Samstag, 30. April 2011

Quadratisch, praktisch....?

Die Depression ist ja top modern. Hat alles was sich jeder Arbeitgeber wünscht: Ist äußerst mobil und flexibel (egal ob Tag, Nacht, Frühjahr, Herbst, bei Sonnenschein oder Regen) immer ist sie da.

Kommt mit jedem Menschen gut aus, egal ob der dick, dünn, schlau, dumm, alt oder jung ist, macht anstandslos Überstunden, braucht selten Urlaub und erträgt gelassen jegliche Schikanen um sie loszuwerden.

Viele depressive nehmen sich das Leben. Eigentlich wollen sie ja leben, aber nicht so! Nicht niedergedrückt, hoffnungslos, traurig, trüb...Sie wollen nur die Krankheit loswerden. Die werden sie auch los, wenn sie sich umbringen, aber ihr Leben gleich mit dazu. Das bräuchte es gar nicht. Das blöde ist: Die Depression nimmt einem schon das Leben und jetzt gilt es, sich das Leben wieder zu nehmen.

Ich red nen Durcheinander? Ja kann schon sein. Ich meine damit: Sich das Leben wieder (zurück) zu holen, eben es sich zu nehmen.

Ich red leicht daher? Ja auch das kann sein. Das ist mein einzigster Strohhalm an dem ich mich klammere. Nur nicht aufgeben, weiter gehen, ausruhen, weitergehen, fluchen, weitergehen, heulen, weitergehen...

Irgendwann und irgendwo wird das Leben schon wieder sein und mich empfangen: Mönsch, dass du dich mal wieder blicken läßt, an dich hab ich schon gar nicht mehr geglaubt.

Hej liebes Leben, da reden wir zwei noch ein ernstes Wörtchen miteinander!

Freitag, 29. April 2011

Rehdorf oder Hischhausen

Ich mag den E. von Hirschhausen nicht sonderlich.
Trotzdem angelte ich mir in der Bücherei ein Buch von ihm...und kam aus dem Gähnen nicht mehr raus. Solch platte Witze...meiomei, da ist selbst mein Opa niveauvoller (und der kramt wirklich die schlechtesten Sprüche aus der untersten Schublade).

Ein Satz gefiel mir aber wohl:
"Wenn du als Pinguin geboren wurdest, machen auch sieben Jahre Psychotherapie aus dir keine Giraffe."
Diese Frage stellt sich mir oft: Was bin einfach ICH und was davon ist krankhaft?
Was muss ich annehmen, was kann ich ändern?
Und da fällt mir immer wieder ein: Es muss auch die geben: die stillen und leisen.
Das ist auch ok, wenn auch immer schwieriger, in unserer aktiven, extrovertierten, coolen, rationalen Welt.

Dann kramte ich mir ein anspruchsvolleres Buch raus: Gott ist. Von Aldous Huxley und las da vom Zerebrotoniker:
Der auf enge Tuchfühlung zu seinem Innenleben geht, emotional eher zurückhaltend, mag eher kontemplative Abgeschiedenheit, hat einen ektomorphen Körperbau, steht das Nervensystem und daher eine hohe Sensibilität im Vordergrund (oohhjaaaaaaaa!), sind eher reserviert in Haltung und Bewegung, Abneigung gegen Gesellschaft, Bedürfnis nach Zurückgezogenheit, schüchtern und wenig gewandt im Umgang mit Menschen, haßt Gewohnheiten und Routine, muss in Schwierigkeiten allein sein, Ausrichtung auf Reife und Alter (ah es besteht noch Hoffnung!).

Ich musste das Buch weglegen und tief durchschnaufen. Klar bei solchen Temperamenteinteilungen muss man auch oft etwas vorsichtig sein, und alle Menschen sind Mischtypen, aber das ich mich so deutlich da beschrieben sah..UFF!

Das nächste mal stell ich mich so vor:
Hallo, ich bin Regenfrau und Zerebrotonikerin.
Dann wissen doch gleich alle bescheid :-)

Donnerstag, 28. April 2011

Gedankensalat

Manchmal fallen mir, während ich versuche einzuschlafen, die seltsamsten Geschichten ein:

Neulich im Einrichtungshaus. Während ich mein Geld zusammen suche, fragt mich die Kassierin: „Und ihre Postleitzahl?“ Ganz automatisch, noch im Portemonnaie versunken nenne ich die Zahlen, schaue dann die alte Dame an und frage äußerst interessiert: „und ihre?“

Neulich auf der Autobahn: Aus unerfindlichen Gründen komme ich von der Straße ab, höre noch das krachen der Leitplanke fliege hoch in die Lüfte, das Auto überschlägt sich drei-viermal, kullert dann noch etwas den Hang hinab und bleibt auf dem Dach liegen. Mühsam krabbel ich aus dem Schrotthaufen heraus: Keine Kratzer, kein Blut nix, nur weiche Knie. Kurz drauf sehe ich einen Mann auf mich zustürmen:“oh Gott, sind sie verletzt? was ist passiert?“ Ich entgegne: „och nix, das Auto hatte so Angst vor den dominanten Luxuskarossen, dass es sich sofort unterwarf und auf den Rücken legte!“

Neulich beim Arzt: Ich muss zu einer Vertretung bei der ich noch nie war, da meine Hausärztin keinen freien Termin mehr hat. Sie ruft mich auf und während ich in ihrem Sprechzimmer Platz nehme und sie die Türe schließt meint sie:“Hmm, irgendwie kommen Sie mir bekannt vor!“

„Ja das kann schon sein, ich habe in letzter Zeit in mehreren Filme mitgespielt.

Ärztin:“Ahja? In welchen denn?“

Ich: „ In Pornos!“


Mein neuestes Hobby: Mit 2,5 Promille, auf einem Hochseil balancierend 10x den Kauderwelsch laut und deutlich aufsagen:

Ein uninformierter Uniformierter informiert sich über uniformierte Uninformierte.

Mittwoch, 27. April 2011

Allerlei

- Langsam bin ich schlachtreif, erst der Fuß, dann der Arm, gestern die Ohren...auaua...tztz...

- Derzeit is es wieder ganz schlimm mit dem Beobachtungsgefühl sobald ich aus dem Haus gehe. Paranoia läßt grüßen! Es nervt....

- Toll! Es regnet! Diesmal freue ich mich völlig uneigennützig *hüstel*...ehrlich, mönsch die arme Natur war ja schon furztrocken!

- Das blöde Ehepaar Frau Muss und Herr Soll haben sich bei mir wieder eingenistet. Einfach so rausschmeißen geht nicht, die finden immer wieder einen Hintereingang. Nervt auch....

- Toll! Das geordnete Gefühl nach einem Wohnungsputz! Nur, was mach ich jetzt den restlichen Tag? Hmmm, naja nachdem die Nacht (wie zu erwarten war) wieder äußerst unruhig war, werde ich wohl nochmal mein Bett besuchen.

Musik darf selten fehlen!

Dienstag, 26. April 2011

Das Leben ist kein Wunschkonzert...

...denke ich mir hin und wieder.
Dass es doch andere Leute auch nicht einfacher haben, dass doch jeder sein Päckchen hat. Warum ich immer eine Extrawurst brauch und überhaupt....
Ich solle mich nicht so anstellen, einfach mal machen und dann wird das schon!

Meine Therapeutin ist nicht dieser Meinung, sondern jener: "Also so wie ich Sie kenne, haben Sie das doch all die Jahre so gemacht: alles ignoriert an Gefühlen und Bedürfnissen, alles ausgehalten und immer irgendwie weiter gemacht! Und wo kamen Sie da hin?"

Ich mümmle: "Zu Ihnen!" Sie grinst. Sie tut das deswegen, weil sie nun weiß, dass ich verstanden habe.

Ich vergess das nur zu oft und dann haben die verinnerlichten Familienstimmen (die mir eben oben gesagtes einbläuten) freie Fahrt und ich brauch nur noch den verbalen Baseballschläger rausholen und los geht's!

UFF!

Manchmal hab ich echt Angst, dass ich immer eine Therapie brauchen werden, weil ich mich sonst in Versager - und Schimpftiraden selbst zerfleische und völlig lebensunfähig dahin vegetiere.

Montag, 25. April 2011

Ein Traum

"Meine Angst ist ein ständiger Begleiter. Wie ein Hund. Nur pflegeleichter. Nahrung beschafft sie sich selbst immer irgendwie und raus gehen tun wir zwei auch ziemlich oft.

Nur mit dem streicheln und knuddeln hab ich es nicht so. Ich hab die Angst nämlich gar nicht besonders gern. Sie mich aber anscheinend.

Als ich noch klein war, war meine Angst schon sehr groß. Das fing im Kindergarten an und hält bis heute an. Mal mehr, mal weniger. Dazwischen gab es sogar angstfreie Phasen! Unglaublich. Wahrscheinlich starb die eine und eine neue kam dann nach wenigen Tagen oder Wochen nach.

