Samstag, 2. April 2011

Hochgefühl an Regentagen

Dem Titel kann ich ja nur voll und ganz zustimmen. Es ist der Titel eines Online-Tagebuches, mit dem Untertitel "Depressionen sind scheiße" und genau das hatte ich zuvor bei Mr. Google eingegeben. Man sieht schon, ich weiß nix mit mir anzufangen, weil eben heute alles scheiße ist. So.

Und was soll man in einer Depression nicht tun? Genau:
Zuviel Kaffee trinkend vorm PC hocken und über Depressionen lesen. :-) Jaja wissen würd ich viel....

Eigentlich, eigentlich wollte ich heute zu einem Bekannten, ein wenig im Garten sitzen, gemeinsam radeln, plaudern, nett beisammen sein. Bei dem schönen Wetter! Hmpf... Schon gestern kamen mir leichte Zweifel, ob ich das will, ob mir das gerade gut tut. Ich war hin und her gerissen.

Heute morgen unter der Dusche wurde es klar: Nein ich bleibe zuhause. Ich will grad keine Menschen um mich haben, ich brauche Zeit und Ruhe, um in mich zu lauschen. Und dieser Mensch dudelt (und duldet) nur gute Laune. Körperliche Gebrechen sind gerade noch erlaubt. Aber Traurigkeit, schlechte Laune, Sorgen, Ängste? Neeeee die gibt es in seiner Welt nicht. Da wird schnell drüber hinweg getröstet, das Thema gewechselt, verdrängt, verharmlost. "das wird schon wieder!" Das ist so und es ist sein Thema. Vielleicht kann er nicht anders oder will es nicht. Egal.

Ich will aber heute nicht über mein Gefühl hinweg gehen und mit lachen obwohl mir nach heulen ist. Ich will heute überhaupt nicht reden. Aber schweigen halten die wenigsten Menschen aus. Ich will mich nicht hinter einer Maske verstecken.

Und das schöne Wetter? Is mir egal, nein stimmt nicht. In Wahrheit vergrößert es meine innere Qual. Weil sich alle freuen und alle draußen sind und in mir toben schwere Gewitter und düster prasselt der Regen. Im November wenn alle eher deprimiert sind, ist eine Depression leichter zu ertragen. Gemeinsamkeit stärkt eben. Aber wenn der Frühling tobt und man selber kann nicht...das ist übel.

Deswegen: Hochgefühl an Regentagen (ich freu mich schon auf Montag = Regen!!)

Also sage ich ab. Als Grund nenne ich kränkliches Unwohlsein. Ist ja auch nicht ganz gelogen. Ich habe kein schlechtes Gewissen. Ich sorge für mich. Ich erlaube mir heute für mich da zu sein. Schon lange habe ich nichts mehr abgesagt, nun, heute ist es eben mal wieder dran.

Heute kann ich mich gut annehmen, wie ich eben bin.

Und versuche es doch, ein wenig ins Leben zu poltern und schwinge mich nochmal aufs Radl. Was eher einer Folter gleicht. Aber mittendrin lache ich auf einmal los (nein ich wurde nicht vollkommen verrückt) sondern mir fiel ein, dass die letzte Mail von einem Freund wohl ein Aprilscherz war!

Liebeserklärung an die verhasste Depression

Kommentare:

  1. Mich setzt gutes Sonnenwetter auch immer unter Druck rauszugehen. Alle finden es geil, ich nur bedingt.

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  2. Da kann ich mich voll anschließen. Von der allgemeinen Aufbruchstimmung fühle ich mich oft unter Druck gesetzt und getrieben, weil es wie eine neue, weitere Verpflichtung scheint, der man aus der Sicht von anderen nachkommen muss. Umso stärker sind diese Gefühle, je schlechter die eigene Verfassung ist.

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  3. Hmmm.... gerade wenn ich depri bin, versuche ich das schöne Wetter auf meine Art zu geniessen. Such mir dann eben ein stilles Plätzchen. Und danach geht es mir sehr oft besser.

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  4. Ja "angstfrei-leben" manchmal hilft es bei mir auch :)

    Man kann sich auch selbst wunderbar unter Druck setzen ^^, na muss ich euch wohl nich sagen :)

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  5. Ich liebe sie Sonne, sie ist die Energie, die meine Baterie wieder aufläd.
    Ich fange jeden Strahl gerne ein, für die dunklen, öden Tage die kommen.

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