Samstag, 19. März 2011

Uuuunnnddd...Action!

Dass ich es liebe mit den inneren Anteilen zu arbeiten, hab ich ja hier und dort schon mal geschrieben.

Diese Anteile hat jeder in sich und hat nix mit Schizophrenie oder einer gespaltenen Persönlichkeit zu tun.

Das erste Mal als ich damit in Berührung kam, war in meiner ersten Therapie vor gut 10 Jahren. Damals hatte ich arge Probleme mit meinem Freund und 2 Stimmen in mir stritten sich darüber, ob ich bei ihm bleiben oder mich trennen soll. Wir stellten 2 Stühle auf, auf dem einen saß die Bedürftige die gerne bei ihm bleiben wollte aus verschiedenen Gründen und auf dem anderen die Souveräne, die ganz genau sah was er eigentlich für ein Arsch war und mich ausnutzte. Je nachdem auf welchem Stuhl ich saß, kamen die Gründe, Gedanken, Gefühle von ganz allein. Ich war erstaunt, als ich noch nicht mal richtig auf der „bedürftigen“ Seite saß, schon in Tränen ausbrach, kaum erhob ich mich um die Seiten zu wechseln, vertrockneten auch diese wieder....

Nun lese ich: „Das innere Team in Aktion“ und finde die Fallbeispiele sehr interessant und ziehe Gleichungen zu meinem Leben bzw. Situationen. Die Metapher „inneres Team“ machts leichter auf das Ganze zu sehen(es ist übersichtlich) Abstand von sich zu gewinnen und zu sehen und ordnen was da so alles los ist. (Ein Kapitel des Buches beschäftigt sich auch mit dem „verpönten“ Gefühl Neid...sehr interessant!)

Viele Stimmen melden sich, einige laut andere leise und wenn alle zu Wort kamen und man sich klarer wird, wird es auch stimmiger. Und wer so eine Klarheit in sich trägt, kann die auch gut nach außen präsentieren.

Nun habe ich ja viel Zeit und kann mich ausführlicher damit beschäftigen, sozusagen meine derzeitige Arbeit, denn in mir herrscht Chaos! Bei kleinsten Dingen gibt’s also eine Teamaufstellung:

Welche Stimmen sind denn da? Die werden mit einem Namen und einem prägnanten,kurzen Satz (was er ausdrücken will) aufgeschrieben.

Dann geordnet: Wo stehen sie: Weiter vorne an der Kontaktgrenze (nach Außen) oder weiter hinten. Sind sie groß oder klein also laut oder leise? Mit wem verbünden sie sich (durch Bindestrich gekennzeichnet) mit wem verkrachen sie sich (durch einen Blitz gezeigt).

ALLE dürfen da sein, sind wichtig und wert zuschätzen! Und dann kann man erforschen: Warum ist die Angst so groß oder der Zweifler so stark? Was bräuchten diese Anteile, wie kann ich als Oberhaupt (ganze Person) da helfen? Kommen die gar untereinander „in's Gespräch“? Wen kann ich weiter vor holen und stärken, wer muss mal still sein

Wer ist vollkommen unterdrückt (Depression)? Wer wird immer leiser?

Allein das sicht-und hörbar werden lassen kann Klarheit fördern.

Solche Aufstellungen halfen mir sehr oft, vor allem weil es einfach ist und man schnell ein Ergebnis hat. Und ich übe weiter, damit ich sicherer werde und mehr über mich erfahre und um mehr in mir selbst anzukommen. So sind erstmal kleine Entscheidungen dran, um später die größeren Themen aufzugreifen.

Deswegen finde ich es zu unvollständig, wenn es nur um das innere Kind geht, es gibt viel mehr! Die Rebellin, die Geschäftsfrau, das Elend, der Macher, der Clown...usw.

Finde es raus, es ist spannend :)

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