Wie bei einem Hund.

Meine Angst sitzt im Gehirn und flüstert da ständig vor sich hin: wenn du jetzt stolperst, ist das total lächerlich! Hast du genug Geld dabei? Die Frau da, die sah dich gerade so komisch an, haste nen Pobel an der Backe oder fettige Haare? Verschluck dich nicht, zitter nicht, klecker nicht rum, sei lustig und schlagfertig, lass den Job das kannste eh nicht..und so weiter und so fort.

Das nervt. Ein Hund der dauernd bellt ist auch keine Wonne!

Letztens wollte ich aus dem Haus gehen. Checkte meine Tasche: Handy, Schlüssel, Geld, Kippen dabei? Ja! Gut, dann los! Ne, hmmm irgendwas fehlt doch da noch...ich überlegte nochmal und überlegte, sah mich um und da sah ich es:

Breit und faul fläzte sich meine Angst auf der Couch rum. „He Angst, komm gefälligst her! Wir ge..hen!!!“ brüllte ich quer durch meine Wohnung und es war mir scheißegal ob meine Nachbarn das mitbekamen.

„och..nö du...geh mal allein, ich hab heut keinen Bock!“ nölte die Angst herum.

Mit großen Augen und hochgezogenen Brauen sah ich sie an: „nicht? Du bleibst hier? Wirklich? Kann ich dich allein lassen?“

„Ej man lass mich in Ruh!“

Erstaunt drehte ich mich zur Tür um, zuckte mit den Schultern, schnappte mir meine Tasche und ging hinaus. Allein. Frei und ohne Angst!"

Es gibt sogar 2 Bereiche in denen ich gänzlich ohne Angst bin, dass istzum einem auf dem Fahrrad und zum anderen wenn ich am und im Wasser bin. Und so gabs heute einen angstfreien Vormittag: Mit dem Radl ins Hallenbad gedüst. Es tat gut! Mir gehts gut! Ich genieße jede Stunde in der ich entspannt und zuversichtlich leben kann!

Sonntag, 24. April 2011

Spaßiger Sonntag


Gestern auf einem Spaziergang mit einem lieben Kumpel.

Irgendwie kommen wir auf unsere Schulzeit, erzählen uns schöne, traurige, boshafte Erlebnisse.

Irgendwann meint er:“ach bin ich froh, dass ich nicht mehr in die Schule muß!“

Ich:“ och, ich ging da ganz gerne hin, es war ein klarer, übersichtlicher Rahmen,(im Gegensatz zum Chaos zuhause) heute muß ich mir den selber stecken und schauen: was will ich machen?“ (und anscheinend scheitere ich genau da).

Seine einfache Antwort: „Is doch ganz klar: tu das was dir Spaß macht!“

Ich hab gelacht, so gelacht wie schon lange nicht mehr, ich bog und schüttelte mich nur so und gleichzeitig war mir zum heulen.

Ja so einfach ist das.

So einfach wäre es.

Samstag, 23. April 2011

Gewissen; [das schlechte]

Der erste Schritt lautet ja immer: Was will ich? Und wenn ich das heraus gefunden habe, heißt es: das auch gegenüber anderen klar durchzusetzen. Ersteres gelingt schon zunehmend besser. Letzteres (noch)überhaupt nicht. Einmal nein sagen geht auch schon etwas besser, zweimal noch überhaupt nicht. Ich konnte das schon mal sehr gut, nur wurde mir das von ganz lieben Menschen ordentlich ausgetrieben. Stimmt, man hat ja auch nicht auf sich zu achten, sondern nur das zu tun was die Herren und Damen wollen! Recht haben sie! Die Vollidioten!

Fies ist es, wenn der andere das spitz kriegt, dass man so leicht wieder umlenkt. Naja keine große Kunst, das zu merken. Da heißt es: Standfest werden. Hilft alles flehen und betteln nix, kommen härtere Geschütze: Beleidigungen, Abwertungen, Manipulationen und Vorwürfe von anno dazumal. Bis jetzt war das sehr häufig so. In meiner Familie war dieser Umgang Standard und leider suchte ich mir später Leute in meinem Umfeld, die es genauso handhaben. Gelernt ist eben gelernt und lieber was unangenehmes aber dafür bekanntes, als was neues mit offenem Ausgang.

Langsam kommen Leute in mein Leben, die mich so lassen wie ich bin. Ein Nein ist kein Drama und eine Absage auch kein Weltuntergang. Diese Leute machen ihr Wohlbefinden eben nicht von der Reaktion anderer abhängig (*seufz* so wie ich) und das finde ich reichlich gesund (klar geht nicht immer).

Aber so ganz glauben kann ich das nicht. Und so hatte ich einen riesen Schiß, wie wohl die Freundin reagiert, wenn sie liest (ich konnte vor lauter Angst ihr das nicht mal sagen), dass ich den Urlaub bei ihr verschieben muss. Zittrig öffnete ich die Mail und brach in Tränen aus. Alles gut, kein Drama, sie versteht und ich sei jederzeit bei ihr willkommen, wenn es mir wieder besser gehe.

Halleluja! Ich bin dankbar. Sehr. Und stopfe mein schlechtes Gewissen wieder in die hinterste Ecke. Da wo es hingehört.

Freitag, 22. April 2011

Aber...ich HAB da was!!!

Hypochonder können ganz schön nerven. Jeden Montagabend erlebe ich das immer wieder. Klar die Frau leidet selber drunter. Egal vor was man Angst hat, riesen Angst, es ist immer anstrengend und eine Qual.

Körperlich bin ich soweit pumberlfit, wie man hier in Bayern sagt. Doch wenn ich was habe, kann ich das schwer einschätzen, ob das jetzt wirklich gefährlich ist oder nicht. So kam es schon oft vor, dass ich zum Doc gehechtet bin und der meinte:"Nö, da ist nix."
Wenn es wirklich brennt, merk ich das kaum, kann es total abspalten. Was dann einmal dazu führt, dass ich vom Arztzimmer direkt ins Krankenhaus verfrachtet wurde. Kurz vorm Blinddarmdurchbruch.

Ich kann mir da nicht selbst vertrauen.
Und dann gibt es da die ungeschriebene Regel: Google nie, NIE deine Krankheitssymptome.
Tja, ich bin aber ein neugieriger Mensch und wollte schon mal wissen, was ich da am Fuß haben könnte. Ich las und las und stellte fest: Also vom Bandscheibenvorfall bis zur Multiple Sklerose wär alles dabei.

Und brach in Panik aus.

Zum Glück bekam ich noch einen Termin bei meiner Hausärztin. Die auch nicht recht wußte was das sein könnte. Vielleicht vergehe es ja von selbst wieder (haha, es darf gelacht werden).

Aha, nun hock ich da mit einem komischen Fuß, der irgendwie eher taub ist und hin und wieder von Hitze durchströmt wird. Lieber Fuß was willst du mir damit sagen? Mehr Bewegung? Ja äh gerne, nur heute nicht, du weißt die Nacht war eine Katastrophe und mir fallen beim radeln bestimmt die Äuglein zu.
Vielleicht überlegst du es dir nochmal und wirst wirklich von alleine wieder heile? Noch eine Belastung vertrag ich derzeit ganz schlecht....

Donnerstag, 21. April 2011

Keine Sorge! Selbstfürsorge!

Mit der Therapeutin besprochen, dass es derzeit wohl nicht ohne Medikamente geht. Ach, ich dachte dieses Thema könnte ich ein für allemal abhaken. Is wohl nicht. Aber mir ist es lieber, als dass ich noch weiter abstürze. Hab das mit einem Auto verglichen, dass man auch wenn es nicht mehr so läuft mal anschieben muss, bis es wieder von selbst läuft.

Urlaub ist erstmal verschoben. Wenn es mir einigermaßen gut geht, wär das schon eine Herausforderung für mich, wenn es mir aber so mies wie derzeit geht, hat das wohl wenig Sinn. Ich habe lange drüber nachgedacht und abgewogen. Mein Wunsch wäre es natürlich zu fahren, die Realität sagt derzeit aber was anderes. Große Trauer....

Und dann habe ich wieder etwas angefangen, dass ich jedem empfehle der an einer Krankheit leidet, die phasenweise auftritt: Ein Befindlichkeitsbuch. Ich habe das stark vereinfacht: Oben quer die Tage, links senkrecht die Monate, dann hat man ein Gitter und für jeden Tag ein Kästchen. Dort schreibe ich das prägnanteste hinein was an diesem Tag war (z.B. guter Schlaf, Artzttermin, Tel.mit X) oben drüber setze ich einen farbigen Punkt, wie mein Tag gefühlsmäßig war: rot=ganz schlecht, orange=gute Mitte, grün=super!Mehr davon!

Das hilft mir eine Übersicht zu behalten, ich sehe ab wann es bergab ging und was evtl. der Auslöser war oder was passierte an dem Tag mit einem grünen Punkt.(nicht immer nur fragen: warum gehts mir nun dreckig, sondern auch mal: warum gehts mir gut?)

