Sonntag, 13. März 2011

Und dann...wollte ich einfach nur gehen

Depressionen begleiten mich schon ziemlich lange, so richtig ausgebrochen ist sie im Jugendalter und richtig benannt wurde sie dann erst 10 Jahre später. Seitdem versuche ich diese schrecklichen Phasen irgendwie zu überstehn.

Meine Anzeichen dazu kenne ich schon, mein persönliches Frühwarnsystem: wenn ich viel friere, viel Kaffee trinke und nur Süßkram futter und nix gar nix irgendwie Freude macht. Alles wird lustlos und widerwillig getan: essen (ohne Appetit), duschen, kurze Runde draußen drehn (bloß keine Menschen und bitte keine Sonne)keine Konzentration...alles ist dasselbe, grau, schwer und fad.

Dann kann es schon Momente geben, in denen man nicht mehr will. Der Banalität des Lebens entfliehen, dem Grauen ein Ende machen, dem Stumpfsinn entkommen. 3 mal war es soweit, dass ich freiwillig aus meinem kurzen Leben hüpfen wollte. Beim letzten Versuch saß ich nach dessem Scheitern mitten in der Nacht, irgendwo in Italien auf der taunassen Wiese, heulte und schrie abwechselnd, süffelte ein schales Dosenbier und dachte nun geht gleich die Welt unter. Zumindest meine. Meine ganz persönliche. Doch das Gegenteil passierte!

Erst gabs nen lauten Knall, der mich schnell wieder in die Realität holte und in meinem verqueren Hirn dachte ich, das auf mich geschossen werde. Also legte ich mich schnell ganz ins feuchte Gras nieder und sah nur den rabenschwarzen Himmel über mir. Kein Mond, keine Sterne, nur Leere, so leer wie es in mir drin war.

Noch ein Knall und ein bunter Feuerregen prasselte hernieder. Was zum Geier geht denn hier ab? Dann ging es Knall auf Fall: Viele Raketen und Böller flogen in den Himmel, boten mir einen kunterbunten Anblick, Explosionen über Explosionen, blau, grün, glitzernd flogen die Fünkchen wieder herunter.

Da will man sich klammheimlich und möglichst schnell aus dem Leben stehlen und gleich nebenan wird groß gefeiert! Das kann ja wieder nur mir passieren! Unglaublich! Gute 20 Minuten ging das bunte und laute Spektakel!

Danach war mir klar: Der liebe Gott kann mich noch nicht gebrauchen und die Engelchen feiern nun mein erneutes Überleben! Irgendwas muss ich also in dieser Welt noch tun oder sehen oder erleben. Es gibt einen Grund warum ich hier bin!

Diese Gedanken begleiten mich immer wieder und wenn es zu schwarz um mich herum wird, denke ich daran und verschiebe meinen Weggang noch ein Stückchen weiter...

Kommentare:

  1. Du arbeitest an Dir , ist denn das Nichts ?!
    Du wirst noch erkennen das die Welt wunderschön sein kann auch mit Menschen gefüllt. Ja ich gebe zu das kann ich auch selten wahr nehmen aber ab und zu schon .Zwinker.

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  2. Ich sag ja nicht, dass ich Nichts kann oder sehe.
    Und keine Angst, im Moment geht es mir zwar nich soo berauschend, aber auch nicht so schlimm das alles schwarz wäre ;)

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  3. Dann bin ich beruhigt ;-)
    Irgendwann kann man das ganze Chaos viell auch wieder geniesssen ;-)

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  4. Genießen??? Ähhh...nein ich bin nicht masochistisch!!!

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