Freitag, 17. Juni 2011

Ein Telefonanruf

Heute mal zwei Beiträge, weil die gut zusammen passen.
Die liebe Arbeit, den ersten Teil liest man HIER.

Ein Telefonanruf
der mich schwitzen machte. Da war so mir-nichts-dir-nichts mein Sachbearbeiter von der ARGE in der Leitung. Nun, ich dachte mir schon, dass der sich demnächst meldet, da ja Ende Juni meine Krankschreibung der Amtsärztin abläuft.

Wie es mir so gehe, wollte er wissen. Ich war ein wenig überrumpelt. Nur gut, dass mir diese Ärztin eingebläut hat, dass die gar nix wissen brauchen, keine Diagnose, kein ausführlicher Bericht.
„Tja..“stöpselte ich los „eine klare Antwort kann ich ihnen leider nicht geben.“
„Nene ich will auch nur wissen: geht’s ihnen besser, schlechter oder gleichbleibend, wie vor einem halben Jahr?“
"Achso...nun ich würd sagen: gleichbleibend.“
In der Selbstbeurteilung bin ich keine große Leuchte.

Aber wenn ich so zurück schaue: Heute vor genau 2 Jahren, saß ich zitternd und schlotternd auf dem Boden, unfähig mich zu bewegen, zu essen oder zu schlafen, klar zu denken, geschweige denn zur Arbeit zu fahren. Ich werd' das Datum nie vergessen, das war so gruselig. Der Schlaf wurde seitdem etwas besser, auch der Appetit, meine Nerven liegen weiterhin sofort blank, sowie ein minimaler Streßfaktor auftritt (und wenn es nur eine geknallte Tür der Nachbarin ist) und die Erschöpfung ist genauso groß wie damals.

Das alles sagte ich ihm natürlich nicht. Er meinte daraufhin, dass er mir dann einfach ne Einladung schickt, mit den Fragebögen, um nochmals bei der Amtsärztin das abzuklären.

Das hätt ich nicht gedacht, dass das so schnell und einfach geht. Ich weiß ja wirklich nicht, was ich machen soll. Ich schau jeden Tag die Stellenanzeigen durch, im Internet, im Dorfblatt, in allem was ich finde. Wenn ich mich wiederum anschaue und sehe wie mich 3 Termine in der Woche, plus ein Trigger in der Therapie oder im Alltag umhauen, dann weiß ich nicht wie ich noch dazu 10-15 Stunden in der Woche arbeiten soll.(ich schau derzeit ja nur 400,-Jobs).

Der Sachbearbeiter kennt mich seit gut 3 Jahren und er weiß, dass ich immer alles (zuviel?!) gab, dass ich ordentlich meine Sachen mache und mich bemühe. Er spielt keine Psychospielchen, schimpft, manipuliert nicht, will nicht seine Statistik frisieren und ist im Grunde ein guter Kerl, ich denke von ihm, dass er mich nirgends reinreiten will. Er tut was er muss und ich tue was ich kann.
Und die Ärztin war genauso, sehr feinfühlig, menschlich, ruhig und verständnisvoll. Ich hoffe, dass ich wieder zu der kann.

Wenn ich von dieser Seite Druck bekäme, ginge gar nix mehr, denn den mache ich mir schon zur Genüge selbst.
Ich werd mich damit heute mal eingehender befassen, nachdenken und schreiben.
Zu mehr bin ich heute eh nicht fähig, die 2.Nacht in Folge in der ich kaum schlief und es fühlt sich an, als hätte ich seit einer Woche nicht geschlafen.
Deswegen: Buch, Block und Tee und ab ins Bett.

Kommentare:

  1. Liebe Regenfrau,

    habe mir gerade beide Teile durchgelesen. Beim 1. dachte ich mir, warum man die Leute heute nicht komplett so arbeiten läßt. Ehrenamtlich bei Butter und Brot und ein Schlaflager. Immerhin gibt es so viele andere wichtige Dinge die finanziert werden müssen. Nö, die zähle ich jetzt nicht auf, wäre eine Jahresaufgabe.

    Und was Dein Arbeiten betrifft. Ich finde Deine Gesundheit geht vor. Tu nur, was Du Dir auch zutraust, denn ich glaube ganz fest und sicher, dass Du lieber aktiv wärst als krank und nicht zu denen gehörst,die bestimmte Dinge für sich ausnutzen. Dazu hast Du einen viel zu großen Gerechtigkeits- und Kämpersinn in Dir.

    Liebe Grüße an Dich und wir lesen uns wieder
    Ines :-)))

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  2. Liebe Ines, das war jetzt aber ein Scherz oder? (dein 1.Abschnitt).
    Da können wir ja gleich die DDR wieder eröffnen: Jeder hat nen Job, aber das Geld reicht nur für das notwendigste.
    Und ich hab meine Freiwilligendienste gern gemacht und da gabs auch nur Kost und Logi, das war aber immer nur höchstens 1 Monat.

    Schönes Wochenend :)

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  3. Klar liebe Regenfrau,

    das war wirklich ein Scherz, aber so würden sich das Einige bestimmt gern wünschen. Und es wird doch immer mehr Blödsinn veranstaltet.

    Wichtig ist, dass Du vorrangig an Deine Gesundheit denkst, denn was nützt es, wenn Du irgendwie auf dem Zahnfleisch robbend eine Arbeit beginnst und kurz danach wieder gesundheitsmäßig am Nullpunkt landest.

    Du machst das schon richtig.

    Dir ein schönes Wochenende Ines :-)

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  4. Gut, ich dachte schon.. ;-)
    Achja und man sollte jung sein, aber schon 20 Jahre Berufserfahrung bitte mitbringen.
    Tja...ob ich es so richtig mache, weiß ich nicht, anfühlen tut es sich nicht so.
    Ich werds schon merken ;)

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