Um mich bzw. meine Krankheit so besser kennen zu lernen.

Und dann bekomme ich prompt einen Traum, der mir sagt: Du bist auf dem richtigen Weg: Ich träume oft von meinem damaligen Schulschwarm S., er spielt in den Träumen einen Teil von mir: Wenn er mich ignoriert, heißt das, dass ich mich selbst mal wieder übergehe, wenn er sich gar nicht blicken läßt: ohje, dann bin ich meist nur eine Maske/Hülle und funktioniere, wenn er aber so wie heut Nacht mir sehr zugewandt ist, mich mag und sich um mich kümmert...dann sorge ich auch real gut für mich und außerdem beginnt ein Morgen nach so einem hübschen Traum einfach wunderschön!!!*seufzschwärmträum* :-)

Motto des Tages: Ich bin genauso wertvoll, wie alle anderen Menschen auch!

Mittwoch, 20. April 2011

Aufgabe des Tages

Gut am Sonnenschein ist ja, wenn man total verheult aus einer Therapiestunde kommt und sich hinter einer Sonnenbrille verstecken kann.

Blöd ist, wenn man dann eine grauenhafte Nacht hat, in der man kaum schläft und wenn endlich die Äuglein zufallen, einen übelste Alpträume malträtieren. Um dann nach gefühlten 2 Stunden Schlaf vom Wecker geweckt wird.
Voller Übelkeit und weichen Knien machte ich mir ein kleines Frühstück und erwische eine überreife Kiwi. *würg*!
Perfect morning....


Das find ich ja schon irgendwie faszinierend, 3 Wochen lang hatte ich in der Tagesklinik auch Alpträume und nun war ich grad mal 1 Std. im Gespräch, in dem es grob um Ziele und meinen derzeitigen desolaten Zustand ging und schon hab ich wieder meine Filme.
Prost Mahlzeit das kann ja noch lustig werden.

Und dann half ich einer Bekannten beim Frühjahrsputz, da diese zwar wunderbar ne Firma schmeißen kann, aber keinen Haushalt. Gut, man muss auch nicht alles können. So vergnügte ich mich im Chaos, das man nach 3 Stunden wieder Ordnung nennen konnte. Ich mag das ja. Und wer 5 Jahre im Kindergarten gearbeitet hat und sämtliche Malheurs wegwischen durfte, ekelt sich nicht mehr vor fremder Leute Dreck.

Jetzt aber erstmal ein dünnes Käffchen und dann sieht mich mein Bett.
Und er glaubt, dass mich die heutige Arbeit auf andere Gedanken brachte...
....irrt.

Dienstag, 19. April 2011

Die goldene Mitte

Achja, uralte Lebensweisheit, dass alles was in die Extreme geht, nicht sooo der Hit ist.
Ich grübelte wild herum, warum ich wieder mal in ein so tiefes Loch fiel. Denn wenn ich weiß woran es liegt, weiß ich auch den Weg, wie ich da wieder heraus komme.
Meine Angst und Depression werden immer dann stärker, wenn ich mich überfordere oder unterfordere. Sei es beim Thema Arbeit: zu viele Stunden-zuwenige oder wie derzeit: gar keine. Langweilige Tätigkeit - sehr verantwortungsvolle Tätigkeit. Oder bei Menschen: zu viele in zu kurzer Zeit - oder gar keinen Kontakt.

Ich fühle mich wie in einem Computerspiel, sobald ich zu weit nach rechts oder links komme, ertönt ein aufschreckender Ton "Böööööp"!
Und so schlingere ich auf meinem Weg und stelle fest, dass ich mich selten in der dünnen Behaglichkeitszone befinde.

Gestern konnte ich das gut steuern. Die Mädels kümmerten sich abends rührend um mich und ich konnte sie auch bremsen, als es mir zuviel wurde. Ein schöner Abend.

Heute gilt das Motto: Nicht aufgeben, sondern eine Aufgabe suchen. Is schwer in dieser Zeit, in der man überall schnell austauschbar ist. Aber es erst gar nicht zu probieren ist nicht meine Art.

Noch was für die Lauscher:

Montag, 18. April 2011

Endlich frei

„Die depressiven Menschen haben sich von sich selbst entfremdet. Es ist Ausdruck der Selbstentfremdung wenn ein Mensch nie bei sich ist, nicht weiß wer er ist, was er empfindet oder will. Nur da sein in Bezug auf andere, nur wahrnehmen und intuitiv erfassen, was die anderen wollen, ist ebenso Ursache der depressiven Entwicklung wie das Resultat der Selbstentfremdung. Ein solcher Mensch lebt nicht wirklich, nimmt sich nicht wirklich wahr, oder dann, wenn er in sich hinein schaut, erkennt er nur eine Leere, ein Nichts oder dann bestenfalls ein Mischmasch von Gefühlen, Spannungen und diffusen Schuldgefühlen.

Deshalb ist einer der wichtigsten, wenn nicht sogar der wichtigste Teil des Heilungsprozesses: Zu sich kommen – bei sich bleiben – Gefühle ernst nehmen und verstehen.

Die Echtheit und Ehrlichkeit der Gefühle ist die Legitimation, auf sie zu hören und sich auf sie zu verlassen. Je mehr die depressiven Menschen auf ihre Kopfstimme hören, dem Verstand und seine Argumenten vertrauen, umso weiter weg sind sie von ihren Gefühlen und von sich selbst.

Die Kopfstimme ist bei depressiven Menschen schneller als die Gefühle und das Handeln ist schneller als der Verstand. Diese Rangordnung umzustürzen, diese eingeschliffenen Mechanismen zu durchbrechen, darum geht es.“

Ich liebe dieses Buch von Josef Giger-Bütler: Endlich frei! Oft schlage ich irgendeine Seite auf und fange zu lesen an, das geht bei diesem Buch sehr gut. Es hilft mir, es ist tröstlich und so leicht verständlich ohne jeglichen verqueren Psychologiewörter und Zusammenhänge.

Abends las ich also wieder ein wenig darin und mir wurde wieder klar, wo mein Weg hinführt. Beruhigt schlief ich ein und als ich morgens aufwachte, erinnerte ich mich das erste Mal seit langer Zeit wieder an einen Traum:

Meine Familie und ich wir wollten alle in den Urlaub fahren. Ich sollte zum Flughafen nachkommen. Verzettelte mich aber in tausend Sachen, vergaß die Zeit und entschied mich dann, eben nicht mitzufliegen. Allein zuhause räumte ich die Wohnung auf, es tat mir etwas leid, da ich meiner Familie gar nicht bescheid gab. Einige Zeit später kam ich in die Küche und meine Schwester saß da, meine Mutter kam um die Ecke und mein Stiefvater ebenso. „Nanu? Warum seit ihr nicht im Urlaub?“ wollte ich wissen. Sie wollten keinen Urlaub ohne mich verbringen!

Wenn ich nicht „dabei“ bin, das heißt nicht mit mir in Kontakt, bei dem Gefühl oder der Wahrnehmung die ich jetzt im Moment habe, macht nix Spaß, kein Urlaub, kein Sport, kein Zusammensein mit Freunden. Dann hat nix Sinn.

Es ist auch nur logisch, dass im Traum das Thema Urlaub war. Plane ich doch derzeit meinen 1.Urlaub nach langer Zeit. Und stelle fest, dass ich mich in Ängste und Planungen verliere, die ich gar nicht steuern kann: Wie wird es sein, was mache ich, wenn es mir schlecht geht, was ist wenn...usw. Das einzigste was ich jetzt tun kann ist die organisatorische Planung, die ist in ca.2 Std. getan, danach kann ich mich doch einfach auf die Zeit freuen und offen werden für das was da kommt. Oder einfach im JETZT bleiben.

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In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Gestern beim Spaziergang einen Firmenwagen gesehn, mit der Aufschrift: Tsunamisushi!

Also sushi is ja schon bääääh, aber in Zusammenhang mit tsunami, das find ich echt geschmacklos!

Sonntag, 17. April 2011

Welche Energie hätten 'se denn gern?

Bis jetzt habe ich mich hier nicht über die Japan-Katastrophe und die Atomproblematik geäußert.

Gestern platzte mir aber echt die Hutschnur. Da fand ich eine Zeitung in meinem Briefkasten (manchmal landen hier so Probeexemplare), ich blätterte sie gelangweilt durch und blieb auf einer Seite hängen. Auf der es über Alternativmöglichkeiten statt Atomkraftwerke ging. Aha interessant, dachte ich mir noch. Doch es ging um Bürger die GEGEN solche Anlagen sind. Ein Pärchen zeigt demonstrativ einen wilden Acker:“Hier soll eine riesige Solaranlage entstehen, das wollen wir nicht!“ Eine kleine Gruppe steht vor ihrem malerischen Dörfchen und alle schreien:“Hier sollen Windräder hin, das verschandelt doch das ganze Ortsbild!“ Und noch eine Gruppe war gegen die Geothermie.

