37. Jeder Mensch hat das Recht, keine Rechte zu haben.
38. Jeder Mensch hat das Recht, keine Angst zu haben.
39. Besiege nicht.
40. Wehre dich nicht. (wieso nicht? Den Punkt streiche ich für mich raus)
41. Gib nicht auf.

Mittwoch, 20. Juli 2011

Nein, doch nicht.

Meine Erinnerungskiste bleibt erst mal so wie sie ist: voll und dort wo sie derzeit steht: im Keller.

Das hat sich wohl mein Verstand ausgedacht, dass ich mal wieder entrümpeln soll. Meine Gefühle zeigten mir jedoch ganz klar: Diese Dinge darfst du nie nicht niemals wegwerfen!

Passend dazu hörte ich vor wenigen Tagen in der Bahn, ein Gespräch zwischen zwei Großmütter, die sich über ihre Enkel austauschten. Was sie schon können und was nicht, wie goldig sie doch sind und wie oft sie zu Besuch kommen.

Die Worte plätscherten so an mir vorbei und einmal blickte ich direkt zu ihnen, weil ich wissen wollte, wie die Damen so sind. Ich sah: Sehr ausgewählte, hübsche Kleidung, Gesichter frisch von der Kosmetikerin wieder hergestellt und die Frisur ordentlich hochgetürmt, das ganze verziert mit Unmengen von Schmuck (wahrscheinlich aus echtem Gold).

Bald schon kamen sie auf die selbst gemalten Bilder, die ihnen von den lieben Enkerl' n geschenkt wurden.

„Ja und dann kam die Lisa eines Tages zu mir und fragte mich ganz erstaunt, wo denn ihr Bild sei! Aber Oma du hast gesagt du hängst es an den Kühlschrank!“ erinnerte sich die Frau.

„Aber was soll ich machen? Ich hatte es weggeworfen, das sieht doch blöd aus, so ein Gekritzel an meinem KÜHLSCHRANK!“

Mein Puls raste.

Die andere pflichtet ihr fleißig bei, dass man das ja wirklich nicht machen könne.

Ich wusste nicht, ob ich kotzen oder der dummen Kuh ordentlich gegen das Schienbein treten sollte!

Ist das so schwer zu verstehen, dass das für Kinder wichtig ist? Dass es den Kindern weh tut, wenn man ihre Geschenke einfach so weg wirft? Wie würden sie sich fühlen, wenn man das mit ihren Sachen machen würde?

Kinderseelen sind sehr weich und solche Vorfälle können schon ordentliche Kratzer hinterlassen.

Und genau deswegen, werd ich gar nix von meinen Sachen wegwerfen! 9 Umzüge lang habe ich sie bis jetzt herum geschleppt, da kommt es auf die nächsten 4-5 mal auch nicht an !

Dann gab es noch ein: Nein, doch nicht:

Ein weiteres Jobangebot von einem Herrn. Von anfang an kam mir das komisch vor und sagte das auch einigen Freunden und meiner Therapeutin. Ich spürte es, drückte es wohl weg und ließ erstmal keine konsequente Handlung folgen.

Im letzten Moment dann doch noch: Brauchst du erst wieder die Watsch, dass du deinem Gefühl trauen kannst? Ja? Brauchst du erst wieder Beweise?

Also abgesagt (mit sehr wenige Schuldgefühl) und die Antwortmail von dem Herrn bestätigte ganz klar meine Vermutung: Er hätte sich gerne mehr gewünscht.

*würg*

Nochmal gut gegangen

aufatmen

langer Spaziergang

neue Bücher

holen

leckeres Mittagessen

Schlaf nachholen

Regen genießen

loslassen


Dienstag, 19. Juli 2011

Gleich 3 Dinge auf einmal!

Altes loslassen

Wie kann ich die Vergangenheit loslassen, wenn ein riesengroßer Umzugskarton voll gepackt mit Dingen von damals noch in meinem Keller steht? Der wird nun hervor geholt und mal aussortiert. Was soll ich mit dem Zeug noch? Um irgendwann sentimental heulend der guten alten Zeit (die sie ja gar nicht war!) nachtrauern, während ich die Relikte begutachte?

Es ist sicher schön, einige Dinge aufzubewahren, z.B. Fotos und davon hab ich wirklich viel, aber die gemalten Bilder aus dem Kunstunterricht fliegen raus. Bleiben wird der selbstgestaltete Kalender aus dem Kindergarten. Und so werde ich mich heute durch wühlen. Ganz langsam.

Glück

ist auch, wenn die Nachbarn auf der rechten Seite im Urlaub sind und der linke Nachbar soviel arbeitet, dass er erst heimkommt wenn ich schon schlafe und schon wieder weg ist, wenn ich aufstehe.

Cheeesse!

Heute nach monatelanger Aufschieberitis (wer macht schon gern Behördengänge?) einen neuen Personalausweis beantragt. Nachdem der im April schon abgelaufen ist.

Seltsam war das, mal wieder vor einer Kamera zu sitzen (natürlich brauchte ich erst neue Fotos). Ich hab jahrelang vor der Kamera gestanden und warum war ich heute so nervös? Hmmm, vielleicht weil ich früher ein Haufen Kohle dafür bekam und heute dafür selbst bezahlen muss.

