Dienstag, 31. Mai 2011

Good dog or good doc?

Heute endlich ein seit Jahren vor mir hergeschobener Termin:
Ab zum Endokrinologen - der Facharzt für die Schilddrüse.

Ärzte machen mir angst. Fremde Ärzte noch viel mehr!
Wen wundert's, dass mein Puls bei 105 war. Die Arzthelferin war um mich besorgt. Ich nicht, ich kenn mich ja.
Auch mein Gewicht schien ihr Sorgen zu machen, ich beruhigte sie, dass ich vor einem Jahr noch 10 Kilo weniger hatte. Ich Leichtgewicht.
Sie:" Ohh das ist aber sehr wenig, haben Sie eine Überfunktion?"
Ähh deswegen bin ich hier, um das abzuklären.

Also die Arzthelferinnen schienen mir zwar leicht überfordert, waren aber sehr einfühlsam und nett und nahmen meine besonderen Umgebungswünsche für die Blutabnahme ganz selbstverständlich hin. *schulterklopf* an mich, dass ich gesagt habe was ich brauche und *DANKE* an die liebe Blutabnehmerin.

Der Arzt selbst nuschelte nur meinen Namen an der Rezeption, während ich im Wartezimmer saß (das im übrigen sooooo klein war, dass ich vor Panik schier umkippte, als ich aber erfuhr, dass es meiner Sitznachbarin genauso ging, wurde ich ruhiger). Das war sein Aufruf an mich. Muss man auch erstmal dahinter kommen.
Kein Blick in die Augen, kein Handschlag, nur kurz die Frage was er für mich tun könne. Während mich ein Hund (!!) mehr als freundlich begrüßte.
Minuspunkt. Minuspunkt. Minuspunkt.
Ich mag Hunde sehr gern, aber in einer Arztpraxis haben die nix verloren!

Mein Angstpegel steigt bei Ärzten dramatisch an, weil a) ein Zusammenhang zwischen meinem Körper und fremde Personen mir nicht geheuer ist, vor allem wenn die mich anfassen und irgendwas an mir machen (auch wenn ich weiß, was derjenige macht und dass es nicht weh tut ) und b) ich beim Gespräch nie ganz bei mir bleiben kann und schnell meine Grenzen überlatsche, nicht nachfrage, nicht auf etwas bestehe....usw.
Da werd ich einfach klein.

Fazit:
Plus: Sehr kompetente Arzthelferinnen, kaum Wartezeit, und wie ich mitbekam kamen einige Patienten von weiter her, vielleicht ist der Doc wirklich gut.

Minus: Praxis etwas veraltet, Miniwartezimmer, Hund, reservierter Arzt...

Nun ich werd den nächsten Termin abwarten, hören wie meine Werte so sind und sein Behandlungssvorschlag.

Jetzt bin ich richtig müde, so eine Tour schlaucht mich immer wieder, noch dazu das schwüle Wetter, daher gibts nun einen frischen Salat (gestern frisch aus dem Garten einer Nachbarin geerntet!!) und dann ab ins Bett.

Montag, 30. Mai 2011

Hauptsache braun!

Ich liebe es, wenn sich meine Haut schön braun färbt, das sieht einfach besser aus, als schneeweiß. Ich werde schnell braun, was mich aber früher nicht abhielt trotzdem stundenlang in der Sonne zu bruzzeln, egal ob mein Kreislauf schon nachgab oder ich Kopfschmerzen hatte.
Mein Motto war: Wenn ich schon an den See fahre, dann bleib ich auch den ganzen Tag da! Packte meinen halben Hausstand ein und fuhr los.
Ziemlich starr und zwanghaft.

Seit letztem Jahr erlaube ich mir, auch einfach mal nur für 2 Stunden ans Wasser zu fahren oder auch eher zu gehen oder länger zu bleiben, je nachdem wie es mir geht! Und es geht mir natürlich viel besser damit. Auch wenn ich nicht mehr tiefbraun am Ende des Sommers bin. Egal, die Haut wird es mir danken :-)

Zurzeit ist mir ja gar nicht nach Sonne, also ist es eh selten :-)
Heute lag ich aber am See, weil ich mir dachte: Wurscht, ich mach das jetzt einfach mal. Wie eben mit dem Morgensport. Viel besser wird meine Depression davon nicht (wie ich leider merke) ABER: schlimmer wirds auch nicht und deswegen mach ich es.

Angenehm war es dann doch, die Sonne und den Wind wieder am ganzen Körper zu spüren und nicht nur im Gesicht! Ich ließ alle Anspannung und Sorgen tief in Mutter Erde fallen und spürte wie sie mich trug.
Das glitzernde Wasser nahm ich wahr, spürte aber keine Regung in mir. Lustiger fand ich die sich jagenden Frösche.

Ansonsten bleibe ich weiter bei meinem geliebten Regenwetter.
Wie es in dem Buch "das heimatlose Ich" so schön geschrieben steht:

"Einzig ein Regentag schafft ein wenig Erleichterung, er nimmt das Bedrückende der Helligkeit, die der Kranke wie einen auf sich gerichteten Scheinwerfer empfindet, der ihn in seiner ganzen Lebensuntüchtigkeit erfasst und preisgibt.
Frühling und Sommer sind die dunklen Jahreszeiten für den Depressiven, weil sich sein Zustand, seine Stimmung nicht aufhellt. (im Gegensatz zu den Millionen Menschen um einen herum-Anm. von mir)
Die Diskrepanz zwischen eigenem Anspruch und tatsächlichem Nachlassen seines Lebensmotors ist fast nicht zu ertragen."

Sonntag, 29. Mai 2011

Ein Stöckchen im Auto...

Ich bin ja kein Stöckchenfan, aber eins hab ich nun mitgenommen, von Juliane.

  1. Was war dein erstes Auto?

    Ein 16 Jahre alter grau-blau-grüner Opel Kadett (ohne Rost!)

  2. Was ist dein Traumauto?

    Irgendein Cabrio

  3. Welches Auto fährst du aktuell?

    Keins

  4. Hast du deinen Führerschein gleich im ersten Anlauf geschafft?

    Yes, sowohl die theoretische, als auch die praktische (wobei hier der Prüfer es bevorzugte mit dem Fahrlehrer rumzualbern und mich dafür schräg vorwärts einparken ließ :-))

  5. Fluchst du im Auto? Und wenn ja, wie?

    Selten aber wenn, laut, bayrisch und verbal..wie soll man sonst fluchen??? (dazugehörige Handzeichen spar ich mir immer)

  6. Bist du ein schwieriger Beifahrer?

    Nö, ich kann sogar Landkarten lesen :-)

  7. Traust du dich Autobahnfahren?

    Klar, obwohl ich als Fahrschülerin riesen Schiß davor hatte, heute geht’s wunderbar!

  8. Wie viele Punkte hast du in Flensburg?

    0

  9. Was für Musik hörst du beim Autofahren?

    Am liebsten gar nix, abundzu Onkelz zum mitgröhlen

Samstag, 28. Mai 2011

Kleine Geschenke

Gestern ein Podcast gehört:
Ein Interview mit einer Klosterschwester, die im Rollstuhl sitzt. Seit Geburt hat sie Spastiken. Aber wie fröhlich sie erzählte und lachte, das war sehr schön!