„Nein, nein“, sagen sie, „wir sind keine Alternativ-gegner, nur Standort-gegner.“

Is klar, keiner will sowas vor der Haustür haben, kein Kraftwerk, keine Mülldeponie, keinen neuen Handymasten. Aber Strom rund um die Uhr, saubere Straßen und immer Funkempfang, das wollen wir schon!

Die 3.Startbahn am Münchner Flughafen will auch keiner, die dadurch entstehenden Arbeitsplätze aber schon.

Ich bin auch nicht erfreut, dass keine 200m von meiner Wohnung Bahngleise und ein Bahnhof sind. Ich freue mich aber, dass der Supermarkt immer pralle voll ist und wo soll es denn herkommen? Ich freue mich auch, dass ich nicht weit gehen muss, um selber mit der Bahn wegzufahren. Beamen kann ich noch nicht, also ertrage ich den Schmutz und Lärm. (logisch ich könnte auch wegziehen).

Wie sagten schon früher die Alten: Man kann eben nicht alles haben......

Samstag, 16. April 2011

E.T.: nach Haauuse telefonieren

Hätte ich ein liebendes Elternhaus, würde ich jetzt zu ihnen fahren.

Nach Hause. Nur so für 2 Nächte. In ein warmes, gemütliches Nest. Ich würde mich umsorgen lassen. Meine Mutter würde mir mein gewünschtes Essen kochen, mich in den Arm nehmen und einfach schweigend mit mir sein. Wir würden fernsehen oder spazieren gehen und ich hätte das Gefühl, dass sie einen Teil meiner Last mit mir trägt, dass es ok ist, wenn ich gerade mit dem Leben nicht mehr zu recht komme. Dass sie mir Zuversicht gibt, dass ich das schon schaffen werde. Dass sie mir Taschentücher reicht und mir einfach nur zuhört, wenn ich rumjammern würde.

Mein Vater würde mir hübsche kleine Bilder zeichnen, mich fest drücken und sagen, dass er mich lieb hat. Er würde mit mir an den See fahren und kleine Schiffe fahren lassen und als Überraschung bringt er ein kleines Picknick hervor, mit Brezen und gekochten Eiern, Äpfel und Schokolade.

Einfach ein bisschen auftanken, nachreifen....

Doch das können sie nicht. Sie sind und waren immer selbst kleine Kinder, auf die ich aufpassen musste. Mutter würde sich in Haushaltsarbeit verstecken und weiter heimlich trinken. Papa würde einen Witz nach dem anderen erzählen und mir zum Schluß verschämt 100 Euro zustecken. Beide würden mir ihre Sorgen erzählen und davon laufen, wenn ich in Tränen ausbreche. Es gäbe keinen Platz für mich, da Mutter ständig irgendwelche Männer aufnimmt und sie pflegt, während ich mit dem Ofenrohr ins Gebirge schauen kann. Vater würde entsetzt aufschreien, dass er erstmal putzen müsse und mich fragen würde, wo ich denn schlafen solle, denn er hat keines seiner 5 Zimmer frei, alles vollgestellt mit Müll.

Und so lasse ich diesen Plan sein. Bleibe daheim, liege im warmen Bett, weine und koche mir selber etwas. Ist ja auch ganz nett.

Aber ehrlich, manchmal ist das nicht genug. Manchmal bräuchte ich mehr...

Freitag, 15. April 2011

Phobische Bedürfnisse

Eine Bekannte erzählte, dass sie im Radio einen Gottesdienst belauscht habe. Dort wurde gesagt, dass es nun eine Sünde sei, das schöne Wetter nicht zu genießen!
Was ist denn das für eine Scheiße...und so wird das dann jedem eingetrichtert: Höre nicht auf Deine Bedürfnisse!
Ich entscheide, ob ich heute rausgehen möchte oder nicht, egal wie das Wetter ist.

Tja und da saß ich dann so auf meiner Couch und kam ein wenig ins nachdenken. Mir kam es, dass es derzeit in meinem Leben sehr viel freien Platz gibt und ich so eine Art Agoraphobie diesbezüglich entwickel. Ich traue mich nicht in diesen Freiraum. Ihn füllen, ihn gestalten, ich habe Angst. Ich gehe einen Schritt und nehme mir nur diesen einen Tag vor. Ich möchte mich nur auf diesen Tag konzentrieren. Einen Tag nach dem anderen und so füllt sich das Leben.

Weiter fiel mir ein, dass ich nun seit Wochen ja nicht mehr so enorm körperlich erschöpft bin. Letztes Jahr war ich das nur, dafür hatte ich meist recht gute Laune. Jetzt ist es eher so eine geistig/seelische Ermüdung und genauso zäh. Vielleicht habe ich (unbewußt) vieles unterdrückt, was ja auch viel Kraft braucht und nun kann ich den Deckel nicht mehr unten halten.
Ach was weiß ich.....
Genug gelabert.
Letztens fand ich noch ein schönes Gedicht:


Wer gegen die Gesetze dieser Gesellschaft
nie verstoßen hat und nie verstößt
und nie verstoßen will
der ist krank

Und wer sich noch immer nicht krank fühlt
an dieser Zeit
in der wir leben müssen
der ist krank

Wer sich seiner Schamteile schämt
und sie nicht liebkost und die Scham
anderer die er liebt nicht liebkost ohne Scham
der ist krank

Wer sich abschrecken lässt
durch die die ihn krank krankhaft nennen
und die ihn krank machen wollen
der ist krank

Wer geachtet sein will
von denen die er verachtet
wenn er den Mut dazu aufbringt
der ist krank

Wer kein Mitleid hat
mit denen die er missachtet
und bekämpfen muss um gesund zu sein
der ist krank

Wer sein Mitleid dazu gebraucht
die Kranken nicht zu bekämpfen
die um ihn herum andere krank machen
der muss krank sein

Wer sich zum Papst der Moral
und zum Vorschriftenmacher
der Liebe macht
der ist so krank wie der Papst

Wer glaubt dass er Frieden haben kann
oder Freiheit
oder Liebe
oder Gerechtigkeit

ohne gegen seine Krankheit
und die seiner Feinde und Freunde
und seiner Päpste und Ärzte zu kämpfen
der ist krank

Wer weiß dass er weil er gesund ist
ein besserer Mensch ist
als die kranken Menschen um ihn herum
der ist krank

Wer in unserer Welt
in der alles nach Rettung schreit
keinen einzigen Weg sieht zu retten
der ist krank
Erich Fried

Donnerstag, 14. April 2011

Schwarzes Loch

Ich bin unzufrieden mit meiner Unzufriedenheit.

Ich sehne mich nach Menschen und sage doch die Verabredung mit einem Freund ab und fühle mich danach noch schlechter.

Ich spüre wie ich vor Schmerz und Leid davon laufe, ganz bewußt lenke ich mich ab, ich ertrage es nicht.

Ich gehe gebeugt und kann nicht richtig atmen und rauche weiter.

Die Toten Hosen singen Kein Alkohol ist auch keine Lösung. Eben, denk ich mir und öffne die zweite Bierflasche. (ich habe einen sehr minimalen Alkoholkonsum und noch seltener trinke ich, wenn es mir mies geht, und wenn ich das tue, dann lieber das, als noch weiter abzudrehn, in dieser Hinsicht kenne ich mich sehr gut)

Du musst gar keine Kinder schlagen oder dich anderweitig an ihnen vergreifen, es reicht wenn du sie ignorierst. Und wenn du ihnen Aufmerksamkeit schenkst, dann nur in Form von Verhöhnung und Verachtung. Mach sie lächerlich und immer wenn sie ängstlich sind, sich Sorgen machen oder Schmerzen haben tu es ab, als wäre das nicht wichtig. Auch so kannst du Kinder vernichten.

Ich rufe eine Frau aus meiner Gruppe an, einfach weil ich ein wenig reden will, egal über was. Sie geht auch ans Telefon und ich überlege schon, ob ich sie fragen soll, ob ich kurz vorbei kommen darf, in ihrem Garten sitzen, ihre Ruhe spüren doch da höre ich schon ihre Antwort auf meine Frage wie es ihr denn gehe: Beschissen, ich komm grad von ner Beerdigung..................der Sepp hat sich aufgehängt. Klasse.

Eine andere Frau meldet sich, unser Kontakt war etwas auf Eis gelegt, ich freue mich sehr und frage nun sie, wie es ihr denn gehe. Gut, sie bauen ihr Haus um, das mitten in der Pampa stehe und ihre Malkurse kommen gut im Dorf an, sie würde sich freuen, wenn ich sie mal besuche. Darauf springe ich an und frage weiter, wann es ihr denn passen würde. Antwort: Schweigen.

Nun meldet sich ein Mann. Auch erfreulich.