Also sah ich nach, ob ich als Hartz4-Empfängerin irgendeine Ermäßigung oder gar Erstattung bekomme. Natürlich nicht! Wo denk ich auch nur wieder hin. Begründung: Bei der letzten Erhöhung des Regelsatzes (wir erinnern uns: 5 Eurönchenchenchen!) wurden auch die Kosten für den neuen Perso berücksichtigt. ACHTUNG! KEINE IRONIE! Sagenhafte 0,25 Euro sind pro Monat dafür vorgesehen. Der neue Ausweis kostet 28,80€. Also hab ich umgerechnet in 9,6 Jahren dieses Dokument abbezahlt. Sa-gen-haft! Da sind die Fotos noch gar nicht mitgerechnet!

Aber die Regierung hat noch mehr Witze auf Lager: Fingerabdrücke auf dem neuen Perso.

Also mal ehrlich, wer ist denn so blöd, dass machen zu lassen? Vielleicht will ich ja mit 50 Jahren hochkriminell werden! Und dann? Da könnt ich ja gleich mit nem Goldbarren durch Brasilien wandern und mich wundern, wenn ich überfallen werde. Zum Glück kann man diese Schwarzmalerei auf den Pfoten auch unterlassen. Es ist keine Pflicht. Immerhin.

Genauso wie diese lächerliche Online-Ausweisfunktion. Dürfte ja jetzt im letzten Busch angekommen sein, dass Datenschutz auch nur ein Weihnachtsmärchen ist. (Auch das zum Glück frei wählbar)

Ich geh mal in den Keller...

zum Lachen.

Montag, 18. Juli 2011

Today

Habe weiterhin immer mal wieder Kopfschmerzen, was mich nervt und ich eher selten habe.
Vermute es lag am zu vielen lesen (das Buch hat doch über 400 Seiten und ich konnte es einfach nicht weglegen) und an den Ausdünstungen vom neuen Bett, die auch nicht zu verachten sind. Bin daher ganz froh, dass es kühler ist, so kann ich den ganzen Tag das Fenster offen lassen.

Außerdem reicht es mir langsam an fremden Besuchern. Sämtliche Lieferleute kamen ja in letzter Zeit und die vielen anderen denen ich meinen halben Keller verschenkte oder verkaufte.
Heute kommt noch ein Typ vorbei und dann ist erstmal Ruhe!

Werde deswegen wahrscheinlich auch nicht zum Mädlsabend gehn. So sehr ich diese Treffen mag, aber heute eben nicht.
Spazierte stattdessen hocherfreut und voll entspannt morgens um halb 6 im Regen durch den nahegelegenen, wilden Park.

So sehr mich Kleinigkeiten aus der Bahn werfen, so sehr können mich auch Kleinigkeiten glücklich machen!

Sonntag, 17. Juli 2011

Ein glückliches Wochenende ist,...

...

- wenn ich wie diese Tage so gestalten kann, wie es mir paßt, ohne selbstgemachten Druck was ich eigentlich tun müsste oder sollte.

- Eine ausgeprägte Selbstachtung und außerdem spürte ich das fehlen meiner Angst und fühlte mich vollkommen wohl. Wobei mir wieder einfiel, dass sich extreme Erschöpfung und totale Entspannung sehr ähnlich anfühlen und ich glaube ich hänge eher im ersteren fest.

- Und ich hatte viele Stunden im ~~Flow~~ herrlich!

Der Psychologe Czikszentmihalyi (da soll noch einer sagen, ich hätte einen schwierigen Namen!) erklärt Flow so:

"Flow tritt oft unter Bedingungen ein, in denen Menschen sich in einem Maße unabhängig von ihrer sozialen Umwelt machen, dass sie nicht mehr ausschließlich darauf reagieren, ob sie von ihr belohnt oder bestraft werden."

(es ist ein Tun um seiner willen und ich kann das am ehesten erreichen, wenn ich Tätigkeiten alleine mache, eben aus dem obigen Grund)

Was gehört für mich noch zu einem gelungenen Wochenende:

- Ein sehr gutes Buch, dass so dick ist, dass man sich richtig freut, weil man weiß:Davon hab ich länger was.

Es heißt: Still- die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt. Wie für mich gemacht. Schön und befreiend. Eigentlich wollte ich eine Zusammenfassung davon schreiben, aber das geht nicht. Mir fällt dazu sooooviel ein, dass ich rate: wer sich dafür interessiert, holt euch gleich das ganze Buch!

- Nette Post: Ich zog einen Umschlag aus meinem Briefkasten und sah: Einen Aufkleber mit dem Nikolaus drauf! Nikolaus mitten im Juli! Herrlich ich hab so befreiend losgelacht, dass der Nachbar, der gerade das Haus verlassen wollte, erschrocken stehen blieb, was mich wiederum zu noch mehr Lachsalven animierte! Was nicht weniger wurde, als ich den enthaltenen Brief las.

- Leckeres Essen: Spaghetti Bolognese, viel Salat, frische Semmeln, und noch mehr Schokoeis mit Nektarinen und Sahne.

- Viel Alleinsein (eigentlich NUR allein, aber überhaupt nicht einsam) und einfach nachdenken, dösen, schreiben, mich genießen.

- Und dann noch eine Aussage gelesen: ich will es nicht perfekt machen – aber gut genug.

Mein neues Mantra :-)

Eins schreib ich nun doch aus dem Buch:

Die Finnen sind eine sehr introvertierte Nation (vielleicht zieht es mich deswegen so sehr in den Norden?) und woran erkennen Sie dann, ob ein Finne Sie mag?

Er schaut auf Ihre Schuhe und nicht auf seine! ;-)

Das wird mein 2.Lieblingswitz. Mein 1.lautet: "Treffen sich zwei Hochsensible, sagt der eine: also Dir gehts gut und wie gehts mir?"

Ich vermute mal, so richtig drüber lachen kann man nur, wenn man so ähnlich tickt.

