Sonntag, 8. Mai 2011

Neuer Tag-neues Glück?

Gestern war ein absoluter Katastrophentag.
Himmel, ne ich will den gar nicht weiter beschreiben, bin froh, dass der vorbei ist.


Jedenfalls war ich kurz davor den Krisendienst anzurufen, die bieten auch mobile Arbeit an, sprich: Wenns paßt und gewünscht wird, kommen die auch mal vorbei und dann schaut man wie es weitergehen könnte.
Ich las vorsichtshalber nochmal den Flyer, ob man wirklich nicht einfach eingepackt und in der Psychiatrie eingeliefert wird. Wird man nicht.


Aber ich hab's halt nicht so mit Menschen und es ging oft schon böse aus, wenn ich Hilfe anforderte, mich öffnete oder sonstwie mich an Menschen wandte.
Also versuchte ich es (wie sooft) eben doch alleine. Und verkrümelte mich nicht in Gedanken und Grübeleien, sondern stellte mir die Frage: Wie kann jetzt der nächste Schritt aussehen?

Als erstes wurde alles an Gefühlen zugelassen (davor hatte ich einen riesen Schiß, weil ich dachte, dass dann alles kippt und ich durch drehe), das war nach kurzer Zeit durch.
Dann sah ich mich um: Was könnte mir jetzt gut tun, mir helfen?
Und ich fing ganz langsam und achtsam an, meine Küche und das Bad zu putzen.
Das half schon viel.
Außerdem nahm ich mir selber den Druck raus, heute irgendwas tolles, schönes machen zu MÜSSEN!
So ging auch irgendwie dieser schreckliche Tag vorbei und ich schlief 11 Stunden durch.
Tja sowas kostet eben Unmengen an Kraft.


Heute siehts schon etwas besser aus. Ich war 20km radeln. Aber auch nur, weil ich schon wieder unter diesem riesen Druck und einer unerträglichen Anspannung litt.
Es war zwar wenig los und ich hatte wunderschöne Ausblicke über Wald, Felder und blühende Wiesen, aber es waren eben doch ein paar Menschen unterwegs und wenn es nur ein Auto war, dass mich überholte.
Das allein ließ meinen Streßpegel sofort nach oben schnellen.

Im Gegensatz zu vorgestern als ich im großen, weiten Wald in dem wirklich niemand unterwegs ist (zumindest wochentags). Dort konnte ich innerlich so richtig loslassen, sobald mir (danach) ein Jogger, Fußgänger ect. begegnete, war ich wieder angespannt.

Ich werde doch noch ein Eremit.

Aber als ich so selig auf der Bank saß und mir eine Pause gönnte wurde mir sehr klar, dass ich wirklich auf verschiedenen Ebenen an meine Probleme gehen muss. Ich denke gerne in *entweder-oder*, anstatt *sowohl-als-auch*, oder einfach UND.
Also entweder Medikamente oder einen Sinn für mein Leben finden. Therapie oder eine ordentliche Arbeit finden. Ich hatte da regelrecht einen Tunnelblick drauf: Wenn ich erst (den richtigen Mann, den richtigen Job, mehr Sport mache, einen Hund habe...usw.) dann ist alles wunderbar.
Das ist gefährlich, weil ich dann mein Heil nur an diesem einen Thema fest mache.

Bei einer schweren Grippe versucht man ja auch durch unterschiedliche Dinge, dass man wieder gesund wird: Ruhen UND viel trinken UND Medikamente.

Naja auch das ist nicht die aller neueste Erkenntnis...ich vergess sowas zu schnell wieder, aber immerhin IST es mir mal wieder eingefallen ;-)

Kommentare:

  1. Immerhin eingefallen. Ich wünsche Dir das Du heute auch die "unds" siehst und Dir was gutes tust indem Du Dich nicht weg schliesst sondern machst was Dein Gefühl verlangt :-)
    Lg Bianca

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  2. Wenn ich das Gefühl mal spüren kann und zulase :)
    Wünsch Dir einen schönen Wochenanfang :-)))

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