Sonntag, 6. März 2011

Weißt Du denn nicht...

wie das ist, wenn du in den Himmel kommst?

Ich muss raus. Ich muss an die Luft.

Es ist Samstagabend und ich will allein in der Natur wandeln und in Ruhe den Sonnenuntergang bestaunen.

Bald schon sitze ich hoch droben auf einem Hügel. Unter mir die vielen Dächer der Stadt, hier und da ein Menschlein dort ein paar Straßen, dann weite Felder.

Ich fühle mich wie Treibgut, das mal hier mal dorthin gespült wird. Ich fühle Sehnsucht. Ich will wieder Kind sein und mitten in einer Gemeinschaft draußen in der Natur spielen, laufen, Sein.

Der sensible Mensch leidet nicht aus diesem oder jenem Grunde, sondern ganz allein, weil nichts auf dieser Welt seine Sehnsucht stillen kann. Jean Paul Sartre.

Weltschmerz hat mich ergriffen. Der Geschmack der Melancholie liegt bitter auf der Zunge.

Ich stelle mir vor, wie es nun wäre mitten unter Menschen...nein das ist es auch nicht. Ich bin orientierungslos, Angst kommt hoch, ich weiß nicht wohin mit mir. Was ich will. Zweifel.

Schon wieder bin ich an diesem Punkt, ich verzweifle, wie oft hatte ich das schon durchgekaut, für mich abgehakt, aber es kommt und kommt immer wieder. Was will mir das sagen? Diese Sehnsucht nach einem natürlichen Leben? Lebe ich noch nicht in/mit meiner Bestimmung?

Ich weiß, dass das natürliche im Kreis läuft, der Kreislauf der Natur, aber muss es immer genauso gleich kommen?

Lange starre ich in die Abenddämmerung. Irgendwann kommt auf meinem tiefsten Inneren eine Stimme: „Vielleicht, meine Liebe, ist es nur die allmonatliche Hormonschwankung, die Phase geht vorbei, du musst heute nicht dein ganzes Leben planen und wichtige Entscheidungen treffen. Tue dir was Gutes!“

Genau, das ist es: Ich suchte mein Glück oder was auch immer schon wieder im Außen, dabei war das Leid in mir, denn ich war mit mir nicht mehr im Kontakt, das innere Gespräch war verstummt.

Langsam werde ich ruhiger. Solche Phasen kenne ich zu gut, sie sind schmerzhaft, traurig und belastend...aber ja: sie gehen auch wieder vorbei.

Und ich gehe weiter, langsam durch den Park, hinüber zum großen Haus. Dort stehe ich nochmal lange auf dem Dach. Die Sonne leuchtet in orangem Licht, ich atme tief ein und wieder aus, lasse alle Spannung aus meinem Körper weichen, gehe nach Haus vollgefüllt mit frischer Luft, hungrig und durchgefroren.

Nach einer heißen Dusche und leckerem Essen ist mir schon wieder etwas wohler ums Herz.

Ich danke meiner inneren Weisheit für die Worte, nehm mein inneres Kind auf den Arm und muss lächeln...


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