Zum perfekten Abschluß dieses Wochenendes lausche ich nun dem Pfeifen und Heulen, dass der Sturm erklingen lässt, zähle die Regentropfen die herunter fallen und schau ob ich in den grauen Wolkengebilden irgendwelche Gesichter, Formen oder Gegenstände erkenne!

Samstag, 16. Juli 2011

Ein neues Haustier

Ich hab nen Kater!

In den Muskeln (und wie!! ich geh wie mit voll geschissenen Hosen auf rohen Eiern :-)) aber auch der Kopf fühlt sich an, als hätt ich die ganze Nacht gesoffen und gequalmt. Dabei hab ich doch ganz brav und tief im neuen Bett geschlummert (gut, ich war gestern auch so fertig, ich hätt auf dem blanken Zementboden schnarchen können).

Doch, heute bin ich sehr zufrieden, mit mir und auch mit dem neuen Bett. Die Matratze taugt mir schon viel besser als der 1.Neukauf und es ist einfach ein anderes Gefühl, wenn man 50cm über dem Boden ist, als nur 10.
Und außerdem, das Wichtigste: ich hab wieder 140cm Breite zur Verfügung und nicht die mageren 90 (und ich bin echt sehr dünn, für wen sind eigentlich solche Streifen gedacht?)

Trotzdem spürte ich den Lagerkoller nahen und ich musste raus.
Eine klitzekleine Radrunde durch den Wald ohne Steigung schaffte ich.
Da schmeckt das Eis danach doch gleich viel besser
und der Kater kriegt nix!

So!

Freitag, 15. Juli 2011

Wenn's läuft, dann läut's ;-)

Sowas nennt man wohl Glückssträhne:
1. Gestern Therapieantrag bewilligt

2. Wahrscheinlich hab ich einen Minijob (keine 400,-weil sich das mit Hartz4 eh kaum lohnt, aber angemeldet)


3. Meine Übergangsmatratze wurd ich auch für paar Euros los (alles kann ich ja auch nicht verschenken). Witzigerweise hab ich 2 Jahre lang versucht das Ding loszuwerden. Jetzt brauchte ich sie ja selbst, weil meine 1.neue Matratze nix war und wieder abgeholt wurde. Heute kam aber mein komplett neues Bett- jaa tatsächlich 2 Wochen eher, als geplant- und schwupp geht auch der Verkauf (da glaub ich mal wieder, das irgendwas im Universum für uns sorgt-worauf hätt ich denn sonst 2 Wochen schlafen sollen?)

4. Mein Bett steht! Selbst aufgebaut. Aber fragt nicht!
- Um 5 bin ich wach. Zwischen 7 und 18 Uhr kommt die Lieferung. Also sitz ich festgenagelt daheim. Trau mich nicht mal unter die Dusche. Denn das ist mir schon mal passiert, dass ich erst um 8:30 von der Arbeit kam und die Herrn der Spedition Punkt 7 Uhr bei mir waren. Gab nen erbosten Anruf und ich stand schuldbewußt 100km entfernt in der Pampa.

Um 12h bin ich so müde, dass ich gerne ein Schläfchen halten möchte. Geht aber nicht.
So halb dämmer ich dann doch weg und promt klingelt es! *freu* Ah ne..der Postmann. Fuck.
Also harre ich der Dinge. Um 15:30 klingelt es endlich nochmal. Endlich SIE sind es.
Kurzer Check: alles da.
Das soll mal ein Bett werden?




Zum Glück hab ich mit Möbelaufbau etwas Erfahrung und alles klappt reibungslos (ok die ein oder andere Schraube wollte erst nach heftigem fluchen oder beten, je nach dem).
Irgendwann schneid ich mir auch noch den halben Daumen am Karton auf.

Ich schwitze.
Ich bin fertig - mit den Nerven.


Ich bin doch immer die, die vom einfachen leben predigt und dann hol ich mir so ein Monster an Gestell heim.
Ich glaub ich zieh hier nie mehr aus. Oder wenn, dann hol ich mir 5 sexy Typen, die sollen das bitte machen.


Das Oberteil ist...


naja, sieht sehr hübsch aus (klar darum kaufte ich es ja) aber wenn es frei stehen würde, würde ich mich daran nicht anlehnen, aber so an der Wand geht es, hoffe ich.
Und wie ich das angeschraubt habe, zum schießen:
Am Boden hockend, mit dem linken Fuß hochgehalten, eine Hand zum ausjustieren und die andere Hand zum schrauben. Schwerstarbeit!




Fazit:

Vor Erschöpfung kann ich gar nix essen.

Meinem nächsten Liebhaber erzähle ich
nicht, dass ich das Bett selbst aufgebaut habe *schmunzel*.
So ganz erfreuen kann ich mich daran noch nicht.
Kommt vielleicht nach der ersten Nacht, wenn das Teil nicht zusammen gekracht ist.

Ein Brett blieb übrig *huch*, na lieber das, als eins zuwenig.
Nach nochmaligem Check wird klar: Das gehört überhaupt nicht dazu! Ehrlich!

Von den 4 übrigen Schrauben will ich mal gar nicht reden!

Der überdimensionale Müll ist auch schon weg.

Es hat Spaß gemacht, auch mal wieder so richtig Lärm zu veranstalten, sonst machen das ja immer meine Nachbarn!

Nur: wer putzt jetzt all den Staub und Holzkrümel weg und bezieht das Bett neu?

