Dienstag, 26. April 2011

Das Leben ist kein Wunschkonzert...

...denke ich mir hin und wieder.
Dass es doch andere Leute auch nicht einfacher haben, dass doch jeder sein Päckchen hat. Warum ich immer eine Extrawurst brauch und überhaupt....
Ich solle mich nicht so anstellen, einfach mal machen und dann wird das schon!

Meine Therapeutin ist nicht dieser Meinung, sondern jener: "Also so wie ich Sie kenne, haben Sie das doch all die Jahre so gemacht: alles ignoriert an Gefühlen und Bedürfnissen, alles ausgehalten und immer irgendwie weiter gemacht! Und wo kamen Sie da hin?"

Ich mümmle: "Zu Ihnen!" Sie grinst. Sie tut das deswegen, weil sie nun weiß, dass ich verstanden habe.

Ich vergess das nur zu oft und dann haben die verinnerlichten Familienstimmen (die mir eben oben gesagtes einbläuten) freie Fahrt und ich brauch nur noch den verbalen Baseballschläger rausholen und los geht's!

UFF!

Manchmal hab ich echt Angst, dass ich immer eine Therapie brauchen werden, weil ich mich sonst in Versager - und Schimpftiraden selbst zerfleische und völlig lebensunfähig dahin vegetiere.

Kommentare:

  1. eine therapie machen - und wenn es auch jahrelang ist - was ist schlimm daran?

    es ist eine hilfe, sich selbst zu reflektieren.
    es ist eine hilfe, ursachen besser zu erkennen.
    es ist eine hilfe, sich selbst akzeptieren zu "dürfen".

    ein satz meiner mutter hat sich seit meiner kindheit in meinen kopf eingebrannt: "du bist nicht der nabel der welt!" (=es dreht sich nicht immer alles nur um DICH!)

    aber weißt du was? es hat sich NIE IRGENDWAS um mich gedreht! ich war nie der mittelpunkt! und später habe ich deswegen stets meine bedürfnisse hinter die der anderen in meinem umfeld gestellt.

    das hab ich erst durch eine therapie erkannt.

    durch eine therapie habe ich aufgehört, mich selbst zu verletzen; habe aufgehört, mich zu erbrechen; und mache immer noch eine therapie, und zwar gegen meine suchterkrankung.

    ich habe durch therapien die selbstreflexion gelernt und lerne noch immer in jeder sitzung dazu.

    ich find da nix dran.

    in amerika ist man wahrscheinlich ein sonderfall, wenn man keinen therapeuten hat
    ;-))))

    don't worry!

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  2. Ja an Amerika denk ich in der Hinsicht auch oft ;)
    Nein es ist nix schlimmes und GottseiDank zahlt das (noch) die Kasse.
    Ich bin halt derzeit in ner miesen Phase und lasse kein gutes Haar an mir.
    Keine Frage, ich hab auch viel aus Therapien mitnehmen dürfen und die die das komisch finden oder blöd oder so, die bräuchten am dringendsten den Seelenklempner :)

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  3. Ich finde Menschen extrem mutig, die eine Therapie machen. Ich ziehe den Hut vor solchen :o)

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  4. Ich sehe eine Therapie auch eher als eine Art Luxus an, den wir genießen sollten, zumindest solange die Kasse es zahlt. Die US-Promis haben oft sogar mehrere Therapeuten.. genau wie Fitnesstrainer für den Körper. Das sind halt Trainer für die Seele. Fitness machen kann man auch alleine, aber ein bißchen Unterstützung tut immer gut. Die Welt hat sich halt verändert, wir leben nicht mehr in uns unterstützenden und Halt gebenden Großfamilien sondern kaufen das nun als Dienstleistung ein. Das ist eine Art für sich zu sorgen und sich was Gutes zu tun.

    LG Tina

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  5. Danke Schmedderling und Tina für Eure Sichtweise :-)

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