Dienstag, 7. Juni 2011

Nicht's ist einfach

Das ich etwas einfach tue und dann (auch innerlich) abhake kommt sehr selten vor. Meist geht im vorraus einer Aktion, viel Zeit für Gedanken drauf. Ich verdrehe mir mein Hirn und dabei stellt sich mir nicht nur die Frage, was ich anziehe. Nein, ich geh alles haarklein in Gedanken durch. Vom Fahrplan bis hin zum Gesprächsinhalt. Kontrollitis läßt grüßen.

Ist dann eine Aktion vorbei, geht es innerlich weiter. Es beschäftigt mich und meine Gedanken kehren immer wieder zurück. Ich kaue alles durch bis es flüssig ist und so leichter verdaut werden kann.

Kommen zuviele Aktionen innerhalb eines kurzen Zeitraumes zusammen droht die Reizüberflutung. Altes ist noch nicht verdaut, da kommt schon neues hinzu. Sind es wenige Aktionen, aber z.B. emotional stark besetzt, droht das selbe!

Ich kann nicht anders. Übergehe ich diese Innenschau rächt sich das: ich werde krank, damit ich wieder zeit und Raum finde, mich dem noch unverdauten zu widmen. Manchesmal war die Überflutung so stark, dass ich ohnmächtig wurde. Zackbumm lag ich da, ausgestreckt auf der Straße oder im Bahnhof.

http://raumgewinner.blog.de/2011/06/02/selbstverstellung-verworrene-kalkulation-ausweichender-bewegungen-formen-funktionssabotage-11256968/

Damit das nicht wieder passiert, gibt es nur eines: Absolute Ruhe, viel liegen, keine Musik, keine Gespräche, Augen zu u̶̶n̶̶d̶̶ ̶̶d̶̶u̶̶r̶̶c̶̶h̶. Manchmal brauch ich nur einen Tag dafür, manchmal auch drei.

Heute und morgen habe ich frei, keine Termine, keine Verabredung und sei sie auch noch so schön, harmlos oder kurz. Ruhe, inneres sortieren, schlafen, schreiben, vielleicht leichte Lektüre, nachdenken....

So verkriech ich mich heute in meine Klosterzelle.

Kommentare:

  1. Liebe Regenfrau,

    der Titel Deines Beitrages hätte auch von mir sein können.

    Vor zwei Tagen dachte ich auch noch, ich brauchte irgend einen Raum, in dem ich mich abschotten kann.

    Habe aber gemerkt, dass mir das Sonnenlicht doch besser tut.

    In dem Sinne hoffe ich, dass Du bald wieder das Bedürfnis hast, Deine Zelle zu verlassen.

    Dir ganz liebe und herzliche Grüße
    Ines :-)

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  2. Nein, ich hab noch eher das Bedürfnis morgen auch noch in meiner Zelle zu bleiben :)
    Ich brauch das grad ganz dringend, waren mal wieder zuviele Eindrücke. Es ist kein depressives-verkrümeln, denn meine Laune ist gut!
    Und wenn man so hart getroffen wird (ich fand ja den Traum dazu mehr als passend aber auch heftig) wie bei Dir, find ich es völlig legitim sich mal zurück zu nehmen und zu verkriechen. Aber wenn Dir die Sonne gut tut, na denn, raus mit Dir! ;)
    Liebe Grüße

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  3. Liebe Regenfrau,

    dann genießes das, was jetzt für Dich sein muss.

    Kenne das auch... und in dem Moment ist es dann eben stimmig.

    Dir ganz, ganz liebe Grüße
    Ines

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