Vor einigen Jahren schrieb ich eine Kontaktanzeige. Ja, da war ich noch mutig. Ich suchte einen Mann für Unternehmungen und das gewisse „mehr“, aber eben ohne dem Beziehungsknatsch.

Ich kann mit einem fremden Mann nicht einfach so in die Kiste springen. So nötig hab ich es dann doch nicht. Ich brauch ein bisschen mehr drumrum und natürlich ganz viel Sympathie.

Nachdem die Anzeige veröffentlicht wurde, erwartete ich erstmal die unterste Schublade: Hässliche Intimfotos, Angebote mit der Aussicht auf „Taschengeld“, Telefonnummern von alten Säcken und natürlich Antworten aus der Lack/Leder/Peitschen/flotten 3er/andere Körperflüssigkeiten-Kategorie.

„pling“ die erste Mail fiel in mein Fach.

ER meldete sich:

Ein sehr hübscher Mann, in meinem Alter, eher introvertiert, fast schüchtern (aber nur am Anfang), völlig normal, lustig, locker UND hört noch genau dieselbe Musik wie ich (Cosmic hören zwar viele Menschen, aber nicht die, die ich treffe und so muss ich das meistens erklären, was das ist).

Also fast zum verlieben. Aber eben nur fast. Denn nach einiger Zeit fand ich den weiterhin sehr sexy und sympathisch, aber für die Schublade Beziehung war er nicht geeignet. Zum einen hab ich ihn einfach gefragt und zum anderen: Er ist unzuverlässig und das hasse ich wie sonst nix!

Also machen wir das ,wofür wir uns auch aussuchten: Fahren an den See, gehen ins Kino, tanzen, besuchen einen Biergarten, quatschen, lachen und wenn es passt...eben auch das gewisse „mehr“.

ER also fragte nun nach, wie es mir gehe und das ja noch eine Flasche Wein ausstehe....Wiederum freute ich mich, schrieb zurück und die Antwort war: Schweigen.

Arschloch, denke ich und öffne die vierte Bierflasche.

Ich falle,

ich schwebe,

ich drehe meine Stereoanlage auf und....tanze...ich tanze wie zu meinen besten Table-dance-Zeiten, als ob es kein Morgen gäbe...

Mittwoch, 13. April 2011

Mach mich schmutzig!

Eigentlich wäscht man sich ja, um den Dreck loszuwerden.
Wie ist es aber, wenn man sich mit Dreck wäscht, um sauber zu werden?
Ein Selbstversuch:

Anlass war, dass ich vor den Unmengen an Duschgels stand, die giftig rosa/grün/gelb leuchteten und ich mir sagte., dass all die Chemie auf meine Haut und dadurch in mich kommt.
Als ich dann das Haarshampoo öffnete und dran schnupperte kam mir ein übler Alkoholgeruch entgegen.
Was klatschen wir uns eigentlich auf den Körper?
Ob er das verträgt wird natürlich in grausamen Tierversuchen getestet.

Eigentlich hätte ich mich damals schon umstellen müssen, als ich in der Kosmetikschule erfuhr, was für ne Scheiße (im wahrsten Sinne des Wortes, Collagen wird vornehmlich aus zerriebenen Hühnerfüßchen gemacht *njamnjam*) in üblicher Kosmetika drin ist. Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier und so brauchte es nochmal gute 10 Jahre.

Also muss was neues her und ich fand die Lavaerde. Nicht die Lava vom Vulkan, sondern von lavare=waschen.

Nunja, es ist etwas gewöhnungsbedürftig sich mit dem warmen Schlamm einzureiben, es tut aber sehr gut (allein schon dass es eben warm ist, das eiskalte Gel find ich immer furchtbar). Beim 2.Mal macht es schon richtig Spaß, wie ein Kind plansche ich mit dem Dreck herum. Ich habe das Gefühl die Haut kann wieder mehr atmen und es duftet frisch...wie...frische Luft oder..äh...nach einem Sommerregen (na is ja klar ich steh mit Erde unter der Dusche).

Es hieß, es sei auch sehr gut für die Haare, sie werden seidenweich! Nur sollten die Haare nicht chemisch behandelt sein. Paßt, seit 4 Jahren is bei mir keine Farbe, kein Schaumfestiger noch nicht mal Haarspray in der Haarpracht drin. Naturiger gehts ja kaum.

Äh...was soll ich sagen...bei mir wurd nix seidenweich, ich hatte klebriges Stroh auf meinem Kopf!!!!! Wer Dreadlocks will und eh schon trockene Haare hat, reibe sich die Erde ins Haar, wälze sich etwas im Bett rum und voila fertig sind die Filzlocken!

Fazit: 2x in der Woche Schlammsession auf der Haut ist super (tägl. verwende ich Naturkosmetik), mein Haar sieht erstmal wieder Chemiedingens, um später vielleicht nochmal was anderes auszuprobieren.

Und wer sich gar nicht mehr wäscht, kann sich ja hier drunter verstecken.

Dienstag, 12. April 2011

In welcher Welt wollen wir leben?

Heute mal ein paar Links:

Ein interessantes Video:



Ein minimalistischer Blog:
http://www.schwingelschwingeldingdong.com/
Eine Frage, mit der ich mich immer wieder gern auseinander setze: Was brauche ich?

Noch ein Blog von einer etwas anderen Frau,
einer Frau mit Bart!
Uuhhh das finde ich ja mal mutig! Und mir fiel ein, dass ich solch einer Frau auch schon mal begegnet bin. Als ich an der Tanke arbeitete, stand eben jene auf einmal vor mir und wollte bezahlen. Natürlich sah ich etwas irritiert drein und dachte mir: ohje die hat heut abend bestimmt in einem Theater gespielt und vergessen den Bart abzunehmen. Ich blieb aber stumm. Zum Glück! Denn 2 Wochen später war sie wieder da, wieder mit Bart :-)

Thema Beziehungen:
Mir fällt immer wieder auf, wie hohl doch so manche Begegnungen sind.
Gerne würd ich hin und wieder jemand schütteln und anschreien: Wie geht es Dir wirklich? Welche Sorgen quälen Dich? Wie fühlst Du? Was willst Du? Deine Sehnsüchte, Deine Träume!!
Erzähl mir keine Lästereien über Deine Kollegen, das neueste Angebot des Supermarktes, Deine neueste Kauferungenschaft, ich rede mit Dir und von Dir will ich etwas über Dich erfahren! Erzähl das bla-bla Deinem Friseur!

Ich weiß, ich muss mich da erstmal selbst an der Nase fassen, aber es ist im äußeren Umfeld erstmal leichter zu erkennen und dann kann ich mich immer noch fragen: Wie verhalte ich mich? Wie bin ich unterwegs?

Ich mag auch gerne mal bla-bla reden, keine Frage, es muss nicht immer Tiefgang haben. Mir fehlt das nur bei Leuten, mit denen ich öfter Kontakt habe oder die mir (eigentlich) nahe stehen z.B. meinem Vater, von denen ich aber immer nur seichte Plauderei höre und nie wirklich Gesagtes. Wenn ich damit anfange über Eindrücke, Gefühle, Stimmungen,zu reden, wird das von meinem Gegenüber schier nicht ausgehalten. Da wird drüber hinweg geredet, verharmlost, nicht richtig zugehört usw. und das macht mich sehr traurig.
Ein Buch das zum nachdenken anregt: Die Kunst des Liebens

Montag, 11. April 2011

Denkst Du noch...

...oder fühlst Du schon?

Ich merke immer wieder, wie sehr ich meine Gefühle wegdrücke, mir nicht erlaube, sie übersehe.
Das geht in Bruchteilen einer Sekunde: ich spüre einen Hauch Schmerz oder sehne mich nach etwas oder meine Intuition meldet sich und *klapp* ist der Deckel drauf. In Form von wegschauen, rauchen, ständig ablenken, essen obwohl ich satt bin, Alkohol usw.

In unserem Kulturkreis ist das rationale Denken das goldene Kalb. Und so wird mal von klein auf, darauf hingezüchtet. Du darfst nicht fühlen!

Gestern saß ich also da und fragte mich: Wie komme ich jetzt wieder ins fühlen? Musik ist ein guter Schlüssel und Bewegung. Also legte ich mit dem "freien tanzen" los. Mich so bewegen wie es mir gerade taugt. Das kann total bescheuert aussehen (haaa!Verstand!) aber es tut gut, außerdem sieht's ja keiner :-)
Auch hilfreich ist, mich immer wieder zu fragen: wie fühle ich mich jetzt?
Und nicht weiter stolpern was ich jetzt TUN müßte. Nur fühlen, wahrnehmen, achten, atmen.

Das "freie malen" ist auch ein guter Schlüssel bei mir: Der Kopfschalter geht auf AUS und los gehts, egal welche Farben, Formen, einfach malen, zeichnen, nach was einem gerade ist, ohne Bewertung, ohne denken. Das Ergebnis sieht ja keiner (wenn man will)...