Sie rief mir wieder in Erinnerung, dass wir jeden Tag kleine Geschenke erhalten. z.B. dass wir morgens alleine aufstehen und duschen können, ohne fremde Hilfe, dass wir nur an den Schrank gehen brauchen, um zu essen, dass wir lachen und sehen können.

Ich weiß, dass mich diese Dankbarkeit über scheinbar selbstverständliche, kleine Dinge schon einmal ein bisschen aus dem tiefen, schwarzen Loch der Depression holten.
Aber nicht nur das.

Sondern auch zu schauen, was an mir gut ist. Was ich gut kann, was ich gut gemeistert habe, woran ich an mir Gefallen finde...
und siehe da: Auch zwei andere Blogger hatten das Thema: Selbstlob:
http://www.das-eselskind.com/2011/05/selbstlos-ist-etwas-gutes-lass-dir.html
http://www.diespaziergaengerin.com/2011/05/selbstlob.html

Wofür bist Du heute dankbar und wofür kannst Du Dich heute selbst loben?

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, auch die Freundschaft zu sich selbst!

Freitag, 27. Mai 2011

Allerlei

- 2 Kinogutscheine geschenkt bekommen. Habe überlegt mit wem ich mir gerne mal wieder einen Film anschauen möchte und es fiel mir keiner ein. Na gut, dachte ich mir, gehste eben 2x alleine ins Kino! Da tobte es in mir, was ich doch für ein egoistisches Miststück sei. Pppffff, was solls! Ich mein, zu zweit ins Kino fand ich schon immer doof, man kann eh nicht miteinander reden (außer davor und danach).

- gestern Therapie war einerseits gut: Ich gestand eine Aktion die eher Richtung Selbstschädigung ging, wir einigten uns aber drauf, dass dies zwar nicht der Hit war, aber immer noch besser, als das was ich früher so anstellte. (Einzelheiten erspar ich mir). Und das ich derzeit viel Wut in mir gespeichert habe, manchmal schwappt sie etwas hoch, dann bebe ich innerlich und werde ganz unruhig. Da ich aber gelernt habe, dass ich nicht wütend sein darf unterdrücke ich sie (unbewußt). Hier muss definitiv ein neuer Umgang her, wie ich mit Aggressionen und Wut umgehe!
- weniger gut war, dass ich jetzt auch auf meine Therapeutin wütend bin. (Den Grund mag ich nicht erzählen) und ich erst in 2 Wochen den nächsten Termin hab. Scheiße!

Dafür laß ich es mir heute gut gehn. Werd meine 1.Seite im neuen Tagebuch hübsch gestalten mit vielen Farben, Bildern und einem Spruch!

Donnerstag, 26. Mai 2011

Geht - Geht gar nicht

Geht: Komplimente
  • schön, dass du da bist! (2x)

  • Du bist eine sehr schöne Frau!

  • ich bewundere dich, wie du damals auf dem Bergbauernhof gearbeitet hast!

  • du bist die pünktlichste Person die ich kenne!

  • Es macht Spaß mit dir zu radeln!

  • Wie hübsch du immer angezogen bist!


Geht gar nicht: Peinliche Momente

In einer wilden Disconacht lernte ich IHN kennen. Nach dem 2. 3. oder 4.Bier war mir doch etwas schwindelig und ich suchte die Frischluft auf, lehnte mich an die Wand und starrte in den Nachthimmel. ER kam raus und meinte ganz salopp: „Du musst die Wand nicht stützen die bleibt auch ohne dich stehn!“

Das kann schon sein, aber in dem Moment konnte ich nicht ohne Wand! Zuvor hatten wir zusammen getanzt und uns tief in die Augen geblickt. Nun hieß es Konversation betreiben. Da ich das nicht mehr so wirklich schaffte, kamen wir gleich zum Küssen. Zum Abschied lud er mich ein, am nächsten Abend mit ihm und seinen Freunden ein Lagerfeuer zu machen, er feiere in seinen Geburtstag hinein.

Das klang gut und so fuhr ich am nächsten Tag 100 Kilometer südlich von München in ein kleines Dorf. Mitten in der Walachei kamen 20 Leute zusammen, feierten, lachten, plauderten. Ich genoss es mit IHM zu kuscheln und dem angrenzenden Wildbach zu lauschen der fröhlich vor sich gurgelte. Das Feuer knisterte und es war eine milde Mainacht. Ich war glücklich.

Aber selbst glückliche Menschen müssen so etwas profanes wie pinkeln. Dies in der freien Natur zu tun war für mich kein Problem. Immerhin bin ich ein geborenes Landkind. Es war schon Nacht und irgend ein Eckchen wird sich schon finden. IHM flüsterte ich ins Ohr, dass ich gleich wieder da sei.

Die nahen Bäume waren mir zu nah und so stapfte ich weiter, fand aber nur viel freie Wiese vor. Nun denn, dachte ich, dann eben hier, ließ die Hosen runter und plätscherte fröhlich vor mich hin. Der Vollmond schien helle und man konnte wirklich jeden Grashalm erkennen (was mir erst da klar wurde) und somit auch mich: in der sexy Pose einer pissenden Frau.

Anscheinend hatte ich IHM zu anzüglich ins Ohr geflüstert und ER dachte wohl, ich wolle allein mit ihm sein, denn auf einmal hörte ich Schritte und schon stand ER vor mir.

Ich weiß nicht wem es peinlicher war. Jedenfalls möchte ich so etwas nicht noch einmal erleben und wenn, dann mit einem Mann mit dem ich schon 20 Jahre verheiratet bin! Wir versuchten das Beste draus zu machen und fielen wieder mal in eine wilde Knutscherei.

Nun, wir wurden kein Paar, warum weiß ich auch nicht :-)

Mittwoch, 25. Mai 2011

"Anleitung zur...

erfolgreichen Erniedrigung oder Die Kunst einen anderen verrückt zu machen:
Wenn Mutter sagt, dass sie dem Jungen eine Mütze schenkt um ihn schön zu machen, dieser ab weiß, die Mütze soll nur diese grauenvolle Hasenscharte verbergen, so verwirrt ihn das und seine Gefühle zu ihr.
Wenn der Vater gütig und geduldig das Sprechen mit diesem Jungen übt, so täuscht er ihm vor, der Sprachfehler sei mangelnder Fleiß und verwirrt ihn.
Wenn er am Abend gerufen wird, Gäste zu begrüßen, dabei aber nicht sprechen soll, ist das eine verrückt machende Aufgabe, für jeden daran Beteiligten in jeder Hinsicht verlogen.
Doch das Kind kann nicht lachen. Auch hassen ist ihm nicht erlaubt.
Ein Kind ist ja so leicht verrückt zu machen. Kaum hat es sehr mühselig zu sich gefunden, wird ihm das Sich schon abhanden gebracht.
Was wir Gehirnwäsche nennen, das ist die gewöhnliche Erziehung."

Das sagt März, Alexander März ein dichtender Schizophrener. Und der junge Psychiater Kofler versucht diese Welt zu verstehen und beschäftigt sich mit A. März. Geschrieben von Heinar Kipphardt.
Ein Buch das mich gestern sehr berührt und aufgewühlt hat. Am Abend hatte ich es ausgelesen.

Hanna (eine Mitpatientin ebenso psychotisch) erzählt Alexander:
"Wenn ich zum Beispiel bügeln wollte, hieß es, geh laß das, oder im Garten, du weißt das du nichts davon verstehst, du kannst doch nicht kochen, in der Küche. Aber auf einmal warfen mir alle vor: faul und interesselos."

