Sonntag, 5. Juni 2011

Alles mal ausprobieren!

Gestern war ich slacklinen. Hat Spaß gemacht und ist gar nicht mal soooo schwierig.
Öfter mal was neues, dacht ich mir.
Da artistische Künste immer ein Publikumsmagnet sind, hatten wir immer mal wieder fremde Leute um uns, meist junge Männer in Gruppen, die schon ordentlich einen im Tee hatten und das Seiltanzen auch unbedingt ausprobieren wollten.
Bitte sehr, so gab's gleich wieder was zu lachen. :-)
Nebenher spielte ich noch ein wenig Poi, das kann ich wenigstens besser.

Danach latschten wir noch durch halb München- munich by night, saßen an der Isar und genossen ein Radler. Ein lauer, gemütlicher Samstagsommerabend.

Doch leider konnte ich es nicht so wirklich genießen. War weiterhin etwas niedergedrückt und schweigsam. Und so eine Art Entfremdungsgefühl, ich weiß nicht recht wie ich es beschreiben soll, ich versuch es mal:
Die anderen haben Spaß an diesem Abend, ich nicht, obwohl ich ja auch unterwegs bin, auch was schönes mache, in einem Park bin und lache.
Die anderen "dürfen" in der Bahn sitzen, ein Gefühl als gehöre das zu ihnen, aber nicht zu mir.
Ein Gefühl als wären alle anderen Menschen eine große Gruppe und ich bin außen vor, gehöre nicht dazu. Als hätte ich kein Existenzrecht. Fremd in dieser Welt.
Kennt das jemand?

Stressig war auch eine unvorhergesehene Situation: Ich komm von der U-Bahn rauf auf die Straße, die 4-spurig ist und ich wußte, dass da jetzt natürlich Autos fahren. Dem war nicht so, sondern Massen von Menschen tummelten sich dort und feierten ein Straßenfest! Das hat mich so durcheinander gebracht, dass ich erstmal völlig orientierungslos herum eierte und keine ruhige Stelle fand, um mich zu sortieren. Nach 15 Minuten ging es dann auch wieder.

Traurig machte mich auch ein Gespräch mit dem Kumpel, der dabei war. Mal wieder ein Vergleich und es kam zur Sprache warum ich keine Fremdsprache, kein Instrument kann und was ich noch im Leben erreichen will.
Das "ganz normale?" Leben, an dem ich nicht so wirklich teilnehmen kann.
Aber wie soll ich normal leben, wenn ich so wenig normales, beständiges, geborgenes aus meiner Vergangenheit kenne.

Daran arbeite ich doch,
nur dass andere meine Innenarbeit ja nicht sehen können.

Kommentare:

  1. Hm...

    Fremdsprachlich bist du doch voll im Trend.
    "Slacklinen", "munich by night" - das ist doch anglizismus in feinster Art und Weise ;)

    Und das Instrument der Sprache scheinst du ebenfalls zu beherrschen.

    Vielleicht liegt der Schlüssel zur persönlichen Zufriedenheit darin, einfach mal nicht zu vergleichen, sich einfach mal nicht zu messen an dem, was andere tun, lassen, können, oder auch nicht können - und sich nicht immer zu fragen, was man mal erreichen will.

    Ist doch auch ganz nett, sich mal vor Augen zu führen, was man erreicht hat.

    Nur mal so, als Ansatz ;)

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  2. Das kenne ich total. Nach außen alles wunderbar, aber dieses Entfremdungsgefühl ist schlimm. Als wenn ein Zombi das alles macht, irgendwie ferngesteuert. Und auch dieses dann verwirrt sein, weil man irgendwie in seinem Inneren festhängt und im Außen einfach nicht wirklich präsent ist, sondern eher funktioniert (und das dann schlecht).

    Zwischendurch hatte ich mal das Gefühl, dass dieses Entfremdungsgefühl kommt, wenn ich nicht liebe. Also so ein Gefühl als bedeutet mir außen nicht wirklich was etwas, was mich bindet sozusagen. Mich an die Welt bindet. Also gar nicht mal, dass ich nicht geliebt werde, sondern dass ICH die Liebe nicht in mir spüre für irgendwas. Da sind schon auch Gefühle, aber eben keine, die einen binden und dann hat man das Gefühl, man ist völlig losgelöst und auf nem anderen Planeten. Auch wenn man mittendrin ist. Liebe bindet einen an die Welt. Aber wenn jemand von außen kommt und mich streichelt und in den Arm nimmt, wird es meist sehr viel besser.

    Ich glaube, das ist irgendwie Trauer, die man nicht fühlen kann und dann fühlt man gar nichts mehr.

    Ich hoffe, es geht bald wieder weg bei dir :). Einen schönen Sonntag!
    Tina

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  3. Weißt Du lieber Taucher, da nehm ich mich mal ein Fitzelchen so an, wie ich bin, vergleiche mich NICHT und werde zufriedener mit mir und dann kommt da so ne Töle daher und sagt genau das, was ich mir früher selber immer gesagt hab: ich kann ja nix usw. und schooon bin ich wieder auf meiner alten Stufe, weil ich mich nach außen noch nicht wehren kann. Hartes Brot...

    Ja Tina, so in der Art und mit Bindung hat es definitiv zu tun und natürlich mein mickriges Selbstwertgefühl, warum sollte den anderen die Bahn "gehören" und mir nicht, obwohl ich ja auch einen Fahrschein gekauft hab.
    Alles ist für die anderen da und die dürfen auch alles, ich aber nicht.
    Ohman...

    Dafür hab ich heut einen Brummschädel, als ob ich wie die Jungs gesoffen hätt...suuuper ;/

    Schönen Sonntag!

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