Weiter fragte ich mich, ob die bald beginnende Therapie so gut ist, denn dort bleibe ich ja wieder nur im Kopf und rede. In Kunst-und Körpertherapie kam immer der größte Schmerz heraus und genau davor habe ich Angst und will das nicht. Es wäre aber hilfreicher.

Das Telefonat mit der Freundin am Samstag ging mir auch noch nach, weil sie eine Herzensfrau ist. Das kommt manch coolem Mitmenschen etwas komisch vor wie sie redet, sich verhält und auch ich verzog manchesmal das Gesicht. Inzwischen finde ich unseren Austausch sehr bereichernd und schaue immer wieder staunend zu ihr hinüber: Wie sie lebt, wirklich lebt und fühlt! Da ist kein Roboter!

Schöne Videos fand ich von Safi Nidiaye:

Sonntag, 10. April 2011

Leichtes Tauwetter

...in mir drin natürlich, draußen is wohl endgültig die letzte Pfütze aufgetaut.

Trotz der kurzen Nacht, klingelte mich heut der Wecker um 6:30 raus. Ich spürte, dass ich raus musste und das weiterhin möglichst ohne vielen Menschen.
Also radelte ich zum See. Auf die Idee kamen auch einige. Nunja, is halt hier der Speckmantel einer Großstadt...

Richtig genießen und mich freuen geht weiterhin nicht, aber ganz so schlimm wars auch nicht. Dank der Kälte am Morgen war ich auch herrlich durchgefroren, danach. Und habe somit auch wieder etwas mehr Körpergefühl.

Mittagsruhe wurde auf den Balkon in die Sonne verlegt, ich hasse es wenn ich so blass wie ne Wasserleiche bin.

Und Pc-Zeit wurde heute massiv gekürzt.

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen....

Eingefroren

Was für ein seltsamer Tag....der Samstag.
Ich fühlte...nichts. Mir war alles gleichgültig, es gab kein Auf und Ab, keine Freude, keine Trauer.

Das ist schon sehr befremdlich. Und ich glaube, dass erste Mal so richtig bewußt gespürt. Denn mir fiel ein, dass ich diese Zustände schon mal hatte...früher...hin und wieder,(und diese Phasen gewaltsam durchbrach, meist mit Selbstbeschädigung in dem ich wild, apprupt und schnell irgend etwas tat-fern jeglicher Realitätsüberprüfung-, um mich wieder zu spüren) oder diese aber überspielte, in dem ich mich hinter einer Maske versteckte und das tat was man von mir in der Situation erwartete (erstaunt schauen, traurig sein, lachen...). Aber oft war es so wie gestern: Ich fühlte nichts, war nicht berührt.

Gestern war fürs wegdrücken/überspielen anscheinend keine Kraft mehr da und ich war ein Stein.

Eine Freundin rief dann noch an. Wir sind sehr miteinander verbunden und es war ein schönes Gespräch. Ich konnte zwar wenig reden, aber immerhin etwas.
Und dann brach wieder etwas von dieser harten Kruste auf und ich weinte.

Da wurde mir klar, dass diese Versteinerung auch ein Schutz sein könnte. Sonst wäre ich wohl überrollt worden vor Schmerz und Traurigkeit.
Auf noch weitere Ver-rücktheiten habe ich auch keine Lust.

Auch bekam ich die Rückmeldung von ihr (mit meiner Erlaubnis), dass sie viel Abwertung aus meiner kurzen Erzählung hört.
JA, das ist immer wieder Thema bei mir. Ich führe das weiter, was ich gelernt habe.
Ich kann es aber noch weiter treiben: Ich kann mich dann dafür, dass ich mich abwerte, gleich wieder abwerten. Und die Katze beißt sich in den Schwanz.

So und jetzt bin ich nach 1,5 Std. Schlaf wach. Auch seltsam.
Aber, es ist wie es ist.

Freitag, 8. April 2011

Eigen und unartig

Also, irgendwie habe ich ja schon autistische Züge an mir.

Körperliche Berührungen mag ich in den seltensten Fällen. Irgendwann um mein 20. Lebensjahr herum, fragte mich ein guter Kumpel, ob man mich denn nicht berühren darf?!?!

Nö sagte ich, das darf nur mein Freund (also Lebenspartner). Dass es unter Freunden mal vorkommt, dass man sich z.B. zur Begrüßung umarmt, wurde mir erst vor ca.3 Jahren klar und versuche es nun auch umzusetzen.

Auch in anderen Situationen bin ich oft überfordert: Gibt man nun die Hand? Soll ich ein kleines Geschenk mitbringen? Duzen, Siezen?

Auch dass es nicht immer angebracht ist, die Wahrheit zu sagen, musste ich erst lernen. Dass man lügen darf, rein aus Höflichkeit (damit habe ich heute noch Schwierigkeiten, was andere natürlich oft vor den Kopf stoßt oder gar verletzt).

Da ist meine Mutter ein Paradebeispiel. Wenn wir jemand auf der Straße trafen, war Muttern die Süßlichkeit in Person und wehe wir waren nur 3 Schritte wieder entfernt, ging die Lästerei los. Verstand ich nicht, wie man nur so schauspielern kann.

Auch das „sich für andere interessieren“ ist so ein Thema. Dass man das auch zeigen sollte durch nachfragen wie die Prüfung, Wohnungsbesichtigung, der Tag usw. war. Ich dachte mir oft: Merkt der doch, wenn ich mit dem rede und ihn anschaue...oder so ähnlich. Heute läuft das nicht von allein, ich muss das ganz bewußt und mit Anstrengung mit in meine Kontakte einbauen.

Ebenso zu sagen: „Schön dich zu sehen/hören“, gab es früher nicht, reichte doch wenn ich das fühlte! Überhaupt Komplimente verteilen...ahhhh! Ich mach das nicht, weil ich am anderen nix finde, sondern weil ich mir einfach blöd vorkomme das laut auszusprechen.

Und dann gibt es noch die Sätze die was beinhalten, aber was ganz anderes meinen. Tolle Stolperfalle! Gut, ich nehm mal ein positives Beispiel: „Deine Wohnung ist sehr gemütlich“ kann übersetzt heißen: „ich fühle mich bei dir wohl!“

Ein negatives Beispiel: Die berühmte Frage nach einem Date:“ Kommst noch mit hoch auf eine Tasse Kaffee?“ nahm ich sehr lange, sehr wörtlich und setzte mich fein und anständig an den Tisch!

(heute kann ich darüber nur schmunzeln)

Sowas verwirrt mich. Dann sag es doch so, wie es ist, man!

Mit der Gastgeberei haperts bei mir auch etwas. Ich hab genug mit mir zu tun, da kann ich nicht auch noch drauf schauen, ob dem Gast vielleicht was fehlt. Naja das kommt auch nicht sooft vor.

Der Kindergarten war schrecklich: Lauter fremde Kinder die sich zwanglos bewegten, sich ganz selbstverständlich mit anderen zusammen schloßen und sich über ein großes Zimmer voller Spielzeug freuten. Ich konnte das nicht. Mir war sehr unwohl zumute und spielte lieber allein.

Und deswegen steh ich manchmal schweigsam in einer Menschengruppe und beobachte, krieg ganz große Augen und schaue: Wie machen die das, was geht in dem vor...usw.

Die Menschen sind schon ein komisches Volk...

Daraus habe ich viel lernen können und auch aus Büchern, das war ja jahrelang nur meine Welt. Auch habe ich daraus erfahren, dass andere ähnlich wie ich ticken, oder eben auch nicht.

z.B. das Buch: No&ich, gefiel mir sehr gut!

Blog einer autistischen Dame

Donnerstag, 7. April 2011

Der Glaube an den Job

Tja, damit ich nicht arm wie eine Kirchenmaus werd, muss ja langsam ein Job her.
Wie schon gesagt, so hin und wieder schau ich die lieben Anzeigen durch. No Streß. Hab ja noch Schonfrist.

Nun las ich ein Angebot, das passen würde. Nur...ist das eine so gute Idee derzeit? Ich weiß ja nicht wie lang diesmal die freudlose Phase andauert. Und ob ich mich nicht noch mehr schade mit all der Aufregung und zusätzlichen Kraft undsoweiter...

Also bat ich das Universum mir zu helfen. Mir einen kleinen Hinweis zu schicken, ob ich eine Bewerbung schicken soll oder nicht.
Kurz darauf klingelts an meiner Tür. Huch, das ging ja flott.
"Grüß Gott, wie würden Sie gerne einladen und Ihnen ein Angebot machen mit uns über den Tod des Herrn Jesu Christi zu reden..."
Heilige Scheiße, das brauch ich ja wirklich nicht.

Wie ist der Hinweis nun zu deuten?
Keine Ahnung.
Nach 3-stündiger Überlegung riskierte ich es und schrieb den Verein an.

Nu wolln ma mal sehn.....

Spring in den Frühling!