Gerade diese Familiensituationen mit den Zweideutigkeiten kenne ich zur Genüge. Und das schlimmste ist: Du darfst nichts sagen, nicht kritisieren, nicht auf diese doppelte Moral aufmerksam machen. Egal was Du machst, es ist falsch! Eine Zwickmühle aus der es kein Entrinnen gibt.

Weiteres von März:
"Was ist normal? Ein normaler Mensch tut lebenslang nicht was er will. So stark genießt er die Pflicht. Je besser es ihm gelingt, nicht er selber zu sein, desto mehr bekommt er. Mit 65 wird der normale Mensch pensioniert. Jetzt hat er Zeit für sich, doch hat er sich leider vergessen."
(erinnert mich sehr an das Buch von A.Gruen: Der Wahnsinn der Normalität)

März war über 15 Jahre in einer Nervenheilanstalt.

Dienstag, 24. Mai 2011

Depressive sind...

anscheinend wahnsinnig komisch (im Sinne von lustig). Gestern 2x meinen Senf dazu gegeben und meine Umgebung brach in wieherndes Gelächter aus. Warum weiß ich auch nicht...

Wer noch einmal sagt:.....

„Depression ist eine gut behandelbare Krankheit!“ den jag ich in die Luft.

Und würde Hitler noch leben,....

ich würde zu ihm hinstiefeln und sagen: „Sie, ich hätte hier ein unwertes Leben, würden Sie es bitte beseitigen?“

Außerdem...

hab ich eine Packung voll Stimmungsschwankungen zu verkaufen. Gebraucht, aber noch sehr gut erhalten!

Du musst nur...

atmen! Dachte ich mir gestern immer wieder,(nach einem Tip einer Freundin) sobald Angstwellen mich überfluten wollten. Was soll ich sagen: Es hilft! Ich muss nix weltbewegendes tun, nicht analysieren oderoderoder NUR atmen.

Ein...und aus...ein...aus....

Montag, 23. Mai 2011

The day

Heute festgestellt: etwas Morgengymnastik ist gar nich mal so schlecht...mal sehn wie lange ich das durch halte :-)

Beim drauf folgenden Frühstück habe ich mir gedacht, dass diese Woche etwas ruhiger werden sollte, als letzte. Jedoch gegen Mittag überkam mich die Laaangeweile...


Ich bin kein schadensfroher Mensch, aber diese Sachen brachten mich teilweise schon zum schmunzeln:

Die Amis wieder....zu ulkig ..als wären die Menschen kleine Spielzeugfiguren

Zum Glück sind manche Tiere schlauer, als wir:


Und jetzt noch eine groooße Portion Schokoladeneis mit Erdbeeren und Sahne! :-)

Sonntag, 22. Mai 2011

Der dünne Pfad

Ich bewege mich oft auf einem dünnen Pfad, dem Pfad des Wohlbefindens...eine Gratwanderung.

Sei es, dass ich in Apathie versinke (wie gestern) oder fast nur auf den Beinen bin (wie heute), in Temperaturschwankungen bin ich sehr empfindlich (Fenster auf und zu, Jacke an und aus) Hitze vertrag ich kaum. Und die Luftqualität spielt auch eine große Rolle!
Bin ich arbeiten will ich nach hause, bin ich zuhause fehlt mir auch irgendwas.

Musik darf nicht zu leise oder zu laut sein.
Getränke nicht zu warm oder zu kalt.
Mal will ich mehr aus meinem Leben machen, dann ist es mir wieder egal und ich bin dankbar für das was ich habe.

.......undsoweiter..........

Nur bei meinem Gewicht hab ich nun die goldene Mitte erreicht, nachdem ich endlich wieder auf 67 Kilo bin und die letzten Jahre bei 57 dahin dümpelte, ja ich hab das Problem, dass ich sehr schwer zunehme und 57kg is bei 183 cm Körpergröße nicht mehr angenehm!


Die Prinzessin auf der Erbse, die das Gras wachsen hört.

Samstag, 21. Mai 2011

Relaxen

Nach so einer Reizüberflutung brauche ich dringend Abstand, von allem und gaaanz viel Schlaf.

So verzog ich mich in die nahe gelegenen Wälder. Früh morgens an einem Werktag ist da meist kein Mensch unterwegs. Ich schiebe mein Rad, jetzt brauch ich viel Ruhe und Langsamkeit.

Der Wald ist nach dem Regenschauer das reinste Dufterlebnis: altes Holz, junge Wildkräuter und Blumen, Torf, Sand, Gras, der moorige Weiher verströmt Gerüche. Tief sauge ich die frische Luft in mich hinein, die Schultern fallen nach unten. Und ich blicke nach oben und lache die Sonne an, die ihre vereinzelten Strahlen in den Wald schickt. Nur entfernt höre ich das Rauschen der Zivilisation und ehrfürchtig beobachte ich eine Horde Rehe die davon springt. Der Storch watet über einen Acker und pickt hier und da sein Frühstück auf, welch ein friedliches Bild! Später sehe ich sogar noch eine Hasenfamilie, auch die machen anscheinend einen Morgenausflug.

Ich träume. Ich träume, dass ich mitten in der Natur ein kleines Privatstück habe, gut eingezäunt und mit Hecken umwuchert. Dort kann ich keinen Menschen hören und sehen.Und auch keine Autos, Flugzeuge oder Züge. Ein kleiner Bauwagen beherbergt das notwendigste, wenn ich mal länger dort sein möchte. Im Garten steht ein großer Baum, dort liege ich, sortiere mich, denke nach und finde wieder zu mir. Dort kann ich ganz ICH sein. Mit ganz wenigen Dingen zentriere ich mich wieder und kehre gestärkt in die menschliche Gemeinschaft zurück.

Allein der Traum gibt mir wieder viel Kraft.



Freitag, 20. Mai 2011

Und wie ein Kartenhaus...

fiel alles in sich zusammen. Schon ist die gute Zeit wieder vorbei.

Gestern. Stieg ich aufs Rad und wollte zum schwimmen fahren. Dieses schwüle Sonnenwetter macht mich sowieso elend und so dachte ich, dass im Hallenbad weniger los sei. Doch da kam ich nie an. Auf dem Weg dahin ging es mir immer mieser. Das X-Gefühl bahnte sich wieder an. Es ist ein Gefühl von immenser psychischer Anspannung. Fragmente aus Leere, Unruhe, Öde, Kälte und einer Zerstörungswut mischen sich dazu. Tränen lauern hinter den Augäpfeln, ein Schrei stockt in der Kehle, ein Druck als würde gleich mein Schädel in 1000 Teile zerbersten und meine Seele gleich dazu. Ätzend.

In solchen Momenten brauche ich meine sichere Wohnung noch mehr als sonst schon. So düste ich wieder heim. Irgendein starker Reiz muss nun her: Sei es kalt duschen oder laute Musik. Beides half ein wenig, danach genehmigte ich mir noch ein kühles Bier.

In diesen gruseligen Stunden geht nur eine Minute nach der anderen. Mich irgendwie austoben ohne das es mir schadet. Und das Wissen: Irgendwann ist es vorbei. Und ich bleibe zermürbt und müde zurück.

