Donnerstag, 30. Juni 2011

Und nun: das Wetter


Die Hitze ist verschwunden und ich atme auf.
Wenn ich Premierminister wäre, dann würde ich den April abschaffen und den November stattdessen auf 60 Tage verlängern. (ich würde das ja mit dem Juni machen).
Der Frühling läßt mich schaudern, er stört die Konzentration und macht mich schlecht gelaunt. Die Geräusche. Diese verdammten Geräusche. Die Vögel brüllen und blubbern und singen Heavy-Metal(...)scheiß auf den Frühling, ich sollte dem Frühling aus dem Weg gehen. Das einzig Gute am Frühling ist, dass er auch mal zu Ende geht. Ich würde gern wie ein Bär schlafen, allerdings mit dem Frühling schlafen gehen und aufwachen, wenn der erste Schnee fällt. Denn der Winter ist die gute Jahreszeit, reine Kälte, reiner Geruch, reine Gedanken und reine Bazillen...
Der Geruch von Neuschnee und die Stille, die damit einher geht, lässt mich konzentriert und guter Laune sein, der Körper ist leicht.
Es gibt nicht DEN normalen Menschen, es gibt nur unterschiedliche Normvarianten.

Aus dem Buch:Herr Tourette und ich. Ein sehr berührendes und schockierendes Buch. Erschreckend wie der junge Mann mit dem Tourette-Syndrom versucht ein normales Leben zu leben. Aber mit seinen Zwangshandlungen und Gedanken will ihm das nicht so recht gelingen. Manchmal braucht er einen halben Tag um eine Türschwelle zu übertreten, wochenlang zieht er sich nicht aus und wäscht sich nicht, weil er angst hat, in seinem Ritual stecken zu bleiben und nie mehr sein Bad verlassen können.

Er kann keinen Job behalten und verwahrlost immer mehr.
Teilweise ist es sehr langatmig, wenn immer und immer wieder seine Zählungen und dieselben Rituale genau beschrieben werden. Und ich hätte es besser gefunden, wenn am Schluß seine Therapiezeit mehr Platz eingenommen hätte.
Denn es kann ihm geholfen werden. Mit viel Arbeit und noch mehr Angst schafft er es, ein wenig Ordnung und Kontrolle in sein Gehirn zu bringen.
Auch empfehlenswert zu dem Thema, der Film: Vincent will meer.

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