Freitag, 1. April 2011

Xavier-Naidoo-Laune

ist die Laune, die man hat, wenn man Naidoo hört. Oder sie bekommen will, indem man sie hört.

Mies. Richtig miese Laune. Mit rummotzen und langem Gesicht machen.

So 2x im Jahr hör ich den werten Herrn sogar. Aber das sag ich keinem, ist ja zum schämen.

Naidoo ist das, was früher Roy Black war. Da schämte ich mich auch. Aber nicht weil ich das hörte, sondern Muttern. Vornehmlich mit nem Glas Sekt in der Hand und dann ging die Trieferei los. Schrecklich.

Eine scheiß Laune bekommt man aber nicht nur von schlechter Musik, sondern auch, wenn man meint, dass man zukünftig auf koffeinfreien Kaffee verzichten möchte. Da man ja sowieso schon so nervös und hibbelig ist und das doch der totale Blödsinn ist, wenn man noch sowas aufputschendes trinkt. Ich hielt es genau 2 Stunden aus und fand mich dann im Laden: In der einen Hand viel Schokolade, in der anderen Kaffee. Mit Koffein! Is klar.

Eine scheiß Laune bekommt man auch gerne von Nachbarn. Nicht geschenkt. Nein nein. Auf meine hab ich schon lange nen Hass. Ok erst war's nur Ärger. Der sich steigerte.

Erst war es nur der Lärm. Vornehmlich Sonntagmittag. Da wurde gebohrt und geräumt, das war nicht zum aushalten. Irgendwann stellte ich auch fest, dass die wohl meinen, nur weil sie die Wohnung gekauft haben, gelten die üblichen Haus-und Benimmregeln für sie nicht. Schöne Scheiße.

Der neueste Hit aus meiner Nachbarschaft ist: Auf dem Balkon kochen. Genau, haben sie ja auch recht, denn so hat man den Gestank nicht in der Wohnung. Also nicht in ihrer, aber in meiner. Da sie gerne Hund und Katz kochen (zumindest riecht es so unglaublich bestialisch) hab ich auch keine Lust rüber zu gehen und zu sagen:“Mönsch bei Ihnen riecht es so lecker, kann ich auch was haben?“ Außerdem haben sie ihren Balkon zugebaut. Mit allerlei was man grad so im Keller fand: Hier ein Eck aus Karton, da ne Wand aus Plastik, dort ein wenig Holz. Ich lebe ihm Ghetto!

Dieser Zubau verhindert den Abzug der leckeren Essensgerüche, er wabert so Stück für Stück von abends durch die Nacht bis weit in den Vormittag zu mir herüber. Und so sah das heute aus: Morgens steh ich auf, strecke mich und reiße alle Fenster auf: Frische kühle Luft ist immer noch besser als Kaffee mit Koffein. Dachte ich. Bis mich die Stinkewolke erreichte! Boah! Würgegeräusche verließen meinen Hals, sofort schmiß ich alle Fenster wieder zu und meine Duftlampe wurde entzündet!

Jedes Jahr fahren diese netten Leute natürlich auch in Urlaub. Am Stück! Das ist dann auch mein Urlaub! Sie fahren in ihre Heimat: Japan. Und ehrlich. Dieses Mal hoffte ich inbrünstig, dass sie auch davon gespült wurden und nicht mehr nach Hause kämen.

Aber das darf man ja auch keinem sagen...

Kommentare:

  1. Japaner sind doch normalerweise überaus höflich und angepasst. Sag ihnen doch mal, dass dich das Bohren und auf dem Balkon kochen stört. Einen Versuch ist es wert.

    AntwortenLöschen
  2. Selbstverfreilich hab ich das getan: Nett angesprochen, böse gedroht, ignoriert, Vermieter informiert...half alles nix. Das einzigste was ich sah: Höfliche und nette Japaner die bis über alle Backen grinsten und JAJA sagten.
    Da soll man sich ernst genommen fühlen? Pfffffff

    AntwortenLöschen