Nachtrag: Wahrscheinlich war ich mal wieder völlig überreizt, schade dass ich das noch nicht früher merke, sondern immer erst wenn der Deckel unter dem Volldampf davon fliegt. Die Woche war anstrengend, aufwühlend, innerlich wie äußerlich und dann das schwüle Wetter. Das Gewitter in mir entlud sich, endlich flossen die Tränen, der innere Druck schmolz dahin. Dann ging ich früh schlafen. Mitten in der Nacht lauschte ich dem Gewitter draußen ...und mir ging es wieder gut.

Donnerstag, 19. Mai 2011

Du darfst!

Affirmationen für erwachsene Kinder von Alkoholikern (natürlich auch für alle anderen!)

Ich kann mir sicher sein über das, was ich brauche.

Ich kann für mich selbst denken.

Ich brauche nicht für andere Menschen zu sorgen, indem ich für sie denke.

Ich darf andere wissen lassen, wenn ich ärgerlich bin.

Ich freue mich, dass ich erwachsen werde.

Ich kann zu gleicher Zeit denken und fühlen.

Ich bin nicht verantwortlich für das Verhalten anderer.

Ich muss nicht leiden, um das zu bekommen, was ich brauche.

Ich brauche für meine Selbstachtung nicht die Abhängigkeit von anderen.

Ich habe ein Recht darauf, zu sagen, was ich möchte und nötig habe.

Ich kann jetzt auf mich selbst vertrauen.

Ich habe ein Recht darauf, ohne Schuldgefühle ja oder nein zu sagen.

Ich bin gut genug, um geliebt zu werden.

Ich darf Freude haben, wann immer ich möchte.

Ich kann auf meine Fähigkeiten vertrauen.

Ich kann es zulassen, dass ich gewinne / mich selbst gewinnen zu lassen.

Ich darf mir selbst und anderen vergangenen Schmerzen und Fehler verzeihen.

Ich habe das Recht, mich mit Menschen zu umgeben, die mir etwas geben können.

Für das, was ich getan habe, darf ich den bzw. das Verdienst in Anspruch nehmen.

Ich kann andere an mich herankommen lassen, anstatt einsam zu sein.

Ich habe viele Möglichkeiten zu entscheiden. Ich nutze sie.

Ich muss nicht mehr kämpfen, um zu überleben.

Ich habe das Recht, die Dinge so beim Namen zu nennen, wie
ich sie sehe.

Ich verdiene es, glücklich zu sein. Ich bin glücklich.

Wenn ich meine Meinung geradeheraus sage, werde ich gehört, respektiert und akzeptiert.

Ich habe ein Recht auf ehrliche, offene und liebevolle Beziehungen.

Ich habe es nicht nötig, andere zu kontrollieren oder zu manipulieren, um zu bekommen, was
ich wünsche und brauche.

Ich darf jeden Verlust, den ich in der Vergangenheit erlitten habe, loslassen und mich
stattdessen an die Dinge halten, die für mich von Wert sind.

Ich darf ohne Schuldgefühle über die Vergangenheit sprechen und mich frei fühlen.

Es ist in Ordnung, Menschen an mich herankommen zu lassen und ihnen zu trauen.

Ich habe ein Recht auf freien Ausdruck meiner Gefühle, ganz gleich, ob sie negativ oder
positiv sind.

Ich brauche meinen Schutzschild nicht mehr. Ich bin sicher.

Ich bin liebenswert und -fähig.

Ich kann wütend, traurig, ärgerlich, frustriert, und trotzdem ein erfolgreicher Mensch im Leben
sein.

Ich habe ein Recht darauf, ich selbst zu sein. Ich bin nicht an die Vergangenheit gebunden.

Ich habe das Recht, Zuneigung zu geben und zu empfangen.

Ich bin so froh, dass ich hier bin.

Ich habe das Recht, meine eigene Persönlichkeit zu entfalten.

Ich bin ein wunderbarer Mensch.

Also ehrlich, immer wenn ich das lese, kommt es mir vor wie ein Wunder und ich falle in ein offenes staunen...

Ich darf wirklich...Nach Jahren des Mobbings, der Unterdrückung, der Verleugnung meiner Wahrnehmung usw.

krempel ich die Ärmel hoch und werfe alles aus meinem Leben was ich nicht mehr haben will. Ich lasse mir nix mehr gefallen! Und ich bin froh, dass SIE das nicht geschafft haben: Meinen Eigensinn und Überlebenswillen zu brechen!

Yeah!

Mittwoch, 18. Mai 2011

Kündigung

Ich wurde bis jetzt nur einmal von einem Arbeitgeber gekündigt.
Der Rest wollte mich immer ungern gehen lassen, wenn ich Abschied nahm.
Und ich hab schon einige Stellen durch georgelt.

Aber die damalige Stelle war eh nicht der Hit (trotzdem nagte das ganz fies am Selbstwertgefühl), die Kollegen waren doof, ich stand nicht hinter der Firmenphilosophie und die Kundschaft fand ich auch eher zum würgen. Das gute war: Ich hatte 2 verschiedene Bereiche und es war Halbtags, außerdem wohnte ich gleich um die Ecke (gut, kann auch blöd sein, so nah an der Arbeit). Das Geld stimmte auch.

Natürlich strahlte ich das aus, wie ich über mein Arbeitsumfeld dachte. Und so wurde ich noch in der Probezeit mal ins Büro gebeten. Ich wußte was kam. Das es aber SO kam, hätt ich mir im Leben nie gedacht:

Frau Chef saß am Schreibtisch (die hatte da das Sagen!).
Herr Chef saß auf dem einen Sofa, ziemlich nieder geschlagen, konnte mir nicht in die Augen sehn und spielte an einer Laufente die seinem 3-jährigen Sohn gehörte!!!!!!!!

Ab da nahm ich natürlich keinen mehr ernst. Was is das nur für ne Lusche!
Schleimend boten sie mir an mir bei den weiteren Bewerbungen zu helfen. Dankend lehnte ich ab.
Frau Chefin verließ nach getaner Arbeit das Zimmer. Herr Chef kam auf mich zu, legte mir seine widerliche Hand auf den Arm und meinte leise säuselnd: DANKE!

????
Als ich nach einigen Wochen endlich mein Arbeitszeugnis bekam, konnte ich wiederum nur den Kopf schütteln: Inhaltlich war es sehr gut, es war nicht rauszulesen, dass ich ihren Anforderungen nicht genügte (auch nicht versteckt).
ABER: Die Rechtschraibfäller waren echt der Hit! Postwendend ging der Wisch gleich wieder zum Ex-cheffe.
Neee der Sippschaft weinte ich wahrlich nicht hinterher!

Es war dort Sitte, dass man die Überstunden schwarz, bar auf die Kralle ausgezahlt bekam. Mir war das egal.

Heute habe ich erfahren, dass die Sache aufgeflogen ist. Über 800.000 Eurönchen Steuer und Strafe musste das nette Paar zurückzahlen und zudem bekamen sie beide eine Bewährungsstrafe.