Egal, ich freu mich auf 2 komplett freie Tage. Die ich nun auch dringend brauche. Hab 2 wunderschöne Bücher da und werde meine neue Liegschaft ausgiebig testen :-)

Donnerstag, 14. Juli 2011

Therapie

Verschmitzt grinsend öffnet mir meine Therapeutin die Tür: Antrag statt gegeben! 50 Stunden!

Uff, das ist sehr erfreulich, weil wir nun richtig einsteigen können. Die letzten Stunden ging es ja eher um Information, wie es um mich steht, welche Themen dran wären, um die Bedingungen im Außen (Job, Wohnung, Beziehungen...).
Es wird nun viel um alte Geschichten gehen. Meiner Geschichte. Zu vieles wurde da nur zugedeckelt, damit ich irgendwie (über-)leben kann. Der Deckel kommt weg, wir schauen hinein und überlegen, was wir damit nun machen.
Kommt aktuelles schwieriges dazu, hat das immer Vorrang. Wenn es JETZT brennt, kann ich mich nicht mit alten belastenden Sachen auseinander setzen.
Auch klar.

Das gute ist ja, die Thera kennt mich schon aus 10 Wochen Tagesklinik, wir müssen eh nicht bei 0 anfangen.
Heute erzählte ich ihr wieder ein Stück mehr von dem Verhältnis zu meinem Vater.
Ihre Antwort: Wissen Sie, wenn beide Eltern nicht verfügbar waren, übernimmt das Kind eine Versorgerrolle. Es tut alles, damit das wackelige Gefüge noch irgendwie zusammen bleibt, denn es ist ja auf die Eltern angewiesen. Aber das Kind hat weder die passenden Möglichkeiten zur Verfügung, noch die emotionale Reife, um diese große Aufgabe zu meistern. Es wird komplett überfordert.
(Diese Rolle hab ich vermutlich deswegen übernommen, weil ich sehr viel bei anderen erspüre und es damals als meine Aufgabe sah, die Familie zusammen zu halten. Es ist keine Frage von Schuld oder so. Ich war einfach sensibler als meine Schwester, die da viel schroffer und abgegrenzter ist)

Das ist mir nicht neu, das hab ich schon einmal gelesen.(z.B. bei Josef Giger-Bütler) Es ist aber etwas ganz anderes das aus ihrem Mund in Bezug auf meine Geschichte zu hören. Es tut gut, so wahrgenommen zu werden, wie es war und meine Rolle darin. Und es tut weh, dass es wirklich so chaotisch, schrecklich und einfach zuviel war.
Dass ich mich komplett hinten an gestellt habe, um für die Familie da zu sein!


Heute ist es anders. Meine Eltern sind geschieden, jeder lebt sein Leben und auch ich bin nicht mehr von ihnen abhängig. Nur mein Kind-Ich weiß das noch nicht und fühlt immer noch die existenzielle Bedrohung: Wenn ich jetzt auch noch mit Problemen komme oder an mich denke und nicht tröste, zuhöre, andere unterhalte, dann passiert was schlimmes!

Erfreulicherweise wurde in den letzten 2 Jahren auch mein Erwachsenen-Ich stärker und kann sich schon gut abgrenzen: ich mach meinen Stiefel und ihr den euren-basta! (mal mehr mal weniger)

Der Kampf um die Ablösung ist richtig schwer. Denn mein Vater weiß, welche Knöpfe er drücken muss, damit ich wieder springe und ihn nicht "allein" lasse. Ein Zwiespalt: ich soll klein und lieb und von ihm abhängig bleiben (verdien ja nicht dein eigenes Geld und bleibe immer in meiner Nähe wohnen!) und gleichzeitig für ihn sorgen: es kommen ganz klar Fragen: was würdest du da machen?..oder ihn trösten oder seine Einsamkeit vertreiben.

Wirklich schade ist nur, dass meine Eltern überhaupt nicht ahnen, wie sehr ich für sie da war und meine Bedürfnisse, Wünsche, Sorgen so sehr verdrängt habe (haben müssen), dass ich sie heute erst mühsam wieder suchen muss. Zu sehr hängen beide in Abwehrmechanismen und Sucht fest. MEMO an mich: es ist auch nicht (mehr) meine Aufgabe ihnen schon wieder etwas zu erklären oder immer noch glauben zu wollen, dass sie einmal EINMAL wirklich für mich da sein können und mich verstehen.

Damit die Erwachsene für mein Kind-Anteil da sein kann und in der Kraft und Stärke bleiben kann, werden wir hier EMDR einsetzen, um die innere Kommunikation zu stärken.
Ich bin sehr gespannt!

Mittwoch, 13. Juli 2011

JA, ich will!

Macht mir heut Nacht doch glatt ein Typ nen Heiratsantrag!
Leider nur im Traum.
Und leider auch noch von dem Mann, der dafür nicht wirklich geeignet ist.
Real sah das so bei ihm aus: Wenn er nicht in der Psychiatrie oder im Knast saß, war er bei mir und stopfte sich da mit Drogen voll. Bis es mir reichte und er hochkant raus flog.
Deswegen sagte ich auch nicht sofort JA im Traum, sondern überlegte.

Aber ehrlich: Schön hat sich das angefühlt, gefragt zu werden!
Da war es schon schade, als ich aufwachte...

Wahrscheinlich kam der Traum, weil ich mir gestern Gedanken gemacht habe, wie denn die Beziehung mit mir/zu mir aussieht. Naja sieht eher nach Fernbeziehung aus und solange das noch nicht fest sitzt und ich mich nicht ständig selbst verlasse, hat ein Mann in meinem Leben eh kaum Sinn.

