Samstag, 19. März 2011

Samstagsgedanken

Als Kind dachte ich: "Wenn ich mal Probleme haben werde, löse ich die!"
Ganz einfach.
Da kannte ich gerade mal das Wort, aber noch lange nicht, dessen wahre Bedeutung.
Wahrscheinlich dachte ich das, weil ich mitbekam wie meine Eltern mit Sorgen umgingen: Augen, Mund und Ohren zu und Alkohol rein. Auch ganz einfach.
Und so ist es bis heute, bei beiden.
Ich will das nicht.

Leider musste ich eher feststellen, dass ich mir zu viele Sorgen mache und ähnlich handle, nur ohne Alkohol.
Da saß ich nun: zerknirscht, verheult und verzweifelt. Der Auslöser war: Ich bekam mal wieder Einladungen. Von lieben Menschen. Die mich nicht stehen lassen, sondern immer wieder anklopfen und mich mitnehmen wollen.
Ich kanns nicht fassen. Mit mir???
Mir macht das viel Druck und Angst, Scham ist auch dabei. Weil ich nicht kann.
Oder glaube, das ich das nicht kann.

Dann kam die erlösende Frage in mir: Wie war es denn die letzten Male, als ich mich mit Freunden und deren Freunde traf?
Gut! Interessant! Angenehm! Lustig! Schön!
Aha. Soso. :-)

Nun dann werde ich mal das Projekt "Mensch" in meinem Leben starten.
Und das gleich nächsten Freitag umsetzen und eine Einladung annehmen.
Arschbacken zusammen, atmen, locker lassen...

Während ich gerade meinen Salat würzte, rutschte mir der Pfeffer aus der Hand und eine ordentliche Ladung landete auf Gurken, Paprika, Blattsalat.
Da musste ich dann schon sehr lachen: Ich mach mir ja grad selber Pfeffer unterm Hintern!

Und dann fand ich noch das:
Die Welt ist schön....
weil es Menschen gibt,
die dich annehmen, die dich mögen,
die nicht immer gleich mit dem Zeigefinger deuten,
wenn du mal anderer Meinung bist.....

weil des Menschen gibt, die Gutes tun,
Menschen, die Güte ausstrahlen,
Menschen, die nie müde werden,
zum Guten anzustiften.....

weil es Menschen gibt,
die mit ihren Augen liebkosen,
die mit ihren Händen streicheln,
die mit ihrer Stimme zu verstehen geben,
dass sie es gut mit dir meinen.
(Johannes Lücker)

Kommentare:

  1. Hahaha, sorra das ich lachen muss aber irgendwie kommt es mir soooo bekannt vor. Gefangen im Ich.
    Ich will mich treffen doch werde ich gefragt habe ich "keine" zeit, jdenfalls für die person die fragt. Ich brauche immer länger um Ja zu sagen.So ein Quatsch, denn es ist schön mit Leuten umgeben die Welt zu geniessen, wenns liebe Menschen sind :-)
    Schönen Sonntag Dir

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  2. Hi, das ganze kommt mir sehr bekannt vor.
    Oft, wenn du schreibst, denke ich, das könnte mein Leben sein.
    Auch bei mir war meine Kindheit ähnlich.
    Das nennt man Coabhängigkeit.
    Auch ich war in einer Klinik, letztes Jahr.
    Kenne mich auch mit Angst und Panikattaken gut aus.
    Freunde sind wichtig, die dich so annehmen wie du bist.
    Ich habe letztes Jahr gesehen, wer Freund und wer nicht.
    Da wo es mir mal so richtig schlecht ging. Übrig sind nur wenige, aber die sind echt.
    Dir ein schönes Wochenende.

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  3. Gefangen im Ich...ja schön ausgedrückt...
    Ja Nic, wir sind auf dem Weg, gelle *zwinker* und schaffen das!!!!!

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  4. Ich nehme mir auch immer vor, öfter mal einfach JA zu sagen (komisch, es gibt so viele Bücher, die einem das Nein sagen beibringen ;)). Meist, wenn es soweit ist, hab ich null Lust und denke, ach nöö, wieso tust du dir das an. Aber dann ist es ok, und nach ein paar Treffen hab ich mich gewöhnt und es ist richtig nett.

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  5. *lach* ja auch das JA will gelernt sein, stimmt!

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