Achjaaaa...die Welt ist manchmal doch gerecht! :-)

Dienstag, 17. Mai 2011

Extreme

Wie gestern schon angedeutet, geht es mir derzeit besser, als die letzten Wochen. Der Großteil der sozialphobischen Gedanken ist weg, ich hab mehr Selbstvertrauen, bin locker und lustig drauf, schmiede Zukunftspläne und kleide mich wieder bunter, figurbetonter und eleganter.
Soweit so gut. Doch dann kommt das große ABER:

1. tauchen in solchen Phasen immer Menschen auf, die das nicht gut finden, die mich kritisieren und abwerten, mich wieder klein und still haben wollen.
Zum Teil haben sie recht, nämlich dann, wenn angebrachte kritische Fragen kommen wie: so kenn ich dich gar nicht..wie bist du denn drauf? Die an meinem Zustand etwas zweifeln.
So eine Phase ging schon mal gründlich schief (die war aber auch stärker als derzeit) und ich schoß mit Karacho in eine Manie.
Als ich den Arzt anblaffte, dass er doch ein Spielverderber sei, jetzt wo es mir einmal gut gehe gleich eine neue Krankheit zu finden, meinte er lächelnd und gelassen: Die fehlende Krankheitseinsicht ist ein Symptom der Manie.
Nach außen gab ich mich geschlagen doch innerlich dachte ich hasserfüllt: Der pisst mir nicht ans Bein!

Das 2. ABER ist, dass massiv Ängste hoch schwallen. Ohne erkennbare Gründe. Wie Wellen kommen und gehen schön über den Tag verteilt, aber heftig. Ich schlotter und bebe am ganzen Körper!

Heute fragte ich meine Therapeutin was das sei. Und sie meinte, dass es wohl ein Schutz sei. Denn im Grunde bin ich weder so angriffslustig, noch Miss Sex-and-the-city (letzter Satz von mir frei übersetzt :-) )
Die Angst bremst mich. in diesem Sinne ist sie gesund, damit ich nicht völlig daneben greife und mich in 3 Wochen frage, was zum Geier ich da denn angestellt habe.

Also muss ich mich selber etwas unter Kontrolle halten. Das will ich nicht. Das macht keinen Spaß. Da könnt ich endlich mal richtig aufdrehen und dann is es auch nix...
Und zum Glück hab ich nächste Woche nochmal einen Thera-termin, damit sie auch ein Auge auf mich werfen kann. Das tat sie zwar heute schon, aber eher sehr erstaunt und sprachlos, weil sie mich so kaum kennt.

Montag, 16. Mai 2011

Wandlungsfähig

Manchmal wundere ich mich über mich selbst. Sehr sogar. Immer wieder gibt es neues zu entdecken :-)

Auch heute geht es mir gut. Es ist, als wäre ein Schalter in meinem Kopf umgelegt worden. Ich bin die, die ich bin. Also ohne Quälgeist (der dauernd nörgelt, zweifelt, zögert, schimpft) und viel weniger Angst. Dafür mehr gefühlte Freiheit und eine Stärke in mir, die nur so sprudelt.

Die lähmende Macht-und Hilflosigkeit ist auf ein Minimum geschrumpft. Ich kann und darf heute mehr als früher. Früher war es lebensbedrohlich, wenn ich mich spürte und danach handelte, es wurde extreme Anpassung und Verfügbarkeit gefordert.

Heute darf ich "nein" sagen, Dinge tun die sinnfrei sind und Spaß machen, mich mit meiner ganzen Größe zeigen, meine Begabung fördern und mich selbst gut behandeln.
Ich bin erwachsen und kann so leben, wie ich es für richtig halte, egal ob das jemandem paßt oder nicht :-)

Ansonsten beobachte ich mich derzeit urteilsfrei wie ich so bin, was ich mag und brauche...spannend! Einfach mal wahrnehmen....

Kopf hoch, Brust raus, Bauch rein, Rücken gerade und loooooos gehts ;-)

Sonntag, 15. Mai 2011

Akzeptanz

Wie konnte das passieren?
frag ich mich gerne haareraufend, wenn was daneben ging. Nun fragte ich mich wieder:
Wie konnte das passieren? Grund war: Die relativ gute Woche! Die Angst war zwar sehr stark, aber die Gedanken waren nicht mehr so hoffnungslos und zerfleddert, wie die letzten Wochen.

Ja also, warum ging es mir wieder besser? Ich kramte meine Handlungsfähigkeit wieder hervor und blieb bei mir.
Was kann ich tun? Wo ist mein Weg? Im Kleinen, wie im Großen.
Was ist das aber *bei mir bleiben*? Auf mich schauen, z.B. ließ ich mich nicht von den Manipulationsspielchen meines Vaters beirren. Kenn ich schon, ist langweilig und kräftezehrend, ich gewann innerlich großen Abstand. Das war klasse!
Es ist ein Gefühl der Ruhe und der Gelassenheit, des geerdet seins mit einem Schuß Humor. Ich bin dankbar, dass es mir so gut gelang.

Und wie gut es tut, manche Dinge einfach abzuhaken.
Banales Beispiel: Wenn ich mir die Haare wasche, sie föhne und danach offen lasse, sieht das genau eine halbe Stunde gut aus, danach gleiche ich eher einem explodierten Besen und außerdem hasse ich es, wenn mir ständig die Zotteln im Gesicht rumhängen. Also: Stecke ich mir die Haare hoch, das ist praktisch, sieht gut aus und geht schnell. Ich kann es mir sparen, es immer wieder zu versuchen, so bleibt mir die Kraft und Nerven für wichtigere Dinge.

Oder, dass ich sehr gern Berichte über Abenteuerreisen lese. Ich habe mich damit abgefunden, dass ich das lieber tue, als selber ein halbes Jahr mit dem Rad durch Südamerika zu fahren.

Das habe ich nun auch in anderen Bereichen des Lebens umgesetzt. Das bringt mir viel Ordnung, Stabilität und Beständigkeit und vereinfacht enorm den Alltag, das Gefühlsleben und die Gedankenkreiserei!
Es ist, wie es ist und ich mag nicht mehr ständig an allen Säulen wackeln und sägen und neu erbauen!
Annehmen ist sehr erleichternd ;-)

Samstag, 14. Mai 2011

Today

Meine Feinfühligkeit verflucht++ gedacht: logisch dass am Freitag den 13. Blogger total abstürzt++ meine innere Stärke gesucht und ein Fetzchen davon gefunden++ den neuen Roman 1Q84 von Murakami (ich liebe ihn! Ok, nur seine Geschichten) aus der Bücherei gemopst++ in der Bahn einen hochintelligenten 4-jährigen beobachtet, der lesen konnte und die Flagge der Schweiz erkannte++ einen anderen Mitfahrer gedanklich geteert und gefedert, weil er nur rum moserte++ an unserem alten Haus vorbei geradelt und ganz schnell alle Gefühle dazu in die hinterste Ecke verbannt (zuviel Aua)++ danach im Garten Bratwurst und Kartoffelsalat genossen und beschlossen, dass ich nächste Woche unbedingt zum Doc muss, mein schmerzendes Bein macht mir langsam echt Kummer++ wieder zuhause meine Lieblingszeitschrift aus dem Briefkasten gezogen und somit ist der morgige Regensonntag für mich ein Feiertag!

Donnerstag, 12. Mai 2011

Dann heirat' doch dein Büro!

Auf der Suche nach einem Job folgendes gefunden:

Gepflegtes Äußeres, sicherer Umgang mit großen Luxusautos. Nachtarbeit, sehr guter Verdienst.