Haacchh...*schmacht* ich gebe mich mal meiner Sehnsucht hin... ;-)

Dienstag, 12. Juli 2011

Morgens um 6...

...ist die Welt noch in Ordnung.
Naja, zumindest scheint es so ;-)

Ich genoß es im taunassen Grad zu sitzen, am See und der Welt beim aufwachen zuzusehn. Still war es leider nicht, ein unglaubliches rauschen war zu hören, von der Autobahn, die nicht allzuweit weg ist. Ein Hase hoppelte an mir vorbei, Vögel zeigten ihre Flugkünste, die Frösche quakten und eine Nacktschnecke erklomm meinen Rucksack (iihhh)...schöne romantische Natur...

Immerhin 3 Stunden hatte ich für mich, bis sich eine weitere Person keine 10m neben mich legte. AAHH! Die ganzen Liegewiesen sind frei und sie muss sich genau da hinlegen? Versteh einer diese komischen Menschen!

Ich las in einem Buch über Peace Pilgrim-die Friedenspilgerin. Schöne Worte...nur die Umsetzung? Und dann sah ich mir meine To-do-Liste für 2011 an und stellte erfreut fest, dass ich davon über die Hälfte abhaken konnte.
Gar nicht so schwer, das zu erreichen, was man will.
Wenn man es denn erstmal weiß,
was man will ;-)

Montag, 11. Juli 2011

Zu verschenken

Es ist doch allerhand, wenn man sich mal die Rubrik zu verschenken ansieht. Da kann man sich schon eine ganze Wohnungsmöbilierung zusammen suchen.
Ich kam da drauf, weil ich derzeit selber einiges zu verschenken habe. Natürlich könnt ich jeden Euro selbst gebrauchen, aber mir wurde schon sooft kostenlos geholfen, dass ich einige Dinge nun einen neuen Besitzer suchen lasse :-)

Ich umgebe mich ja gerne mit Übersichtlichkeit und Klarheit und alles was zu sehr ablenkt und zerstreut fliegt hinaus. Und so haben sich schon wieder Gegenstände im Keller angesammelt, die ich loswerden möchte.

Somit ist mein Keller wieder leer und die Leute freuen sich, wenn sie das was sie brauchen, frei bekommen.
Ein Geben und Nehmen, so ist es eben.

Sonntag, 10. Juli 2011

Eine spritituelle Ablehnung

Meine liebste Freundin hat mich drauf gebracht, dass ich die letzten Tage-die voller Weinkrämpfe- wohl einen Teil von mir abgelehnt habe. Sie hat es nicht so deutlich gesagt, sondern viel schöner umschrieben.

Ja die spirituelle Seite war vollkommen in der Dunkelheit abgetaucht. Ich habe sie dahin verbannt. Und die rationale Seite war stärker. Keine Frage, manchmal muss man bei Verstand sein, um leben zu können!

Manchmal da flipp ich aus, wenn ich so Dinge höre wie: höhere Macht, Glaube, Zeichen die das Universum schickt, Wege die die Seele sich aussucht, Einheit usw. ich denk mir: bleibt mir bloß weg mit dem Esokram!

Ein kleines Fünkchen meiner Spiritulaität hab ich nun wieder entzündet. Mit Hilfe eines wunderbaren Buches: Traum und Erwachen (eine Seelenreise auf dem Jakobsweg). Und was soll ich sagen: ich habe wieder ein Stück Seelenfrieden gefunden, fühle mich getragen und beschützt.

Heute wollte ich mir dann einen Kraftplatz suchen. Hat leider nicht geklappt. Denn die beste Stimmung dafür ist für mich der frühe Morgen, am besten am Wasser. Doch es war schon Mittag, ein Sonntag dazu, da kann ich den See schon mal vergessen. Im Wald krabbelten ebenso viele Menschen herum und in der Kirche ebenso.

Nun denn, aufgehoben ist ja nicht aufgeschoben, ich werde mir das für nächste Woche vornehmen.

Dafür hab ich mein Sportpensum für dieses Wochenende erreicht, nachdem ich gestern nur in der Hitze herum saß.

In einer Zeitung fand ich den Hinweis für einen Film:

gradaus-daneben.de
der Menschen zeigt, die die verschlungenen Wege des Lebens gehen.

Samstag, 9. Juli 2011

Notiz

Letztens auf meinen Block gekritzelt:
Die letzten 30 Jahre habe ich es allen anderen recht gemacht,
die nächsten 30 Jahre mache ich es mir recht!

Fazit von heute:
Das braucht aber noch gehörig Übung.
Um 15 Uhr gedacht, dass es mir jetzt zuviel wird und ich gerne heim fahren möchte.
Vor einer halben Stunde zuhause angekommen...

Achja...ich übe :-))

Freitag, 8. Juli 2011

Gähnende Leere...

...in meinen Eisenspeichern, meinte gestern die Ärztin, nachdem die Auswertung der Piekserei kam.
Und da es noch nicht so schlimm ist, dass ich Blutarmut hätte, würde das Präparat die Krankenkasse nicht zahlen. Warum zahlen die immer erst den vollen Schaden ??? Natürlich, Vorsorge wird hier und da auch belohnt, mit Punkten oder mit Prämien, aber die sind so minimal das es sich kaum lohnt. Die Werbung der Kassen sagt was anderes, nämlich: Schaut her, was wir nicht alles tolles bezahlen!