Ach is das widerlich, wenn man vor die Tür geht und alle strahlen einen fröhlich an, sind höflich und freundlich.
Heute versteh ich jeden Menschen der ein Tourette-Syndrom hat und fluchend durch die Menge watschelt.
Arschgeige! Idiot! Depp! Verzupf dich!
Danach wär mir heut auch gewesen.
Die Menschen können natürlich nix dafür (weder die mit Tourette noch die, die mich gerade mit finsterer Miene ertragen mußten). Aber letztere können das sicher ab, kennen mich doch die meisten als fröhliche, freundliche, höfliche Menschin, die auch gern mal nen Spaß mit macht.

Dafür kramte ich gestern noch den guten alten Techno raus und lauschte meiner damaligen Lieblingsmucke.
Da ja Frühling ist, nun "Spring von RMB":
Möge der Bass mit dir sein...



Während ich in den Tönen versank, stellte ich mir vor, wie ich mal im Altersheim sitze und mich schon auf den Elektronischen Tanzabend freue. Was heute Schnulzen, Schlager & Co sind, ist später eben Techno.
Da sitz ich dann und dank des Parkinsons wackle ich genauso mit, wie damals, vergesse meinen Inkubitus und verprügle den Opa neben mir, der meint: Ej, HipHop is viel besser.

Schöne Zukunftsaussichten!

Mittwoch, 6. April 2011

Wieder zu mir...

Da es ja gestern auch um Kirche und Glauben ging, fiel mir auch das Wort "Religion" ein und das heißt ja nix anderes, als Rück-verbindung. Vielleicht hab ich die Verbindung zu mir selber (mal wieder) verloren.
Also: weniger Ablenkung und Zerstreuung und wieder hin zu mir.
Was auch meine Träume beinhaltet: wieder mehr auf sie zu achten, denn die können mir auch etwas zeigen. Und wieder täglich lesen in:Kraft zum Loslassen von Melodie Beattie. Kleine Meditationstexte für jeden Tag.

Gestern fand ich noch was schönes:
Tilt-Shift-Filme, in denen alles wie eine Miniaturlandschaft aussieht. Entweder mit einem Spezialobjektiv oder durch Nachbearbeitung:
http://www.youtube.com/watch?v=xHBRi8Y7YNs&feature=relmfu
Mein liebes München :-) (ok das Oktoberfest mag ich nicht sonderlich...)
Und die Musik dazu, ist super: Seabear, meine neue Perle auf der Musikkette!

Dienstag, 5. April 2011

Wenn nichts mehr geht...

...lässt man sich gehen.

Das ist auch das gefährliche in depressiven Phasen, da einem ja eh alles egal ist und man in nichts einen Sinn sieht, bleibt Haushalt, Ordnung & Co gerne mal liegen.
Oder einfach weil man schlicht keine Kraft mehr hat.
Zum Glück kann ich da immer gut dagegen steuern, weil ich mich sonst noch unwohler fühlen würde.
Also gings los: Jede Ecke wurde inspiziert, ausgeräumt oder weggeräumt und ein wenig geputzt. Oberflächlich, nur das Grobe.
Und oft hilft es auch, wenn ich äußerlich aufräume, dass sich auch innerlich was tut.
Heute nicht. Heute war nur der Gedanke: Na, immerhin wieder 2 Stunden rumgebracht.

Himmel is das zäh und schwer. Wie lebendig eingesperrt.
Was mir noch auffiel: Ich kann immer schlechter reden. Ich kann nicht, mir fallen keine Worte mehr ein, kein Thema und ich habe das Gefühl, dass das sprechen an sich soviel Kraft braucht, dass ich danach bestimmt tot umfalle.
Also ließ ich das Telefon klingeln. Bis es genauso verstummt ist, wie ich.

Scheißtag!

Vor einigen Monaten fragte ich mich, warum Mutter Theresa nicht depressiv wurde oder zumindest mal einen chicen Burn-out hatte. Die Bücherei versorgte mich mit allerhand Bücher über diese wunderbare Frau. Natürlich ging es ihr auch mal nicht so gut, aber schlicht aus Überarbeitung und weil sie sich nach Operationen/Krankheiten nicht genug Ruhe gönnte.
Was mir aber auch auffiel: Sie war satt, so satt und voller Liebe wie es wohl die wenigsten kennen. Sie wurde in ihrem Elternhaus seelisch gut genährt und hatte dadurch viel Kraft.
Und natürlich der Glaube, der ja bekanntlich Berge versetzen kann. Nun, da haperts bei mir gewaltig. Die Kirche ist mir höchst suspekt...

Montag, 4. April 2011

Ich habs getan

Trotz vorgenommener Bücherabstinenz bestellte ich doch nochmal eins. Das klang auch zu verlockend: "Sehnsucht nach Heimat" von dem Fernsehpfarrer Fliege. Den Mister sah ich früher mal in der Glotze und wußte nicht was ich von ihm halten sollte. Sympathisch? Unsympathisch? Die goldene Mitte also.

Gut, das Büchlein brachte nicht viel Neues, aber seine Texte lesen sich gut. Sind ermutigend und tröstlich. Könnte ich also gleich weiter machen mit dem Buch: "Mit der Kindheit Frieden schließen". Seit 2 Jahren drücke ich mich davor, dies zu kaufen. Weiß der Geier warum.

Ich bete, dass dieser derzeitige grauenvolle Zustand sich erledigt hat, wenn der allmonatliche Besuch mal da ist. Meine einzigste Hoffnung.
Also irgendwie die Zeit überstehn. Alleine. Mir ist weiterhin nullkommanull nach Menschen und selbst der Mädelsabend lockt mich überhaupt nicht.
Dann siehts wirklich duster aus. Und manchmal ist es auch gut, trotzdem hin zu gehen. Heute sagt mir mein Gefühl aber definitiv NEIN. Also höre ich drauf.

Ich verkrümel mich wieder....

Sonntag, 3. April 2011

Back to the nature

Ich komm immer wieder auf den Bio-Öko-trip.
Als Baby mochte ich schon nicht den Fertigbrei (den gab zum Glück nur auf Reisen), da hungerte ich lieber.
Später als wir ein Zusatzfach in der Schule wählen sollten, war für mich klar: Ich geh in den Garten. Da wurde leider nix draus, also ging ich zum Volleyball. Sport war ja auch meine 2.Leidenschaft.

Stück für Stück möchte ich aber mehr in meinem Leben ändern.
Mehr zur Natur.
Heute also Ernährung.
Vor essbaren Wildpflanzen hab ich mich immer gescheut: Wenn ich was falsches erwisch! Natur ist eben nicht gleich immer gut. Das zeigten mir schon als 5-jährige die rohen Bohnen die ich aus Nachbars Garten stibitzte: Deftige Blausäurevergiftung war das Ergebnis.

Ok Brennessel und Löwenzahn erkenn ich noch.(Vogelmiere auch, aber ich fand keine). Sollen im Frühjahr auch gut für die innere Reinigung sein. Und frühmorgens soll man ernten, das wußte ich auch noch. Also zog ich los und pflückte und rupfte.

Zuhause wurde dann gewaschen (Brennessel kurz heiß überbrühen, dann pieksen die auch nich mehr) zerpflücken, mit nem leckeren Dressing, einer Kartoffel, selbst angebauter Kresse und etwas Käse schmeckte es wunderbar!
Jaaa ein komisches Gefühl war erst schon dabei..das Grünzeug, das Unkraut zu "vernichten"...aber hej sind wir wirklich schon soweit von der Natur entfernt?

Grünzeug is das beste was man seinem Körper geben kann: Die ganze Kraft der Sonne steckt drin, pure Lebenskraft!
Das Gemüse aus dem Supermarkt is für die Katz: Hochgezüchtet auf einer Nährstofflösung-ohne Erde-ohne Sonne dafür unter Plastik! "Neee das kommt aus Spanien, da is es warm mit viel Sonne!"
Aber das Gemüse und Obst das aus Spanien kommt, sah nie einen Sonnenstrahl. Ich habs mit eigenen Augen gesehn: Stundenlang fuhren wir durch das Plastikmeer. Zum heulen! Da haste nur Wasser und Chemie in deiner Salatschüssel.

Von dem Grünzeug (oder Körner) wird man ja nicht satt. Sagt der eine. Ich sage: Doch! Denn es gibt dem Körper all das was er braucht! Wenn man stark denaturierte Sachen isst, bleibt ein Mangel, ein Hunger und man isst weiter und weiter, der Körper wird immer fetter und bleibt doch mangelernährt!

2 große Salatschüsseln hab ich heut verputzt, keine Nascherei dazwischen (außer etwas Obst und Nüsse) und fühl mich rundum wohl, satt und zufrieden.
Und das Essen reichte mir, obwohl ich auch 30km mit dem Rad unterwegs war!

Predigen kann man viel. Aber so eine Selbsterfahrung mit gutem Ergebnis beeindruckt mich schon sehr.
Mahlzeit!