Also, ich hab schon mal unter Beweis gestellt, dass ich hervorragend den großen, langen VW Bus T5 meiner Chefin an die Wand fahren kann. Nachts dürfte das noch leichter sein. Aber irgendwie klingt das nicht ganz sauber...soll man dann Drogenkurier spielen oder einen Shuttleservice für's Puff sein????

Ich probiers lieber dort:

Wir suchen eine attraktive, aufgeschlossene SIE mit kenntnis in fotografie und film. deine aufgabe: männer und paare bei der schönsten nebensache der welt zu fotografieren und zu filmen. abrechnung erfolgt freiberuflich auf stundenlohn.

Is doch auch mal ganz nett oder? Was ist eigentlich die schönste Sache der Welt?

Ein easy Job wäre auch das hier:

Biete bett essen und taschengeld für jemanden der mich fahren kann (muss 2 monate schein abgeben) freu mich wenn jemand lust und laune hat dann melden.

Ohje kleines Alkoholproblem wa? Na wie praktisch, nu haste ne Bettwärmung und einen eigenen Chauffeur. Führerscheinentzug sollte eigentlich eine Strafe sein!!!!

Oder soll ich doch lieber das hier machen:

Flexible Dame gesucht: Für konsequente und strenge Beaufsichtigung meines Freundes, m. Mitte 50, den ich aus disziplinarischen Gründen öfters festbindenn muss! 25,- pro Stunde.

Deren Sorgen möcht ich mal haben...tztztzzz...

also ich glaub, ich schau mich lieber mal weiter um ;-)

Mittwoch, 11. Mai 2011

Sozialstatus mit Gänsehaut

Die Überflüssigen

Mann mittleren Alters, unsportlich, in einer 1 Zimmer-Wohnung lebend, kein Job, kein Geld, kein Auto, möchte respektiert und geliebt werden.

Kleinkind, neugierig auf die Welt, spricht, lacht und weint lebensfroh, tobt und spielt gerne in der Wohnung, möchte respektiert und geliebt werden.

Rentnerin, herzkrank, langsam im Gehen und Denken, graue Haare und viele Falten, herzlich, fürsorglich, möchte respektiert und geliebt werden.

Politisch interessierter junger Mann, tierlieb, leider ohne Wohnung, alkoholkrank, möchte respektiert und geliebt werden.

17 jährige Vollwaise, rundlich und dick, lebt im Jugendheim, zeichnet gerne Pferde, besitzt leider nur second hand Kleidung und hat kein Handy, möchte respektiert und geliebt werden.

Flüchtling aus Libyen, kinderlieb, verantwortungsbewusst, leider ohne Lohnarbeit, Wohnsitz und gültigen Pass, möchte respektiert und geliebt werden.

Sehschwache Frau, mit Down-Syndrom, kreativ, philosophisch, möchte respektiert und geliebt werden.

Mich haben diese Beispiele sehr berührt und gefunden habe ich es HIER

Bei mir würde das so klingen:

Junge, alleinstehende, ängstliche Frau, mit vielseitigen Interessen und Kompetenzen trotzdem ohne Job, hochsensibel, kreativ und Hundeliebhaberin ,möchte respektiert und geliebt werden.

Und bei EUCH?

Mal wieder was für die Lauscher*klick*

Dienstag, 10. Mai 2011

Ich bin ok- Du auch?

Gestern in der Gruppe festgestellt, dass wir derzeit alle von höchst seltsamen Menschen umgeben sind.
Wie auch
hier nachzulesen ist.
Irgendwie beruhigt das und außerdem hatten wir mordsmäßig was zu lachen. Eine meinte dann völlig in Tränen aufgelöst (vom Lachen!): dass sie froh sei, dass es solche Deppen gibt, sonst hätte sie gar nix zum Lachen.

Recht hat sie.

Ich hab dann nur vor mich hingemurmelt: "Anscheinend gehen immer die falschen Leute zum Psychiater."
Nach dem Lachflash wurden wir wieder ernster, es ging nämlich weiter: Wie uns solche Menschen beeinflussen. Die liebe Selbstwertstörung. Zum Glück konnten wir auch einsehen, wie verrückt das oft ist.
Meine Sitznachbarin ließ sich völlig irritieren, weil ihr eine Bekannte entgegen schrie, dass sie doch auf gar keinen Fall mehr Auto fahren dürfe mit ihren 70 Jahren und ihrer Angsterkrankung!!!!!! Nachdem sie endlich mal wieder hinterm Steuer saß (seit Monaten belabern wir sie, dass sie es doch mal wieder tun solle, dass sie somit freier von ihrem Mann sei usw.) Und dann SO ein Spruch. Dabei fuhr sie gut, hatte ihren Spaß und keinerlei Angst!
Wahrscheinlich traut sie sich nun nicht mehr...

Zum Schluß standen wir noch alle draußen in der warmen Abendluft, der Himmel war noch leicht hell, da versank ich wieder in Trauer: Wie viel ich derzeit einfach verpasse, dass mein Leben so nutzlos an mir vorbei zieht, dass es viel voller, praller und bunter sein könnte.
Ich rauchte eine Zigarette, die Frau neben mir rauchte mit und wir plauderten noch so vor uns hin.

Bis sie erstarrte, zur Tür blickte und flüsterte:"Scheiße da ist der Bachmayer!" während sie hektisch ihre Kippe wieder ausdrückte.

Als wäre sie vom Lehrer erwischt worden. Dabei ist diese Frau über 50...

Wie war das mit dem Selbstwert und dem Selbstbewußtsein????????

Montag, 9. Mai 2011

So? Oder so? Oder ganz anders?

Ich kannte mal eine Frau, die hatte auch eine PTBS.

Und die ging ganz anders mit ihrer Erkrankung um, als ich: Sie trank literweise Kaffe (wunderbar, wenn man eh schon schlecht schläft), Therapie?Och da war sie 3x und meinte, dass das nix bringe, sie ließ sich stundenlang vom Fernseher berieseln und stopfte sich bis unter die Haarspitzen voll mit allem was sie bekommen konnte: Egal ob Medikamente oder Essen, was natürlich dazu führte, dass ich die dickeste Frau in meinem bisherigen Leben sah (und ich meine wirklich nicht die kleinen Problemzonen), sie bezog Rente und verdiente sich nebenbei noch ein paar Euros dazu. Irgendetwas an ihrem Zustand zu ändern, fiel ihr wohl im Traum nicht ein.

Jeden den sie sah und 10 Minuten Kontakt mit dem hatte, erfuhr ihre ganze Krankengeschichte, nach dem Motto: Seht her, ich bin traumatisiert und deswegen kann ich nicht mehr, als das was ich tue.

Aber was masse ich mir an, über andere zu urteilen. Vielleicht ist sie wirklich so zufrieden wie es scheint, vielleicht hat sie aber auch einfach nur resigniert. Vielleicht erspart sie sich da einiges an Kämpfen mit Zeit-und Geldvergeudung.

Vielleicht sollte ich meinen Zustand etwas mehr annehmen, den 100.000 Selbsthilferatgeber wegschmeißen bevor ich ihn lese, mich mehr lassen und mit den Schultern zucken und sagen: ich kann halt nicht (und mag auch nicht—mehr)!?!

Aber wißt ihr was? Ich kann das nicht. Ich will mehr vom Leben! So wie es aussieht habe ich nur dieses eine und da will ich verdammt nochmal etwas mehr Freude, Zufriedenheit, Antrieb, Sinn, Entspannung, Träume verwirklichen, Partnerschaft leben...und was es sonst noch so außerhalb von Panikattacken, Sorgen, Erschöpfung, Mißtrauen und Verzweiflung gibt.