Das ist das eine, was mich ärgert. Das andere ist, dass dieser Mangel an Eisen erst jetzt rausgefunden wurde. Obwohl schon mehrfach Blut abgenommen wurde. Und ich bin mir sicher, dass ich den Mangel nicht erst seit 2 Wochen habe.
Aber ne, wenn man schon eine Patientin mit Angststörungen und Belastungsstörung hat, ist alles andere was man hat (z.B. diese extreme Müdigkeit) auch psychisch und es wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen!

Ach, wenn man nicht hinter jedem selber her ist, passiert gar nichts. Höre ich aus meinem Inneren und mich schaudert, weil das doch der Spruch meiner Mutter ist.
Mein Vater würde sagen: Raspel Dir paar Nägel und kau auf Schrauben rum, dann haste auch dein Eisen.

Nun denn, dann latsch ich mal in die Apotheke, lasse Geld fließen (das wird eh ein teurer Monat) und lasse mich heute in Ruhe. Wie sooft bin ich hundsmiserabel müde und außerdem regnet es draußen ständig, so dass ich meine Introvertiertheit genieße und die gestrige Therapiestunde nachbearbeiten kann. Die wirklich sehr gut war!

Donnerstag, 7. Juli 2011

Und was machst Du so?

Diese Frage hörte ich letztens mal wieder, genauer hieß es so: "Und? Was machst Du jetzt so den ganzen Tag?" Das trifft bei mir einen wunden Punkt. Ich höre daraus Vorwurf und Ungeduld. Man kann doch einfach nix machen!!!?!?!
Immer nur machen, müssen, machen, müssen...nur das sichtbare Ergebnis zählt.

Diese Anforderung spüre ich nicht nur von den anderen, sondern kenne ich nur zu gut von mir selbst: Mich scheuchen: los mach jetzt! Du verplemperst dein Leben! Arbeite!
Hauptsache funktionieren! Wer hat schon den Luxus sich um sein Seelenleben zu kümmern? Die wenigsten. Da muss man durch, stell dich nicht so an, sei nicht so empfindlich!

Dieses Muster hat mich krank gemacht. Ich hab mein Innenleben komplett abgeschalten (als wär es so gefährlich wie ein Atomkraftwerk) und nur noch gemacht und gemusst.

Für mich ist es Schwerstarbeit, nun zu fühlen und meine Bedürfnisse zu bemerken: Muss ich auf Toilette? Hab ich Hunger? Brauch ich Bewegung oder ein Gespräch? Möchte ich schlafen?
Manchmal sitze ich minutenlang herum, starre Löcher in die Luft und versuche genau das heraus zu finden. Dann probiere ich etwas, merke: nö das ist es nicht. Also was anderes.
Und so schlingere ich durch den Tag, mich orientierend an der inneren Leitplanke. Zu dicht ist der Nebel in mir.

Heute merke ich, dass ich sehr erschöpft bin. Die gestrigen vielen Arztbesuche haben mich doch mehr mitgenommen, als gewünscht.
Somit ist heute nur Therapie angesagt (was auch schon wieder insgesamt 3 Std. in Anspruch nimmt) und danach flieg ich nur noch ins Bett.

Bett! Naja dieses 90cm breite Ding ist wohl eher ein Zustand und ich bete, dass meine neue Liegewiese nicht erst in 4 Wochen, sondern vielleicht doch schon in 2 kommt.

Mittwoch, 6. Juli 2011

Ein schöner Tag, die Welt ist schön...*träller*

Wieder meinen Platz in meiner ganz eigenen kleinen Welt gefunden. Aufatmen. Schön fühlt sich das an. Richtig und stimmig. Und anscheinend hat sich dadurch meine Ausstrahlung oder Energie gleich dermaßen verändert, dass die Männer quasi an mir klebten:

Innerhalb von 3 Stunden:

Der erste sprach mich am See an, ein schon etwas in die Jahre gekommener Italiener. Er erzählt frei über sich, wahrt aber einen großen körperlichen Abstand und frägt mich auch so dies und jenes. Nur, das Problem: Ich konnte ihn überhaupt nicht einschätzen! Ist der jetzt einfach nett und kontaktfreudig oder schon wieder so einer der gern Psychospielchen treibt (ich bin nicht paranoid, habs nur schon zu oft erlebt). Da ich auch kein Bauchgefühl zu der Situation hatte, blieb ich sehr reserviert bis kühl und ließ das Gespräch im Sand verlaufen. Beziehungsweise ließ ich ihn Wissen, dass ich mit meinem Freund zusammen wohne :-) (Notlügen sind erlaubt!) Da is er weiter geradelt....

Dann hupt mich ein LKW-Fahrer an und schaut so lange zu mir rüber bis er fast auf die andere Straßenseite schlingert.

Ein Jogger läuft mit einem riesengroßen Grinsen an mir vorbei und zu guter letzt bremse ich an einem Zebrastreifen um einen ebenso älteren Mann Vortritt zu gewähren, er aber winkt mich durch. Daraufhin würde ich ihm am liebsten sagen,dass ich jetzt extra gebremst habe und er nun also flott rüber gehen soll und dass er doch ein graißlicha (scheußlicher) Zipfeklatscha ist.

Das aber nur deswegen, weil mir das seltsam vorkommt, wie nun auf einmal wieder die Männer reagieren. Ich war natürlich lieb, bedankte mich und fuhr weiter. Er rief mir hinterher: Nimmst mich ein Stück mit?

Nein tue ich nicht!

Haben wir grad Vollmond? Nein haben wir nicht. Hmmmmmm

So und heute ist großer Arzttag, alle 2 Std. darf ich ins Labor schlurfen. Den ersten und schlimmsten Teil: Blutabnahme! Hab ich erfolgreich bewältigt (3 Kreuze mach) und mir ein großes Frühstück ganz gemütlich einverleibt.