Samstag, 2. April 2011

Hochgefühl an Regentagen

Dem Titel kann ich ja nur voll und ganz zustimmen. Es ist der Titel eines Online-Tagebuches, mit dem Untertitel "Depressionen sind scheiße" und genau das hatte ich zuvor bei Mr. Google eingegeben. Man sieht schon, ich weiß nix mit mir anzufangen, weil eben heute alles scheiße ist. So.

Und was soll man in einer Depression nicht tun? Genau:
Zuviel Kaffee trinkend vorm PC hocken und über Depressionen lesen. :-) Jaja wissen würd ich viel....

Eigentlich, eigentlich wollte ich heute zu einem Bekannten, ein wenig im Garten sitzen, gemeinsam radeln, plaudern, nett beisammen sein. Bei dem schönen Wetter! Hmpf... Schon gestern kamen mir leichte Zweifel, ob ich das will, ob mir das gerade gut tut. Ich war hin und her gerissen.

Heute morgen unter der Dusche wurde es klar: Nein ich bleibe zuhause. Ich will grad keine Menschen um mich haben, ich brauche Zeit und Ruhe, um in mich zu lauschen. Und dieser Mensch dudelt (und duldet) nur gute Laune. Körperliche Gebrechen sind gerade noch erlaubt. Aber Traurigkeit, schlechte Laune, Sorgen, Ängste? Neeeee die gibt es in seiner Welt nicht. Da wird schnell drüber hinweg getröstet, das Thema gewechselt, verdrängt, verharmlost. "das wird schon wieder!" Das ist so und es ist sein Thema. Vielleicht kann er nicht anders oder will es nicht. Egal.

Ich will aber heute nicht über mein Gefühl hinweg gehen und mit lachen obwohl mir nach heulen ist. Ich will heute überhaupt nicht reden. Aber schweigen halten die wenigsten Menschen aus. Ich will mich nicht hinter einer Maske verstecken.

Und das schöne Wetter? Is mir egal, nein stimmt nicht. In Wahrheit vergrößert es meine innere Qual. Weil sich alle freuen und alle draußen sind und in mir toben schwere Gewitter und düster prasselt der Regen. Im November wenn alle eher deprimiert sind, ist eine Depression leichter zu ertragen. Gemeinsamkeit stärkt eben. Aber wenn der Frühling tobt und man selber kann nicht...das ist übel.

Deswegen: Hochgefühl an Regentagen (ich freu mich schon auf Montag = Regen!!)

Also sage ich ab. Als Grund nenne ich kränkliches Unwohlsein. Ist ja auch nicht ganz gelogen. Ich habe kein schlechtes Gewissen. Ich sorge für mich. Ich erlaube mir heute für mich da zu sein. Schon lange habe ich nichts mehr abgesagt, nun, heute ist es eben mal wieder dran.

Heute kann ich mich gut annehmen, wie ich eben bin.

Und versuche es doch, ein wenig ins Leben zu poltern und schwinge mich nochmal aufs Radl. Was eher einer Folter gleicht. Aber mittendrin lache ich auf einmal los (nein ich wurde nicht vollkommen verrückt) sondern mir fiel ein, dass die letzte Mail von einem Freund wohl ein Aprilscherz war!

Liebeserklärung an die verhasste Depression

Na, da dachte ich mir, Sport vertreibt doch schlechte Laune, außerdem ist Anfang des Monats und da brauch auch ich frisches Geld. So verband ich das eine mit dem anderen und schwang mich auf den Drahtesel.

Von guter Laune keine Spur. Erst in der Bank erhellte sich kurz mein Gemüt: Das liebe Jobcenter überwies mir die sagenhafte Erhöhung von 15,-für die letzten Monate. Von wegen erst im Mai.

Wieder auf dem Heimweg klingelte ich brav viele Meter vor den Fußgängern, damit sie mir den Weg frei machen. Sie hörten nicht, also klingelte ich eben nochmal. Ich mache das gern sehr frühzeitig. Hab ja keine Lust, dass mir jemand vor Schreck auf den Lenker hüpft. Außerdem bin ich gern höflich. Die Fußgänger gingen auch zur Seite, aber widerwillig. Genau als ich an der alten Frau vorbei fahre, höre ich ihr griesgrämiges, schimpfiges Gegrummel.

Normalerweise bin ich sehr konfliktscheu. So konfliktscheu, dass ich schon beim leisesten Ärger in der Stimme das Weite suche. Und es muss nicht mal mich betreffen. Die Spannung die da entsteht, find ich furchtbar.

Diesmal nicht.

Ich testete gleichmal meine neue Bremsen. Und legte eine Vollbremsung vom feinsten hin. Der restliche Streusplit knirschte nur so unter meinen Rädern und erbost schimpfte eine Amsel im Geäst. Wütend drehte ich mich um:“ Haben Sie ein Problem?“

„Das hier ist ein Fußweg und kein Radlerweg!“ geiferte Madam zurück.

Da hatte sich das alte Weiblein aber getäuscht. „Haben Sie keine Glubscher? Da vorne steht ein blaues Schild: AUCH für Fahrrad!“

Bevor das Männlein Luft holte und ebenso seinen Senf dazu geben wollte, rauschte ich weiter.

Die gute Laune blieb mir fern.

Ein kurzes Blitzlicht gab es nochmal, als ich in den Briefkasten schielte: Wiederum das Jobcenter teilte mir mit, dass es die Betriebskostenabrechnung von 64,- übernehme. Das ging ja flott! Normalerweise muss man auf so einen Bescheid gefühlte 3 Jahre warten. UND ich bin dankbar, dass dies überhaupt noch gezahlt wird, ich weiß, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist.

So und heute geh ich weiter die gute Laune suchen.....

Freitag, 1. April 2011

Xavier-Naidoo-Laune

ist die Laune, die man hat, wenn man Naidoo hört. Oder sie bekommen will, indem man sie hört.

Mies. Richtig miese Laune. Mit rummotzen und langem Gesicht machen.

So 2x im Jahr hör ich den werten Herrn sogar. Aber das sag ich keinem, ist ja zum schämen.

Naidoo ist das, was früher Roy Black war. Da schämte ich mich auch. Aber nicht weil ich das hörte, sondern Muttern. Vornehmlich mit nem Glas Sekt in der Hand und dann ging die Trieferei los. Schrecklich.

Eine scheiß Laune bekommt man aber nicht nur von schlechter Musik, sondern auch, wenn man meint, dass man zukünftig auf koffeinfreien Kaffee verzichten möchte. Da man ja sowieso schon so nervös und hibbelig ist und das doch der totale Blödsinn ist, wenn man noch sowas aufputschendes trinkt. Ich hielt es genau 2 Stunden aus und fand mich dann im Laden: In der einen Hand viel Schokolade, in der anderen Kaffee. Mit Koffein! Is klar.

Eine scheiß Laune bekommt man auch gerne von Nachbarn. Nicht geschenkt. Nein nein. Auf meine hab ich schon lange nen Hass. Ok erst war's nur Ärger. Der sich steigerte.

Erst war es nur der Lärm. Vornehmlich Sonntagmittag. Da wurde gebohrt und geräumt, das war nicht zum aushalten. Irgendwann stellte ich auch fest, dass die wohl meinen, nur weil sie die Wohnung gekauft haben, gelten die üblichen Haus-und Benimmregeln für sie nicht. Schöne Scheiße.

Der neueste Hit aus meiner Nachbarschaft ist: Auf dem Balkon kochen. Genau, haben sie ja auch recht, denn so hat man den Gestank nicht in der Wohnung. Also nicht in ihrer, aber in meiner. Da sie gerne Hund und Katz kochen (zumindest riecht es so unglaublich bestialisch) hab ich auch keine Lust rüber zu gehen und zu sagen:“Mönsch bei Ihnen riecht es so lecker, kann ich auch was haben?“ Außerdem haben sie ihren Balkon zugebaut. Mit allerlei was man grad so im Keller fand: Hier ein Eck aus Karton, da ne Wand aus Plastik, dort ein wenig Holz. Ich lebe ihm Ghetto!

Dieser Zubau verhindert den Abzug der leckeren Essensgerüche, er wabert so Stück für Stück von abends durch die Nacht bis weit in den Vormittag zu mir herüber. Und so sah das heute aus: Morgens steh ich auf, strecke mich und reiße alle Fenster auf: Frische kühle Luft ist immer noch besser als Kaffee mit Koffein. Dachte ich. Bis mich die Stinkewolke erreichte! Boah! Würgegeräusche verließen meinen Hals, sofort schmiß ich alle Fenster wieder zu und meine Duftlampe wurde entzündet!

Jedes Jahr fahren diese netten Leute natürlich auch in Urlaub. Am Stück! Das ist dann auch mein Urlaub! Sie fahren in ihre Heimat: Japan. Und ehrlich. Dieses Mal hoffte ich inbrünstig, dass sie auch davon gespült wurden und nicht mehr nach Hause kämen.

Aber das darf man ja auch keinem sagen...