Ich kämpfe weiter....

Ich könnt mal einen Engel gebrauchen:

http://v.youku.com/v_show/id_XMTU2ODIwNDYw.html

Sonntag, 8. Mai 2011

Neuer Tag-neues Glück?

Gestern war ein absoluter Katastrophentag.
Himmel, ne ich will den gar nicht weiter beschreiben, bin froh, dass der vorbei ist.


Jedenfalls war ich kurz davor den Krisendienst anzurufen, die bieten auch mobile Arbeit an, sprich: Wenns paßt und gewünscht wird, kommen die auch mal vorbei und dann schaut man wie es weitergehen könnte.
Ich las vorsichtshalber nochmal den Flyer, ob man wirklich nicht einfach eingepackt und in der Psychiatrie eingeliefert wird. Wird man nicht.


Aber ich hab's halt nicht so mit Menschen und es ging oft schon böse aus, wenn ich Hilfe anforderte, mich öffnete oder sonstwie mich an Menschen wandte.
Also versuchte ich es (wie sooft) eben doch alleine. Und verkrümelte mich nicht in Gedanken und Grübeleien, sondern stellte mir die Frage: Wie kann jetzt der nächste Schritt aussehen?

Als erstes wurde alles an Gefühlen zugelassen (davor hatte ich einen riesen Schiß, weil ich dachte, dass dann alles kippt und ich durch drehe), das war nach kurzer Zeit durch.
Dann sah ich mich um: Was könnte mir jetzt gut tun, mir helfen?
Und ich fing ganz langsam und achtsam an, meine Küche und das Bad zu putzen.
Das half schon viel.
Außerdem nahm ich mir selber den Druck raus, heute irgendwas tolles, schönes machen zu MÜSSEN!
So ging auch irgendwie dieser schreckliche Tag vorbei und ich schlief 11 Stunden durch.
Tja sowas kostet eben Unmengen an Kraft.


Heute siehts schon etwas besser aus. Ich war 20km radeln. Aber auch nur, weil ich schon wieder unter diesem riesen Druck und einer unerträglichen Anspannung litt.
Es war zwar wenig los und ich hatte wunderschöne Ausblicke über Wald, Felder und blühende Wiesen, aber es waren eben doch ein paar Menschen unterwegs und wenn es nur ein Auto war, dass mich überholte.
Das allein ließ meinen Streßpegel sofort nach oben schnellen.

Im Gegensatz zu vorgestern als ich im großen, weiten Wald in dem wirklich niemand unterwegs ist (zumindest wochentags). Dort konnte ich innerlich so richtig loslassen, sobald mir (danach) ein Jogger, Fußgänger ect. begegnete, war ich wieder angespannt.

Ich werde doch noch ein Eremit.

Aber als ich so selig auf der Bank saß und mir eine Pause gönnte wurde mir sehr klar, dass ich wirklich auf verschiedenen Ebenen an meine Probleme gehen muss. Ich denke gerne in *entweder-oder*, anstatt *sowohl-als-auch*, oder einfach UND.
Also entweder Medikamente oder einen Sinn für mein Leben finden. Therapie oder eine ordentliche Arbeit finden. Ich hatte da regelrecht einen Tunnelblick drauf: Wenn ich erst (den richtigen Mann, den richtigen Job, mehr Sport mache, einen Hund habe...usw.) dann ist alles wunderbar.
Das ist gefährlich, weil ich dann mein Heil nur an diesem einen Thema fest mache.

Bei einer schweren Grippe versucht man ja auch durch unterschiedliche Dinge, dass man wieder gesund wird: Ruhen UND viel trinken UND Medikamente.

Naja auch das ist nicht die aller neueste Erkenntnis...ich vergess sowas zu schnell wieder, aber immerhin IST es mir mal wieder eingefallen ;-)

Samstag, 7. Mai 2011

Wer sagt...



dass Malbücher nur was für Kinder sind?

Schön gemacht, auf hochwertigem Papier, mit Fotos und Infos aus dem Leben Hundertwasser's und genug Platz selber seine Bilder zu gestalten.

Aber heute ist mir nicht danach. Heute ist mir nach gar nix. Ich wollte für heute abend was ausmachen und mir einen Plan für nächste Woche überlegen. Aber mein innerer Boy(kotteur) mosert, dass das doch alles eh nix bringt.

Ein ganz ein zähes Geschäft ist das derzeit. Mit mir...

Freitag, 6. Mai 2011

Bei Vollgas auf der Bremse stehn...

...ist schrecklich. Wenn man das beim Auto macht, gibt es nur ein furchtbares Gejaule, aber man kommt kein Stück weiter.

Und genau so fühl ich mich: Innerlich total aufgedreht und gleichzeitig total erschöpft. Was tun? Mich der Erschöpfung hingeben geht nicht, wie ich in dieser Nacht erfahren habe: unruhig, schwitzend und mit Herzrasen. Also versuch ich es mal mit Bewegung, mit der Gefahr vor lauter Müdigkeit vom Radl zu fallen.
Egal, wohne ja nicht in der Mongolei, irgendwer wird mich schon finden.
Soll ich mir vielleicht noch einen Zettel mit meiner Adresse um den Hals hängen? :-)

Und dann der Traum!: Mein Schulschwarm beehrte mich mal wieder. Er belehrte mich über Verhütungsmittel. Am Beispiel seiner Freundin.
HMPF! Blödmann. Mir fiel dazu nur ein: Verantwortung übernehmen.

So dafür mal wieder auf dieser sehr hilfreichen und leicht verständlichen Seite gestöbert:
http://thiessthi.gmxhome.de/Content01.html
Alles über Ängste, Trauma, Depressionen und was es sonst noch so feines in der Welt der Seele gibt.

Happy day!

Donnerstag, 5. Mai 2011

Psychopathen dieser Welt (2)

Leute übers Internet kennenlernen ist eine Wissenschaft für sich.

Ich könnte auch darüber mal ein Buch schreiben. Denn es gab eine Zeit in meinem Leben in der ein Blind Date das nächste jagte. Sei es aus dem üblichen Beziehung/Flirtbereich oder Freizeitvergnügen. Ich nahm alles mit.

Und irgendwann reichte es.

Es gibt aus meiner Sicht hauptsächlich 3 Charaktere die sich online verabreden: Die hässlichen, die verrückten und die ganz verrückten. Ich gehöre natürlich in eine 4.Kategorie, die ich gar nicht beschreiben will...äh..ja...*hüstel* also....nun las ich nach langer langer Abstinenz mal wieder in den Anzeigen. Einfach so, mir war langweilig, is klar oder? :-)

Da las ich etwas sehr interessantes. Hmmm. Kannst ja nix verlieren, dachte ich und tippte ne Mail. 3 Tage später kam ne Antwort, die mich noch neugieriger machte. Kurzum wir waren beide der Meinung: Treffen ist immer noch das einfachste. Man sieht, hört und fühlt gleich, mit wem man es zu tun hat.

Warum dies mit meiner Menschenphobie geht, würde hier zu weit führen. Und so beschrieb ich mich mit groben Eckdaten (unter anderem die Beschreibung der Handtasche) wie ich am Treffpunkt zu erkennen sei. Seine Antwort: „ich frag mal nicht, was in der Tasche ist...“

???????????????????????