Alles roger ^^

Dienstag, 5. Juli 2011

Ein kleines Spiel

Gestern abend mich mit einer anderen Sozialphobikerin unterhalten. Und wenn man einmal seine Eigenheiten und Gedanken laut ausspricht, hat das schon was komisches.
Wie bescheuert denk ich mir, mir das Leben selber so schwer zu machen!
Ich denke an Woody Allen der alte Neurotiker und glaube, dass man als hoch ängstliche Person auch einen ziemlich schwarzen Humor hat (haben muss um das zu überleben?).
Jedenfalls ist es immer wieder unglaublich was mir durchs Hirn rattert, wenn ich mich aus der Haustür begebe:
Sieht mich jemand? Was denkt der über mich? Jetzt nicht stolpern oder blöd gucken! Nicht zittern und aufrecht gehen!
Der Sozialphobiker kann nicht einfach etwas entspannt tun. Alles wird zerdenkt.

Als ich so mit dieser netten Dame im lauen Sommerabend stehe und plaudere, erzähle ich ihr von meinem neuen Spiel:
Immer wenn ich irgendwo stehe oder gehe und andere Menschen sind um mich herum und ich merke, dass ich mich sehr unwohl fühle, fange ich an, mir auszudenken, was diese Menschen für Probleme haben könnten! (die Dame hats vor lachen fast zerrißen :-))
Somit konzentriere ich mich nicht nur auf mich. Die De-reflexion die V. Frankl beschrieben hat, tut wahrlich gut!

Meine Phantasie überschlägt sich fast:
Der könnte sich immer ekeln, wenn er Geld anfassen muss, die hat Minderwertigkeitskomplexe wegen ihrer Nase, dort die Frau ist vielleicht alleinerziehend und verkauft ihren Körper damit sie überleben kann, der Afrikaner ist illegal hier und muss immer bangen entdeckt und abgeschoben zu werden, dort der Kerl ist vielleicht vor einer Woche aus dem Knast entlassen worden, dem alten Mann ist gestern seine Frau weggestorben, der S-Bahnfahrer hat heute seinen ersten Arbeitstag nach langer Krankmeldung, weil ihm vor ein paar Monaten ein Mensch vor den Zug gehüpft ist...usw.

Und schwupp merke ich, wie ich leichter werde und spüre: Jeder hat sein Päckchen und oft trügt der Schein den die Leute ausstrahlen. Somit fühle ich mich verbundener mit den anderen Menschen und fühle mich weniger als Alien oder Aussätzige!

Montag, 4. Juli 2011

Selbstoptimierung...

...bis zum kotzen.(vielleicht steht das auch mit der Krankheit Bulimie in Zusammenhang?) Meinte mal eine Freundin. Immer besser, immer schneller, immer effizienter werden! Ja das ist hoch angesehn in unserer Welt und Zeit.

Dazu passend die Karte heute gezogen: Loslassen bringt Gelassenheit (und als Beispiele: Selbstanklagen, überzogene Ansprüche, Befürchtungen, Schuldgefühle, eingefahrene Gewohnheiten).

Einen interessanten Text dazu gefunden: Die Wiege des Selbsthasses

Sich mehr annehmen und nicht ständig sich perfektionieren wollen, darum ging es auch letztens in der Selbsthilfegruppe. Die Frau neben mir meinte, sie stand vor 20 Jahren oft auf ihrem Tisch im Wohnzimmer, um das Leben aus einer anderen Sichtweise zu betrachten. Das ist doch mal eine Idee! Und weiter meinte sie: Ja es geht darum mit sich ins reine zu kommen, sich nicht ständig verändern wollen und das geht gut, wenn man sich öffnet, um so neue Erfahrungen zu machen.

Auweia, dachte ich. Mich öffnen. Never. Zu oft getan. Zu oft Schmerzen dabei erlitten. Aber vielleicht bleibt mir nichts anderes übrig. Es noch einmal wagen. Mich noch einmal dem Leben öffnen. Denn was bleibt denn sonst übrig? Stillstand und Resignation. Meine kleine Welt in der dann kein neuer Wind mehr weht. Wie ein Kind weiter gehen, das ständig hinfällt und sich immer wieder hoch rappelt, irgendwann bleibt es stehen und irgendwann kann es ganz allein gehen.

Das Leben leben und ich starte mal in diese neue Woche und wünsche Euch allen einen guten Wochenstart!!!!!!!!

Sonntag, 3. Juli 2011

Wolkiger Sonntag

Gestern endlich eine sehr gute Freundin erreicht, bei der ich mich traute mich zu öffnen und einfach mal sagen, was derzeit los ist. Geteiltes Leid ist halbes Leid.

Solche Hilferufe sind für mich ein riesen Fortschritt. Ich hab nie was gesagt, sondern immer alles mit mir allein ausgemacht. Sich öffnen heißt ja leider auch, sich verletztbar zu machen.

Es tat gut, sehr gut. Ihre Sicht zu sehen, ihre Meinung zu hören, durch sie konnte ich aus einem anderen Blickwinkel auf mich schauen.

Mir wurde klar, dass ich mich derzeit wieder sehr abwerte, dem Schönen verschließe und mir selber weh tue. Daher die Weinkrämpfe, ich spürte ja den Schmerz den ich mir selber zufügte, konnte aber nichts dran ändern.