Junge, Junge, natürlich die Peitsche, die Handschellen und meine High Heels, wir wollen doch ein schönes Stündchen zusammen verbringen oder etwa nicht?

Bingo, ich griff mal wieder in die Ecke: ganz verrückt. Das wollte ich jetzt aber ganz genau wissen und kam zu dem Treffpunkt. 3 Stunden palaverten wir. War soweit auch angenehm, aber ganz geheuer ist er mir nicht.

Dafür hab ich damals eine zu gute Menschenkenntnis entwickelt. (war das Ganze wenigstens für was gut :-))

Mittwoch, 4. Mai 2011

Allerlei

1. Ich hab's ja immer gesagt: Putzen ist Meditation!
Endlich jemand, der das genauso sieht:
Put-Zen

2. Super, wenn man wieder was erfreuliches im Briefkasten ist:
Postkarte aus Kanada! Schön, wenn sich wenigstens meine Freunde noch trauen zu verreisen *seufz*.

Und Malkasten! Nicht zum malen, sondern zum hören :-)
Ein Malkasten zum hören....herrlich!
Mit houselastigen Clubtracks und entspannenden Lounge-Grooves.
Schon jetzt mein Lieblingslied (schön duster *hhrrrrr*):



3. Und sonst so?
Ich bin fertig, alle, ko, aber sowas von. Gestern und heute viel unterwegs gewesen, viel gefroren, dadurch total verspannt, mir tut alles weh, natürlich eine Scheißnacht gehabt und irgendwie schwer durch den Wind.
Aber es hat sich mal wieder was gerührt in meinem tristen Alltag.
Deswegen nun voller gutem Gewissen:
Einverleiben einer Pizza und dann mit nem Kaffee ins Bett.

Wie sagt der Bayer immer so schön?
I mog nimma!


Dienstag, 3. Mai 2011

Psychopathen dieser Welt

Ich stehe am Bahnhof.
In 11 Minuten kommt die S-Bahn.
Es ist saukalt und in Gedanken bin ich noch in der vergangenen Stunde bei der Therapeutin.
Mich friert und so schlender ich zu den Sitzbänken, denn die sind an 3 Seiten von Glas umgeben. Schön vor Wind geschützt.
Dort sitzt schon eine Frau. Mitte 40, ziemlich dick und vor sich ein hinterherziehbares Einkaufswägelchen.
Sieht mich, steht auf, dreht mir ihr monströses Hinterteil entgegen, klatscht sich selber auf denselbigen heftig drauf und ruft:" HURE!" dreht sich um und sieht mich entgeistert an.

Ich bin völlig in meiner Mitte und herrlich ruhig. Ich tue so, als wäre ich absolut ahnungslos und frage zurück: "Äh..Sie sind eine?"
"Nein! Du...Du Prostituierte!!!" schimpft sie weiter und zieht stramm an mir vorbei.
"Aha aber sonst gehts noch?" murmle ich, setze mich und grinse nur.

Später schau ich nochmal in ihre Richtung, sie steht nun am anderen Ende des Bahnhofes und mir fällt nur ein: "Tja Baby, kann ich auch nix dafür, dass ich so toll aussehe" und grinse weiter.

Also ehrlich, ich dachte ich hätt einen an der Klatsche......

(Notiz am Rande: ich lief nicht nuttig rum, hatte weder Schminke noch Parfum an mir, sondern nur Jeans, schwarze Halbschuhe und eine Sportjacke. Aber ich war halt doppelt so groß wie das Muttilein und dafür halb so schwer...)

Montag, 2. Mai 2011

Schimpfwörtertag

Heute ist so ein Schimpfwörtertag.
An dem ich zu einer motzenden, aggressiven Furie werde und mit Fäkalwörtern nur so um mich schmeiße. Natürlich nur in mir drin. Bin ja brav erzogen.

Das nächste mal frag ich die suuuuuuperfreundliche Verkäuferin, ob sie kokst. Man ej die fiel mir heut fast auf die Knie, nur weil ich 2 Minuten auf sie warten musste. Man kann es auch übertreiben.

Und zum Mädelsabend hab ich heut gar keine Lust, ich weiß schon wie das abläuft:"oh Oster war ja so schöön, die Kinder waren da und mein kleines Enkelchen kann nun laufen, ach und das Wetter war ja herrlich und dann waren wir noch am Planschsee...." *heiditei heile Welt*.....das ist w-i-d-e-r-l-i-c-h!!!!!!!

So, ich versteck mich hinter nem Buch, da kann ich nix anrichten, was ich nächste Woche vielleicht bereue. Der Titel: Der weite Weg nach Hause. *seufz*. Herrlich tragisch und verzweifelt. Genau das was ich jetzt nicht lesen sollte. Aber meine masochistische Ader pocht ganz laut. Außerdem gibts da so schöne Sätze wie:
"Sie hielt ein Ende ihrem Nachbarn hin, einem Mann dessen Gesichtszüge mit ihrem melancholischen Abwärtsdrall (sehr schöner Ausdruck, wie ich finde) Lev an seinen Vater erinnerten."
Ich glaub, ich hab PMS......

Sonntag, 1. Mai 2011

Mayday! Mayday!

Ich lebe gern in Bayern und ich mag die Bayern.
Nur mit dem Traditionsgedöns kann ich nix anfangen, dacht ich mir heut morgen, als ich mit dem Radl mir einen Weg durch Bierzelttische und Bänke, hübsche Burschen in kurzen Lederhosen und aufgebauten Bühnen bahnte.
Denn heute ist ein großer Tag: Maibaum aufstellen!

Das passiert alle 4 Jahre. Nicht gleichzeitig in allen Dörfern, sondern brav reihum, sodass man jedes Jahr mit Sicherheit irgendwo diesem Schauspiel frönen kann.
Ich finds bescheuert, aber mei was tut man nicht alles, um endlich mal wieder ordentlich zu feiern:
Erst wird Monate vorher ein möglichst hoher Baum ausgesucht,gefällt, entastet und dann hübsch angemalt und verziert. Während dessen muss er brav 24 Std. rund um die Uhr bewacht werden, denn es gibt so Halodri die den klauen wollen. Und dann wirds teuer für die schlafenden Bewacher: Die müssen den Baum wieder auslösen, natürlich mit einer saftigen Brotzeit und gefüllten Bierkästen für 20-30 Mann.

Irgendwann ist es soweit: Dieser entwurzelte Baum wird mitten im Dorf wieder aufgestellt. Nur mit reiner Manneskraft versteht sich. Mit Stangen und Seilen und schieben und stemmen und drücken. Millimeterweise. Und wehe es bricht das obere Stück ab! Und das ganze sollte vor 12 Uhr mittags fertig sein, sonst war's das mit der Ehre.
Zwischendurch dürfen sich die Männer natürlich auch ̶b̶̶e̶̶s̶̶a̶̶u̶̶f̶̶e̶̶n̶ äh erholen.
Freilich werden sie von aufmunternder Humsdada-Musik, schicken tanzenden Mädls und Gejohle angefeuert.

Für mich ist das nix.
Ich bleib lieber beim modernen Maitanz
(warum gibt's bei Youtube nich mehr den Button *einbetten*???)

Und irgendwann werden auch die Bayern aussterben, deswegen eine Erinnerung an den letzten Bayer...