Außerdem stecke ich in einer Verweigerungshaltung fest. Da is nix mit Annahme. Nene...Annahme ist geschlossen. In mir tobt ein Rumpelstilzchen, das so gern ein anderes Leben hätte. Verdammte *'?&+#

Ich versuche immer Kontakt zu halten zu Leuten, die ich nicht in Therapie kennengelernt habe und denen Psychothemen etwas fremd sind. Ich brauch den Ausgleich und auch die Leichtigkeit, die „Normalität“. Derzeit spüre ich aber, dass ich mit diesen Leuten nicht so kann, ich fühle mich zu ungeschützt. Das vergeht auch wieder und ich hoffe, dass diese Freundschaften so stabil sind, dass sie diese Pause verkraften können. Und somit wende ich mich eher den Therapieleuten zu, besser als mich ganz zu verschließen. Es ist, wie es ist.

Mein neuer Cd-Spieler ist da. Ein Goldstück, fast schon edel und alles an Funktionen was ich mir wünschte. Juhuuuuu :-)

Heute bin ich wieder in meiner ruhenden Mitte, welch ein schönes Gefühl :)

Nachtrag:

Merke!

Wenn du jemandem sagst: googel mich einfach. Sollte man erst sich selbst googeln um zu sehen was man da über sich erfährt. Lacher des Tages! :-)


Samstag, 2. Juli 2011

100 Dinge, die frau getan haben sollte

Nun, so eine Liste darf man nicht zu ernst nehmen, wenn man sie in einer Zeitschrift findet, dachte ich mir. Blätterte aber dann doch zurück und las genauer. Mal sehen... Eine kleine Rück-und Vorschau kann im 32. Lebensjahr ja wohl nicht schaden.

Mit Blatt und Papier schrieb ich auf, was ich von der Liste schon tat und was ich noch tat was nicht auf der Liste stand. Das war doch allerhand!

Ich stand auf der Bühne, ich war im Fernsehen, wohnte in zwei Wohngemeinschaften, rasierte die Kopfhaare auf 8mm ab, war verlobt, tanzte Nächte durch, ließ manchmal alle Hemmungen fallen (und bereue es nicht!), reiste durch einige Länder, ließ Weihnachten ausfallen, wurde mal von der Polizei heimgefahren,ich war in einer Zeitschrift abgelichtet, war wohnungslos und auf verrückten Hochzeiten, hab im Campingbus geschlafen, hab 2 Männer im Knast besucht,

gekifft, bin tätowiert und hatte mal Piercings, war in einigen Verkehrsunfällen verstrickt, hatte einen älteren Liebhaber (Altersunterschied: 20 Jahre), lebte 1 Jahr vegetarisch, wurde verlassen und habe verlassen, wurde in einer über 8m langen Strechlimousine chauffiert, wurde gekündigt und habe gekündigt, fuhr bei einer Stuntshow im Auto mit, dass nur auf 2 Rädern fuhr,

tanzte oben auf dem Wagen einer Technoparade, hab Babys gewickelt, war Aktmodel und wechselte 9x meine Wohnung, ging wandern und fuhr mit Schiffen und bei rot über die Ampel, bekam eine Goldmedaille, klaubte Heu zusammen, flog vom Pferd ..u.v.m.

Eine Zeit habe ich intensiv im 'Außen' gelebt, vielleicht lebe ich derzeit umso intensiver in meiner Innenwelt.

Und was will ich noch machen?

Da kam ein Wunsch dazu, den ich früher nicht hatte: ja ich möchte gerne heiraten. (fehlt halt nur noch der Mann dazu haha). Nur standesamtlich und dann mit einer verrückten Party, das Hochzeitsauto wäre ein Porsche Cabrio und dann nix wie weg in eine total noble Hotelsuite, hoch über den Dächern mit einer riesen großen Glasfront (ja manchmal bin ich auch sehr materialistisch ^^). Seltsamerweise war der Rest an Wünschen relativ harmlos: Mal wieder an einem Lagerfeuer sitzen, ein Hundertwasserhaus besuchen, mehr Sonnenuntergänge sehen, mal wieder nackt im Meer schwimmen, tja und das mit dem Hund setze ich vorerst mal in Klammern (einen eigenen Hund haben).

Und Ihr so? Was wollt Ihr noch unbedingt machen und demnächst wirklich erleben? (natürlich dürfen auch Männer schreiben :))

Freitag, 1. Juli 2011

Der freie Freitag

-Festgestellt, dass es bei tumblr.com wirklich hübsche, minimalistische Blogs gibt. z.B. den hier: weiterleben

- ich hasse es auf einen Termin zu warten: Alte Matratze wird heute zwischen 7-14h abgeholt. Wir warten auf das Christkind. Hmpf.

- ab heute heißt es also: ab auf die nur 90cm breite Gästematratze, bis das neue Bett da ist. Man bin ich verwöhnt von meiner 140cm breiten Liegewiese!

- dafür endlich einen neuen, besseren Cd-Spieler bestellt, hoffe der kommt morgen oder Montag. Das Geld vom alten kaputten bekam ich doch noch ausbezahlt. Uff!

- gestern vor lauter Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit schier verrückt geworden. Zum Glück kam des nachts mal wieder mein Schulschwarm vorbei (leider nur im Traum), aber es fühlt sich so echt an, dass ich heute schon wieder besser gestimmt bin.

- versuche weiter aus meiner selbst gebastelten Isolation zu kommen, was ganz furchtbar schwer ist. Will aber heute all meinen Mut zusammen kratzen und eine sehr gute Freundin anrufen. Die anderen Einladungen musste ich absagen, wobei es mir schier das Herz zerriß.

Jetzt aber erstmal einen 2. Kaffee und den Wolken draußen zuschauen und ein wenig in mich horchen.